BRS Schwerin


Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag Bebauungsplan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Landeshauptstadt Schwerin Auftraggeber Planung & Ökologie Platz der Freiheit 7 19053 Schwerin Vorhabenträger Projektentwicklung Nord GmbH & Co KG Kuckucksallee 3 19065 Pinnow Auftragnehmer Dipl.-Ing. (FH) Brit Schoppmeyer Wokrenter Weg 3 a 18239 Heiligenhagen 24.08.2018 .................... AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Inhalt 1 Einleitung ......................................................................................................................................... 3 1.1 Anlass und Aufgabenstellung .................................................................................................. 3 1.2 Rechtliche Grundlagen ............................................................................................................ 3 2 Methodik .......................................................................................................................................... 3 3 Beschreibung des Vorhabens und seiner wesentlichen Wirkungen................................................ 6 4 3.1 Untersuchungsgebiet .............................................................................................................. 6 3.2 Beschreibung des Vorhabens .................................................................................................. 6 3.3 Relevante Projektwirkungen ................................................................................................... 8 3.3.1 Baubedingte Wirkfaktoren / potentielle Beeinträchtigungen ............................................ 8 3.3.2 Anlagebedingte Wirkfaktoren / potentielle Beeinträchtigungen ....................................... 8 3.3.3 Betriebsbedingte Wirkfaktoren / potentielle Beeinträchtigungen ..................................... 8 Bestandsdarstellung sowie Abprüfen der Verbotstatbestände....................................................... 8 4.1 Arten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie ................................................................................ 8 4.1.1 Pflanzenarten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie............................................................... 8 4.1.2 Tierarten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie ...................................................................... 9 4.2 Europäische Vogelarten nach Art. 1 und Art. 4 Abs. 2 der Vogelschutzrichtlinie ................. 16 5 6 Maßnahmen ................................................................................................................................... 22 5.1 Vorgezogene Ausgleichsmaßnahme ..................................................................................... 25 5.2 Maßnahmen zur Vermeidung ............................................................................................... 22 Zusammenfassung ......................................................................................................................... 26 Abbildungsverzeichnis: Abbildung 1: Prüfschritte der Verbotstatbestände nach Froelich & Sporbeck 2010. ........................... 5 Abbildung 2: Lage des B-Planes Nr. 99.17 und schematische Darstellung des Geltungsbereiches, Quelle: https://www.geoportal-mv.de/gaia/gaia.php, besucht am 06.03.2018............. 6 Abbildung 3: Versiegelte Freiflächen mit jungen Einzelbäumen und Baumreihen im südöstlichen Plangebietsteil, 22.05.2017. ............................................................................................. 7 Abbildung 4: Gehölzaufwuchs im westlichen UG mit Blickrichtung Hamburger Allee, 22.05.2017. ...... 7 Abbildung 5: Laubmischwald mit Buchenaltholz südöstlich des Plangebietes, 22.05.2018. .................. 9 Abbildung 6: Weideflächen mit Magerkeitsanzeigern als potenziell geeignete Habitatstrukturen der Zauneidechse, 23.05.2016. ............................................................................................ 11 Abbildung 7: Geeignete Habitatstrukturen - Kies- und Reisighaufen im nördlichen UG, 22.06.2017. . 11 Abbildung 8: Vorkommen ..................................................................................................................... 12 Anlagen: Anlage 1 Anlage 2 Karte Brutvögel und Zauneidechse Ausnahmegenehmigung nach § 44 Abs. 1 BNatSchG COPYRIGHT Umwelt & Planung Dipl.-Ing. (FH) Brit Schoppmeyer Alle Rechte sind dem Verfasser vorbehalten. Es dürfen weder Teile des Gutachtens noch der Text im Ganzen ohne die ausdrückliche Genehmigung des Verfassers in irgendeiner Form vervielfältigt werden. UMWELT & PLANUNG 2018 2 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" 1 Einleitung 1.1 Anlass und Aufgabenstellung Die Landeshauptstadt Schwerin plant die Aufstellung des Bebauungsplanes (B-Plan) Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" auf dem Standort der ehemaligen Hochhausgruppe. Mitte der 1990er Jahre wurden die Hochhäuser zurückgebaut, der Bereich liegt seitdem brach. Vorgesehen ist die planungsrechtliche Entwicklung einer Fläche für den Wohnungsbau. Hiermit verbunden, ist die Rodung flächiger Gehölzstrukturen und Einzelbäume. Aufgrund des vorhandenen Biotopbestandes wurde in Abstimmung mit dem Fachdienst Umwelt von Ende Mai bis Ende Juli eine Erfassung der Brutvögel und Reptilien vorgenommen. Für alle übrigen planungsrelevanten Arten des Anhang IV der FFH-Richtlinie erfolgte eine Potenzialabschätzung. 