BRS Schwerin


Ersetzungsantrag zu 01178/2017 „Verkehrsberuhigung Friedrichstraße“ Der Antrag wird in einen Prüfantrag umgewandelt. Beschlussvorschlag: Der Oberbürger wird gebeten zu prüfen, wie sich die Potenziale der Friedrichstraße besser nutzen lassen. Hierbei sind die Auswirkungen und Interessen der Anwohner, Gewerbetreiben und die Potenziale einer verkehrsberuhigten Straße zu berücksichtigen. Begründung: Kultur und Handel in der touristischen Altstadt stärken. Die Friedrichstraße – Autofrei – in den Sommermonaten Erweiterung der touristischen Innenstadt an die Schelfe (Speicher, Schleswig Holstein Haus, Schelfkirche u.a.) durch Umwidmung – autofreien Friedrichstraße. In den vergangenen Tagen wurde viel über den Antrag der Aktion Stadt und Kulturschutz gesprochen in der Friedrichstraße eine Fußgängerzone einzurichten. Wir haben die Idee inzwischen Konkretisiert. Nicht alles was wir hier vorschlagen, muss umgesetzt werden. Die positiven Aspekte sprechen aber für sich. Die Aktion Stadt und Kulturschutz erwägt auch aufgrund der konstruktiven Kritik von SPD und CDU den Antrag in einen Prüfantrag für eine bessere Nutzung der Potenziale der Friedrichstraße umzuwandeln. Insofern sind die Konkretisierungen als Anregungen zu verstehen. Die Friedrichstraße hat in den vergangenen Jahren mehr und mehr den Charakter einer touristisch wertvollen Straße erhalten. Durch das Klangwert/ Werk 3, das Zigarettenhaus mit kleinster Außengastronomie, dem Musikgeschäft, dem Sourveniergeschäft „Schwer In“, den Antiquitätenläden, An- und Verkäufen ist hier eine auf Tourismus und Gastronomie angelegte Handels-, und Tourismusstraße entstanden und hat sich weitgehend als kulturelle Straße der Stadt etabliert. Durch eine Autofreie Friedrichstraße werden folgende positive Effekte erwartet: Fußgängerzonen beziehungsweise Autofreie Straßen werden als „Störungsfrei“ und attraktiv erachtet. Durch dauerparkende Fahrzeuge wird einer Straße die auf Tourismus setzt in der Möglichkeit und dem Potenzial gebremst. Als Tourist wechselt man in der Regel dann nicht die Straßenseiten, sondern geht auf dem Weg weiter ohne das Gesamtangebot der Straße wahr zu nehmen. Die Friedrichstraße ist gerade in den Sommermonaten stark von Tourismus frequentiert – das Angebot der Straße wird aufgrund des regen Autoverkehres, der parkenden Fahrzeuge visuell einer Barriere ausgesetzt. Die starke, touristische Frequenz der Straße muss besser genutzt werden. Visuelle Barrieren vermindert werden. • • • • • • • • Steigerung der Außengastronomie in der Friedrichstraße (Kabana kann den Gastronomiebedarf tiefer in die Straße hinein ausbauen) Besonders der Nebenstraßen (Werk 3 Dom/ Café` der Freundschaft) würden durch eine indirekte Erweiterung der Mecklenburgstraße durch die Friedrichstraße profitieren. Alternative Angebote (Komplex –Konzerte, Klangwert Konzerte, Werk 3 Konzerte) können durch den entstandenen Freiraum profitieren. Handwerk, Kunst und Kultur erhalten mit ihren Angeboten durch den Charakter einer Fußgängerzone erhöhte Aufmerksamkeit. Sonderveranstaltungen sind erheblich einfacher und leichter auf die Straßenbereiche ausdehnbar (Konzerte, Märkte, Außenwerbung) Stärkere Wahrnehmung durch die Touristen, die täglich mehrfach ihren Rundgang durch die Stadt über die Friedrichstraße in Richtung Parkplatz Werderstraße