BRS Schwerin


e. V. Auftragge Prof. Dr. Michael Bars rof. Dr. Michael Barsuhn, Prof. Dr. Silke Becker, M. Sc. Adrian Kevin Ekhard, Nadine Maurer, Prof. Dr. Jürgen Rode, Prof. Dr. Birgit Szymanski Steuerungsrunde , a ( ), Prof. Dr. Michael Barsuhn) Potsdam, Ju i 201 I A EINLEITUNG 3 B AUFGABE 4 C KOMMUNALE SPORTENTWICKLUNGSPLANUNG – EIN THEORETISCHER ABRISS 5 C.1 Verändertes Sportverständnis 5 C.2 6 Ziele kommunaler Sportentwicklungsplanung C.2.1 Sportstätten und Bewegungsräume 6 C.2.2 Sportangebote und Organisationsformen 8 C.3 Integrierte kommunale Sportentwicklungsplanung C.3.1 Grundlagen integrierter Planungsverfahren C.3.2 Der Planungsprozess in der Landeshauptstadt Schwerin C.4 Demografische Entwicklung in der Landeshauptstadt Schwerin 9 9 10 11 D UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE: SPORT- UND BEWEGUNGSSTRUKTUREN SOWIE SPORTUND BEWEGUNGSAKTIVITÄTEN IN DER LANDESHAUPTSTADT SCHWERIN 14 D.1 Methodik der Erhebungen D.2 Ergebnisse D.2.1 Das Sport- und Bewegungsverhalten der Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Schwerin 14 16 16 D.2.1.1 Vielfalt von Sportpraxis 17 D.2.1.2 Vielfalt von Motiven 33 D.2.1.3 Vielfalt von Organisationsformen 52 D.2.1.4 Vielfalt der Sport- und Bewegungsräume 58 D.2.2 Der Vereinssport 74 D.2.2.1 Bestandsaufnahme 75 D.2.2.2 Bedarfsanalysen – Ergebnisse der Sportvereinsbefragung 84 D.2.3 Sport und Bewegung in Schulen D.2.3.1 Sportunterricht und außerunterrichtliches Angebot an Bewegungsformen und Sportarten 96 98 D.2.3.2 Entwicklungspotenziale „Bewegungsfreundliche Schule“ 102 D.2.3.3 Schulsportstätten 131 D.2.4 Sport und Bewegung in Kindertagesstätten 142 D.2.4.1 Räumliche und materielle Voraussetzungen für Bewegungsförderung 143 D.2.4.2 Angebots- und Leistungsspektrum der Kindertagesstätten zur Bewegungsförderung 147 D.2.4.3 Kooperationsbeziehungen und Vernetzungen im Bereich Bewegung und Sport 150 D.2.4.4 Einschätzung der pädagogischen Arbeit: Schwerpunkt Bewegungskita 153 D.2.5 Bestands- und Bedarfsermittlung der Kernsportanlagen 160 D.2.5.1 Methodisches Vorgehen der Bestands- und Bedarfsermittlung 161 D.2.5.2 Schritt 1: Quantitative und qualitative Bestandsermittlung 162 D.2.5.3 Schritt 2: Bedarfsermittlung nach BISp-Leitfaden 168 D.2.5.4 Einschätzung des Investitions- und Erneuerungsbedarfs 176 II E HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN ZUR SPORTENTWICKLUNG IN DER LANDESHAUPTSTADT SCHWERIN 185 F LITERATUR 224 G ABBILDUNGSVERZEICHNIS 227 H TABELLENVERZEICHNIS 230 I ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 233 J ANHANG 234 3 A Einleitung Die deutsche Sportlandschaft befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Wandel. Ausdruck dessen ist nicht zuletzt ein im Vergleich zu früheren Zeiten wesentlich ausdifferenzierteres Sportbedürfnis der Bevölkerung. Sport ist nicht mehr gleich Sport und schon längst nicht mehr gleich Wettkampfsport. Neben dem organisierten Sport im Verein hat sich ein umfangreiches Sportgeschehen im kommunalen Raum entwickelt, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Hierzu zählen nicht zuletzt die vielen Sportaktivitäten, die von den Bürgerinnen und Bürgern privat organisiert werden, aber von öffentlichen Bewegungsräumen abhängig sind wie z. B. Radfahren, Inline-Skating oder Joggen. Auch in der Altersstruktur der Aktiven sind wesentliche Verschiebungen feststellbar. Angesichts des demografischen Wandels auf Grund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung steigen die Nachfrage nach Sport und vor allem Bewegung auch bei älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern und die Notwendigkeit, Angebote und Sporträume dementsprechend bereitzustellen. Eine zeitgemäße kommunale Sportentwicklungsplanung im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger hat diese vielfältigen Entwicklungen zu analysieren, um sie beispielsweise im Hinblick auf die Optimierung der Nutzung von vorhandenen Sportstätten angemessen berücksichtigen zu können. Um den planerischen Prozess zielgerichtet und erfolgreich durchzuführen und abzuschließen, bedarf es einer geeigneten wissenschaftlich erprobten Methodik, die mit der so genannten Integrierten Sportentwicklungsplanung (ISEP) zur Verfügung steht. Die ISEP beinhaltet die Schaffung notwendiger empirischer Grundlagen (Bestands- und Bedarfsermittlung), die Festlegung von Zielen, Prioritäten und Maßnahmen, die Abstimmung mit allen relevanten Interessengruppen sowie Qualitätssicherung und Evaluation (vgl. Rütten, Schröder & Ziemainz, 2003). Diese Vorgehensweise impliziert also deutlich mehr als die reine Sportstättenleitplanung nach dem Goldenen Plan, da die Gesamtheit der möglichen Bewegungsräume in einer Kommune berücksichtigt wird. Sie geht auch über das Konzept der verhaltensorientierten Sportstättenentwicklungsplanung hinaus und schließt Fragen der sportbezogenen Programm- und Organisationsentwicklung in die Analyse und Bewertung ein. Eine Integrierte Sportentwicklungsplanung ist erforderlich, um eine rationale Entscheidungsgrundlage für sportbezogene Investitionsentscheidungen in der Kommunalpolitik zu schaffen. Mit der Berücksichtigung des tatsächlichen Sportverhaltens in der Bevölkerung und dem daraus abgeleiteten Bedarf an Sportanlagen einerseits sowie der umfassenden Abstimmung mit allen Interessengruppen andererseits (kooperative Planung und Bürgerbeteiligung) bietet diese Vorgehensweise eine deutliche Verbesserung gegenüber den allgemeinen Richtwerten des Goldenen Plans aus den 1960er Jahren. Die Handlungsempfehlungen der vorliegenden Sportentwicklungsplanung für die 1 können sowohl als tragfähige Landeshauptstadt Schwerin (LH Schwerin) Entscheidungsgrundlage für die Kommunalverwaltung dienen als auch anderen lokalen Akteuren und Institutionen wie Sportvereinen und Investoren eine größere Planungssicherheit für ihre Entscheidungen bieten. Sie können darüber hinaus auch genutzt werden, um bei 1 Landeshauptstadt Schwerin in der Folge abgekürzt als LH Schwerin. 4 Fördermittelanträgen aufzuzeigen, dass eine entsprechende Maßnahme in ein abgestimmtes kommunales Entwicklungskonzept eingeordnet werden muss. B Aufgabe Gegenstand des Untersuchungsvorhabens war eine Studie zum Sportverhalten der Bewohnerschaft in der LH Schwerin mit der Zielsetzung, die tatsächlichen Sport- und Bewegungsbedürfnisse der Bevölkerung als eine wesentliche Grundlage für die zukünftige Angebotsund Infrastrukturplanung zu ermitteln und im Rahmen eines Sportentwicklungsplanes festzuhalten. Durch die Entwicklung spezifischer Fragebögen konnten mit Sportvereinen, Schulen und Kindertagesstätten zudem die wichtigsten institutionellen Sportanbieter in die Untersuchung einbezogen werden. Über telefonisches Nachfassen konnte eine Optimierung der Rücklaufquoten erreicht werden. Im Ergebnis liegt der LH Schwerin entsprechend der Auftragsstellung eine Integrierte Sportentwicklungsplanung vor, die sportpolitische Ziele im Sinne einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Sportentwicklung definiert und Strategien zur Implementierung einer entsprechenden Entwicklungsplanung aufzeigen kann. Die durchgeführte Sportentwicklungsplanung zeigt die große Bedeutung, die den Themen Sport und Bewegung seitens der LH Schwerin beigemessen wird. Entsprechend der Empfehlung des verhaltensorientierten Ansatzes sollten die Zielvorstellungen der Studie für einen Zeitraum von ca. zehn bis zwölf Jahre formuliert werden (vgl. dvs, 2010, S. 28). Im Hinblick auf die sich verändernden Planungsvoraussetzungen, Rahmenbedingungen, Prioritäten und Ausstattungsmerkmale ist es dringend angeraten, die Entwicklungsplanung im Abstand von ca. acht bis zehn Jahren fortzuschreiben und zu modifizieren. Für eine Sportentwicklungsplanung, die sich als integraler Bestandteil der Stadt- bzw. Regionalentwicklungsplanung begreift und damit intersektoral ausgerichtet ist, stellen Abstimmungsprozesse der unterschiedlichen Akteure im Politikfeld Sport sowie in anderen relevanten Politikfeldern eine unabdingbare Notwendigkeit dar. In diesem Sinne war es auf Grund der Komplexität der zu bearbeitenden Problemstellungen (vgl. Kap. A/B) und der Verschränkung mit anderen Bereichen der Stadt- und Regionalentwicklung unverzichtbar, über die etablierten formalen Strukturen und parlamentarischen Formen (z. B. Ausschuss für Bildung, Sport und Soziales) hinaus, weitere partizipative Verfahren zu praktizieren. Mit Projektbeginn wurde daher eine prozessbegleitende Steuergruppe eingesetzt, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung (Fachdienst für Bildung und Sport) sowie wissenschaftlichen Expertinnen und Experten (Auftragnehmer) zusammensetzte. Neben den regelmäßigen Sitzungen der Steuergruppe wurden die Ergebnisse der empirischen Erhebungen (repräsentative Bevölkerungsbefragung, institutionelle Befragungen von Sportvereinen, Schulen und Kindertagesstätten) am 24. März 2017 in Schwerin im Rahmen von Workshops mit den relevanten Akteuren, Institutionen sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern diskutiert, um die Vorteile der kooperativen Planung und deren Verhandlungssysteme sowie Abstimmungsprozesse für die Integrierte Sportentwicklungsplanung der LH Schwerin nutzbar zu machen. 5 C Kommunale Sportentwicklungsplanung – ein theoretischer Abriss C.1 Verändertes Sportverständnis Sport und Bewegung gehören heute zu den zentralen Themen unserer Gesellschaft. Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit der Ausdifferenzierung des Sports im Zuge des späten 20. Jahrhunderts, die wiederum eine Folge gesamtgesellschaftlicher Pluralisierungs- und Individualisierungsprozesse war. Gesteigerte Einkommen, neue Bildungschancen und verkürzte Arbeitszeiten hatten dazu geführt, dass die Menschen zunehmend individuelle und freizeitorientiertere Lebensstile wählen konnten (vgl. Beck, 1986, Schulze 1992). Auch im Sport, der bis dahin vorrangig durch den Vereinssport geprägt war, spiegelte sich dieser Wertewandel. Dokumentiert wird dies durch über 200 durchgeführte kommunale Sportverhaltensstudien binnen der vergangenen 30 Jahre (vgl. Wulf, 2014, S. 188): Vielfältige neue Sport- und Bewegungsformen, neue Sporträume, diverse Organisationsformen und Motive für sportliche Aktivitäten kennzeichnen diesen Wandel. Ein gesundheitsorientierter Lebensstil und das Streben nach Fitness bilden heute zentrale Zielvorstellungen für einen Großteil der Bürgerinnen und Bürger. Sportliche Aktivitäten beschränken sich dabei nicht länger auf einzelne Altersgruppen, sondern erstrecken sich über die gesamte Lebensspanne. Rein quantitativ kann von einer hohen Sportnachfrage ausgegangen werden. Die ermittelten Sportaktivenquoten pendeln zwischen 60 und 90 Prozent, ohne das signifikante Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern festzustellen sind (vgl. u.a. Barsuhn, Maurer, Rode, Zimmermann, 2013, 2015a, 2015b, Eckl, 2008). Diese neue Vielfalt drückt sich auch in einem breiten Spektrum an Motiven aus. Die Motivstruktur der Sport- und Bewegungsaktiven lässt das alltagsstrukturelle Verständnis von Sporttreiben deutlich werden: In allen Studien haben die klassischen Motive, nämlich das Streben nach Leistung sowie Wettkampf und Erfolg, an Bedeutung verloren. Stattdessen rangieren die dem Freizeit- und Gesundheitssport zugeordneten Motive wie Spaß, Fitness, Wohlbefinden, Gesundheit, Ausgleich und Entspannung, an der Spitze der Prioritätsskala. Wettkampf- und leistungsorientierte Sportlerinnen und Sportler im traditionellen Sportverein haben Konkurrenz erhalten durch die wachsende Gruppe selbst organisiert Sporttreibender, die ihr Sportverständnis nach neuen Qualitätsmerkmalen definieren (Individualität und Subjektivität) (vgl. Eckl & Schabert, 2012, S. 7) und mit rund zwei Drittel die größte Gruppe der Sporttreibenden bilden. Auf Anbieterebene erwächst Sportvereinen Konkurrenz durch gewerbliche Anbieter wie Gesundheits- und Fitnessstudios. Der Wandel des Sports kann zusammenfassend mit den Schlagworten „Individualisierung“, „Pluralisierung“ und „Verlust des Organisations- und Leistungsmonopols der Sportvereine“ umschrieben werden (vgl. u.a. Breuer & Rittner, 2002, S. 23). Auch auf infrastruktureller Ebene spiegelt sich dieser Wandel. Zwar spielen nach wie vor traditionelle Sportanlagen insbesondere für sportliche Wettkämpfe eine zentrale Rolle für die Planungen von Kommunen. Die große Mehrheit der Sport- und Bewegungsaktiven findet jedoch inzwischen in informellen Sport- und Bewegungsräumen bzw. auf Sportgelegenheiten 6 (Wege, Wald, Park, Straßen, öffentliche Plätze etc.) statt. Für die Stadt- und Sportentwicklungsplanung ergeben sich hieraus neue Herausforderungen, zukünftig sozialraum- und quartiersbezogen innovative Konzepte zu entwickeln, um eine nachfragegerechte Sportstätteninfrastruktur zu schaffen und zu gewährleisten. Die kommunale Sportpolitik und der organisierte Sport stehen somit vor der Aufgabe, Angebotsstrukturen und Infrastrukturen laufend anzupassen. Gerade kostenintensive infrastrukturelle Maßnahmenplanungen sind jedoch eindeutig auch im Kontext der inhaltlichen Ausrichtung des Schulsports zu beantworten, ansonsten werden die Kommunen in der infrastrukturellen Absicherung sich wandelnder Sport- und Bewegungsbedürfnisse überfordert. Eine zukunftsorientierte kommunale Sportentwicklungsplanung basiert daher zum einen auf empirischen Erhebungen, um Entwicklungstrends im Sportverhalten nachzeichnen zu können, zum anderen aber auch auf der lokalen Vernetzung der Akteure aus Sport, Politik und Wissenschaft, um gemeinsam nachhaltige, ausgewogene und individuelle Lösungskonzepte für Landkreise und Kommunen entwickeln zu können. C.2 Ziele kommunaler Sportentwicklungsplanung Kommunale Sportentwicklungsplanung kann inzwischen nicht mehr als isolierte Fachplanung betrachtet werden, sondern als essentieller Teil der Stadt(Raum)-Entwicklung. Eine enge Verbindung der Sportverwaltung mit anderen Ämtern, die Einbindung bestehender Fachplanungen aus anderen Bereichen (z. B. Schulentwicklungsplanung) ist unbedingt anzustreben. Der Fokus einer derart integriert ausgerichteten kommunalen Sportentwicklungsplanung richtet sich dabei insbesondere auf die Angebotsstrukturen, die räumliche Infrastruktur und die vorhandenen Organisationsstrukturen des Sports. Wesentliche Entwicklungslinien dieser Aufgabenfelder werden im Folgenden in der gebotenen Kürze dargestellt. C.2.1 Sportstätten und Bewegungsräume Ein attraktiver öffentlicher Raum sollte heutzutage gekennzeichnet sein durch vielfältige Möglichkeiten zur körperlich-sportlichen Aktivität. Zwar bieten traditionelle Sportanlagen entsprechende infrastrukturelle Anreize, jedoch bleiben diese häufig dem Schul- und Vereinssport vorbehalten und fokussieren mit ihrem normierten Design eher den Wettkampfsport als den Freizeit- und Erholungssport der Bevölkerung. Empirische Sportverhaltensstudien zum lokalen Sportverhalten verweisen auf die Notwendigkeit, Sportstätten und Bewegungsräume zukünftig kreativer zu gestalten, um den Ansprüchen und Bedürfnissen der sport- und bewegungsaktiven Bevölkerung gerecht zu werden. Folgende zentrale Aufgaben und Ziele lassen sich für eine zukunftsorientierte Planung und Entwicklung kommunaler Bewegungsräume und Sportstätten definieren: 7 1. Reintegration von Spiel, Sport und Bewegung in das Alltagsleben der Menschen durch die Einrichtung, Öffnung und bewegungsanregende Gestaltung quartiersbezogener informeller Bewegungsräume (z.B. Schulhöfe, Freizeitspielfelder, Aktivparks). 2. Veränderungen, Neugestaltungen und Ergänzungen öffentlicher städtischer Bewegungsflächen (z.B. Rad- und Wanderwege) und regulärer Sportstätten (Sporthallen und –plätze). Kriterien für die Planung und Gestaltung zukunftsorientierter städtischer Bewegungsräume sind Erreichbarkeit und Zugänglichkeit, Netzwerkcharakter (sinnvoller als "Leuchtturmprojekte" ist ein "Bewegungsnetzwerk" aus vielen kleinen Elementen), Attraktivität und der multifunktionelle Charakter einer Sportanlage bzw. eines Bewegungsraumes. Bedürfnisse von vereinsorganisiertem Wettkampf- und freizeitorientiertem Bevölkerungssport können auf diese Weise sinnvoll miteinander kombiniert werden (vgl. Abb. 1). Abbildung 1: Sporträume der Zukunft (eigene Darstellung) 8 C.2.2 Sportangebote und Organisationsformen Neben infrastrukturellen Visionen muss eine umfassende kommunale Sportentwicklungsplanung auch die Angebots- und Organisationsstrukturen des Sports in der Kommune beleuchten, insbesondere vor dem Hintergrund angespannter kommunaler Haushaltslagen. Sportvereine stehen zunehmend in Konkurrenz zum kommerziellen Sportund Bewegungsanbietermarkt. Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger aber treibt heute selbst organisiert ohne institutionelle Anbindung Sport (vgl. u.a. Barsuhn, Maurer, Rode & Zimmermann, 2013, 2015a, 2015b). - Die gemeinwohlorientierten Sportvereine stehen vor der Aufgabe, flexibel auf neue Trends zu reagieren und ihre Angebotsstrukturen zu erneuern, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wie Eckl und Schabert (2012) darlegen, müssen in diesem Zusammenhang "insbesondere große und mittlere Sportvereine ihr Selbstverständnis hinterfragen, ob sie sich als Solidargemeinschaft traditionellen Zuschnitts oder verstärkt als Dienstleister für Sport und Gesundheit verstehen. - Eine besondere Bedeutung im Rahmen kommunaler Sportentwicklungsplanungen haben in der heutigen Zeit zielgruppenspezifische Sport- und Bewegungsangebote, die von ganz unterschiedlichen Trägern angeboten werden können. Darunter fallen zum einen altersspezifische Angebote (z. B. für Seniorinnen und Senioren, aber auch für Kinder im Sinne sportartübergreifender Klassen), zum anderen Angebote mit besonderen inhaltlichen Akzentuierungen (z. B. Präventions-, Rehabilitationssport). Zunehmend gilt es, darüber hinaus geschlechtsspezifische Interessen und Alltagsbezüge ebenso zu berücksichtigen wie Integrationsbarrieren von gesellschaftlichen Minderheiten. - Fragen der verbesserten Zusammenarbeit zwischen den Sportvereinen, aber auch die Kooperationen mit anderen Anbietern werden zunehmend erforderlich, um durch Vernetzungen und gemeinsamer Nutzung von Ressourcen auf räumlicher, personeller und materieller Ebene Synergieeffekte zu erreichen und vorhandene Kompetenzen zu bündeln." - Letztendlich steht die kommunale Sportförderung insgesamt auf dem Prüfstand – insbesondere vor dem Hintergrund sehr geringer finanzieller Spielräume in den Kommunen für den Neubau von Sportanlagen, deren optimierter Nutzung durch Modernisierung und der Fragestellung, wie Sport und Bewegung in Zukunft in einer Kommune gefördert werden soll. 9 C.3 Integrierte kommunale Sportentwicklungsplanung C.3.1 Grundlagen integrierter Planungsverfahren Eine zeitgemäße integrierte kommunale Sportentwicklungsplanung setzt sich aus empirischen Erhebungen und kooperativen Planungselementen zusammen. Ziel ist es, einerseits gesichertes Wissen über wissenschaftliche Befragungen zu erlangen und andererseits die Betroffenen zu Beteiligten zu machen und sie im Rahmen von Workshops in den Planungsprozess einzubeziehen. Idealtypisch werden alle sport- und bewegungsaffinen kommunalen Akteure und Gruppen aktiviert, deren Ansinnen es ist, Bewegung und Sport im kommunalen Alltag verstärkt zu integrieren. Hierzu gehören neben Vertreterinnen und Vertretern von Sportvereinen und Sportverbänden auch Akteure aus dem Bildungsbereich (Kindertagestätten und Schulen), darüber hinaus aber auch sportinteressierte Bürgerinnen und Bürger. Auf diese Weise finden unterschiedliche Perspektiven Eingang in den Planungsprozess. Im Rahmen einer prozessbegleitenden Steuerungsgruppe werden zudem Expertinnen und Experten unterschiedlicher Verwaltungsressorts einbezogen. Entsprechende wissenschaftliche Qualitätskriterien wurden 2010 im Memorandum zur kommunalen Sportentwicklungsplanung festgeschrieben (dvs, 2010). Als Kernelemente einer „Integrierten kommunalen Sportentwicklungsplanung“ werden Analysen zum Sportverhalten der Bevölkerung (Sportverhaltensstudien), zu den Sporträumen, Sportvereinen und weiteren Sport- und Bewegungsanbietern wie Schulen und Kindertagesstätten, zum selbstorganisierten Sport und zu den Sportförderstrukturen, Bedarfsermittlungen, Zielund Maßnahmenentwicklungen sowie Beteiligungs- und Abstimmungsverfahren aufgeführt. Das Memorandum bildet die Grundlage für wissenschaftlich fundierte Sportentwicklungskonzepte in Deutschland und wird vom organisierten Sport (DOSB), der Wissenschaft (dvs) und den Kommunen (Deutscher Städtetag) als Planungsinstrument anerkannt. 10 C.3.2 Der Planungsprozess in der Landeshauptstadt Schwerin Das für die LH Schwerin gewählte Planungsverfahren wurde entsprechend der Anforderungen des „Memorandums zur kommunalen Sportentwicklungsplanung“ konzipiert und in verschiedene Teilschritte untergliedert (vgl. auch Abb. 2). Abbildung 2: Integrierte Sportentwicklungsplanung (Planungsverfahren). Um die Sportsituation in der LH Schwerin detailliert zu erfassen, wurden in einem ersten Schritt umfassende Bestandsaufnahmen und in einem zweiten Schritt entsprechende Bedarfsanalysen des Sports vorgenommen. Fokussiert wurden das Sport- und Bewegungsverhalten der Bevölkerung (Sportverhaltensstudie), der vereinsorganisierte Sport sowie Sport und Bewegung in Bildungseinrichtungen (Schulen und Kindertagesstätten). Die Bestandsdaten der Sportstätten und das ermittelte Sportverhalten der Bevölkerung bildeten die Grundlage für die anschließende Bestands-Bedarfs-Bilanzierung, die differenzierte Aussagen zu infrastrukturellen Über- und Unterausstattungen ermöglicht. In einem letzten Schritt wurden die Ergebnisse der empirischen Erhebungen und Berechnungen im Rahmen einer kooperativen Planungsphase in themenbezogenen Workshops vorgestellt und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gemeinsam strategische Ziele und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Sportvereine, Schulen und Kindertagesstätten waren auch die Kommunalpolitik und die entsprechenden Fachämter der Verwaltung (u.a. Fachdienst für Bildung und Sport) in die Planungen eingebunden. 11 C.4 Demografische Entwicklung in der Landeshauptstadt Schwerin Im Zuge einer detaillierten Betrachtung des Bevölkerungsbildes der LH Schwerin sind bereits deutliche Veränderungen hinsichtlich des demografischen Wandels zu erkennen 2. Zählte die Stadt unmittelbar nach der deutschen Einheit zum Ende des Jahres 1990 noch 127.447 Einwohnerinnen und Einwohner, so leben heute 98.823 (Stand: 31.12.2016) Menschen in der LH Schwerin (Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern; Fachdienst Bürgerservice der LH Schwerin). Numerisch entspricht dies einem Verlust von über 22% der gesamten Bevölkerung. Bis 2030 wird sogar ein weiterer Rückgang von über 6% im Vergleich zum Jahr 2016 prognostiziert (92.341). Die Gesamtbevölkerung wird sich darüber hinaus insbesondere in der Altersstruktur verändern. Der Anteil an erwerbsfähigen Personen (15 bis unter 65 Jahre) innerhalb der Bevölkerung wird bis 2030 zurückgehen. Waren es 2010 noch 62.017 erwerbsfähige Einwohnerinnen und Einwohner, so werden es 2030 nur noch 54.093 sein. Das ist einer voranschreitenden Negativentwicklung von -12,8% gleichzusetzen. Gegenstück eben jener Entwicklung bildet die Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen. Vor allem hier werden die Folgen der demografischen Entwicklung besonders deutlich. Im Jahr 2030 werden 27.374 über 65-Jährige in der LH Schwerin heimisch sein. Analog zur dementsprechenden Zahl aus dem Jahr 2010 (22.718) gleicht dies einer Erhöhung von +20,5%. Die Gruppe der Kinder und Jugendlichen (unter 15 Jahre) wird innerhalb der Bevölkerung zahlenmäßig konstant bleiben bzw. kann sogar einen leichten Zuwachs verbuchen (2010: 10.485; 2030: 10.874). Auch beim Vergleich der Anteile der ausgewählten Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung werden die Auswirkungen des demografischen Wandels ersichtlich: Nahmen die Bürgerinnen und Bürger Ü65 2010 noch einen Anteil von 24% ein, so wird ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bis 2030 auf 30% ansteigen. Der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird damit 2030 ca. zweieinhalb Mal größer sein als der Anteil der Kinder und Jugendlichen, der im Prognosezeitraum nahezu konstant bleibt (2010: 11%; 2030: 12%) (vgl. Abb. 3). 2 Bevölkerungsentwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie der kreisfreien Städte und Landkreise bis 2030 nach Altersgruppen, 2013 12 LH Schwerin 2010 11% LH Schwerin 2030 12% 0% 65% 24% 58% 10% 20% unter 15-Jährige 30% 40% 30% 50% 15- bis unter 65-Jährige 60% 70% 80% 90% 100% 65-Jährige und älter Abbildung 3: Altersstrukturentwicklung in der LH Schwerin, Angaben in % (Bevölkerungsentwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie der kreisfreien Städte und Landkreise bis 2030 nach Altersgruppen, 2013). Grundsätzlich stimmt die aufgezeigte Altersstrukturentwicklung der LH Schwerin in hohem Maße mit der dementsprechenden Entwicklung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern überein (vgl. Tab. 1). Tabelle 1: Altersstrukturentwicklung von Mecklenburg-Vorpommern (gesamt) und der LH Schwerin (gesamt) im Vergleich (Angaben in %). Land LH Schwerin Land LH Schwerin Mecklenburg- 2010 Mecklenburg- 2030 Vorpommern Vorpommern 2030 2010 Unter 15 Jahre 11% 11% 12% 12% 15 bis unter 65 67% 65% 56% 58% 22% 24% 32% 30% Jahre 65 Jahre und älter Für langfristige Prognosen der Bedarfsentwicklung im Freizeit- und Gesundheitssport bildet die Kenntnis der demografischen Entwicklungen eine wichtige Grundlage. Die Zahl der älteren Bürgerinnen und Bürger (ab 65 Jahre) wird bis zum Jahr 2030 deutlich ansteigen und in der LH Schwerin dann einen Anteil von in etwa 30% der Gesamtbevölkerung bilden. Auch bei Betrachtung Mecklenburg-Vorpommerns als Gesamtheit wächst der Anteil der Seniorinnen und Senioren im Prognosezeitraum ähnlich stark an - von 22% (2010) auf 32% (2030). Die damit einhergehende Umkehr der Bevölkerungspyramide hat zur Folge, dass eine fast gleichbleibende Anzahl an Jüngeren folglich immer mehr Älteren und Alten gegenübersteht. Dies stellt eine Herausforderung für die Stadt- und Sportentwicklung dar. Ältere Menschen 13 haben in vielerlei Hinsicht andere Bedürfnisse, beispielsweise an infrastrukturelle und inhaltliche Sport- und Bewegungsangebote, als Jüngere. Daher sollte auch eine zukunftsorientierte kommunale Sportentwicklungsplanung, die sich als Teilaspekt einer Stadtentwicklungsplanung versteht, auf die absehbaren demografischen Entwicklungen reagieren. Im Sport ist die Rede von der sogenannten „Magischen 40“. Danach verändern sich um das 40. Lebensjahr die Motive des sportlichen Handelns. Während in jüngeren Lebensjahren Motive wie Leistungssteigerung, Wettbewerb, Abenteuer und Risiko bedeutsam sind, gewinnen mit zunehmendem Alter Motive wie Gesundheit, Fitness, Erleben, Natur, Geselligkeit und Entspannung an Bedeutung. Mit diesen Verschiebungen in der Motivlage müssen sich die Anbieter von Sport und Bewegung ernsthaft befassen, um mit geeigneten Konzepten und infrastrukturellen Maßnahmen auf die Wünsche ihrer Mitglieder und Kunden reagieren zu können. Die Bereitschaft zur Veränderung ist wesentliche Voraussetzung für eine zukunftsorientierte kommunale Sportentwicklungsplanung. 14 D Untersuchungsergebnisse: Sport- und Bewegungsstrukturen sowie Sport- und Bewegungsaktivitäten in der Landeshauptstadt Schwerin D.1 Methodik der Erhebungen Mit Unterstützung der kommunalen Meldebehörden wurde im Frühjahr 2016 eine Zufallsstichprobe für die LH Schwerin gezogen, auf dessen Grundlage im April 2016 eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durchgeführt werden konnte. Die Ziehung erfolgte disproportional geschichtet, mit dem Ziel, Aussagen auch für einzelne von der Stadtverwaltung definierte Planungsräume (PR) treffen zu können (vgl. Tab. 2; Abb. 4). Insgesamt wurden 7.500 Fragebögen versendet. Jeder Planungsraum wurde mit 1.500 Fragebogensätzen berücksichtigt. Tabelle 2: Bürgerbefragung - Planungsräume in der LH Schwerin. Planungsraum Süd (Stadtteile: Göhrener Tannen, Wüstmark, Krebsförden, Görries, Großer Dreesch, Gartenstadt, Ostdorf) Planungsraum Ost (Stadtteile: Neu Zippendorf, Mueßer Holz, Zippendorf, Mueß, Schweriner See) Planungsraum Mitte (Stadtteile: Feldstadt, Paulsstadt, Altstadt, Schelfstadt, Werdervorstadt) Planungsraum Nord (Stadtteile: Wickendorf, Medewede, Lewenberg, Weststadt, Schelfwerder) Planungsraum West (Stadtteile: Neumühle, Friedrichsthal, Warnitz, Lankow, Sacktannen) Gesamtes Stadtgebiet Anzahl der Fragebögen Rückläufe 1.500 23% 1.500 19,5% 1.500 23,3% 1.500 21,6% 1.500 19,5% 7.500 21,5% 15 Abbildung 4: Planungsräume LH Schwerin (grafische Darstellung, Quelle: Stadtverwaltung LH Schwerin). Auf Grundlage der Rückläufe konnten für die LH Schwerin statistisch signifikante Aussagen getroffen werden. In die Datenauswertung konnten 1.612 Fragebogensätze einbezogen werden. Der Gesamtrücklauf lag bei 21,5% und kann im Vergleich mit anderen Sportverhaltensstudien als gut bezeichnet werden. Im Rahmen der Datenanalyse wurde nach Geschlecht sowie nach Altersgruppen (10-18 Jahre, 19-26 Jahre, 27-40 Jahre, 41-60 Jahre und Ü60-Jahre) unterschieden. Mittels eines eingesetzten Filters wurden die Datenanalysen zudem differenziert für "Sportvereinsmitglieder“ und "Nichtvereinsmitglieder" vorgenommen. 16 So können im Folgenden auch differenzierte Aussagen zu Bedürfnissen und Präferenzen von Vereinssportlerinnen und –sportlern gemacht werden. Der Datensatz liefert aber auch die aus sportpolitischer Perspektive interessante Grundlage für einen Vergleich zwischen den Präferenzen von "Vereinsmitgliedern" und "Nichtvereinsmitgliedern" sowie darüber hinaus Aussagen zu weiteren „Kopfgruppen“ wie „Inaktiven“ sowie für Menschen mit Behinderung. Um neben der Mitglieder-Perspektive auch die Perspektive der Vereinsführungen im Rahmen der Untersuchung einbeziehen zu können, wurde eine schriftliche Befragung aller Sportvereine in der LH Schwerin durchgeführt. Insgesamt wurden 46 von 100 kontaktierten Vereinen erfolgreich zu ihren Bedarfen befragt. Der Rücklauf lag bei 46% und entspricht den Quoten vergleichbarer Untersuchungen. Anteilig repräsentieren die 46 Vereine damit sogar knapp 65% der Schweriner Sportvereinsmitglieder. Weiterhin wurden entsprechend der Vorgaben des Memorandums zur kommunalen Sportentwicklungsplanung Schulen und Kindertagesstätten durch eigene Befragungen berücksichtigt. Durch die intensive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung (Fachdienst für Bildung und Sport) war es möglich, sehr gute Rücklaufquoten zu erzielen: So beteiligten sich 75% der Schulen an der Befragung und 78% der Kindertagesstätten. D.2 Ergebnisse D.2.1 Das Sport- und Bewegungsverhalten der Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Schwerin Vorbemerkung: „Sport“ versus „bewegungsaktive Erholung“ – eine begriffliche Erklärung Die Erfahrung im Forschungsbereich kommunale Sportentwicklungsplanung zeigt, dass das Sportverständnis der Bevölkerung inzwischen sehr vielfältig ist. Während das traditionelle Sportverständnis eher durch eine gewisse Leistungskomponente und durch sportliche Wettkämpfe geprägt war, versteht inzwischen ein Großteil der Bevölkerung auch Formen der „bewegungsaktiven Erholung“ wie Joggen oder gemütliches Radfahren als Sportaktivität. Um diese wachsende Gruppe bei Einwohnerbefragungen nicht auszugrenzen, ist es in der sportwissenschaftlichen Forschung inzwischen weitgehender Konsens einen weiten Sportbegriff zu Grunde zu legen (vgl. Hübner 1994). Daher wurden auch in der durchgeführten Befragung der Schweriner Bevölkerung bewusst Aktivitäten gegenübergestellt, die derselben Sportform zugeordnet werden können, die sich aber in ihrem Charakter und der Art und Weise ihrer Ausübung deutlich unterscheiden. So impliziert der Begriff „Sport“ im Alltagsverständnis eher Attribute wie „Wettkampf“, „hohe Intensität“, „Schweiß“ oder „Konkurrenz“, während der Begriff „bewegungsaktive Erholung“ stärker durch Attribute wie „Entspannung“, „Wohlbefinden“ und „Gesundheit“ geprägt ist (vgl. u.a. Bette, 1993; Cachay, 1988; Digel, 1986; Heinemann, 1990). Im Rahmen der Befragung erhielten die Bürgerinnen und Bürger dementsprechend die Möglichkeit, ihre eigenen sportlichen Aktivitäten diesen beiden Kategorien zuzuordnen. Als dritte Option konnte „nicht aktiv“ angekreuzt werden. Auf die Frage „Wie ordnen Sie Ihre sportlichen Aktivitäten ein?“ waren somit folgende Antwortoptionen vorgegeben: 17    Bewegungsaktive Erholung (z. B. Baden, Spazieren, gemütliches Radfahren) Sport treiben (z. B. sportliches Schwimmen, sportliches Wandern, sportliches Radfahren) nicht aktiv, weil: (...) Ziel war es, hierdurch auch jene bewegungsaktiven Bürgerinnen und Bürger erfassen zu können, die sich bei Verwendung der weniger präzisen Frage „Treiben Sie Sport“ nicht angesprochen fühlen oder als „nicht aktiv“ bezeichnen würden. Auch ist hierdurch eine feinere Differenzierung der sportlichen Aktivitäten möglich. Die o.g. Annahme, hiermit auch jene Bürgerinnen und Bürger differenzierter erfassen zu können, die sich durch die Frage „Treiben Sie Sport?“ möglicherweise nicht angesprochen fühlen, hat sich im Rahmen der durchgeführten Untersuchung bestätigt. Die folgenden vier Teilkapitel wurden entsprechend der sich deutlich abzeichnenden Entwicklungstrends strukturiert, die den Wandel des Sports im Wesentlichen konturieren:    Vielfalt von Sportpraxis Vielfalt von Motiven Vielfalt der Organisationsformen  Vielfalt der Sport- und Bewegungsräume Diese Struktur wurde gewählt, um den Wandel des Sportverhaltens in seiner Ausprägung bzw. Wirkungsbreite für die LH Schwerin analysieren und mit anderen Erhebungsdaten vergleichen zu können. Auf Grund der zeitnah durchgeführten Datenerhebung zum Sportverhalten der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Schweinfurt konnten diese ebenfalls repräsentativ erhobenen Daten als Vergleichsfolie herangezogen werden. D.2.1.1 Vielfalt von Sportpraxis Sport- und Bewegungsaktivitäten Die LH Schwerin ist eine sehr sport- und bewegungsaktive Stadt: 84% aller Bürgerinnen und Bürger, die 2016 an der repräsentativen Befragung teilgenommenen haben, treiben Sport oder sind in irgendeiner Form bewegungsaktiv (vgl. Tab. 3/Abb. 5). Dieses Ergebnis ist ein Indiz dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger der LH Schwerin eine hohe Bereitschaft signalisieren, an Sport- und Bewegungsangeboten zu partizipieren bzw. sich ihrer Verantwortung für die eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden durch Sport- und Bewegungsaktivitäten sehr wohl bewusst sind. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass es sich um eine Selbsteinschätzung der Befragten handelt, was im Folgenden immer zu berücksichtigen ist. Aus sozialwissenschaftlichen Studien ist der Effekt der sozialen Erwünschtheit bekannt, der besagt, dass eine allgemein anerkannte und gesellschaftlich gewünschte Verhaltensweise oftmals von den Befragten genannt wird, ohne dass sie tatsächlich dieses Verhalten in ihrem 18 täglichen Leben ausüben. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Frage nach der Sport- und Bewegungsaktivität im Sinne des sozial Erwünschten positiver als tatsächlich vollzogen beantwortet wurde. Durch entsprechende Kontrollfragen (wöchentlicher Zeitumfang der Aktivitäten) wird die Aktivitätsquote im Verlaufe des Berichtes überprüft und deutlich relativiert. Bei der Datenauswertung für die fünf Planungsräume zeigt sich, dass die Aktivitätsquoten im Planungsraum Ost deutlich niedriger ausfallen (gesamtstädtisch 84%, Planungsraum Ost 74%). Dies betrifft insbesondere die Gruppe der 27- bis 60-jährigen und vor allem die männlichen Nichtvereinsmitglieder (vgl. Tab. 5). Aufgrund seiner soziodemografischen Zusammensetzung als Planungsraum mit besonders hoher Arbeitslosenquote und zugleich Stadtumbaugebiet mit entsprechenden Potentialen für eine zukunftsorientierte Stadt- und Sportentwicklung (vgl. INSEK LH Schwerin, S. 20/21) wird der Planungsraum Ost im Folgenden als aus sozialwissenschaftlicher und sportpolitischer Perspektive interessante Vergleichsfolie zur gesamtstädtischen Analyse herangezogen. 19 weiblich Gesamt sportaktiv 16% 16% 31% sportaktiv 26% inaktiv Sportvereinsmitglieder sportaktiv 18% 36% bewegungsaktiv bewegungsaktiv 53% männlich bewegungsaktiv 46% 58% inaktiv Nichtvereinsmitglieder inaktiv Menschen mit Behinderung 4% sportaktiv 43% 53% 22% 22% bewegungsaktiv sportaktiv 12% sportaktiv 35% bewegungsaktiv bewegungsaktiv 53% inaktiv Abbildung 5: Aktivitätsformen – LH Schwerin (Gesamt; in %). 56% inaktiv inaktiv 20 Tabelle 3: Aktivitätsformen – LH Schwerin (gesamt; %). Gesamt bewegungsaktiv 53 sportaktiv 31 inaktiv 16 weiblich männlich 10-18-Jährige 19-26-Jährige 27-40-Jährige 41-60-Jährige über 60-Jährige Sportvereinsmitglieder Nichtvereinsmitglieder Menschen mit Behinderung 58 46 42 45 47 54 59 43 56 53 26 36 53 43 40 31 18 53 22 12 16 18 5 12 13 15 23 4 22 35 31 21 37 31 34 18 26 10 15 15 Süd Ost Mitte Nord West Planungsräume 51 53 53 54 51 Im Ergebnis der Datenanalysen sind folgende Aspekte besonders hervorzuheben:  die Aktivitätsquoten in der LH Schwerin und in allen 5 Planungsräumen sind sehr hoch  geschlechtsspezifische Unterscheidungen bei den Aktivitätsquoten sind kaum gegeben  Frauen, Nichtvereinsmitglieder, Menschen mit Behinderung und die über 60-Jährigen sind verstärkt bewegungsorientiert  mit zunehmendem Alter geht die Aktivitätsquote zurück  die grundsätzlich hohen Aktivitätsquoten bei den Sportvereinsmitgliedern sind bemerkenswert Diese Ergebnisse verdeutlichen einerseits die prinzipielle Bedeutungszunahme von Sport- und Bewegungsaktivitäten im Lebensstil der Bürgerinnen und Bürger und verweisen zum anderen darauf, dass Sport und Bewegung als gemeinwohlorientierte Aufgabe für die kommunalen Verantwortungsträger bzw. die Sportvereine zunehmend ins Blickfeld rücken. Dieser festzustellende Bedeutungszuwachs spiegelt sich nicht zuletzt auch in der wachsenden Zahl an Kommunen, die in Kooperation mit wissenschaftlichen Instituten Sportentwicklungsplanungen und Sportverhaltensstudien durchführen lassen (vgl. Wulf, 2014, S. 188). So werden die erfreulich hohen Aktivitätsquoten in der LH Schwerin auch in vergleichbaren Erhebungen in anderen Kommunen grundsätzlich bestätigt (vgl. Tab. 4/5/6). 21 Tabelle 4: Aktivitätsquoten im interkommunalen Vergleich (gesamt, in %). LH Schwerin (2016) Stadt Schweinfurt (2016) Region-Nord3 (2016) Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (2015) Potsdam (2011) Falkensee (2013) Oranienburg (2014) Gesamt 84 73 82 84 Weiblich 84 74 86 84 Männlich 82 73 78 85 84 87 89 86 87 90 83 84 88 Tabelle 5: Aktivitätsquoten im interkommunalen Vergleich (nach Altersgruppen und Kopfgruppen Sportvereinsmitglieder, Nichtvereinsmitglieder sowie Menschen mit Behinderung, in %). LH Schwerin Stadt Schweinfurt Region-Nord Gesamt PR Ost Gesamt 84 74 73 82 Weiblich 84 78 74 86 Männlich 82 71 73 78 10-18-Jährige 95 91 84 94 19-26-Jährige 88 93 84 86 27-40-Jährige 87 75 80 84 41-60-Jährige 85 78 79 81 über 60-Jährige 77 65 60 79 Sportvereinsmitglieder Gesamt 96 96 90 93 Weiblich 97 93 95 97 Männlich 95 96 87 91 Nichtvereinsmitglieder Gesamt 78 66 68 78 Weiblich 79 69 68 82 Männlich 75 61 68 73 Menschen mit 65 60 45 65 Behinderungen Planungsräume Süd 82 Ost 74 Mitte 90 Nord 85 West 85 3 Unter Region-Nord werden die Kommunen Amt Gransee und Gemeinden, Stadt Fürstenberg/Havel, Stadt Rheinsberg und Stadt Zehdenick gefasst. Für die vier Kommunen im Land Brandenburg mit einer Gesamteinwohnerzahl von 36.500 (Stand: 31.12.2015) wurde 2016/17 ebenso wie für die Stadt Schweinfurt nahezu zeitgleich zur Erhebung in der LH Schwerin eine Sportentwicklungsplanung durchgeführt. 22 Tabelle 6: Einordnung der sportlichen Aktivität im interkommunalen Vergleich (in %). LH Schwerin Vergleich Stadt Schweinfurt bewegungsaktiv sportaktiv inaktiv bewegungsaktiv sportaktiv inaktiv Gesamt 53 31 16 40 33 27 Weiblich 58 26 16 45 29 26 Männlich 46 36 18 34 39 27 10-18-Jährige 42 53 5 26 58 16 19-26-Jährige 45 43 12 33 51 16 27-40-Jährige 47 40 13 43 37 20 41-60-Jährige 54 31 15 45 34 21 über 60-Jährige 59 18 23 41 19 41 Sportvereinsmitglieder Gesamt 43 53 4 30 60 10 Weiblich 50 47 3 36 59 5 Männlich 36 59 5 26 61 13 Nichtvereinsmitglieder Gesamt 56 22 22 45 23 32 weiblich 61 18 21 48 20 32 Männlich 52 23 25 42 26 32 Menschen mit Behinderungen 53 12 35 36 9 55 23 Gründe für sportliche Inaktivität Die von den Bürgerinnen und Bürgern genannten Gründe für sportliche Inaktivität in der LH Schwerin zeigen sowohl auf Ebene der fünf Planungsräume als auch in der Vergleichsregion eine hohe Übereinstimmung (vgl. Tab. 7/8). Es ist dabei festzuhalten, dass mit Ausnahme „Gesundheitliche Beschwerden“ (vornehmlich bei den über 60-Jährigen und bei Menschen mit Behinderungen) keine „echten“ Hindernisgründe vorhanden sind, die eine körperlich-sportliche Aktivität unmöglich machen. „Gesundheitliche Beschwerden“ werden von 23% (LH SchwerinGesamt) der Bürgerinnen und Bürger als Inaktivitätsgrund angeführt. Dies deckt sich relativ gut mit der Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes, da ca. 38% ihren Gesundheitszustand mit weniger gut/ schlecht (kumuliert) beurteilen (vgl. Tab. 22). Grundsätzlich zeigen durchgeführte Sportverhaltensstudien, dass zwischen 20% und 35% der Bürgerinnen und Bürger körperlich-sportliche Aktivitäten ablehnen (vgl. u.a. Hübner & Wulf, 2012, Eckl & Schabert, 2012). Insofern sind die für die LH Schwerin ermittelten Inaktivitätsquoten auf einem erfreulich niedrigen Stand. Hervorzuheben sind die ausgesprochen niedrigen Inaktivitätsquoten bei den Sportvereinsmitgliedern, die die besondere Bedeutung der Sportvereine als gesundheitspolitische Akteure und Motivatoren in der LH Schwerin unterlegen. Es ist aber auch darauf hinzuweisen, dass die Inaktivitätsquoten im Planungsraum Ost deutlich höher als in den übrigen vier Planungsräumen Schwerins (gesamt) ausfallen. Die angegebenen Gründe sind mit Ausnahme des Items „finanzielle Gründe“, das im Planungsraum Ost deutlich häufiger als Inaktivitätsgrund benannt wird, weitestgehend deckungsgleich mit den gesamtstädtischen Ergebnissen. Geschlechtsspezifisch sind im Planungsraum Ost deutliche Unterschiede festzustellen: Während Männer als Hindernisgrund für körperlich-sportliche Aktivitäten insbesondere gesundheitliche Beschwerden sowie fehlendes Geld anführen, werden von Frauen Zeitmangel und anderweitige Interessen genannt. 24 Tabelle 7: Gründe für die Inaktivität (in %). Gesamt weiblich männlich Nichtvereins- Menschen mit mitglieder Behinderungen LH PR LH PR LH PR LH PR LH PR Schwerin Ost Schwerin Ost Schwerin Ost Schwerin Ost Schwerin Ost 23 23 25 15 23 26 25 21 47 keine Zeit 15 15 13 18 18 12 14 14 ausreichend 13 11 12 15 16 12 14 12 17 13 10 12 19 andere Interessen 11 13 10 15 12 kein Interesse 6 9 7 8 kein passendes 6 8 7 sonstige Gründe 5 7 fehlende 5 4 gesundheitliche Planungsräume Süd Ost Mitte Nord West 38 25 22 27 24 24 5 9 19 14 15 12 14 11 8 9 18 10 13 16 13 12 15 12 9 11 16 13 5 12 10 11 12 19 8 13 12 11 13 5 6 9 6 7 6 11 5 9 3 9 6 10 5 6 6 8 6 8 3 8 2 9 6 4 7 6 7 4 6 4 4 4 6 8 3 4 3 4 3 4 3 4 4 5 4 2 3 5 7 5 1 4 - 2 2 4 1 4 - 1 1 3 3 9 Beschwerden Bewegung aus finanziellen Gründen Angebot Informationen zu weit entfernt 25 Tabelle 8: Gründe für die Inaktivität (%). LH Schwerin Stadt Schweinfurt Region-Nord Potsdam 23 26 22 23 keine Zeit 15 17 14 13 ausreichend Bewegung 13 14 17 21 aus finanziellen Gründen 12 7 8 11 andere Interessen 11 11 9 11 kein Interesse 6 7 5 4 kein passendes Angebot 6 4 7 5 sonstige Gründe 5 6 6 3 fehlende Informationen 5 4 5 5 zu weit entfernt 4 3 7 4 gesundheitliche Beschwerden Ausgeübte Sport- und Bewegungsaktivitäten Die folgenden Aussagen zu den am häufigsten genannten Sport- und Bewegungsaktivitäten vermitteln noch keinen Eindruck über die Intensität, mit der diese betrieben werden. Inwieweit die aktiven Bürgerinnen und Bürger in der LH Schwerin auch tatsächlich gesundheitsrelevante Zeit- und Belastungsumfänge erreichen, wird im Kapitel D.2.1.2 dargestellt. Das Spektrum der ausgeübten Sport- und Bewegungsaktivitäten in der LH Schwerin wird in der Tabelle 9 vollständig abgebildet. Übereinstimmend werden diese zehn Sport- und Bewegungsaktivitäten in allen fünf Planungsräumen am häufigsten erwähnt, lediglich mit geringfügig unterschiedlichen Rangfolgen. Es dominieren ausdauerorientierte freizeitsportliche Aktivitäten. Etwa 48% der Aktiven fahren Rad, schwimmen, joggen oder wandern bzw. walken. Die Aktivitätsform „Spazierengehen“ nimmt einen sehr hohen Stellenwert (Rangplatz 2) ein. Diese Feststellung kann durchaus als ein deutschlandweiter Trend verstanden werden und wird vor allem stark durch Frauen, beginnend ab der Altersgruppe der 19-Jährigen, geprägt. Auch hier ist bemerkenswert, dass im Planungsraum Ost „Spazierengehen“ einen deutlich höheren Rangplatz einnimmt als in den anderen Planungsräumen (vgl. Tab. 9). Die Aktivitätspräferenzen werden nachfolgend detaillierter für Frauen und Männer analysiert: Wie die Tabellen 10 und 11 zeigen, dominieren sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern die Aktivitäten Radfahren, Spazierengehen und Fitnesstraining (Frauen) bzw. Joggen (Männer). Demgegenüber deutlich abgestuft sind für Frauen ausdauerorientierte Freizeitaktivitäten (Joggen, Wandern, Walken und Schwimmen) sowie für Männer die Mannschaftssportarten (Fußball, Handball und Volleyball) von Bedeutung. Geschlechtsspezifisch spielen darüber hinaus für Frauen insbesondere Entspannungstechniken, Tanz und Seniorensport sowie für Männer Wassersport (ab dem 41. Lebensjahr) eine Rolle. Diese geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Präferenzen treffen im Wesentlichen auch auf die Nichtvereinsmitglieder als zahlenmäßig stärkste Gruppe sowie auf die Menschen mit Behinderungen zu. Für die Sportvereinsmitglieder hingegen gilt dies nur 26 bedingt. Sie präferieren geschlechtsunabhängig die Mannschaftssportarten Handball und Volleyball, während der Fußballsport vorrangig von den Männern betrieben wird (vgl. Tab. 12). Die Untersuchung zeigt deutlich, dass sich die Sportpräferenzen im Altersverlauf ändern und Kinder, Jugendliche und Erwachsene teilweise unterschiedliche Vorlieben haben. Anhand von sechs Aktivitäten soll aufgezeigt werden, wie diese in unterschiedlichen Altersgruppen nachgefragt werden (vgl. Abb. 6). So wird ersichtlich, dass Radfahren die höchste Präferenzquote über alle Altersgruppen hinweg aufweist und auf sehr hohem Niveau eine Plateaubildung zu erkennen ist. Demgegenüber ist Fußball eindeutig den Jüngeren Alterskohorten zuzuordnen, mit zunehmenden Alter fällt die Nachfrage deutlich ab. Im Gegensatz dazu steigt die Nachfrage nach Fitnesstraining und Laufsport, wobei letztere Aktivität ab dem 40. Lebensjahr deutlich abnimmt und parallel hierzu die Aktivität Spazierengehen offenbar deren Funktion übernimmt. Hier sind sport- und gesundheitlich orientierte Interventionen anzusetzen, um zukünftig größere Teile der Bevölkerung zum Laufsport zu motivieren. Bei den geäußerten Wünschen dominieren eindeutig Schwimm- und Bademöglichkeiten (vgl. Tab. 14). Frauen wünschen zudem Angebote für Fitnesstraining und Entspannungstechniken und Männer Angebote in den Bereichen Fußball und Basketball. Tabelle 9: Am häufigsten betriebene Sportformen (%; >2%). LH Schwerin Süd Ost Mitte Nord West (Gesamt) Radfahren 25 23 23 24 27 25 Spazierengehen 14 14 18 14 13 14 Fitness 13 12 11 15 14 10 Joggen 11 10 7 13 12 12 Wandern / 6 5 8 4 7 7 Schwimmen 6 7 8 4 4 6 Handball / 5 4 5 6 6 6 5 5 6 5 3 5 3 4 4 3 2 5 Walken Volleyball Kraft- und Kampfsport Fußball 27 Tabelle 10: Am häufigsten betriebene Sportformen (%; weiblich). Gesamt weiblich 10 - 18- 19 - 26- 27 - 40- 41 - 60- über 60- LH Schwerin PR Ost LH Schwerin PR Ost Jährige Jährige Jährige Jährige Jährige Radfahren 25 23 24 19 24 20 23 27 23 Spazierengehen 14 18 18 21 8 16 22 20 16 Fitness 13 11 18 20 6 20 20 16 21 Joggen 11 7 9 8 9 10 2 10 3 Wandern / Walken 6 8 7 8 1 1 6 7 13 Schwimmen 6 8 6 8 9 6 2 5 5 Handball / 5 5 3 4 13 9 6 2 1 5 6 3 4 4 6 2 1 3 Fußball 3 4 - - 3 - 4 - - Yoga - - 2 3 1 1 - 4 3 Tanz - - 3 2 11 5 1 3 1 Seniorensport - - 3 2 - - - 2 9 Volleyball Kraft- und Kampfsport 28 Tabelle 11: Am häufigsten betriebene Sportformen (%; männlich). Gesamt männlich 10 - 18- 19 - 26- 27 - 40- 41 - 60- über 60- LH Schwerin PR Ost LH Schwerin PR Ost Jährige Jährige Jährige Jährige Jährige Radfahren 25 23 25 27 22 19 20 30 28 Spazierengehen 14 18 11 16 2 10 8 11 17 Fitness 13 11 8 4 3 6 8 7 12 Joggen 11 7 14 6 5 16 22 17 5 Wandern / 6 8 5 7 - 1 - 6 10 Schwimmen 6 8 6 8 6 4 4 5 8 Handball / 5 5 7 8 18 14 4 7 3 5 6 7 8 8 14 15 4 2 Fußball 3 4 6 6 20 9 11 4 2 Wassersport - - 3 - - - - 5 5 Walken Volleyball Kraft- und Kampfsport 29 Tabelle 12: Am häufigsten betriebene Sportformen (>1%). LH Schwerin Sportvereinsmitglieder Sportvereinsmitglieder Nichtvereinsmitglieder Nichtvereinsmitglieder Menschen mit (Gesamt) (weiblich) (männlich) (weiblich) (männlich) Behinderungen Radfahren 25 13 18 32 36 25 Spazierengehen 14 3 2 25 16 26 Fitness 13 29 8 15 10 18 Joggen 11 7 6 9 12 6 Wandern / 6 3 1 5 6 5 Schwimmen 6 4 3 4 4 3 Handball / 5 6 9 - - - 5 5 14 2 6 2 Fußball 3 - 15 - 3 1 Seniorensport 2 8 - 1 - 1 Tanz 2 5 1 2 - 1 Wassersport 2 5 6 - 2 2 Yoga 2 3 1 2 2 3 Rehasport - - - - - 4 Walken Volleyball Kraft- und Kampfsport 30 Tabelle 13: Am häufigsten betriebene Sportformen (%; im Vergleich). LH Schwerin Vergleich Stadt Schweinfurt weiblich Männlich (Gesamt) (Gesamt) LH Schwerin Schweinfurt LH Schwerin Schweinfurt Radfahren 25 23 24 17 25 26 Spazierengehen 14 9 18 10 11 6 Fitness 13 8 18 8 8 7 Joggen 11 14 9 12 14 14 Wandern / Walken 6 11 7 13 5 7 Schwimmen 6 12 6 13 6 9 Handball / Volleyball / 5 2 3 1 7 4 Kraft- und Kampfsport 5 4 3 2 7 5 Fußball 3 4 - - 6 7 Wassersport 3 - 3 - 4 - Yoga 2 1 3 2 - - Tanz 2 2 2 3 - - Seniorensport 2 - 2 - - - Basketball 31 30 28 25 25 22 22 20 20 18 16 15 15 15 13 14 11 11 10 8 6 7 5 5 5 5 4 5 2 0 10-18-Jährige Fußball 19-26-Jährige Fitness / Gymnastik Abbildung 6: Verschiedene Aktivitätspräferenzen im Altersverlauf (%). 