1.2 Rechtliche Grundlagen Mit der Errichtung baulicher Anlagen auf bislang nicht bebauten Grundflächen entstehen gemäß § 12 Abs. 1 Ziffer 12 Gesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Ausführung des Bundesnaturschutzgesetzes (Naturschutzausführungsgesetz - NatSchAG M-V 1 ) unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft, anzusprechen ist insbesondere neben dem Schutzgut „Landschaft/Ortsbild“ der Biotop- und Artenschutz. Der vorliegende Artenschutzrechtliche Fachbeitrag (AFB) dient dazu, die artenschutzrechtlichen Bestimmungen abzuarbeiten, die sich aus dem 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG ) ergeben, mit dem EU-rechtliche Vorschriften in nationales Recht umgesetzt werden. Der AFB behandelt dabei im Wesentlichen die so genannten europarechtlich geschützten Arten. Hierbei handelt es sich um: • • 2 europäische Vogelarten, d. h. alle wildlebenden europäischen Vogelarten im Sinne des Artikels 1 der Vogelschutzrichtlinie; alle Arten des Anhangs IV der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Methodik Zunächst wird geprüft, ob für planungsrelevante Arten ein Vorkommen im Wirkungsbereich des Vorhabens bekannt oder zu erwarten ist (Relevanzprüfung). Ist das Vorkommen planungsrelevanter Arten bekannt oder wird von einem potenziellen Vorkommen planungsrelevanter Arten ausgegangen, sind weitere Prüfschritte vorzusehen (s. Abb. 1). 1 GESETZ DES LANDES MECKLENBURG-VORPOMMERN ZUR AUSFÜHRUNG DES BUNDESNATURSCHUTZGESETZES (NATURSCHUTZAUSFÜHRUNGSGESETZ – NATSCHAG M-V) VOM 23. FEBRUAR 2010, GVOBL. M-V 2010, S. 66. 2 GESETZ ÜBER NATURSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPFLEGE (BUNDESNATURSCHUTZGESETZ – BNATSCHG) VOM 29.07.2009 (BGBL. I S. 2542), GÜLTIG AB 01.03.2010. UMWELT & PLANUNG 2018 3 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Der AFB prüft Art für Art, ob bei einem Vorhaben mit einer Verletzung der in § 44 Abs. 1 BNatSchG dargelegten Verbote zu rechnen ist (s. Formblätter). Für diese Arten muss gemäß § 44 Abs. 5 BNatSchG auch im Zuge eines Eingriffs oder Vorhabens die ökologische Funktion der betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt werden. Dazu muss falls erforderlich ein vorgezogener Ausgleich geschaffen werden. Dieser erfolgt in Form der so genannten CEF (continued ecological functionality) Maßnahmen (s. Maßnahmenblätter). Kann der Eintritt der Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 BNatSchG auch durch CEFMaßnahmen nicht vermieden werden, kann das Vorhaben nur nach einer vorherigen Ausnahmeprüfung gemäß § 45 Abs. 7 BNatSchG stattfinden. Hierzu gehört zunächst die Ermittlung des aktuellen Erhaltungszustandes der betroffenen Arten. Es ist darzulegen, wie eine Verschlechterung des Erhaltungszustandes der betroffenen Arten sowohl auf lokaler als auch auf biogeografischer Ebene vermieden werden kann. Hierzu müssen falls erforderlich FCS (favourable conservation status) - Maßnahmen festgelegt werden. Diese sind kompensatorische Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensraumsituation in Bezug auf die Populationen in der biogeografischen Region (FROELICH & SPORBECK 20103). 3 FROELICH & SPORBECK (2010): LEITFADEN ARTENSCHUTZ IN MECKLENBURG-VORPOMMERN. UMWELT & PLANUNG 2018 4 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Sind Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie oder europäische Vogelarten betroffen? (Relevanzprüfung) Keine artenschutzrechtliche Fragestellung (§ 44 Abs. 5 Satz 5) nein ja b) Entnahme, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten (§ 44 Abs. 1 Nr. 3) a) Erhebliche Störung (§ 44 Abs.1 Nr. 2) Unvermeidbare mit b) verbundene Verluste/Beeinträchti gungen (§ 44 Abs. 5 Satz 2) Ökologische Funktion im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt? (§ 44 Abs. 5 Satz 2), ggf. mit vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen, CEFMaßnahmen (§ 44 Abs. 5 Satz 3) nein c) Fang, Entnahme, Verletzung, Tötung von Individuen (§ 44 Abs. 1 Nr. 1) ohne signifikante Lebensrisikoerhöh ung ja mit signifikanter Lebensrisikoerhöh ung Kein Verbotstatbestand Zulassung unter Berücksichtigung ggf. erforderlicher Maßnahmen/Auflagen [z. B. vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen, CEF-Maßnahmen] Verbotstatbestand/-bestände erfüllt Ausnahme (§ 45 Abs. 7) Liegen die folgenden Voraussetzungen vor, um von den Verboten des § 44 Abs. 1 abweichen zu können? nein Gibt es zumutbare Alternativen? + Wird eine Verschlechterung des Erhaltungszustandes der betroffenen Arten vermieden? (Bei Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie zudem Prüfmaßstab des günstigen Erhaltungszustandes) ja + Liegen zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art vor? ja nein nein Unzulässigkeit mit der Folge der Ablehnung des Vorhabens Abbildung 1: ja Zulassung unter Berücksichtigung ggf. erforderlicher Maßnahmen/Auflagen (FCS-Maßnahmen) Prüfschritte der Verbotstatbestände nach Froelich & Sporbeck 2010. UMWELT & PLANUNG 2018 5 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" 3 Beschreibung des Vorhabens und seiner wesentlichen Wirkungen 3.1 Untersuchungsgebiet Das Untersuchungsgebiet (UG) für den AFB umfasst die Fläche des Geltungsbereiches des BPlanes (s. Abb. 2). Der B-Plan Nr. 99.17 mit einer Größe von etwa 2,75 ha umfasst diverse Flurstücke der Flur 2 in der Gemarkung Zippendorf. Das Plangebiet liegt im Stadtteil Neu Zippendorf an der Cottbuser Straße südlich der Hamburger Allee. Im Südosten grenzen vorhandene fünf-geschossige Plattenbauten an, im Südwesten liegt ein Laubmischwald. Hinter einer Geländekante im Westen verlaufen Ruderalfluren trockener bis frischer Standorte. Der Standort selbst weist in Teilen versiegelte Freiflächen mit Einzelbäumen und Baumreihen auf (s. Abb. 3), das westliche UG prägen Ruderalfluren, aufgewachsene Weiden, Kiefern und Ginster als auch Sanddorngebüsche entlang der Plangebietsgrenze (s. Abb. 4). B-Plan Nr. 99.17 Abbildung 2: Lage des B-Planes Nr. 99.17 und schematische Darstellung des Geltungsbereiches, Quelle: https://www.geoportal-mv.de/gaia/gaia.php, besucht am 06.03.2018. 