abschließend durchqueren. Eine unverbindliche Zählung ergab im Monat August an einem Werktag 14 Reisegruppen mit 10 bis 30 Personen die zwar durch die Friedrichstraße gehen, aufgrund des regen Autoverkehres, diese Straße allerding lediglich passieren, statt zu flanieren). Durch den Charakter einer Fußgängerzone wird zudem die Lücke, bzw. gefühlte Barriere auf Stadtrundgängen Richtung Münzstraße über Burgstraßenzugang Schelfmarkt geschlossen. Auf dem Hof der Volkshochschule soll zukünftig die Relieftafelsammlung „Keramische Säule“ der Künstlerin Anni Jung installiert werden. Hier werden dann auch touristische Führungen hinführen – aus Richtung Markt, beziehungsweise aus Richtung Mecklenburgstraße. Auch eine Näherung des touristischen Zentrums an das Schleswig Holstein Haus ist dadurch zu erwarten. Der „Burgstraßenzugang“ – die Treppe ist gerade bei alleinreinsenden Touristengruppen eine sehr beliebte „Abkürzung“ – diese durchquert, würde durch eine Fußgängerzone Richtung Pfaffenteich ein Anschluss zur Mecklenburg Straße hergestellt werden. Die Friedrichstraße wird derzeit stark durchlaufen, aber nicht in ihrem vollen Potenzial genutzt. Ebenso würde für Touristen aus Richtung Markt kommend der Weg über die Puschkinstraße attraktiver und die „Flanierbewegung“ statt „ins nichts“ wieder Richtung Pfaffenteich geleitet. Tourismusführungen – Richtung Schleswig Holstein Haus zur Schelfkirche würden eine attraktivere Rückanbindung in die Innenstadt haben, da die Friedrichstraße – als Fußgängerzone dann zugänglicher erscheint und Wege zu anderen Attraktionen (Schliemann-Halbinsel – Pfaffenteich erleichtert. Der „Rückweg“ in die attraktive, belebte Fußgängerzone wäre dadurch näher. Parkplatzsituation/ Anwohnerparken: • Die Bischofstraße bleibt für Anwohner weiterhin befahrbar. Die neue abzuwägende „Friedrichstraßenregelung“ beginnt Ecke Bischofstraße. Die Anwohner dort können • • • • • • also nach wie vor in einer direkten Nebenstraße parken. Die Baumaßnahmen in der Bischofstraße und der Arsenalstraße haben gezeigt, dass ausreichend alternative Parkmöglichkeiten vorhanden sind. Parkplätze befinden sich zudem nur 1 Minute Fußweg an der Werderstraße auf dem großen Parkplatz. Der Lieferverkehr ist natürlich ähnlich der Mecklenburgstraße zu ermöglichen. Touristen, die in die Innenstadt wollen, sind aktuell zum großen Teil auf den Parkplatz an der Werderstraße verwiesen, benötigen die Friedrichstraße also nicht. Die parkenden Fahrzeuge sind aktuell die der wenigen Anwohner sowie der Gewerbetreibenden in der Friedrichstraße. Hier bieten sich Parkflächen in den Nebenstraßen an (Hauptpost/Bischofstraße). Der Großteil der durchfahrenden Fahrzeuge sind weder Gewerbetreibende, noch Anwohner. Die Friedrichstraße wird von ortskundigen oft als Abkürzung benutzt um den Verkehr Werderstraße, B104, Wismarsche, Obotirtenring zu umgehen. Alternativ kann die Straße zu einer Anwohnertraße mit Zeitbeschränkung bspw. Mit „Parkerlaubnis“ 20 bis 8 Uhr umgewandelt werden. Durchfahrt Die Durchfahrt der Friedrichstraße kann ähnlich der Regelung Alexandrienenstraße/ Südufer Pfaffenteich (Über die Sommermonate geschlossen, ab Oktober frei) geregelt werden. Die Gefahren und die Nutzung durch unberechtigte bei einer Schließung der Friedrichstraße in den Sommermonaten würden zudem den Poller am Pfaffenteich entlasten, da