27-40-Jährige Schwimmen 41-60-Jährige Laufen Radfahren 6 4 1 über 60-Jährige Spazierengehen 32 Tabelle 14: Wunschangebote (%; TOP 3). LH Schwerin PR Süd Schwimmen Wassergymanstik Yoga / Pilates 22 10 10 Schwimmen Yoga / Pilates Wassergymnastik PR Ost Wassergymnastik Schwimmen Pilates / Yoga 35 13 9 19 14 14 PR Mitte Schwimmen 34 Pilates / Yoga 10 Fitnesstraining 10 weiblich (Gesamt) Schwimmen Yoga / Pilates Fitnesstraining PR Nord Schwimmen Pilates / Yoga Wassergymnastik 55 16 8 PR West Schwimmen Fitnesstraining Pilates / Yoga 49 19 16 36 17 12 männlich (Gesamt) Sportvereinsmitglieder (männlich) Schwimmen 36 Fußball 34 Basketball 14 Schwimmen Fußball Basketball Sportvereinsmitglieder (weiblich) Schwimmen 39 Wassergymnastik 14 Pilates / Yoga 14 Nichtvereinsmitglieder (männlich) Schwimmen 34 Fußball 28 Radsport 6 35 28 8 Nichtvereinsmitglieder (weiblich) Schwimmen 34 Pilates / Yoga 19 Fitnesstraining 14 Menschen mit Behinderungen Schwimmen Fitnesstraining Wassergymnastik Pilates / Yoga 37 27 17 17 33 D.2.1.2 Vielfalt von Motiven Um die Sport- und Bewegungsmotive zu erfassen, wurde den Befragten eine Liste mit 16 möglichen Beweggründen vorgelegt. Wir orientieren uns an der Motivstrukturierung nach Opaschowski (vgl. Abb. 7). Motive des Sporttreibens Beweggründe für das Sporttreiben Primärmotive Positive Motivation Negative Motivation Spaß Gesundheit Fitness Bewegungsmangel-Ausgleich Ausgleich zur Arbeit Stress-Abbau Psychische Motivation Sekundärmotive Physische Motivation Sich wohlfühlen Kondition stärken Eigene Trägheit überwinden Sich entspannen Stärkung des Selbstbewusstseins Gut für die Figur Körperliche Herausforderung Mit anderen Menschen zusammen sein Gruppenerlebnis haben Nette Leute kennenlernen Körpererfahrung Freunde gewinnen Soziale Motivation Abbildung 7: Motive des Sporttreibens (nach Opaschowski 2006). Die Aktiven wurden gebeten, die Bedeutung jedes einzelnen Motivs für ihre persönliche Aktivität auf einer fünfstufigen Skala von „trifft voll zu“ bis „trifft gar nicht zu“ zu bewerten. Aus den kumulierten Werten der Antworten „trifft voll zu“ und „trifft eher zu“ lässt sich eine Rangfolge (vgl. Abb. 8) der wichtigsten Motive der Schweriner Bürgerinnen und Bürger bilden. Hierbei wird ersichtlich, dass Sport- und Bewegungsaktivitäten in erster Linie den positiven Motivationen (Spaß, Gesundheit, Fitness) mit dem psychischen Motiv „Sich Wohlfühlen“ und mit deutlichem Abstand dazu dann den negativen Motivationen (BewegungsmangelAusgleich, Stress-Abbau und Ausgleich zur Arbeit) gekoppelt mit dem physischen Motiv „Figur“ zuzuordnen sind. Soziale Motivationen spielen hingegen nur eine geringe Rolle (mit Ausnahme der Sportvereinsmitglieder). Am Ende der Skala steht das Wettkampfmotiv (mit Ausnahme der männlichen Sportvereinsmitglieder). 34 LH Schwerin Wohlbefinden Spaß Gesundheit Fitness Bewegungsmangelausgleich Figur Ausgleich zur Arbeit Stressabbau Entspannung Mit anderen Menschen zusammen sein Selbstbewusstsein Trägheit überwinden Gruppenerlebnis nette Leute kennenlernen Freunde gewinnen Wettkampf 82 81 81 76 61 60 55 55 49 38 35 34 29 20 15 15 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Abbildung 8: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; gesamt). Vergleich Stadt Schweinfurt Spaß Wohlbefinden Gesundheit Fitness Bewegungsmangelausgleich Figur Stressabbau Ausgleich zur Arbeit Entspannung Mit anderen Menschen zusammen sein Trägheit überwinden Gruppenerlebnis Selbstbewusstsein nette Leute kennenlernen Freunde gewinnen Wettkampf 83 81 81 80 59 58 56 49 48 42 34 34 29 27 23 20 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Abbildung 9: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; gesamt). 35 LH Schwerin Wohlbefinden Gesundheit Spaß Fitness Figur Bewegungsmangelausgleich Ausgleich zur Arbeit Stressabbau Entspannung Trägheit überwinden Mit anderen Menschen zusammen sein Selbstbewusstsein Gruppenerlebnis nette Leute kennenlernen Freunde gewinnen Wettkampf 84 83 80 76 67 63 59 59 53 39 37 36 26 19 15 10 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Abbildung 10: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; weiblich). Vergleich Stadt Schweinfurt Wohlbefinden Gesundheit Spaß Fitness Figur Bewegungsmangelausgleich Stressabbau Entspannung Ausgleich zur Arbeit Trägheit überwinden mit anderen Menschen zusammen sein Selbstbewusstsein nette Leute kennenlernen Gruppenerlebnis Freunde gewinnen Wettkampf 82 80 79 73 64 62 57 52 50 39 39 32 26 24 18 7 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Abbildung 11: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; weiblich). 36 LH Schwerin Spaß Wohlbefinden Gesundheit Fitness Bewegungsmangelausgleich Figur Ausgleich zur Arbeit Stressabbau Entspannung Mit anderen Menschen zusammen sein Selbstbewusstsein Trägheit überwinden Gruppenerlebnis nette Leute kennenlernen Wettkampf Freunde gewinnen 81 80 78 75 57 52 52 51 45 39 33 31 30 25 21 14 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Abbildung 12: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; männlich). Vergleich Stadt Schweinfurt Spaß Wohlbefinden Gesundheit Fitness Bewegungsmangelausgleich Figur Stressabbau Ausgleich zur Arbeit Entspannung mit anderen Menschen zusammen sein Trägheit überwinden Gruppenerlebnis Selbstbewusstsein nette Leute kennenlernen Freunde gewinnen Wettkampf 83 81 81 80 59 58 56 49 48 42 34 34 29 27 23 20 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Abbildung 13: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; männlich). 37 Tabelle 15: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (Rangfolge - TOP 5). LH Schwerin (gesamt) Spaß Wohlfühlen Gesundheit Fitness Figur / Bewegungsmangelausgleich Süd Ost Mitte Nord West Spaß Wohlfühlen Spaß Wohlfühlen Spaß Wohlfühlen Spaß Gesundheit Spaß Wohlfühlen Gesundheit Gesundheit Wohlfühlen Gesundheit Gesundheit Fitness Fitness Fitness Fitness Fitness Figur Bewegungsmangel Bewegungsmangel Figur Figur / Bewegungsmangel Tabelle 16: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (%; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu). LH Schwerin (gesamt) weiblich männlich Sportvereinsmitglieder Nichtvereinsmitglieder Menschen mit Behinderungen Wohlfühlen 82 Wohlfühlen 84 Spaß 81 Spaß 91 Wohlfühlen 82 Gesundheit 91 Spaß 81 Gesundheit 83 Wohlfühlen 80 Wohlfühlen 85 Gesundheit 82 Wohlfühlen 86 Gesundheit 81 Spaß 80 Gesundheit 78 Fitness 84 Spaß 76 Spaß 81 Fitness 76 Fitness 76 Fitness 75 Gesundheit 80 Fitness 72 Fitness 74 Bewegungsmangel 61 Figur 67 Bewegungsmangel 57 mit 61 Bewegungsmangel 63 Figur 58 / Figur anderen Menschen zusammen sein 38 Tabelle 17: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (%; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu). LH Schwerin weiblich männlich 10 - 18 Jahre 19 - 26 Jahre 27 - 40 Jahre 41 - 60 Jahre 60 + Spaß 81 Wohlfühlen 84 Spaß 81 Spaß 84 Wohlfühlen 82 Wohlfühlen 83 Gesundheit 87 Gesundheit 88 Wohlfühlen 82 Gesundheit 83 Wohlfühlen 80 Wohlfühlen 74 Spaß 78 Gesundheit 80 Wohlfühlen 83 Wohlfühlen 85 Gesundheit 81 Spaß 80 Gesundheit 78 Fitness 64 Fitness 75 Spaß 78 Spaß 82 Spaß 82 Fitness 76 Fitness 76 Fitness 75 Figur 62 Gesundheit 71 Fitness 75 Fitness 79 Fitness 78 Bewe- 61 Figur 67 Bewe- 57 Mit anderen 60 Figur 68 Figur / 61 Bewe- 70 Bewe- 60 gungs- gungs- zusammen Ausgleich gungs- gungs- mangel- mangel sein zur Arbeit / mange- mangel Bewe- lausgleich ausgleich gungsmangel Tabelle 18: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (%; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu). LH Schwerin (gesamt) weiblich 10 - 18 Jahre 19 - 26 Jahre 27 - 40 Jahre 41 - 60 Jahre 60 + Wohlfühlen 82 Wohlfühlen 84 Spaß 83 Wohlfühlen 83 Wohlfühlen 85 Gesundheit 91 Gesundheit 91 Spaß 81 Gesundheit 83 Wohlfühlen 77 Figur 78 Gesundheit 81 Wohlfühlen 86 Wohlfühlen 86 Gesundheit 81 Spaß 80 Fitness 70 Spaß 77 Spaß 73 Spaß 81 Spaß 84 Fitness 76 Fitness 76 Figur 63 Gesundheit 73 Fitness 72 Fitness 70 Fitness 79 Bewegungsmangel 61 Figur 67 Gruppe 55 Fitness 71 Figur 66 Bewegungsmangel 73 Bewegungsmangel 66 Figur 70 39 Tabelle 19: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (%; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu). LH Schwerin (gesamt) männlich 10 - 18 Jahre 19 - 26 Jahre 27 - 40 Jahre 41 - 60 Jahre 60 + Wohlfühlen 82 Spaß 81 Spaß 84 Wohlfühlen 80 Wohlfühlen 82 Gesundheit 85 Wohlfühlen 86 Spaß 81 Wohlfühlen 80 Wohlfühlen 71 Spaß 79 Spaß 82 Spaß 83 Gesundheit 85 Gesundheit 81 Gesundheit 78 Fitness 68 Fitness 77 Gesundheit 78 Wohlfühlen 81 Spaß 80 Fitness 76 Fitness 75 Gruppe 63 Gesundheit 71 Fitness 77 Fitness 76 Fitness 77 Bewegungsmangel 61 Bewegungsmangel 57 Figur 61 Figur 60 Figur 70 Bewegungsmangel 70 Bewegungsmangel 54 / Figur 40 Tabelle 20: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (%; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu). Sportvereins- Sportvereins- Sportvereins- Nichtvereins- Nichtvereins- Nichtvereins- Menschen mit mitglieder mitglieder mitglieder mitglieder mitglieder mitglieder Behinderungen (weiblich) (gesamt) (männlich) (weiblich) (gesamt) (männlich) (gesamt) Spaß 91 91 90 77 76 75 81 Gesundheit 84 80 77 82 82 81 91 Fitness 85 84 84 73 72 70 74 Bewegungsmangel- 61 57 55 65 63 61 57 Ausgleich zur Arbeit 55 54 53 60 56 52 47 Stressabbau 60 55 51 59 56 52 54 Wohlfühlen 85 85 85 84 82 80 86 Trägheit überwinden 40 33 27 39 36 34 43 Entspannung 53 45 41 55 50 48 55 Selbstbewusstsein 46 40 37 31 31 30 43 Figur 68 60 54 66 60 53 58 Wettkampf 23 34 41 4 5 7 6 mit anderen Menschen 62 61 59 24 25 25 45 Gruppenerlebnis 53 51 50 13 14 17 32 nette Leute 39 34 30 12 12 12 27 30 26 23 7 8 9 14 ausgleich zusammen sein kennenlernen Freunde gewinnen 41 Faktor Gesundheit Gesundheit ist immer das Ergebnis einer dynamischen Balance von Risikofaktoren (u.a. Bewegungsmangel) und Schutzfaktoren (u.a. Sport- und Bewegungsaktivität). Ein gesunder Lebensstil gepaart mit regelmäßiger körperlich-sportlicher Aktivität wirkt sich positiv auf den menschlichen Organismus aus. Die staatliche Förderung des Sports in den Kommunen kann über den Faktor Gesundheit sehr gut begründet werden. Insbesondere die Alimentierung des Vereinssports erweist sich als nachvollziehbar, da Vereinsmitglieder durch regelmäßige Aktivitäten tendenziell eher Zeit- und Belastungsumfänge erreichen, die zu positiven Gesundheitseffekten führen. Im Rahmen unserer Studien werden als Maßstab die WHOEmpfehlungen (150 Minuten/Woche intensive körperlich-sportliche Aktivität) als ein wichtiger Indikator für gesundheitsfördernde Aktivitätsumfänge der 18- bis 64-Jährigen angesetzt, da hiermit die größte Gruppe der Gesamtbevölkerung abgebildet wird (Weltgesundheitsorganisation „Aktivitätsempfehlungen zur Gesunderhaltung“, 2010). Die im vorherigen Kapitel als sehr positiv dargestellten hohen Aktivitätsquoten der Bürgerinnen und Bürger in der LH Schwerin werden durch die weitergehenden Analysen relativiert, da nur ein Teil der sportlich aktiven Bürgerinnen und Bürger auch tatsächlich gesundheitsrelevante Zeitund Belastungsumfänge erreicht. Durchschnittlich 76% der Aktiven erreichen den zeitlich erforderlichen Belastungsumfang. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung sind es ca. 61%, im Planungsraum Ost nur noch 52%, wobei sehr deutlich wird, dass insbesondere die Männer stark mit ihren Werten abfallen (Schwerin gesamt / männlich = 62% versus PR Ost = 48%; Schwerin Nichtvereinsmitglieder / männlich = 53% versus PR Ost = 37%). Allerdings lassen die präferierten Sportformen insbesondere in den zahlenmäßig größten Gruppierungen der Nichtvereinsmitglieder beider Geschlechter (Radfahren, Spazierengehen) Zweifel zu, ob hierüber in der Breite die notwendigen Intensitäten (stark körperlich schwitzend) erzielt werden können, die bei regelmäßigem Training zu tatsächlichen positiven körperlichen Anpassungserscheinungen und den gewünschten gesundheitlichen Effekten führen. Zu animieren ist insbesondere die große Gruppe der Nichtvereinsmitglieder. Auch bei der Zielgruppe der Mädchen und Frauen liegen die Zeitaufwendungen für Sport und Bewegung über alle Altersgruppen hinweg deutlich unter denen der Männer. Ein besonderer Fokus sollte zudem auf die verstärkte Beratung und Ansprache von Menschen mit Behinderungen gerichtet werden. Dies ist eine zentrale Aufgabe für die im Gesundheits-, Sport- und Bewegungsbereich wirkenden Institutionen innerhalb der Kommunen (Sportverwaltungen, Sportverbände, Sportvereine, Schulen, Krankenkassen, Medien etc.). Ein abgestimmtes Miteinander sollte hierbei angestrebt werden. 42 Tabelle 21: Gesundheitsrelevante Zeitumfänge erreichen (in %; Planungsraum Ost). LH Schwerin Gesamt Vergleichsregion Stadt Aktive LH Schwerin Aktive Vergleichsregion 76 79 Schweinfurt Gesamt 60 57 Süd 56 70 Ost 52 79 Mitte 73 83 Nord 59 73 West 61 75 Altersgruppen (gesamt) 10-18-Jährige 72 80 82 19-26-Jährige 71 84 80 27-40-Jährige 62 75 79 41-60-Jährige 61 75 80 Über 60-Jährige 53 75 75 54 74 75 weiblich 59 59 10-18-Jährige 71 64 74 80 19-26-Jährige 70 64 86 73 27-40-Jährige 63 60 73 76 41-60-Jährige 61 63 72 79 Über 60-Jährige 52 39 72 68 59 78 83 männlich 62 48 10-18-Jährige 73 74 84 87 19-26-Jährige 72 70 82 86 27-40-Jährige 62 63 77 83 41-60-Jährige 61 61 76 80 Über 60-Jährige 54 46 72 68 43 LH Schwerin Gesamt Vergleichsregion Stadt Aktive LH Schwerin Aktive Vergleichsregion Schweinfurt Sportvereinsmitglieder weiblich 68 76 78 71 82 männlich 77 76 74 82 87 Nichtvereinsmitglieder weiblich 54 55 46 75 71 männlich 53 37 52 75 79 Menschen mit 38 33 28 69 70 Behinderungen 44 100 84 90 95 84 88 82 96 87 85 77 80 70 60 50 73 60 59 52 40 62 73 72 62 65 61 55 53 55 47 37 30 20 10 0 Aktivitätsquoten Gesundheitsrelevante Zeitumfänge erreichen Abbildung 14: Aktivitätsquoten vs. gesundheitsrelevante Zeitumfänge (%; LH Schwerin gesamt).4 4 RKI = Robert Koch-Institut 78 RKI 45 90 81 80 70 60 59 62 60 62 73 61 53 67 50 40 75 72 52 55 48 73 55 53 37 45 30 43 33 20 10 0 Gesundheitsrelevante Zeitumfänge erreichen (LH Schwerin) Gesundheitsrelevante Zeitumfänge erreichen (Planungsraum Ost) Abbildung 15: Gesundheitsrelevante Zeitumfänge (%; LH Schwerin vs. Planungsraum Ost). 46 80 70 60 59 57 72 69 68 76 69 62 60 50 73 62 62 59 61 73 53 55 54 48 40 37 40 30 28 20 10 0 Schwerin Schweinfurt Abbildung 16: Gesundheitsrelevante Zeitumfänge (%; LH Schwerin vs. Stadt Schweinfurt). 47 Welche Bedeutsamkeit Sport- und Bewegungsaktivitäten für die Gesundheit und das individuelle Wohlbefinden haben können, lässt sich sehr gut an der Korrelationsbeziehung „Sportvereinsmitgliedschaft“ und „persönliche Einschätzung der eigenen Gesundheit“ ablesen. So sind jene Bürgerinnen und Bürger Schwerins, die regelmäßig über ihre Sportvereinsmitgliedschaft zu Aktivitäten gefordert werden, mit ihrem Gesundheitsstatus eindeutig am zufriedensten (75%; kumulierte Werte „sehr gut“/ „gut“, vgl. Tab. 22). Demgegenüber beurteilen die individuell organisiert Aktiven (Nichtvereinsmitglieder) ihren Gesundheitsstaus nur noch mit 57% als „sehr gut“/ „gut“ und die Inaktiven mit 31%. Jene Aktiven, die nach eigenen Aussagen die 150 Minuten pro Woche Sport- und Bewegungsaktivitäten erreichen bzw. überschreiten, beurteilen ihren Gesundheitszustand ebenfalls mit 78% als „sehr gut“/ „gut“, demgegenüber wiederum jene Aktiven mit unter 150 Minuten Sport- und Bewegungsaktivitäten pro Woche nur mit 60%. Insofern ist eine regelmäßige Sport- und Bewegungsaktivität im angestrebten Umfang von 150 Minuten (stark schwitzend) ein sehr überzeugender Indikator für die Gesundheit. 48 Tabelle 22: Beurteilung Gesundheitszustand (kumuliert sehr gut / gut; %; Planungsraum Ost). LH Schwerin Vergleichsregion Stadt Schweinfurt Gesamtbevölkerung 62 61 Süd 62 Ost 53 Mitte 67 Nord 69 West 61 Altersgruppen (gesamt) 10 – 18 88 88 19 – 26 75 79 27 – 40 74 66 41 – 60 69 59 60 + 41 43 weiblich 59 48 61 10 - 18 85 85 19 - 26 71 80 27 - 40 74 72 41 - 60 65 59 60 + 39 49 männlich 67 59 62 10 - 18 92 90 19 - 26 78 78 27 - 40 74 80 41 - 60 73 62 60 + 43 34 49 LH Schwerin Sportvereinsmitglieder 75 Vergleichsregion Stadt Schweinfurt 73 77 weiblich 68 81 männlich 82 74 Nichtvereinsmitglieder 57 49 55 weiblich 56 55 männlich 58 55 Menschen mit Behinderungen 26 21 16 Inaktive 31 36 33 Bewegungsaktive 63 51 61 Sportaktive 88 91 85 150 Minuten + 78 68 76 unter 150 Minuten 60 54 64 50 80 70 62 73 71 57 60 50 76 75 68 60 54 53 49 36 40 30 78 26 31 21 20 Schwerin (gesamt) Abbildung 17: Einschätzung Gesundheitszustand (kumuliert sehr gut/ gut in %). Planungsraum Ost (gesamt) 51 80 70 62 77 76 75 73 57 60 61 50 55 40 30 33 26 31 20 10 16 Schwerin (gesamt) Abbildung 18: Einschätzung Gesundheitszustand (kumuliert sehr gut/ gut in %). Schweinfurt (gesamt) 78 76 64 60 52 D.2.1.3 Vielfalt von Organisationsformen Ausgehend vom weiten Sportverständnis finden Sport und Bewegung deutschlandweit hauptsächlich im Rahmen der drei großen Organisationsformen „privat individuell organisiert“, „in Sportvereinen“ und „bei kommerziellen Anbietern“ statt. Diese Strukturierung trifft für die LH Schwerin prinzipiell ebenfalls zu (vgl. Tab. 23): 59% der sport- und bewegungsaktiven Bürgerinnen und Bürger organisieren ihre Aktivitäten selbst. Als bedeutendste institutionelle Sport- und Bewegungsanbieter folgen die Sportvereine (18%) und kommerzielle Anbieter (15%). Die übrigen Anbieter liegen mit Ausnahme der Krankenkassen für Menschen mit Behinderung und für die Altersgruppe der über 60-jährigen Frauen (10% bzw. 9%) sowie die Schulen für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren (14%) allesamt unterhalb der 5%-Marke. Auf einige Unterscheidungen bzw. Gemeinsamkeiten ist dennoch hinzuweisen (vgl. Tab. 2325): - in allen Planungsräumen ist die oben genannte Feststellung der großen drei Organisationsformen für alle Alters- und Geschlechtsgruppen zutreffend - diese Feststellung trifft auch für die Gruppe der Sportvereinsmitglieder zu - sie trifft hingegen nicht für die große Gruppe der Nichtvereinsmitglieder zu, die vornehmlich privat und kommerziell organisiert körperlich-sportlich aktiv ist; Nichtvereinsmitglieder werden kaum über Angebote der Sportvereine angesprochen bzw. nehmen diese nicht an (diese Erkenntnis trifft auf alle Planungsräume gleichermaßen zu) - auffällig ist zudem, dass vor allem Frauen stärker bei kommerziellen Sport- und Bewegungsanbietern aktiv sind als Männer - deutlich wird in diesem Zusammenhang, dass das Sportvereinsangebot weiterhin stark auf das männliche Klientel ausgerichtet zu sein scheint - die große Bedeutung der Sportvereine für die Kinder und Jugendlichen sowie sehr bemerkenswert auch für die Menschen mit Behinderung ist hervorzuheben 53 Tabelle 23: Organisationsformen der Sport- und Bewegungsaktivitäten LH Planungsräume (%). individuell Sportverein kommerziell Krankenkasse Schule Betrieb Sonstige LH Schwerin 59 18 15 4 2 1 2 Süd 60 16 14 4 2 1 2 Ost 60 18 13 4 3 1 2 Mitte 58 16 19 3 1 1 2 Nord 62 18 12 5 2 - 1 West 59 22 12 2 3 2 - Tabelle 24: Organisationsformen der Sport- und Bewegungsaktivitäten im Vergleich mit der Stadt Schweinfurt (%). individuell Sportverein kommerziell Gesamt 59 62 18 17 15 18 4 1 2 2 1 - 2 - weiblich 58 61 15 15 17 20 5 2 2 3 1 - 2 - männlich 61 63 21 20 12 15 2 - 2 1 1 - 1 - Sportvereinsmitglieder 40 46 37 37 15 14 4 1 3 1 - - 1 1 Nichtvereinsmitglieder 77 74 1 3 15 20 4 1 1 2 1 - 1 - Menschen mit 60 76 14 11 10 9 10 2 - 1 1 - 3 - Behinderungen Krankenkasse Schule Betrieb Sonstige 54 Tabelle 25: Organisationsformen der Sport- und Bewegungsaktivitäten (%; Planungsraum Ost). individuell Sportverein kommerziell Krankenkasse Schule Betrieb Sonstige LH Schwerin 59 18 15 4 2 1 2 Süd 60 16 14 4 2 1 2 Ost 60 18 13 4 3 1 2 Mitte 58 16 19 3 1 1 2 Nord 62 18 12 5 2 - 1 West 59 22 12 2 3 2 - weiblich 58 60 15 13 17 17 5 5 2 2 1 2 2 2 10 - 18 46 28 11 2 13 - 1 19 - 26 56 12 24 3 3 3 - 27 - 40 66 10 20 2 - - 2 41 - 60 70 9 20 5 1 1 1 60 + 50 21 15 9 1 - 4 individuell Sportverein kommerziell Krankenkasse Schule Betrieb Sonstige 21 12 männlich 61 59 22 10 2 4 2 3 1 - 1 2 10 - 18 39 39 5 1 14 - 1 19 - 26 66 23 15 3 1 - 1 27 - 40 63 21 11 1 - 4 1 41 - 60 64 19 14 1 1 - 1 60 + 69 15 11 5 - - 1 Menschen mit 60 65 14 10 10 - 10 17 - - 1 - 3 7 40 37 37 37 15 17 4 4 3 4 - - 1 1 Behinderungen Sportvereinsmitglieder weiblich 38 34 18 6 2 - - männlich 42 40 12 1 4 1 1 55 individuell Nichtvereinsmitglieder 77 79 Sportverein kommerziell 1 15 2 10 Krankenkasse 4 5 Schule 1 Betrieb 1 1 Sonstige 1 1 1 weiblich 72 1 17 5 2 1 2 männlich 81 1 12 3 1 1 1 Sportaktive 49 47 26 28 19 17 2 4 3 4 1 - 1 - Bewegungsaktive 66 64 13 14 12 11 5 6 1 2 1 - 2 3 56 Im durchaus beachtenswerten Zusammenhang mit den präferierten Organisationsformen dürfte der Bekanntheitsgrad der Angebote der verschiedensten Sport- und Bewegungsanbieter stehen. Unter Bezugnahme auf die Tabellen 26 und 27 ist festzuhalten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in der LH Schwerin über die Angebote, insbesondere der Krankenkassen aber auch der Sportvereine, am schlechtesten informiert fühlen. Obwohl davon ausgegangen werden kann, dass die/der interessierte Bürger/in vielseitige Informationsquellen nutzen kann, sollten die hier dargestellten Sport- und Bewegungsanbieter ihre Informationsstrukturen und ihre Öffentlichkeitsarbeit selbstkritisch überprüfen und ggf. zukünftig verbessern. Tabelle 26: Informationen über Angebote der Anbieter im Vergleich (kumuliert sehr gut / gut versus sehr schlecht / schlecht; %). Sportvereine kommerzielle Krankenkassen Anbieter Gesamt LH Schwerin 32 / 27 44 / 20 27 / 41 weiblich LH Schwerin 30 / 31 44 / 22 30 / 41 männlich LH Schwerin 35 / 24 43 / 19 24 / 41 Sportvereinsmitglieder LH 45 / 21 47 / 17 24 / 48 26 / 31 42 / 22 27 / 39 33 / 31 38 / 32 42 / 31 42 / 25 46 / 19 26 / 41 Schwerin Nichtvereinsmitglieder LH Schwerin Menschen mit Behinderungen LH Schwerin Gesamt Stadt Schweinfurt 57 Tabelle 27: Informationen über Angebote der Anbieter im Vergleich (kumuliert sehr gut / gut versus sehr schlecht / schlecht; %). Sportvereine kommerzielle Krankenkassen Anbieter LH Schwerin (gesamt) 32 27 44 20 27 41 Süd 36 30 47 20 31 39 Ost 32 26 44 25 27 35 Mitte 29 28 42 19 20 45 Nord 32 29 43 19 22 39 West 33 25 44 18 23 49 weiblich 30 31 44 22 30 41 10 - 18 Jahre 45 22 48 21 19 52 19 - 26 Jahre 20 39 40 24 12 59 27 - 40 Jahre 17 44 31 29 11 59 41 - 60 Jahre 32 27 47 17 32 38 60 + 36 25 52 21 51 22 männlich 35 24 43 19 24 41 10 - 18 Jahre 56 16 40 25 21 47 19 - 26 Jahre 33 29 50 23 20 53 27 - 40 Jahre 19 32 38 18 15 50 41 - 60 Jahre 35 25 44 18 22 41 60 + 41 17 50 15 39 24 Sportvereinsmitglieder 45 21 47 17 24 48 weiblich 46 24 50 20 32 41 männlich 45 18 45 16 19 52 Nichtvereinsmitglieder 26 31 42 22 27 39 weiblich 24 33 42 22 28 41 männlich 28 28 43 20 26 35 Menschen mit 33 31 38 32 42 31 (gesamt) (gesamt) Behinderungen 58 D.2.1.4 Vielfalt der Sport- und Bewegungsräume Als Spiegelbild der Sportpräferenzen und der Dominanz von Ausdauer- und Fitnesssportformen können in der LH Schwerin und allen Planungsräumen folgende Orte als die wichtigsten Sport- und Bewegungsräume benannt werden (vgl. Abb. 19; Tab. 28/29/31): 1. 2. 3. 4. 5. 6. Wald- und Parkwege Straßen Radwege Turnhallen Zuhause Fitnessstudios Verdichten wir die Vielfalt der Sport- und Bewegungsräume auf Raumnutzungsprofile (vgl. Tab. 30) so ist festzustellen, dass rund 2/3 aller Sport- und Bewegungsaktivitäten in der LH Schwerin auf den sogenannten Sportgelegenheiten, d. h. nicht speziell und ausschließlich für den Sport gebauten Anlagen, stattfinden. Dies betrifft insbesondere die Natur (Wald- und Parkwege) bzw. Straßen und Radwege. Mit Blick auf die oben genannten Tabellen lassen sich für ausgewählte Sport- und Bewegungsräume folgende Hauptnutzergruppen definieren: Wald- und Parkwege: Nichtvereinsmitglieder, Frauen, Menschen mit Behinderung Straßen und Radwege: Nichtvereinsmitglieder, Menschen mit Behinderung Sporthallen: Sportvereinsmitglieder (Frauen/Männer), Menschen mit Behinderung Sportplätze: Sportvereinsmitglieder (Männer) Hallenbad /Freibad: alle Fitnesscenter: alle Zuhause: Menschen mit Behinderung, Nichtvereinsmitglieder 59 Tabelle 28: Orte der Sport- und Bewegungsaktivitäten (%). LH Süd Ost Mitte Nord West weiblich männlich 24 22 24 24 23 22 24 22 Radwege 15 17 13 15 17 15 16 15 Straßen 13 14 11 16 13 11 14 13 Sporthallen 10 9 8 10 10 11 10 10 Zuhause 7 8 8 6 8 8 8 7 Fitnessstudio 7 7 6 10 6 6 7 7 Offene 6 5 8 6 6 6 6 7 Hallenbad 4 5 4 2 3 4 4 3 Sportplatz 4 3 4 3 3 5 2 6 Freibad 2 2 4 2 2 2 2 2 Bolzplatz 2 2 3 1 1 3 1 3 Aktivpark 2 1 3 1 2 2 2 2 Spielplatz 1 2 1 1 1 2 2 1 Skaterflächen 1 1 1 1 1 1 1 1 Schulhof 1 1 1 1 1 1 1 1 Tennishalle 1 - 1 1 1 1 1 1 Tennisplatz - - - - 1 1 - - Schwerin Wald- und Parkwege Gewässer 60 Tabelle 29: Orte der Sport- und Bewegungsaktivitäten (%). Sportvereinsmitglieder Nichtvereinsmitglieder Menschen mit weiblich männlich gesamt weiblich männlich gesamt Behinderungen Wald- und Parkwege 19 16 17 27 27 27 25 Radwege 13 12 12 18 18 18 16 Straßen 10 10 10 16 14 15 13 Sporthallen 21 18 19 4 4 4 8 Zuhause 7 4 5 9 8 9 10 Fitnessstudio 10 8 9 6 6 6 6 Offene 5 7 7 6 6 6 8 Hallenbad 4 3 3 4 4 4 5 Sportplatz 3 9 6 1 3 2 1 Freibad 2 2 2 2 3 2 3 Bolzplatz 1 4 3 - 2 1 1 Aktivpark 1 2 1 2 2 2 2 Spielplatz - 2 1 2 1 2 - Skaterflächen 1 1 1 1 1 1 - Schulhof 1 1 1 1 - 1 - Tennishalle 1 1 1 - - - 1 Tennisplatz - 1 1 - - - - Gewässer Tabelle 30: Raumnutzungsprofile (%). Raumnutzungsprofile5 Sportstätten der Sondersportanlagen Sportgelegenheiten Grundversorgung LH Schwerin 20 9 71 Süd 19 8 73 Ost 20 8 72 Mitte 17 12 71 Nord 18 9 73 West 22 9 69 weiblich 18 9 73 männlich Menschen mit Behinderungen 21 9 70 17 6 77 Sportvereinsmitglieder 30 12 58 Nichtvereinsmitglieder 14 7 79 5 Sportstätten der Grundversorgung: Sporthallen, Sportplätze, Hallenbäder, Freibäder Sondersportanlagen: Fitnessstudios, Tennishallen, Tennisplätze, Inliner-Flächen Sportgelegenheiten: Parkanlagen, Bolzplätze, Waldwege, offene Gewässer, Zuhause, Straße, Radwege, Schulhöfe und Spielplätze 61 30 25 27 25 24 20 22 15 17 19 18 15 16 15 14 12 13 10 12 10 8 10 8 6 3 4 0 Frauen 1 Sportvereinsmitglieder Abbildung 19: Orte der Sport- und Bewegungsaktivitäten (%). 4 2 1 3 9 7 7 5 5 Männer 9 3 6 6 9 8 7 7 6 2 Nichtvereinsmitglieder 10 Menschen mit Behinderungen 5 62 Tabelle 31: Orte der Sport- und Bewegungsaktivitäten (%). 10 - 18 27 – 40 19 - 26 41 - 60 60+ weiblich männlich weiblich männlich weiblich Männlich weiblich männlich weiblich männlich Wald- und Parkwege 15 11 22 17 24 29 28 27 23 25 Radwege 12 11 13 13 15 14 19 16 16 17 Straßen 12 9 15 13 15 13 14 15 12 11 Sporthallen 16 16 10 10 6 11 7 7 13 8 Zuhause 8 7 10 7 11 7 7 4 8 10 Fitnessstudio 2 3 11 10 7 10 8 7 7 6 Offene Gewässer 4 4 5 4 6 4 7 7 6 11 Hallenbad 5 3 5 3 4 2 3 4 5 4 Sportplatz 7 12 2 8 2 7 1 3 1 2 Freibad 4 3 1 2 2 1 1 2 2 4 Bolzplatz 2 9 1 6 1 4 - 1 - - Aktivpark 2 1 1 4 2 2 2 2 1 1 Spielplatz 4 5 1 1 3 1 1 1 - - Skaterflächen 2 3 1 1 1 1 1 1 - - Schulhof 4 5 - - - - - - - - Tennishalle 1 1 1 1 1 1 1 1 - 1 Tennisplatz - - 1 - - - - 1 - 1 63 Im engen Zusammenhang mit den Organisations- und Nutzungsprofilen der Sport- und Bewegungsaktivitäten ist die Bedeutsamkeit von Investitionen in Sportstätten zu sehen. Über alle Alters- und Geschlechtsgruppen bzw. Zielgruppen hinweg werden von den Bürgerinnen und Bürgern folgende Kernausrichtungen präferiert (vgl. Abb. 20): 1. Bau weiterer sicherer Radwege 2. Ausbau wohnortnaher Sport- und Spielgelegenheiten Mit Blick auf den zweiten genannten Aspekt ist darüber hinaus besonders auf die Öffnung von Schulhöfen und deren bewegungsfreundliche Gestaltung zu verweisen, die von den Bürgerinnen und Bürgern Schwerins ebenfalls als bedeutsam eingestuft wird (vgl. Tab. 32). Entsprechend dieser Einschätzungen werden von den Bürgerinnen und Bürgern in hoher Übereinstimmung folgende Kernausrichtungen als zukünftige sportpolitische und infrastrukturelle Maßnahmen zur Nutzung und Aufwertung von Sportanlagen präferiert (vgl. Abb. 21/ Tab. 34): 1. 2. 3. 4. Ergänzung der Sportanlagen für freizeitorientierte Sportaktivitäten Sportplätze für Nichtvereinsmitglieder zugänglich machen Öffnung der Turnhallen am Wochenende Keine Aufgabe von selten genutzten Sportanlagen (versus 1. Feststellung) Vor dem Hintergrund der veränderten Sport- und Bewegungsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger sollte an ausgewählten Standorten eine stärkere Multifunktionalität im Sportanlagenbau angestrebt werden. Neu gestaltete bzw. erweiterte Sport- und Bewegungsflächen sollten für vielfältige Sport- und Bewegungsbedürfnisse nutzbar sein, Begegnungsstätten für ein breiteres Bevölkerungsspektrum im Wohnquartier bieten und als ein sozial-integrativer Entwicklungsschwerpunkt in ein stadt- bzw. regionalplanerisches Gesamtkonzept eingebunden werden. Darüber hinaus wurden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, die Wichtigkeit von Ausstattungsaspekten der Sportstätten zu bewerten. Am bedeutsamsten wurden die Items „Sauberkeit der Sanitäranlagen und Umkleiden“ sowie „Nähe zum Wohnort“ (Frauen/ Nichtvereinsmitglieder) und ebenso „gut beleuchtete Zugänge“ eingeschätzt (Frauen/ Nichtvereinsmitglieder) (vgl. Abb. 22/ Tab. 35). 64 90 80 70 85 82 80 77 78 75 72 71 60 74 73 76 79 76 75 79 74 72 70 68 70 68 67 65 59 50 50 42 40 36 32 30 33 20 Männer Frauen Sportvereinsmitglieder Abbildung 20: Bedeutsamkeit von Investitionen (kumuliert sehr wichtig / wichtig; %). Nichtvereinsmitglieder 29 65 Tabelle 32: Bedeutsamkeit von Investitionen (kumuliert sehr wichtig / wichtig in %). Bau weiterer Ausbau Modernisie- Schulhof- Bau Modernisie- Unterstütz- Bau neuer Bau Inliner- Radwege wohnort- rung gestaltung Schwimm- rung ung vereins- Wettkampf- flächen naher Sport- Sporthallen bad Sportplätze eigener stätten gelegen- Anlagen heiten LH Schwerin 81 78 75 73 71 69 66 38 31 Süd 87 79 78 77 65 72 68 42 30 Ost 89 79 76 69 72 74 66 38 35 Mitte 80 73 75 70 65 70 65 34 29 Nord 77 79 73 73 75 64 62 34 32 West 79 82 78 77 80 72 68 44 32 weiblich 82 80 75 75 76 70 67 33 36 10 - 18 77 75 78 82 72 65 62 45 43 19 - 26 82 78 74 65 70 64 51 28 50 27 - 40 80 90 74 76 76 71 65 32 48 41 - 60 80 75 74 76 76 72 69 31 33 60 + 86 81 79 70 78 68 74 34 18 männlich 78 76 75 72 68 70 65 42 36 10 - 18 78 86 82 83 65 75 65 51 42 19 - 26 77 76 83 75 66 76 65 48 34 27 - 40 76 84 74 76 64 68 63 48 28 41 - 60 78 69 75 69 62 69 65 39 22 60 + 82 77 72 64 78 69 68 40 24 Sportvereins 78 79 85 74 70 74 79 50 29 81 80 83 77 80 70 77 47 33 -mitglieder weiblich 66 Bau weiterer Ausbau Modernisie- Schulhof- Bau Modernisie- Unterstütz- Bau neuer Bau Inliner- Radwege wohnort- rung gestaltung Schwimm- rung ung vereins- Wettkampf- flächen naher Sport- Sporthallen bad Sportplätze eigener stätten gelegen- Anlagen heiten männlich 76 79 86 72 63 76 81 53 26 Nichtvereins 82 77 71 73 72 68 59 33 32 weiblich 82 81 72 73 74 69 63 28 37 männlich 81 74 70 72 69 66 56 36 27 Menschen 82 80 78 75 77 71 70 37 26 mitglieder mit Behinderungen 67 Tabelle 33: Bedeutsamkeit von Investitionen (kumuliert sehr wichtig / wichtig - Rangfolge). Bau Ausbau Moderni- Schulhof- Bau Moderni- Unterstützung Bau neuer Bau Inliner- weiterer wohnortnaher sierung gestaltung Schwimm- sierung vereinseigener Wettkampf- flächen Radwege Sport- Sporthallen bad Sportplätze Sportstätten stätten gelegenheiten LH Schwerin 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Süd 1 2 3 4 7 5 6 8 9 Ost 1 2 3 6 5 4 7 8 9 Mitte 1 3 2 4 6 4 6 8 9 Nord 2 1 4 4 3 6 7 8 9 West 3 1 4 5 2 6 7 8 9 weiblich 1 2 4 4 3 6 7 9 8 10 - 18 3 4 2 1 5 6 7 8 9 19 - 26 1 2 3 5 4 6 7 9 8 27 - 40 2 1 5 3 3 6 7 9 8 41 - 60 1 4 5 2 2 6 7 9 8 60 + 1 2 3 6 4 7 5 8 9 männlich 1 2 3 4 6 5 7 8 9 10 - 18 4 1 3 2 5 5 7 8 9 19 - 26 2 3 1 5 6 3 7 8 9 27 - 40 2 1 4 2 6 5 7 8 9 41 - 60 1 3 2 3 7 3 6 8 9 60 + 1 3 4 7 2 5 6 8 9 Sportvereins- 4 2 1 5 7 5 2 8 9 weiblich 2 3 1 5 3 7 5 8 9 männlich 4 3 1 6 7 4 2 8 9 mitglieder 68 Bau Ausbau Moderni- Schulhof- Bau Moderni- Unterstützung Bau neuer Bau Inliner- weiterer wohnortnaher sierung gestaltung Schwimm- sierung vereinseigener Wettkampf- flächen Radwege Sport- Sporthallen bad Sportplätze Sportstätten stätten gelegenheiten Nichtvereins- 1 2 5 3 4 6 7 8 9 weiblich 1 2 5 4 3 6 7 9 8 männlich 1 2 4 3 5 6 7 8 9 Menschen mit 1 2 3 5 4 6 7 8 9 mitglieder Behinderungen 69 85 82 80 75 70 80 81 80 78 77 76 77 72 71 65 60 55 50 47 46 45 41 45 40 Erweiterung bestehender Sportanlagen für freizeitorientierte Aktivitäten Männer Zugang zu Sportplätzen für Nichtvereinsmitglieder Frauen Öffnung der Sporthallen für Freizeitsport Aufgabe selten genutzter Sportanlagen Sportvereinsmitglieder Nichtvereinsmitglieder Abbildung 21: Nutzungs- und Aufwertungsempfehlungen für Sportanlagen (kumuliert stimme voll zu / stimme zu; %). 70 Tabelle 34: Nutzung der Sportanlagen (kumuliert stimme voll zu / stimme zu in %). Öffnung der Aufgabe Erweiterung Zugang für Sporthallen selten bestehender Sportplätze für für den genutzter Sportanlagen für Nichtvereins- Freizeitsport Sportanlagen Nichtvereins- mitglieder (Wochenende) sportler LH Schwerin 79 45 78 79 Süd 81 50 78 75 Ost 80 41 70 79 Mitte 77 44 80 77 Nord 80 48 79 84 West 76 45 79 77 weiblich 77 45 80 81 10 - 18 72 39 67 80 19 - 26 73 44 79 85 27 - 40 77 40 83 82 41 - 60 78 40 79 78 60 + 81 57 82 84 männlich 80 46 76 77 10 - 18 78 42 74 78 19 - 26 81 50 83 91 27 - 40 82 41 75 77 41 - 60 77 48 74 73 60 + 78 49 78 77 Sportvereinsmitglieder 78 41 72 71 weiblich 76 43 82 75 männlich 81 40 72 68 Nichtvereinsmitglieder 78 47 80 82 weiblich 78 45 82 83 männlich 80 48 78 81 Menschen mit 80 53 84 83 Behinderungen 71 100 90 80 93 92 91 87 85 86 83 84 84 79 76 79 75 70 72 70 63 68 60 59 58 58 50 52 49 40 29 30 25 22 20 18 10 saubere Sanitäranlagen saubere Umkleiden Männer Nähe zum Wohnort Frauen gut beleuchtete Zugänge ausreichend Parkmöglichkeiten Sportvereinsmitglieder Abbildung 22: Bedeutsamkeit von Ausstattungsaspekten (kumuliert sehr wichtig / wichtig; %). Anbindung Bus & Bahn Nähe zum Arbeitsplatz Nichtvereinsmitglieder 72 Tabelle 35: Wichtigkeit von Aspekten / Ausstattungen von Sportanlagen (kumuliert sehr wichtig / wichtig; %). gut Nähe zum Nähe zum Anbindung ausreichend saubere saubere beleuchteter Wohnort Arbeitsplatz Bus & Bahn Parkmöglichkeiten Sanitäranlagen Umkleiden Zugang LH Schwerin 77 81 24 54 63 89 84 Süd 79 84 19 56 63 91 84 Ost 80 77 16 64 54 89 86 Mitte 78 78 28 48 52 89 79 Nord 80 85 29 53 69 87 84 West 77 80 22 53 68 89 86 weiblich 84 85 29 59 63 91 84 10 - 18 78 74 19 67 38 89 91 19 - 26 74 77 28 36 56 86 77 27 - 40 90 86 25 42 62 88 86 41 - 60 82 80 35 60 68 92 86 60 + 92 88 29 76 68 94 89 männlich 68 76 18 49 63 87 83 10 - 18 68 77 21 70 49 86 87 19 - 26 64 75 21 63 50 85 85 27 - 40 66 68 25 38 68 85 84 41 - 60 67 77 15 45 63 86 81 60 + 77 81 9 53 70 89 82 Sportvereinsmitglieder 70 75 22 58 72 93 92 Nichtvereinsmitglieder 79 85 25 52 58 86 79 Menschen mit 86 85 33 75 69 91 84 Behinderungen 73 Tabelle 36: Vergleich der Wichtigkeit von Aspekten / Ausstattungen von Sportanlagen (kumuliert sehr wichtig / wichtig; %; LH Schwerin und Stadt Schweinfurt). gut Nähe zum Nähe zum Anbindung Bus ausreichend saubere saubere beleuchteter Wohnort Arbeitsplatz & Bahn Parkmöglichkeiten Sanitäranlagen Umkleiden Zugang Gesamt 77 71 81 82 24 19 54 33 63 68 89 86 84 81 weiblich 84 80 85 87 29 19 59 35 63 71 91 90 84 84 männlich 68 60 76 77 18 19 49 31 63 64 87 87 83 77 Sportvereinsmitglieder 70 68 75 76 22 12 58 29 72 68 93 91 92 87 Nichtvereinsmitglieder 79 72 85 86 25 24 52 35 58 66 86 83 79 76 Menschen mit 86 81 85 81 33 10 75 34 69 76 91 91 84 80 Behinderungen 74 D.2.2 Der Vereinssport In der LH Schwerin existierten zum Erhebungszeitpunkt 108 im Stadtsportbund Schwerin registrierte Sportvereine (SSB Schwerin 2016). Die Bestandsaufnahme der Situation des Vereinssports wurde auf Basis von Statistiken des Landessportbundes MecklenburgVorpommern, des Stadtsportbundes Schwerin und des Deutschen Olympischen Sportbundes durchgeführt. Die Datenanalyse erlaubt grundsätzliche Aussagen zur Mitglieder- und Vereinsstrukturentwicklung in Schwerin. Um die Bedarfssituation der Sportvereine zu ermitteln, wurde im April 2016 eine Onlinebefragung durchgeführt. Die Vereine wurden u.a. darum gebeten, Angaben zu ihren Angebots- und Organisationsstrukturen, zu räumlichen Situationen, zu spezifischen Problemen, beispielsweise bedingt durch den demografischen Wandel, sowie zu ihren Kooperationsbeziehungen zu machen. Neben den im Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern (LSB MV) registrierten Sportvereinen wurden weitere in der Stadt ansässige Vereine in die Befragung einbezogen. Nach Bereinigung der vorliegenden Adressdateien konnten insgesamt 100 Sportvereine angeschrieben werden, von denen sich 46 an der Befragung beteiligten. Die Rücklaufquote lag somit bei 46%. Um ein möglichst differenziertes Bild der aktuellen Lage der Sportvereinslandschaft zu zeichnen, war es ein Anliegen, neben der Perspektive der Vereinsführungen auch die Sicht der Vereinsmitglieder einzubeziehen. Während die Vereinsbefragung einen Blick in das Innenleben und die programmatische Ausrichtung der Sportvereine ermöglicht, lässt sich mit Hilfe der durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsbefragung auch das Sportverhalten einordnen sowie ein Meinungsbild der Vereins- und Nichtvereinsmitglieder erstellen (vgl. Kap D. 2.1.1 bis D.2.1.4). Die Ergebnisse können den Sportvereinen der LH Schwerin zukünftig als Orientierung für eine aktive und bürgernahe Gestaltung ihrer Vereinspolitik dienen. 75 D.2.2.1 Bestandsaufnahme Mitgliederentwicklung und Entwicklung des Organisationsgrads Die Entwicklung der Mitgliederzahlen zeigt zunächst ein uneinheitliches Bild. Insgesamt ist in den letzten fünf Jahren ein leichter Rückgang um 75 Mitglieder zu verzeichnen. Die Anzahl männlicher Mitglieder, welche deutlich stärker in den Vereinen vertreten sind, sinkt, während die Anzahl weiblicher Mitglieder zunimmt. Die Anzahl an Vereinen stieg im gleichen Zeitraum von 100 auf 108 (LSB MV 2010, 2015)6. Mitgliederentwicklung 20.000 17.512 17.437 15.000 10.369 10.000 9.924 7.143 7.513 5.000 0 männlich weiblich Schwerin 2010 gesamt Schwerin 2015 Abbildung 23: Mitgliederentwicklung der Sportvereine in der LH Schwerin 2010 bis 2015 (eigene Darstellung, LSB MV, 2010, 2015) (Absolute Zahlen). Um die Entwicklung der Mitgliederzahlen bewerten zu können, ist diese zusätzlich in Relation zu den Bevölkerungszahlen zu setzen. Hier zeigt sich eine durchweg positive Entwicklung: der Organisationsgrad7 stieg von 18,3% im Jahr 2010 auf 19% im Jahr 2015. Damit nahm er sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen zu. Zudem liegt er deutlich höher als in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt. Unter allen Kreisen und kreisfreien Städten liegt die LH Schwerin damit auf dem zweiten Platz hinter Rostock mit 23,4% (LSB MV 2010, 2015). Gerade in den ländlichen Regionen sind somit anteilig weniger Menschen Mitglied in einem Sportverein als in den großen Städten wie der LH Schwerin. Der Organisationsgrad für den DOSB insgesamt lag hingegen deutlich höher bei 33,6% (DOSB 2015). Allerdings ist hier zu betonen, dass dieser insbesondere durch die wesentlich höheren Organisationsgrade der 6 Da zum Zeitpunkt der Auswertung keine zuverlässige Statistik für den LSB im Jahr 2016 vorlag, dient das Jahr 2015 als Grundlage für die folgenden Auswertungen, um – soweit möglich – Verzerrungen zu vermeiden, die durch variierende Basisjahre zustande kommen. 7 Der Organisationsgrad beruht auf der offiziellen LSB-Statistik, welche die Mitgliederzahlen mit Stichtag 01.01.2015 zu den Bevölkerungszahlen im Januar 2014 setzt. 76 alten Bundesländer (die in hohem Maße geschichtlich bedingt sind) zustande kommt. Aufgrund der Unterschiede zwischen neuen und alten Bundesländern sowie Stadt und Land stellt von den genannten Maßstäben der zeitliche Vergleich den besten Indikator für die Bewertung des Organisationsgrades dar. Organisationsgrad 25 22,6 22,8 18,9 20 18,3 14,4 15 19,0 15,6 15,2 11,6 10 5 0 männlich Schwerin 2010 weiblich Schwerin 2015 gesamt Mecklenburg-Vorpommern 2015 Abbildung 24: Organisationsgrad in Schwerin 2010 und 2015 sowie in Mecklenburg-Vorpommern, eigene Darstellung, LSB MV, 2010, 2015). Geschlechterverhältnis Aus den dargestellten Abbildungen (vgl. Abb. 25, 26) geht hervor, dass Frauen im Jahr 2015 mit 7.517 Mitgliedern im Vergleich zu 9.924 männlichen Mitgliedern in den Sportvereinen der LH Schwerin deutlich in der Minderheit sind. Auch mit Blick auf ihren Anteil in der Bevölkerung sind sie mit einem Organisationsgrad von 15,6% im Vergleich zu 22,8% bei der männlichen Bevölkerung ebenfalls deutlich unterrepräsentiert (vgl. Abb. 27). Erfreulich ist jedoch, dass sich in beiden Gruppen der Organisationsgrad im Vergleich zu 2010 erhöht hat. Darüber hinaus ist zu erkennen, dass das Verhältnis von Männern und Frauen in den Schweriner Sportvereinen ausgeglichener ist als für das Land Mecklenburg-Vorpommern und den gesamten Deutschen Olympischen Sportbund (vgl. Abb. 25). 77 Geschlechterverhältnisse DOSB 2015 60,0 40,0 LSB MV 2015 61,1 38,9 Schwerin 2015 56,9 0 10 20 43,1 30 40 männlich 50 60 70 80 90 100 weiblich Abbildung 25: Verhältnis männliche zu weiblichen Mitgliedern (eigene Darstellung, LSB MV 2015, DOSB 2015 (Angaben in %). Altersgruppen Die folgende Abbildung stellt die Anzahl der Mitglieder in den Schweriner Sportvereinen getrennt nach Altersgruppen dar. Auch hier zeigt sich, dass in allen Altersklassen – mit Ausnahme der über 60-Jährigen – mehr Männer als Frauen in den Vereinen organisiert sind. Anzahl Mitglieder nach Altersgruppen 3000 2.507 2500 1.990 2000 1.687 1.367 1500 1000 500 1.440 797 435 358 856 785 440 1.435 1.355 1.019 640 326 0 0 - 6 Jahre 7 - 14 Jahre 15 - 18 Jahre 19 - 26 Jahre 27 - 40 Jahre 41- 50 Jahre 5 - 60 Jahre über 60 Jahre männlich weiblich Abbildung 26: Anzahl der Mitglieder nach Altersgruppen (eigene Darstellung, LSB MV 2015) (Angaben in %). 78 Ein weiterer Blick ist auf die Organisationsgrade in den Altersklassen zu richten. Hierbei zeigt sich, dass vor allem bei den Kindern und Jugendlichen ein hoher Anteil der Bevölkerung in den Sportvereinen vertreten ist. Im erwerbstätigen Alter hingegen sinkt der Organisationsgrad deutlich. Bei den Frauen liegt er im Alter von 27 bis 40 Jahren sogar bei lediglich knapp über 8%. Angesichts der deutschlandweit zunehmenden Bedeutung gesundheitssportlicher Angebote ist besonders darauf hinzuweisen, dass der Organisationsgrad der Bevölkerung in den Sportvereinen der LH Schwerin nach einem kurzen Zwischenhoch in der Altersklasse 41 bis 50 Jahre bei den Männern mit zunehmendem Alter wieder absinkt und bei den Frauen auf ungefähr gleich niedrigem Niveau verbleibt. Organisationsgrad nach Altersgruppen 80,0 67,6 70,0 60,0 50,0 50,0 37,0 40,0 30,0 20,0 64,0 17,8 16,0 24,8 21,6 17,1 9,3 10,0 8,2 14,3 20,3 13,3 13,6 14,8 0,0 0 - 6 Jahre 7 - 14 Jahre 15 - 18 Jahre 19 - 26 Jahre 27 - 40 Jahre 41- 50 Jahre 51 - 60 Jahre männlich über 60 Jahre weiblich Abbildung 27: Organisationsgrad nach Altersgruppen (eigene Darstellung, LSB MV 2015) (Angaben in %). In den folgenden Abbildungen sind die Organisationsgrade der Bevölkerung in den Sportvereinen der LH Schwerin im Jahr 2015 und 2010 sowie für den LSB MV (2015) und den DOSB (2015) jeweils getrennt für Männer und Frauen dargestellt. Für die Männer zeigt sich zunächst, dass die Organisationsgrade bis zum 18. Lebensjahr deutlich rückläufig sind, in der Altersklasse von 15 bis 18 Jahren sogar um -7,3%. Vom 19. bis 26. Lebensjahr ergibt sich ein ganz leichtes Plus von 0,6%, anschließend jedoch wieder ein Minus von -1,6% in der Altersklasse bis 40 Jahre. Ab dem 41. Lebensjahr nehmen die Organisationsgrade erneut zu, am deutlichsten in der Klasse von 51 bis 60 Jahre (3%). Zum Vergleich: im DOSB sind die Organisationsgrade in allen Altersklassen ausgeglichen bis leicht steigend, lediglich in der Altersklasse von 15 bis 18 Jahren ergibt sich ein etwas deutlicherer Rückgang von -2,3% seit dem Jahr 2010. Während erwartungsgemäß die Männer in der LH Schwerin in allen Altersklassen deutlich weniger repräsentiert sind als im DOSB-Durchschnitt, sind die Unterschiede in Relation zum gesamten Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern 79 bemerkenswert, weil uneinheitlich. Im Alter von 0 bis 6 Jahren und 19 bis 40 Jahren liegen die Organisationsgrade unterhalb derer des LSB MV – ansonsten meist deutlich darüber. Organisationsgrad nach Altersgruppen (Jungen/Männer) 90 82 74 68 80 70 59 60 71 67 64 45 50 41 40 30 20 27 22 20 18 26 2122 29 191719 31 25 23 17 31 20 17 13 10 27 1314 9 0 0 - 6 Jahre 7 - 14 Jahre 15 - 18 Jahre 19 - 26 Jahre 27 - 40 Jahre 41- 50 Jahre 51 - 60 Jahre über 60 Jahre Schwerin 2010 Schwerin 2015 LSB MV 2015 DOSB 2015* Abbildung 28: Organisationsgrad nach Altersgruppen – Männer (eigene Darstellung, LSB MV 2015; DOSB 2015) (Angaben in %). *Für den DOSB liegen die Daten für das Alter von 41 bis 60 Jahre nur als eine gemeinsame Kategorie vor. Auch bei den Frauen zeigen sich für die jüngeren Jahrgänge bis zum Alter von 40 Jahren ausgeglichene bis deutlich negative Entwicklungen. Hier ist ebenfalls die Altersklasse von 19 bis 26 Jahren mit -4,9% – allerdings gemeinsam mit der Altersklasse von 0 bis 6 Jahren (-5%) – am stärksten betroffen. Im DOSB sind die Veränderungen moderater und liegen zwischen +2% (AK 19 bis 16 Jahre) und -1,3 (AK 7 bis 14 Jahre). Im Vergleich zum gesamten DOSB sind auch die Frauen in der LH Schwerin deutlich seltener Mitglied in einem Sportverein. In der Altersklasse 0 bis 6 Jahre sowie 19 bis 40 Jahre liegen sie sogar (wenn auch nur leicht) unter den Organisationsgraden des gesamten LSB MV. 80 Organisationsgrad nach Altersgruppen (Mädchen/Frauen) 70 62 60 5050 50 39 40 30 20 24 21 1617 47 42 37 26 24 18 9 9 11 10 10 8 8 21 1314 11 21 1113 9 15 15 12 8 0 0 - 6 Jahre 7 - 14 Jahre 15 - 18 Jahre 19 - 26 Jahre 27 - 40 Jahre 41- 50 Jahre 51 - 60 Jahre über 60 Jahre Schwerin 2010 Schwerin 2015 LSB MV 2015 DOSB 2015* Abbildung 29: Organisationsgrad nach Altersgruppen – Frauen (eigene Darstellung, LSB MV 2015; DOSB 2015) (Angaben in %). *Für den DOSB liegen die Daten für das Alter von 41 bis 60 Jahre nur als eine gemeinsame Kategorie vor. Festzuhalten bleiben hinsichtlich der Entwicklungen in den Altersklassen somit insbesondere die stark rückläufigen Organisationsgrade bei den Jungen bis 18 Jahren sowie bei den Mädchen von 0 bis 6 bzw. von 15 bis 18 Jahren. An dieser Stelle ist deshalb besonders auf die Richtlinie der Sportjugend Mecklenburg-Vorpommern zur Förderung der Jugendarbeit im Sport (Sportjugend Mecklenburg-Vorpommern, 2009) hinzuweisen, welche Vereinen mit Jugendabteilung, Stadt- und Kreissportbünde mit Sportjugenden sowie Landesfachverbänden mit Fachverbandsjugenden (sofern sie ordentliches und gemeinnütziges Mitglied des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern sind) Unterstützung im Bereich von Ferienund Freizeitmaßnahmen, Maßnahmen der sportlichen und allgemeinen Jugendarbeit, Maßnahmen der Jugendbildung und Projekten ermöglicht. 