3.2 Beschreibung des Vorhabens Mit Aufstellung des B-Planes beabsichtigt die Stadt Schwerin die Entwicklung eines allgemeinen Wohngebietes mit mehrgeschossiger Wohnbebauung in einem Umfang von etwa 120 Wohneinheiten. Das Wohngebiet wird mit einer zulässigen Grundflächenzahl (GRZ) von 0,4 festgelegt. Neben Eigentumswohnungen ist auch ein Wohngebäude mit altengerechtem bzw. Servicewohnen vorgesehen. Das städtebauliche Konzept sieht die Errichtung von zehn Wohngebäuden vor, die über eine Stichstraße mit Wendehammer erschlossen werden. Neben privater und öffentlicher Stellplätze, erfolgt die Unterbringung der PKW für künftige Wohnungen in einer Tiefgarage. UMWELT & PLANUNG 2018 6 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Geplant ist neben der vollständigen Entsiegelung von noch bestehenden Zufahrten und versiegelten Freiflächen auch der Rückbau des seit Anfang 2018 stillgelegten Recycling-Hofes mit mobilen baulichen Anlagen im Süden des UG. Innerhalb des Plangebietes stocken etliche Einzelbäume und Baumreihen, zudem zudem ist der westliche Teil mit Siedlungsgebüschen trockener bis frischer Standorten bestockt. Mit dem Vorhaben ist die Beseitigung eines Großteils der Gehölz- und Biotopstrukturen verbunden. Abbildung 3: Versiegelte lte Freiflächen mit jungen Einzelbäumen und Baumreihen im südöstlichen Plangebietsteil, 22.05.2017. Abbildung 4:: Gehölzaufwuchs im westlichen UG mit Blickrichtung Hamburger Allee, 22.05.2017. UMWELT & PLANUNG 2018 7 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" 3.3 Relevante Projektwirkungen Potenzielle Umweltauswirkungen des Vorhabens sind im Hinblick auf die Betroffenheit relevanter Arten und ihrer Erheblichkeit zu prüfen. Dabei wird zwischen bau-, betriebs-und anlagebedingten Wirkfaktoren unterschieden. Die Relevanz der jeweiligen Wirkfaktoren ist im Rahmen des AFB für die einzelnen Arten zu ermitteln (s. Formblätter). Die durch das Vorhaben potenziell auftretenden Wirkfaktoren werden nachfolgend kurz dargestellt: 3.3.1 Baubedingte Wirkfaktoren / potentielle Beeinträchtigungen • Anlage von Baustraßen, Baustraßeneinrichtungen und Baufeldern führt potenziell zur Zerstörung bzw. zum Verlust von Habitaten • Zerstörung von Habitaten durch Rodung von Gehölzen, Entfernen der Vegetationsdecke • Lärmimmissionen (akustische Reize) • Lichtimmissionen und andere visuelle Reize • Erschütterungen und Bodenverdichtungen durch Baumaschinen • Schadstoff- und Geruchsimmissionen durch Baumaschinen 3.3.2 Anlagebedingte Wirkfaktoren / potentielle Beeinträchtigungen • dauerhafte Flächeninanspruchnahme von Boden bzw. Biotopen führt potenziell zur Zerstörung bzw. zum Verlust von Habitaten • Veränderung der Vegetationsdecke durch Geländeplanierung 3.3.3 • • • 4 Betriebsbedingte Wirkfaktoren / potentielle Beeinträchtigungen mögliche Tötung von Individuen durch erhöhtes Verkehrsaufkommen akustische Störungen durch erhöhte Nutzungsintensität als Wohngebiet visuelle Störwirkungen durch Lichtimmissionen (Straßen- bzw. Gebäudebeleuchtung) Bestandsdarstellung sowie Abprüfen der Verbotstatbestände 4.1 Arten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie 4.1.1 Pflanzenarten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie Im Jahr 2017 wurde im Plangebiet eine Biotoptypenkartierung nach der "Anleitung für die Kartierung von Biotoptypen und FFH-Lebensraumtypen" (LUNG 2013) durchgeführt (PLANUNG & ÖKOLOGIE). Beansprucht werden typische Biotope der Siedlungsbrachen, Ruderalfluren und Siedlungsgebüsche trockener bis frischer Standorte. Von den in Mecklenburg-Vorpommern vorkommenden nach Anhang IV der FFH-RL geschützten Pflanzenarten sind im Ergebnis der Biotoptypenkartierung keine auf der zur Bebauung vorgesehenen Fläche zu erwarten. Das Vorkommen von in Anhang IV aufgeführten Moos- und Flechtenarten ist für MecklenburgVorpommern nicht bekannt und daher für eine weitere Prüfung nicht relevant. UMWELT & PLANUNG 2018 8 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" 4.1.2 Tierarten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie Säugetiere Im Rahmen der Begehung im Jahr 2017 wurden vorhandene Biotop- und Habitatstrukturen erfasst. Im Ergebnis konnte das potenzielle Vorkommen für einen Großteil planungsrelevanter Arten ausgeschlossen werden. Nachfolgend werden lediglich die relevanten Artengruppen behandelt. Fledermäuse Alle heimischen Fledermausarten sind nach § 1 Satz 1 BArtSchV besonders geschützt und im Anhang IV der FFH-Richtlinie aufgeführt. Das Vorkommen der Artengruppe im UG wurde anhand einer Potenzialabschätzung geprüft. Quartiere und Jagdlebensräume Die Raumnutzung der meisten Arten lässt sich anhand der Biotopstrukturen ableiten. Nach SKIBA 2003 werden linienförmige Habitate, Gewässer oder Brachen in der Regel zum Ausflug der meisten Arten (Breitflügel-, Zwerg-, Rauhaut-, Mückenfledermaus u. a.) sowie als Jagdhabitate genutzt. Eine Ausnahme bildet der Große Abendsegler (Nyctalus noctula), welcher anders als die meisten Arten auch in der freien Feldflur in größeren Höhen jagt (BEHR & HELVERSEN 20064). Potenzielle Jagdlinien verlaufen entlang linearer Gehölzstrukturen Gehölzstrukturen wie des südlichen Waldrandes (s. Abb. 4), der jungen Baumreihen und Gebüsche. Zudem wird auch der angrenzende Siedlungsraum mit Gebäudebestand auf der Suche nach Insekten angeflogen. Diese Lebensräume bieten aufgrund der ausgeprägten Du Durchgrünung rchgrünung des Plangebietes optimale Jagdmöglichkeiten für viele gehölz- und gebäudebewohnende Fledermausarten. Abbildung 5:: Laubmischwald mit Buchenaltholz südwestlich des Plangebietes, 22.05.2018. 