sich die Durchfahrt dann nicht mehr lohnt. Die Friedrichstraße kann natürlich für den Lieferverkehr frei bleiben. Nebeneffekte für angrenzende Straßen: Touristik, Konzert-, und Kulturangebot sowie Gastronomie wird stärker frequentiert. Nebenstraßen und Angebote werden mehr in Anspruch genommen, da die Flaniermeile nicht ab Mecklenburgstraße am Pfaffenteich endet, sondern durch die Friedrichstraße weitergeführt wird. Der „Umlauf“ des Pfaffenteichs rückt mehr in den Fokus. Auch wird der Weg am Südufer Pfaffenteich/Arsenalstraße entlang Richtung Wismarsche Straße attraktiver – linksseitig zum Marienplatz führt, und somit auch die Zentren, z.B. Schloßparkcenter, Marieplatzgalerie aus einer anderen Richtung begehbar und attraktiver erscheinen lässt. Aus Richtung Hauptbahnhof kommend am südlichen Teil des Arsenal vorbei, der Pfaffenteichtreppe folgend kann diese Weg dann von Touristen und Besuchern als eine gelungene Alternative durch die Friedrichstraße Richtung Markt angeboten werden. Die optisch Autofreie Straßenführung rückt dadurch die kulturelle Angebotsvielfalt der Friedrichstraße in den Fokus – als erlebbare Straße. Auch sind die Effekte durch das näher an die Puschkinstraße schließende Konzept nicht zu unterschätzen. Bildet doch gerade der Parkplatz potenziale die noch ungenutzt sind. Durch den bald sanierten „Großer Moor“ wird dann durch den Zugang über die Puschkinstraße eine alternative Route und Zugänglichkeit durch die Friedrichstraße ermöglicht. Der Dom mit der ebenfalls in Sanierung befindlichen Bischofstraße (ggf. bereits abgeschlossen) befindet sich dann nicht mehr am Rande, sondern inmitten einer erlebbaren Fußgängerzone, die anders als bisher nicht am Dom und Pfaffenteich endet, sondern kulturelle, antiquarische, gastronomische und musikalische Angebote in der Friedrichstraße bereit hält. Entwicklungspotenzial Eine in Zeit notwendige Sanierung der Friedrichstraße kann der visuellen und baulichen Gestaltung der Mecklenburgstraße – bzw. Schmiedestraße nachempfunden werden, dadurch ergibt sich das Bild einer zusammenhängenden Fußgängerzone. Ebenso ist über die Zeit die Puschkin Straße visuell anzupassen, um auch hier in Richtung Norden die Innenstadt attraktiver zu gestalten. Gerade im Hinblick der Installierung der „Keramischen Säule“ und der besseren touristischen Bewerbung der Schelfkirche kann hier die Wirkung einer größeren Flaniermeile verstärkt werden. Im Hinblick zum Weltkulturerbe wird den Besuchern der Stadt durch eine „Autofreie“ Fußgängerzone Friedrichstraße die Innenstadt größer und das Angebot der Schweriner Einzelhändler neben Residenz und Schloss weitläufiger. Durch eine höhere Frequentierung und erlebbarere Nutzung der Friedrichstraße ist auch die Attraktivität deutlich höher. Zum einen für Touristen, zum anderen für Unternehmen, die auf Tourismus und Laufkundschaft setzen. Dies wird langfristig den Leerstand minimieren und gegebenenfalls sogar den Großleerstand an der ehemaligen Bank beseitigen. Wichtig an der Idee ist es, dass die angrenzenden Straßen und Wege eine Art Erweiterung der Innenstadt erfahren. Die Straßenpflasterung und Ausschilderung ist entsprechend durch die Friedrichstraße zu führen und in der Wismarsche-, Mecklenburg-, und Puschkinstraße entsprechend aufzuzeigen. gez. Karsten Jagau Mitglied der Stadtvertretung (ASK)