81 Vereins(-struktur)entwicklung Hinsichtlich der Vereinsgröße kann zwischen vier unterschiedlichen Vereinskategorien unterschieden werden (vgl. Heinemann & Schubert, 1994): Kleinstvereine (1 bis 100 Mitglieder), Kleinvereine (101 bis 300 Mitglieder), Mittelvereine (301 bis 1000 Mitglieder) und Großvereine (über 1000 Mitglieder). Die LH Schwerin zeichnet sich zwar in etwas geringerem Maße als der gesamte Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern, aber trotzdem noch deutlich durch einen hohen Anteil von Kleinst- und Kleinvereinen aus. Mit aktuell 1.818 Mitgliedern ist der Aktiv-Rehabilitations-Gesundheits- und Seniorensportverein ARGuS e. V. der größte Schweriner Sportverein (SSB Schwerin, 2016). Tabelle 37: Vereinsstruktur im SSB Schwerin (SSB Schwerin, 2016) und im LSB MV nach Mitgliederbestand (LSB MV, 2015). Großvereine (über 1000 Mitglieder) LH Schwerin 2016 (Anzahl) 1 LH Schwerin 2016 (Anteil in %) 1,1 LSB 2015 (Anteil in %) 1,0 Mittelvereine (301 bis 1000 Mitglieder) 15 16,9 7,5 Kleinvereine (101 bis 300 Mitglieder) 29 32,6 23,2 Kleinstvereine (bis 100 Mitglieder) 44 49,4 68,3 Mittel- und Großvereine haben häufig mit ihren vielfältigen, zielgruppenspezifischen Angeboten, die oft auch für Nicht-Mitglieder als Kursangebote zur Verfügung gestellt werden, besonders gute Voraussetzungen, um einen „Sport für Alle“ anzubieten. Fallspezifische Analysen hinsichtlich Möglichkeiten und Grenzen einer verstärkten Kooperation mehrerer Kleinst-, Klein- und Mittelvereine und ggf. daraus resultierende modellhafte Zusammenschlüsse zu mittelgroßen und großen Vereinen sollten auch in der LH Schwerin initiiert und gefördert werden. Angebotsstrukturen Der Stadtsportbund Schwerin listet in seiner Statistik 53 verschiedene Arten an Abteilungen, die weitgehend sportartbezogen definiert sind. An der Spitze der Statistik befinden sich allgemeine Sportgruppen mit 3.557 Mitgliedern insgesamt, gefolgt von Fußball mit 1.701, Behinderten-Rehasport mit 1.071 und Segeln/Surfen mit 1.032 Mitgliedern (SSB Schwerin, 2016)8 (vgl. Tab. 38). Die hohe Anzahl an Mitgliedern im Bereich Segeln/Surfen ist zwar durch die geographische Lage der LH Schwerin nicht überraschend, hebt die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns aber in ihrer Angebotsstruktur von typischen Vereinsangeboten in vielen anderen Städten und Regionen ab. 8 Die Daten beruhen auf einer Zuarbeit des Stadtsportbundes Schwerin für das Jahr 2016 und weichen dementsprechend leicht von der oben dargestellten Statistik des LSB Mecklenburg-Vorpommern des Jahres 2015 ab. 82 Tabelle 38: Mitgliederstärkste Sportarten im Vereinssport in der LH Schwerin im Jahr 2016 nach Geschlecht (SSB Schwerin 2016). männlich weiblich Gesamt allgem. Sportgruppe 1345 2212 3557 Fußball 1564 137 1701 Behinderten-/Rehasport9 266 805 1071 Segeln/ Surfen 809 223 1032 Schwimmen 362 384 746 Volleyball 416 300 716 Handball 357 254 611 Gymnastik 7 520 527 Bergsteigen 289 188 477 Angeln 390 78 468 Kanu (Drachenboot) 265 202 467 Tanzsport 92 317 409 Leichtathletik 210 168 378 Rudern 247 123 370 Tischtennis 298 70 368 Judo 234 101 335 Kanu 203 103 306 Turnen 71 212 283 Kegeln/ Bowling 157 102 259 Kobudo (Karate) 160 95 255 Tennis 158 92 250 Boxen 178 50 228 Badminton 147 78 225 Triathlon 121 70 191 Hockey 103 76 179 Seesport Gewichtheben/ Fitness/ Kraftsport 119 36 155 116 34 150 DLRG 90 56 146 Ju-Jutsu 116 20 136 Basketball 116 19 135 Fechten 72 61 133 Schach 124 5 129 Motorsport (ADMV) 116 6 122 Radsport 74 26 100 Schützen 74 14 88 Schützen (Bogenschießen) 58 25 83 Wandern 19 62 81 Aerobic 1 76 77 Motorbootsport 63 6 69 9 Die Zahlen aus den getrennten Kategorien „Behinderten-/Rehasport“ und „Rehasport“ der SSBStatistik wurden in dieser Tabelle zu einer Kategorie zusammengefasst. 83 Männlich weiblich Gesamt Tauchen 49 17 66 Faustball 26 38 64 Billard 46 6 52 Skisport 27 21 48 Sportakrobatik 0 41 41 Motorsport 20 7 27 Kung-Fu 15 10 25 Ringen 18 3 21 Aikido 11 9 20 Modellsport 12 1 13 Karate (KLVMV) 7 2 9 Rollsport, Inline-Skaten 7 1 8 American Football 2 0 2 9847 7562 17409 Ordnet man die in den Vereinen angebotenen Sportformen in größere Rubriken, so zeigt sich, dass die sportartübergreifenden Angebote mit knapp 25% stark vertreten sind. Mit 3.557 Mitgliedern spielen hier die allgemeinen Sportgruppen eine große Rolle, deren genaue inhaltliche Charakterisierung eben nur bedingt möglich ist. Gleiches gilt für den Bereich des Behinderten- bzw. Rehasports. An zweiter und dritter Stelle folgen die Wassersportarten (22%) sowie die Ballsportarten (19,6%). Bei Letzteren ist besonders der Fußballbereich mit 1.701 Mitgliedern dominierend und kann nach den allgemeinen Sportgruppen die zweithöchsten Mitgliederzahlen in der LH Schwerin aufweisen (vgl. Tab. 39). Tabelle 39: Vereinssport in der LH Schwerin im Jahr 2015 nach Rubriken (Angaben in %). Gesundheitsorientierte Sport- und Bewegungsformen Gymnastik, Bergsteigen, Tanzen, Wandern, Aerobic, Turnen Fußball, Volleyball, Handball, Hockey, Basketball, Faustball, American Football Schwimmen, Segeln/Surfen, Angeln, Wassersportarten Kanu(Drachenboot), Rudern, Kanu, Seesport, DLRG, Motorbootsport, Tauchen Judo, Kobudo (Karate), Boxen, Ju-Jutsu, Zweikampfsportarten Kung-Fu, Ringen, Aikido, Karate (KLVMV) Rückschlagspiele Tischtennis, Tennis, Badminton Sportartübergreifende allgemeine Sportgruppen, BehindertenAngebote /Rehasport Leichtathletik, Kegeln/Bowling, Triathlon, Gewichtheben/Fitness/Kraftsp., Fechten, Schach, Motorsport, Radsport, Schützen, Sonstiges Schützen (Bogenschießen), Billard, Skisport, Sportakrobatik, Motorsport, Modellsport, Rollsport, Inline-Skaten Gesamt Ballsportarten Mitglieder Anteil 2.225 12,8 % 3.408 19,6 % 3.825 22 % 1.029 5,9 % 843 4,8 % 4.257 24,5 % 1.822 10,5 % 17.409 100 % 84 D.2.2.2 Bedarfsanalysen – Ergebnisse der Sportvereinsbefragung Im Rahmen der durchgeführten Sportvereinsbefragung wurden die Vereine zunächst danach gefragt, ob Möglichkeiten zur weiteren Aufnahme von Mitgliedern bestehen. Darauf antwortete zwar nur ein Verein mit nein, allerdings erscheint der Anteil der Vereine, die nur in einzelnen Sportarten/ Abteilungen weitere Mitglieder aufnehmen können mit fast 46% relativ hoch (vgl. Abb. 30). Die Gründe für eingeschränkte Aufnahmemöglichkeiten wurden nur von wenigen Befragten angegeben. Genannt wurden hier fehlende Nutzungszeiten für die Sportstätten, fehlende Übungsleiter, die eingeschränkte Gruppengröße von Rehasportgruppen und bisher nicht erfolgte Initiativen von Seiten der Mitglieder, weitere Sportgruppen zu eröffnen. Aufnahmemöglichkeiten weiterer Mitglieder 60,0% 50% 50,0% 46% 40,0% 30,0% 20,0% 10,0% 2% 0,0% Aufnahme neuer Mitglieder möglich: Aufnahme neuer Mitglieder möglich: Keine Neuaufnahme von Mitgliedern in allen Sportarten/ Abteilungen in einzelnen Sportarten/ Abteilungen möglich Abbildung 30: Aufnahmekapazitäten der Sportvereine in Schwerin (Angaben in % der Vereine; ein Verein machte keine Angabe). 85 Angebotsspektrum und Zielgruppenorientierung Die Sportvereine in der LH Schwerin orientieren ihre Angebote eher an klassischen, sportartenorientierten Zielgruppen (vgl. Abb. 31). Aktuelle Angebote im Verein Angebote im Freizeit- und Breitensport 1,8 Spez. Angebote für Kinder und Jugendliche 2,7 Spez. Angebote für Senioren 3,0 Spez. Angebote für Frauen- und Mädchen 3,1 Leistungssportliche Talentförderung 3,2 Angebote im Gesundheitssport 3,4 Eltern-Kind-Sportangebote/ Familienangebote 3,8 Aktuelle Sport- und Bewegungstrends 4,0 Angebote für Menschen mit Behinderungen 4,0 Spez. Angebote für Vorschulkinder (3 bis 6 Jahre) 4,0 1 2 3 4 5 Abbildung 31: Welche Sport- und Bewegungsangebote bieten die Vereine aktuell an (1=Trifft voll zu; 5= Trifft überhaupt nicht zu)? (eigene Darstellung). Während die zahlenmäßig geringere Bedeutung spezifischer Angebote für Menschen mit Behinderung aufgrund der kleinen Zielgruppe nicht ungewöhnlich ist, erscheint eine stärkere Schwerpunktsetzung auf Vorschulkinder, Eltern-Kindbzw. Familienangebote, Bewegungstrends und Gesundheitssport höchst relevant für die Zukunftsfähigkeit der Vereine. Ein deutlicher Ausbau ist hier jedoch nur bedingt bzw. bei einigen Vereinen geplant (vgl. Abb. 32). Die Gründe hierfür dürften auch in den später näher erläuterten Problemlagen (insbes. fehlende Übungsleiter und Sportstätten) liegen. 86 Inwieweit werden sich die Angebote zukünftig verändern? Angebote im Freizeit- und Breitensport 2,6 Spez. Angebote für Senioren 2,8 Spez. Angebote für Kinder und Jugendliche 2,9 Angebote für Menschen mit Behinderungen 2,9 Angebote im Gesundheitssport 3,0 Spez. Angebote für Frauen- und Mädchen 3,0 Leistungssportliche Talentförderung 3,0 Eltern-Kind-Sportangebote/ Familienangebote 3,0 Aktuelle Sport- und Bewegungstrends 3,1 Spez. Angebote für Vorschulkinder (3 bis 6 Jahre) 3,3 1 2 3 4 5 Wird sich verändern (1=deutlicher Ausbau; 5=deutliche Reduzierung) Abbildung 32: Inwieweit werden sich die Angebote zukünftig verändern? (Mittelwerte: 1=Trifft voll zu; 5= Trifft überhaupt nicht zu)? (eigene Darstellung). Die Ergebnisse zeigen weiterhin, dass sehr viele Schweriner Vereine bereits teilweise oder umfassend Angebote für Nichtmitglieder bereitstellen. Ein geplanter weiterer Ausbau entsprechender Angebotsstrukturen ist hier im Mittel nicht festzustellen (vgl. Abb. 33). 87 Unser Verein ermöglicht derzeit auch Nichtmitgliedern einen guten Zugang zu seinem Angebot (z. B. über Schnupperangebote) 57,1 0,0 10,0 20,0 30,0 14,3 40,0 1 (trifft voll zu) 50,0 2 3 60,0 4 11,9 70,0 80,0 7,1 90,0 9,5 100,0 5 (trifft überhaupt nicht zu) Zugang für Nichtmitglieder zum Vereinsangebot (z. B. über Schnupperangebote) ist zukünftig geplant 7,3 0,0 29,3 10,0 20,0 56,1 30,0 40,0 1 (deutlicher Ausbau) 50,0 2 3 60,0 4 4,9 2,4 70,0 80,0 90,0 100,0 5 (deutliche Reduzierung) Abbildung 33: Zugang für Nichtmitglieder zum Vereinsangebot in der LH Schwerin – aktuelle Situation und zukünftige Entwicklungen (Angaben in %) (eigene Darstellung). Von den befragten Sportvereinen gaben 17 (40%) an, ihr Sport- und Bewegungsangebot zukünftig erweitern zu wollen. Für alle diese Vereine ist die Gewinnung neuer Mitglieder ein Grund. Hinzu kommen insbesondere konkrete Wünsche aus den Reihen der Mitglieder und Übungsleiter, aber auch die Notwendigkeit, auf demographische Entwicklungen zu reagieren (vgl. Abb. 34). Diesen Veränderungswillen gilt es, auf Sportangebote zu richten, die sich für die spezifischen Vereine an ihren Standorten und mit ihrem bisherigen Angebot als zukunftsträchtig erweisen. Auch wenn die Aufnahme von Trendsportarten, Angeboten für Kleinkinder oder Gesundheitssport nicht für alle Vereine zielführend erscheint, so ist deren Bedeutung insgesamt ausbaufähig. 88 Welche Gründe sind für die Aufnahme der neuen Sport- und Bewegungsangebote ausschlaggebend? …um neue Mitglieder zu gewinnen 18 ...um den Wünschen der Mitglieder / Übungsleiter… 11 …um auf die demographische Entwicklung zu reagieren 7 …um mehr Einnahmen zu erzielen 6 …um den Austritt von Mitgliedern zu verhindern 5 ...um gegenüber kommerziellen Sportanbietern… 2 …um freie Sportstättenkapazitäten besser zu nutzen 1 …sonstige Gründe 5 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 Abbildung 34: Gründe für die Aufnahme neuer Sport- und Bewegungsangebote in Schwerin, (Häufigkeiten, Mehrfachnennungen möglich). Gerade in der Konzipierungs- und Einführungsphase neuer Angebote können unter Umständen Fördermaßnahmen des Landessportbunds Mecklenburg-Vorpommern zielgerichtet genutzt werden. So bezieht sich die Richtlinie des LSB zur Förderung von Projekten des Breitensports insbesondere auf Breitensportmaßnahmen zur Zielgruppenförderungen, thematisch orientierten Sportangeboten und innovativen Modellvorhaben, die die Sportentwicklung fördern (Landessortbund MecklenburgVorpommern, 2010). Demografischer Wandel und Gesundheitsförderung Der demografische Wandel wird auch die Bevölkerungszusammensetzung in der LH Schwerin verändern. Bei der Befragung der Sportvereine wird ersichtlich, dass bereits ein Großteil die Folgen des demografischen Wandels spürt: 14% der Schweriner Sportvereine fühlen sich von einer Bevölkerungsabnahme betroffen, 27% merken den Rückgang von Kindern und Jugendlichen und 37% die Alterung der Bevölkerung (vgl. Abb. 35). Der Rückgang von Kindern und Jugendlichen kann die Zukunft von Sportvereinen beeinträchtigen, die Alterung der Bevölkerung bringt hingegen nicht nur Nachteile mit sich, sondern kann sich – wenn die Vereine in der Lage sind ein entsprechendes Angebot bereitzustellen – auch als Chance erweisen. 89 Inwieweit ist Ihr Sportverein von den folgenden demographischen Entwicklungen betroffen? (sehr stark/ stark betroffen) 37 40,0 20,0 27 14 8 0,0 Bevölkerungsabnahme Bevölkerungszunahme Rückgang der Anzahl an Kindern und Jugendlichen in der Bevölkerung Alterung der Bevölkerung Abbildung 35: Auswirkungen des demografischen Wandels auf Sportvereine in der LH Schwerin, Mehrfachnennungen, Angaben in % (kumulierte Werte „sehr stark betroffen“ und „stark betroffen“). Qualitativ hochwertige und zielgruppenorientierte Angebote, die auf die Bedürfnisse der älteren Bürgerinnen und Bürger zugeschnitten sind, bieten nicht zuletzt in Zeiten des demografischen Wandels vielversprechende und gesundheitspolitisch unterstützte Möglichkeiten für die Sportvereinsarbeit. Auch der Landessportbund MecklenburgVorpommern trägt dem Rechnung, indem er Projekte und Initiativen des LSB und seiner Mitgliedsorganisationen, die auf vereinsgebundenen Gesundheitssport ausgerichtet sind, innerhalb des Programmes „Sport und Gesundheit“ bündelt (LSB MV, 2016). Rund ein Viertel der Schweriner Sportvereine gab an, sich bereits (eher) stark im Gesundheitssport zu engagieren. Zu empfehlen ist eine verstärkte Orientierung am Qualitätssiegel "SPORT PRO GESUNDHEIT“. Dieses Qualitätssiegel hat der DOSB gemeinsam mit der Bundesärztekammer (BÄK) ins Leben gerufen. Mit ihm werden nachweislich qualitativ hochwertige Gesundheitssportangebote zertifiziert. Das Qualitätssiegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“ bietet die Möglichkeit, Nachfrager nach qualitativ hochwertigen Angeboten stärker als Zielgruppe anzusprechen und so bestenfalls Mitglieder zu gewinnen und zu binden. Von vielen Krankenkassen werden die Kosten für Kursgebühren anteilig übernommen. Mit 41% hat eine mittlere Anzahl an Sportvereinen in der LH Schwerin Kenntnis von dem Qualitätssiegel (vgl. Tab. 40). Derzeit verfügen jedoch nur 9% der Sportvereine über Sport- und Bewegungsangebote, die bereits mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet worden sind. Damit liegt die Zahl zwar im Bundesdurchschnitt. Angesichts der steigenden Nachfrage nach gesundheitsfördernden Sport- und Bewegungsangeboten sollte trotzdem ein Schwerpunkt zukünftiger Vereins- und Sportpolitik auf den Ausbau bestehender Strukturen in diesem Bereich gesetzt werden. Dieser Anspruch richtet sich in der LH Schwerin insbesondere an Mittelvereine und Großvereine, die eher über die notwendigen personellen, räumlichen und 90 logistischen Mittel verfügen, um Angebotserweiterungen vorzunehmen. Auch eine Passfähigkeit mit dem weiteren Angebot und der allgemeinen Ausrichtung der Vereine ist vorab zu prüfen. Tabelle 40: Anteil an Sportvereinen, die das Qualitätssiegel kennen bzw. deren Sportangebote bereits mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet worden sind. Land Mecklenburg- Deutsch- Vorpommern Land 41% 36% 35% 9% 7% 9% LH Schwerin Kenntnis des Qualitätssiegels „SPORT PRO GESUNDHEIT“ Angebot zertifizierte Kurse "SPORT PRO GESUNDHEIT" Das Verfahren der Zertifizierung durch den DOSB ist jedoch kritisch-konstruktiv zu hinterfragen. Die bundesweit sehr geringe Anzahl bislang zertifizierter Vereine deutet darauf hin, dass hier Optimierungsbedarfe bestehen. Neben dem Qualitätssiegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“ existiert zur Förderung des Gesundheitssportes das sogenannte Rezept auf Bewegung. Dieses wurde vom DOSB, der Bundesärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention ins Leben gerufen. In Mecklenburg-Vorpommern wird es vom Landessportbund, der Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung umgesetzt (Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern e.V. 2015a). Auf der Informationswebsite des Projektes für Mecklenburg-Vorpommern www.gesundheitssport-mv.de kann gezielt nach aktuellen Angeboten gesucht werden. Derzeit listet die Website für die LH Schwerin 210 konkrete Angebote (einzelne Kurse) verschiedener Schweriner Vereine auf. Das Rezept für Bewegung ist eine schriftliche Empfehlung für körperliche Aktivität, welche durch Ärzte ausgegeben werden kann. Es werden dadurch zwar keine Kurs- oder Vereinsgebühren erlassen, es kann aber als ein wichtiges Informations- und Beratungsinstrument dienen, um bisher nicht erreichte Zielgruppen anzusprechen. Von Seiten der aktuell oder in naher Zukunft gesundheitssportorientiert ausgerichteten Vereine gilt es, dieses Instrument zur Mitgliedergewinnung und Außendarstellung zu nutzen. Kooperationsbeziehungen Von den befragten Sportvereinen gaben 25 (56%) an, mit anderen Einrichtungen Kooperationsbeziehungen zu unterhalten. An erster Stelle stehen dabei Kooperationen mit anderen Sportvereinen (44% der Vereine) und mit Schulen (30% der Vereine). Deutlich ausbaufähig ist die Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten (11% der Vereine) sowie Senioreneinrichtungen (9% der Vereine), die bislang kaum stattfindet (vgl. Abb. 36). Auch die Kooperationen mit Krankenkassen stehen zwar an dritter Stelle, fallen aber mit 13% noch begrenzt aus. Dies geht einher mit einer ausbaufähigen Bedeutung des Gesundheitssports in den Schweriner Sportvereinen. Auch die bisher eher geringen Angebote für Vorschulkinder, die einen eher geringen Organisationsgrad dieser Zielgruppe bedingen, könnten durch 91 verstärkte Kooperationen verbessert werden. Verbesserte Kooperationsbeziehungen betreffen jedoch nicht nur die Angebote selbst, sondern auch die Nutzung von Räumlichkeiten. Zu prüfen ist, inwieweit insbesondere kleinere in Mehrzweckgebäuden integrierte Räumlichkeiten z. B. für Gymnastikangebote genutzt werden können. Die Sportvereine in der LH Schwerin sollten insgesamt in ihren Kooperationsbestrebungen bestärkt werden, um weitere Bürgerinnen und Bürger sowie spezifische Zielgruppen für Sport und Bewegung zu gewinnen. Darüber hinaus gaben 19% der befragten Vereine an, sich eine Fusion mit einem anderen Verein vorstellen zu können, was sich angesichts der vielen Kleinst- und Kleinvereine in der LH Schwerin in vielen Fällen als sinnvoll erweisen dürfte. Allerdings gaben neben drei Kleinst- und zwei Kleinvereinen und auch drei Mittelvereine an, sich eine Fusion vorstellen zu können. Kooperationen mit anderen Anbietern (in %) 50 44 40 30 29 20 11 13 10 7 7 9 0 Abbildung 36: Kooperationsbeziehungen der Sportvereine in der LH Schwerin (Anteil kooperierender Vereine in %; Mehrfachnennungen möglich). Nutzung von Sportanlagen und Bewegungsräumen Von den befragten Sportvereinen gaben 91% an, kommunale Sportstätten zu nutzen, 22% verfügen über eine eigene Sportstätte, 16% betreiben eine kommunale Sportstätte und 59% nutzen Sportstätten oder sonstige Räumlichkeiten anderer Einrichtungen (Mehrfachantworten möglich). Der Bedarf an weiteren Sportstätten ist relativ hoch: 34% der Vereine gaben an, weitere Sportstätten zu benötigen. Genannt werden hier vor allem Turnhallen und Fußballplätze, aber auch spezielle Sportstätten wie ein Vereinsgelände am Wasser für den Drachenbootsport oder Gelegenheiten zur Wassergymnastik. 92 Um diesen Bedarf zu decken, zielen die Vereine stark darauf ab, Sportstätten der Kommune oder anderer Einrichtungen nutzen zu können. So hielten es nur drei Vereine für eher wahrscheinlich und kein Verein für sehr wahrscheinlich, in den nächsten 10 Jahren eine (weitere) eigene Sportstätte zu bauen. Nur einer hielt es für eher wahrscheinlich, in den nächsten 10 Jahren eine Sportstätte als Betreiber zu übernehmen. Eine kostenfreie Nutzung kommunaler Sportstätten wird dabei sehr differenziert betrachtet, nur knapp die Hälfte der Befragten findet dieses Vorgehen richtig. Gründe hierfür könnten beispielsweise Bedenken über belegte aber ungenutzte Hallenzeiten sein, die bei Kostenfreiheit wahrscheinlicher erscheinen oder aber finanzielle Nachteile, die Vereine mit eigenen Sportstätten im Vergleich zu Nutzern (kostenfreier) kommunaler Einrichtungen fürchten. Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? Turn- und Sporthallen sollten am Wochenende für den Freizeitsport geöffnet werden 67 Die Nutzung von kommunalen Sportanlagen sollte kostenlos sein, auch wenn die Stadt / die Gemeinde / das Amt damit auf Einnahmen verzichtet 47 Bestehende Sportanlagen sollten um Sportmöglichkeiten für den nicht im Verein organisierten Freizeitsport ergänzt werden Sportplätze sollten auch für Nichtmitglieder zugänglich sein 36 29 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 90,0 100,0 Abbildung 37: Zustimmung zu Themen der Sportstättennutzung in Schwerin (kumulierte Werte „stimme voll zu“ und „stimme zu“), Mehrfachnennungen, (Angaben in %). Analysiert man den kommunalen Investitionsbedarf, den die Vereine im Bereich der Sportstätten sehen, so sticht die Modernisierung der Sporthallen und Sportplätze am deutlichsten heraus. Allerdings ist insgesamt festzustellen, dass mit Ausnahme des Baues weiterer Inlineskatingflächen (welche jedoch aus Sicht eines Vereines auch eher nicht im Fokus der Aufmerksamkeit stehen) der Handlungsbedarf insgesamt relativ hoch erscheint. 93 Wie wichtig erscheinen Ihnen mögliche kommunale Investitionen im Bereich Sport? Modernisierung der kommunalen Sporthallen 90 Modernisierung der kommunalen Sportplätze 85 Bewegungsfreundliche Umgestaltung der bestehenden… 69 Bau weiterer Radwege 69 Ausbau wohnortnaher Spiel- und Sportgelegenheiten 68 Unterstützung der vereinseigenen Sportstätten 68 Bau neuer wettkampfgerechter Sportstätten 66 Bau eines Schwimmbades 44 Bau weiterer Inline-Skating-flächen/Skateparks 25 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 80,0 90,0 100,0 Abbildung 38: Wichtigkeit kommunaler Investitionen im Bereich Sport (kumulierte Werte „sehr wichtig“ und „wichtig“; Angaben in %). Schwierigkeiten und Probleme der Sportvereine Auch in der LH Schwerin sehen sich die Sportvereine mit spezifischen Schwierigkeiten und Problemen konfrontiert. Die Sportvereine wurden gebeten, eine Einschätzung möglicher Problembereiche aus ihrer Sicht vorzunehmen (vgl. Abb. 39). Insbesondere die zeitliche Verfügbarkeit der Sportanlagen und die Bindung und Gewinnung ehrenamtlicher Übungsleiter wird von den Sportvereinen als problematisch eingestuft. Als weitere Problembereiche kristallisieren sich die Bindung und Gewinnung von Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportlern sowie die Eignung der Sportanlagen für die angebotenen Sportarten heraus. 94 Wie beurteilen Sie folgende (mögliche) Probleme Ihres Sportvereins? Zeitliche Verfügbarkeit der Sportanlagen 39 Bindung / Gewinnung ehrenamtl. Mitarbeiter / innen, Übungsleiter / innen 17 7 Bindung / Gewinnung von Kindern und Jugendlichen 44 59 25 29 45 Eignung der Sportanlagen für die angebotenen Sportarten 8 56 Kosten des Wettkampfbetriebs 36 54 Kosten für den Trainingsbetrieb 28 Bindung / Gewinnung von Mitgliedern 22 0 5 23 15 41 Örtl. Konkurrenz d. andere Sportvereine/ Einrichtungen/ komm. Sportanbieter 0 29 15 27 20 40 60 ein selbst lösbares Problem ein nur durch Hilfe Anderer lösbares Problem ein zurzeit unlösbares Problem 2 15 3 61 kein Problem 8 17 55 0 12 5 80 100 Abbildung 39: Probleme der Sportvereine in der LH Schwerin (Angaben in %). Weitere Aufschlüsse bietet die Analyse der Vereinskonzeptionen (Selbstwahrnehmung der Sportvereine) und die Einschätzung der Bedeutsamkeit ausgewählter Handlungsfelder der Vereinsarbeit durch die Bevölkerung (vgl. Abb. 40). Aus Sicht der Bevölkerung wird insbesondere dem Handlungsfeld „Zugang für Nichtmitglieder zum Vereinsangebot über Schnupperangebote“ (80%) große Bedeutung zugemessen. Hierunter ist ebenso der stark ausgeprägte Wunsch nach „Möglichkeiten zeitlich begrenzter Kurzmitgliedschaften“ (69%) zu fassen. Bei Gegenüberstellung mit der Selbstwahrnehmung der Vereine wird deutlich, dass die Vereine das Handlungsfeld Nichtvereinsmitglieder bereits sehr ernst nehmen und als ein Hauptbestätigungsfeld der Vereinsarbeit betrachten (71%). Große Diskrepanzen lassen sich beim Handlungsfeld „Angebote im Gesundheitssport“ ausmachen. Für über Dreiviertel (78%) der Bevölkerung ist dies ein sehr bedeutsames Merkmal von Vereinsarbeit. Allerdings kann dies derzeit nur von rund einem Viertel der Schweriner Sportvereine entsprechend bestätigt werden (24%). Ebensolche Unterschiede sind beim Handlungsfeld „Spezifische Sport- und Bewegungsangebote für Menschen mit Behinderungen“ festzustellen. Während die Bürgerinnen und Bürger hier ein zentrales Handlungsfeld der Vereinsarbeit sehen (61%), können entsprechende Angebote derzeit vollumfänglich nur von 7% der Vereine unterbereitet werden. Auch im Hinblick auf zielgruppenorientierte Sport- und Bewegungsangebote für Seniorinnen und Senioren, Mädchen und Frauen, Familien und Vorschulkinder bestehen deutliche Ausbaupotentiale. Diese Ergebnisse zeigen zum einen die Bereitschaft der Vereine, sich weiter zu öffnen (siehe Angebote Nichtvereinsmitglieder), unterstreichen jedoch zugleich die Notwendigkeit, auf die wachsende Bedeutung gesundheitssportlicher sowie zielgruppenorientierter Angebotsstrukturen zukünftig verstärkt zu reagieren. 95 Zugang für Nichtmitglieder zum Vereinsangebot über Schnupperangebote 80% 71% Angebote im Gesundheitssport 78% 24% Sport- und Bewegungsangebote für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche 77% 55% 71% 76% 70% Angebote im Freizeit- und Breitensport Erleichterter Zugang für sozial benachteiligte Menschen 36% 64% 69% 69% die relativ niedrige Beitragshöhe für Sport- und Bewegungsangebote im Verein Möglichkeit zeitlich begrenzter Kurzmitgliedschaften 37% Spezifische Sport- und Bewegungsangebote für Vorschulkinder (3 bis 6 Jahre) 64% 17% 62% Geselligkeit und Gemeinschaft Spezifische Sport- und Bewegungsangebote für Menschen mit Behinderungen 7% Seniorenspezifische Sport- und Bewegungsangebote 60% 31% Spezifische Eltern-Kind-Sportangebote/ Familienangebote 55% 12% Leistungssportliche Talentförderung 55% 41% Frauen- und mädchenspezifische Sport- und Bewegungsangebote 47% 45% 45% 43% 24% Zusammenarbeit mit anderen Sportvereinen Erleichterter Zugang für Menschen mit Migrationshintergrund 21% Kooperation mit kommerziellen Sportanbietern 42% 5% Aufnahme aktueller Trendsportarten 32% 7% 0% 81% 61% 10% Einschätzung der Vereinsarbeit durch die Bevölkerung 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% Selbstwahrnehmung der Vereine Abbildung 40: Einschätzung der Vereinsarbeit durch die Bevölkerung (kumulierte Werte „sehr bedeutsam“ und „bedeutsam“) im Vergleich zur Selbstwahrnehmung durch die Vereine (kumulierte Werte „trifft zu“ und „trifft voll zu“), (Angaben in %). 96 D.2.3 Sport und Bewegung in Schulen Die Situationsanalyse des Schulsports erfolgte auf der Basis einer Untersuchung des aktuellen Schulentwicklungsplans für allgemeinbildende Schulen der LH Schwerin (Planungszeitraum 2015/16 bis 2019/2020) sowie einer Befragung der ortsansässigen Schulen (Rücklauf: 27 von 36 Fragebögen). Über einen Online-Fragebogen wurden sowohl die quantitativen und qualitativen Rahmenbedingungen des Schulsports erfasst, so wie die Angebote zur Bewegung und Bewegungsförderung für Schülerinnen und Schüler über den regulären Sportunterricht hinaus (z. B. Pausengestaltung, Arbeitsgemeinschaften, Kooperationen mit außerschulischen Partnern). Außerdem erfolgte eine Einschätzung zu ausgewählten Merkmale einer „Bewegten Schule“ (vgl. Abb. 41) mit Blick auf die Identifikation künftiger „Bewegungspotenziale“, die gewinnbringend für eine Ganztagsschulentwicklung genutzt werden könnten. Ziel des Konzeptes der „Bewegungsfreundlichen Schule“ ist, den Schulalltag, Unterricht und die Pausengestaltung bewegungsfreundlicher zu gestalten. Für dieses Grundanliegen existieren in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Bezeichnungen: Neben „Bewegungsfreundliche Schule“ werden häufig auch Begrifflichkeiten wie „Bewegte Schule“ verwendet. Die Kultusministerkonferenz (Kultusministerkonferenz 2001, S. 4 f.) definiert das Anliegen einer „Bewegungsfreundlichen Schule“ wie folgt: „Bewegung als spezifische Aneignungsform der materialen und sozialen Umwelt besitzt wichtige Funktionen sowohl für die kindliche Entwicklung als auch für die Erfüllung des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags. Dieser Zusammenhang gewinnt vor dem Hintergrund der Veränderungen der Lebensbedingungen und des Bewegungslebens von Kindern und Jugendlichen tendenziell an Bedeutung. Im Kontext des schulischen Bildungsund Erziehungsauftrags ist daher die Förderung von Bewegung, Spiel und Sport nicht nur die Aufgabe des Schulfaches Sport, sondern eine Gestaltungsaufgabe für das Leben und Lernen in der Schule insgesamt.“ Bereits seit Mitte der 90er Jahre haben die Schulen und die Schulbehörden damit begonnen, Initiativen zur bewegungsfreundlichen Ausgestaltung der Schulräume und des Schullebens zu starten. Die entsprechenden Maßnahmen orientieren sich an der Leitidee einer „Gesunden Schule“ bzw. „Bewegungsfreundlichen Schule“. Das Leitbild der „Bewegungsfreundlichen Schule“ basiert auf folgenden Grundüberlegungen: - - Im Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule hat der Sportunterricht (das Fach Sport) die zentrale Aufgabe, die ganzheitliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen durch Bewegung, Spiel und Sport zu fördern. Bewegung, Spiel und Sport sollen in der Schule jedoch nicht nur Gegenstand eines Faches sein, dessen Inhalte in dafür ausgewiesenen Stunden unterrichtet werden. Auch der außerunterrichtliche Schulsport (z. B. die Bewegungspausen und der Pausensport, die Sportarbeitsgemeinschaften und Freiwilligen Schulsportgemeinschaften, die sportorientierten Angebote im Rahmen von Schullandheimaufenthalten und Schulfahrten, die Schulsportfeste, die sportlichen 97 - - - Veranstaltungen im Rahmen von Schulfesten und die Schulsportwettbewerbe) bildet einen wesentlichen Bestandteil des Schullebens. Darüber hinaus werden die Lernpotenziale von Bewegungs- und Körpererfahrung für möglichst alle Fächer und Bereiche schulischen Lernens nutzbar gemacht (z. B. zur Vermeidung fehlund einseitig belastender Körperhaltungen und bewegungsorientierter Stressabbauverfahren). Bewegung wird nicht zuletzt mit dem Ziel der Rhythmisierung des schulischen Alltags Bestandteil des Lebens und Lernens in der Schule. In diesem Sinne wird der Schulraum auch als Bewegungsraum und das Schulleben auch als Bewegungsleben aufgefasst und gestaltet. In einer „Bewegungsfreundlichen Schule“ ist die Bewegung nicht nur eine Aufgabe des Schulsports und damit der Sportlehrkräfte, sondern ein pädagogisches Gesamtanliegen der Schule und damit aller Instanzen und Personen, die für die Schule Verantwortung tragen. Eine Nachhaltigkeit wird nur erreicht, wenn die Bewegungsförderung zum pädagogischen Gesamtanliegen der Schule wird.“ Abbildung 41: Modell mit Strukturmerkmalen einer „Bewegten Schule“ (in Anlehnung an E. Balz, C. Kössler & P. Neumann (2001)). 98 D.2.3.1 Sportunterricht und außerunterrichtliches Angebot an Bewegungsformen und Sportarten Im Folgenden werden aus der obigen Abbildung 41 die Strukturmerkmale „Sportunterricht“ und „Außerunterrichtliche Bewegungsanlässe“ in Form von weiteren Bewegungsformen und Sportarten angesprochen. Der Sportunterricht wird in der LH Schwerin in der Regel den rechtlichen Vorgaben für die verschiedenen Schultypen entsprechend angeboten. Einige Schulen haben Sonderregelungen, die mit ihrem speziellen Profil zusammenhängen. So wird beispielsweise an einer Waldorfschule das waldorfspezifische Bewegungsfach Eurhythmie unterrichtet, so dass zwar nur zwei Sportstunden insgesamt aber vier Bewegungsstunden angeboten werden. Insgesamt führen die angegebenen Sonderregelungen aber zu keiner Reduktion der Bewegungszeiten. Die Frage, ob die generelle Einführung einer dritten Sportstunde für sinnvoll gehalten wird, beantworten 19 Schulen mit „ja“ und 6 Schulen mit „nein“ (zwei Schulen ohne Angabe). Alle bis auf drei Schulen (eine Schule ohne Angabe) bieten die laut Rahmenlehrplan vorgesehenen Kernsportarten an (Leichtathletik, Turnen/Gerätturnen, Gymnastik/Tanz, Fußball, Handball, Basketball, Volleyball und Schwimmen). Als Gründe für ein fehlendes Angebot werden angegeben: fehlende räumliche Ausstattung (1), fehlendes Material (1), fehlendes Fachpersonal (3) sowie fehlende Naturgegebenheiten (1). Sehr bemerkenswert ist die breite inhaltliche Angebotspalette von Bewegungsformen und Sportarten im außerunterrichtlichen Schulsport an fast allen Schulen (96%; vgl. Tab. 41). Hier wird von Bahnradsport und Line Dance über Golfen bis hin zu Cheerleading und Tanz schulartübergreifend ein breites Spektrum angeboten. Mit Blick auf die regionalen Möglichkeiten der Schulen ist das Angebot der Sportarten Kanu, Rudern und Drachenbootsport hervorzuheben. Bemerkenswert sind die Angebote Psychomotorik, Selbstverteidigung, Mädchensport, Gesunde Bewegung und Rollstuhlbasketball/-tanz, die möglicherweise zielgerichteter über alle Schultypen hinweg weiterentwickelt werden sollten. In der folgenden Tabelle 41 sind alle Sport- und Bewegungsformen aufgeführt, die im außerunterrichtlichen Schulsport in den unterschiedlichen Schultypen angeboten werden. 99 Tabelle 41: Sportarten und Bewegungsformen, die im außerunterrichtlichen Schulsport angeboten werden. Bewegungsform/ Schultyp Grundschule Regionale Gymnasium Gesamtschule Förderschule Berufliche Allg. bildende Berufliche (6) Schule (3) (1) (4) Schule Schulen in Schulen in (2) freier freier Trägerschaft Trägerschaft (7) (1) (3) Fußball 2 2 - - 2 - 1 - Volleyball 2 1 - - - 1 1 - Ballspiele 2 - - - - - - - Handball 6 - - - - - - - Judo 4 - - - - - 1 - Badminton 2 - - - - - - - Drachenboot 1 1 - - - 1 2 - Basketball 1 - - - - - - - Leichtathletik 1 - - - - - 1 - Gesunde 1 - - - - - - - Tanz 1 - 1 1 1 - 1 - Segeln 1 - - - - - - - Allg. Sportspiele - 1 - - - - 1 - Allg. Sportgruppe - 1 - - - - - - Tischtennis - 1 - - - - 2 - Bahnradsport - - 1 - - - - - Sportakrobatik - - 1 - - - - - Line Dance - - - 1 - - - - Psychomotorik - - - - 2 - - - Bewegung 100 Bewegungsform/ Schultyp Grundschule Regionale Gymnasium Gesamtschule Förderschule Berufliche Allg. bildende Berufliche (6) Schule (3) (1) (4) Schule Schulen in Schulen in (2) freier freier Trägerschaft Trägerschaft (7) (1) (3) Wandern - - - - 1 - - - Rollstuhlbasketball - - - - 1 - - - Mädchensport - - - - 1 - - - Rad fahren - - - - 1 - - - Rollstuhltanz - - - - 1 - - - Karate - - - - - - 1 - Zirkus - - - - - - 1 - Rudern - - - - - - 1 - Golfen - - - - - - 1 - Fechten - - - - - - 1 - Kanu - - - - - - 1 - Cheerleading - - - - - - 1 - Akrobatik - - - - - - 1 - Ballschule 1 Sport und Spiel 1 Joggen - - - - - - - 1 Selbstverteidigung - - - - - - - 1 101 Realisiert werden diese außerunterrichtlichen Sport- und Bewegungsangebote über Anrechnung auf das Lehrdeputat der Lehrkräfte (20 Nennungen), über externe Anbieter (teils kostenpflichtig; vier Nennungen) oder im Rahmen von Projekten (vier Nennungen). “Sonstiges“ wurde mit vier Nennungen erwähnt. Angegeben wurde hier die Realisierung über ehrenamtliche Übungsleiter, Schülerengagement und anderes Personal (Erzieherinnen und Erzieher, ÜL vom Träger; siehe auch Einzelauswertungen der Schulen in Tabelle 45). Positiv hervorzuheben ist, dass etwa die Hälfte der Schulen (13/27) angibt, außerunterrichtliche Bewegungsangebote über verlässliche Vereinskooperationen zu realisieren. Diese sind konkret: Fritz Reuter Schule: Neumühler Schule Schwerin: Friedensschule Schwerin: Grundschule John Brinckmann: Sprachheilpädagogisches Förderzentrum Schwerin: Berufsschule Wirtschaft+Verwaltung Schwerin: Pädagogium Schwerin: SV Einheit; BSC Schwerin; SV Grün-Weiss Schwerin Neumühler Sportverein, Fechtgemeinschaft SN, PSV Schwerin, SSC Schwerin SV Grün-Weiss Schwerin; SSC Schwerin; FC Mecklenburg; Ballsportschule Schwerin; Fechtverein Schwerin Grün-Weiss Schwerin, SC Traktor, Stiere (SV Mecklenburg Schwerin) SSC Schwerin Kanugemeinschaft Schwerin Winston Golf, Kanu- und Segelverein Schwerin, Ballsportschule Schwerin Fußballtrainer (ohne Vereinsangabe) (ohne Vereinsangabe) (ohne Vereinsangabe) (ohne Vereinsangabe) (ohne Vereinsangabe) Werner-v. Siemens- Schule: Grundschule am Mueßer Berg: Grundschule Heinrich Heine: Grundschule Lankow: RegS Erich Weinert: Mecklenburgisches Förderzentrum Schwerin: (ohne Vereinsangabe) Möglicherweise ist dieses Ergebnis auf das Sportfördergesetz des Ministeriums für Inneres und Sport des Landes MV aus dem Jahr 2002 zurückzuführen, durch das u. a. das Programm „Gemeinsam Sport in Schule und Verein“ gefördert wird. Dieses Programm wird auch ausdrücklich im Strategiepapier des Landessportbundes MV (2014) für den Zeitraum von 2014-2020 erwähnt. Die folgenden sechs Schulen äußern ausdrücklich (weitere) Kooperationswünsche. Hier bietet sich als Empfehlung die Partizipation an diesem Programm an. 102 Grundschule Friedensschule Schwerin Grundschule Lankow Sportgymnasium Schwerin SFZ Am Fernsehturm Albert-Schweitzer-Schule Weinbergschule D.2.3.2 Entwicklungspotenziale „Bewegungsfreundliche Schule“ Mit Blick auf den Ansatz einer „Bewegungsfreundlichen Schule“ stellte Kultusministerkonferenz (2001, S. 47) zusammenfassend und schlussfolgernd fest: die „Die Idee der „Bewegungsfreundlichen Schule“ ist – mit unterschiedlicher Gewichtung – Bestandteil der Schulentwicklung in allen Ländern. Folgender Grundkonsens kann festgestellt werden: - Mit der Idee der „Bewegungsfreundlichen Schule“ reagieren die Schulen und Schulbehörden der Länder auf die Veränderungen in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. - Die Idee der „Bewegungsfreundlichen Schule“ wird mit dem erweiterten Auftrag der Schule als einer „Stätte des Lebens und Lernens“ und dem Prinzip des „Lernens mit allen Sinnen“ pädagogisch begründet und als überfachliches erzieherisches Grundanliegen der Schule verstanden. - Die Umsetzung der Idee der „Bewegungsfreundlichen Schule“ erfolgt im Unterricht (bewegungs- und körperbezogenes Lernen in allen Fächern), in außerunterrichtlichen Angeboten (z. B. Pause, Arbeitsgemeinschaften, Schulfahrten und –feste, Sportgemeinschaften), im Rahmen der Schulorganisation (z. B. Stundenplangestaltung, Öffnung der Schule) und bei der Gestaltung des Schulraums (z. B. Pausenhof und Klassenräume). - Die Umsetzung unterschiedlicher Elemente der „Bewegungsfreundlichen Schule“ ist eine Aufgabe der gesamten Schule, d. h. aller für Unterricht und Schulleben verantwortlichen Personen und Institutionen. Dabei kommt den Sportlehrkräften und den Sportfachkonferenzen eine über den engeren fachlichen Rahmen hinausweisende wichtige und neue Funktion zu. - Eine nachhaltige Wirkung der Idee und der Umsetzung unterschiedlicher Elemente der „Bewegungsfreundlichen Schule“ kann am ehesten erzielt werden, wenn sie Bestandteil der Schulentwicklung (z. B. der Schulprogramme) ist bzw. wird.“ 103 Aufbauend darauf hat die Kultusministerkonferenz (KMK) 2007 zusammen mit der Sportministerkonferenz der Länder (SMK) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gemeinsame Handlungsempfehlungen für den Schulsport verabschiedet. Aktuell wurden diese Handlungsempfehlungen erneut aufgegriffen und der Aspekt der Inklusion integriert (KMK und DOSB 2017). Diese beziehen sich auf die Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung der folgenden vier Kernbereiche:     Schule als Bewegungs-, Spiel- und Sportwelt Sportunterricht und außerunterrichtlicher Schulsport Außerschulischer Sport Qualifizierung von Lehr- und Fachkräften „Die Idee der „bewegungsfreudigen Schule“ soll weiterverbreitet und fester Bestandteil der Schulprogramme sein“ (ebenda 2007, S.2). In den aktualisierten Handlungsempfehlungen werden alle innerschulischen und außerschulischen Bereiche für die nachhaltige Entwicklung von Bewegung, Sport und Teilhabe mit den jeweiligen Akteuren adressiert und mögliche Entwicklungslinien aufgezeigt (ebenda 2017). Für das Land Mecklenburg-Vorpommern ist in dem Schulentwicklungsbericht der KMK (2001) folgendes Projekt für Grundschulen genannt: „Gesundheitsförderung in neuen Bahnen“. Dieses Projekt bezog einige Elemente von bewegungsfreundlicher Schule mit ein, war konzeptionell aber breiter auf gesunde Lebensführung ausgelegt. Neben dem Landesprogramm „Gute gesunde Schule“ wird aktuell Bewegung und Schule über das bereits erwähnte Programm „Gemeinsam Sport in Schule und Verein“ realisiert. Im Sinne der KMKEmpfehlungen zur bewegungsfreundlichen Schule und mit Blick auf die Schnittmengen der zuvor genannten aktuellen Programme erscheint eine differenzierte bewegungsbezogene Qualitätsentwicklung in den vielfältigen Bereichen des Schulalltags sinnvoll. Konkrete Ableitungen dafür ermöglichen die Auswertungen der vorliegenden schulischen Daten. Bei der Zusammenfassung der vorliegenden Ergebnisse wird zunächst nach Schultypen differenziert. Daraus ist ein allgemeiner Überblick zur Qualitätsentwicklung hin zur „Bewegungsfreundlichen Schule“ ableitbar. Die inhaltlichen Bereiche, nach denen im OnlineFragebogen differenziert wurde, orientieren sich im Wesentlichen an den weiteren Komponenten des eingangs in Abbildung 41 dargestellten Modells. Das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam hat zur besseren Strukturierung diese Inhaltsbereiche in Strukturkomplexe mit dazugehörigen Strukturmerkmalen unterteilt (vgl. Tab. 42). 104 Tabelle 42: Strukturkomplexe und -merkmale einer „Bewegungsfreundlichen Zertifizierungsempfehlung bei 10 von 17 bereits vorhandenen Merkmalen. Schule“; Strukturkomplexe und Strukturmerkmale (Wissenschaftliche Empfehlung des INSPO) 0. Übergreifende Aspekte  Thematik ins Schulkonzept / Qualitätsleitbild integriert 1. Bewegter Unterricht  Formen des bewegten Lernens vorhanden  Bewegtes Sitzen vorhanden  Entspannungsphasen/Stille integriert  Ergonomische Möbel vorhanden  Schulhofgestaltung bewegungsanregend  Ruheräume und –zonen vorhanden  Bewegungspausen organisiert  Bewegungspausen individuell  sportorientierte AGs vorhanden  sportorientierte Klassenfahrten / Ausflüge  Sportfeste finden statt  lehrplanungsgerechter Sportunterricht erteilt  Sportförderunterricht angeboten  Bewegungshausaufgaben angeboten  innerschulisches Bewegungsteam vorhanden  Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) 2. Bewegte Räume 3. Bewegte Pause 4. Bewegtes Schulleben 5. Schulsport 6. Kooperation Es wurde abgefragt, ob bestimmte Merkmale schon vorhanden sind bzw. wo konkret Weiterentwicklungsinteresse besteht. Die Ergebnisse und weitere Aspekte der Befragung werden in Tabelle 43 differenziert nach Schultypen aufgeschlüsselt. Zusammenfassend lassen sich bezogen auf die einzelnen abgefragten Inhaltskomplexe folgende Feststellungen für die unterschiedlichen Schultypen treffen: - - An Grundschulen, Förderschulen, der IGS und Schulen in freier Trägerschaft werden die einzelnen Merkmale der Strukturkomplexe am häufigsten als „vorhanden“ angegeben. Hervorzuheben ist, dass an fast allen Grundschulen (5/6), der IGS und Schulen in freier Trägerschaft (6/7) das Gesamtthema bereits ins Schulkonzept oder Qualitätsleitbild integriert ist. 105 - - - - An den drei Regionalschulen sind zwar Defizite erkennbar, aber gleichzeitig besteht Interesse, sich bezogen auf bestimmte Merkmale weiterzuentwickeln bzw. besteht Weiterbildungsinteresse z. B. im schulischen Gesundheitsmanagement. An den drei Gymnasien und zwei beruflichen Schulen sind merkmalsbezogene Ansätze der bewegungsfreundlichen Schulentwicklung ebenfalls eher gering ausgeprägt und hier ist zudem auch kein Interesse an Weiterentwicklung oder Weiterbildung erkennbar. Die eine private berufliche Schule hat zwar Interesse, sich merkmalsbezogen weiterzuentwickeln, Beratungs- oder Weiterbildungsinteresse wird jedoch nicht bekundet. Obwohl bei den zuerst genannten Schultypen in der Gesamtanalyse der Ergebnisse ein erfreulich hoher Entwicklungsstand im Kontext „Bewegungsfreundliche Schule“ erkennbar ist, wird kein Interesse an einer Zertifizierung (Ausnahme: Schulen in freier Trägerschaft (3/6)) bekundet. Hier besteht möglicherweise ein Informationsdefizit, dass dringend behoben werden sollte. 106 Tabelle 43: Erfüllungsstand (vorhanden bzw. ja/nein) und Weiterbildungsinteresse (Interesse) bezogen auf Einzelmerkmale in den unterschiedlichen Schultypen. Strukturkomplexe und dazugehörige Merkmale Grundschulen Regionalschulen Gymnasien IGS (6) (3) (3) (1) Übergreifende Aspekte Thematik ins Schulkonzept / Qualitätsleitbild integriert vorhanden Bewegter Unterricht vorhanden Interesse Formen des bewegten Lernens vorhanden 2 2 1 1 Bewegtes Sitzen vorhanden 2 4 1 1 1 1 1 1 vorhanden Interesse vorhanden Interesse Ergonomische Möbel vorhanden 2 1 1 Schulhofgestaltung bewegungsanregend 3 1 1 2 1 1 vorhanden Interesse Entspannungsphasen/Stille integriert Bewegte Räume Ruheräume und –zonen vorhanden Bewegte Pause 5 Bewegungspausen organisiert 4 Bewegungspausen individuell 4 Bewegtes Schulleben nein vorhanden vorhanden nein vorhanden nein vorhanden 1 2 1 1 1 vorhanden Interesse vorhanden Interesse vorhanden vorhanden Interesse Interesse vorhanden sportorientierte AGs vorhanden sportorientierte Klassenfahrten / Ausflüge werden angeboten 5 1 4 1 Sportfeste finden statt 5 Schulsport vorhanden Sportförderunterricht angeboten 5 1 Bewegungshausaufgaben angeboten 2 lehrplanungsgerechter Sportunterricht erteilt Kooperation innerschulisches Bewegungsteam vorhanden vorhanden Interesse 2 Interesse vorhanden vorhanden 1 Interesse 1 1 1 1 Interesse vorhanden Interesse 1 vorhanden 1 Interesse vorhanden 1 1 1 1 Interesse vorhanden 1 1 1 2 vorhanden 1 1 Interesse Interesse 1 1 1 nein Interesse vorhanden Interesse Interesse 1 1 vorhanden Interesse vorhanden Interesse vorhanden 1 2 1 1 1 Interesse vorhanden Interesse 107 Strukturkomplexe und dazugehörige Merkmale Grundschulen Regionalschulen Gymnasien IGS (6) (3) (3) (1) Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) 6 Weitere Aspekte der Befragung Beratungsinteresse in Richtung gesunde / bewegungsfreundliche Schule Interesse an Zertifizierungsverfahren „Bewegungsfreundliche Schule“ Weiterbildungsinteresse an schulischem Gesundheitsmanagement Ja Strukturkomplexe und dazugehörige Merkmale Übergreifende Aspekte 1 1 1 nein ja nein 5 1 2 3 1 5 1 2 2 1 4 2 1 3 Förderschulen Berufliche Schulen (4) (2) ja nein Trägerschaft Schulen (7) (1) vorhanden nein vorhanden 2 2 1 1 6 vorhanden Interesse vorhanden Interesse vorhanden Interesse Bewegtes Sitzen vorhanden 2 2 5 3 1 1 Entspannungsphasen/Stille integriert 2 6 Formen des bewegten Lernens vorhanden Bewegte Räume vorhanden Interesse Schulhofgestaltung bewegungsanregend 2 2 1 1 Ruheräume und –zonen vorhanden 3 Ergonomische Möbel vorhanden Bewegte Pause Bewegungspausen organisiert Bewegungspausen individuell Bewegtes Schulleben sportorientierte AGs vorhanden Interesse nein vorhanden Interesse 1 3 1 vorhanden Interesse vorhanden Interesse vorhanden Interesse 3 4 1 1 1 1 vorhanden 1 Interesse vorhanden 5 Interesse 1 1 1 Interesse 4 3 vorhanden Interesse 1 vorhanden vorhanden nein 1 4 vorhanden 3 vorhanden 1 Private Berufliche nein Bewegter Unterricht nein Schulen in freier vorhanden Thematik ins Schulkonzept / Qualitätsleitbild integriert ja vorhanden Interesse 1 1 Interesse vorhanden 1 Interesse 108 Strukturkomplexe und dazugehörige Merkmale Förderschulen Berufliche Schulen (4) (2) sportorientierte Klassenfahrten / Ausflüge werden angeboten 3 Sportfeste finden statt 3 Schulsport vorhanden Trägerschaft Schulen (7) 1 Interesse 3 Sportförderunterricht angeboten 2 2 1 vorhanden Interesse Kooperation innerschulisches Bewegungsteam vorhanden Private Berufliche 4 lehrplanungsgerechter Sportunterricht erteilt Bewegungshausaufgaben angeboten Schulen in freier vorhanden (1) 6 Interesse 1 vorhanden 1 1 1 Interesse 6 vorhanden 1 1 vorhanden Interesse 1 vorhanden 1 1 Interesse vorhanden 2 Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) 2 2 Weitere Aspekte der Befragung Beratungsinteresse in Richtung gesunde / bewegungsfreundliche Schule Interesse an Zertifizierungsverfahren „Bewegungsfreundliche Schule“ Weiterbildungsinteresse an schulischem Gesundheitsmanagement Ja nein Interesse Interesse 1 3 1 nein ja nein 4 2 2 4 1 4 2 3 3 1 4 2 6 ja ja nein 1 109 Aus Abbildung 42 wird deutlich, welche Punktzahl die einzelnen Schultypen im Schnitt erreichen. Während Grundschulen, Förderschulen, Schulen in freier Trägerschaft und die Gesamtschule im Schnitt bereits zum jetzigen Zeitpunkt das angesetzte Kriterium (10 von 17 Merkmalen) erreichen, sind Gymnasien, berufliche (private) Schulen und Regionalschulen in diesem Bereich eher schlecht aufgestellt. Berechnet man den Mittelwert über alle Schulen hinweg, so ergibt sich ein Durchschnitt von 7,4 von 17 Punkten. Ø erreichter Wert aller Schulen 7,4 Punkte max. Punktzahl 17 12 10 8 10,2 9 9 9,5 7 6 4 3,7 2 2,7 3 0 Abbildung 42: Erfüllungsstand Merkmale „Bewegungsfreundliche Schule“ LH Schwerin (Ø erreichter Wert über alle Schulen gemittelt: 7,4). Nach der schultypenbezogenen Analyse richtet sich der folgende Auswertungsaspekt auf die Analyse der in Tabelle 44 vorgestellten Einzelmerkmale über alle Schulen hinweg. Wie aus Tabelle 44 hervor geht, werden hier Stärken (Merkmale sind an bis zu 50% der Schulen vorhanden) und Schwächen (Merkmale sind bei weniger als 50% der Schulen vorhanden) einander gegenübergestellt. 