4 BEHR, O. & O. VON HELVERSEN (2006): GUTACHTEN ZUR BEEINTRÄCHTIGUNG IM FREIEN LUFTRAUM JAGENDER UND ZIEHENDER FLEDERMÄUSE DURCH BESTEHENDE WINDKRAFTANLAGEN. WIRKUNGSKONTROLLE ZUM WINDPARK „ROßKOPF“(FREIBURG I. BR.) IM JAHRE 2005. - UNVERÖFF. GUTACHTEN. UMWELT & PLANUNG 2018 9 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Das Vorkommen von Fledermausquartieren in Höhlenbäumen des südlichen Laubmischwaldes, in den dort angebrachten Fledermauskästen als auch in den Plattenbauten (Dehnungsfugen, Drempelbleche) ist anzunehmen. Die zur Fällung vorgesehenen Gehölze bieten Fledermäusen keine erkennbaren Quartierstrukturen. Höhlenbäume im südlichen UG bleiben erhalten. Vorkommen in den Containern des Recycling-Hofes sind aufgrund fehlender Habitatrequisiten ebenfalls auszuschließen. Ein Teil wertvoller Gehölzstrukturen geht im Zuge des Bauvorhabens als Jagdlebensraum vorerst verloren. Eine Kollision mit der geplanten Bebauung (anlagebedingte Beeinträchtigungen) kann ausgeschlossen werden, da es sich um immobile Einrichtungen handelt. Beeinträchtigungen der Fledermäuse durch bau- oder anlagebedingte Lichtimmissionen sind artspezifisch zu beurteilen. Da dieser Aspekt jedoch für die wenigsten Arten untersucht wurde ist eine artspezifische Beurteilung schwierig. Werden in der Aktivitätsphase von Fledermäusen bau- oder anlagebedingt Quartiere angeleuchtet und/oder fällt Licht in die Jagdhabitate, dann kann davon ausgegangen werden, dass die vorkommenden licht-meidenden Fledermausarten (= Arten mit hoher Empfindlichkeit) beeinträchtigt werden. Bekannt ist, dass insbesondere einige Waldfledermausarten wie Bechstein-, Fransen-, Bartfledermäuse, Maus- und Langohren sowie auch Hufeisennasen Licht meiden, da sie sich durch Licht gestört fühlen bzw. einem höheren Prädationsdruck, z. B. durch Nachtgreifvögel, ausgesetzt sein könnten.5 Die Baustelle wird nicht als Durchlaufbetrieb unterhalten (keine durchgehenden Nachtarbeiten/Beleuchtung). Betriebsbedingte Störungen können bei dieser nachtaktiven Artengruppe und der Lage im bestehenden Siedlungsraum ausgeschlossen werden. Das Vorhaben wirkt sich nicht auf den Erhaltungszustand der lokalen Population aus. 5 Brinkmann, R., Biedermann, m., Bontadina, F., Dietz, m., hintemann, G., Karst, i. , Schmidt, c., Schorcht, W. (2012): Planung und Gestaltung von Querungshilfen für Fledermäuse. – Eine Arbeitshilfe für Straßenbauvorhaben im Freistaat Sachsen. Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, 116 Seiten. UMWELT & PLANUNG 2018 10 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Reptilien Das Vorkommen von nach Anhang IV der FFH-Richtlinie geschützten Reptilien war im Untersuchungsgebiet potenziell möglich. Im Jahr 2017 wurde daher eine Kartierung der Artengruppe vorgenommen. An zwei Standorten mit potenziell guter Habitateignung wurden Wellbleche ausgelegt. Im Ergebnis der Kartierungen von Mai 2017 bis Anfang Juli 2017 wurde das Vorkommen der Zauneidechse (Lacerta agilis) bestätigt. Zauneidechse (Lacerta agilis) Die Art ist in der Wahl ihrer Lebensräume recht anspruchslos. Zauneidechsen besiedeln Magerbiotope wie trockene Waldränder, Bahndämme, Heideflächen, Dünen, Steinbrüche, Kiesgruben, Wildgärten und ähnliche Lebensräume mit einem Wechsel aus offenen, lockerbödigen Abschnitten und dichter bewachsenen Bereichen. Totholz und Steine aber auch lückig bewachsene versiegelte Flächen dienen der Art als Sonnenplatz. Zur Eiablage werden lockere Böden in wärmeren Südhängen bevorzugt. In Mecklenburg-Vorpommern kommt die Art zwar flächendeckend, aber überwiegend in geringer Dichte vor6. Die ruderalen Kriechrasen und Staudenfluren im nördlichen Plangebiet bieten aufgrund besonnter, vegetationsfreier Areale geeignete Habitatrequisiten für Zauneidechsen (s. Anlage 1). Zudem wurde in Randbereichen Gehölzschnitt abgelagert, dieser wurde von den Tieren als Versteck- und Sonnenplatz genutzt. Während einer Begehung am 06. Juli 2017 konnten etwa 8 Tiere (adulte/subadulte Tiere) gesichtet werden. Abbildung 6: Weideflächen mit Magerkeitsanzeigern als potenziell geeignete Habitatstrukturen der Zauneidechse, 23.05.2016. Abbildung 7: Geeignete Habitatstrukturen - Kies- und Reisighaufen im nördlichen UG, 22.06.2017. 6 Steckbrief Lacerta agilis BAST & WACHLIN NACH ELLWANGER, 2004. UMWELT & PLANUNG 2018 11 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Abbildung 8: Vorkommen subadulter und adulter Tiere ♂ im UG, 06.07.2017. UMWELT & PLANUNG 2018 12 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Artengruppe: Zauneidechse (Lacerta agilis) Schutzstatus: Anhang IV FFH-Richtlinie europäische Vogelart gem. Art. 1 Vogelschutzrichtlinie Bestandsdarstellung Kurzbeschreibung Biologie/Verbreitung in M-V Die Zauneidechse besiedelt eine Vielzahl von trockenwarmen Biotopen (z. B. Dünen, Heideflächen, Brachflächen, aufgelassene Kiesgruben und Waldränder), die reich strukturiert mit einem kleinräumigen Mosaik aus vegetationsfreien und grasigen Flächen, Gehölzen, verbuschten Bereichen und krautigen Hochstaudenfluren ausgestattet sind. Nach Beendigung der Winterruhe verlassen die tagaktiven Tiere ab März bis Anfang April ihre Winterquartiere. Die Paarungszeit beginnt meist gegen Ende April/Anfang Mai. Die Eiablage erfolgt vorwiegend im Verlauf des Juni oder Anfang Juli, seltener bereits Ende Mai oder noch bis Ende Juli. Die jungen Eidechsen schlüpfen von August bis September. Während ein Großteil der Jungtiere noch bis Mitte Oktober (zum Teil bis Mitte November) aktiv ist, suchen die Alttiere bereits von Anfang September bis 7 Anfang Oktober ihre Winterquartiere auf. In M-V kommt die Art zwar flächendeckend, aber überwiegend in geringer Dichte vor. Während im östlichen Landesteil die Unterart (L. a. argus) dominiert, beginnt in Westmecklenburg das Vorkommensgebiet der Nominatform (L. a. agilis). In M-V hat die Zauneidechse langfristig erhebliche Bestandseinbußen hinnehmen müssen. Dadurch hat die Isolation der Bestände stark zugenommen. Vorkommen im UG nachgewiesen potenziell möglich Habitate bieten die ruderalen Kriechrasen und Staudenfluren, Kiesablagerungen und angrenzende Reisighaufen innerhalb des Plangebietes (etwa 5.900 m²). Prognose und Bewertung der Schädigungs- und Störungsverbote nach § 44 Abs. 1 i. V. mit Abs. 5 BNatSchG Artspezifische Vermeidungsmaßnahmen sowie vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der artenschutzrechtlichen Prüfung zu entwickeln VAFB 1 Abfangen vor Erschließungsbeginn und Zwischenhältern durch geeignetes Fachpersonal. FCSAFB1 Umsiedeln der Zauneidechse auf eine geeignete Ersatzfläche (Ausgleichsverhältnis 1 : 1,5) durch geeignetes Fachpersonal. Mit der Vermeidungsmaßnahme VAFB1 können baubedingte Beeinträchtigungen vorkommender Zauneidechsen weitestgehend vermieden werden. Mit der Überbauung/Zerstörung eines nachweislichen Zauneidechsenhabitats wird eine kompensatorische Maßnahme notwendig. Hierzu erfolgt die Herstellung und Entwicklung einer geeigneten Ausgleichsfläche in der biogeografischen Region (FCSAFB1). Prognose und Bewertung des Tötungsverbotes gem. § 44 Abs. 1, Nr. 1 i. V. m. Abs. 5 BNatSchG Verletzung, Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsformen im Zuge der Entnahmen, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten (baubedingt) Verletzung, Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsformen durch anlagebedingte Beeinträchtigungen Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsphase (baubedingt), ökologische Funktionen der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang nicht gewahrt Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsphase (baubedingt), ökologische Funktionen der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang gewahrt Vorhabenbedingte Störungen können durch die Maßnahme VAFB1 weitestgehend vermieden werden. Vor Erschließungsbeginn werden die Tiere abgefangen, anschließend erfolgt eine Zwischenhälterung und das Umsiedeln der Tiere auf eine nachweislich geeignete Ausgleichsfläche (FCSAFB1). Die Umsetzung der Maßnahme ist durch eine ökologische Baubegleitung zu betreuen und zu protokollieren. Prognose und Bewertung der Störungstatbestände gem. § 44 Abs. 1, Nr. 2 BNatSchG Erhebliches Stören von Tieren während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten Die Störung führt zur Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population Die Störungen führen zu keiner Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population Vorhabenbedingte Störungen können durch die Maßnahme VAFB1 weitestgehend vermieden werden. Vor Erschließungsbeginn werden die Tiere abgefangen, anschließend erfolgt eine Zwischenhälterung (VAFB1) und das Umsiedeln der Tiere auf eine nachweislich geeignete Ausgleichsfläche (FCSAFB1). Die Umsetzung der Maßnahme ist durch eine ökologische Baubegleitung zu betreuen und zu protokollieren. 7 Steckbrief Lacerta agilis BAST & WACHLIN NACH ELLWANGER, 2004. UMWELT & PLANUNG 2018 13 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Prognose und Bewertung der Schädigungstatbestände gem. § 44 Abs. 1, Nr. 3 i. V. m. Abs. 5 BNatSchG Entnahme, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten Beschädigung oder Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten, ökologische Funktion der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang nicht gewahrt Ökologische Funktionen der vom Eingriff betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang gewahrt Vorhabenbedingte Störungen sind durch die Maßnahme VAFB1 auszuschließen. Vor Erschließungsbeginn werden die Tiere abgefangen, anschließend erfolgt eine Zwischenhälterung und das Umsiedeln der Tiere auf eine nachweislich geeignete Ausgleichsfläche (FCSAFB1). Die Umsetzung der Maßnahme ist durch eine ökologische Baubegleitung zu betreuen und zu protokollieren. Zusammenfassende Feststellung der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände Die Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 i. V. m. mit Abs. 5 BNatSchG treffen zu (Darlegung der Gründe für eine Ausnahme erforderlich) treffen nicht zu (artenschutzrechtliche Prüfung endet hiermit) Mit der Vermeidungsmaßnahme VAFB1 können baubedingte Beeinträchtigungen vorkommender Zauneidechsen weitestgehend vermieden werden. Mit der Überbauung/Zerstörung eines nachgewiesenen Zauneidechsenhabitats wird eine kompensatorische Maßnahme notwendig. Hierzu erfolgt