110 Tabelle 44: Einzelmerkmale über alle Schulen hinweg (n=25; ohne Abendgymnasium und Schweriner Haus (k.A.)) Stärken Strukturmerkmal Lehrplangerechter Sportunterricht Sportfeste Integration ins Schulkonzept Entspannungsphasen Sportorientierte AGs Sportorientierte Klassenfahrten Individuelle Bewegungspause Schwächen/Probleme über 50% 100% 80% Strukturmerkmal Organisierte Bewegungspausen Schulhofgestaltung bewegungsanregend weniger als 50% 40% 40% 63% Formen bewegten Lernens 36% 60% Bewegtes Sitzen 32% 60% Vereinskooperationen 36% 56% Ruheraum 32% 52% Ergonomische Möbel 28% Förderunterricht 20% Bewegungshausaufgaben 20% Innerschulisches Bewegungsteam 20% Die Ergebnisse zeigen, dass die Schulen der LH Schwerin in einer Reihe von Merkmalen bereits "gut" aufgestellt sind (z. B. „Lehrplangerechter Sportunterricht“, „Entspannungsphasen“, „Sportfeste“, „Integration ins Schulkonzept“ oder „sportorientierte AGs“). In einigen Bereichen sind didaktische "Unsicherheiten" erkennbar (z. B. „Bewegtes Sitzen“, „Bewegungshausaufgaben“ oder „Förderunterricht“). Hier ist auf schulinterner Ebene Entwicklungspotenzial vorhanden, das ggf. durch externe Beratungen ausgebaut werden könnte. Schulpolitische Grundsatzfragen treten hingegen bei Defiziten in den Bereichen „Ergonomische Möbel“, „Ruheräume“ und „Schulhofgestaltung“ zu Tage. Hier ist die Politik gefragt. Ein Vergleich mit den Ergebnissen aus der Stadt Schweinfurt zeigt in diesem Bereich der Merkmalsausprägungen „Bewegungsfreundliche Schule“ die folgende Tabelle (vgl. Abb. 43): 111 Lehrplangerechter Sportunterricht Sportfeste 61% Integration ins Schulkonzept 53% Entspannungsphasen 39% Sportorientierte AGs 39% Sportorientierte Klassenfahrten 52% 40% 42% 36% 19% Schwerin Schweinfurt 36% 19% 50% 32% 32% 39% Ruheraum Ergonomische Möbel 56% 40% 25% Formen bewegten Lernens Bewegtes Sitzen 63% 60% 42% Schulhofgestaltung bewegungsanregend Vereinskooperationen 80% 60% 33% Individuelle Bewegungspause Organisierte Bewegungspause 100% 69% 17% 28% Förderunterricht 20% 22% Bewegungshausaufgaben 20% 19% Innerschulisches Bewegungsteam 11%20% Abbildung 43: Vergleich vorhandene Merkmale „Bewegungsfreundliche Schule“ LH Schwerin (berücksichtigt n = 25 Schulen) mit Stadt Schweinfurt (berücksichtigt n = 36). Es wird deutlich, dass in den beteiligten Schulen der LH Schwerin bereits eine wesentlich größere Anzahl von Merkmalen einer „Bewegungsfreundlichen Schule“ vorhanden sind. Lediglich bei den Merkmalen „Formen bewegten Lernens“ und „Ruheräume“ zeichnen sich in der Stadt Schweinfurt (leichte) Vorteile ab. Erkennbar ist aber auch, dass die Stärken und Schwächen beider Städte in diesem Bereich in der Tendenz ähnlich gelagert sind. 112 Schulische Einzelanalyse Über eine schulische Einzelanalyse lassen sich zielführende Impulse für eine konkrete Qualitätsentwicklung ableiten. So lässt sich beispielweise auch direkt erkennen, welche Schulen laut ihrer Selbstauskunft bereits zum jetzigen Zeitpunkt auf gutem Weg sind, Kriterien für eine Zertifizierung zur „Bewegungsfreundlichen Schule“ zu erfüllen. Die Option für eine Zertifizierung könnte in Kooperation mit der FHSMP ausgestaltet werden. Grundlage bestehender Ideen in diese Richtung sind die bereits genannten Strukturkomplexe und dazugehörigen Merkmale (vgl. Tab. 42). Bei der Untersuchung der einzelnen Schulen wurde das Vorhandensein von 10 der 17 Merkmale als Kriterium für die Eignung für eine Zertifizierung angesetzt. Wie die Ergebnisse aus Tabelle 45 zeigen, weisen ca. 33,3% aller Schulen (9 von 27 allen teilgenommenen Schulen) in der LH Schwerin erkennbare Strukturen einer „Bewegungsfreundlichen Schule“ auf. Sie erfüllen laut ihrer Selbstauskunft bereits zum jetzigen Zeitpunkt 10 von 17 erfüllten Merkmalen, was den in der DSB-SPRINT-Studie (2006) bundesweit bestimmten Trend (23%) weit übertrifft. Obwohl sich interessante Entwicklungspotenziale hin zur „Bewegungsfreundlichen Schule“ aus diesen positiven schulbezogenen Analysen der Einzelmerkmale (vgl. Tab. 45) ableiten lassen, besteht eher wenig Interesse an einer Zertifizierung. Hier besteht möglicherweise ein Informationsdefizit, das dringend ausgeräumt werden sollte. Aus schul- und gesundheitsrelevanten Gründen sollten daher folgende Überlegungen geprüft werden:   Das Auditverfahren „Gute gesunde Schule“ wurde in M.-V. aktuell eingestellt. Gleichzeitig sollen im Land neue gesundheitsbezogene Zielprozesse initiiert werden („Strategiepapier „Gesundheitsziele für Kinder und Jugendliche „Chancengleich gesund aufwachsen in M.-V.“). Mit dem Ziel, eine gesundheitsbezogene Schulentwicklung voranzutreiben, könnten als Ansprechpartner die „Landesvereinigung für Gesundheitsförderung“ bzw. das „Aktionsbündnis für Gesundheit“ des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit dienen. Darüber hinaus liefert das Bundesministerium für Gesundheit 2016 mit seiner „Nationalen Empfehlung für Bewegung und Gesundheitsförderung“ konkrete Orientierungspunkte. Gezielte Impulse zur Bewegungsförderung in der Schule könnte zudem die vorliegende Studie liefern. Hier sind die Bereiche „Bewegungsfreundliche Schule“, die Ganztagsschulentwicklung sowie die Sportstättensituation zu nennen. Schulen sollten sich zu Orten der Bewegung entwickeln. Zu prüfen wäre die Option, allen Schulen zu empfehlen, das Ziel einer „Bewegungsfreundlichen Schule“ in bestehende Schulprogramme aufzunehmen, um somit zugleich die Voraussetzung für ein Qualitätssiegel „Gesunde Schule“ zu verbessern. 113    Im Rahmen dieser Qualitätsoffensive könnten sowohl die Qualitätskriterien zur Beurteilung als auch die Möglichkeit einer Zertifizierung „Bewegungsfreundliche Schule“ erläutert sowie Probleme der einzelnen Schulen aufgenommen werden. Für jene Schulen, die sich einer möglichen Qualitätsoffensive „Bewegungsfreundliche Schule“ konkret zuwenden wollen, kann ein differenzierter Maßnahmenplan in Abstimmung zwischen allen Beteiligten (Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, zuständige Fachbereiche der Kommunalverwaltungen, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Fachraumbedarf Schulsport, INSPO/FHSMP u. a.) empfohlen werden. Dazu könnte ein mobiles Beratungsteam initiiert werden, dessen Aufgabe es sein könnte, über den direkten Kontakt mit den Schulen einen Maßnahmenplan zu entwickeln. Im Anschluss an eine Vorortbesichtigung durch alle Beteiligten kann eine gemeinsame Zielvereinbarung geschlossen werden. Die folgenden neun Schulen erfüllen bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Vielzahl von Strukturmerkmalen (mindestens 10 von 17 Kriterien) einer „Bewegungsfreundlichen Schule“ und es erscheint für sie lohnenswert, dieses Qualitätssiegel anzustreben: - Friedensschule Schwerin Grundschule am Mueßer Berg Grundschule John Brinckmann SFZ Am Fernsehturm Albert Schweitzer Schule Mecklenburgisches Förderzentrum Schwerin Pädagogium Schwerin Weinbergschule Neumühler Schule Schwerin Drei Schulen haben - teils konkrete - Beratungswünsche in Richtung gesunde bzw. bewegungsfreundliche Schule: - Astrid-Lindgren-Schule Montessori – Schule Schwerin Weinbergschule Interesse an einer Zertifizierung zur „Bewegungsfreundlichen Schule“ bekunden vier Schulen: - Astrid-Lindgren-Schule Neumühler Schule Schwerin Montessori – Schule Schwerin Weinbergschule 114 Die folgenden zehn Schulen melden Weiterbildungsbedarfe im Gesundheitsmanagement an und konkretisieren diesen teilweise auch bereits: - Grundschule Lankow - Astrid-Lindgren-Schule - RegS Erich Weinert - IGS B.-Brecht - Neumühler Schule Schwerin - Freie Waldorfschule Schwerin - Montessori – Schule Schwerin - Pädagogium Schwerin - Weinbergschule - BIP – Kreativitätsgrundschule Bereich Finanzierungsmöglichkeiten ergeben sich z. B. durch die Krankenkassen. Möglichkeiten ergeben sich hier aus dem neuen Präventionsgesetz (konkret: Bundestagsdrucksache 18/5261, Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit (14. Ausschuss) zu dem Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention vom 17. Juni 2015). Die konkreten GKV-Handlungsempfehlungen zur Umsetzung u. a. des Settingansatzes greifen hier: GKV-Spitzenverband (2014) Leitfaden Prävention. Handlungsfelder und Kriterien des GKV-Spitzenverbandes zur Umsetzung des §§ 20 und §§ 20a SGB V vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom Dezember 2014. Berlin (Paragraph 20). Etwa die Hälfte der Schulen gibt an, mit dem Ganztagsangebot ihrer Schule zufrieden zu sein (13 von 27). Insgesamt fünf Schulen melden hier (konkreten) Weiterentwicklungsbedarf an: - RegS Erich Weinert Sportgymnasium Schwerin Sprachheilpädagogisches Förderzentrum Schwerin SFZ Am Fernsehturm BIP – Kreativitätsgrundschule Für diese Schulen könnte das breit angelegte sogenannte „50-Millionen-Euro-Paket“ des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes interessant sein. In diesem seit dem Schuljahr 2014/15 laufenden Paket sind unter anderem 6 Millionen Euro jährlich für konkrete Unterstützungsmaßnahmen für eine bessere Qualität der Angebote in der Ganztagsschule aufgeführt, die z. B. für den Ausbau und die Weiterentwicklung von Sportund Bewegungsangeboten durch die Finanzierung externer Unterstützungsleistungen, genutzt werden können (http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/bm/Bildung/Schule/50Mio-Euro-f%C3%BCr-die-Schulen/). Möglicherweise ist es sinnvoll, dieses Programm mit dem weiter oben im Bericht bereits beschriebenen Programm „Gemeinsam Sport in Schule und Verein“ gedanklich zusammenzuführen. Dieses Programm wird auch ausdrücklich im Strategiepapier des Landessportbundes MV (2014) für den Zeitraum von 2014-2020 erwähnt. 115 Bei allen aufgeführten Schulen ist eine entsprechende Kontaktaufnahme zu empfehlen. Die übrigen Schulen können aus den möglichen Diskussionen zum Gesundheitsmanagement und möglichen Maßnahmenvereinbarungen zur Schulentwicklung („Bewegungsfreundliche Schule“) Rückschlüsse zum eigenen Qualitätsmanagement ziehen und entsprechende Entwicklungen einleiten. 116 Tabelle 45: Strukturmerkmale einer Bewegungsfreundlichen Schule in den Schulen der LH Schwerin (+ = vorhanden; o = Interesse vorhanden; - = nicht vorhanden; kA = keine Angabe). Grundschulen (+ = vorhanden; o = Interesse vorhanden; - = nicht vorhanden; kA = keine Angabe) Grundschule Fritz-Reuter 0. Übergreifende Aspekte Thematik ins Schulkonzept / Qualitätsleitbild integriert 1. Bewegter Unterricht Formen des bewegten Lernens vorhanden Bewegtes Sitzen vorhanden Entspannungsphasen/Stille integriert 2. Bewegte Räume Ergonomische Möbel vorhanden Schulhofgestaltung bewegungsanregend Ruheräume und –zonen vorhanden 3. Bewegte Pause Bewegungspausen organisiert Bewegungspausen individuell 4. Bewegtes Schulleben sportorientierte AGs vorhanden sportorientierte Klassenfahrten / Ausflüge werden angeboten Sportfeste finden statt 5. Schulsport lehrplanungsgerechter Sportunterricht erteilt Sportförderunterricht angeboten Bewegungshausaufgaben angeboten Friedensschule Schwerin Grundschule am Mueßer Berg Grundschule Heinrich Heine Grundschule Lankow Grundschule John Brinckmann k.A. + + + + + k.A. 0 + 0 k.A. + k.A. k.A. 0 0 + + k.A. + k.A. + + + k.A. + + k.A. k.A. 0 k.A. + + + k.A. 0 k.A. 0 + k.A. k.A. 0 k.A. k.A. k.A. + + + + + + k.A. + + k.A. + + + + + k.A. + + + k.A. + k.A. + + + + + + + + + + + k.A. k.A. + + k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. + 0 k.A. 117 Grundschule Fritz-Reuter 6. Kooperation innerschulisches Bewegungsteam vorhanden Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) Weitere Aspekte Beratungsinteresse in Richtung gesunde / bewegungsfreundliche Schule Interesse an Zertifizierungsverfahren „Bewegungsfreundliche Schule“ Weiterbildungsinteresse an schulischem Gesundheitsmanagement Zufriedenheit mit Weiterentwicklung im Ganztagsangebot Friedensschule Schwerin Grundschule am Mueßer Berg Grundschule Heinrich Heine Grundschule Lankow Grundschule John Brinckmann k.A. 0 0 k.A. k.A. + SV Einheit; BSC Schwerin; Grün-WeissSportverein SV Grün-Weiss SSC Schwerin; FC Mecklenburg; BallsportCentrum Schwerin; Fechtverein Schwerin k.A. k.A. k.A. Grün-Weiss, SC Traktor, Stiere k.A. - - - - - k.A. - - - - - k.A. - - - + - k.A. + k.A. k.A. + Keine Ganztagsschule 118 Regionale Schulen (+ = vorhanden; o = Interesse vorhanden; - = nicht vorhanden; kA = keine Angabe) Astrid Lindgren 0. Übergreifende Aspekte Thematik ins Schulkonzept / Qualitätsleitbild integriert 0 1. Bewegter Unterricht Formen des bewegten Lernens vorhanden 0 Bewegtes Sitzen vorhanden 0 Entspannungsphasen/Stille integriert 0 2. Bewegte Räume Ergonomische Möbel vorhanden 0 Schulhofgestaltung bewegungsanregend 0 Ruheräume und –zonen vorhanden 0 3. Bewegte Pause Bewegungspausen organisiert 0 Bewegungspausen individuell + 4. Bewegtes Schulleben sportorientierte AGs vorhanden 0 sportorientierte Klassenfahrten / Ausflüge werden angeboten 0 Sportfeste finden statt + 5. Schulsport lehrplanungsgerechter Sportunterricht erteilt + Sportförderunterricht angeboten 0 Bewegungshausaufgaben angeboten + 6. Kooperation innerschulisches Bewegungsteam vorhanden 0 Werner-v.-Siemens RegS Erich Weinert + 0 k.A. k.A. + k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. + k.A. k.A. k.A. + k.A. k.A. + k.A. k.A. + k.A. 119 Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) Weitere Aspekte Beratungsinteresse in Richtung gesunde / bewegungsfreundliche Schule Interesse an Zertifizierungsverfahren „Bewegungsfreundliche Schule“ Weiterbildungsinteresse an schulischem Gesundheitsmanagement Zufriedenheit mit Weiterentwicklung im Ganztagsangebot Astrid Lindgren k.A. Werner-v.-Siemens Fußballtrainer RegS Erich Weinert k.A. + - - + - - + - + k.A. + 30 Neigungsangebote mehr Stunden u. entsprechend das Personal 120 Gymnasien (+ = vorhanden; o = Interesse vorhanden; - = nicht vorhanden; kA = keine Angabe) Sportgymnasium Schwerin 0. Übergreifende Aspekte Thematik ins Schulkonzept / Qualitätsleitbild integriert 1. Bewegter Unterricht Formen des bewegten Lernens vorhanden Bewegtes Sitzen vorhanden Entspannungsphasen/Stille integriert 2. Bewegte Räume Ergonomische Möbel vorhanden Schulhofgestaltung bewegungsanregend Ruheräume und –zonen vorhanden 3. Bewegte Pause Bewegungspausen organisiert Bewegungspausen individuell 4. Bewegtes Schulleben sportorientierte AGs vorhanden sportorientierte Klassenfahrten / Ausflüge werden angeboten Sportfeste finden statt 5. Schulsport lehrplanungsgerechter Sportunterricht erteilt Sportförderunterricht angeboten Bewegungshausaufgaben angeboten 6. Kooperation innerschulisches Bewegungsteam vorhanden Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) Weitere Aspekte Beratungsinteresse in Richtung gesunde / bewegungsfreundliche Schule Interesse an Zertifizierungsverfahren „Bewegungsfreundliche Schule“ Goethe Gymnasium Schwerin Abendgymnasium + 0 k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. 0 0 k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. + k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. + k.A. k.A. + k.A. k.A. + + k.A. + k.A. k.A. k.A. k.A. + k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. - - - - - k.A. 121 Weiterbildungsinteresse an schulischem Gesundheitsmanagement Zufriedenheit mit Weiterentwicklung im Ganztagsangebot Sportgymnasium Schwerin Goethe Gymnasium Schwerin Abendgymnasium - - - Erweiterung der Hallenkapazitäten + k.A. k.A. 122 Gesamtschule (+ = vorhanden; o = Interesse vorhanden; - = nicht vorhanden; kA = keine Angabe) IGS B.-Brecht 0. Übergreifende Aspekte Thematik ins Schulkonzept / Qualitätsleitbild integriert 1. Bewegter Unterricht Formen des bewegten Lernens vorhanden Bewegtes Sitzen vorhanden Entspannungsphasen/Stille integriert 2. Bewegte Räume Ergonomische Möbel vorhanden Schulhofgestaltung bewegungsanregend Ruheräume und –zonen vorhanden 3. Bewegte Pause Bewegungspausen organisiert Bewegungspausen individuell 4. Bewegtes Schulleben sportorientierte AGs vorhanden sportorientierte Klassenfahrten / Ausflüge werden angeboten Sportfeste finden statt 5. Schulsport lehrplanungsgerechter Sportunterricht erteilt Sportförderunterricht angeboten Bewegungshausaufgaben angeboten 6. Kooperation innerschulisches Bewegungsteam vorhanden + 0 0 + 0 + + + + k.A. + + + k.A. k.A. k.A. 123 Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) IGS B.-Brecht k.A. Weitere Aspekte Beratungsinteresse in Richtung gesunde / bewegungsfreundliche Schule Interesse an Zertifizierungsverfahren „Bewegungsfreundliche Schule“ Weiterbildungsinteresse an schulischem Gesundheitsmanagement Zufriedenheit mit Weiterentwicklung im Ganztagsangebot + Wert von Sport und Bewegung insb. in der Pubertät - 124 Förderschulen (+ = vorhanden; o = Interesse vorhanden; - = nicht vorhanden; kA = keine Angabe) 0. Übergreifende Aspekte Thematik ins Schulkonzept / Qualitätsleitbild integriert 1. Bewegter Unterricht Formen des bewegten Lernens vorhande Bewegtes Sitzen vorhanden Entspannungsphasen/Stille integriert 2. Bewegte Räume Ergonomische Möbel vorhanden Schulhofgestaltung bewegungsanregend Ruheräume und –zonen vorhanden 3. Bewegte Pause Bewegungspausen organisiert Bewegungspausen individuell 4. Bewegtes Schulleben sportorientierte AGs vorhanden sportorientierte Klassenfahrten / Ausflüge werden angeboten Sportfeste finden statt 5. Schulsport lehrplanungsgerechter Sportunterricht erteilt Sportförderunterricht angeboten Bewegungshausaufgaben angeboten 6. Kooperation innerschulisches Bewegungsteam vorhanden Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) Weitere Aspekte Beratungsinteresse in Richtung gesunde / bewegungsfreundliche Schule Interesse an Zertifizierungsverfahren „Bewegungsfreundliche Schule“ SFZ Am Fernsehturm Albert Schweitzer Schule Mecklenburgisches Förderzentrum Schwerin Sprachheilpädagogisches Förderzentrum Schwerin + 0 + 0 + + + k.A. k.A. k.A. + + + k.A. k.A. k.A. 0 0 + + + + + + + k.A. k.A. k.A. 0 + + + k.A. + k.A. k.A. + + + k.A. + + + k.A. + + + k.A. + + 0 + k.A. + + + + + k.A. k.A. k.A. k.A. + k.A. k.A. k.A. k.A. SSC - - - - - - - - 125 Weiterbildungsinteresse an schulischem Gesundheitsmanagement Zufriedenheit mit Weiterentwicklung im Ganztagsangebot SFZ Am Fernsehturm Albert Schweitzer Schule Mecklenburgisches Förderzentrum Schwerin Sprachheilpädagogisches Förderzentrum Schwerin - - - - - + + - 126 Berufliche Schulen (+ = vorhanden; o = Interesse vorhanden; - = nicht vorhanden; kA = keine Angabe) Berufliche Schule der Landeshauptstadt Schwerin-Technik 0. Übergreifende Aspekte Thematik ins Schulkonzept / Qualitätsleitbild integriert 0 1. Bewegter Unterricht Formen des bewegten Lernens vorhanden k.A. Bewegtes Sitzen vorhanden k.A. Entspannungsphasen/Stille integriert k.A. 2. Bewegte Räume Ergonomische Möbel vorhanden k.A. Schulhofgestaltung bewegungsanregend k.A. Ruheräume und –zonen vorhanden k.A. 3. Bewegte Pause Bewegungspausen organisiert k.A. Bewegungspausen individuell k.A. 4. Bewegtes Schulleben sportorientierte AGs vorhanden k.A. sportorientierte Klassenfahrten / Ausflüge werden angeboten k.A. Sportfeste finden statt k.A. 5. Schulsport lehrplanungsgerechter Sportunterricht erteilt + Sportförderunterricht angeboten k.A. Bewegungshausaufgaben angeboten k.A. 6. Kooperation innerschulisches Bewegungsteam vorhanden k.A. Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) k.A. Berufsschule Wirtschaft+Verwaltung Schwerin + k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. + k.A. + + k.A. k.A. k.A. k.A. Weitere Aspekte Beratungsinteresse in Richtung gesunde / bewegungsfreundliche Schule Interesse an Zertifizierungsverfahren „Bewegungsfreundliche Schule“ - - - - Weiterbildungsinteresse an schulischem Gesundheitsmanagement - - 127 Zufriedenheit mit Weiterentwicklung im Ganztagsangebot Berufliche Schule der Landeshauptstadt Schwerin-Technik k.A. Berufsschule Wirtschaft+Verwaltung Schwerin k.A. 128 Allgemeinbildende Schulen in freier Trägerschaft (+ = vorhanden; o = Interesse vorhanden; - = nicht vorhanden; kA = keine Angabe) Neumühler Freie Montessori Schule Waldorfschule – Schule Schwerin Schwerin Schwerin 0. Übergreifende Aspekte Thematik ins Schulkonzept / + + + Qualitätsleitbild integriert 1. Bewegter Unterricht Formen des bewegten Lernens + + + vorhanden Bewegtes Sitzen vorhanden 0 k.A. + Entspannungsphasen/Stille + + + integriert 2. Bewegte Räume Ergonomische Möbel vorhanden 0 + k.A. Schulhofgestaltung + k.A. + bewegungsanregend Ruheräume und –zonen + k.A. k.A. vorhanden 3. Bewegte Pause Bewegungspausen organisiert + k.A. + Bewegungspausen individuell k.A. + k.A. 4. Bewegtes Schulleben sportorientierte AGs vorhanden + + k.A. sportorientierte Klassenfahrten / 0 k.A. + Ausflüge werden angeboten Sportfeste finden statt + + + 5. Schulsport lehrplanungsgerechter + + + Sportunterricht erteilt Sportförderunterricht angeboten k.A. k.A. k.A. Bewegungshausaufgaben k.A. k.A. k.A. angeboten 6. Kooperation innerschulisches + k.A. k.A. Bewegungsteam vorhanden Pädagogium Schwerin Weinbergschule Schweriner Haus BIP – Kreativitätsgrundschule + + k.A. + + + k.A. 0 + + k.A. k.A. + + k.A. + + + k.A. k.A. 0 + k.A. + + + k.A. + k.A. + + + k.A. k.A. + k.A. + + k.A. + + + k.A. + + + k.A. + + + k.A. + k.A. + k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. k.A. + k.A. k.A. 129 Neumühler Schule Schwerin Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) Weitere Aspekte Beratungsinteresse in Richtung gesunde / bewegungsfreundliche Schule Interesse an Zertifizierungsverfahren „Bewegungsfreundliche Schule“ Freie Waldorfschule Schwerin Montessori – Schule Schwerin Pädagogium Schwerin Weinbergschule Schweriner Haus BIP – Kreativitätsgrundschule k.A. k.A. Sportlehrer vom Träger/Erzieher Neumühler Sportverein, Fechtgemeinschaft SN, PSV SN, SCC Kanurenngemeinschaft Schwerin k.A. Winston Golf, Kanu-und Segelverein Schwerin, Ballsportschule Schwerin - - + - + k.A. - + - + - + k.A. - + + k.A. WB wie auch den öffentlichen Schulen + k.A. - + Weiterbildungsinteresse an schulischem Gesundheitsmanagement Zufriedenheit mit Weiterentwicklung im Ganztagsangebot + Fortbildung für Kollegen + + + Projekte, AG‘s AGs, Hort integrativer Sport (behinderte und nichtbehinderte Schüler) + + s. Schuldarstellung Internetseite Arbeitsgemeinschaften + 130 Berufliche Schulen in freier Trägerschaft (+ = vorhanden; o = Interesse vorhanden; - = nicht vorhanden; kA = keine Angabe) Ecolea I Private Berufliche Schule 0. Übergreifende Aspekte Thematik ins Schulkonzept / Qualitätsleitbild integriert 1. Bewegter Unterricht Formen des bewegten Lernens vorhanden Bewegtes Sitzen vorhanden Entspannungsphasen/Stille integriert 2. Bewegte Räume Ergonomische Möbel vorhanden Schulhofgestaltung bewegungsanregend Ruheräume und –zonen vorhanden 3. Bewegte Pause Bewegungspausen organisiert Bewegungspausen individuell 4. Bewegtes Schulleben sportorientierte AGs vorhanden sportorientierte Klassenfahrten / Ausflüge werden angeboten Sportfeste finden statt 5. Schulsport lehrplanungsgerechter Sportunterricht erteilt Sportförderunterricht angeboten Bewegungshausaufgaben angeboten 6. Kooperation innerschulisches Bewegungsteam vorhanden Außerschulische Partner vorhanden (z. B. Vereine) + 0 + + 0 0 0 0 + + 0 + + 0 0 0 Umsetzung erfolgt durch das Engagement der Schüler Weitere Aspekte Beratungsinteresse in Richtung gesunde / bewegungsfreundliche Schule - Interesse an Zertifizierungsverfahren „Bewegungsfreundliche Schule“ - Weiterbildungsinteresse an schulischem Gesundheitsmanagement - Zufriedenheit mit Weiterentwicklung im Ganztagsangebot + 131 D.2.3.3 Schulsportstätten Da die Absicherung des Schulsports zu den Pflichtaufgaben kommunaler Daseinsvorsorge gehört, sollte im Rahmen einer kommunalen Sportentwicklungsplanung die aktuelle kommunale Schulsportstättensituation analysiert werden, um mögliche Unterausstattungen erkennen und zukünftig beheben zu können. Eine wesentliche Grundlage für die Bedarfsermittlung bilden die Vorgaben des Rahmenlehrplans zur Durchführung des Sportunterrichts, zur durchschnittlichen Wochenstundenanzahl von Sportunterricht sowie zum Ausbau des Ganztagsbereichs an Schulen. Darüber hinaus existieren in einigen Bundesländern explizite Empfehlungen, welche Größe Schulsportstätten in Abhängigkeit von Schultyp und Zügigkeit haben sollten. Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern liegen derzeit keine vom Gesetzgeber formulierten Raumprogrammempfehlungen für den Bau von Schulsportstätten vor. Dies trifft entsprechend auch auf die LH Schwerin zu. Demgegenüber hat das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) des Landes Brandenburg 2003/2005 Raumprogrammempfehlungen erarbeitet (Neufassung für 2017 geplant). Die MBJS-Empfehlungen umfassen u.a. Hinweise zur räumlichen Ausstattung der Schulsportstätten (Sporthalle/ Sportfreiflächen; vgl. Anhang Tab. 64/ 65). Auch in Berlin hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft ein Musterraumprogramm (Fachraumbedarf Schulsport 2013) für die Bedarfe des Schulsports an Schulsporthallen und Schulsportaußenflächen formuliert (vgl. Anhang Tab. 66/67). Im Rahmen der vom INSPO durchgeführten Sportentwicklungsplanungen werden in Bundesländern, in denen eigene Raumprogrammempfehlungen erarbeitet wurden, diese als Orientierung für die Bedarfsermittlung herangezogen. Für Bundesländer ohne eigene Raumprogrammempfehlungen können die Vergleichsdaten der anderen Bundesländer als Orientierungsgröße dienen. Im Anschluss daran sollte die Sportstättensituation der Schulen mit den Bedarfen der Sportvereine und weiterer Nutzergruppen der Kernsportanlagen abgeglichen werden. 132 Sporthallen Die qualitative und quantitative Bewertung der vorhandenen Schulsporthallen in der LH Schwerin basiert auf einer Vorortbegehung durch das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO). Für die qualitative Bewertung der Sportanlagen sind vier Bewertungsstufen angesetzt, die im Goldenen Plan Ost (GPO) definiert worden sind (vgl. Tab. 46). In die Gesamtbewertung fließen Teilbewertungen für folgende Aspekte ein: Erschließung, Umkleiden/ Sanitärbereich, Ausstattung der Sporthallen bzw. Sportplätze und sonstiger Sporträume/ Anlagen sowie deren Vermessung. Aus den Teilbewertungen ergibt sich die Gesamtbewertung, wobei die vier Bewertungsstufen durch die Fachkräfte nochmals differenziert beurteilt werden, so dass ggf. auch Tendenzaussagen getroffen werden können. Tabelle 46: Qualitative Bewertung des Bauzustands für Sporthallen und Spielfelder (in Anlehnung an den Goldenen Plan Ost). Erläuterung Sporthallen Erläuterung Spielfelder Bauzustandsstufe 1 = Anlage gut erhalten und im gebrauchsfähigen Zustand Es gibt keine oder nur unbedeutende Mängel, die im Rahmen der Instandhaltung beseitigt werden können. Der Zustand und Aufbau der Sportfläche/ Sportanlage entspricht den Richtwerten der DIN 18035, keine Nutzungseinschränkungen der Sportfläche notwendig, geringe Nutzungsschäden werden im Rahmen der Unterhaltungsmaßnahmen beseitigt. Bauzustandsstufe 2 = Anlage mit geringen bis deutlichen Schäden Die Gesamtkonstruktion ist im Wesentlichen brauchbar, es sind jedoch umfangreiche Renovierungsarbeiten notwendig. Der Zustand der Sportfläche/ Sportanlage entspricht grundsätzlich den Richtwerten der DIN 18035, durch u. a. Übernutzung entstandene Schäden werden durch kleinere Renovierungsarbeiten beseitigt, in Ausnahme geringe Nutzungseinschränkungen notwendig. Bauzustandsstufe 3 = Anlage mit schwerwiegende Schäden Es bestehen Mängel in einem Umfang, die den Bestand oder weitere Nutzung gefährden; die Konstruktion ist in wesentlichen Teilen nicht mehr brauchbar; es fehlen notwendige Einrichtungen, wie Umkleide- und Sanitäreinrichtungen, Wasser- und Heizungsanlagen; eine umfassende Sanierung ist für den Bestandserhalt unerlässlich. Die Sportfläche/Sportanlage ist u. a. aufgrund starker Frequentierung und ausbleibender Pflege und Unterhaltung stark verschlissen, der Aufbau entspricht teilweise/nicht den Richtwerten der DIN 18035. Instandsetzung notwendig. Bauzustandsstufe 4 = Anlage ist unbrauchbar Die Nutzung ist wegen schwerster Mängel nicht mehr möglich; die Sanierung ist dem Aufwand einer Neuanlage gleichzusetzen. Die Sportfläche/Sportanlage ist nicht nutzbar, der Aufbau der Sportfläche/Anlage entspricht nicht den Richtwerten der DIN 18035, der Oberflächenbelag ist stark beschädigt, -bzw. nicht mehr vorhanden, Schutzvorrichtungen fehlen, starke Zerstörungen, Schäden sind durch Instandsetzung nicht zu beseitigen, es besteht Verletzungsgefahr. 133 In der LH Schwerin werden 32 Sporthallen durch Schulen genutzt (vgl. Abb. 44). 16 von 32 (50%) Schulsporthallen wurden mit Bauzustandsstufe 1 bzw. 1 Tendenz 2 bewertet. Weitere 6 Sporthallen wurden mit Bauzustandsstufe 2 (19%) eingestuft. Diese Anlagen sind im gebrauchsfähigen Zustand und weisen geringe Mängel auf. Mit Bauzustandsstufe 2 Tendenz 3 wurden 4 Schulsporthallen (13%) und mit Zustandsstufe 3 weitere 2 Sporthallen (6%) bewertet. Bei diesen Anlagen sind deutliche bis schwerwiegende Mängel festgestellt worden. Hinzu kommen 3 (9%) weitere Schulsporthallen mit Bauzustandsstufe 3 Tendenz 4. Diese Anlagen weisen schwerwiegende Mängel auf. Die Schulsporthalle der Grundschule Lankow wird mit Bauzustandsstufe 4 als unbrauchbar eingestuft, da schwerste Mängel vorliegen. Eine Sanierung ist mit dem Aufwand einer Neuanlage gleichzusetzen. 12 10 10 8 6 6 6 4 4 3 2 2 1 0 Stufe 1 Stufe 1 Tendenz 2 Stufe 2 Stufe 2 Tendenz 3 Stufe 3 Stufe 3 Tendenz 4 Stufe 4 Abbildung 44: Bewertung des baulichen Zustandes der Schulsporthallen, Häufigkeitsangaben. 134 Auf der Basis der verfügbaren Informationen (Anzahl der Klassen nach Schultyp, Zügigkeit, Nutzungskonstellationen, Rahmenlehrplan, genutzte Schulsportstätte, Belegungspläne etc.) ergibt sich zwangsläufig ein differenziertes Bild im Kontext eines Soll-Ist-Abgleichs der nutzbaren Sportfläche für die Schulsporthallen (vgl. Tab. 47/48). In Absprache mit dem Auftraggeber wurden im Rahmen der Bedarfsermittlung zwei Szenarien entwickelt. Szenario A: Nutzungssituation Schulsporthallenflächen unter Berücksichtigung des Rahmenlehrplans, der Belegungspläne der Sporthallen und Bedarf an Sportnutzungsfläche nach DIN 18032 - 1; Schulen in kommunaler Trägerschaft in der LH Schwerin (vgl. Tab. 47). Szenario B: Nutzungssituation Schulsporthallenflächen unter Berücksichtigung des Rahmenlehrplans, der Belegungspläne der Sporthallen und Bedarf an Sportnutzungsfläche nach DIN 18032 - 1 (Normorientiert nach Raumprogrammempfehlungen Brandenburg/Berlin); Schulen in kommunaler Trägerschaft in der LH Schwerin (vgl. Tab. 48). 135 Tabelle 47: Szenario A: Nutzungssituation Schulsporthallenflächen unter Berücksichtigung des Rahmenlehrplans, der Belegungspläne der Sporthallen und Bedarf an Sportnutzungsfläche nach DIN 18032- 1; Schulen in kommunaler Trägerschaft in der LH Schwerin. Zügigkeit Rahmenlehrplan Sportunterricht Bedarf der Schule in Std./ Woche Belegung der SPH laut Belegungsplan Std./ Woche SPH Werderstr. 83 GS Heinrich-Heine-Schule12 SPH August-Bebel-Str. 11 3-4 44 GS Friedensschule SPH Friedensstr. 14 3-4 44 39,5 (1 Feld) 2 (1 Feld) 37,5 (1 Feld) GS Fritz-Reuter-Schule SPH Von-Thünen-Str. 9 2-3 33 31,5 (1 Feld) 260 405 -145 GS Grundschule Lankow13 SPH Rahlstedter Str. 3b SPH Ratzeburger Str. 44 4 44 - SPH Willi-Bredel-Str.19 3 33 486 (1.056) 492 405 GS J.-Brinckman-Schule14 GS Nils-HolgerssonSchule15 38,75 (2 Felder) 6 (3 Felder) 25,5 (2 Felder) 405 - 3-4 44 30,75 (3 Felder) 970 405 - 3-4 44 33 (2 Felder) 424 405 - 3-4 48 41,25 (3 Felder) 973 968 - Schultyp10/ Name der Schule Schulsporthalle SPH Friedrich-Engels-Str.35 GS Grundschule am Mueßer SPH Eulerstr. 2 Berg GS Astrid-Lindgren-Schule16 SPH Talliner Str. 7 RegS Astrid-Lindgren-Schule verfügbare Bedarf Differenz in Sportnutzungs Sportnutzungs qm/ Unteraus-fläche(n) -fläche in qm stattung (min.) in qm (min.)11 238 405 -167 (251) 245 405 -160 10 Schultypen: Grundschule (GS); Regionale Schulen (RegS); Gymnasium (Gy); Integrierte Gesamtschulen (IGS). 11 Unter Beachtung der Anforderung des Lehrplanes. 12 SH August-Bebel-Str. 11 (251 qm) wird jeweils von Heinrich-Heine-Schule (2 Std./Woche), Ecolea Schule (9 Std./Woche), Schweriner Haus des Lernens (4,5 Std./Woche) genutzt. Restliche Nutzung erfolgt über Sportvereine und andere Nutzergruppen. 13 SH Ratzeburger Str. 44 (1.056qm) wird zu 1/3 von der Grundschule Lankow (352 qm) und zu 2/3 von der Werner-v.-Siemens-Schule (704 qm) genutzt. 14 SH Willi-Bredel-Str. 19 (492qm) wird zu jeweils zu 50% von J.-Brinckman-Schule (246 qm) und von J.-Goethe-Gymnasium (246qm) genutzt. 15 SH Friedrich-Engels-Str. 35 (970 qm) wird zu 75% von Nils-Holgersson-Schule (728 qm) und jeweils zu 12,5 % von BS Gesundheit und Soziales (121 qm) und Fridericianum (121 qm) genutzt. 16 SH Talliner Str. 7(973 qm) wird zu jeweils 50% durch die Grundschule und Regionale Schule Astrid Lindgren genutzt (486 qm). 136 Zügigkeit Rahmenlehrplan Sportunterricht Bedarf der Schule in Std./ Woche Belegung der SPH laut Belegungsplan Std./ Woche 3-4 48 37,25 (3 Felder) 3-4 48 43,5 (1 Feld) 302 968 -666 Gy J.-W.-v.-GoetheGymnasium SPH Rudolf-Breitscheid-Str. 23 SPH Friesenstr. 29 SPH Willi-Bredel-Str.19 5 110 37 (3 Felder) 22 (2 Felder) 863 (492) 1.215 -352 SPH Reiferbahn SPH Friedrich-Engels-Str.35 5 110 20,5 (3 Felder) 3 (3 Felder) 1.233 (970) 1.215 - Gy Fridericianum19 IGS „B.-Brecht“ SPH von Stauffenberg-Str. 67 3-4 64 35,5 (3 Felder) 970 968 - Schultyp17/ Name der Schule RegS Werner-von-SiemensSchule RegS Erich-Weinert-Schule Schulsporthalle SPH Ratzeburger Str. 44 verfügbare Bedarf Differenz in Sportnutzungs Sportnutzungs qm/ Unteraus-fläche(n) -fläche in qm stattung (min.) in qm (min.)18 1.056 968 - standortspezifisches Defizit in qm (gesamt) -1.490 17 Schultypen: Grundschule (GS); Regionale Schulen (RegS); Gymnasium (Gy); Integrierte Gesamtschulen (IGS) 18 Unter Beachtung der Anforderung des Lehrplanes. 19 SH Reiferbahn (1.233 qm) wird zu 2/3 von Fridericianum (814 qm) und 1/3 von Sportgymnasium (419 qm) genutzt 137 Tabelle 48: Szenario B: Nutzungssituation Schulsporthallenflächen unter Berücksichtigung des Rahmenlehrplans, der Belegungspläne der Sporthallen und Bedarf an Sportnutzungsfläche nach DIN 18032 - 1 (Normorientiert nach Raumprogrammempfehlungen Brandenburg/Berlin); Schulen in kommunaler Trägerschaft in der LH Schwerin. SPH Werderstr. 83 GS Heinrich-Heine-Schule21 SPH August-Bebel-Str. 11 3-4 Rahmenlehrplan Sportunterricht Bedarf der Schule in Std./ Woche 44 GS Friedensschule SPH Friedensstr. 14 3-4 44 39,5 (1 Feld) 2 (1 Feld) 37,5 (1 Feld) GS Fritz-Reuter-Schule SPH Von-Thünen-Str. 9 2-3 33 31,5 (1 Feld) 260 405-968 -708 GS Grundschule Lankow22 SPH Rahlstedter Str. 3b SPH Ratzeburger Str. 44 4 44 -482 SPH Willi-Bredel-Str.19 3 33 486 (1.056) 492 968 GS J.-Brinckman-Schule23 GS Nils-HolgerssonSchule24 38,75 (2 Felder) 6 (3 Felder) 25,5 (2 Felder) 968 -722 3-4 44 30,75 (3 Felder) 970 968 -240 3-4 44 33 (2 Felder) 424 968 -544 3-4 48 41,25 (3 Felder) 973 968 - Schultyp20/ Name der Schule Schulsporthalle SPH Friedrich-Engels-Str.35 GS Grundschule am Mueßer SPH Eulerstr. 2 Berg GS Astrid-Lindgren-Schule25 SPH Talliner Str. 7 RegS Astrid-Lindgren-Schule Zügigkeit Belegung der SPH laut Belegungsplan Std./ Woche verfügbare Raumprogram Differenz in Sportnutzungs mempfehlung qm/ fläche(n) MBJS Land Unterausstattu in qm Brandenburg ng (min.) 238 968 -730 (251) 245 968 -723 20 Schultypen: Grundschule (GS); Regionale Schulen (RegS); Gymnasium (Gy); Integrierte Gesamtschulen (IGS) 21 SH August-Bebel-Str. 11 (251 qm) wird jeweils von Heinrich-Heine-Schule (2 Std./Woche), Ecolea Schule (9 Std./Woche), Schweriner Haus des Lernens (4,5 Std./Woche) genutzt. Restliche Nutzung erfolgt über Sportvereine und andere Nutzergruppen 22 SH Ratzeburger Str. 44 (1.056qm) wird zu 1/3 von der Grundschule Lankow (352 qm) und zu 2/3 von der Werner-v.-Siemens-Schule (704 qm) genutzt 23 SH Willi-Bredel-Str. 19 (492qm) wird zu jeweils zu 50% von J.-Brinckman-Schule (246 qm) und von J.-Goethe-Gymnasium (246qm) genutzt 24 SH Friedrich-Engels-Str. 35 (970 qm) wird zu 75% von Nils-Holgersson-Schule (728 qm) und jeweils zu 12,5 % von BS Gesundheit und Soziales (121 qm) und Fridericianum (121 qm) genutzt 25 SH Talliner Str. 7(973 qm) wird zu jeweils 50% durch die Grundschule und Regionale Schule Astrid Lindgren genutzt (486 qm) 138 Belegung der SPH laut Belegungsplan Std./ Woche 3-4 Rahmenlehrplan Sportunterricht Bedarf der Schule in Std./ Woche 48 SPH Rudolf-Breitscheid-Str. 23 SPH Friesenstr. 29 SPH Willi-Bredel-Str.19 3-4 48 43,5 (1 Feld) 302 968 -666 5 110 37 (3 Felder) 22 (2 Felder) 863 (492) 1.215 -352 SPH Reiferbahn SPH Friedrich-Engels-Str.35 5 110 20,5 (3 Felder) 3 (3 Felder) 1.233 (970) 1.215 -401 Gy Fridericianum27 IGS „B.-Brecht“ SPH von Stauffenberg-Str. 67 3-4 64 35,5 (3 Felder) 970 968 - Schultyp26/ Name der Schule RegS Werner-von-SiemensSchule RegS Erich-Weinert-Schule Gy J.-W.-v.-GoetheGymnasium Schulsporthalle SPH Ratzeburger Str. 44 Zügigkeit 37,25 (3 Felder) verfügbare Raumprogram Differenz in Sportnutzungs mempfehlung qm/ fläche(n) MBJS Land Unterausstattu in qm Brandenburg ng (min.) 1.056 968 - standortspezifisches Defizit in qm (gesamt) -4.681 qm 26 Schultypen: Grundschule (GS); Regionale Schulen (RegS); Gymnasium (Gy); Integrierte Gesamtschulen (IGS) 27 SH Reiferbahn (1.233 qm) wird zu 2/3 von Fridericianum (814 qm) und 1/3 von Sportgymnasium (419 qm) genutzt 139 Unter Bezugnahme auf Szenario A ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf in einer Größenordnung von 1.490 qm Schulsporthallenflächen. Bei der Prüfung von Erweiterungs-, Um- oder Neubauten sollten folgende Schulen prioritär berücksichtigt werden (vgl. Tab. 47): - RegS Erich-Weinert-Schule Gy J.-W.-v.-Goethe-Gymnasium GS Heinrich-Heine-Schule GS Friedensschule GS J.-Brinckman-Schule GS Fritz-Reuter-Schule Bei Orientierung an den Raumprogrammempfehlungen MBJS Land Brandenburg bzw. Musterraumprogrammempfehlung Berlin mit 990 qm ergeben sich entsprechend größere Bedarfe in einer Gesamtgrößenordnung von 4.681 qm Sporthallenflächen. Folgende Grundschulen sowie weiterführende Schulen sind dabei besonders benachteiligt und zukünftig prioritär bei der Prüfung von Erweiterungs-, Um- oder Neubau zu berücksichtigen (vgl. Tab.: 48): - Grundschule Heinrich-Heine-Schule Grundschule Friedensschule Grundschule J.-Brinckman-Schule. Grundschule Fritz-Reuter-Schule RegS Erich-Weinert-Schule Detaillierte sportanlagenspezifische Daten mit u. a. der Bewertung des Bauzustandes können dem Anhang der vorliegenden Studie entnommen werden (vgl. Anlage CD-ROM). 140 Freisportflächen/ Sportplätze Für die Bewertung der Freisportflächen, die durch den Schulsport genutzt werden, gilt die gleiche Vorgehensweise wie für die Schulsporthallen. 10 9 9 8 7 6 5 4 3 2 2 1 1 1 1 1 0 0 Stufe 1 Stufe 1 Stufe 2 Tendenz 2 Stufe 2 Stufe 3 Tendenz 3 Stufe 3 Tendenz 4 Stufe 4 Abbildung 45: Bewertung des baulichen Zustandes der Freisportflächen (Spielfelder und LAAnlagen), Häufigkeitsangaben. In der LH Schwerin werden folgende Sportplatzflächen unregelmäßig durch den Schulsport der Schulen in öffentlicher Trägerschaft genutzt: Friesensportplatz, Sportplatz Großer Dreesch, Stadion Lambrechtsgrund und Sportplatz Weststadt. Die Sportplatzflächen stehen den Schulen montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr zur Verfügung. Die Lehrerinnen und Lehrer entscheiden nach Witterung sowie Inhalt der geplanten Unterrichtseinheit (Sportart), ob und wie Außenanlagen genutzt werden, so dass es keinen Belegungsplan für die Sportplatzflächen gibt. Bei Orientierung an den Raumprogrammempfehlungen MBJS Land Brandenburg ergeben sich Bedarfe in einer Größenordnung von 7.008 qm Freisportfläche (vgl. Tab. 49). 15 Freisportflächen/ Sportplätze werden durch Schulen genutzt. Elf von 15 Freisportflächen/ Sportplätzen werden mit Bauzustandsstufe 1 bzw. 1 Tendenz 2 bewertet. Weitere zwei werden mit Bauzustandsstufe 2 bzw. 2 Tendenz 3 bewertet. Diese Anlagen weisen geringe bis deutliche Mängel auf. Mit Bauzustandsstufe 3 wird 1 Anlage bewertet. Hinzu kommt eine weitere Freisportfläche, die mit Bauzustandsstufe 4 als unbrauchbar eingestuft wird, da schwerste Mängel vorliegen. Eine Sanierung ist mit dem Aufwand einer Neuanlage gleichzusetzen (vgl. Abb. 45). 141 Detaillierte sportanlagenspezifische Daten mit u. a. der Bewertung des Bauzustandes können dem Anhang der vorliegenden Studie entnommen werden (vgl. Anlage CD-ROM). Tabelle 49: Nutzungssituation Freisportflächen/ Sportplätze für den Schulsport (Schulen in kommunaler Trägerschaft in der LH Schwerin). Anlagentyp Sportstätte Friesensportplatz Sportplatz Großer Dreesch Stadion Lambrechtsgrund Sportplatz Weststadt Gesamtbestand an Sportplatzflächen für den Schulsport 2x400m Laufbahn Großspielfeld Fußball 4x400m Laufbahn; 4x100m Kurzstreckenbahn Weitsprunganlage Bolzplatz Fußball Großspielfeld Fußball Kampfbahntyp A Stabhochsprunganlage Speerwurfanlage Weitsprunganlage 1 Weitsprunganlage 2 Beachvolleyballfeld Großspielfeld Fußball 4x400m Laufbahn; 4x100m Kurzstreckenbahn Großspielfeld Fußball Nettofläche in qm 1.562 5.133 Bruttofläche in qm 5.733 Bauzustandsstufe 2.960 180 684 6.240 7.038 3 2-3 1-2 1-2 5.308 75 224 150 150 768 6.161 7.140 1-2 1-2 1-2 1-2 1-2 1 1-2 3.124 5.808 6.768 4 2 1 1-2 Bedarf an Sportplatzflächen für den Schulsport nach Raumprogrammempfehlung MBJS Land Brandenburg 38.527 qm 45.535 qm Differenz -7.008 qm 142 D.2.4 Sport und Bewegung in Kindertagesstätten Bewegung und Bewegungserfahrungen sind gerade in der frühen Kindheit essentiell für die ganzheitliche Entwicklung eines Menschen. In einer veränderten Lebenswelt kommt der Bewegungsförderung eine entscheidende Rolle zu. Bewegung ist für die Wahrnehmung, die kognitive und emotionale und nicht zuletzt für die soziale Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Aktuelle Studien belegen, dass Kinder immer häufiger körperliche Auffälligkeiten, wie Haltungsschäden, Übergewicht, Koordinationsstörungen und Beeinträchtigungen der Wahrnehmungsfähigkeit zeigen. Um diesen Symptomen frühzeitig entgegenzuwirken und eine gesunde Entwicklung von Kindern zu fördern, muss Bewegung ein selbstverständlicher Bestandteil des kindlichen Alltags sein. Kinder bringen, körperlich betrachtet, optimale Voraussetzungen mit, um sich zu bewegen. Trotzdem tun sie es nicht immer. Sie brauchen Gelegenheiten, Anstoß und Hilfestellung. Hier können gerade Kindertagesstätten einen wesentlichen Beitrag leisten. Es ist unstrittig, dass Bewegungs- und Gesundheitsförderung in enger Beziehung gesehen werden müssen und bedeutsam für ein gesundes Aufwachsen sind (Bundesministerium für Gesundheit, 2010). Im Rahmen der vom Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern (SM) verbindlichen Bildungskonzeption für 0- bis 10jährige Kinder wird deshalb der Bewegungsförderung insgesamt eine große Bedeutung beigemessen. Dies schlägt sich auch im KiföG M-V nieder. „Die Kinder sollen in besonderer Weise personale, soziale, kognitive, körperliche und motorische Kompetenzen sowie Kompetenzen im alltagspraktischen Bereich in folgenden Bildungs- und Erziehungsbereichen erwerben: - Kommunikation, Sprechen und Sprache(n), - Bewegung, - (Inter-)kulturelle und soziale Grunderfahrungen, - Werteerziehung, Ethik und Religion, - Musik, Ästhetik und bildnerisches Gestalten, - elementares mathematisches Denken, - Welterkundung und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen, - Gesundheit. Frühkindliche Bildung und Erziehung unterstützen die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken und beinhalten die Anleitung zur gesunden Lebensführung. Diese Anleitung zielt auf ein gesundes Aufwachsen der Kinder ab und hat die Entwicklung des Gesundheitsbewusstseins, insbesondere in Bezug auf hygienisches Verhalten, gesunde Ernährung und Bewegung der Kinder zu stärken“28. 28 Kindertagesförderungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern (KiföG MV) in der Fassung des Vierten Änderungsgesetzes, Lesefassung vom 16. Juli 2013 143 Darüber hinaus wurde im Jahr 2014 mit finanziellen Mitteln des Innen-, Sozial- und Bildungsministerium ein Projekt der Sportjugend MV angeschoben, das unter dem Titel „KinderBewegungsLand“ mehr Bewegung in den Kindergartenalltag verankern möchte und die Erzieherinnen und Erzieher dabei unterstützt, Bewegungsförderung in der täglichen Arbeit umzusetzen. Bei der Kindertagesförderung hat Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren einen sehr guten Stand erreicht. Das Land hat bereits ausreichend Plätze in den Kindertagesstätten geschaffen. Rund 97% der Kinder zwischen drei Jahren und dem Schuleintritt besuchen eine Kita. Auch in der Krippe liegt die Betreuungsquote sehr hoch.29 In der LH Schwerin gab es zum Befragungszeitpunkt (April 2016) 16 Träger von Kindertagesstätten, die 49 Kindertageseinrichtungen betreiben und mehr als 60 Tagespflegestellen.30 An der Befragung haben sich 38 der angeschriebenen 49 Kindertagesstätten beteiligt. Dies entspricht einem Rücklauf von 77,6 %. Mittels eines OnlineFragebogens wurden die Kitaleitungen gebeten, Auskunft zum bewegungsorientierten Angebots- und Leistungsspektrum der Einrichtung sowie den räumlichen, materiellen und personellen Verhältnissen zu geben, die für ein kindgemäßes, vielseitiges und tägliches Bewegen von Bedeutung sind. Auf dieser Basis konnte eine quantitative und qualitative Beurteilung der Bewegungsmöglichkeiten und des Bewegungsverhaltens von Kindern innerhalb der Kindertageseinrichtungen der LH Schwerin vorgenommen werden. D.2.4.1 Räumliche und materielle Voraussetzungen für Bewegungsförderung Um den Bewegungsbedürfnissen der Kinder Rechnung zu tragen, sollte das Raumkonzept einer Kindertagesstätte so angelegt sein, dass für Spiel und Bewegung ausreichend Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Entsprechend der im Betriebserlaubnisverfahren von Kindertagesstätten im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern herangezogenen „Hygienegrundsätze in Kindertagesstätten“ muss für jedes regelmäßig betreute Kind im Innenbereich eine Mindestspielfläche31 von 2,5 qm vorgehalten werden. Aus sport- und gesundheitswissenschaftlicher Perspektive wird empfohlen, für größere Einheiten zusätzlich zu den Haupt- und Nebenräumen einen Raum zur Bewegungsförderung bereitzustellen. Für Spielmöglichkeiten im Freien sehen die Hygienegrundsätze vor, pro Kind mindestens 10 qm Spielfläche zur Verfügung zu stellen.32 Wie die Abbildung 46 zeigt, werden nach Auskunft der Kitaleitungen die Größenangaben der Innen- und Außenflächen differenzierter analysiert. Dabei verfügen 55% der Kitas sogar über größere Innenbereiche (3,5 qm) als in den gesetzlichen Bestimmungen festgeschrieben sind. 29 http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/sm/Familie/Kindertagesf%C3%B6rderung/ 30 Quelle: Wegweiser Kinderbetreuung in Schwerin abrufbar unter http://www.schwerin.de/?internet_navigation_id=557 31 Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V (2007). Hygienegrundsätze in Kindertagesstätten. Als Spielflächen gelten Flächen von Räumen innerhalb der Kita, die von den Kindern jederzeit nutzbar sind. Stellflächen, Sanitär- und Wirtschaftsräume, Fluchtwege und Durchgänge werden nicht angerechnet. 32 Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V (2007). Hygienegrundsätze in Kindertagesstätten. 144 Lediglich 63% der Einrichtungen schätzen ihre Außenflächen, die mit 10 qm Mindestfläche pro Einrichtung ebenfalls festgesetzt sind, entsprechend ein. Für Spiel und Bewegung stehen in der Kita derzeit pro Kind mindestens 3,5 m² Spielfläche zur Verfügung. 55% Für Spiel und Bewegung stehen in der Kita derzeit pro Kind mindestens 10 m² Freifläche zur Verfügung. 63% Die Einrichtung kann ganzjährig einen zusätzlichen Raum, der nicht Haupt- und Nebenraum ist, zur Bewegungsförderung nutzen. 50% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Abbildung 46: Räumliche Rahmenbedingungen der Kindertagesstätten in der LH Schwerin, Erfüllung der Mindestanforderungen entsprechend VV Räume (n = 38). Positiv zu bewerten ist, dass 50% der Kitas Schulsporthallen (n=12), Spielplätze (n=30), kommunale Freiflächen (n=21), Sportplätze (n=7) oder Schwimmhallen (n=6) außerhalb der Einrichtung nutzen können. Dies kann jedoch einen fehlenden eigenen Bewegungsraum nicht kompensieren. Im Land Mecklenburg-Vorpommern existieren gegenwärtig keine Mindestgrößenvorgaben für Bewegungsräume in Kitas. Bei der differenzierten Bestandsanalyse folgen wir deshalb der Empfehlung von Dierck (2005). Er argumentiert, dass in Sport- und Bewegungsräumen pro Kind ca. 4,5 qm zur Verfügung stehen sollten, um ein intensives Bewegen zu ermöglichen. Für das Land Mecklenburg-Vorpommern wurden in der Befragung die Räume wie folgt unterschieden: kleine Räume (< 54 qm, weniger als 12 Kinder können sich intensiv bewegen), mittelgroße Räume (54 – 72 qm, 12-16 Kinder können sich intensiv bewegen) größere Räume (> 72 qm, mehr als 16 Kinder können sich intensiv bewegen) Abbildung 47 vermittelt einen Eindruck zur Größe der vorgehaltenen Bewegungsräume im Innenbereich der Einrichtungen: 30 der 38 befragten Kindertagesstätten geben an, über einen eigenen separaten Bewegungsraum zu verfügen, dieser ist bei 31% sehr klein bemessen. Ein angemessenes Bewegen der Kinder bei Gruppengrößen über 12 Kindern ist dort unmöglich. 11 Kitas (29%) der befragten Einrichtungen können einen eigenen großen (> 72 qm) Bewegungsraum nutzen. Diese Rahmenbedingungen sind nicht nur eine Besonderheit von kleinen Einrichtungen. 11 Einrichtungen haben zu dieser Frage keine Angaben gemacht. 145 Abbildung 47: Größe der Bewegungsräume der Kindertagesstätten in der LH Schwerin (n = 38). Ziel sollte es sein, dass jedes Kind sich mindestens einmal pro Woche wetterunabhängig intensiver bewegen kann. Unter Berücksichtigung des derzeitigen Personalschlüssels sollten beim Kitaneubau mittelgroße Sport-und Bewegungsräume geplant, konzipiert und Standard werden. 146 Spielplatz auf dem Freigelände mit z. B. Klettergeräten, Rutsche, Balken, Schaukel 92% 8% Wegenetz, gepflasterte Flächen zum Roller-, Dreirad- bzw. Radfahren 84% 8% 8% Rückzugsmöglichkeiten auf der Freifläche 84% 13% bewegungsanregend ausgestatteter Bewegungsraum 79% 13% 8% ja nein große zusammenhängende Rasenfläche 71% Wasserspielplatz 42% Separater Entspannungsraum/ Snoezelraum Sauna 29% 32% 8% 0% 18% 11% 37% 40% 29% 32% 58% 20% keine Angabe 34% 60% 80% 100% Abbildung 48: Bewegungs- und Erholungsräume in den Kindertagesstätten der LH Schwerin (n = 38). In den Einrichtungen, die Kinder im Alter von 0 Jahren bis zum Schuleintritt betreuen, wurden verfügbare Bewegungs- und Erholungsräume nochmals differenzierter erfasst. Aus der Abbildung 48 geht hervor, dass in den Einrichtungen unterschiedliche Bereiche für Bewegung und Erholung zur Verfügung stehen.33 Über einen Spielplatz auf dem Freigelände verfügen fast alle Einrichtungen (92%). Ein gepflastertes Wegenetz und Rückzugsmöglichkeiten auf der Freifläche sind bei 84% der Kindertageseinrichtungen gleichermaßen vorhanden. 27 Einrichtungen (71%) verfügen über eine große zusammenhängende Rasenfläche. Lediglich ein Drittel (32%) der befragten Einrichtungen gibt an über einen separaten Entspannungsbzw. Erholungsraum zu verfügen. Ein Rückzugsraum für Kinder ist ebenso wichtig wie ein eigener Bewegungsraum. Erfreulich ist, dass 42% der Einrichtungen angeben, über einen Wasserspielplatz zu verfügen. Dagegen sind besondere Einrichtungen wie eine Sauna eher die Ausnahme (8%). Den Bemühungen der Kindertagesstätten um eine angemessene Bewegungsförderung entspricht auch ihre Ausstattung mit Materialien und Kleingeräten (vgl. Abb. 49). So sind vielfältige Materialien für Bewegungs- und Sportangebote vorhanden. In den meisten Einrichtungen gehören Kleingeräte, Klettergeräte, Roller/Dreiräder/Fahrräder und ein großes 33 Die Frage wird aufgrund des unterschiedlichen Bewegungsalltages von Einrichtungen mit ausschließlichem Hortangebot nicht beantwortet. 147 Schwungtuch zur Grundausstattung. Mit Freiflächengeräten für jüngere Kinder sind 79% und mit speziellen Psychomotorik-Materialien, wie z. B. Pedalos, Wackelbrettern, Therapiekreisel, etc., immerhin 71% der Kitas ausgestattet. Kleingeräte 100% Klettergeräte 100% Roller oder Dreiräder oder Fahrräder 92% Schwungtuch 92% 79% Freiflächengeräte für jüngere Kinder 71% spezielle Psychomotorikmaterialien 37% Bewegungsbaustelle 29% großes Trampolin auf dem Freigelände 0% 20% 40% 60% 80% 100% Abbildung 49: Ausstattungen und Materialien der Kindertagesstätten in der LH Schwerin, Mehrfachnennungen möglich (n=38). Seltener vorhanden sind eine Bewegungsbaustelle (37%) und ein großes Freilandtrampolin (29%). Als sonstige Materialien werden in der Befragung vereinzelt Stelzen, Slackline, Einrad, Barfußlaufstrecken und Balancierbalken sowie ein Bollerwagen erwähnt. D.2.4.2 Angebots- und Leistungsspektrum der Kindertagesstätten zur Bewegungsförderung Unsere Analyse ergab weiterhin, dass die Kindertagesstätten in der LH Schwerin ein breites Spektrum an Bewegungsaktivitäten anbieten. Unter Bezugnahme auf Abbildung 50 ist folgendes hervorzuheben: - In nahezu allen Einrichtungen haben die Kinder täglich die Möglichkeit, auf dem Spielplatz frei zu spielen. - Täglich bis mehrmals pro Woche finden in fast allen Kitas zudem kurze angeleitete Bewegungsaktivitäten (z. B. im Morgenkreis) und kleine Bewegungsspiele in der Gruppe statt. - Angeleitete Bewegungsstunden werden regelmäßig einmal in der Woche in der Hälfte der Kitas durchgeführt, in 45% der Einrichtungen auch öfter. - Spaziergänge bzw. Wanderungen werden unterschiedlich oft eingebunden, jedoch von 41% der Einrichtungen einmal im Monat bzw. einmal in der Woche (32%) durchgeführt. 148 - In 57% der Kitas gehört die psychomotorische Förderung für entwicklungsverzögerte Kinder mindestens einmal pro Woche und häufiger zum Angebot. Demgegenüber werden in 21% der Einrichtungen diese Angebote selten oder nie durchgeführt. - Fast alle Einrichtungen führen Bewegungsprojekte und Sportfeste durch. Wobei die Hälfte davon angibt, diese eher selten anzubieten. Neben den jährlichen Sportfesten wurde ein Badeprojekt, Tanzen, Yoga und vor allem Fußball unter den Kitas als Einzelthemen erwähnt. 149 Abbildung 50: Sport- und Bewegungsaktivitäten von Kindern im Alter von 0 Jahren bis zum Schuleintritt in den Kindertagesstätten in der LH Schwerin. 150 D.2.4.3 Kooperationsbeziehungen und Vernetzungen im Bereich Bewegung und Sport Für zielgerichtete und qualitätsgesicherte Sport- und Bewegungsangebote ist die sozialräumliche Vernetzung der Bildungseinrichtungen, kommunalen Verwaltungen, der Fachverbände und Vereine und die Kooperation mit Gesundheitsdienstleistern anzustreben. Schauen wir uns die Vernetzung der Kitas im Bereich Bewegung und Sport unter verschiedenen Kriterien an, so ist der Abbildung 51 zu entnehmen, dass vor allem die Kooperation mit Sportvereinen und auch die Zusammenarbeit untereinander bereits recht ausgeprägt ist. verlässliche Kooperation mit einem Sportverein Kita organisiert offene Bewegungsangebote für Familien im Wohngebiet Zusammenarbeit im Bewegungsbereich zwischen Kitas Nutzung von Bewegungsräumen der Kita durch Externe innerhalb der Betreuungszeit Nutzung von Bewegungsräumen durch Externe außerhalb der Betreuungszeit 32% 5% 47% 18% 21% 18% Nutzung Sportplätze 32% Nutzung einer Sporthalle 0% 20% 40% 60% 80% 100% Abbildung 51: Vernetzungen der Kitas in der LH Schwerin (n = 38). Mit Blick auf die Abbildung ist Folgendes festzuhalten: - - - Ein Drittel der befragten Kitas verfügt über eine verlässliche Kooperation mit einem Sportverein (32%). Eine Zusammenarbeit der Kindertagestätten untereinander bei Bewegungs- und Sportaktivitäten (z. B. fachlicher Austausch/ Sportfeste) geben bereits die Hälfte der Kitas (47%) an. Allerdings engagieren sich bislang lediglich zwei Kitas in der Region und organisieren offene Bewegungsangebote für Familien (z. B. Familiensporttage/ Familiensonntag, Bewegungsspielplätze). In der LH Schwerin ist die Nutzung von Bewegungsräumen durch andere noch nicht sehr ausgeprägt. Sporthallen werden von 32% der Einrichtungen mitgenutzt. 151 - Bewegungs- und Sporträume der Kitas werden von Externen innerhalb der Betriebszeit kaum genutzt (18%). Auch außerhalb der Betriebszeiten stellen lediglich acht Kitas ihre Bewegungsräume für externe Angebote zur Verfügung. Die bereits existierenden Kooperationsbeziehungen wurden vertiefend analysiert. Hierbei konnte festgestellt werden, dass aktuell eher Sportvereine (32%) potenzielle Partner für die regelmäßige Erweiterung der Bewegungs- und Sportangebote der Kitas innerhalb der Betreuungszeit darstellen. Kommerzielle Partner bringen sich bisher diesbezüglich etwas weniger ein (24%), wie Abbildung 52 zeigt. Beim landesübergreifenden Vergleich der Kooperationsbeziehungen wird deutlich, dass die Schweriner Kitas diesbezüglich auf einem Niveau mit der LH Potsdam liegen. In beiden Städten bestehen zukünftig Potentiale zum weiteren Ausbau der Kooperationsstrukturen. 32% Sportverein 15% 30% 24% 23% kommerzieller Anbieter Schwerin (n=38) 28% Oranienburg (n=26) Potsdam (n=78) 18% Projekte (u. a. Krankenkassen) 4% 13% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% Abbildung 52: Bestehende Kooperationsbeziehungen von Kindertagesstätten in der LH Schwerin mit Sportvereinen, kommerziellen Anbietern bzw. Förderung von Einzelprojekten, Mehrfachnennungen möglich (im Vergleich zu anderen Städten im Land Brandenburg). Mit Blick auf die Unterstützung durch Projekte wurden vor allem die beiden gesetzlichen Krankenkassen KKH und AOK (Tiger Kids) gesondert erwähnt. Dem sich verändernden Bewegungsbedürfnis der Kinder und dem wachsenden Interesse an der Ausübung verschiedenster Sportarten bzw. spezieller Bewegungsformen kann durch gezielte Zusammenarbeit mit Vereinen und Sportfachkräften entsprochen werden. Dieser Bereich sollte zukünftig weiterhin eine starke Förderung erfahren. Einige der befragten Kitas, die bisher keine Kooperationen zum Bereich Sport unterhalten, haben Interesse daran (vgl. Tab. 50). Hierbei wären von Seiten des Sports Impulse wünschenswert. Fördernde Strukturen sollten genutzt und weiterentwickelt werden. 152 Tabelle 50: Übersicht der Kitas, die bisher keine Kooperationen unterhalten, jedoch interessiert sind. Name der Kita Träger Integrative Kindertagesstätte ,,Zwergenhaus“ ASB Schwerin-Parchim Kita GgmbH Schwerin AWO Kita Leuchtturm Hort der SALO-Kreativitätsgrundschule AWO Soziale Dienste gGmbH Westmecklenburg SALO Kreativitätsschulen gGmbH Evangelischer Sprachheilkindergarten Diakoniewerk Neues Ufer g. GmbH. DRK Kita „Villa Traumland“ DRK Kreisverband Schwerin e.V. City-Hort Steinstraße 21 19053 Schwerin Kita gGmbH Hort „Paulstädter Fritzen“ Kita gGmbH Über das Setting Kindertagesstätten lassen sich unter Umständen längerfristig sowohl Kinder, als auch ihre Eltern für ein Sporttreiben gewinnen. Die Konzipierung attraktiver Bewegungsangebote nicht nur für Kinder allein, sondern auch für Familien wäre zu empfehlen. Hier könnten sich die Sportvereine mit speziellen freizeit- und breitensportorientierten Angeboten gezielt einbringen und um Mitglieder werben. Die Ausbildung von Übungsleitern mit Spezialisierung für den Bereich Kindersport/Eltern-Kind-Sport müsste unter diesem Aspekt gefördert werden. In Mecklenburg-Vorpommern ist mit dem Projektvorhaben „KinderBewegungsLand“ ein wichtiger Meilenstein gesetzt worden, der sich möglicherweise auch in den o. g. Ergebnissen niederschlägt. Jedoch wünschen nicht alle Einrichtungen Kooperationen zu Bewegungs- und Sportanbietern. 24% der Kitas möchten das bewegungsorientierte Angebot gern selbst absichern (vgl. Abb. 53). 153 Nein, wir wünschen auch keine Kooperationen, da wir das Angebot eigenständig absichern wollen. 24% Nein, bei uns existieren keinerlei Kooperationen, wir hätten jedoch Interesse daran. 21% Wir arbeiten bereits mit externen Anbietern zusammen, würden unser Angebot jedoch 3% gern noch erweitern. 0% 10% 20% 30% 40% 50% Abbildung 53: Bedarfe zur Erweiterung von Kooperationsbeziehungen im Bewegungsbereich in der LH Schwerin (n = 38). D.2.4.4 Einschätzung der pädagogischen Arbeit: Schwerpunkt Bewegungskita Aus der in Abbildung 54 dargestellten Selbsteinschätzung der Leitungen der Kindertagesstätten bezogen auf den Teilbereich der Bewegungsförderung geht hervor, dass sich die Kinder in den Kitas in der LH Schwerin offenbar ausreichend und vielfältig bewegen können. In der Hälfte der Kitas ist Bewegung als ein Schwerpunkt im Konzept der Einrichtung verankert. Angeleitete Bewegungsangebote sind in den meisten Kitas ein fester Bestandteil des Wochenplans. 154 Alle Kinder können sich täglich ausreichend und vielfältig bewegen (n = 38) 87% Angeleitete Bewegungsangebote sind in allen Gruppen ein fester Bestandteil der Wochenplanung (n = 38) 74% Bewegung ist in unserem Konzept als Schwerpunkt fixiert (n = 38) 17% 70% Wir verstehen uns als Bewegungskita (n = 35) 11% Die ErzieherInnen bilden sich regelmäßig im Bereich BewegungPsychomotorik-Sport weiter (n = 34) 20% 18% Wir integrieren gemeinsame Bewegungsangebote für Eltern und Kinder (n = 35) 9% 0% trifft zu 16% 54% Die Entwicklung der Kinder im Bewegungsbereich wird dokumentiert (n = 37) trifft voll zu 8% 5% trifft teilweise zu 15% 14% 8% 41% 17% 20% trifft kaum zu 24% 26% 40% 8% 54% 34% 60% trifft gar nicht zu Abbildung 54: Selbsteinschätzungen der Kindertagesstätten zur Bewegungsförderung in den Einrichtungen der LH Schwerin.34 34 Angaben < 5% aufgrund der Lesbarkeit nicht ausgewiesen 24% 11% 9% 5% 80% 100% 155 Neben diesen positiven Aspekten existieren jedoch auch Entwicklungspotentiale, um Bewegungsaktivitäten in regelmäßiger Qualität anzubieten: - Die Einbeziehung der Eltern im Rahmen der Bewegungsförderung ist nicht sehr verbreitet. Kaum eine Kita integriert gemeinsame Bewegungsangebote für Eltern und Kinder. Dieser Art der Elternarbeit sollte in den Einrichtungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, da wichtige Impulse für mehr Bewegung im Alltag auch durch die Eltern gegeben werden und Eltern/ Großeltern und Kinder gemeinsam für mehr Bewegung im Alltag motiviert werden könnten. trifft voll zu - trifft gar nicht zu schlechte Ausstattung mit Bewegungsmaterialien und Kleingeräten 15% 9% 15% 56% Fehlende Bewegungsräume 12% 15% 21% trifft voll zu nicht ausreichende Qualifizierung/ Unsicherheit der ErzieherInnen in 9% 15% der Bewegungserziehung Personalmangel 50% 29% 41% trfft teilweise zu teils/ teils 21% 35% 32% trifft nicht zu trifft gar nicht zu fehlende Fortbildungsmöglichkeiten der ErzieherInnen in der 12%9% 24% Bewegungseinrichtung Verhaltensprobleme bei Kindern bei Bewegungsangeboten 19% 25% 55% 56% Abbildung 55: Gründe für unregelmäßig stattfindende Bewegungsaktivitäten in der LH Schwerin. 35 In der LH Schwerin werden von den Leitungen der Kindertagesstätten unzureichende räumliche Bedingungen (27%; „trifft voll zu“ und „trifft teilweise zu“) und die schlechte Ausstattung mit Bewegungsmaterialien (24%; „trifft voll zu“ und „trifft teilweise zu“) gleichermaßen als Gründe angeführt, die aus ihrer Sicht dazu führen, dass Bewegungsaktivitäten in der Kita nicht regelmäßig durchgeführt werden können. (vgl. Abb. 55). Darüber hinaus werden personelle Themen wie nicht ausreichende Qualifizierung, fehlende Fortbildungsmöglichkeiten und Personalmangel als Gründe genannt. Nicht zu 35 Angaben 6% und kleiner zur besseren Lesbarkeit nicht ausgewiesen 156 unterschätzen sind die Barrieren, die sich auf eine Zunahme von Verhaltensproblemen bei Kindern zurückführen lassen.36 Die Beratungs- und Qualifizierungsbedarfe der Leitungen der Kindertagesstätten knüpfen exakt an den genannten Defiziten an (vgl. Tab. 51). Tabelle 51: Übersicht der Beratungsbedarfe nach Anzahl der Nennungen (Mehrfachnennungen möglich). Welchen Beratungsbedarf hat Ihre Einrichtung? Anzahl der Nennungen Weiterbildungsmaßnahmen für das Personal 7 Gestaltung des Innenbereichs (z. B. Bewegungsraum) 5 Bewegungsförderung für Kinder mit spezifischen Bedarfen 4 Bewegungs- und Entspannungsangebote für das Personal 4 Ausrichten von Sportfesten 3 Gestaltung des Außengeländes 3 Finden von Kooperationspartnern 2 Bewegungsförderung für Kinder aus sozial benachteiligten Familien 1 Bei den Weiterbildungswünschen geht es vor allem um Angebote zu Psychomotorik, Übungsleiterlizenzen, Bewegungsangebote nach Pikler und Hengstenberg sowie Ideen für Spiele im Gelände, kleinen Räumen oder ohne Material. Gegenwärtig verstehen sich fünf Kindertagesstätten der LH Schwerin (17%) gemäß ihrer Selbsteinschätzung als „Bewegungskita“ (vgl. Tab. 52). 36 Quelle: Hölling, H., Schlack, R., Petermann, F., Ravens-Sieberer, U., Mauz,E.(2014).KiGGS Study Group. Psychische Auffälligkeiten und psychosoziale Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland – Prävalenz und zeitliche Trends zu 2 Erhebungszeitpunkten (2003–2006 und 2009–2012). Ergebnisse der KiGGS-Studie – Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1). In: Bundesgesundheitsbl 2014. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 157 Tabelle 52: Übersicht „Bewegungskitas“ in der LH Schwerin (Selbsteinschätzung: Wir verstehen uns als Bewegungskita - 1 trifft voll zu, 2 trifft zu). Name der Kita Träger Einschätzung Haus Sonnenschein Kita gGmbH Schwerin 1 Stauffenbergg Benjamin Blümchen Diakoniewerk Neues Ufer gGmbH 2 Jean Sibelius Kita gGmbH 1 Löwenzahn Kita gGmbH 2 Anne Frank Kita gGmbH 1 Bei einer vergleichenden Analyse der „Bewegungskitas“ (BK) und der anderen Kitas (K) ist auffällig, dass - im Hinblick auf die räumlichen und materiellen Rahmenbedingungen kaum Unterschiede ausgemacht werden können. Bewegungskitas besitzen lediglich etwas häufiger eine Bewegungsbaustelle (4 BK und 10 K) sowie ein großes Trampolin (2 BK zu 9 K) auf dem Freigelände. - Bewegungskitas – wie andere Kitas auch – kommunale Freiflächen und Spielplätze nutzen. - Bewegungskitas neben dem täglichen freien Spiel und den wöchentlichen angeleiteten Bewegungsstunden täglich bis mehrmals die Woche kurze angeleitete Bewegungsangebote und kleine Spiele in der Gruppe in den Tagesablauf integrieren. - Erzieherinnen sich in Bewegungskitas um regelmäßige Fortbildungen im Bereich BewegungPsychomotorik-Sport bemühen und die Entwicklung der Kinder im Bewegungsbereich zu 100% dokumentieren. Perspektivisch sollten jene Kitas, die sich bereits heute als Bewegungskita verstehen sowie weitere bereits auf dem Weg befindende und interessierte Einrichtungen gefördert werden! Die Ausrichtung als „Bewegungskita“ kann als Instrument zur Qualitätsentwicklung nach innen verstanden werden. Mit dem Profil „Bewegungskita“ kann die Einrichtung jedoch auch nach außen werben und Eltern bei der Wahl einer geeigneten Einrichtung für ihr Kind helfen. „Bewegungskitas“ können sich zudem als Kooperationspartner für Bewegung und des Sports in der Region etablieren und ein wesentlicher Baustein für eine kommunale Gesundheitsförderung sein. Im Land Mecklenburg-Vorpommern existierte bis Ende 2016 das Audit Gesunde Kita als Zertifizierungsverfahren. Das Vorhaben ist derzeit ausgesetzt. Hierbei handelte es sich um Kooperationsvorhaben der Techniker Krankenkasse mit der Landesvereinigung für Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern. Die Förderung der Bewegungsfreude ist in diesem Auditverfahren eingebettet in einen umfassenden Ansatz, der ebenso Wert auf Partizipation und Elternarbeit legt. Zentrales Ziel ist der Aufbau und die Etablierung nachhaltiger 158 gesundheitsfördernder Strukturen in Kita und der Schule. Für den gezielten Qualitätsentwicklungsprozess und eine Zertifizierung als „Bewegungskita“ gibt es im Land Mecklenburg-Vorpommern kein eigenes Verfahren, wie beispielsweise das der Sportjugend des Landessportbundes Brandenburg in Kooperation mit der Universität Potsdam. Auch andere Bundesländer wie bspw. Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein verfügen unter der Federführung der jeweiligen Sportjugend über solch ein Verfahren. Generell können diese Verfahren für die Qualitätsentwicklung von Kitas im Bewegungsbereich eine wichtige Orientierung bieten (vgl. Abb. 56). 37 Handlungsleitend für ein mögliches Zertifizierungsverfahren können folgende Kategorien sein, die Kitas sowohl bei der Selbstanalyse, als auch bei der Festlegung von Entwicklungszielen unterstützen können. Sie basieren auf dem Modell einer Bewegungskita von Zimmer (vgl. Abb. 57). 1. Pädagogische Qualität   und Konzept der Einrichtung 2. Bewegungsfreundliches Raumkonzept 3. Bewegungsangebote 4. Öffnung nach außen Konzept Qualität der Erzieherinnen/ Weiterbildungen   Raumgestaltung und Ausstattung im Innenbereich Außenspielfläche/ Freiflächen       Offene Bewegungsangebote/ Situative Bewegungsanlässe regelmäßige angeleitete Bewegungsangebote Psychomotorische Förderung Entspannung und Ruhe. Spiel- und Bewegungsfeste Bewegungsprojekte    Öffentlichkeitsarbeit Dokumentation der Bewegungsarbeit/ Elternarbeit Kooperationen Abbildung 56: Übersicht - Kategorien „Bewegungskita Land Brandenburg“ - Qualitätsstandards zur Profilentwicklung. 37 Zertifizierung Bewegungskindergarten in den Bundesländern Bayern: https://www.bsj.org/index.php?id=42 Brandenburg: http://sportjugend-bb.de/guetesiegel-bewegungskita/ Nordrhein-Westfalen: http://www.sportjugend-nrw.de/unser-engagement/fuerkinder/bewegungskindergarten/ Schleswig-Holstein: https://www.sportjugend-sh.de/index.php?id=43 [Abruf am 16.02.2017] 159 Pädagogisches Konzept Bewegungsfreundliche Außenspielgelände (naturnah gestaltet) Raumgestaltung Regelmäßige, begleitete Bewegungsstunden (Gruppenräume, Flure, Eingangshalle) Offene Bewegungs- Entspannung Weiterbildungen/ Qualifizierung der ErzieherInnen angebote Situative und Ruhe Bewegungsanlässe Öffentlichkeitsarbeit Spiel- und Projekte Psychomotorische Bewegungsfest (Waldtage, Sinnesgarten) Fördergruppen (Festival der Sinne etc.) Elternarbeit Öffnung nach außen/ (Bewegte Elternabende) Kooperationen Anthropologische Grundannahme: Das Kind als Bewegungswesen Abbildung 57: Zwölf Bausteine eines Bewegungskindergartens (vgl. Zimmer 2006). 160 D.2.5 Bestands- und Bedarfsermittlung der Kernsportanlagen In einer Kommune existiert eine Vielfalt an Sport- und Bewegungsräumen. Zu unterscheiden ist hierbei zwischen Sportanlagen, die für den Sport geschaffen wurden, und sogenannten Sportgelegenheiten, die ursprünglich nicht in erster Linie für eine sportliche Nutzung errichtet wurden, jedoch von sportaktiven Bürgerinnen und Bürgern mitgenutzt werden (vgl. Abb. 58 Systematik nach Bundesinstitut für Sportwissenschaft, BISp). Zu den für den Sport geschaffenen Anlagen zählen u. a. Sporthallen und Sportplätze. Diese bilden auch in der LH Schwerin die essentielle Grundlage für den Schul- und Vereinssport. Sport- und Bewegungsräume Sportanlagen Sportgelegenheiten für den Sport geschaffen vom Sport mitgenutzt Kernsportanlagen Sondersportanlagen Sporthallen Badmintonanlage Radwege (DIN 18032 - 1) Beachanlage Parkanlagen Sportplätze Fitness-Studio Bolzplätze (DIN 18035 - 1) Golfanlage Spielplätze Hallenbäder Kegelanlage Waldwege Freibäder Reitsportanlage Feldwege Schießsportanlage Naturbadestellen Skateranlagen beleuchtete Squashanlage Laufwege Tennisanlage Wassersportanlage … Abbildung 58: Systematik der Begriffe Sportstätten, Sportanlagen, Sportgelegenheiten, eigene Darstellung (vgl. BISp, 2000, S. 15; BISp, 2006, S. 38). 161 D.2.5.1 Methodisches Vorgehen der Bestands- und Bedarfsermittlung Bei der Bestands- und Bedarfsermittlung handelt es ich um einen komplexen Vorgang, der sich in mehrere Teilschritte untergliedert: 1. Schritt: Grundlage bildet zunächst eine professionelle quantitative Erfassung und qualitative Bewertung der Kernsportanlagen (Sporthallen und Sportplätze). Ohne einen auch in seinen Größenmaßen nachvollziehbaren und exakt ermittelten Sportanlagenbestand können in der Folge keine seriösen Aussagen zu Über- und Unterausstattungen getroffen werden. 2. Schritt: Aufbauend auf einer differenzierten Bestandsermittlung erfolgt sodann die BedarfsBerechnung nach BISp-Leitfaden zur Ermittlung des Sportanlagenbedarfs (Sporthallen/Sportplätze) anhand des tatsächlichen Sportverhaltens der Bevölkerung (in und außerhalb von Sportvereinen). Die "Leitfadenberechnung" ist ein komplexer rechnerischer Vorgang mit mathematisch korrekten und logischen Parametern und Grundannahmen, kann aber die Komplexität der Wirklichkeit bei der Planung teilweise nicht in vollem Umfang wiedergeben, da z. B. die mögliche räumliche Ungleichverteilung von Sportstätten in Stadtteilen unberücksichtigt bleibt. Es ist daher unerlässlich, eine lokale bzw. standortspezifische Bedarfsanalyse anzuschließen. 3. Schritt: Bezogen auf eine hier vorliegende Entwicklungsplanung sind in der Folge unter Einbindung der lokalen Akteure lokal- und standortspezifische Bedarfsanalysen vorzunehmen. Durch einen Abgleich des theoretischen Berechnungsmodells mit den lokalen Begebenheiten kann somit eine lokale Validitätsprüfung (Gültigkeitsprüfung) vorgenommen werden: Bei der lokalen Analyse sind u.a. zu berücksichtigen: - Nutzer (Schulen, Kitas, Vereine, Sportarten) - Belegungszeiten (Schulen, Vereine) - Mitgliederentwicklung der jeweiligen örtlichen Nutzervereine - Entwicklung der Schülerzahl; Schulentwicklungsplan (Schulschließungen/ Schulerweiterungen) - gemeldete Wettkampfmannschaft(en) - Einwohnerprognose - Entfernungen zu nächstgelegenen Anlagenstandorten - Prüfung baurechtlicher Grundlagen Dieser Schritt ermöglicht einen Abgleich und ggf. eine Anpassung des theoretischen Berechnungsmodells und eine Anpassung an die lokalen Bedarfe. 162 4. Schritt: Darauf basierend können in einem vierten Teilschritt mögliche Szenarien für die Aufwertung von Einzelstandorten erarbeitet werden: a) Zusammenschluss von Vereinen (Nutzungsoptimierung) b) Aufwertung von Anlagen – wettkampforientiert (Nutzungsoptimierung) c) Aufwertung von Anlagen – freizeitsportorientiert (Nutzer- und Nutzungserweiterung) D.2.5.2 Schritt 1: Quantitative und qualitative Bestandsermittlung Eine quantitative und qualitative Bestandsaufnahme von Sporthallen- und Sportplatzflächen, die für den Schul-, den Vereins- und den Bevölkerungssport vorgehalten werden, ist essentieller Bestandteil einer kommunalen Sportentwicklungsplanung. Mit der Erhebung der Sportinfrastruktur werden die grundlegenden Merkmale, wie Typus der Anlage, Standort, Größe, Baujahr, Trägerschaft, letzte Modernisierung der jeweiligen Sportanlage erfasst sowie sportfunktionale Merkmale und die Nutzungskapazitäten berücksichtigt (dvs, 2010). Diese Datenerhebung ermöglicht eine anschließende Bestands-Bedarfs-Bilanzierung der Sporthallenflächen und der Sportplätze, um Aussagen zur gegenwärtigen Sportraumsituation zu treffen. Ergänzt wurde die quantitative Bestandserhebung durch eine qualitative Bewertung der Sportanlagen. Diese beinhaltet die bauliche Zustandsbeschreibung sowie die Klärung, inwieweit eine behindertengerechte Nutzung der Sportanlagen möglich ist. Zudem wurden die Sporthallen und Sportplätze vor Ort durch Ingenieure und zertifizierte Sportplatzprüfer begangen, baufachlich bewertet und in einem Sportstättenkataster (vgl. Anlage CD-ROM) erfasst. Für die qualitative Bewertung der Sportanlagen sind 4 Bewertungsstufen angesetzt, die im GPO definiert worden sind (vgl. Tab. 53). In die Gesamtbewertung fließen Teilbewertungen für folgende Aspekte ein: Erschließung, Umkleiden/ Sanitärbereich, Ausstattung und der Sporthallen bzw. Sportplätze und sonstige Sporträume/ Anlagen sowie dessen Vermessung. Aus den Teilbewertungen ergibt sich die Gesamtbewertung, wobei die 4 Bewertungsstufen durch die Ingenieure des Instituts für kommunale Sportentwicklungsplanung nochmals differenziert beurteilt werden, so dass ggf. auch Tendenzaussagen getroffen werden können. 163 Tabelle 53: Qualitative Bewertung des Bauzustands für Sporthallen und Spielfelder (in Anlehnung an den Goldenen Plan Ost). Erläuterung Sporthallen Erläuterung Spielfelder Bauzustandsstufe 1 = Anlage gut erhalten und im gebrauchsfähigen Zustand Es gibt keine oder nur unbedeutende Mängel, die im Rahmen der Instandhaltung beseitigt werden können. Der Zustand und Aufbau der Sportfläche/ Sportanlage entspricht den Richtwerten der DIN 18035, keine Nutzungseinschränkungen der Sportfläche notwendig, geringe Nutzungsschäden werden im Rahmen der Unterhaltungsmaßnahmen beseitigt. Bauzustandsstufe 2 = Anlage mit geringen bis deutlichen Schäden Die Gesamtkonstruktion ist im Wesentlichen brauchbar, es sind jedoch umfangreiche Renovierungsarbeiten notwendig. Der Zustand der Sportfläche/ Sportanlage entspricht grundsätzlich den Richtwerten der DIN 18035, durch u. a. Übernutzung entstandene Schäden werden durch kleinere Renovierungsarbeiten beseitigt, in Ausnahme geringe Nutzungseinschränkungen notwendig. Bauzustandsstufe 3 = Anlage mit schwerwiegende Schäden Es bestehen Mängel in einem Umfang, die den Bestand oder weitere Nutzung gefährden; die Konstruktion ist in wesentlichen Teilen nicht mehr brauchbar; es fehlen notwendige Einrichtungen, wie Umkleide- und Sanitäreinrichtungen, Wasser- und Heizungsanlagen; eine umfassende Sanierung ist für den Bestandserhalt unerlässlich. Die Sportfläche/Sportanlage ist u. a. aufgrund starker Frequentierung und ausbleibender Pflege und Unterhaltung stark verschlissen, der Aufbau entspricht teilweise/nicht den Richtwerten der DIN 18035. Instandsetzung notwendig. Bauzustandsstufe 4 = Anlage ist unbrauchbar Die Nutzung ist wegen schwerster Mängel nicht mehr möglich; die Sanierung ist dem Aufwand einer Neuanlage gleichzusetzen. Die Sportfläche/Sportanlage ist nicht nutzbar, der Aufbau der Sportfläche/Anlage entspricht nicht den Richtwerten der DIN 18035, der Oberflächenbelag ist stark beschädigt, -bzw. nicht mehr vorhanden, Schutzvorrichtungen fehlen, starke Zerstörungen, Schäden sind durch Instandsetzung nicht zu beseitigen, es besteht Verletzungsgefahr. Neben der baulichen Bewertung der Sportanlagen erfolgte auch eine Einschätzung zur barrierefreien Nutzung. Beim Bau von Sportstätten werden nicht nur Menschen mit motorischen sondern auch mit sensorischen Einschränkungen, wie Sehbehinderung, Blindheit und Hörbehinderung berücksichtigt. Auch für sie soll ein uneingeschränkter Zugang sowie die Nutzung der Sportstätte ermöglicht werden. Diese Normung wird mit der DIN 18040-1 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude“ festgesetzt. Die Einschätzung der Barrierefreiheit bei den Vorortbegehungen wurde unter dem Aspekt des Erreichens und der Bewegungsfreiheit auf einer Sportanlage und den dazu gehörigen Gebäuden bewertet. Die uneingeschränkte Nutzung für Sporthallen (Betrachtung bezieht sich lediglich auf das Erdgeschoss) ist gegeben, wenn die entsprechenden 164 Nutzergruppen die Räume stufenfrei, ggf. mit Rampen, Aufzügen oder anderen Hilfsmitteln erreichen können (dies schließt für die Aktiven Umkleiden und Sanitärräume ein). Die uneingeschränkte Nutzung einer Freisportanlage ist dann gegeben, wenn eine Rampe mit unter 6% Steigung und keine behindernden Stufen vorhanden sind, die den Zugang zur Anlage erschweren. Dies schließt allerdings nicht die Sanitär- und Umkleideanlagen ein, die eventuell auf der Anlage vorhanden sind. Sollte die Anlage zu einer Sporthalle gehören, so ist die Barrierefreiheit der Sporthalle auf das Objekt anwendbar, soweit der Zugang über eine Rampe etc. gewährleistet ist (Schlesiger, 2010). Flächen und Maße von Sportanlagen richten sich nach ihrer Zweckbestimmung – so sind für diese Festsetzung die Normen entstanden. Mit der DIN 18032 - 1. und der DIN 18035 - 1 wurden normierte Flächen und Maße für Sporthallen und Spielfelder/ Sportplätze festgeschrieben, da der überwiegende Teil der vorhandenen Sportanlagen den Erfordernissen des Schul- und Vereinssports entsprechen sollte (vgl. Tab. 54). Tabelle 54: Beispiele für rechnerische Anlageneinheiten (AE) von Sportanlagen (BISp, 2000, S. 71). Sporthallen Sportplätze  Einfachhalle 405 qm  Kleinspielfeld 968 qm  Zweifachhalle 968 qm  Großspielfeld 7.630 qm38  Dreifachhalle 1.215 qm  kleine Leichtathletikanlage für die Schule 1.500 qm  Sonstiger Sport-und Spielraum <250 qm  Gymnastikraum unter 100 qm  Freizeitspielfläche > 400 qm 38 Entsprechend der DIN 18035-1 Sportplätze wird als Regelmaß für Fußball die nutzbare Sportfläche von 7.630 qm angegeben (70,0 m x 109,0m; incl. Sicherheitszone). Großspielfelder für Fußball können Spielfeldmaße von 45m bis 90m Breite und 90m bis 120m Länge haben (Großspielfeld Mindestmaß Spielfeldfläche: 45m x 90m = 4.050 qm; zzgl. der Sicherheitszonen). 165 Bestandsdaten der Sporthallen in der Landeshauptstadt Schwerin In der LH Schwerin befinden sich derzeit 38 Sporthallen und 13 Spielfelder für Fußball, ein Spielfeld für Rollhockey sowie ein Bolz- und ein Beachvolleyballplatz (Stand November 2016). Derzeit erfolgt der Bau einer neuen Sporthalle mit 968 qm mit Fertigstellung zum Schuljahresbeginn Sommer 2017 in der Speicherstraße (Entstehung einer neuen 3-zügigen Grundschule). Des Weiteren werden aktuell Gespräche über eine neue Sporthalle für 2018 in der Rahlstedter Straße für die Grundschule Lankow geführt (die derzeitige Mehrzweckhalle der Grundschule Lankow würde bei einem Neubau wegfallen). Tabelle 55: Darstellung der Anzahl der Sporthallen differenziert nach sportspezifischer Eignung für die LH Schwerin (eigne Darstellung; Begehung der Sportanlagen durch Ahner & Brehm; Stand November 2016). Sportanlagen Sportspezifische Eignung Sporthallen Zweifachhallen (968 bis 1.215 qm) Dreifachhallen (ab 1.215 qm) Mehrzweckhallen < 405 qm Mehrzweckhallen >405 und < 968 qm Leichtathletikhalle Judohalle Ringerhalle Volleyballhalle Gymnastikraum Anzahl 6 4 8 12 1 1 1 1 4 Die Gesamtanzahl der Schweriner Sporthallen für Turnen, Spielen und Mehrzwecknutzung weisen aktuell insgesamt eine sportliche Nutzfläche von 28.493 qm39 auf. Davon sind 16.034 qm entsprechend der DIN 18032 - 1 für Wettkämpfe in den Sportarten Basketball, Fußball, Handball und Volleyball geeignet. Bei der qualitativen baufachlichen Einschätzung der Schweriner Sporthallen erhielten 7 (18%) Sporthallen die Bauzustandsstufe 1 und weitere 10 Sporthallen die Bauzustandsstufe 1 Tendenz 2 (26%). Diese Anlagen sind somit gut erhalten. Sie haben keine oder nur unbedeutende Mängel, die im Zuge der laufenden Instandhaltung beseitigt werden können. 12 weitere Sporthallen (31%) weisen geringe Schäden auf (davon 6 Sporthallen Bauzustandsstufe 2 und 6 Sporthallen Bauzustandsstufe 2 Tendenz 3), so dass die Grundkonstruktion im Wesentlichen brauchbar ist, jedoch sind umfassende Erneuerungsarbeiten erforderlich. Mit Bauzustandsstufe 3 wurden drei Sporthallen (8%) bewertet und weitere 5 Sporthallen mit Bauzustandsstufe 3 Tendenz 4 (13%). Diese Sporthallen weisen schwerwiegende Mängel auf. Es bestehen Mängel in einem Umfang, die den Bestand oder weitere Nutzung gefährden; die Konstruktion ist in wesentlichen Teilen nicht mehr brauchbar; es fehlen notwendige Einrichtungen, wie Umkleide- und 39 mit Berücksichtigung Neubau Mehrzweckhalle (968 qm) Speicherstraße = Gesamtbestand 28.493 qm; ohne Berücksichtigung Neubau Gesamtbestand = 27.525 qm; Planung der Mehrzweckhalle (968qm) für Grundschule Lankow in 2018 ist noch nicht berücksichtigt. 166 Sanitäreinrichtungen, Wasser- und Heizungsanlagen; eine umfassende Sanierung ist für den Bestandserhalt somit unerlässlich. Die Sporthalle der Grundschule Lankow (Rahlstedter Str.) wurde mit Bauzustandsstufe 4 bewertet, so dass die Nutzung wegen schwerster Mängel nicht möglich ist. Die Sanierung ist dem Aufwand einer Neuanlage gleichzusetzen (vgl. Abb. 59) 3% 13% 18% Bauzustandsstufe 1 Bauzustandsstufe1 Tendenz 2 8% Bauzustandsstufe 2 Bauzustandsstufe 2 Tendenz 3 16% 26% Bauzustandsstufe 3 Bauzustandsstufe 3 Tendenz 4 Bauzustandsstufe 4 16% Abbildung 59: Bauzustand der Sporthallen in der LH Schwerin (Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung, 2016), N= 38; Angaben in %. Neben dem baulichen Zustand darf der Aspekt der barrierefreien Nutzung der Sportanlagen für Aktive und Zuschauer nicht vernachlässigt werden. Momentan sind 14 Sporthallen (39%) in der LH Schwerin für Aktive und Zuschauer mit Behinderung uneingeschränkt zugänglich. Hilfsmittel wie Rampen, Aufzüge oder stufenfreie Räume stehen hier zur Verfügung. 40 40 Im Rahmen der Sportentwicklungsplanung für die Landeshauptstadt Potsdam (2012/ 2013) wurde festgestellt, dass lediglich 25% aller Sporthallen für Aktive und Zuschauer eine barrierefreie Nutzung ermöglichen. 167 Bestandsdaten der Sportplätze in der Landeshauptstadt Schwerin In die qualitative baufachliche Einschätzung der Sportaußenanlagen konnten in der LH Schwerin insgesamt 9 Sportplatzstandorte mit verschiedenen Spielfeldern und Leichtathletikanlagen einbezogen werden. Insgesamt wurden 16 Spielfelder begangen und bewertet. Davon 13 Großspielfelder für den Fußballsport, ein Großspielfeld für Rollhockey sowie ein Bolz- und ein Beachvolleyballplatz. Tabelle 56: Darstellung der Anzahl der Sportplätze differenziert nach sportspezifischer Eignung für die LH Schwerin (eigne Darstellung; Begehung der Sportanlagen durch Ahner & Brehm; Stand November 2016). Sportanlagen Sportspezifische Eignung Anzahl Sportplätze Spielfelder für Fußball: Großspielfeld Rasen Großspielfeld Kunstrasen Großspielfeld Tenne 10 2 1 Spielfelder für Rollhockey: Großspielfeld Kunstrasen 1 Bolzplatz Beachvolleyballplatz 1 1 Vier (25%) der 16 vorhandenen Spielfelder sind gut erhalten. Diese Anlagen wurden daher mit der Bauzustandsstufe 1 bewertet. Weitere vier Spielfelder (25%) wurden mit der Bauzustandsstufe 1 Tendenz 2 bewertet. Diese Anlagen haben keine oder nur unbedeutende Mängel, die im Zuge der laufenden Instandhaltung beseitigt werden können. Ein Spielfeld (6%) wurde mit der Bauzustandsstufe 2 bewertet. Die Gesamtkonstruktion ist im Wesentlichen brauchbar, es sind jedoch einige Renovierungsarbeiten notwendig. Deutliche bis schwerwiegende Mängel waren bei fünf Spielfeldern (31%) festzustellen (Bauzustandsstufe 3): - 1 Großspielfeld Kunstrasen (Sportpark Lankow oben, Ratzeburger Straße 44), 1 Großspielfeld Rasen (Sportplatz Neumühle, Kuckuckstraße 20), 3 Großspielfelder Rasen (Sportanlage Görries, Mittelstelle 11). Diese Sportflächen sind aufgrund starker Frequentierung stark verschlissen, der Aufbau entspricht teilweise/ nicht den Richtwerten der DIN 18035. Ein Großspielfeld auf dem Sportkomplex Paulshöhe wurde mit Bauzustandsstufe 3 Tendenz 4 und ein weiteres Spielfeld mit Bauzustandsstufe 4 bewertet. Dabei bestehen Mängel in einem Umfang, die den Bestand oder die weitere Nutzung gefährden, sodass die Sportanlage in wesentlichen Teilen nicht mehr brauchbar ist (vgl. Abb. 60). Seitens der Stadtverwaltung liegt bereits ein Beschluss vor, der die Aufgabe der Sportanlage Paulshöhe vorsieht. Im Rahmen der Bestands-BedarfsBilanzierung werden die beiden Spielfelder Paulshöhe daher im Bestand nicht berücksichtigt. 168 6% Bauzustandsstufe 1 6% 25% Bauzustandsstufe 1 Tendenz 2 Bauzustandsstufe 2 Bauzustandsstufe 2 Tendenz 3 Bauzustandsstufe 3 31% 25% Bauzustandsstufe 3 Tendenz 4 Bauzustandsstufe 4 7% 0% Abbildung 60: Bauzustand der Spielfelder in der LH Schwerin (Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung, 2016), N = 16; Angaben in %. Neben dem baulichen Zustand darf der Aspekt der barrierefreien Nutzung der Sportanlagen für Aktive und Zuschauer nicht vernachlässigt werden. Derzeit ermöglicht lediglich das Stadion Lambrechtsgrund einen barrierefreien Zugang. D.2.5.3 Schritt 2: Bedarfsermittlung nach BISp-Leitfaden Planungsparameter Die Sportstättenentwicklungsplanung ist als Teildisziplin in der Sportentwicklungsplanung angesiedelt und zielt darauf ab, Aussagen über den gegenwärtigen und zukünftigen Sportstättenbedarf zu ermöglichen. Der verhaltensorientierte Ansatz folgt dem im „Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung“ des Bundesinstitutes für Sportwissenschaft (BISp) beschriebenen Berechnungsverfahren. Hiermit wird ein Abgleich der vorhandenen Sportstätteninfrastruktur mit dem rechnerischen Bedarf an Sportanlagen ermöglicht: es erfolgt eine Bestands-Bedarf-Bilanzierung. Im Zentrum des Interesses steht einerseits der vereinsorganisierte, „städtisch/ öffentliche“ Sport sowie der außerhalb von Sportvereinen organisierte Sport, welcher ebenfalls einen Nutzungsbedarf von Sportanlagen aufweist. Die Berechnungsgrundlagen und die Parameter des Sportbedarfs, die in den folgenden Ausführungen im Einzelnen genauer beschrieben werden, können den BISp-Leitlinien (BISp, 2000) entnommen werden. Der Sportstättenbedarf wird in Anlageneinheiten (AE) nach dem Leitfaden des BISp wie folgt berechnet: Schritt 1: Berechnung der Sportler Sportler = Einwohner x Aktivenquote x Präferenzrate 169 Schritt 2: Berechnung des Sportbedarfs Sportbedarf = Sportler x Häufigkeit x Dauer Schritt 3: Berechnung des Sportstättenbedarfs Sportstättenbedarf = (in AE) Sportbedarf x Zuordnungsquote Belegungsdichte x Nutzungsdauer x Auslastungsquote Planungsparameter: Einwohner: Für die LH Schwerin wird eine Einwohnerzahl von 90.171 Personen im Alter ab 10 Jahren verzeichnet (Stand: 31.12.2015). Für die Bürgerbefragung wurden Einwohnerinnen und Einwohner ab 10 Jahre ausgewählt. Aktivenquote: Die Aktivenquote beträgt in der LH Schwerin 83% und ergibt sich aus der repräsentativen Bevölkerungsbefragung zum Sportverhalten. Über diese konnte der Anteil der sportaktiven Einwohnerinnen und Einwohner ermittelt werden. Präferenzrate: Die Präferenzrate gibt den Anteil der sport- und bewegungsaktiven Einwohnerinnen und Einwohner an, die bezogen auf die Gesamtheit eine bestimmte Sportform ausüben. Die Präferenzrate lässt sich zum einen aus der Bevölkerungsbefragung ermitteln sowie aus der Mitgliederstatistik der Sportvereine (Quelle: SSB Schwerin). Dauer: Die Dauer gibt bezogen auf den einzelnen Sportler/die einzelne Sportlerin den durchschnittlichen zeitlichen Umfang (Stunde/ Woche) einer Sportaktivität in einer bestimmten Sportart an. Die Dauer ergibt sich aus der Bürgerbefragung differenziert nach Sportvereinsmitgliedern und Nichtmitgliedern (vgl. Anhang Tab. 62/63). Häufigkeit: Die Häufigkeit gibt die durchschnittliche Anzahl der Sportaktivitäten pro Woche an, die von einem Sportler/einer Sportlerin in seiner/ ihrer Sportform durchgeführt werden. Die Häufigkeit ergibt sich aus der Bürgerbefragung differenziert nach Sportvereinsmitgliedern und Nichtmitgliedern (vgl. Anhang Tab. 62/63). 170 Zuordnungsfaktor: Der Zuordnungsfaktor gibt an, zu welchen Anteilen eine Sportform auf welcher Sportanlage ausgeübt wird. Die Bestimmung des Zuordnungsfaktors ist nicht geregelt. Der Zuordnungsfaktor wurde über die Angabe des Ortes der Sportausübung über die Bevölkerungsbefragung ermittelt bzw. falls nicht vorhanden, wurden Referenzwerte genutzt (vgl. Anhang Tab. 62/63). Während die oben aufgeführten Parameter aus der Bevölkerungsbefragung und der Mitgliederstatistik der Sportvereine abgeleitet wurden, ist die Bestimmung der nachfolgenden Parameter nicht geregelt bzw. können diese nicht berechnet werden. Es können Referenzwerte aus einschlägigen Publikationen genutzt oder eine individuelle Festlegung und Absprache mit den Verantwortlichen vor Ort (AG) getroffen werden. Belegungsdichte: Nutzungsdauer: Auslastungsquote: Die Belegungsdichte gibt die Anzahl der Sportlerinnen und Sportler in einer Sportform an, die eine Sportstätte gleichzeitig nutzen. Diese Referenzwerte sind aus dem BISp-Leitfaden entnommen (vgl. Anhang Tab. 62/63). Die Nutzungsdauer gibt den Zeitumfang an, den eine Sportanlage pro Woche für sportliche Zwecke (Übungsbetrieb in der Woche) genutzt werden kann. Die Nutzung der Sportanlage durch den Schulsport ist dabei zu berücksichtigen. Dieser Parameter wurde mit dem Auftraggeber abgestimmt. Die Sporthallen stehen den Sportvereinen in der LH Schwerin in der Regel von Montag bis Freitag von 16-22 Uhr zur Verfügung (30 Stunden/ Woche = Durchschnittswert). Die Festlegung der Nutzungsdauer der Sportplätze ist von der Belagart (Naturrasen vs. Kunstrasen) abhängig und wird in der LH Schwerin auf 21 Std./ Woche festgelegt (10 Sportplätze Fußball Rasen 10x18 Std/Woche; 2 Sportplätze Fußball Kunstrasen 2x37 Std/Woche; Summe = 254/12 Plätze = Mittelwert 21 Std.). Die Auslastungsquote definiert die vom Nutzungsverhalten der Sportlerinnen und Sportler abhängige Auslastung der Sportanlagen. a.) Die Auslastungsquote für die Sporthallen wird entsprechend der wissenschaftlichen Empfehlungen sowie der Absprache mit dem Auftraggeber auf 90% festgelegt. b.) Die Auslastungsquote für die Sportplätze wird auf 70 % festgelegt (Empfehlung BISp und Berücksichtigung der vorhandenen 171 Bodenarten Rasen (60-70%), Kunstrasen (80%) und Tenne (60%) und Ermittlung des Mittelwertes). Bilanzierung der Sportstättenbestände und -bedarfe In der nachfolgenden Bilanzierung der Hallen- und Sportplatzflächen erfolgt eine komplexe Bestands-Bedarfs-Bilanzierung. Dazu werden entsprechend der Vorgaben des BISpLeitfadens der vereins- und privatorganisierte nicht vereinsgebundene Sport im Gesamtkontext betrachtet. Sporthallenflächen Für die Bestands-Bedarfs-Bilanzierung an Sporthallenflächen wird von einem Gesamtbestand in einer Größenordnung von 25.413 qm41 ausgegangen. Bei differenzierter Analyse unter Berücksichtigung des vereinsorganisierten Fußballsports ergibt sich im Sommer (ohne Fußballsport) und im Winter (mit Fußballsport) ein unterschiedlicher Gesamtbedarf an Sporthallenflächen, so dass in Abstimmung mit dem Auftraggeber bei einer angenommenen Auslastungsquote von 90% zwei Bilanzierungsszenarien entwickelt wurden: Szenario A: Bilanzierung Winter unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Bedarfs des vereinsorgansierten Fußballsports (4.688 qm) und des Flächenbedarfs der Spielsportformen des privat organisierten nicht vereinsgebundenen Sports (974 qm; Badminton, Fußball, Volleyball, Basketball). Alle weiteren Sportformen des privat organisierten nicht vereinsgebundenen Sports können unter der Voraussetzung der Verfügbarkeit in kleineren Sport- und Bewegungsräumen stattfinden (vgl. Tab. 57). Szenario B: Bilanzierung Sommer ohne Berücksichtigung der gegenwärtigen Flächenbedarfe des vereinsorganisierten Fußballsports (4.688 qm) und unter der Berücksichtigung der Spielsportformen des privat organisierten nicht vereinsgebundenen Sports (974 qm) (vgl. Tab. 58). 41 In Absprache mit dem AG wir die Leichtathletikhalle (3.080 qm) für die Bestands-BedarfsBilanzierung nicht berücksichtigt, da sie häufig für gesonderte Trainingseinheiten durch die Leichtathleten genutzt wird und somit anderen Sportarten nicht zur Verfügung steht (28.493 qm minus 3.080 qm = 25.413 qm anrechenbarer Gesamtbestand). 172 Tabelle 57: Szenario A: Bilanzierung Sporthallenflächen (Winter mit Fußball); Vereins- und privat organisierter nicht vereinsgebundener Sport, LH Schwerin (2016). Spalte 1 2 3 4 5 Gesamtbestand42 davon Bestand an Gesamtbedarf davon Bedarf an Bedarf privat organisiert nicht wettkampfgeeigneten Vereinssport wettkampfgeeignete vereinsgebundener Sport Sporthallenflächen Sporthallenflächen für Vereinssport Sporthallenflächen 25.413 qm 16.034 qm 25.866 qm (davon 4.688 qm Fußball) 12.988 qm (davon 4.688 qm Fußball) 974 qm Gesamtbedarf an Sporthallenflächen (Spalte 3 + 5): 26.840 qm Bedarf an wettkampfgeeigneten Sporthallenflächen (Spalte 4): 12.988 qm Gesamtbilanzierung für den vereins- und privat organisierten nicht vereinsgebundenen Sport in der LH Schwerin Gesamtbilanzierung (Spalte 1): 25.413 minus Gesamtbedarf (Spalte 3 + 5) 26.840 qm – 26.840 qm): - 1.427 qm Bilanzierung an wettkampfgeeigneten Flächen: Bestand (Spalte 2) 16.034 qm minus (Spalte 4) 12.988 qm: +3.046 qm 42 In Absprache mit dem AG ist im Gesamtbestand der Neubau Sporthalle Speicherstr. berücksichtigt (968 qm; Fertigstellung Sommer 2017). Die Leichtathletikhalle wird sowohl im Gesamtbestand als auch in der Bedarfsberechnung nicht berücksichtigt, da die Leichtathletikhalle häufig für gesonderte Trainingseinheiten durch die Leichtathleten genutzt wird und somit anderen Sportarten nicht zur Verfügung steht (28.493 qm mi nus 3.080 qm = 25.413 qm anrechenbarer Gesamtbestand). 173 Tabelle 58: Szenario B: Bilanzierung Sporthallensportflächen (Sommer ohne Fußball); vereins- und privat organisierter nicht vereinsgebundener Sport, LH Schwerin (2016). Spalte 1 2 3 4 5 Gesamtbestand43 davon Bestand an Gesamtbedarf davon Bedarf an Bedarf privat organisiert nicht wettkampfgeeigneten Vereinssport wettkampfgeeignete vereinsgebundener Sport Sporthallenflächen Sporthallenflächen für Vereinssport Sporthallen- 25.413 qm 16.034 qm 21.178 qm 8.300 qm 974 qm flächen Gesamtbedarf an Sporthallenflächen (Spalte 3 + 5): Bedarf an wettkampfgeeigneten Sporthallenflächen (Spalte 4): 22.152 qm 8.300 qm Gesamtbilanzierung für den vereins- und privat organisierten nicht vereinsgebundenen Sport in der LH Schwerin Gesamtbilanzierung: Bestand (Spalte 1) 25.413 qm minus Gesamtbedarf (Spalte 3 + 5) 22.152 qm: Bilanzierung an wettkampfgeeigneten Flächen: Bestand (Spalte 2) 16.034 qm minus Bedarf (Spalte 4) 8.300 qm: +3.261 qm +7.734 qm 43 In Absprache mit dem AG ist im Gesamtbestand der Neubau Sporthalle Speicherstr. berücksichtigt (968 qm; Fertigstellung Sommer 2017). Die Leichtathletikhalle wird sowohl im Gesamtbestand als auch in der Bedarfsberechnung nicht berücksichtigt, da die Leichtathleti khalle häufig für gesonderte Trainingseinheiten durch die Leichtathleten genutzt wird und somit anderen Sportarten nicht zur Verfügung steht (28.493 qm mi nus 3.080 qm = 25.413 qm anrechenbarer Gesamtbestand). 174 Unter Bezugnahme auf Szenario A ergibt sich im Winter flächenmäßiges Defizit in einer Größenordnung von 1.427 qm Sporthallenfläche. Wie die Bilanzierungsrechnung Szenario B nachweist, entsteht dieses Defizit insbesondere durch den Fußballsport, der im Winter entsprechende Sporthallenbedarfe aufweist. Im Sommer hingegen, so zeigt Szenario B, besteht in der LH Schwerin kein zusätzlicher Bedarf an Sporthallenflächen (vgl. Tab. 58). Das für den Winter festgestellte Defizit an Sporthallenflächen ist nahezu deckungsgleich mit dem zusätzlichen Bedarf, der für die Schulsporthallen ermittelt wurde (1.490 qm; vgl. Tab. 47) Die kommunale Pflichtaufgabe besteht in der qualitativen und quantitativen Absicherung des Schulsports. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der Vereinssport von baulichen Maßnahmen im Bereich des Schulsports als Mitnutzer der Anlagen profitiert. Bei Erfüllung der Flächenbedarfe des Schulsports würde auch das sportpolitische Ziel, die Bedarfe des Vereinssports zu bedienen, eine vollständige Berücksichtigung finden. 