die Herstellung und Entwicklung einer geeigneten Ausgleichsfläche in der biogeografischen Region (FCSAFB1). Ausgleichs- und Vermeidungsmaßnahmen Eine Ausnahmegenehmigung nach § 44 Abs. 1 BNatSchG zum Abfang der Zauneidechse wurde bereits mit Schreiben vom 16.02.2018 durch die zuständige Untere Naturschutzbehörde erteilt (s. Anlage 2). Mit der ökologischen Baubegleitung zur Zauneidechse wurde ein qualifiziertes Fachbüro beauftragt und gab folgende Angaben zur Vorgehensweise: Bis 28.02.2018 erfolgte ein Teilrückbau der Reisighaufen an der Hamburger Allee als auch eine Auflichtung der Sträucher für die bessere Fangbarkeit der Zauneidechsen. Danach wurden Fangtrassen angelegt, der Reptilienschutzzaun (s. Abb. Anlage 1) und Brutvogelvergrämungsstangen aufgestellt. Am 02.05.2018 wurde mit dem Abfang der Tiere mit zwei Fängern per Hand- und Kescherfang begonnen. Vorgesehen waren je nach Besatzdichte neun Fangtage. Aufgrund der hohen Besatzdichte wurde die Anzahl der Fangtage auf insgesamt 17 Einsätze erhöht. Im Ergebnis konnten 121 Zauneidechsen abgefangen werden. Das Fachbüro gibt für gute Standorte im Raum Schwerin 100 - 140 Zauneidechsen/ha an. Im vorliegenden Fall wurde ein max. 6.000 m² großes Zauneidechsenhabitat ermittelt, somit ergibt sich eine Besatzdichte von 201 Zauneidechsen/ha. Die Tiere wurden in die Zwischenhälterung nach Klein Görnow, bis zur Besatzfähigkeit der Ausgleichsfläche, verbracht (VAFB1). Um eine Wiederbesiedlung der Fläche während der Bauzeit zu vermeiden, ist der Reptilienschutzzaun über die Bautätigkeit zu belassen und stets funktionstüchtig zu halten. Vorgesehen ist die Herstellung und Entwicklung einer Ausgleichsfläche in einer Entfernung von etwa 11 km in der Gemarkung Settin, Flur 1, Flurstück 108/1. Sobald diese besatzfähig ist, werden die Tiere aus der Zwischenhälterung auf diese Fläche umgesiedelt (FCSAFB1). Diese kompensatorische Maßnahme (FCS-Maßnahme) dient der Verbesserung der Lebensraumsituation in Bezug auf die Zauneidechsenpopulation in der biogeografischen Region. UMWELT & PLANUNG 2018 14 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Amphibien Die Beurteilung des Untersuchungsgebietes als Lebensraum bzw. Wanderkorridor erfolgte über eine Abschätzung der vorhandenen Strukturen. Im Ergebnis zeigte sich, dass potenzielle Land- und Winterlebensräume von Amphibien in Randbereichen des Plangebietes liegen. Die trockenen, sonnenexponierten Ruderalflächen innerhalb des UG bieten Amphibien nur suboptimale Habitatbedingungen. Während der Laubwald mit Altholzbestand und angrenzenden dichten Laubgebüschen potenzielle Landlebensräume für Erdkröten, Laub- und Braunfrösche bietet. Das Vorkommen der Wechselkröte (Bufo viridis) beschränkt sich auf ephemere Kleingewässer aber auch Regenrückhaltebecken an Autobahntrassen, Schönungs-, Klär- und Sickerteiche, Absetzbecken und Spülfelder, werden von der Art genutzt. Die Kreuzkröte (Bufo calamita) bevorzugt flache, schnell erwärmte, meist nur temporär wasserführende und damit prädatorenarme Wasseransammlungen als Laichgewässer. Sie zählt auch zu den Pionierarten in Kleingewässern, z. B. in Tagebaurestlöchern oder in aufgelassenen Kiesgruben. Die Kreuzkröte ist besonders durch die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft sowie ausbleibende Frühjahrsniederschläge bedroht (SCHNEEWEIß et al. 20048). Eingriffe in Laichgewässer dieser nach Anhang IV der FFH-Richtlinie geschützten Amphibienarten werden ausgeschlossen, da im Jahr 2017 keine Standgewässer vorhanden waren. Erhebliche Beeinträchtigungen der Populationen werden insbesondere durch die Bebauung im Siedlungsbereich auf bereits teilversiegelten Flächen vermieden. Libellen Von den nach Anhang IV der FFH-Richtlinie geschützten fünf Libellenarten sind im UG aufgrund fehlender Habitate keine zu erwarten. Eine Erfüllung der Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 i. V. mit Abs. 5 BNatSchG kann daher ausgeschlossen werden. Käfer Altholzbestände mit hohem Totholzanteil sind Lebensraum von Eremit (Osmoderma eremita) und Heldbock (Cerambyx cerdo). Der ältere Laubwaldbestand entlang des südlichen UG bietet den Arten potenzielle Habitatrequisiten. Baumfällungen von potenziellen Habitatbäumen sind nicht vorgesehen. Beeinträchtigungen können somit vermieden werden. Breitrand (Dytiscus latissimus) und Schmalbindiger Breitflügel-Tauchkäfer (Graphoderus bilineatus) besiedeln Standgewässer. Diese im Anhangs IV der FFH-Richtlinie aufgeführten Käferarten finden im UG keine geeigneten Habitate. Tag- und Nachtfalter Als Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie sind in Mecklenburg drei Schmetterlingsarten zu berücksichtigen. Das Vorkommen der Arten kann aufgrund fehlender Habitatrequisiten innerhalb des UG ausgeschlossen werden. Eine Erfüllung der Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 i. V. mit Abs. 5 BNatSchG tritt nicht ein. 8 SCHNEEWEIß, N., KRONE, A., BAIER, R. (2004): Rote Listen und Artenlisten der Lurche (Amphibia) und Kriechtiere (Reptilia) des Landes Brandenburg. – Naturschutz und Landschaftspflege in Brandenburg 13(4): Beilage, 35 S. UMWELT & PLANUNG 2018 15 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" 4.2 Europäische Vogelarten nach Art. 1 und Art. 4 Abs. 2 der Vogelschutzrichtlinie Für das gesamte UG wurde im Jahr 2017 eine Brutvogelkartierung mit drei Begehungen vorgenommen. Aufgrund der späten Beauftragung konnte erst Ende Mai mit den Kartierungen begonnen werden. Die Erfassungen sind angelehnt an die Methode der "gruppierten Registrierung" nach OELKE (1968). Es erfolgte eine Revierkartierung nach SÜDBECK et al. (2005). Die Kartierungen erfolgten durch Verhören der artspezifischen Gesänge, über Sichtbeobachtungen, Revieranzeigen, Fütterung etc.. Im Ergebnis wurde eine Revierkarte nachgewiesener Brutvögel angelegt (s. Anlage 1). Im Gebiet ist eine mittlere Artenvielfalt durch abwechslungsreiche Habitatrequisiten zu verzeichnen. Dazu zählen ruderale Staudenfluren und Sanddorngebüsche aber auch weniger strukturreiche Bereiche wie junge Einzelbäume und Baumreihen in Bereichen versiegelter Flächen. Alte, höhlenreiche Bäume liegen im südlichen Waldgebiet. Aus der Revierverteilung ist ersichtlich, dass sich die Vorkommen von Brutvogelrevieren auf die halboffenen, locker bestandenen Bereiche mit einer Tendenz zu den Randbiotopen (Ökotonen) konzentrieren. Die Ruderalfluren und versiegelten Flächen im Kernbereich des Plangebietes sind wesentlich artenärmer. Die Fläche wird regelmäßig durch Fußgänger mit Hunden belaufen. Insgesamt konnten 11 Brutvogelarten und 6 regelmäßige Nahrungsgäste im Plangebiet nachgewiesen werden (s. Tab. 1 und 2). In den nachfolgenden Formblättern werden die im UG vorkommenden europäischen Vogelarten beschrieben und die einzelnen Verbote des § 44 Abs. 1 i. V. mit Abs. 5 BNatSchG sowie ggf. die naturschutzfachlichen Ausnahmevoraussetzungen dem § 45 Abs. 2 BNatSchG geprüft. UMWELT & PLANUNG 2018 16 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Tabelle 1: Von Ende Mai bis Juli 2017 Brutvogelarten im UG. Brutvogel Standort Fortpflanzungsstätte nach LUNG MV 2011 (Angaben zu den in MV heimischen Vogelarten, 06. Mai 2011) Brutpaare Rote Liste Rote Liste im UG MV (2014) Deutschland (2016) Amsel (Turdus merula) Baum-, Gebüschbrüter 1 * * Blaumeise (Cyanistes caeruleus) Höhlenbrüter 1 * * Buchfink (Fringilla coelebs) Baumbrüter 1 * * Elster (Pica pica) Baumbrüter 1 * * Fitis (Phylloscopus trochilus) Gebüschbrüter 1 * * Kohlmeise (Parus major) Höhlenbrüter 1 * * Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) Gebüschbrüter 1 * * Ringeltaube (Luscinia megarhynchos) Baum-, Nischenbrüter 1 * * Rotkehlchen (Erithacus rubecula) Nischen-, Höhlen-, Bodenbrüter 1 * * Star (Sturnus vulgaris) Höhlenbrüter 1 * 3 Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) Nischen-, Gebüschbrüter 2 * * Tabelle 2: Im Frühjahr 2015 nachgewiesene Nahrungsgäste im UG. Nahrungsgast Standort Fortpflanzungsstätte Rote Liste Rote Liste nach LUNG MV 2011 (Angaben MV (2014) Deutschland zu den in MV heimischen (2016) Vogelarten, 06. Mai 2011) Buntspecht (Dendrocopus major) Höhlenbrüter * * Dorngrasmücke (Sylvia communis) Gebüschbrüter * * Eichelhäher (Garrulus glandarius) Baumbrüter * * Mauersegler (Apus apus) Gebäude-, Koloniebrüter * * Mehlschwalbe (Delichon urbicum) Gebäude-, Koloniebrüter V 3 Zilpzalp (Phylloscopus collybita) Baumbrüter * * Rote Liste der Brutvögel Mecklenburg-Vorpommerns (Vökler et al. 2014) und Rote Liste der Brutvögel Deutschlands August 2016. * = ungefährdet, 1 = Vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, V = Vorwarnliste UMWELT & PLANUNG 2018 17 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Artengruppe: Bodenbrüter, höhere Krautschicht Fitis (Phylloscopus trochilus), Rotkehlchen (Erithacus rubecula) FFH-Richtlinie Anhang II und IV europäische Vogelart gem. Art. 1 Vogelschutzrichtlinie Bestandsdarstellung Kurzbeschreibung Biologie/Verbreitung in M-V Die o. g. Bodenbrüter und Brüter in höheren Krautschichten sind in M-V weit verbreitet. Es handelt sich um Brutvögel des Halboffenlandes in gut strukturierten Gebieten. Die Nester werden jährlich neu angelegt. Vorkommen im UG nachgewiesen potenziell möglich Die genannten Brutvogelarten nutzen die strukturreichen Ruderalfluren mit Gebüschen im UG (siehe Anlage 1). Prognose und Bewertung der Schädigungs- und Störungsverbote nach § 44 Abs. 1 i. V. mit Abs. 5 BNatSchG Artspezifische Vermeidungsmaßnahmen sowie vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der artenschutzrechtlichen Prüfung zu entwickeln VAFB2 Bauzeitenregelung: Baufeldfreimachung außerhalb der Brutzeit der Arten im Zeitraum vom 01. Oktober bis 28. Februar. VAFB3 Erhalt geeigneter vitaler Randstrukturen und Einzelbäume. Mit der Realisierung des geplanten Bauvorhabens gehen Habitate der genannten Arten dauerhaft verloren. Der Erhalt von gebüschreichen Ruderalfluren in den Randbereichen (Hanglage im Westen) und die Neuanpflanzung von Gehölzen und Sträuchern im Plangebiet begünstigt eine Wiederneuansiedlung. Prognose und Bewertung des Tötungsverbotes gem. § 44 Abs. 1, Nr. 1 i. V. m. Abs. 5 BNatSchG Verletzung, Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsformen im Zuge der Entnahmen, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten (baubedingt) Verletzung, Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsformen durch anlagebedingte Beeinträchtigungen Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsphase (baubedingt), ökologische Funktionen der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang nicht gewahrt Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsphase (baubedingt), ökologische Funktionen der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang gewahrt Durch die Einhaltung einer Bauzeitenregelung (Baufeldfreimachung außerhalb des Zeitraumes vom 01.03. – 30.09) kann eine baubedingte Zerstörung von Nestern und die Tötung von Tieren (v. a. Nestlingen) vermieden werden. Prognose und Bewertung der Störungstatbestände gem. § 44 