175 Spielfelder für den Fußballsport In der LH Schwerin existieren 14 Großspielfelder. Ein Beschluss der Stadtvertretung sieht vor, dass die Sportanlage Paulshöhe (zwei Großspielfelder) zeitnah aufgegeben wird. In die Bestands-Bedarfs-Bilanzierung konnte somit ein Bestand von zwölf wettkampfgeeigneten Großspielfeldern einbezogen werden, die für den Vereinssport genutzt werden können. Der rechnerische Bedarf des Fußballsports (inkl. Hockey und Faustball) liegt bei zwölf Großspielfeldern (zehn Fußball, zwei Hockey/Faustball). Unter Berücksichtigung der Bedarfe des privat organisierten Fußballsports und der zusätzlichen Hallenbedarfe des Fußballsports im Winter, die durch entsprechend moderne im Winter nutzbare Außenanlagen kompensiert werden könnten, ergibt sich eine Unterausstattung von zwei bis drei Großspielfeldern. Tabelle 59: Bilanzierung Spielfelder für den Fußballsport Sommersaison (Trainingsbetrieb Mo-Fr); vereins- und privat organisiert nicht vereinsgebundener Sport, LH Schwerin. Gesamtbestand Bedarf an Großspielfelder Quantifizierbarer Bedarf an Großspielfelder vereinsgebundener Spielfeldflächen nicht Fußballsport (inkl. Hockey vereinsgebundener und Faustball) Fußballsport 12 3 12 Unter Berücksichtigung der räumlichen Verteilung der Sportplätze in der Stadt und der realen Nutzungssituation, die im Rahmen der kooperativen Planungsphase mit dem Auftraggeber und den lokalen Experten vor Ort reflektiert wurde, ergeben sich folgende Handlungsempfehlungen: - Bau eines weiteren Rasenplatzes auf der Sportanlage Lankow Bau eines Kunstrasenfeldes beim Sportgymnasium (Sportpark Lambrechtsgrund) Modernisierung und Aufwertung des hoch frequentierten Sportplatzes Großer Dreesch durch Umbau zum Kunstrasenplatz Nach vorliegender demografischer Prognose werden die Bevölkerungszahlen in der Landeshauptstadt Schwerin bis 2030 tendenziell rückläufig sein und von 98.823 (Stand: 31.12.2016) bis 2030 auf 92.341 sinken. Die Gesamtbevölkerung wird sich darüber hinaus insbesondere in der Altersstruktur verändern, so wird vor allem ein deutlicher Zuwachs bei den Ü65 Jährigen zu verzeichnen sein. Für den Fußballsport kann auf Grundlage der aktuellen Mitgliederzahlen, der ermittelten Aktivitätsumfänge und der voraussichtlichen demografischen Entwicklung in der Landeshauptstadt eine ad-Hoc-Prognose erstellt werden. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Bedarfe des Fußballsports bei heute rund 1.700 Fußballern und 2030 rund 1.570 Fußballern leicht sinken (Tendenz ein Großspielfeld). Unter der Voraussetzung, dass diese Entwicklungen sich in den kommenden Jahren tatsächlich bestätigen, kann der Standort Görries sukzessive geschlossen werden. Da sich der Standort aus drei Großspielfeldern zusammensetzt, sollte in Abstimmung mit den nutzenden Vereinen zum gegebenen Zeitpunkt über alternative Nutzungsflächen gesprochen werden. 176 D.2.5.4 Einschätzung des Investitions- und Erneuerungsbedarfs Kostenermittlung zur Modernisierung gedeckter Anlagen Grundlage zur Ermittlung der Modernisierungskosten für gedeckte Anlagen ist eine Baukostensimulation mit Planungskennzahlen aus dem "BKI44 - Baukosten Gebäude" (2014). Der Baukostenindex wird turnusmäßig alle fünf Jahre vom statistischen Bundesamt aktualisiert und enthält eine Vielzahl von bereits realisierten Bauprojekten. Aus den Parametern der einzelnen Projekte lassen sich durchschnittliche Kostenkennwerte (Kosten pro m³ Bruttorauminhalt oder Kosten pro m² Bruttogrundfläche (BGF) ableiten, mit deren Hilfe künftige Kostenprognosen relativ genau aufgestellt werden können. In Abhängigkeit zum Bauzustand - siehe Bauzustandsstufe - der begutachteten gedeckten Sportstätte, wird der untere (794 €), mittlere (1.085 €) oder obere (1.558 €) Kostenkennwert (KKW) pro m² angesetzt. Die Zuordnung des KKW zur jeweiligen Bauzustandsstufe setzt sich dabei wie folgt zusammen: Tabelle 60: Zuordnung von Bauzustandsstufe und Kostenkennwert. Bauzustandsstufe Kostenkennwert pro m² BGF 1 794 € 1 Tendenz 2 2 1.085 € 2 Tendenz 3 3 1.558 € 3 Tendenz 4 4 Gleichzusetzen mit dem Abriss und Neubau der Anlage In der nachfolgenden Abbildung 61 ist in der Spalte „KKW €“ ein Wert von 1.558 € angesetzt, woraus sich ableiten lässt, dass die begutachtete Anlage (Sporthallen im Schleifenmühlenweg 19) mit der Bauzustandsstufe 3 bewertet wurde. Darüber hinaus ist der Kostenkennwert in die unterschiedlichen Kostengruppen (KG) 100 bis 700 aufgegliedert, wobei KG 300 und 400 das Bauwerk selbst betreffen und die KG 700 die Baunebenkosten nach DIN 276 (Kostenplanung im Hochbau) abdeckt. Während die KG 400 und 300 in einem Verhältnis von etwa 3 zu 1 stehen, werden für die Baunebenkosten (Planungskosten, Gebühren, etc.) 20 % der Gesamtkosten veranschlagt. 44 BKI = Baukostenindex 177 Abbildung 61: Baukostensimulation für Investitionskosten Sporthallen. Im oben dargestellten Beispiel ergeben sich aus den KG 300 (Baukonstruktion) und 400 (Technische Anlagen Bauwerk) bei einer gedeckten Anlage mit einer Bruttogrundfläche von 850 m² und einer Bauzustandsstufe von 3 Tendenz 4 in Kombination mit einem erhöhten Einheitspreis Modernisierungskosten von insgesamt 1.589.160,00 €. Grundlage für die BKI Kennwerte ist das Datum der Herausgabe in 2005 und entspricht somit 100 %. Die aktuelle Ausgabe vom 2. Quartal 2014 hat eine Preissteigerung von 9,2% mit sich gebracht. Hochgerechnet auf das Datum der Erstellung dieses Gutachtens beträgt die Preissteigerung somit 11,6%. Damit errechnet sich ein Wert von 1.654.647,36 €, wenn die Modernisierung sofort umgesetzt würde. Bei Sporthallen wird eine durchschnittliche Nutzungsdauer von ca. 40 Jahren angenommen, da nach diesem Zeitraum davon auszugehen ist, dass zum einen baustrukturelle Mängel bestehen und zum anderen energetische Richtlinien nicht mehr eingehalten werden. Bei der im Beispiel beschriebenen Halle (letzte Modernisierung 1982) ist somit eine Modernisierung im Jahr 2022 zu erwarten. Von 2016 bis 2022 wird eine Preissteigerung von 12% prognostiziert (2% pro Jahr), der Wert ist also mit 1,12 zu multiplizieren. Im Jahre 2022 ist daher mit einer Investitionssumme in Höhe von 1.853.205,05 € zu rechnen. Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen am und im Bauwerk unterliegen den laufenden Pflege- und Unterhaltungskosten und fließen nicht in die Berechnung ein. 178 Der Zeitpunkt einer Modernisierung ist hier nicht bindend dargestellt, sondern muss als Richtwert angesehen werden. Er kann je nach Intensität und Häufigkeit der Nutzung durch die verschiedenen Sportarten variieren. In Abhängigkeit vom derzeitigen Zustand und dem Alter der Hallen wurde der Zeitpunkt notwendiger Modernisierungsmaßnahmen und deren Höhe für den zeitlichen Horizont bis zum Jahr 2032 (entspricht einem Betrachtungszeitraum von maximal 15 Jahren bei einer Sportentwicklungsplanung) eingeschätzt. Die prognostizierten Kosten können den Tabellen im Anhang der Studie (vgl. Anlage CD-ROM) entnommen werden. In diese Tabellen wurden zugleich die Ergebnisse des aktuellen Klimaschutzkonzeptes der LH Schwerin (Teilplan Städtische Sporthallen) mit eingearbeitet, da diese mit den Ergebnissen der Bestandsaufnahme korrelieren. Auf diesem Wege konnten unterschiedliche Plangrundlagen kombiniert und ein Mehrwert an Informationen generiert werden. So wurden bspw. Baustruktur und Sportnutzflächen der Sporthalle der Berufsschule für Gesundheit und Soziales in der Dr. Hans-Wolf-Straße 9 mit der Bauzustandsstufe 1 Tendenz 2 bewertet. Nichtsdestotrotz ist die Halle aus energetischen Gesichtspunkten jedoch sanierungsbedürftig. Aufgrund des aktuell guten Zustandes eines Großteiles der Hallen im Untersuchungsraum LH Schwerin (69% der Schulsporthallen mit einer Bewertungsstufe 1; 1 Tendenz 2 und 2) fallen lediglich für vier Schulsporthallen (12,5%) Kosten für notwendige Modernisierungsmaßnahmen an. In Summe werden bis zum Jahr 2032 für die Sporthallen in der August-Bebel-Straße 11 (Altes Fridericianum), der Andrej-Sacharow-Straße 75 (Sprachheilpädagogisches Förderzentrum), der Friedrich-Engels-Straße 35 (Grundschule Nils Holgersson) sowie im Schleifenmühlenweg 19 (Paulshöhe Waldorfschule) rd. 6,5 MIO € an Investitionskosten erwartet. Aufgrund des hohen Sanierungsrückstandes und des Prädikates eines unter Denkmalschutz stehenden Bauwerkes fallen 1,9 MIO € der Investitionskosten bei der bereits in den 1930er Jahren errichteten Sporthalle im Schleifenmühlenweg an. Ferner ist der Rückbau der Sporthalle der Grundschule Lankow in der Rahlstedter Straße 3 b bereits beschlossen und darüber hinaus die Errichtung einer neuen 2-Feld-Mehrzweckhalle als Ersatzbau geplant. Für eben diesen Neubau mit ca. 968 m² Sportnutzfläche wird ein Investitionsvolumen von ca. 4.200.000 € angenommen. Investitionskosten für Sporthallen für den Schulsport in der Landeshauptstadt Schwerin Bei der Analyse des Bedarfs an Sporthallenflächen für den Schulsport wurde ein standortspezifisches Gesamtdefizit von 1.490 qm ermittelt (vgl. Tab. 47). Die fehlenden Flächen lassen sich durch den oben erwähnten und bereits beschlossenen Neubau einer 2-Feld-Mehrzweckhalle á 968 m² teilweise kompensieren. Diese ersetzt die alten Einfeldhalle der Grundschule Lankow mit 486,58 m² in der Rahlstedter Straße 3 b, wodurch ein Überschuss von 481,42 m² entsteht.  Kosten für Zweifeldhalle 4.2 MIO € Das noch verbleibende Hallenflächendefizit in Höhe von 1.490 m² - 481,42 m² = 1.008,58 m² kann durch einen weiteren Bau einer Zweifachhalle und dann weiteren 4.2 MIO € kompensiert 179 werden (Standort der Neuen Regionalschule West), wobei dabei die ermittelten standortspezifischen Defizite schulorganisatorisch (u.a. Wegezeiten der Schülerinnen und Schüler zur Sporthalle) zu diskutieren und zu lösen sind. Alternativ ist der Bau einer überdachten 3-Feld-Sportnutzfläche von rd. 1.300 m² denkbar, soweit der Schulsport auch im Winter im Freien durchgeführt werden kann und soll, da hier nur das Sporttreiben von Ballspielsportarten möglich ist. Diese Entscheidung ist von den Schulträgern zu treffen.  Kosten für überdachte 3-Feld-Sportnutzfläche 0,75 MIO € Investitionskosten für Sporthallen für den Vereinssport Dem Bestand an Sporthallen für den vereins- und privat organisierten Sport, im Winter, von 25.413 m² steht ein Bedarf an Sporthallenflächen von 26.840 m² gegenüber. Das Defizit kann mit 1.427 m² beziffert werden und ist damit annähernd so groß wie das Defizit der Hallenflächen für den Schulsport. Zu konstatieren bleibt auch, dass der Vereinssport von baulichen Maßnahmen im Bereich des Schulsports als Mitnutzer in den Nachmittags- und Abendstunden der Anlagen maßgeblich profitiert. Infolgedessen könnte durch die Kompensation des Bedarfs schulischer Hallensportflächen auch die Nachfrage durch den Vereinssport bedient werden. Überdies besteht das Defizit auch nur in den Wintermonaten, da hier in erster Linie Feldsportarten wie Fuß- oder Faustball sowie Hockey in die Hallen drängen. Abbildung 62: Beispiele für Spielfeldüberdachungen. Es kann eine Dreiteilung vorgenommen oder ein durchgängiges Spielfeld eingerichtet werden. 180 Wenn man den Fußballerinnen und Fußballern die Möglichkeit einräumt, ihren Sport im Winter auch im Freien durchführen zu können, würde kein zusätzlicher Nutzungsdruck mehr auf Hallenzeiten im Winter entstehen. Eine Möglichkeit dieses Ziel zu erreichen wäre die oben bereits erwähnte Errichtung einer überdachten 3-Feld-Sportnutzfläche (vgl. Abb. 62). Auf der überdachten Sportfläche mit den Dimensionen 28 m x 48 m können zeitgleich bis zu 3 verschiedene Feldsportarten ausgetragen werden. Die drei Teilflächen lassen sich jedoch auch zu einer größeren Sportnutzfläche mit 1.344 m² vereinigen, wodurch das Flächendefizit der LH Schwerin nahezu kompensiert wird. Die Kosten für eine voll ausgestatte (inklusive Beleuchtung, Videoüberwachungssystem und Planungskosten) überdachte 3-FeldSportnutzfläche lassen sich mit rd. 750.000 € beziffern. Als möglicher Standort mit ausreichenden Potentialflächen bietet sich der zentral im Stadtraum gelegene Sportpark Lambrechtsgrund an. Zudem eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, dem Schweriner Frauenfußball hier perspektivisch eine neue Trainings- und Punktspielstätte zu bieten. Nebenbei erfreut sich der Fußball- und Trainingsbetrieb in derartigen offenen Überdachungen großer Beliebtheit, da Trainingseffekte in Kompetenzen, wie Ballgefühl und Handlungsschnelligkeit durch die hohe Frequenz der Ballkontakte und Passstafetten gesteigert werden. Die örtlichen Gegebenheiten im Lambrechtsgrund erlauben jedoch auch die Errichtung eines konventionellen Großspielfeldes ohne Überdachung mit 45 m x 90 m und einer Fläche von 4.050 m². Diese Fläche müsste dann allerdings mit einer Rasenheizung ausgestattet werden. Nur so ist es möglich, den Nutzungsdruck auf die Hallen im Winter zu reduzieren und die Notwendigkeit des Baus einer weiteren Halle für die Vereinsnutzung im Winter zu vermeiden. Die Kosten eines solchen Platzes sind mit den Kosten für den Bau der oben beschriebenen Kalthalle vergleichbar. Gesamtinvestition Sporthallen Modernisierung und Neubau Variante 1 Eine Zweifeldhalle (968 m²) für den Schulsport als Ersatzbau am Standort Rahlstedter Straße 3 b - Grundschule Lankow (4,2 MIO €) Eine überdachte 3-Feld-Sportnutzfläche (28 x 48 m) mit 1.344 m² (750.000 €) Variante 2 Eine Zweifeldhalle (968 m²) für den Schulsport als Ersatzbau am Standort Rahlstedter Straße 3 b - Grundschule Lankow (4,2 MIO €) oder Eine weitere Zweifeldhalle (4,2 MIO €) Modernisierungskosten Sporthallen 6,5 MIO € Modernisierungskosten Sporthallen 6,5 MIO € Gesamtinvestition: 11,45 MIO € Gesamtinvestition: 14,9 MIO € 181 Kostenermittlung zur Sanierung bzw. Neubau ungedeckter Anlagen Der Kostenermittlung liegen zwei Faktoren zu Grunde: Bruttosportfläche und Einheitspreis (EP). Die Sanierung bzw. der Neubau einer Anlage bezieht sich jeweils auf die Bruttosportfläche der untersuchten Anlage. Die EPs werden nach EP für Sanierung bzw. EP für Neubau einer Anlage unterschieden. Hierbei werden durch das Ingenieurbüro AHNER/BREHM gemittelte, submittierte EPs aus rd. 20 Projekten der letzten 5 Jahre in allen Gewerken zusammengefasst und auf den Preis je m² Sportfläche zurückgerechnet. Je nach Belagsart werden unterschiedliche Zeiträume bis zur nächsten Sanierung definiert. Kunststoffflächen, die im Spritzverfahren aufgetragen werden, sind durchschnittlich nach zehn Jahren zu erneuern. Geschüttete oder gegossene Kunststoffflächen überdauern ca. 15 Jahre. Während bei Kunstrasen ebenfalls von einer Haltbarkeit von ca. 15 Jahren ausgegangen wird, kann bei Naturrasenflächen eine normative Nutzungsdauer von ca. 30 Jahren angesetzt werden. Grundsätzlich ist die Haltbarkeit der verschiedenen Beläge eng an die Intensität und Häufigkeit ihrer Nutzung durch die verschiedenen Sportarten gekoppelt und kann somit variieren. Der Zeitpunkt der nächsten Modernisierung resultiert aus dem Alter, dem Bauzustand und der Belagsart der jeweiligen Anlage. Die Investitionshöhe für die Modernisierung der Anlage ergibt sich hingegen aus der Multiplikation der Bruttofläche und dem zugeordneten EP. Die auf diesem Wege ermittelten Kosten pro Anlage sind - wie schon bei den gedeckten Anlagen - als Richtwerte anzusehen und können somit in den Investitionshaushalt der Kommune eingehen. Für die Modernisierung der Außenanlagen im Schweriner Stadtgebiet ergeben sich bis zum Jahr 2032 Investitionskosten von insgesamt ca. 2,5 MIO €. Von diesen 2,5 MIO € fallen jedoch 1,8 MIO € (72 %) erst nach 2027 an, was vorrangig mit dem aktuell guten Zustand (Bewertungsstufe 1; 1 Tendenz 2 und 2) des überwiegenden Teils (59 %) der Freisportanlagen zu begründen ist. Lediglich bei drei Freisportanlagen besteht kurzfristiger Handlungsbedarf, da bspw. erhebliche Sicherheitsmängel in Form von Bereichen mit freigespielter Tragschichten auf Tennenflächen existieren (Willi-Bredel-Straße 50 - Sportplatz Weststadt) oder sich Barrieren im hindernisfreien Raum (Mittelstelle 11 – Sportanlage Görries) befinden. Nutzungsdauer verschiedener Beläge Die Berechnung des Bedarfs an Freisportflächen geht grundsätzlich bei Großspielfeldern von der Belagsart Naturrasen aus. In den DFB-Empfehlungen für Kunststoffrasenplätze, Fragen und Antworten aus dem Jahr 2006 wird davon ausgegangen, dass Naturrasenplätze im Mittel 600 Stunden im Jahr genutzt werden können (vgl. Abb. 63). 182 Abbildung 63: Pflegekosten je Nutzungsstunde (DFB-Empfehlungen für Kunststoffrasen-plätze, Fragen und Antworten aus dem Jahr 2006). Diese Nutzung soll in der Vegetationszeit stattfinden, da nur in dieser Zeit der Rasen zur Eigenregeneration fähig ist. Bei einer Übernutzung des Rasens kommt es zwangsläufig zu nachhaltigen Schädigungen des Belags in Form von freigespielten Flächen, die nur mit einem überdurchschnittlichen Aufwand beseitigt werden können. Erfahrungen zeigen, dass vor allem die Benutzung in der Übergangszeit (November bis März) zu teilweisen Totalzerstörungen der Rasennarbe in den Hauptbelastungszonen wie Torräumen oder Mittelkreis führen. Die Reparaturen sind zumeist nur mit Dicksoden möglich, die eine unmittelbare Wiederbespielbarkeit gewährleisten, jedoch sehr kostenintensiv sind. Aus der Tabelle geht zum anderen auch hervor, dass Kunststoffrasen bis zu 2.500 Stunden im Jahr nutzbar sind. Die Hersteller geben z. T. noch höhere Nutzungsintervalle an. Effektiv wird ein Kunstrasen jedoch kaum mehr als 2000 Stunden im Jahr genutzt. Dies resultiert aus den üblichen Nutzungszeiten vormittags über den Schulsport von 8:00 Uhr bis 14:00 Uhr und den Vereinssport von 16:00 Uhr bis 22:00 Uhr. Damit entsteht eine potentielle Nutzungsdauer von 11 Stunden pro Tag. Im Durchschnitt wird jedoch nur von einer Nutzungsdauer von 8 Stunden am Tag über 5 Tage die Woche ausgegangen. Der Grund dafür liegt in den nicht durchgängig belegten Sportflächen und Übergangszeiten beim Wechsel der Mannschaften und Klassen. Abzüglich der Schulferien und spielfreier Zeit errechnen sich max. rd. 45 Wochen Nutzung je Jahr. Bei 40 Stunden die Woche ergeben sich 1.800 Stunden im Jahr. Die restliche Differenz zu 2.000 Stunden wird durch Wettkämpfe, Spiele und Freizeitnutzung an den Wochenenden gefüllt. Modernisierungskosten für Freisportanlagen der Landeshauptstadt Schwerin In Abhängigkeit vom derzeitigen Zustand und dem Alter der Freisportanlagen wurde der Zeitpunkt notwendiger Modernisierungen und dessen Höhe eingeschätzt. Die Werte sind den Tabellen im Anhang zu entnehmen (vgl. Anlage CD-ROM). In Summe werden folgende Investitionen für Modernisierungen in einem Zeitraum von 15 Jahren erwartet. 183 Tabelle 61: Übersicht Modernisierungskosten Freisportanlagen. Jahr Modernisierungskosten 2018 202.456 € 2022 527.545 € 2024 22.500 € 2027 273.400 € 2029 738.375 € 2032 759.960 € Gesamt: 2.524.236 € Investitionskosten für Freisportanlagen der Landeshauptstadt Schwerin Wird der Bedarf des Vereinssports betrachtet, so ist festzustellen, dass dem Bedarf von 12 Großspielfeldern, 14 bestehende Großspielfelder gegenüberstehen, sodass dieser vollständig gedeckt wird. Der Bedarf an Großspielfeldern umfasst neben dem Fußballsport auch den Hockey- und Faustballsport, welche sich in der LH Schwerin ebenfalls eines hohen Beliebtheitsgrades erfreuen. Das Großspielfeld mit Tennenbelag und 7.245 m² Nettospielfläche im Schleifenmühlenweg 19 (Sportstätte Paulshöhe) ist jedoch aufgrund seines derzeitigen Bauzustandes mit der Bauzustandsstufe 4 bewertet worden und fällt daher aus der Kategorie der nutzbaren Großspielfelder heraus. Darüber hinaus wird perspektivisch die gesamte Sportstätte Paulshöhe stillgelegt, sodass auch das Naturrasen Großspielfeld mit einer Nettospielfläche von 6.300 m² entfällt. De facto wird dann der Bedarf an 12 Großspielfelder durch die 12 im Stadtraum vorhandenen Großspielfelder gedeckt. Die Summe der Nettospielflächen der künftig nutzbaren Großspielfelder kann mit 69.912 m² beziffert werden. Ferner ist jedoch auch ein weiterer Bedarf an Spielfeldflächen für privat organisierten nicht vereinsgebundenen Ballsport zu verzeichnen. Dieser Bedarf wird mit 3 Spielfeldern quantifiziert, die nicht zwangsläufig die Regelgröße 70 m x 109 m aufweisen müssen. Die dagegenstehende Fläche kann sich auch aus mehr als 3, dann aber kleineren, Spielflächen zusammensetzen. Um das Defizit an Freisportflächen aufzuheben, könnte der Sportplatz Großer Dreesch zu einem Kunstrasengroßspielfeld mit Regelmaßen aufgewertet werden. Durch die dreifache Nutzungsdauer (2.000 Stunden und damit dreimal so lange wie bei Naturrasen) im Jahresverlauf im Vergleich zu einem konventionellen Naturrasenplatz (vgl. Abb. 63) könnte der Kunstrasenplatz das vorhandene Defizit von 3 Plätzen zu 2/3 kompensieren. Eine volle Kompensation ist nicht möglich, da ein vorhandener Platz aufgewertet und nicht an anderer Stelle neu gebaut wird. Empfohlen wird die Aufwertung ebenfalls mit Rasenheizung zur Gewährleistung der ganzjährigen Bespielbarkeit. Für die Modernisierung der bestehenden Freisportanlagen werden bis zum Jahr 2032 rd. 2,5 MIO € prognostiziert. 184   Modernisierungskosten Freisportanlagen 2,5 MIO € 1 Kunstrasengroßspielfeld (70 m x 109 m = 7.630 m²) mit Rasenheizung 1,5 MIO € Gesamtinvestition 4,0 MIO € Es ergeben sich weitere Investitionskosten in Höhe von rd. 200.000 €, wenn ein weiteres Naturrasengroßspielfeld mit Regelmaßen im Sportpark Lankow errichtet wird, um sowohl den Standort weiter zu stärken, als auch den künftig wachsenden Bedarf an Freisportflächen und das noch bestehende Defizit von einem Platz aufzufangen. Der Standort bietet sich aus zweierlei Hinsicht an. Zum einen sind die dortigen Flächen bereits im Besitz der Stadt und bieten Potentialflächen für weitere Freisportanlagen an. Zum anderen wird seitens der Stadt dort bereits seit 2010 mit ihrer Fußballkonzeption eine Konzentration des Fußballsports angestrebt.  1 Naturrasengroßspielfeld (70 m x 109 m = 7.630 m²) 200.000 € am Standort Lankow Optionale Investition 0,2 MIO € 185 E Handlungsempfehlungen zur Sportentwicklung in der Landeshauptstadt Schwerin Vorwort Mit der Initiative für eine kommunale Sportentwicklungsplanung gehört die Landeshauptstadt Schwerin (LH Schwerin) zu der inzwischen wachsenden Gruppe von Kommunen in Deutschland, die sich angesichts gesellschaftlicher Wandlungsprozesse sowie Veränderungen in der Sportlandschaft herausgefordert sehen, Entscheidungen für morgen zu treffen und eine bedarfsorientierte Zukunftsplanung für die Kommune und ihre Bürgerinnen und Bürger zu entwerfen. Auf Grundlage der umfassenden empirischen Erhebungen und Ergebnisse (repräsentative Bürgerbefragung, Befragungen von Sportvereinen, Schulen und Kindertagesstätten, vgl. Kap. D.2.1 – D.2.4, Begehung, baufachliche Bewertung und Erfassung des Sportstättenbestandes und einer Bilanzierung der Sportstättenbestände und bedarfe inklusive einer Einschätzung zukünftiger Investitionsbedarfe, vgl. Kap. D.2.5) können im abschließenden Kapitel der Studie nicht nur allgemeine Zielvorstellungen, sondern konkrete Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige Sport(stätten)entwicklung in der LH Schwerin formuliert werden. Seit vielen Jahren verfolgen führende Sport- und Planungswissenschaftler das Ziel, Sport- und Stadtentwicklung enger miteinander zu vernetzen, um somit dem Sport im Kontext städtischer und regionaler Förderpolitiken und Entscheidungen stärkeres Gewicht zu verleihen. Dieser Prämisse folgend wurden die im Rahmen dieser Studie formulierten Handlungsempfehlungen der Sportentwicklung den Handlungsfeldern vorliegender städtischer Entwicklung- und Infrastrukturplanungen (vgl. Positionspapier des Deutschen Städtetages, 2015; ISEK Schwerin 2025, Leitbild Schwerin 2020) zugeordnet. Die im Folgenden dargestellten Handlungsempfehlungen definieren damit die entscheidenden Orientierungspunkte und Richtungen einer zukunftsweisenden Sport- und Stadtentwicklung in der LH Schwerin und bieten dementsprechend vielversprechende inhaltliche Anknüpfungspunkte für künftige ressortübergreifende Impulssetzungen. Um eine besser Umsetzungsbarkeit zu gewährleisten wurden den Handlungsempfehlungen jeweils Zuständigkeiten zugewiesen mit einer „Initiativfunktion“ für die Organisation oder Verwaltungsabteilung, die den jeweiligen Prozess der Umsetzung federführend steuern sollte. Die formulierten Handlungsempfehlungen wurden durch Abstimmungsprozesse im Rahmen einer „kooperativen“ Planung mehrperspektivisch entwickelt und an den konkreten Problemlagen vor Ort ausgerichtet. Ziel war die Verbindung lokalen, auf subjektiven Erfahrungen basierenden Wissens mit den erarbeiteten objektiven Daten der empirischen Erhebungen. Im Rahmen öffentlicher Workshops wurden die zentralen Ergebnisse der Studie am 24. März 2017 in der LH Schwerin vorgestellt und für die praxisrelevante Umsetzung weiterentwickelt. Die Umsetzung der Sportentwicklungsplanung erfolgt nach Beschlussfassung durch den Auftraggeber. Kommunale Sportentwicklungsplanung kann somit als fortlaufender Prozess verstanden werden. 186 Handlungsempfehlungen zur Sportentwicklung in der Landeshauptstadt Schwerin Handlungsfeld Sport, Freizeit und Gesundheit A) Entwicklungsfeld Selbstorganisiertes Sportreiben B) Entwicklungsfeld Sporttreiben im Sportverein Handlungsfeld Bildung C) Entwicklungsfeld Kindertagesstätten D) Entwicklungsfeld Schulen Handlungsfeld Infrastruktur/Wohnfolgeinfrastruktur E) Entwicklungsfeld Sporthallen F) Entwicklungsfeld Spielfelder G) Sportstättenkataster Handlungsfeld Gemeinwesen/Sozialer Zusammenhalt H) Entwicklungsfeld Sportgelegenheiten (Erweiterung bestehender Sportanlagen und Planung von Aktivparks) 187 Handlungsfeld Sport, Freizeit und Gesundheit A Entwicklungsfeld Selbstorganisiertes Sporttreiben Situation Die LH Schwerin ist eine sehr sport- und bewegungsaktive Stadt (vgl. ISEK Schwerin 2025/Leitbild Schwerin 2020). 83% der Bürgerinnen und Bürger treiben Sport oder sind in irgendeiner Form bewegungsaktiv. Diese hohe Aktivitätsquote begründet sich vor allem durch das Anwachsen von erholungsorientierten Bewegungsformen, insbesondere von Frauen und Seniorinnen und Senioren im Rahmen des selbstorganisierten Sports. Für die Untersuchung wurde die LH Schwerin in fünf Planungsräume unterteilt. Auffällig ist, dass die Aktivitätsquote im Planungsraum Ost mit 74% deutlich unter dem gesamtstädtischen Schnitt (83%) liegt. Im Planungsraum Ost sind die Stadtteile mit der höchsten Arbeitslosenquote verortet. Offensichtlich bestehen hier auch im Hinblick auf eine bewegungs- und gesundheitsorientierte Lebensstilgestaltung die größten Handlungserfordernisse. Gründe dafür, dass bundesweit eine wachsende Anzahl an Menschen in irgendeiner Form sport- oder bewegungsaktiv ist, sind ein verändertes Sportverständnis, ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein sowie eine stärkere Ausdifferenzierung der Individualinteressen (siehe Handlungsempfehlung45 1). Allerdings erreicht bezogen auf die LH Schwerin derzeit nur ein Teil der Bürgerinnen und Bürger bei ihren körperlichsportlichen Aktivitäten auch gesundheitsrelevante Zeit- und Belastungsumfänge (150 Minuten pro Woche stark schwitzend). Derzeit sind dies 60%. Auch hier liegt der Planungsraum Ost mit 52% deutlich unter dem zuvor genannten Durchschnitt. Problematisch sind insbesondere die erreichten Werte im Rahmen der selbstorganisierten körperlich-sportlichen Aktivitäten der Nichtvereinsmitglieder (55%) sowie der Menschen mit Behinderungen (38%; siehe H 2). Die beliebtesten Sportformen der Bürgerinnen und Bürger in der LH Schwerin sind Sport- und Bewegungsaktivitäten ohne Körperkontakt, mit individuellen Leistungskomponenten und mit Naturbezug: Radfahren, Spazierengehen, Fitnesstraining, Laufen, Wandern/Walken und Schwimmen. Spazierengehen ist in der Rangfolge die am zweithäufigsten ausgeübte Bewegungsform. Besonders ausgeprägt ist dies bei Frauen (Altersgruppe 27-60 Jahre sowie Nichtvereinsmitglieder) und ebenfalls überproportional im Planungsraum Ost. Neben der traditionellen Sportart Fußball, platzieren sich zudem regionaltypisch noch Handball, Volleyball, Kampfsport und Wassersport unter den zehn am häufigsten betriebenen Sportformen in der LH Schwerin. Fehlende Angebote konzentrieren sich aus Bürgersicht auf Schwimmangebote (Hallenbad; insbesondere 45 Abkürzung Handlungsempfehlungen = H 188 Planungsraum Nord / West) sowie allgemeines Fitness- und Gesundheitstraining (siehe H 3 / H 4). 2015 wurde in der LH Schwerin ein neues Hallenbad errichtet. In diesem Kontext wurde durch die Stadtverwaltung eine Bedarfsanalyse durchgeführt mit dem Ergebnis, dass weitere Hallenbäder derzeit nicht benötigt werden. Die Motivgrundlagen für die körperlich-sportlichen Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger sind über alle Altersgruppen und Planungsräume hinweg übereinstimmend Wohlbefinden, Spaß, Gesundheit und Fitness (die sogenannten positiven Motivationen; siehe H 2). Die Organisationsstrukturen werden differenzierter, pluralistischer und individueller. In der Konsequenz wird daher auch der weitaus größte Teil aller Sport- und Bewegungsaktivitäten von den Bürgerinnen und Bürgern selbst organisiert (59%) betrieben. Zudem spielen die Sportvereine und gewerblichen Anbieter eine wesentliche Rolle für das Sport- und Bewegungsangebot der Bevölkerung. Bei einer altersdifferenzierten Analyse wird deutlich, dass die Angebotsstrukturen der Sportvereine offensichtlich stark auf die männlichen Altersgruppen der 10-26-Jährigen ausgerichtet sind. Frauenspezifische (mit Ausnahme der 10-18-Jährigen) und niedrigschwellige Angebote für Nichtvereinsmitglieder hingegen sind zum Teil sehr deutlich unterrepräsentiert (siehe H 1). Als Spiegelbild der Sport- und Bewegungspräferenzen der Bevölkerung sind Wald- und Parkwege sowie Straßen/ Radwege (vornehmlich Nutzergruppen Nichtvereinsmitglieder und Menschen mit Behinderungen) und Sporthallen (Nutzergruppe fast ausschließlich Sportvereinsmitglieder) die wichtigsten Orte für Sport- und Bewegungsaktivitäten. 189 Handlungsempfehlungen Handlungsempfehlung 1 Zuständigkeiten Initiativfunktion Abstimmung zwischen den örtlichen Sportvereinen mit Fokus auf - Familiensportangebote und Angebote für im Vereinssport unterrepräsentierte Zielgruppen wie Mädchen und Frauen (zielgruppenspezifische Projektförderung über den LSB Mecklenburg-Vorpommern „Richtlinie zur Förderung des Breitensports“: http://www.lsbmv.de/export/sites/lsbmv/downloads/sportfoerderung/riliprojekte/1_Richtlinie.pdf) - Schnupperkurse/ Kurzmitgliedschaften für Nichtvereinsmitglieder verstärken - Gesundheitsfördernde Sport- und Bewegungsangebote für die gesamte Bevölkerung (vgl. LSB MV – Breitensportkonzeption 2014-2020/Leitbild Schwerin 2020), insbesondere für die Altersgruppen Ü50. Ziel sollte es sein, den Organisationsgrad entsprechend der strategischen Zielsetzung des LSB Mecklenburg-Vorpommern weiter zu steigern (bei der Altersgruppe Ü50 liegt dieser in der LH Schwerin derzeit mit 13,3% (weiblich) erfreulicherweise bereits deutlich über dem Landesschnitt von 9%, jedoch weiterhin deutlich unter dem Bundesschnitt von 20,7%; bemerkenswert ist der hohe Organisationsgrad bei der Altersgruppe Ü60 (weiblich), der in der LH Schwerin mit 14,8% nicht nur deutlich über dem Landesschnitt von 8,2%, sondern sogar leicht über dem Bundesschnitt von 14,7% liegt!; bei den Männern Ü50 liegt der Organisationsgrad mit 20,3% ebenfalls deutlich über dem Landesschnitt (12,5%), jedoch weiterhin unter dem Bundesschnitt von knapp über 30%; auch in der Altersgruppe Ü60 (Männer) liegt die LH Schwerin (13,6%) über dem Landesschnitt (9%) und unter dem Bundesschnitt (27%) (vgl. Kap. D.2.2.1) (Möglichkeiten der Projektbezuschussung über den LSB MV bietet die „Richtlinie zur Förderung von Projekten des Breitensports“)      Stadtsportbund Schwerin Örtliche Sportvereine LSB MecklenburgVorpommern Fachdienst Bildung und Sport Stadtsportbund Schwerin 190 Handlungsempfehlung 2 Zuständigkeiten Abstimmung Netzwerke für Gesundheitssport mit Fokus auf - Rezept für Bewegung in enger Abstimmung mit den Krankenkassen (weitere Informationen: http://www.sportprogesundheit.de/de/sport-undgesundheit/rezept-fuer-bewegung/) - Regelmäßige Informationen über gesundheitsrelevante Zeit- und Belastungsumfänge für Sport- und Bewegungsaktivitäten über Informationsund Medienkampagnen - Unterstützung von Sportvereinen bei der Etablierung von Angeboten im Bereich „SPORT PRO GESUNDHEIT“ und „SPORT PRO FITNESS“ (weitere Informationen: http://www.sportprogesundheit.de/) -  Handlungsempfehlung 3 Zuständigkeiten Initiativfunktion Fokus auf Sicherung/Entwicklung infrastruktureller Sportgelegenheiten in Wohnortnähe, insbesondere - sichere Radwegenetze (vgl. ISEK/ Leitbild) mit dem Fokus auf Instandsetzung und Instandhaltung. Erhöhung des Radanteils am Verkehr auf 15 % bis zum Jahre 2020 (vgl. Radwegekonzept der LH Schwerin)  Fachdienst Verkehrsmanagement Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft  Fachdienst Verkehrsmanagement SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft  SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin - - Bereitstellung und Ausweisung beleuchteter Lauf- und Skaterstrecken in Wohnortnähe (z. B. durch infrastrukturelle Aufwertung zentral gelegener Sportplatzanlagen) Öffentliche Nutzung und Zugänglichkeit der Bolzplätze (speziell für Fußball) sichern       Initiativfunktion Stadtsportbund Schwerin Fachdienst Bildung und Sport der LH Schwerin Fachdienst Gesundheit der LH Schwerin Krankenkassen 191 - Verstärkte Öffnung zentral gelegener Schulhöfe für die Bevölkerung prüfen (Voraussetzung ist eine bewegungsfreundliche Schulhofgestaltung)  Fachdienst Bildung und Sport  Fachdienst Bildung und Sport  Fachdienst Bildung und Sport Handlungsempfehlung 4 Zuständigkeiten Initiativfunktion Berücksichtigung einer stärkeren Multifunktionalität im Sportanlagenbau - Infrastrukturelle Aufwertung öffentlicher Grün- und Bewegungsräume (vgl. Leitbild Schwerin 2020) durch u.a. durch veränderbare Angebotsflächen für Trendsportarten (Slackline, Parcours, Klettern, Skaten, Dirtbike-Strecken) - Stärkere Verknüpfung von Bedürfnissen des Vereinssports und des privat organisierten Sports, z. B. durch eine Erweiterung bestehender Sportanlagen um Freisportbereiche wie Fitnessbereiche, Rundlaufwege oder Trendsportbereiche (z. B. für Slackline und Parcours) - Ein mögliches Areal für eine zielführende Verknüpfung von Vereins- und Individualsport in der Praxis bietet die Sportanlage Großer Dreesch. Eine mögliche Aufwertung der Anlage (Empfehlung Umgestaltung zu Kunstrasen) könnte sinnvoll verbunden werden mit Elementen eines für jeden zugänglichen Sport- und Bewegungsparks als positiver Identifikationsfaktor für den Stadtteil, der die Bevölkerung „in Bewegung versetzt“.      Fachdienst Bildung und Sport SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin/ Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft Stadtsportbund Schwerin Fachdienst Bildung und Sport in enger Zusammenarbeit mit SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin 192 B Entwicklungsfeld Sporttreiben im Sportverein Situation Die Sportvereine in der LH Schwerin bieten ein breites Spektrum an Sport- und Bewegungsangeboten. Ordnen wir die angebotenen Sportformen in größere Rubriken, so zeigt sich, dass 25% aller Sport- und Bewegungsaktivitäten in Sportvereinen über Abteilungen organisiert werden, die dem sportartübergreifenden Bereich zuzuordnen sind wie z. B. „allgemeine Sportgruppen“. Regionalspezifisch spielt darüber hinaus Wassersport (22%) eine wesentliche Rolle. Rund 20% aller Aktivitäten sind den klassischen Ballsportarten wie z. B. Fußball, Handball und Volleyball zuzurechnen. Sport- und Bewegungsaktivitäten, die sich explizit dem Themenbereich Gesundheitssport zuordnen lassen, wie z. B. die Abteilungen Gymnastik und Aerobic, erreichen derzeit einen Anteil von rund 13%. „Gesundheit und Erholung“ gehören zu den fünf Leitthemen der Schweriner Stadtentwicklung, die für eine zukunftsfähige Entwicklung der LH Schwerin besonders im Fokus stehen (vgl. Leitbild Schwerin 2020/ISEK Schwerin 2025). Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sollten Sportvereine zukünftig insbesondere gesundheitsfördernde Sport- und Bewegungsangebote ausbauen. Ein Großteil der Schweriner Sportvereine ist bereits heute von den Folgen des demografischen Wandels betroffen (Alterung der Bevölkerung, Rückgang der Anzahl von Kindern in den Vereinen). Der Rückgang von Kindern und Jugendlichen kann die Zukunft von Sportvereinen beeinträchtigen, die Alterung der Bevölkerung bringt hingegen nicht nur Nachteile mit sich, sondern kann sich – wenn die Vereine in der Lage sind ein entsprechendes Angebot bereitzustellen – auch als Chance erweisen. Seit über zehn Jahren vergibt der DOSB das in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer entwickelte Qualitätssiegel "Sport Pro Gesundheit", mit dem nachweislich gesundheitsfördernde Angebote ausgezeichnet werden. In der LH Schwerin kennen 41% der Sportvereine das Qualitätssiegel. Bislang können 9% der Vereine darauf verweisen, dass Angebote bereits mit dem Qualitätssiegel zertifiziert worden sind. Erfreulicherweise entspricht dieses Ergebnis dem Bundesschnitt und liegt damit deutlich über vergleichbaren Studien in den neuen Bundesländern und ebenso über dem Landesdurchschnitt MV (4%). Angesichts der steigenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigen gesundheitsfördernden Sport- und Bewegungsangeboten, sollte ein Schwerpunkt zukünftiger Vereins- und Sportpolitik dennoch auf den Ausbau bestehender Strukturen in diesem Bereich gesetzt werden (siehe H 5 und H 6). Der Organisationsgrad der Bevölkerung in Sportvereinen liegt in der LH Schwerin mit 19% deutlich über dem Durchschnittswert des Landes Mecklenburg-Vorpommern (15,2%). Frauen sind deutlich seltener in Sportvereinen vertreten als Männer (Organisationsgrad Frauen Schwerin 15,6%, Männer Schwerin 22,8%). Potentiale zur Integration und Aktivierung neuer Mitglieder bestehen insbesondere bei Mädchen und Frauen sowie bei Seniorinnen und Senioren, die im Vereinssport weiterhin deutlich unterrepräsentiert sind (siehe H 6). Hierauf verweist auch die „Konzeption des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern zur Entwicklung des Breitensports 2014–2020“, die eine Steigerung des 193 Organisationsgrades der Bevölkerung in allen Altersgruppen und insbesondere eine Erhöhung des Anteils von Mädchen und Frauen bei den Vereinsmitgliedschaften als Zielformulierung ausgibt (vgl. LSB MV – Breitensportkonzeption 2014-2020). Um die Gesellschaft mit einem ausgewogenen Sport- und Bewegungsangebot zu versorgen, rücken Kooperationen verschiedener gemeinwohlorientierter Institutionen (z. B. Sportvereine, Schulen, Kitas, Jugend- und Senioreneinrichtungen) verstärkt ins Blickfeld. Derzeit pflegen die Sportvereine in der LH in erster Linie Kooperationsbeziehungen untereinander (44%) sowie mit Schulen (30%). Deutlich ausbaufähig ist die Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten (11%), Jugendeinrichtungen (9%) und Senioreneinrichtungen (9%), die bislang kaum stattfindet. Hier bietet sich ein bislang nur in Ansätzen genutztes Feld für verstärkte Kooperationen im Hinblick auf gemeinsame Angebote und die Nutzung von Räumlichkeiten. Die Sportförderstrukturen des LSB Mecklenburg-Vorpommern eröffnen die Möglichkeit zur projektbezogenen Förderung spezifischer Zielgruppen wie Mädchen/Frauen und Seniorinnen bzw. Senioren und von Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen sowie Sportvereinen und Kitas (siehe H 7). Für eine gemeinwohlorientierte kommunale Sportentwicklung bilden die Vereinsstrukturen eine wesentliche Grundlage. Nicht in allen aber doch in vielen Fällen bieten Mittel- und Großvereine (Mehrspartenvereine mit über 300 Mitgliedern) mit ihren vielfältigen, zielgruppenspezifischen Angeboten, die häufig auch für Nicht-Mitglieder als Kursangebote zur Verfügung gestellt werden, besonders gute Voraussetzungen, um einen „Sport für Alle“ anzubieten. In der LH Schwerin liegt der Anteil der Mittel- und Großvereine mit 18% erfreulicherweise über dem Durchschnitt vergleichbarer Studien in den neuen Bundesländern. Gerade in ländlichen Regionen sind in der Regel nur bis zu 5% der Vereine den Kategorien Mittel- und Großvereine zuzuordnen. Kooperationen und Fusionen von Vereinen bieten die Möglichkeit, vielfältigere Sportund Bewegungsangebote für die Bevölkerung zur Verfügung stellen zu können und hierüber Neumitglieder zu gewinnen (siehe H 8). In der LH Schwerin existieren verschiedene Betreibermodelle für Sportanlagen. Im Rahmen einer adaptierten Kosten-Wirksamkeits-Analyse wurde Vor- und Nachteile der Modelle herausgearbeitet. Analysiert wurde hierbei insbesondere der Sportpark Lankow, welcher dem FC Mecklenburg Schwerin e.V. teilweise zur Nutzung übergeben wurde (Sportanlage 1) und teilweise durch diesen bewirtschaftet wird (Sportanlage 2). Im Grundsatz erweisen sich beide Modelle als tragfähig, wobei sich jedoch für Sportanlage 1 kostenseitig zwei Problemlagen herauskristallisieren. Einerseits erscheint die nach einer Übergangszeit von fünf Jahren – entsprechend der Leistungsfähigkeit des Vereins – angestrebte Reduzierung des Defizitausgleichs durch die Stadt von 90% auf bis zu 50% als wenig realistisch. Andererseits wurde die vertraglich angenommene Behandlung des Defizitausgleichs im Sinne eines echten Zuschusses, welcher keiner Umsatzsteuer unterliegt, durch die Finanzverwaltung nicht geteilt, so dass sich die ursprüngliche Kalkulation auf Seiten des Vereins verschlechtert hat. (siehe H 9). 194 Handlungsempfehlung 5 Zuständigkeiten Initiativfunktion Angebotsstrukturentwicklung - Sportvereine sollten ihre Angebote zukünftig noch stärker am Interessenswandel der Bürgerinnen und Bürger (Individualisierung) und an gesellschaftlichen Wandlungsprozessen (demografischer Wandel) ausrichten - verstärkt zielgruppenorientierte Angebote für Mädchen und Frauen entsprechend der strategischen Zielsetzung des LSB Mecklenburg-Vorpommern und dem Leitbild der LH Schwerin 2020 (Projektbezuschussung über den LSB Mecklenburg-Vorpommern. Richtlinie des LSB MV zur Förderung von Projekten des Breitensports: http://www.lsbmv.de/export/sites/lsbmv/downloads/sportfoerderung/riliprojekte/1_Richtlinie.pdf/) - verstärkt zielgruppenorientierte Angebote insbesondere für die Altersgruppen Ü50/ Ü60 und daraus folgend eine weitere Steigerung des Organisationsgrades (Projektbezuschussung über zielgruppenorientierte Sportförderung des LSB Mecklenburg-Vorpommern) - Freizeitsportangebote in Kooperation mit anderen Sportvereinen, Jugend- und Senioreneinrichtungen, Familienberatungsstellen - Berücksichtigung/ Ausbau von Trendsportangeboten insbesondere zur Bindung jugendlicher Sporttreibender   Handlungsempfehlung 6 Zuständigkeiten Initiativfunktion Öffentlichkeitsarbeit - Aufbau und Pflege einer Internetplattform, über die Angebote von Vereinen, Krankenkassen und kommerziellen Anbietern sowie infrastrukturelle Angebote (Sportanlagen und Sportgelegenheiten) einsehbar sind (vgl. Kap. D.2.1.3; derzeit fühlen sich 32% der Bürgerinnen und Bürger über das Angebot von Sportvereinen sehr gut bzw. gut informiert; demgegenüber stehen jedoch auch          Stadtsportbund Schwerin Örtliche Sportvereine LSB MV Jugendeinrichtungen Senioreneinrichtungen Familienberatungsstellen Fachdienst Bildung und Sport Fachdienst Bildung und Sport Stadtsportbund Schwerin Stadtsportbund Schwerin Fachdienst Bildung und Sport 195 - 27%, die angeben, nur schlecht bzw. sehr schlecht über Sportvereinsangebote informiert zu werden; noch deutlich kritischer sind die Zahlenwerte bei Krankenkassen: 41% fühlen sich schlecht bzw. sehr schlecht informiert. Kommerzielle Anbieter bekommen im Hinblick auf ihre Öffentlichkeitsarbeit die vergleichsweise besten Noten der Schweriner Bevölkerung: 44% fühlen sich über die Angebote sehr gut bzw. gut informiert, 20% sehen Informationsdefizite). Verbesserte Kommunikation und Bewerbung bestehender Angebotsstrukturen und gesundheitsfördernder Programme Im Rahmen einer Qualitätsoffensive sollten Sportvereine über die Qualitätssiegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“ und "SPORT PRO FITNESS" weiterhin informiert werden Handlungsempfehlung 7 Zuständigkeiten Initiativfunktion Sportförderstrukturen - Zielgruppenorientierte Sportförderstrukturen des LSB Mecklenburg-Vorpommern verstärkt nutzen, z. B. projektbezogene Fördermöglichkeiten zur Aktivierung spezifischer Zielgruppen (weitere Informationen: http://www.lsbmv.de/export/sites/lsbmv/downloads/sportfoerderung/riliprojekte/1_Richtlinie.pdf) - Weiterer Ausbau der Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen (Projektförderung über den LSB Mecklenburg-Vorpommern Programm „Richtlinie für die Förderung von Kooperationsprojekten „Gemeinsam Sport in Schule und Verein““; weitere Informationen: http://www.lsbmv.de/export/sites/lsbmv/downloads/sportfoerderung/rili-schuleverein/1_Richtlinie.pdf) - Auf- und Ausbau von Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen, Kindertagesstätten sowie Jugend- und Senioreneinrichtungen, die bislang kaum bzw. gar nicht unterhalten werden. Insbesondere Kooperationsbeziehungen mit       Stadtsportbund Schwerin Fachdienst Bildung und Sport Kindertagesstätten Jugendeinrichtungen Senioreneinrichtungen SSB Schwerin in Kooperation mit Fachdienst Bildung und Sport 196 - - Kindertagesstätten sind ausbaufähig; siehe auch kooperationsinteressierte Kitas H10 (sowie Projektförderung „Kinderbewegungsland“; weitere Informationen: http://lsb-mv.de/sportfoerderung/projekt-kinderbewegungsland/) Prüfung der Förderung ausgewählter „freizeitorientierter Großsportvereine“ in Mecklenburg-Vorpommern durch die zuständigen Landesministerien analog zu existierenden Fördermodellen von „freizeitorientierten Großsportvereinen“ durch die Berliner Senatsverwaltung (weitere Informationen: https://www.berlin.de/sen/inneres/sport/sportfoerderung/breiten-undfreizeitsport/) Prüfung der Bezuschussung von Kooperationen und Fusionen von Sportvereinen (siehe erfolgreich praktizierte Beispiele in Hessen; z. B. in der Stadt Kassel (weitere Informationen: http://www.adssportverwaltung.de/fileadmin/bilder/Dateien/2015-0910_Beschluss_HE_Staedtetag_Vereinskooperationen.pdf) Handlungsempfehlung 8 Zuständigkeiten Initiativfunktion Vereinsstrukturentwicklung - Weitere Öffnung der Vereine durch bedarfsgerechte Kursangebote und Schnupperkurse, die auch von Nichtvereinsmitgliedern wahrgenommen werden können - Kooperationsgespräche zwischen Kleinst-, Klein- und mittelgroßen Vereinen initiieren; verstärkte Zusammenarbeit der Sportvereine untereinander einleiten und vorteilhafte Zusammenschlüsse von Sportvereinen beratend begleiten über den LSB Mecklenburg-Vorpommern und den SSB Schwerin - mittelgroßen Sportvereinen die Vorteile und Entwicklungsmöglichkeiten einer Öffnung vom Sportverein traditionellen Zuschnitts hin zum Dienstleister für Sport     Stadtsportbund Schwerin Fusionsbereite örtliche Sportvereine LSB MV Stadtsportbund Schwerin 197 und Gesundheit aufzeigen, um der veränderten Nachfragestruktur gerecht zu werden Handlungsempfehlung 9 Zuständigkeiten Initiativfunktion Betreibermodelle  Unterstützung von Sportvereinen in umsatzsteuerlichen Fragen bzw. kritische Prüfung der Vertragsgestaltung hinsichtlich der Abwälzung umsatzsteuerlicher Risiken auf Vereine  Gespräche mit Vereinen über eine realistische Absenkung des Defizitausgleichs initiieren    Fachdienst Bildung und Sport Interessierte Sportvereine Fachdienst Bildung und Sport 198 Handlungsfeld Bildung C Entwicklungsfeld Kindertagesstätten Situation Regelmäßige körperliche Bewegung ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Mädchen und Jungen gesund aufwachsen. Kinder haben ein grundlegendes Bedürfnis nach Bewegung, jedoch finden sie immer weniger Spiel- und Bewegungsräume in ihrer Umgebung. Um der Alltagsmotorik zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen, übernehmen Kitas eine herausragende Rolle. Zum einen, indem Bewegungsförderung fest im pädagogischen Alltag integriert ist und zum anderen, indem Räume geschaffen werden, die regelmäßige (angeleitete und nicht angeleitete) Bewegung zulassen. Die Nutzung von Freiflächen in der unmittelbaren Umgebung der Kita gehört genauso dazu wie folgenreiche Aus- und Fortbildungen der Erzieherinnen und Erzieher. Von besonderem Nutzen sind der Austausch und die Kooperation mit anderen Anbietern und den Eltern. Bewegung ist ein fester Bestandteil in den Kitas in der LH Schwerin. Es ist ein vielfältiges Angebots- und Leistungsspektrum im Bewegungsbereich vorhanden, jedoch sind die Kitas unterschiedlich aktiv. In der LH Schwerin existieren bereits fünf Kitas, die sich als Bewegungskita verstehen (Selbsteinschätzung, bewegungsorientiertes Profil ohne Zertifizierung) (siehe H 10). Psychomotorische Bewegungsangebote werden zur ganzheitlichen Entwicklungsförderung noch wenig einbezogen. Lediglich 33% der Erzieherinnen bilden sich regelmäßig im Bereich Bewegung-Psychomotorik weiter. Hier wurde auf Engpässe in adäquaten Fortbildungsangeboten für Erzieher(-innen) verwiesen (siehe H 11). Einige Kitas kooperieren bereits verlässlich mit unterschiedlichen Partnern aus dem Bewegungsbereich. Darüber hinaus äußerten folgende Einrichtungen ihr Interesse an einer Kooperation mit Partnern aus dem Bewegungsbereich (siehe H 12).     Integrative Kindertagesstätte „Zwergenhaus“ Schwerin (Träger: ASB Schwerin-Parchim Kita GmbH) AWO Kita Leuchtturm (Träger: AWO Soziale Dienste gGmbH Westmecklenburg) Hort der SALO-Kreativitätsschule (Träger: SALO Kreativitätsschulen gGmbH) Evangelischer Sprachheilkindergaren (Träger: Diakoniewerk Neues Ufer gGmbH) 199    DRK Kita „Villa Traumland“ – (Träger: DRK Kreisverband Schwerin e. V.) City-Hort Steinstraße Schwerin – (Träger: Kita gGmbH) Hort „Paulstädter Fritzen“ – (Träger: Kita gGmbH) In der LH Schwerin werden die räumlichen Voraussetzungen im Betriebserlaubnisverfahren in der Anwendung der ‚Hygienegrundsätze in Kindertagesstätten´ (Stand 10/2007) umgesetzt. Die Hälfte der Kitas kann für die Bewegungsförderung ganzjährig einen zusätzlichen Raum nutzen (vgl. Kap. D 2.4.146) (siehe H 13). Handlungsempfehlung 10 Zuständigkeiten Initiativfunktion Kitas fördern Bewegung und Sport – Qualitätsentwicklungsprozess „Bewegungsfreundliche Kita“ weiter vorantreiben    Bewegung(sfreude) fördern und Bewegungsmangel reduzieren, zählen zu den wesentlichen Gesundheitszielen in Kindertagesstätten des Landes MecklenburgVorpommern. Um dies zu fördern, gibt es im Land bereits eine Vielzahl von Initiativen und Zertifizierungen im Kontext frühkindlicher Gesundheitsförderung (http://www.aktionsbuendnis-gesundheit-mv.de/gesund-aufwachsen-in -mv/arbeitsgruppen-aufwachsen/beispiele-guter-praxis/). Besonders hervorzuheben ist das „Audit Gesunde Kita“ (eine Initiative der Landesvereinigung für Gesundheit MV und der Techniker Krankenkasse) (http://www.gesundheitsfoerderungmv.de/arbeitsbereiche/audit-gesunde-kita/) und das Projekt „Anerkannte Gesundheitsfördernde Kindertagesstätte“ (Unfallkassen Mecklenburg-Vorpommern https://www.diakonisches-bildungszentrum.de/fileadmin/user_ upload/PDFs/Flyer__2015__Anerkannte_gesundheitsf%C3%B6rdernde_Kita__v2.pdf. ) Beide Initiativen greifen im Rahmen eines ganzheitlichen, gesundheitsfördernden Ansatzes auch den Aspekt der Bewegungsförderung auf. 46 Die Verweise beziehen sich auf das jeweilige Kapitel in der Gesamtstudie.    Fachdienst Bildung und Sport Landesvereinigung für Gesundheit MV Kindertagesstätten Gesetzliche Krankenkassen Unfallkassen MV Fachdienst Bildung und Sport 200 Gegenwärtig verstehen sich fünf Kindertagesstätten gem. Selbsteinschätzung als Bewegungskita (vgl. Kap. D 2.4.4):      Kita „Haus Sonnenschein“ – Kita gGmbH Kita „Benjamin Blümchen“ – Diakoniewerk Neues Ufer gGmbH Sport-Kita „Jean Sibelius“ – Kita gGmbH Kita „Löwenzahn“ – Kita gGmbH Kita „Anne Frank“ – Kita gGmbH Ziel sollte es sein, die bewegungsfreundlichen Kitas in der LH Schwerin über die o. g. Initiativen zu einer Weiterentwicklung – möglichst mit Zertifizierung – zu „belohnen“ und damit einen Synergieeffekt für weitere Einrichtungen zu erzielen. In anderen Bundesländern, z. B. Brandenburg ist bspw. ein vergleichbarer Prozess mit dem Zertifizierungsverfahren „Bewegungskita“ angestoßen (http://sportjugendbb.de/guetesiegel-bewegungskita/). So ein Zertifizierungsverfahren bietet eine gute Orientierungshilfe für eine bewegungsfreundliche Profilentwicklung von Kitas. Handlungsempfehlung 11 Zuständigkeiten Initiativfunktion Förderung psychomotorischer Qualifikationen Durch den regelmäßigen Besuch fachspezifischer Fortbildungen, insbesondere im Bereich Bewegung-Sport-Psychomotorik kann ein möglichst hoher Qualitätsstandard in den Kitas und der damit einhergehende Anspruch auf eine ganzheitliche Bildung und Erziehung von Kindern erreicht werden. Insbesondere fachspezifische Fortbildungen Bewegung-Sport-Psychomotorik sollten regional angeboten und gefördert werden (mehr relevante und bezahlbare Angebote für pädagogische Fachkräfte). Die Einrichtungen benötigen eine Unterstützung als Ausgleich für den „Alltagsbetrieb“, um die Abwesenheit bei Fortbildungen abzufedern (Grund: Personalmangel).     Fachdienst Bildung und Sport Träger der Kindertagesstätten LSB MV Fachdienst Bildung und Sport 201 Handlungsempfehlung 12 Zuständigkeiten Initiativfunktion In der LH Schwerin wird eine Vernetzung Kita - Gemeinde - Sport gefördert   - - - Zusammenarbeit der Kitas im Bewegungsbereich weiterhin fördern (gemeinsame Bewegungs- und Sportfeste in der Region) Ausbau von (bezahlbaren) Bewegungsangeboten für Vorschulkinder (z. B. Kooperationen von Kitas mit Sportvereinen oder mit anderen Anbietern); mit dem Projektvorhaben „KinderBewegungsLand“ der Sportjugend in Mecklenburg-Vorpommern ist bereits ein Meilenstein gesetzt: http://www.lsbmv.de/sportfoerderung/projekt-kinderbewegungsland/ Folgende Kitas zeigen ein Interesse an Kooperationsbeziehungen mit Sportanbietern; eine Kontaktaufnahme wird empfohlen:  Integrative Kindertagesstätte „Zwergenhaus“ Schwerin – ASB Schwerin-Parchim Kita GmbH  AWO Kita Leuchtturm – AWO Soziale Dienste gGmbH Westmecklenburg  Hort der SALO-Kreativitätsschule – SALO Kreativitätsschulen gGmbH  Evangelischer Sprachheilkindergaren – Diakoniewerk Neues Ufer gGmbH  DRK Kita „Villa Traumland“ – DRK Kreisverband Schwerin e. V.  City-Hort Steinstraße Schwerin – Kita gGmbH  Hort „Paulstädter Fritzen“ – Kita gGmbH Förderung von spezifischen Angeboten auch für Familien mit Vorschulkindern (Familienangebote, Mehrgenerationenangebote) - (Chancen für Sportvereine neue Zielgruppen zu gewinnen)     Fachdienst Bildung und Sport Träger der Kindertagesstätten Sportvereine Sportjugend des LSB MV Familienzentren Fachdienst Bildung und Sport 202 - Kitas engagieren sich in der Gemeinde (niedrigschwellige Bewegungsangebote für sozial benachteiligte Kinder und deren Familien auch in Kooperation mit Familienzentren der LH Schwerin) Handlungsempfehlung 13 Zuständigkeiten Initiativfunktion Sicherung/Entwicklung von Bewegungsräumen in den Kitas und in der Umgebung - Ausreichend große Bewegungsräume in Kitas über Betriebserlaubnisverfahren in der Anwendung der ‚Hygienegrundsätze in Kindertagesstätten´ (Stand 10/2007) auch zukünftig absichern (vgl. Kap. D 2.4.1). - Wohnortnahe Bewegungsräume auch unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Vorschulkindern bzw. Familien mit Vorschulkindern konzipieren. - Alternative Bewegungsräume der Umgebung (weiterhin) einbeziehen (z. B. Nutzungsmöglichkeiten der (Schul)sporthallen auch in den Ferien ermöglichen und deren verlässliche/ regelmäßige Nutzung sichern). - Wohnortnahe Bewegungsräume/Aktivparks auch unter Berücksichtigung von Vorschulkindern/ bzw. Familien mit Vorschulkindern konzipieren.    Fachdienst Bildung und Sport Träger der Kindertagesstätten Fachdienst Bildung und Sport 203 D Entwicklungsfeld Schulen Situation Der Sportunterricht wird in der LH Schwerin in der Regel den rechtlichen Vorgaben für die verschiedenen Schultypen entsprechend angeboten. Sehr bemerkenswert ist die breite inhaltliche Angebotspalette im Rahmen des Sportunterrichts über alle Schultypen hinweg (vgl. Kap. D 2.3). Hier wird von Bahnradsport und Line Dance über Golfen bis hin zu Cheerleading und Tanz schulartübergreifend ein breites Spektrum angeboten. Mit Blick auf die regionalen Möglichkeiten der Schulen ist das Angebot der Sportarten Kanu, Rudern und Drachenbootsport hervorzuheben. Bemerkenswert sind die Angebote Psychomotorik, Selbstverteidigung, Mädchensport, Gesunde Bewegung und Rollstuhlbasketball/-tanz. Im Land Mecklenburg-Vorpommern existiert noch kein Zertifizierungsverfahren zur „Bewegungsfreundlichen Schule“. Die von uns durchgeführte Befragung der Schulen in der LH Schwerin verweist darauf, dass bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt zahlreiche Schulen wesentliche von uns definierte Strukturmerkmale einer „Bewegungsfreundlichen Schule“ erfüllen (vgl. Kap. 2.3.2 „Schulische Einzelauswertung“). „Bewegungsfreundliche Schule“ (BS) ist inhaltlich ein Teil von „Guter gesunder Schule“ (GgS). In diesem Bereich laufen aktuell neue Ausschreibungen zur Teilnahme bis 2017 (weitere Informationen: https://www.bildungmv.de/export/sites/bildungsserver/downloads/Gute_gesunde_Schule_MV_2015_Ausschreibung.pdf) (siehe H 14). Interesse an Weiterbildung im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) sowie an Qualitätsentwicklung über Zertifizierung ist schulübergreifend vorhanden (siehe H 15). Aus der Befragung geht außerdem hervor, dass drei Schulen über verlässliche Vereinskooperationen verfügen. Etwa die Hälfte der Schulen (13 von 27) gibt an, mit dem Ganztagsangebot ihrer Schule zufrieden zu sein. Insgesamt sechs Schulen melden hier konkreten Weiterentwicklungsbedarf an (siehe H 16). Aufgrund des aktuell guten Zustandes eines Großteiles der Hallen im Untersuchungsraum LH Schwerin (69% der Schulsporthallen m it einer Bewertungsstufe 1; 1 Tendenz 2 und 2) fallen lediglich für vier Schulsporthallen (12,5%) Kosten für notwendige Modernisierungsmaßnahmen an (siehe H 17). Auf Grundlage der vorgenommenen quantitativen Bestands- und Bedarfsermittlung für den Schulsport konnte in der LH Schwerin ein standortspezifisches Gesamtdefizit in einer Größenordnung von 1.490 qm Sporthallenfläche ermittelt werden. (siehe H 18). 204 Handlungsempfehlung 14 Zuständigkeiten Initiativfunktion Zertifizierungsverfahren   Die folgenden 9 Schulen wären nach unserer Einschätzung bereits jetzt für eine mögliche Qualitätsentwicklung "Bewegungsfreundliche Schule" geeignet (vgl. Kap. 2.3.2 „Schulische Einzelauswertung“). Hier ist eine Kontaktaufnahme zu empfehlen:  - Friedensschule Schwerin Grundschule am Mueßer Berg Grundschule John Brinckmann SFZ Am Fernsehturm Albert Schweitzer Schule Mecklenburgisches Förderzentrum Schwerin Pädagogium Schwerin Weinbergschule Neumühler Schule Schwerin   Fachdienst Bildung und Sport Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes MecklenburgVorpommern Interessierte Schulen INSPO an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam (in beratender Funktion) Fachdienst Bildung und Sport Handlungsempfehlung 15 Zuständigkeiten Initiativfunktion Weiterbildungsinteresse und Qualitätsentwicklung (vgl. Kap. 2.3.2 „Schulische Einzelauswertung“).    Drei Schulen haben - teils konkrete - Beratungswünsche in Richtung gesunde bzw. bewegungsfreundliche Schule: - Astrid-Lindgren-Schule Montessori – Schule Schwerin Weinbergschule  Fachdienst Bildung und Sport Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes MecklenburgVorpommern Interessierte Schulen Fachdienst Bildung und Sport 205 Interesse an einer Zertifizierung zur „Bewegungsfreundlichen Schule“ bekunden vier Schulen: - Astrid-Lindgren-Schule Neumühler Schule Schwerin Montessori – Schule Schwerin Weinbergschule Die folgenden zehn Schulen melden Weiterbildungsbedarfe im Bereich Gesundheitsmanagement an und konkretisieren diesen teilweise auch bereits: - Grundschule Lankow Astrid-Lindgren-Schule RegS Erich Weinert IGS B.-Brecht Neumühler Schule Schwerin Freie Waldorfschule Schwerin Montessori – Schule Schwerin Pädagogium Schwerin Weinbergschule BIP – Kreativitätsgrundschule Bei allen aufgeführten Schulen ist eine Kontaktaufnahme zu empfehlen. Finanzierungsmöglichkeiten sollten z. B. über die KK erschlossen werden.  Gesetzliche Krankenkassen (für mögliche finanzielle Unterstützung) 206 Handlungsempfehlung 16 Zuständigkeiten Initiativfunktion Vereinsangebot und Ganztagsangebot (vgl. Kap. 2.3.2 „Schulische Einzelauswertung“).    Die folgenden 13 Schulen verfügen über teils mehrere Vereinskooperationen: - Fritz Reuter Schule: SV Einheit; BSC Schwerin; SV Grün-Weiss Schwerin Neumühler Schule Schwerin: Neumühler Sportverein, Fechtgemeinschaft SN, PSV Schwerin, SSC Schwerin Friedensschule Schwerin: SV Grün-Weiss Schwerin; SSC Schwerin; FC Mecklenburg; Ballsportschule Schwerin; Fechtverein Schwerin Grundschule John Brinckmann: Grün-Weiss Schwerin, SC Traktor, Stiere (SV Mecklenburg Schwerin) Sprachheilpädagogisches Förderzentrum Schwerin: SSC Schwerin Berufsschule Wirtschaft + Verwaltung Schwerin: Kanugemeinschaft Schwerin Pädagogium Schwerin: Winston Golf, Kanu- und Segelverein Schwerin, Ballsportschule Schwerin Werner-v. Siemens- Schule: Fußballtrainer (ohne Vereinsangabe) Grundschule am Mueßer Berg: (ohne Vereinsangabe) Grundschule Heinrich Heine: (ohne Vereinsangabe) Grundschule Lankow: (ohne Vereinsangabe) RegS Erich Weinert: (ohne Vereinsangabe) Mecklenburgisches Förderzentrum Schwerin: (ohne Vereinsangabe)   Fachdienst Bildung und Sport Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes MecklenburgVorpommern Landessportbund MecklenburgVorpommern Interessierte Schulen Fachdienst Bildung und Sport 207 Insgesamt sechs Schulen melden hier (konkreten) Weiterentwicklungsbedarf an: - RegS Erich Weinert Sportgymnasium Schwerin (Voraussetzung für Angebotsausbau nach Angabe des Gymnasiums: mehr Sportraumkapazitäten!) Abendgymnasium Sprachheilpädagogisches Förderzentrum Schwerin SFZ Am Fernsehturm BIP – Kreativitätsgrundschule Hier ist ebenfalls eine Kontaktaufnahme zu empfehlen. Für diese Schulen könnte das breit angelegte Programm des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes „Zukunft besser gestalten“ interessant sein. In diesem seit dem Schuljahr 2014/15 laufenden Paket sind konkrete Unterstützungsmaßnahmen für eine bessere Qualität der Angebote in der Ganztagsschule aufgeführt, die unter anderem für den Ausbau und die Weiterentwicklung von Sport- und Bewegungsangeboten, z. B. durch die Finanzierung externer Unterstützungsleistungen, genutzt werden können. Handlungsempfehlung 17 Zuständigkeiten Initiativfunktion Qualitative Schulsportstättensituation Sporthallen   Von den 38 im Rahmen der Bestands-Bedarfs-Bilanzierung in Abstimmung mit dem Auftraggeber einbezogenen gedeckten Sportanlagen werden 32 auch durch den Schulsport genutzt. 16 von 32 (50%) Schulsporthallen wurden mit Bauzustandsstufe 1 bzw. 1 Tendenz 2 bewertet. Weitere 6 Sporthallen wurden mit Bauzustandsstufe 2 (19%) eingestuft. Diese Anlagen sind im gebrauchsfähigen Zustand und weisen geringe Mängel auf. Mit Bauzustandsstufe 2 Tendenz 3 wurden 4 Schulsporthallen  Fachdienst Bildung und Sport ZGM Zentrales Gebäudemanagement Fachdienst Bildung und Sport 208 (13%) und mit Zustandsstufe 3 weitere 2 Sporthallen (6%) bewertet. Bei diesen Anlagen sind deutliche bis schwerwiegende Mängel festgestellt worden. Hinzu kommen 3 (9%) weitere Schulsporthallen mit Bauzustandsstufe 3 Tendenz 4. Diese Anlagen weisen schwerwiegende Mängel auf. Die Schulsporthalle der Grundschule Lankow wird mit Bauzustandsstufe 4 als unbrauchbar eingestuft, da schwerste Mängel vorliegen. Eine Sanierung ist mit dem Aufwand einer Neuanlage gleichzusetzen. In Summe werden bis zum Jahr 2032 für die Sporthallen in der August-Bebel-Straße 11 (Altes Fridericianum), der Andrej-Sacharow-Straße 75 (Sprachheilpädagogisches Förderzentrum), der Friedrich-Engels-Straße 35 (Grundschule Nils Holgersson) sowie im Schleifenmühlenweg 19 (Paulshöhe Waldorfschule) rd. 6,5 MIO € an Investitionskosten erwartet. Aufgrund des hohen Sanierungsrückstandes und des Prädikates eines unter Denkmalschutz stehenden Bauwerkes fallen 1,9 MIO € der Investitionskosten bei der bereits in den 1930er Jahren errichteten Sporthalle im Schleifenmühlenweg an. Ferner ist der Rückbau der Sporthalle der Grundschule Lankow in der Rahlstedter Straße 3 b bereits beschlossen und darüber hinaus die Errichtung einer neuen 2-Feld-Mehrzweckhalle als Ersatzbau geplant. Für eben diesen Neubau mit ca. 968 m² Sportnutzfläche wird ein Investitionsvolumen von ca. 4.200.000 € angenommen. 209 Handlungsempfehlung 18 Quantitative Schulsportstättensituation Sporthallen Zügig- Rahmenlehrplan Belegung der SPH verfügbare Bedarf Differenz in keit Sportunterricht laut Belegungsplan SportnutzungsSportnutzungsqm/ UnterausSchulsporthalle Schultyp47/ Name der Bedarf der Schule Schulstunden/ fläche(n) fläche in qm stattung (min.) Schule in Schulstunden/ Woche in qm (min.)48 Woche GS Heinrich-Heine3-4 44 39,5 (1 Feld) 238 405 -167 SPH Werderstr. 83 2 (1 Feld) (251) SPH August-Bebel-Str. 11 Schule49 SPH Friedensstr. 14 3-4 44 37,5 (1 Feld) 245 405 -160 GS Fritz-Reuter-Schule SPH Von-Thünen-Str. 9 2-3 33 31,5 (1 Feld) 260 405 -145 GS Grundschule Lankow50 SPH Rahlstedter Str. 3b SPH Ratzeburger Str. 44 4 44 38,75 (2 Felder) 6 (3 Felder) 486 (1.056) 405 - GS J.-BrinckmanSchule51 SPH Willi-Bredel-Str.19 3 33 25,5 (2 Felder) 492 405 - GS Nils-HolgerssonSchule52 SPH Friedrich-EngelsStr.35 3-4 44 30,75 (3 Felder) 970 405 - 3-4 44 33 (2 Felder) 424 405 - 3-4 48 41,25 (3 Felder) 973 968 - GS Friedensschule GS Grundschule am Mueßer Berg GS Astrid-LindgrenSchule53 SPH Eulerstr. 2 SPH Talliner Str. 7 47 Schultypen: Grundschule (GS); Regionale Schulen (RegS); Gymnasium (Gy); Integrierte Gesamtschulen (IGS) 48 Unter Beachtung der Anforderung des Lehrplanes. 49 SH August-Bebel-Str. 11 (251 qm) wird jeweils von Heinrich-Heine-Schule (2 Std./Woche), Ecolea Schule (9 Std./Woche), Schweriner Haus des Lernens (4,5 Std./Woche) genutzt. Restliche Nutzung erfolgt über Sportvereine und andere Nutzergruppen 50 SH Ratzeburger Str. 44 (1.056qm) wird zu 1/3 von der Grundschule Lankow (352 qm) und zu 2/3 von der Werner-v.-Siemens-Schule (704 qm) genutzt 51 SH Willi-Bredel-Str. 19 (492qm) wird zu jeweils zu 50% von J.-Brinckman-Schule (246 qm) und von J.-Goethe-Gymnasium (246qm) genutzt 52 SH Friedrich-Engels-Str. 35 (970 qm) wird zu 75% von Nils-Holgersson-Schule (728 qm) und jeweils zu 12,5 % von BS Gesundheit und Soziales (121 qm) und Fridericianum (121 qm) genutzt 53 SH Talliner Str. 7(973 qm) wird zu jeweils 50% durch die Grundschule und Regionale Schule Astrid Lindgren genutzt (486 qm) 210 RegS Astrid-LindgrenSchule RegS Werner-vonSiemens-Schule RegS Erich-WeinertSchule Gy J.-W.-v.-GoetheGymnasium Gy Fridericianum54 IGS „B.-Brecht“ 3-4 48 37,25 (3 Felder) 1.056 968 - 3-4 48 43,5 (1 Feld) 302 968 -666 5 110 37 (3 Felder) 22 (2 Felder) 863 (492) 1.215 -352 SPH Reiferbahn SPH Friedrich-EngelsStr.35 5 110 20,5 (3 Felder) 3 (3 Felder) 1.233 (970) 1.215 - SPH von StauffenbergStr. 67 3-4 64 35,5 (3 Felder) 970 968 - SPH Ratzeburger Str. 44 SPH Rudolf-BreitscheidStr. 23 SPH Friesenstr. 29 SPH Willi-Bredel-Str.19 standortspezifisches Defizit in qm (gesamt) -1.490 54 SH Reiferbahn (1.233 qm) wird zu 2/3 von Fridericianum (814 qm) und 1/3 von Sportgymnasium (419 qm) genutzt 211 Die pflichtige Aufgabe besteht in der Absicherung des Schulsports. Die angemeldeten Bedarfe der Schulen werden stundenmäßig zu 100% gesichert, jedoch ergeben sich in der quantitativen Erfüllung nach DIN 18032 - 1 an einigen Schulstandorten zusätzliche Bedarfe in einer Größenordnung von insgesamt 1.490 qm. Die fehlenden Flächen lassen sich durch den bereits beschlossenen Neubau einer 2Feld-Mehrzweckhalle á 968 m² teilweise kompensieren. Diese ersetzt die alten Einfeldhalle der Grundschule Lankow mit 486,58 m² in der Rahlstedter Straße 3 b, wodurch ein Überschuss von 481,42 m² entsteht.  Kosten für Zweifeldhalle 4.2 MIO € Das noch verbleibende Hallenflächendefizit in Höhe von 1.490 m² - 481,42 m² = 1.008,58 m² kann durch einen weiteren Bau einer Zweifachhalle am geplanten Standort der Neuen Regionalschule West kompensiert werden. Dies würde geschätzte 4.2 MIO € in Anspruch nehmen. Alternativ ist der Bau einer überdachten 3Feld-Sportnutzfläche von rd. 1.300 m² denkbar, soweit der Schulsport auch im Winter im Freien durchgeführt werden kann und soll, da hier nur das Sporttreiben von Ballspielsportarten möglich ist. Diese Entscheidung ist von den Schulträgern zu treffen.  Kosten für überdachte 3-Feld-Sportnutzfläche 0,75 MIO € Bei Fokussierung der schulstandortspezifisch ermittelten Bedarfe sind insbesondere folgende Schulen im Rahmen zukünftiger Planungen zu berücksichtigen: RegS ErichWeinert-Schule; Gy Fridericianum; Gy J.-W.-v.-Goethe-Gymnasium; J.-BrinckmanSchule ; Fritz-Reuter-Schule; Friedensschule; Heinrich-Heine-Schule. Zuständigkeiten Initiativfunktion    Fachdienst Bildung und Sport ZGM Zentrales Gebäudemanagement Fachdienst Bildung und Sport 212 Handlungsfeld Infrastruktur/Wohnfolgeinfrastruktur E Entwicklungsfeld Sporthallen Situation Sporthallen Im Rahmen der Bestands-Bedarfs-Bilanzierung wurden in Abstimmung mit dem Auftraggeber insgesamt 38 gedeckte Sportanlagen (vgl. Anlage Sportstättenkataster) einbezogen und bei einer angenommenen Auslastungsquote von 90% zwei Bilanzierungsszenarien entwickelt: Szenario A: Bilanzierung Winter unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Bedarfs des vereinsorgansierten Fußballsports (4.688 qm) und des Flächenbedarfs der Spielsportformen des privat organisierten nicht vereinsgebundenen Sports (974 qm; Badminton, Fußball, Volleyball, Basketball). Alle weiteren Sportformen des privat organisierten nicht vereinsgebundenen Sports können unter der Voraussetzung der Verfügbarkeit in kleineren Sport- und Bewegungsräumen stattfinden. Szenario B: Bilanzierung Sommer ohne Berücksichtigung der gegenwärtigen Flächenbedarfe des vereinsorganisierten Fußballsports (4.688 qm) und unter der Berücksichtigung der gesamten Flächenbedarfe des privat organisierten nicht vereinsgebundenen Sports (974 qm). Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der Vereinssport von baulichen Maßnahmen im Bereich des Schulsports als Mitnutzer der Anlagen profitiert. Bei Erfüllung der Flächenbedarfe der unter H 18 genannten Schulstandorte würde auch das sportpolitische Ziel, die Bedarfe des Vereinssports zu bedienen, eine vollständige Berücksichtigung finden (siehe H 19). 213 Szenario A: Bilanzierung Winter Spalte 1 2 3 4 5 Gesamtbestand davon Bestand Gesamtbedarf davon Bedarf an Bedarf privat organisierter wettkampfgeeignete Vereinssport wettkampfgeeigneten nicht vereinsgebundener Sporthallenflächen für Sport Sporthallenflächen Vereinssport Sporthallenflächen 25.413 qm 16.034 qm 25.866 qm 12.988 qm 974 qm (davon 4.688 qm (davon 4.688 qm (für Spielsportformen) Fußball) Fußball) Gesamtbedarf an Sporthallenflächen (Spalte 3 + 5): 26.840 qm Bedarf an wettkampfgeeigneten Sporthallenflächen (Spalte 4): 12.988 qm Bilanzierung für den vereins- und privat organisierten nicht vereinsgebundenen Sport in der LH Schwerin Gesamtbilanzierung: Gesamtbestand (Spalte 1: 25.413 qm) minus Gesamtbedarf (Spalte 3+5: 26.840 qm) = Bilanzierung wettkampfgeeignete Sporthallenflächen: Bestand (Spalte 2: 16.034 qm) minus Bedarf (Spalte 4: 12.988 qm) = - 1.427 qm + 3.046 qm 214 Szenario B: Bilanzierung Sommer Spalte 1 2 3 4 5 Gesamtbestand davon Bestand an Gesamtbedarf davon Bedarf an Bedarf privat organisierter nicht wettkampfgeeigneten Vereinssport wettkampfgeeigneten vereinsgebundener Sport Sporthallenflächen Sporthallenflächen für Vereinssport Sporthallen -flächen 25.413 qm 16.034 qm 21.178 qm 8.300 qm Gesamtbedarf an Sporthallenflächen (Spalte 3 + 5): Bedarf an wettkampfgeeigneten Sporthallenflächen (Spalte 4): 974 qm 22.152 qm 8.300 qm Bilanzierung für den vereins- und privat organisierten nicht vereinsgebundenen Sport in der LH Schwerin Gesamtbilanzierung: Gesamtbestand (Spalte 1: 25.413 qm) minus Gesamtbedarf (Spalte 3 + 5: 22.152 qm) = + 3.261 qm Bilanzierung wettkampfgeeignete Sporthallenflächen: Bestand (Spalte 2: 16.034 qm) minus Bedarf (Spalte 4: 8.300 qm) = + 7.734 qm 215 Handlungsempfehlung 19 Zuständigkeiten Initiativfunktion Absicherung des Schulsports unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Vereinssports   - Die pflichtige Aufgabe besteht in der qualitativen und quantitativen Absicherung des Schulsports. In der 1. Priorität sind folglich die schulstandortspezifischen Defizite (Gesamtdefizit 1.490 qm; siehe H18) zu berücksichtigen, die vorrangig behoben werden sollten. Dies würde auch eine Kompensation der Vereinsbedarfe (1.427 qm) im Winter nach sich ziehen. Für zukünftige Modernisierung-, Erweiterungs- oder Neubauten bei Sporthallen an Schulstandorten ergeben sich folgende Überlegungen: - Der geplante Neubau einer Zweifeld-Sporthalle (968 qm) in der Speicherstraße würde die Bedarfe der neuen 3-zügigen Grundschule vollständig abdecken. Gleichzeitig ergibt sich eine Minimierung des Gesamtdefizites an Sporthallenflächen der Sportvereine im Winter - Prüfung der Möglichkeit von Erweiterungsbauten bei Schulsporthallen der unter H18 aufgeführten Grundschulen - Entlastung der Sporthallenkapazitäten im Winter durch Sanierung oder Aufwertung von Freiflächen für den vereinsorganisierten Fußballsport Wenn man den Fußballern die Möglichkeit einräumt, ihren Sport im Winter auch im Freien durchführen zu können, würde kein zusätzlicher Nutzungsdruck mehr auf Hallenzeiten im Winter entstehen. Eine Möglichkeit dieses Ziel zu erreichen wäre die Errichtung einer überdachten 3-Feld-Sportnutzfläche (vgl. Kap. D.2.5.4). Auf der überdachten Sportfläche mit den Dimensionen 28 m x 48 m können zeitgleich bis zu 3 verschiedene Feldsportarten ausgetragen werden. Die drei Teilflächen lassen sich jedoch auch zu einer größeren Sportnutzfläche mit 1.344 m² vereinigen, wodurch  Fachdienst Bildung und Sport ZGM Zentrales Gebäudemanagement Fachdienst Bildung und Sport 216 das Flächendefizit der LH Schwerin nahezu kompensiert wird. Die Kosten für eine voll ausgestatte (inklusive Beleuchtung, Videoüberwachungssystem und Planungskosten) überdachte 3-Feld-Sportnutzfläche lassen sich mit rd. 750.000 € beziffern. Als möglicher Standort mit ausreichenden Potentialflächen bietet sich der zentral im Stadtraum gelegene Sportpark Lambrechtsgrund an. Zudem eröffnet sich dadurch die Möglichkeit dem Schweriner Frauenfußball hier perspektivisch eine neue Trainingsund Punktspielstätte zu bieten. Nebenbei erfreut sich der Fußball- und Trainingsbetrieb in derartigen offenen Überdachungen großer Beliebtheit, da Trainingseffekte in Kompetenzen, wie Ballgefühl und Handlungsschnelligkeit durch die hohe Frequenz der Ballkontakte und Passstafetten gesteigert werden. Die örtlichen Gegebenheiten im Lambrechtsgrund erlauben jedoch auch die Errichtung eines konventionellen Großspielfeldes ohne Überdachung mit 45 m x 90 m und einer Fläche von 4.050 m². Diese Fläche müsste dann allerdings mit einer Rasenheizung ausgestattet werden. Nur so ist es möglich, den Nutzungsdruck auf die Hallen im Winter zu reduzieren und die Notwendigkeit des Baus einer weiteren Halle für die Vereinsnutzung im Winter zu vermeiden. Die Kosten eines solchen Platzes sind mit den Kosten für den Bau der oben beschriebenen Kalthalle vergleichbar. 217 F Entwicklungsfeld Spielfelder Situation Spielfelder In der LH Schwerin existieren zwölf wettkampfgeeignete Großspielfelder, die für den Vereinssport genutzt werden können. 55 Der rechnerische Bedarf des Fußballsports (inkl. Hockey und Faustball) liegt bei zwölf Großspielfeldern (zehn Fußball, zwei Hockey/Faustball). Unter Berücksichtigung der Bedarfe des privat organisierten Fußballsports und der zusätzlichen Hallenbedarfe des Fußballsports im Winter, die durch entsprechend moderne im Winter nutzbare Außenanlagen kompensiert werden könnten, ergibt sich eine Unterausstattung von zwei b is drei Großspielfeldern (siehe H 20/ H 21). Gesamtbestand Großspielfelder Bedarf an Großspielfelder vereinsgebundener Fußballsport (inkl. Hockey und Faustball) Quantifizierbarer Bedarf an Spielfeldflächen privat organisierter nicht vereinsgebundener Fußballsport 12 12 3 Handlungsempfehlung 20 Zuständigkeit Initiativfunktion Für zukünftige Modernisierung-, Erweiterungs- oder Neubauten bei Spielfeldern ergeben sich unter Berücksichtigung der räumlichen Verteilung der Sportanlagen und der realen Nutzungssituation folgende Handlungsempfehlungen:   - Bau eines weiteren Rasenplatzes auf der Sportanlage Lankow. Der Standort bietet sich aus zweierlei Hinsicht an. Zum einen sind die dortigen Flächen bereits im Besitz der Stadt und bieten Potentialflächen für weitere Freisportanlagen an. Zum anderen wird seitens der Stadt mit ihrer   Fachdienst Bildung und Sport SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft Fachdienst Bildung und Sport 55 Zwei weitere Großspielfelder auf dem Sportkomplex Paulshöhe fallen aus dem Bestand, da diese nicht mehr bespielbar sind und entsprechend Verwaltungsbeschluss aufgegeben werden. 218 - - „Fußballkonzeption“ im Konsens mit dem organisierten Sport dort bereits seit 2010 eine Konzentration des Fußballsports angestrebt. Bau eines Kunstrasenfeldes beim Sportgymnasium (vgl. diesbezüglich Handlungsempfehlung H 19 – Aufwertung Sportpark Lambrechtsgrund) Modernisierung und Aufwertung des hoch frequentierten Sportplatzes Großer Dreesch durch Umbau zum Kunstrasenplatz und ggf. Erweiterung um Elemente eines frei zugänglichen „Sport- und Bewegungsparks“. Die kooperative Planungsphase und der Austausch mit den lokalen Experten haben deutlich gemacht, dass hier besondere Handlungserfordernisse bestehen, aber auch große Potentiale, um den Stadtteil mit einem entsprechenden infrastrukturellen Angebot zukünftig aufzuwerten. Aufgabe des Sportkomplexes Paulshöhe (aktuelle Einstufung des Tennenplatzes mit Bauzustandsstufe 4 – unbrauchbar) Überprüfung des Umbaus von Spielfeldern durch z. B. Überdachung oder Rasenheizung, sodass eine Nutzung in den Wintermonaten möglich ist, eine Entlastung der Sporthallen im Winter erreicht wird und die Nutzung von überdachten Kleinspielfeldern Beispiel für Überdachung eines Kunstrasenfeldes 219 Handlungsempfehlung 21 Zuständigkeiten Initiativfunktion Sicherung wohnortnaher Kleinspielfelder, Spielflächen sowie Bolzplätze und deren Nutzungsmöglichkeiten für den privat organisierten nicht vereinsgebundenen Fußballsport     Fachdienst Bildung und Sport SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft Fachdienst Bildung und Sport G Sportstättenkataster Die vorzunehmende Bestands-Bedarfs-Bilanzierung (Sporthallen und Großspielfelder) muss auf exakten Grundlagen basieren, um Fehlinvestitionen zu vermeiden. Sämtliche Sportstätten werden daher gutachterlich auf Ihren Bauzustand eingeschätzt, exakt vermessen, hinsichtlich des Modernisierungszeitpunktes monetär bewertet und in einem Sportstättenkataster dokumentiert (vgl. Anlage CD-ROM). Der Bau neuer Anlagen wird kostenseitig ebenfalls erfasst, sodass die Kommune einen Investitionsplan für den Zeitraum der empfohlenen Geltungsdauer des Entwicklungsplanes (ca. 10 bis 12 Jahre) aufstellen kann (vgl. Kap. D 2.5.4). Bei der Begutachtung der Sportanlagen der LH Schwerin durch das INSPO wurde deutlich, dass die von der Schweriner Sportverwaltung geführten und gepflegten Datenbestände einen sehr hohen Qualitätsstandard aufweisen. Vergleichbare Studien zeigen, dass dies keine Selbstverständlichkeit darstellt. Eine exakte Datengrundlage (u.a. Netto- und Bruttoflächen der jeweils vorgehaltenen kommunalen Sportanlagen) bildet jedoch für jede Kommune die Basis für eine präzise Bestands-Bedarfs-Bilanzierung und Investitionskostenschätzung. 220 Handlungsfeld Gemeinwesen/Sozialer Zusammenhalt H Entwicklungsfeld Sportgelegenheiten (Erweiterung bestehender Sportanlagen und Planung von Aktivparks) Situation Deutschlandweite und regionale Untersuchungen zeigen, dass sich die Sportbedürfnisse der Bevölkerung im Kontext gesamtgesellschaftlicher Individualisierungsprozesse stark verändert haben. Sportaktivitäten wie Radfahren, Laufen/Joggen, Fitnesstraining und Inline-Skating, die von den Bürgerinnen und Bürgern privat organisiert werden, aber von öffentlichen Bewegungsräumen und damit raumplanerischen Entscheidungen abhängig sind und auf sogenannten „Sportgelegenheiten“ ausgeübt werden, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Rund 2/3 aller Sport- und Bewegungsaktivitäten (71%) in der LH Schwerin finden auf Sportgelegenheiten, d. h. nicht speziell und ausschließlich für den Sport gebauten Anlagen, statt. Dementsprechend fokussieren sich auch die Bürgerwünsche zu Investitionsschwerpunkten klar auf Ausbau und Instandhaltung des Radwegenetzes sowie auf den Ausbau wohnortnaher Sport- und Spielanlagen (komplexere Fitnessanlagen/Aktivparks). Sportangebote im öffentlichen Raum funktionieren immer dann gut, wenn sie z. B. nicht auf eine Nutzergruppe ausgerichtet sind. Bewegungsspielgeräte für ältere Bürgerinnen und Bürger in Kombination mit zum Beispiel Kinderspielbereichen und Parkanlagen sprechen alle Bevölkerungsgruppen an und werden besser angenommen. An Attraktivität können bestehende Sportanlagen gewinnen, wenn sie durch Anlagen für den Freizeitsport- und Individualsport ergänzt werden und auch für den klassischen Fußballer oder Leichtathleten Ergänzungen im Training bieten. Das können im Freisportbereich Fitnessbereiche, Rundlaufwege oder auch Trendsportbereiche wie Slackline oder Parcours sein. Letztere sprechen jüngere Generationen an. Bei den Sporthallen könnten speziell für Kinder geeignete Turn- und Kletterbereiche vorgesehen oder Gymnastik- und Fitnessräume ergänzt werden. All diese Maßnahmen bewirken auch eine bessere Auslastung der Sportstätten, die nicht an Schulen angegliedert sind. Sportanlagen, die nicht zur Deckung des Bedarfs für den Schul- und Vereinssport benötigt werden, müssen nicht zwingend zurück gebaut, sondern können zu Individualsportstätten umgebaut werden. Hierbei sollte der Standort bevorzugt in der Nähe von Wohnquartieren liegen. Augenmerk beim Umbau ist auf multifunktionale, generationenübergreifende Nutzungsmöglichkeiten zu legen. Diese Sportanlagen tragen zur Verbesserung des sozialen Umfeldes in einem Wohnquartier bei (siehe H 22). Eine gute Möglichkeit bietet die Planung von Aktivparks. Hier werden Aktivspielgeräte - die z.B. in Abstimmung mit dem Seniorenbeirat der jeweiligen Kommune ausgewählt werden - kombiniert mit Kinderspielgeräten. Skateranlage, Kleinspielfelder und Laufstrecken können ebenfalls in bestehende Sportplatz- bzw. Parkanlagen integriert werden. Wichtig ist die zentrale Lage. Die ausgesuchte Fläche sollte sich nah an Wohnbereichen (vgl. ISEK Schwerin 2025: Siedlungsentwicklung/Wohnen/Soziale Infrastruktur) befinden (siehe H 23). Bewegung in natürlicher, 221 siedlungsnaher Umgebung kann hier als Ausdruck eines neuen gesundheitsorientierten Selbstverständnisses gefördert und in den Alltag der Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden Voraussetzung für ein Gelingen und eine Annahme durch die Bevölkerung und ortsansässige Sportvereine etc. bildet eine umfangreiche interinstitutionelle Netzwerkarbeit unter Beteiligung aller Ebenen, wie z.B. Verwaltung, Krankenkassen, Vereinsvertreter, Quartiersmanagement sowie der Nutzerinnen und Nutzer selbst durch entsprechende Bürgerbeteiligungsverfahren. Vereinssport in öffentlichen Parkanlagen strahlt aus und setzt organisierte, strukturierende Signale, die Vertrauen schaffen und Kontinuität gewährleisten. Bewegungsangebote von Vereinen als gelebte Selbstverständlichkeit von Freizeitgestaltung bauen im öffentlichen Raum Brücken zu Individual- und Trendsportarten und holen die Bürgerinnen und Bürger ins Freie (siehe H 24). Handlungsempfehlung 22 Zuständigkeiten Initiativfunktion Erweiterung bestehender Sportanlagen - Umbau und Umgestaltung von Sportanlagen zu Multifunktionsanlagen (anstatt Rückbau und Aufgabe) - Erweiterung bestehender Sportanlagen um Nutzungsmöglichkeiten für den selbst organisierten Sport - Neu gestaltete Anlagen sollten für vielfältige Sport- und Bewegungsbedürfnisse nutzbar sein und Angebote für alle Altersgruppen umfassen. Sie sollten als ein sozial und ökologisch wertvoller Bereich in ein stadtplanerisches Gesamtkonzept einbezogen werden. Zentrale Aspekte sind Offenheit und Gestaltbarkeit der Räume. - Gerade für Kinder und Jugendliche sollte beachtet werden, dass sie sich Räume selbst aneignen wollen. Dabei sind „Handlungssequenzen wie Erkunden, Probieren, Verwerfen und Neubeginn“ planerisch zu integrieren       Fachdienst Bildung und Sport SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft Stadtsportbund Schwerin Sportvereine Fachdienst Bildung und Sport in enger Kooperation mit SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin 222 Handlungsempfehlung 23 Zuständigkeiten Initiativfunktion Planung und Aufwertung von Sportgelegenheiten im öffentlichen Raum - Planung von Aktivparks und Aufwertung ausgesuchter Grün- und Freiflächen zu wohnortnahen Bewegungsräumen, die nicht eindeutig auf eine Nutzergruppe spezialisiert sind und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen gleichermaßen ansprechen/ bei der Planung derartiger Anlagen ist die zentrale Lage zu berücksichtigen - Berücksichtigung der soziodemografischen Zusammensetzung des ausgewählten Quartiers. Sport- und Bewegungsräume sind so zu gestalten, dass ein generationenübergreifendes Erleben und Bewegen ermöglicht wird. Konkrete Anknüpfungspunkte bietet das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, hier z: B. die Entwicklung des Generationenparks Lankow: „Das Projekt in der Mitte der Großwohnsiedlung sieht die Entwicklung der bestehenden Grünanlage parallel zur Straßenbahntrasse zu einem Begegnungsraum für die verschiedenen Generationen vor. Das soll insbesondere durch die Neugestaltung von Platzbereichen mit Sitzgelegenheiten sowie Sport- und Spielgeräten erreicht werden (vgl. ISEK Schwerin 2025, S. 79) - Verknüpfungsmöglichkeiten der Bedürfnisse von Vereinssportlern und Individualsportlern böte zudem eine zukünftige Aufwertung und Erweiterung der hoch frequentierten Sportanlage „Großer Dreesch“ - Grundsätzlich spielen Erreichbarkeit und Zugänglichkeit eine entscheidende Rolle bei der Planung. Jogging- und Skatermöglichkeiten sollten entsprechend wohnortnah vorgehalten und z. B. durch Beleuchtung aufgewertet werden       Fachdienst Bildung und Sport SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft Stadtsportbund Schwerin Interessierte Sportvereine „Großer Dreesch“ Fachdienst Bildung und Sport in enger Kooperation mit SDS – Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin 223 Handlungsempfehlung 24 Zuständigkeiten Initiativfunktion Kooperationen mit Vereinen und u. a. Krankenkassen aktiv etablieren und Beteiligungsverfahren als Planungsgrundlage nutzen - Aufbau und Implementierung neuer Kooperations- und Organisationsformen (z.B. Vereinsaktivitäten im Park) / Anzustreben ist die Ausbildung von Übungsleiter(inne)n, die sich spezifisch für einzelne Flächen und Angebote verantwortlich zeichnen und räumliche Patenschaften eingehen - Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger (Anwohnerschaft) in die Angebotsentwicklung durch entsprechende Beteiligungsverfahren - Etablierung von Sport- und Präventionsprojekten im öffentlichen Raum (z. B. „FITNESS–LOCATIONS“ - Kommunales Präventionsprojekt der BARMER in Kooperation mit dem Deutschen Turner-Bund e. V.) (weitere Informationen: http://www.dtb-online.de/portal/gymwelt/fitness-und-gesundheitssport/fitnesslocations.html)     Stadtsportbund Schwerin Sportvereine Fachdienst Bildung und Sport Stadtsportbund Schwerin 224 F Literatur Balz, E., Kössler, C. & Neumann, P. (2001). Bewegte Schule - ein Programm auf dem Prüfstand. In: Spectrum der Sportwissenschaften 13 H.1, 41-53. Barsuhn, M., Maurer, N., Rode, J. & Zimmermann, H. (2013): Sportentwicklungsplanung für die Landeshauptstadt Potsdam (Empirische Grundlagen, strategische Ziele und Handlungsempfehlungen). Potsdam: Universität Potsdam, Department für Sport- und Gesundheitswissenschaften. Barsuhn, M., Maurer, N., Rode, J. & Zimmermann, H. (2015a): Integrierte Sportentwicklungsplanung für die Stadt Oranienburg. Potsdam: Universität Potsdam, Department für Sport- und Gesundheitswissenschaften. Barsuhn, M., Maurer, N., Rode, J. & Zimmermann, H. (2015b): Sportentwicklungsplan des Landkreises Havelland. Potsdam: Universität Potsdam, Department für Sport- und Gesundheitswissenschaften. Beck, U. (1986). Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Becker, J. (2006). DSB-Sprint-Studie: eine Untersuchung zur Situation des Schulsports in Detuschland. Frankfurt a. M.: Meyer & Meyer. Bette, K. (1993). Sport und Individualisierung. Spectrum der Sportwissenschaft, 5 (1993) 1, 34-35. BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern GmbH (2014). BKI Baukosten Gebäude 2014: Statistische Kostenkennwerte Teil 1. Stuttgart. Breuer, C. & Rittner, V. (2002). Berichterstattung und Wissensmanagement im Sportsystem. Köln: Sport und Buch Strauß. Bundesinstitut für Sportwissenschaft (2000). Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung. Schorndorf: Verlag Karl Hofmann. Bundesinstitut für Sportwissenschaft (2006). Leitfaden für die Sportstättenentwicklungsplanung, Kommentar. Schorndorf: Verlag Karl Hofmann. Cachay, K. (1988). Sport und Gesellschaft. Zur Ausdifferenzierung einer Funktion und ihrer Folgen. Schorndorf. Bundesministerium für Gesundheit (2010): Nationales Gesundheitsziel Gesund aufwachsen: Lebenskompetenz, Bewegung, Ernährung.- Berlin. Zugriff am 09.03.2011 unter http://www.bmg.bund.de/fileadmin/redaktion/pdf_publikationen/BMG-G-07014NationalesGesundheitsziel_Internet.pdf,). Deutscher Fußball-Bund (2006). DFB-Empfehlungen für Kunststoffrasenplätze Fragen und Antworten. Frankfurt/Main. Zugriff am 15.07.2017 unter https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/11947DFB_Kunstrasenstudie_KF.pdf Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) (1962). Der Goldene Plan in den Gemeinden. Ein Handbuch. Frankfurt am Main/Wien: Wilhelm-Limpert-Verlag. Deutscher Städtetag (2015). Integrierte Stadtentwicklungsplanung und Stadtentwicklungsmanagement. Positionspapier des Deutschen Städtetages. Zugriff am 15.07.2017 unter http://www.staedtetag.de/imperia/md/content/dst/presse/2015/positionspapier_integrierte_stadtentwicklun gsplanung_151214.pdf Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (2010). Memorandum zur kommunalen Sportentwicklungsplanung. Hamburg. Deutscher Sportbund (1992). Goldener Plan Ost. Tl. 1. Memorandum. Tl. 2. Richtlinien für die Schaffung von Erholungs-, Spiel- und Sportanlagen. Tl. 3. Anleitung zur Sportstättenentwicklungsplanung. In Sport Bäder Freizeit Bauten. Jg.: 33, Nr. 2, (S. 161-170). Frankfurt am Main: DSB. 225 Digel, H. (1986). Über den Wandel der Werte in der Gesellschaft. Freizeit und Sport. In DSB (Hrsg.), Die Zukunft des Sports, Materialien zum Konzept Menschen im Sport 2000 (S. 14- 43). Schorndorf. Eckl, S. (2008). „Kooperative Planung“ in der kommunalen Sportpolitik. Evaluation eines bürgerbeteiligenden Verfahrens in der kommunalen Sportentwicklungsplanung. Berlin: LIT Verlag. Eckl, S. & Schabert, W. (2012). Sport und Bewegung in Wolfsburg. Dokumentation der kommunalen Sportentwicklungsplanung. Sportentwicklungsplanung und Politikberatung, Band 8. Berlin: Lit-Verlag. GKV-Spitzenverband (2014). Leitfaden Prävention. Handlungsfelder und Kriterien des GKVSpitzenverbandes zur Umsetzung der §§ 20 und 20a SGB V vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom 10. Dezember 2014. Zugriff am 15.07.2017 unter: http://www.sportprogesundheit.de/fileadmin/Bilder_allgemein/sportabzeichen/GKVLeitfaden_Praevention_Neu.pdf Heinemann, K. (1990). Einführung in die Soziologie des Sports (3. erw. und verbale Auflage). Schorndorf. Heinemann, K. & Schubert, M. (1994). Der Sportverein: Ergebnisse einer repräsentativen Untersuchung. Schorndorf: Hofmann Verlag. Hölling, H., Schlack, R., Petermann, F., Ravens-Sieberer, U., Mauz,E.(2014). KiGGS Study Group. Psychische Auffälligkeiten und psychosoziale Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland – Prävalenz und zeitliche Trends zu 2 Erhebungszeitpunkten (2003– 2006 und 2009–2012). Ergebnisse der KiGGS-Studie – Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1). In: Bundesgesundheitsbl 2014. Springer-Verlag Berlin Heidelberg. Hübner, H. (1994). Von lokalen Sportverhaltensstudien zur kommunalen Sportstättenentwicklungsplanung. Beiträge zu einer zeitgemäßen kommunalen Sportentwicklung. Münster: LIT Verlag. Hübner, H. & Wulf, O. (2012). Grundlagen der Sportentwicklung in Soest. Münster: LIT Verlag. KitaG (2010). Kindertagesstättengesetz vom 10. Juni 1992, zuletzt geändert durch Gesetz vom 15. Juli 2010. Zugriff am 21.07.2010 unter http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:wHj7HJ8WIgkJ:www.mbjs.brandenburg.de/sixc ms/media.php/5527/KitaG%2520Juli%25202010%2520_Lesefassung_.pdf+&cd=2&hl=de&ct=clnk&gl=de Kultusministerkonferenz (2007). Gemeinsame Handlungsempfehlungen der Kultusministerkonferenz und des Deutschen Olympischen Sportbundes zur Weiterentwicklung des Schulsports. Zugriff am 07. Juli 2017 unter https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2007/2007_09_20Handlungsempf-KMK-DSB-Schulsport.pdf Kultusministerkonferenz (2017). Gemeinsame Handlungsempfehlungen der Kultusministerkonferenz und des Deutschen Olympischen Sportbundes zur Weiterentwicklung des Schulsports 2017 bis 2022:Schulsport nachhaltig fördern und systematisch weiterentwickeln – gemeinsame und gleichberechtigte Teilhabe für alle Schülerinnen und Schüler. Zugriff am 07. Juli 2017 unter https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/PresseUndAktuelles/Beschluesse_Veroeffentlichungen/201702-17_KMK-DOSB-Handlungsempfehlungen-Schulsport-2017.pdf Kultusministerkonferenz (2001). Bewegungsfreundliche Schule. Bericht über den Entwicklungsstand in den Ländern. Zugriff am 26. Januar 2012 unter http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2001/2001_12_11Bewegungsfreundliche-Schule.pdf Landesamt für Bauen und Verkehr (2012). Bevölkerungsvorausschätzung Land Brandenburg 2011 bis 2030. Zugriff am 17.02.2013 unter 226 http://www.lbv.brandenburg.de/dateien/stadt_wohnen/rb_Bevoelkerungsvorausschaetzung_2011_bis_20 30.pdf Länder-Arbeitskreis zur Erstellung von Hygieneplänen nach § 36 IfSG. Rahmenhygieneplan gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz für Kindereinrichtungen (Kinderkrippen, -gärten, -tagesstätten, auch integrativ, und Kinderhorte). Zugriff am 15.07.217 unter: http://kita-gesundheit.de/wpcontent/uploads/2013/06/weblinks-rahmenhygieneplan.pdf Landesjugendhilfeausschuss Brandenburg (1999). Grundsätze des Verwaltungshandelns bei der Prüfung der räumlichen Bedingungen von Kindertagesstätten. Zugriff am 17.04.2015 unter http://www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/media.php/bb2.a.5813.de/Grundsaetze_Verwaltungshandeln.pdf LSB Brandenburg (2012). Sport im Ganztag – Handreichung für Schule und Verein. Eigenverlag: Potsdam. Landessportbund Brandenburg (LSB) (2014). Sportland Brandenburg 2020 - Gemeinsam Perspektiven entwickeln. Zugriff am 11.12.2014 unter http://lsb-brandenburg.de/lsb/wpcontent/uploads/strategiepapier_sportland_2020_final_web1.pdf Landessportbund Brandenburg (LSB) (2015). Mitgliederstatistiken aus den Beständen des Landessportbundes Brandenburg. Potsdam: LSB Brandenburg. Landessportbund Brandenburg (LSB) (2015). Förderrichtlinien 2015 und 2016. Zugriff am 02.11.2015 unter http://lsb-brandenburg.de/lsb/sportfoerderungen/foerderrichtlinien-2015-und-2016/ Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern (2016). Sport und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern. Zugriff am 14.07.2017 unter: http://www.gesundheitssportmv.de/export/sites/gesundheitssport/downloads/LSB_Broschuere_Gesundheit2016.pdf Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern (2014). Konzeption des Landessportbundes MecklenburgVorpommern e.V. zur Entwicklung des Breitensports im Zeitraum 2014-2020. Zugriff am 14.07.217 unter http://www.lsb-mv.de/export/sites/lsbmv/downloads/Breitensport/LSBMV_BS-Konzept_20141122.pdf MBJS-Referat 34 Schulbau/ Schulentwicklung (2005). Raumprogrammempfehlungen. MBJS (2010). Grundsätze elementarer Bildung in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg. Zugriff am 11.03.2011 unter http://www.mbjs.brandenburg.de/media/lbm1.c.312232.de Opaschowski, H., Preis, M. & Reinhardt, U. (Hrsg.) (2006). Freizeitwirtschaft. Die Leitökonomie der Zukunft. Zukunft. Bildung. Lebensqualität. Hamburg: LIT Verlag. Richtlinie der Sportjugend Mecklenburg-Vorpommern zur Förderung der Jugendarbeit im Sport. Zugriff am 14.07.2017 unter http://www.lsb-mv.de/export/sites/lsbmv/downloads/sportfoerderung/rilijugendarbeit/1_Richtlinie.pdf [14.07.2017] Rütten, A., Schröder, J. & Ziemainz, H. (2003). Handbuch der kommunalen Sportentwicklungsplanung. Aachen: Meyer & Meyer Verlag. Schlesiger, B. (2009). Die geplante DIN-Norm für barrierefreies Bauen setzt klare Ziele, erlaubt aber vielfältige Lösungen. Deutsches Architektenblatt. Zugriff am 15.07.2017 unter: http://dabonline.de/2009/09/01/mit-bewegungsraum/ Schulze, G. (1992). Erlebnisgesellschaft: Kultursoziologie der Gegenwart. Frankfurt/New York: Campus Verlag. Wulf, O. (2014). Empirische Analysen zur Entwicklung des Sportverhaltens. In Rütten, A., Schwerin 2020: offen - innovativ- lebenswert. Zugriff am 15.07.2017 unter https://www.schwerin.de/export/sites/default/.galleries/Dokumente/Stadtportraet/Leitbild2020_Lesefassung.pdf Zimmer, R. (2006a). Alles über den Bewegungskindergarten. Freiburg im Breisgau: Herder. 227 G Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Sporträume der Zukunft (eigene Darstellung).............................................................................. 7 Abbildung 2: Integrierte Sportentwicklungsplanung (Planungsverfahren). ..................................................... 10 Abbildung 3: Altersstrukturentwicklung in der LH Schwerin, Angaben in % (Bevölkerungsentwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie der kreisfreien Städte und Landkreise bis 2030 nach Altersgruppen, 2013). ............................................................................................................................................................. 12 Abbildung 4: Planungsräume LH Schwerin (grafische Darstellung, Quelle: Stadtverwaltung LH Schwerin). . 15 Abbildung 5: Aktivitätsformen – LH Schwerin (Gesamt; in %). ....................................................................... 19 Abbildung 6: Verschiedene Aktivitätspräferenzen im Altersverlauf (%). ......................................................... 31 Abbildung 7: Motive des Sporttreibens (nach Opaschowski 2006). ................................................................ 33 Abbildung 8: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; gesamt). ...................................................................................................................................... 34 Abbildung 9: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; gesamt). ...................................................................................................................................... 34 Abbildung 10: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; weiblich). ..................................................................................................................................... 35 Abbildung 11: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; weiblich). ..................................................................................................................................... 35 Abbildung 12: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; männlich)..................................................................................................................................... 36 Abbildung 13: Motive für Sport- und Bewegungsaktivitäten; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu (%; männlich)..................................................................................................................................... 36 Abbildung 14: Aktivitätsquoten vs. gesundheitsrelevante Zeitumfänge (%; LH Schwerin gesamt). ............... 44 Abbildung 15: Gesundheitsrelevante Zeitumfänge (%; LH Schwerin vs. Planungsraum Ost). ....................... 45 Abbildung 16: Gesundheitsrelevante Zeitumfänge (%; LH Schwerin vs. Stadt Schweinfurt).......................... 46 Abbildung 17: Einschätzung Gesundheitszustand (kumuliert sehr gut/ gut in %). .......................................... 50 Abbildung 18: Einschätzung Gesundheitszustand (kumuliert sehr gut/ gut in %). .......................................... 51 Abbildung 19: Orte der Sport- und Bewegungsaktivitäten (%). ...................................................................... 61 Abbildung 20: Bedeutsamkeit von Investitionen (kumuliert sehr wichtig / wichtig; %). ................................... 64 Abbildung 21: Nutzungs- und Aufwertungsempfehlungen für Sportanlagen (kumuliert stimme voll zu / stimme zu; %). ............................................................................................................................................................ 69 Abbildung 22: Bedeutsamkeit von Ausstattungsaspekten (kumuliert sehr wichtig / wichtig; %). .................... 71 Abbildung 23: Mitgliederentwicklung der Sportvereine in der LH Schwerin 2010 bis 2015 (eigene Darstellung, LSB MV, 2010, 2015) (Absolute Zahlen). ....................................................................................................... 75 Abbildung 24: Organisationsgrad in Schwerin 2010 und 2015 sowie in Mecklenburg-Vorpommern, eigene Darstellung, LSB MV, 2010, 2015). ................................................................................................................ 76 Abbildung 25: Verhältnis männliche zu weiblichen Mitgliedern (eigene Darstellung, LSB MV 2015, DOSB 2015 (Angaben in %). .............................................................................................................................................. 77 Abbildung 26: Anzahl der Mitglieder nach Altersgruppen (eigene Darstellung, LSB MV 2015) (Angaben in %). ....................................................................................................................................................................... 77 Abbildung 27: Organisationsgrad nach Altersgruppen (eigene Darstellung, LSB MV 2015) (Angaben in %). 78 Abbildung 28: Organisationsgrad nach Altersgruppen – Männer (eigene Darstellung, LSB MV 2015; DOSB 2015) (Angaben in %)..................................................................................................................................... 79 228 Abbildung 29: Organisationsgrad nach Altersgruppen – Frauen (eigene Darstellung, LSB MV 2015; DOSB 2015) (Angaben in %)..................................................................................................................................... 80 Abbildung 30: Aufnahmekapazitäten der Sportvereine in Schwerin (Angaben in % der Vereine; ein Verein machte keine Angabe).................................................................................................................................... 84 Abbildung 31: Welche Sport- und Bewegungsangebote bieten die Vereine aktuell an (1=Trifft voll zu; 5= Trifft überhaupt nicht zu)? (eigene Darstellung). ..................................................................................................... 85 Abbildung 32: Inwieweit werden sich die Angebote zukünftig verändern? (Mittelwerte: 1=Trifft voll zu; 5= Trifft überhaupt nicht zu)? (eigene Darstellung)...................................................................................................... 86 Abbildung 33: Zugang für Nichtmitglieder zum Vereinsangebot in der LH Schwerin – aktuelle Situation und zukünftige Entwicklungen (Angaben in %) (eigene Darstellung). ................................................................... 87 Abbildung 34: Gründe für die Aufnahme neuer Sport- und Bewegungsangebote in Schwerin, (Häufigkeiten, Mehrfachnennungen möglich). ....................................................................................................................... 88 Abbildung 35: Auswirkungen des demografischen Wandels auf Sportvereine in der LH Schwerin, Mehrfachnennungen, Angaben in % (kumulierte Werte „sehr stark betroffen“ und „stark betroffen“). ............ 89 Abbildung 36: Kooperationsbeziehungen der Sportvereine in der LH Schwerin (Anteil kooperierender Vereine in %; Mehrfachnennungen möglich). .............................................................................................................. 91 Abbildung 37: Zustimmung zu Themen der Sportstättennutzung in Schwerin (kumulierte Werte „stimme voll zu“ und „stimme zu“), Mehrfachnennungen, (Angaben in %). ........................................................................ 92 Abbildung 38: Wichtigkeit kommunaler Investitionen im Bereich Sport (kumulierte Werte „sehr wichtig“ und „wichtig“; Angaben in %)................................................................................................................................. 93 Abbildung 39: Probleme der Sportvereine in der LH Schwerin (Angaben in %). ............................................ 94 Abbildung 40: Einschätzung der Vereinsarbeit durch die Bevölkerung (kumulierte Werte „sehr bedeutsam“ und „bedeutsam“) im Vergleich zur Selbstwahrnehmung durch die Vereine (kumulierte Werte „trifft zu“ und „trifft voll zu“), (Angaben in %). ............................................................................................................................... 95 Abbildung 41: Modell mit Strukturmerkmalen einer „Bewegten Schule“ (in Anlehnung an E. Balz, C. Kössler & P. Neumann (2001)). ...................................................................................................................................... 97 Abbildung 42: Erfüllungsstand Merkmale „Bewegungsfreundliche Schule“ LH Schwerin (Ø erreichter Wert über alle Schulen gemittelt: 7,4). .......................................................................................................................... 109 Abbildung 43: Vergleich vorhandene Merkmale „Bewegungsfreundliche Schule“ LH Schwerin (berücksichtigt n = 25 Schulen) mit Stadt Schweinfurt (berücksichtigt n = 36). .................................................................... 111 Abbildung 44: Bewertung des baulichen Zustandes der Schulsporthallen, Häufigkeitsangaben. ................. 133 Abbildung 45: Bewertung des baulichen Zustandes der Freisportflächen (Spielfelder und LA-Anlagen), Häufigkeitsangaben. ..................................................................................................................................... 140 Abbildung 46: Räumliche Rahmenbedingungen der Kindertagesstätten in der LH Schwerin, Erfüllung der Mindestanforderungen entsprechend VV Räume (n = 38). .......................................................................... 144 Abbildung 47: Größe der Bewegungsräume der Kindertagesstätten in der LH Schwerin (n = 38). .............. 145 Abbildung 48: Bewegungs- und Erholungsräume in den Kindertagesstätten der LH Schwerin (n = 38). ..... 146 Abbildung 49: Ausstattungen und Materialien der Kindertagesstätten in der LH Schwerin, Mehrfachnennungen möglich (n=38).............................................................................................................................................. 147 Abbildung 50: Sport- und Bewegungsaktivitäten von Kindern im Alter von 0 Jahren bis zum Schuleintritt in den Kindertagesstätten in der LH Schwerin. ....................................................................................................... 149 Abbildung 51: Vernetzungen der Kitas in der LH Schwerin (n = 38). ............................................................ 150 229 Abbildung 52: Bestehende Kooperationsbeziehungen von Kindertagesstätten in der LH Schwerin mit Sportvereinen, kommerziellen Anbietern bzw. Förderung von Einzelprojekten, Mehrfachnennungen möglich (im Vergleich zu anderen Städten im Land Brandenburg). ........................................................................... 151 Abbildung 53: Bedarfe zur Erweiterung von Kooperationsbeziehungen im Bewegungsbereich in der LH Schwerin (n = 38). ........................................................................................................................................ 153 Abbildung 54: Selbsteinschätzungen der Kindertagesstätten zur Bewegungsförderung in den Einrichtungen der LH Schwerin. .......................................................................................................................................... 154 Abbildung 55: Gründe für unregelmäßig stattfindende Bewegungsaktivitäten in der LH Schwerin. ............ 155 Abbildung 56: Übersicht - Kategorien „Bewegungskita Land Brandenburg“ - Qualitätsstandards zur Profilentwicklung........................................................................................................................................... 158 Abbildung 57: Zwölf Bausteine eines Bewegungskindergartens (vgl. Zimmer 2006). .................................. 159 Abbildung 58: Systematik der Begriffe Sportstätten, Sportanlagen, Sportgelegenheiten, eigene Darstellung (vgl. BISp, 2000, S. 15; BISp, 2006, S. 38). ................................................................................................. 160 Abbildung 59: Bauzustand der Sporthallen in der LH Schwerin (Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung, 2016), N= 38; Angaben in %. ............................................................................ 166 Abbildung 60: Bauzustand der Spielfelder in der LH Schwerin (Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung, 2016), N = 16; Angaben in %............................................................................ 168 Abbildung 61: Baukostensimulation für Investitionskosten Sporthallen. ....................................................... 177 Abbildung 62: Beispiele für Spielfeldüberdachungen. Es kann eine Dreiteilung vorgenommen oder ein durchgängiges Spielfeld eingerichtet werden. .............................................................................................. 179 Abbildung 63: Pflegekosten je Nutzungsstunde (DFB-Empfehlungen für Kunststoffrasen-plätze, Fragen und Antworten aus dem Jahr 2006). ................................................................................................................... 182 230 H Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Altersstrukturentwicklung von Mecklenburg-Vorpommern (gesamt) und der LH Schwerin (gesamt) im Vergleich (Angaben in %). ......................................................................................................................... 12 Tabelle 2: Bürgerbefragung - Planungsräume in der LH Schwerin................................................................. 14 Tabelle 3: Aktivitätsformen – LH Schwerin (gesamt; %). ................................................................................ 20 Tabelle 4: Aktivitätsquoten im interkommunalen Vergleich (gesamt, in %). ................................................... 21 Tabelle 5: Aktivitätsquoten im interkommunalen Vergleich (nach Altersgruppen und Kopfgruppen Sportvereinsmitglieder, Nichtvereinsmitglieder sowie Menschen mit Behinderung, in %). ............................. 21 Tabelle 6: Einordnung der sportlichen Aktivität im interkommunalen Vergleich (in %). .................................. 22 Tabelle 7: Gründe für die Inaktivität (in %). .................................................................................................... 24 Tabelle 8: Gründe für die Inaktivität (%). ........................................................................................................ 25 Tabelle 9: Am häufigsten betriebene Sportformen (%; >2%).......................................................................... 26 Tabelle 10: Am häufigsten betriebene Sportformen (%; weiblich). ................................................................. 27 Tabelle 11: Am häufigsten betriebene Sportformen (%; männlich). ............................................................... 28 Tabelle 12: Am häufigsten betriebene Sportformen (>1%). ............................................................................ 29 Tabelle 13: Am häufigsten betriebene Sportformen (%; im Vergleich). .......................................................... 30 Tabelle 14: Wunschangebote (%; TOP 3). ..................................................................................................... 32 Tabelle 15: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (Rangfolge - TOP 5). ................. 37 Tabelle 16: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (%; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu). .............................................................................................................................. 37 Tabelle 17: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (%; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu). .............................................................................................................................. 38 Tabelle 18: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (%; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu). .............................................................................................................................. 38 Tabelle 19: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (%; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu). .............................................................................................................................. 39 Tabelle 20: Die bedeutendsten Motive für körperlich-sportliche Aktivitäten (%; kumulierte Werte der Antworten trifft voll zu / trifft eher zu). .............................................................................................................................. 40 Tabelle 21: Gesundheitsrelevante Zeitumfänge erreichen (in %; Planungsraum Ost). .................................. 42 Tabelle 22: Beurteilung Gesundheitszustand (kumuliert sehr gut / gut; %; Planungsraum Ost)..................... 48 Tabelle 23: Organisationsformen der Sport- und Bewegungsaktivitäten LH Planungsräume (%). ................. 53 Tabelle 24: Organisationsformen der Sport- und Bewegungsaktivitäten im Vergleich mit der Stadt Schweinfurt (%). ................................................................................................................................................................. 53 Tabelle 25: Organisationsformen der Sport- und Bewegungsaktivitäten (%; Planungsraum Ost). ................. 54 Tabelle 26: Informationen über Angebote der Anbieter im Vergleich (kumuliert sehr gut / gut versus sehr schlecht / schlecht; %). ................................................................................................................................... 56 Tabelle 27: Informationen über Angebote der Anbieter im Vergleich (kumuliert sehr gut / gut versus sehr schlecht / schlecht; %). ................................................................................................................................... 57 Tabelle 28: Orte der Sport- und Bewegungsaktivitäten (%)............................................................................ 59 Tabelle 29: Orte der Sport- und Bewegungsaktivitäten (%)............................................................................ 60 Tabelle 30: Raumnutzungsprofile (%). ........................................................................................................... 60 Tabelle 31: Orte der Sport- und Bewegungsaktivitäten (%)............................................................................ 62 Tabelle 32: Bedeutsamkeit von Investitionen (kumuliert sehr wichtig / wichtig in %). ..................................... 65 231 Tabelle 33: Bedeutsamkeit von Investitionen (kumuliert sehr wichtig / wichtig - Rangfolge). ......................... 67 Tabelle 34: Nutzung der Sportanlagen (kumuliert stimme voll zu / stimme zu in %). ..................................... 70 Tabelle 35: Wichtigkeit von Aspekten / Ausstattungen von Sportanlagen (kumuliert sehr wichtig / wichtig; %). ....................................................................................................................................................................... 72 Tabelle 36: Vergleich der Wichtigkeit von Aspekten / Ausstattungen von Sportanlagen (kumuliert sehr wichtig / wichtig; %; LH Schwerin und Stadt Schweinfurt). ......................................................................................... 73 Tabelle 37: Vereinsstruktur im SSB Schwerin (SSB Schwerin, 2016) und im LSB MV nach Mitgliederbestand (LSB MV, 2015). ............................................................................................................................................. 81 Tabelle 38: Mitgliederstärkste Sportarten im Vereinssport in der LH Schwerin im Jahr 2016 nach Geschlecht (SSB Schwerin 2016). .................................................................................................................................... 82 Tabelle 39: Vereinssport in der LH Schwerin im Jahr 2015 nach Rubriken (Angaben in %). ......................... 83 Tabelle 40: Anteil an Sportvereinen, die das Qualitätssiegel kennen bzw. deren Sportangebote bereits mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet worden sind.................................................................................................... 90 Tabelle 41: Sportarten und Bewegungsformen, die im außerunterrichtlichen Schulsport angeboten werden. ....................................................................................................................................................................... 99 Tabelle 42: Strukturkomplexe und -merkmale einer „Bewegungsfreundlichen Schule“; Zertifizierungsempfehlung bei 10 von 17 bereits vorhandenen Merkmalen.................................................. 104 Tabelle 43: Erfüllungsstand (vorhanden bzw. ja/nein) und Weiterbildungsinteresse (Interesse) bezogen auf Einzelmerkmale in den unterschiedlichen Schultypen. ................................................................................. 106 Tabelle 44: Einzelmerkmale über alle Schulen hinweg (n=25; ohne Abendgymnasium und Schweriner Haus (k.A.))............................................................................................................................................................ 110 Tabelle 45: Strukturmerkmale einer Bewegungsfreundlichen Schule in den Schulen der LH Schwerin (+ = vorhanden; o = Interesse vorhanden; - = nicht vorhanden; kA = keine Angabe). ......................................... 116 Tabelle 46: Qualitative Bewertung des Bauzustands für Sporthallen und Spielfelder (in Anlehnung an den Goldenen Plan Ost). ..................................................................................................................................... 132 Tabelle 47: Szenario A: Nutzungssituation Schulsporthallenflächen unter Berücksichtigung des Rahmenlehrplans, der Belegungspläne der Sporthallen und Bedarf an Sportnutzungsfläche nach DIN 180321; Schulen in kommunaler Trägerschaft in der LH Schwerin. ....................................................................... 135 Tabelle 48: Szenario B: Nutzungssituation Schulsporthallenflächen unter Berücksichtigung des Rahmenlehrplans, der Belegungspläne der Sporthallen und Bedarf an Sportnutzungsfläche nach DIN 18032 - 1 (Normorientiert nach Raumprogrammempfehlungen Brandenburg/Berlin); Schulen in kommunaler Trägerschaft in der LH Schwerin. ................................................................................................................. 137 Tabelle 49: Nutzungssituation Freisportflächen/ Sportplätze für den Schulsport (Schulen in kommunaler Trägerschaft in der LH Schwerin). ................................................................................................................ 141 Tabelle 50: Übersicht der Kitas, die bisher keine Kooperationen unterhalten, jedoch interessiert sind. ....... 152 Tabelle 51: Übersicht der Beratungsbedarfe nach Anzahl der Nennungen (Mehrfachnennungen möglich).156 Tabelle 52: Übersicht „Bewegungskitas“ in der LH Schwerin (Selbsteinschätzung: Wir verstehen uns als Bewegungskita - 1 trifft voll zu, 2 trifft zu). .................................................................................................... 157 Tabelle 53: Qualitative Bewertung des Bauzustands für Sporthallen und Spielfelder (in Anlehnung an den Goldenen Plan Ost). ..................................................................................................................................... 163 Tabelle 54: Beispiele für rechnerische Anlageneinheiten (AE) von Sportanlagen (BISp, 2000, S. 71). ....... 164 232 Tabelle 55: Darstellung der Anzahl der Sporthallen differenziert nach sportspezifischer Eignung für die LH Schwerin (eigne Darstellung; Begehung der Sportanlagen durch Ahner & Brehm; Stand November 2016). ..................................................................................................................................................................... 165 Tabelle 56: Darstellung der Anzahl der Sportplätze differenziert nach sportspezifischer Eignung für die LH Schwerin (eigne Darstellung; Begehung der Sportanlagen durch Ahner & Brehm; Stand November 2016). ..................................................................................................................................................................... 167 Tabelle 57: Szenario A: Bilanzierung Sporthallenflächen (Winter mit Fußball); Vereins- und privat organisierter nicht vereinsgebundener Sport, LH Schwerin (2016). .................................................................................. 172 Tabelle 58: Szenario B: Bilanzierung Sporthallensportflächen (Sommer ohne Fußball); vereins- und privat organisierter nicht vereinsgebundener Sport, LH Schwerin (2016). ............................................................. 173 Tabelle 59: Bilanzierung Spielfelder für den Fußballsport Sommersaison (Trainingsbetrieb Mo-Fr); vereinsund privat organisiert nicht vereinsgebundener Sport, LH Schwerin. ........................................................... 175 Tabelle 60: Zuordnung von Bauzustandsstufe und Kostenkennwert. ........................................................... 176 Tabelle 61: Übersicht Modernisierungskosten Freisportanlagen. ................................................................. 183 Tabelle 62: Darstellung der Berechnungsparameter für den vereinsorganisierten Sport nach BISp-Leitfaden für die LH Schwerin: Sportler nach Vereinsstatistik, Dauer, Häufigkeit, Belegungsdichte, Zuordnungsquote (Datengrundlage: LH Schwerin, Bevölkerungsbefragung). ........................................................................... 234 Tabelle 63: Darstellung der Berechnungsparameter für den privat organisierten, nicht vereinsgebunden Sport nach BISp-Leitfaden für die LH Schwerin: Dauer, Häufigkeit, Belegungsdichte, Zuordnungsquote (Datengrundlage: Bevölkerungsbefragung). ................................................................................................. 235 Tabelle 64: Raumprogrammempfehlungen für Sporthallen (MBJS des Landes Brandenburg-Referat 34/Schulbau, 2005) (in qm) zur Durchführung des Sportunterrichts. ............................................................ 236 Tabelle 65: Raumprogrammempfehlungen für Sportfreiflächen (MBJS des Landes Brandenburg-Referat 34/Schulbau, 2005) (in qm) zur Durchführung des Sportunterrichts. ............................................................ 236 Tabelle 66: Musterraumprogramm Berlin Schulsporthallenbedarfe (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Fachraumbedarf Schulsport, 2013) (in qm) zur Durchführung des Sportunterrichts. ............ 237 Tabelle 67: Musterraumprogramm Berlin Schulsportaußenanlagenbedarfe (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Fachraumbedarf Schulsport, 2013) (in qm) zur Durchführung des Sportunterrichts. ..................................................................................................................................................................... 238 233 I Abkürzungsverzeichnis AE = Anlageneinheiten ASB = Arbeiter-Samariter-Bund AWO = Arbeiterwohlfahrt BÄK = Bundesärztekammer BGF = Bruttogrundfläche BGM = Betriebliches Gesundheitsmanagement BISp = Bundesinstitut für Sportwissenschaft BK = Bewegungskitas BKI = Baukostenindex DIN = Deutsche Institut für Normung DIN 18032 - 1 = Baunorm, in der Flächen und Maße für Sporthallen festgeschrieben sind DIN 18035 - 1 = Baunorm, in der Flächen und Maße für Sportplätze festgeschrieben sind DOSB = Deutscher Olympischer Sportbund DVS = Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft GPO = Goldener Plan Ost GgS = Gute gesunde Schule GS = Grundschule Gy = Gymnasium IGS = Integrierte Gesamtschule ISEP = Integrierte Sportentwicklungsplanung KG = Kostengruppe KMK = Kultusministerkonferenz LH = Landeshauptstadt LSB MV = Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern m/w = männlich/weiblich MBJS = Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg MV = Mecklenburg-Vorpommern PR = Planungsraum SMK = Sportministerkonferenz SSB = Schweriner Sportbund/ Stadtsportbund qm = Quadratmeter WHO = World Health Organisation (Weltgesundheitsorganisation) 234 J Anhang Tabelle 62: Darstellung der Berechnungsparameter für den vereinsorganisierten Sport nach BISp-Leitfaden für die LH Schwerin: Sportler nach Vereinsstatistik, Dauer, Häufigkeit, Belegungsdichte, Zuordnungsquote (Datengrundlage: LH Schwerin, Bevölkerungsbefragung). Sportarten Aerobic allgemeine Sportgruppen Badminton Basketball Behindertensport/ Rehasport Boxen Faustball Fechten Fitness/ Kraftsport Fußball Gymnastik Handball Hockey Kampfsport Leichtathletik Ringen Tanzsport Tischtennis Turnen/ Sportakrobatik Volleyball Anzahl der Dauer in Std. pro Häufigkeit pro Woche Belegungsdichte Zuordnungsquote Sportler 77 3557 225 135 700 228 64 133 150 1701 527 611 179 780 378 21 409 368 324 716 Übungseinheit 0,95 1,4 1,8 1,5 0,95 1,6 1,7 1,75 1,2 1,5 1,2 1,6 1,9 1,47 1,45 1 1,2 2,8 1,6 1,4 2,26 2,4 1,19 2,26 1,32 3 2 2,5 2,32 2,05 2,32 2,68 0,99 2,78 2,9 2,85 1,53 1,89 2,36 1,52 nach BISp-Leitfaden 20 20 12 20 15 20 20 12 15 20 15 20 20 20 40 20 15 16 15 20 0,52 0,54 0,88 0,9 0,9 0,7 1 1 0,52 0,5 0,52 1 0,8 0,7 0,5 0,7 0,5 0,9 1 1 235 Tabelle 63: Darstellung der Berechnungsparameter für den privat organisierten, nicht vereinsgebunden Sport nach BISp-Leitfaden für die LH Schwerin: Dauer, Häufigkeit, Belegungsdichte, Zuordnungsquote (Datengrundlage: Bevölkerungsbefragung). Sportarten Badminton Basketball Fitness/ Gymnastik Fußball Kampfsport/ Kraftsport Seniorensport/ Rehasport Tanzsport Tischtennis Volleyball Yoga Anzahl der Dauer in Std. pro Häufigkeit pro Woche Belegungsdichte Zuordnungsquote Sportler 92 92 6837 924 2079 462 693 139 139 1294 Übungseinheit 1,6 1,2 0,98 1 1,28 0,78 1,55 1,2 1,44 0,98 1 1,83 3 2,28 3,09 1,22 1,39 1,65 1,2 2,16 nach BISp-Leitfaden 12 20 15 20 20 15 15 16 20 10 0,14 0,6 0,15 0,44 0,08 0,79 0,32 0,73 0,9 0,24 236 Tabelle 64: Raumprogrammempfehlungen für Sporthallen (MBJS des Landes Brandenburg-Referat 34/Schulbau, 2005) (in qm) zur Durchführung des Sportunterrichts. Schultyp Züge 1 Züge 2 Züge 3 Züge 4 Züge 5 Grundschulen 405 405 968 968 - Gymnasien - 968 968 1.215 1.215 Gesamtschulen - 405 968 968 1.215 Oberschulen - 405 968 968 1.215 Tabelle 65: Raumprogrammempfehlungen für Sportfreiflächen (MBJS des Landes Brandenburg-Referat 34/Schulbau, 2005) (in qm) zur Durchführung des Sportunterrichts. Schultyp Züge 1 Züge 2 Züge 3 Züge 4 Züge 5 Grundschulen Freispielfläche 1.215 1.215 1.215 1.215 - 100m-Laufbahn – 4 Bahnen 750 750 750 750 - Weitsprung – 3 Bahnen 480 480 480 480 - Gymnastikrasenflächen 400 400 400 400 - Freispielfläche - 2.430 2.430 2.430 2.430 100m-Laufbahn – 4 Bahnen - 750 750 750 750 Weitsprung – 3 Bahnen - 480 480 480 480 Hochsprung - 60 60 60 60 Kugelstoßen 10 x 15m - 150 150 150 150 Gymnastikrasenflächen - 400 400 400 400 Freispielfläche - 2.430 2.430 2.430 2.430 100m-Laufbahn – 4 Bahnen - 750 750 750 750 Weitsprung – 3 Bahnen - 480 480 480 480 Hochsprung - 60 60 60 60 Kugelstoßen 10 x 15m - 150 150 150 150 Gymnastikrasenflächen - 400 400 400 400 Freispielfläche - 2.430 2.430 2.430 2.430 100m-Laufbahn – 4 Bahnen - 750 750 750 750 Weitsprung – 3 Bahnen - 480 480 480 480 Hochsprung - 60 60 60 60 Kugelstoßen 10 x 15m 150 150 150 150 Gymnastikrasenflächen 400 400 400 400 Gesamtschulen Gymnasien Oberschulen 237 Tabelle 66: Musterraumprogramm Berlin Schulsporthallenbedarfe (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Fachraumbedarf Schulsport, 2013) (in qm) zur Durchführung des Sportunterrichts. Grundschulen Klasse 1-6 Züge 2 Züge 3 Züge4 Sporthallen/ Sporthallenteile 2 2 3 Züge 4 Züge 5 3 3 Züge 4 Züge 5 Züge 6 2 2 2 Züge 2 Züge 3 Züge4 - 1 1 Züge 3 Züge 4 Züge 5 2 3 3 Gemeinschaftsschule Klasse 1-10 Sporthallen/ Sporthallenteile Integrierte Sekundarschule (ISS) Klasse 7-10 Sporthallen/ Sporthallenteile Integrierte Sekundarschule (ISS) (Sek II Jahrgangsstufe 11-13) Sporthallen/ Sporthallenteile Gymnasium (Jahrgangstufe 7-12) Sporthallenfläche/ Sporthallenteile Flächenaufbau: Einfachhalle mit einem Hallenteil Doppelhalle mit 2 Hallenteilen Dreifachhalle mit 3 Hallenteilen 15 m x 27 m = 405 qm 22 m x 45 m = 990 qm 27 m x 45 m = 1.215 qm 238 Tabelle 67: Musterraumprogramm Berlin Schulsportaußenanlagenbedarfe (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Fachraumbedarf Schulsport, 2013) (in qm) zur Durchführung des Sportunterrichts. Schulsportaußenanlagenbedarf Spielfeldmaß in m Laufbahn Weitsprung Hochsprung Kugelstoßen Gymnastikwiese Grundschule ISS Gymnasium 27 x 45* Breite**: 44-55 Breite**: 44-55 (alternativ 22 x 44*) Länge: 45-70 Länge: 45-70 zuzügl. zuzügl. Sicherheitsabstand Sicherheitsabstand (alternativ (alternativ 2 x 27 x 45) 2 x 27 x 45) 95m Brutto 120m Brutto 120m Brutto (75m) 3 Bahnen (100m) (100m) 4 Bahnen 4 Bahnen 35m Anlauf 45m Anlauf 45m Anlauf 3 Bahnen 3 Bahnen 3 Bahnen Grube 5,55m x 8m Grube 5,55m x 9m Grube 5,55m x 9m Hochsprungmöglichkeiten Hochsprungkissen Hochsprungkissen in der Halle (4m x 6m) (4m x 6m) neben Spielfeld neben Spielfeld 1 Ring 1 Ring Sektor 40° Sektor 40° 20m Schenkellänge 20m Schenkellänge 400 qm 400 qm ohne 400 qm *mit anschließender Gymnastikwiese für Wurf; **nach verfügbarer Fläche Integrierte Sportentwicklungsplanung für die Stadt Schwerin Auswertung baulicher Zustand gedeckte Anlagen 06.02.2017 1 Andrej-Sacharow-Straße 75 2 August-Bebel-Straße 11 3 Dr.-Hans-Wolf-Straße 9 SPH Sprachheilpädagogisches Förderzentrum SPH August-Bebel Straße (Altes Fridericianum) SPH Berufliche Schule Gesundheit und Soziales (Johannes-R.-BecherSchule) 800 Nein X 1 Ja Nein Nein - - 2027 Mehrzweckhalle 1890 - Parkett 250,86 250,86 420 Nein X 1 Nein Nein Nein - - 2022 Mehrzweckhalle 1964 2015 Parkett 191,12 191,12 - Nein 1 Ja Nein Nein - - 2051 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig 1 Ja Nein Nein - - 2057 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes 1 Ja Nein Nein - - 2051 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes X 423,81 423,81 - Nein 5 Friedensstraße 14 SPH Friedensschule Mehrzweckhalle 1887 2015 Parkett 245,44 245,44 - Nein 6 Friedrich-Engels-Straße 35 SPH Grundschule Nils-Holgersson 2 Feld Mehrzweckhalle 1975 - Parkett 7 Friedrich-Schlie-Straße 16 SPH Schule Krebsförden Schwerin 3 Feld Mehrzweckhalle 2000 - Kunststoff 8 Friesenstraße 29 a SPH Goehte Gymnasium 3 Feld Mehrzweckhalle 1970 - Parkett 9 Gadebuscher Straße 153 SPH Berufsschule Technik 3 Feld Mehrzweckhalle 1971 2010 Parkett 982,98 982,98 - Ja X 1-3 10 Hamburger Allee 122 Judohalle Hamburger Allee 2 Feld Mehrzweckhalle 1981 - Parkett 422,33 422,33 - Nein X 1-2 Nein SPH Schule Am Fernsehturm 2 Feld Mehrzweckhalle 12 Hamburger Allee 240 SPH Hamburger Allee 3 Feld Mehrzweckhalle 1997 - Kunststoff 13 Hegelstraße 10 SPH IB Ernst Alban Mehrzweckhalle 1985 - Parkett Mehrzweckhalle 1979 1970 - Kunststoff - Parkett 969,52 969,52 1.214,10 863,19 610,71 1.480 Ja 1.214,10 - Ja 863,19 - Nein 610,71 - 1.220,68 1.220,68 - Ja 409,68 409,68 - Nein 430,65 430,65 - X X X X X Nein X X SPH Albert-Schweitzer-Schule Mehrzweckhalle 1982 - Parkett 610,20 610,20 - Nein 16 Lübecker Straße 46 SPH Lübecker Straße Haupthalle 1905 - Parkett 364,57 364,57 - Nein 17 Obotenring 50 SPH Berufliche Schule Wirtschaft und Verwaltung 3 Feld Mehrzweckhalle 2004 - Kunststoff 1.215,00 1.215,00 - Ja 18 Perleberger Straße 18 SPH Perleberger Straße 2 Feld Mehrzweckhalle 1979 - Parkett 971,01 971,01 - Ja Mehrzweckhalle 1970 - Parkett 486,58 486,58 - Nein geplante 2 Feld Mehrzweckhalle 2018 - Kunststoff 968,00 968,00 - Ja Mehrzweckhalle 1997 - Kunststoff 414,02 414,02 - Nein X Ja Ja Nein - - 2027 1-3 Ja Ja Nein - - 2039 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Undichtigkeiten am Dach 1-3 Ja Nein Nein - - 2045 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Im Jahr 2015 Parkett geschliffen und versiegelt Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig X X X X Ja Ja Nein Nein - - 2033 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Parkett wird momentan geschliffen (11.08.2016) Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig Nein Nein - - 2033 Halleninnenraum ist in gutem Zustand Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig 2045 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Im Jahr 2013 Fassade erneuert und Sportbodenbelag installiert Nein Nein - - 1-3 Ja Nein Nein - - 2057 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Im Jahr 2014/2015 Sportbodenbelag erneuert und Gebäude an aktuelle Brandschutzbetimmungen angepasst 1 Ja Nein Nein - - 2051 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Sprossenwand nicht arretiert -> Gefahrenstelle Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig 2039 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Schäden an der Fassade Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig 1 X Ja Nein Nein - - 1 Ja Nein Nein - - 2033 Halleninnenraum ist in gutem Zustand Geräteräume sind zum Halleninnenraum offen -> Gefahrenstelle Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig 1 Nein Nein Ja 20 20 2039 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Spezialhalle Turnen 1-3 Ja Ja Ja 20 120 2057 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes 1-2 Ja Nein Nein - - 2039 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig 1 20 Ratzeburger Straße 31 SPH Mecklenburgisches Förderzentrum für Körperbehinderte 21 Ratzeburger Straße 44 SPH Regionale Schule Werner von Siemens Mehrzweckhalle 1975 2014 Parkett 1.056,00 1.056,00 - Ja 22 Reiferbahn 8 SPH Gymnasium Fridericianum 3 Feld Mehrzweckhalle - 2007 Kunststoff 1.233,17 1.233,17 - Ja SPH Regionale Schule Erich-Weinert Mehrzweckhalle 1912 2002 Mehrzweckhalle 1930 SPH Paulshöhe Waldorfschule Parkett 302,20 302,20 Kunststoff 203,47 203,47 - - Matten - - - 1-2 1 Nein Nein - - 2017 - - - - - 2018 Ja Ja Nein - - 2057 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes X X X 203,47 203,47 2012 Kunststoff 972,64 972,64 - Ja 26 Von-Stauffenberg-Straße 67 SPH Gesamtschule Bertholt-Brecht 2 Feld Mehrzweckhalle 1975 2015 Kunststoff 969,57 969,57 - Ja 259,95 Nein Nein - - 2045 1-3 Ja Ja Ja 200 200 2051 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Risse im Mauerwerk 2045 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Halle steht unter Denkmalschutz Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig 1 Nein 1976 Parkett Ja 259,95 - Ja X Nein Nein X X - - - - Nein Nein X Nein Ja Ja 1 2 Feld Mehrzweckhalle - 1 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Im Jahr 2014 Dacherneuerung, Teilsanierung der Fassade und Modernisierung der Fenster durchgeführt X SPH Regionale Schule AstridLindgren 1936 - X Nein 25 Talliner Straße 7 Mehrzweckhalle - 850 Ringerhalle SPH Grundschule Fritz-Reuter - Geräteräume sind zum Halleninnenraum offen -> Gefahrenstelle Abriss der Halle bereits beschlossen Geplanter Ersatzbau für die Sporthalle der Grundschule 4.200.000,00 € Lankow Ja SPH Grundschule Lankow - Geräteräume sind zum Halleninnenraum offen 2.447.768,00 € -> Gefahrenstelle Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig 1-2 1-2 X Nein 15 Lise-Meitner-Straße 3 27 Von-Thünen-Straße 9 max. Zuschauer 494,77 Kunststoff 24 Schleifmühlenweg 19 Sitzplätze Tendenz 4 Tendenz 2 494,77 2014 23 Rudolf-Breitscheid-Straße 23 Modernisierung empfohlen Geräteräume sind zum Halleninnenraum offen -> 1.323.118,00 € Gefahrenstelle Parkett weist Abnutzungserscheinungen auf Modernisierung empfohlen 915.701,00 € Treppenanlagen ausgetreten -> Gefahrenstelle Parkett 1980 19 Rahlstedter Straße 3 b Bemerkung - Mehrzweckhalle SPH BS Förderzentrum West Modernisierungszeitraum bis 2032 1978 SPH Grundschule Am Mueßer Berg 14 Johannes-Brahms-Straße 55 Jahr der fälligen Modernisierung Mehrzweckhalle 4 Eulerstraße 2 11 Hamburger Allee 126 Tribüne Bodenbelag Barrierefreier Zugang Baujahr Schulsporthalle Hallentyp Bruttofläche Nettofläche in m² in m² nutzbare Sportfläche wettkampfgeeignet Ausstattung der Halle Teilung Sportstätte Straße Nr. letzte Sanierung Bruttogrundfläche Gebäude in m² Tendenz 3 Bauzustandsstufe 1 2 3 4 Eigenschaften der Halle 2022 - - Modernisierung empfohlen Halle steht unter Denkmalschutz 1.853.205,00 € Modernisierung empfohlen Halle steht unter Denkmalschutz 1-2 Ja Nein Nein - - 2045 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Im Jahr 2012 Dacherneuerung durchgeführt und Sportbodenbelag installiert Bautätigkeiten zur Zeit der Begehung im Bereich der Geräteräume (11.08.2016) 1-2 Ja Nein Nein - - 2051 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes 2051 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Fenster werden derzeit erneuert (11.08.2016) Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig 1 Ja Nein Nein - - 28 Werderstraße 83 SPH Grundschule Heinrich-Heine Mehrzweckhalle 1927 2011 Parkett 237,73 237,73 - Nein X 1 Ja Ja Nein - - 2051 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Halle steht unter Denkmalschutz Feuchtigkeit an der Dachkonstruktion nach Sanierungsarbeiten 29 Willi-Bredel-Straße 19 SPH Jon Brinckmann GS Mehrzweckhalle 1969 2013 Parkett 491,70 491,70 - Nein X 1 Ja Nein Nein - - 2051 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Alte Volleyballhalle Lambrechtsgrund 3 Feld Mehrzweckhalle 2 Feld Mehrzweckhalle 1984 - Parkett 810,18 810,18 - Nein X 1-3 Nein Ja Nein 400 400 2039 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes - 2009 Parkett 427,24 427,24 - Nein X 1-2 Ja Ja Nein - - 2039 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Leichtathletikhalle Lambrechtsgrund Mehrzweckhalle 2014 - Kunststoff 3.080,00 3.080,00 - Ja X 1 Ja Ja Nein - - 2057 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Spezialhalle Leichtathletik 2 Feld Mehrzweckhalle 2010 - Kunststoff 1.431,64 1.431,64 - Ja X 1-2 Ja Ja Ja 2057 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Nebenhalle - Judo 2010 - Matten 189,00 189,00 - Nein X 1 Ja Ja Nein - - 2057 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Nebenhalle - Boxen 2010 - Linolium 426,46 426,46 - Nein X 1 Ja Ja Nein - - 2057 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Sport- und Kongresshalle Mehrzweckhalle 1963 2009 2.016,00 2.016,00 - Ja X 1 Nein Ja Ja 2057 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes SPH Gutenbergschule 2 Feld Mehrzweckhalle 1982 - 424,08 424,08 - Nein 1-2 Ja Nein Nein 2057 Modernisierung außerhalb des Betrachtungszeitraumes Baukonstruktion energetisch sanierungsbedürftig 27.525,72 27.525,72 Mehrzweckhalle Lambrechtsgrund 30 Wittenburgerstraße 120 Palmberg Arena Lambrechstgrund 31 Ziolkowskistraße 16a Gussasphalt Parkett Summe der nutzbaren Hallensportflächen Gesamtsumme Investitionskosten bis 2032 Neu zu errichtende gedeckte Anlagen Variante 1 Variante 2 gemäß Gutachten: Legende Geplante Anlagen X 7 10 6 Zweifeldhalle mit Musterraumprogramm Dreifeldsportnutzfläche (überdacht) Anzahl der Hallen 38 968,00 1.344,00 Schulsporthallen 32 BS 1 6 / 18,7 % 968,00 1.344,00 BS 1 Tendenz 2 10 / 31,3 % 6 3 1400 1500 5200 9200 - - 5 1 10.739.792,00 € Ja Ja BS 2 6 / 18,7 % 4.200.000,00 € 750.000,00 € BS 2 Tendenz 3 4 / 12,5 % BS 3 2 / 6,2 % BS 3 Tendenz 4 3 / 9,4 % BS 4 1 / 3,2 % Anzahl der wettkampftauglichen Hallen 13 / 34,2 % Integrierte Sportentwicklungsplanung für die Stadt Schwerin Auswertung baulicher Zustand ungedeckte Anlagen 06.02.2017 Sicherheitsmängel Barrierefreier Zugang Jahr der fälligen Modernisierung Nein 2042 X Nein Nein Nein Nein 2047 2042 X Ja Nein 2017 29.520,00€ 4,00 € X Ja Nein 2017 21.312,00€ 4,00 € X Ja Nein 2017 26.664,00€ X Ja Nein - X Ja Nein - Ja Nein 2022 Nein Nein 2032 Stirnseite x 2 in m Tenne - 2015 - 102 - - 40,00 € 2 Gosewinkler Weg Friesensportplatz 2 x 400 m Laufbahn mit Großspielfeld 1 - Fußball Tenne Sportrasen - 2008 2008 5.733 1.562 5.133 4 4 40,00 € 25,00 € Großspielfeld 1 - Fußball Sportrasen - vor 2000 7.380 6.435 3 2,5 4,00 € Großspielfeld 2 - Fußball Sportrasen - vor 2000 5.328 4.813,2 1,8 1,8 Großspielfeld 3 - Fußball Sportrasen - vor 2000 6.666 6.138 2 1 4 x 400 m Laufbahnen mit Tenne 4 x 100 m Kurzstreckenbahn 1930 - 2.578 - - Neubau empfohlen Großspielfeld 1 - Fußball Tenne 1930 - 8.030 7.245 2 2,5 Neubau empfohlen Großspielfeld 2 - Fußball Sportrasen 1930 - 6.901 6.300 2 1,5 25,00 € Großspielfeld 1 - Rollhockey Kunstrasen 2014 - 6.100 5.096 2,5 4,5 60,00 € 3 Mittelstelle 11 4 Schleifmühlenweg 19 Sportanlage Görries Sportkomplex Paulshöhe Sportpark Lankow oben 5 Ratzeburger Straße 44 Sportpark Lankow unten Anlagentyp Belag Großspielfeld 2 - Fußball Kunstrasen 2008 - 5.917 5.487 4 4 60,00 € Großspielfeld 1 - Fußball Kunstrasen 2014 - 6.566 5.670 2 4 60,00 € Großspielfeld 2 - Fußball Sportrasen 2014 - 8.280 7.208 2 4,5 25,00 € - vor 2000 - 2.960 - - 40,00 € - vor 2000 - 180 - - 125,00€ 2008 - - 684 - - 40,00 € 4 x 400 m Laufbahn mit Tenne 4 x 100 m Kurzstreckenbahn 6 An der Crivitzer Chaussee 4 Sportplatz Großer Dreesch Weitsprunganlage 7 Kuckuckstraße 20 8 Willi-Bredel-Straße 50 9 Wittenburgerstraße 120 Sportplatz Neumühle Sportplatz Weststadt Stadion Lambrechtsgrund Kunststoff X X X Prognose wahrscheinlicher Kosten im Kalenderjahr (inkl. 2% jährlicher Preissteigerung (Brutto) 2018 2022 2024 2027 2029 172.525,00€ Nähte beginnen sich zu lösen Tore ohne Gewichte -> Sicherheitsmangel 11 - Meterpunkt ausgetauscht 393.960,00€ Ballfangzaun an den Stirn- und Längsseiten Umkleiden befanden sich zum Zeitpunkt der Begehung im Bau Ballfangzaun an den Stirnseiten Entwässerung nicht vorhanden Tragschicht liegt z. T. frei Pfützenbildung Keine Kampfbahn -> Segmente umfunktioniert Ballfangzaun an den Stirnseiten 2 Bahnen Sprunggrube: 6 m breit und 8 m lang Komplette Einfriedung mit Ballfangzaun Mindestgrößen für Kleinspielfelder werden unterschritten Tore nicht sicher gelagert -> müssen gegeneinander gestellt werden Große Unebenheiten und starkes Gefälle Ballfangnetze hinter dem Torraum Hindernisfreier Raum auf der Westseite nicht vorhanden -> Tor nach Innen versetzen Beleuchtung ist im Bau Erhebliche Sicherheitsmängel auf Laufbahn und Tennenfläche 2022 X Nein Nein 2032 X Nein Nein 2047 Ja Nein 2027 Nein Nein 2024 X Nein Nein 2042 X Nein Nein 2042 Ja Nein 2027 Ja Nein 2017 Nein Ja Ja Ja 2045 2029 2029 2029 663.500,00€ 9.375,00€ 28.000,00€ X Tenne Großspielfeld 1 - Fußball Sportrasen - vor 2000 7.038 6.240 3 4 25,00 € Großspielfeld 1 - Fußball Sportrasen - vor 2000 6.200 5.723 1,5 1,5 25,00 € vor 2008 - 3.124 - - 40,00 € 3 - 4 - 25,00 € 125,00€ 125,00€ 125,00€ X X X Nein Nein Nein Nein X 355.020,00€ 118.400,00€ 22.500,00€ 155.000,00€ 4 x 400 m Laufbahn mit 4 x 100 m Kurzstreckenbahn Großspielfeld 1 - Fußball Kampfbahntyp A Stabhochsprunganalge Speerwurfanlage Sportrasen Kunststoff Kunststoff Kunststoff - 2013 2011 2011 2011 - 5.808 5.308 75 224 Weitsprunganlage 1 Kunststoff - 2011 - 150 - - 125,00€ X Nein Ja 2029 18.750,00€ Weitsprunganlage 2 Kunststoff - 2011 - 150 - - 125,00€ X Nein Ja 2029 18.750,00€ Beachvolleyballfeld Sand - 2011 - 768 - - 30,00 € Nein Ja 2047 Tenne Sportrasen - 2014 Summe der Flächen aller nutzbaren Großspielfelder Summe Investitionskosten pro Jahr Gesamtsumme Investitionskosten bis 2032 6.768 7.140 6.161 86.017,00 76.212,20 2 4 X X X 25,00 € X 5 Neu zu errichtende ungedeckte obligatorisch optional Anlagen gemäß Gutachten: 1 Kunstrasengroßspielfeld mit Rasenheizung (Großer Dreesch) 1 Naturrasengroßspielfeld mit Regelgröße (Lankow) Handlungsoptionen für Szenario Variante 1 Variante 2 B (Standort Görries entfällt) 3 Naturrasengroßspielfeld mit Regelgröße 1 Kunstrasengroßspielfeld mit Regelgröße Anzahl der Kleinspielfelder 1 Nein 10 1 1 6 1 3 Ja 124.960,00€ 2042 202.456,00€ 7.140 7.140 2 2 4 4 1.500.000,00€ 200.000,00€ 22.890 7.630 21.420 7.140 2 2 4 4 600.000,00€ 900.000,00€ Anzahl der 400m Rundlaufbahnen 5 Je eine Anlage in jedem Bogensegment Je eine Anlage in jedem Bogensegment 2 Bahnen Sprunggrube: 6 m breit und 10 m lang 2 Bahnen Sprunggrube: 6 m breit und 10 m lang Kein Prüfung der an der Sportanlage vorhandenen sanitären Einrichtungen sowie der Umkleiden im Stadion im Lambrechtsgrund, da verschlossen 7.630 7.630 Anzahl der nutzbaren Großspielfelder mit Sicherheitsmängeln 6 / 46,2% Bemerkung 366.000,00€ Nein X 2032 2 Bahnen Sprunggrube: 6 m breit und 8 m lang 2 Rundlaufbahnen Ballfangzaun nur an einer Stirnseite Bekletterbare Lichtmaste, daher bauliche Maßnahmen erforderlich Hindernisfreier Raum nicht vorhanden -> Sicherheitsmangel, daher Kosten zur Mangelbeseitigung angegeben Hindernisfreier Raum nicht vorhanden -> Sicherheitmangel, daher Kosten zur Mangelbeseitigung angegeben Hindernisfreier Raum nicht vorhanden -> Sicherheitsmangel, daher Kosten zur Magelbeseitigung angegeben; Platz muss gesperrt und sollte verkleinert werden -> Tore nach Innen versetzen Unebenheiten, Pfützenbildung Tragschicht liegt z. T. frei Abriss und Neubau ratsam Unebenheiten, Pfützenbildung, Tenne zu Rasen geworden, Maroder Zustand -> Fläche ist nicht mehr nutzbar und geht daher nicht in die Bilanzierung ein Abriss und Neubau ratsam Hindernisfreier Raum nicht vorhandnen Erhöhung des Spielfeldes durch Absandung Ja X Bolzplatz - Fußball Großspielfeld 1 - Fußball Anzahl der nutzbaren Großspielfelder 13 - 4 Tendenz 4 Längsseite x 2 in m Weitsprunganlage Sportstätte Tendenz 3 Nein Friedensstraße Straße Bauzustandsstufe 2 3 X Einheitspreis für Sanierung / Neubau 1 Friedensstraße 14 Nr. letzte Bruttofläche Nettofläche in m² in m² Baujahr Sanierung 1 Tendenz 2 Sicherheitsbereiche Eigenschaften der Freisportanlage 527.545,00€ 22.500,00€ Anzahl der Standorte mit Freisportanlagen 9 273.400,00€ 738.375,00€ 759.960,00€ 2.524.236,00€ Anzahl der Großspielfelder (Kunstrasen) 3 / 23,1% Anzahl der Großspielfelder (Sportrasen) 10 / 76,9 %