Abs. 1, Nr. 2 BNatSchG Erhebliches Stören von Tieren während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten Die Störung führt zur Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population Die Störungen führen zu keiner Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population Baubedingte Störungen sind nicht auszuschließen, wirken sich aber nicht auf den Erhaltungszustand der lokalen Population aus. Anlagebedingt sind keine Störungen zu erwarten. Prognose und Bewertung der Schädigungstatbestände gem. § 44 Abs. 1, Nr. 3 i. V. m. Abs. 5 BNatSchG Entnahme, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten Beschädigung oder Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten, ökologische Funktion der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang nicht gewahrt Ökologische Funktionen der vom Eingriff betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang gewahrt Durch eine Bauzeitenregelung kann eine baubedingte Zerstörung nachgewiesener Niststandorte vermieden werden. Die Arten legen Ihre Nester jährlich neu an. Zusammenfassende Feststellung der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände Die Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 i. V. m. mit Abs. 5 BNatSchG treffen zu (Darlegung der Gründe für eine Ausnahme erforderlich) treffen nicht zu (artenschutzrechtliche Prüfung endet hiermit) Mit der Realisierung des geplanten Bauvorhabens gehen Habitate der genannten Arten dauerhaft verloren. Der Erhalt von gebüschreichen Ruderalfluren (Hanglage im Westen) und Einzelbäumen (VAFB3) und die Neuanpflanzung von Gehölzen und Sträuchern im Plangebiet begünstigt eine Wiederneuansiedlung. Baubedingte Beeinträchtigungen können durch eine Bauzeitenregelung (VAFB2) vermieden werden. UMWELT & PLANUNG 2018 18 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Artengruppe: Nischen-, Höhlenbrüter Blaumeise (Cyanistes caeruleus), Kohlmeise (Parus major), Star (Sturnus vulgaris) Schutzstatus: FFH-Richtlinie Anhang II und IV europäische Vogelart gem. Art. 1 Vogelschutzrichtlinie Bestandsdarstellung Kurzbeschreibung Biologie/Verbreitung in M-V Bei den im UG vorkommenden Höhlenbrüter handelt es sich um typische Brutvögel für den siedlungsnahen Bereich in Baumhöhlen älterer oder kranker Bäume als auch in Nistkästen. Die Nester dieser Brutvögel werden jährlich neu angelegt. Vorkommen im UG nachgewiesen potenziell möglich Innerhalb des UG bieten die Baumhöhlen im südlichen Laubwald geeignete Nistmöglichkeiten. Prognose und Bewertung der Schädigungs- und Störungsverbote nach § 44 Abs. 1 i. V. mit Abs. 5 BNatSchG Artspezifische Vermeidungsmaßnahmen sowie vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der artenschutzrechtlichen Prüfung zu entwickeln Beeinträchtigungen können mit dem Erhalt geeigneter Höhlenbäume im südlichen Waldgebiet innerhalb des UG vermieden werden. Prognose und Bewertung des Tötungsverbotes gem. § 44 Abs. 1, Nr. 1 i. V. m. Abs. 5 BNatSchG Verletzung, Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsformen im Zuge der Entnahmen, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten (baubedingt) Verletzung, Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsformen durch anlagebedingte Beeinträchtigungen Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsphase (baubedingt), ökologische Funktionen der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang nicht gewahrt Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsphase (baubedingt), ökologische Funktionen der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang gewahrt Beeinträchtigungen können mit dem Erhalt von Höhlenbäumen im südlichen Waldgebiet innerhalb des UG vermieden werden. Betriebsbedingt sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten. Prognose und Bewertung der Störungstatbestände gem. § 44 Abs. 1, Nr. 2 BNatSchG Erhebliches Stören von Tieren während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten Die Störung führt zur Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population Die Störungen führen zu keiner Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population Durch eine zeitliche Beschränkung der Baufeldfreimachung außerhalb des nach § 39 BNatSchG festgesetzten Zeitraumes sind baubedingte Störungen der Brutvögel auszuschließen. Betriebsbedingt sind keine Störungen zu erwarten. Prognose und Bewertung der Schädigungstatbestände gem. § 44 Abs. 1, Nr. 3 i. V. m. Abs. 5 BNatSchG Entnahme, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten Beschädigung oder Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten, ökologische Funktion der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang nicht gewahrt Ökologische Funktionen der vom Eingriff betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang gewahrt Beeinträchtigungen können mit dem Erhalt von Höhlenbäumen im südlichen Waldgebiet innerhalb des UG vermieden werden. Betriebsbedingt sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten. Zusammenfassende Feststellung der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände Die Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 i. V. m. mit Abs. 5 BNatSchG treffen zu (Darlegung der Gründe für eine Ausnahme erforderlich) treffen nicht zu (artenschutzrechtliche Prüfung endet hiermit) Mit der Realisierung des geplanten Bauvorhabens gehen keine Höhlenbäume der genannten Arten verloren. Durch eine zeitliche Beschränkung der Baufeldfreimachung außerhalb des nach § 39 BNatSchG festgesetzten Zeitraumes sind baubedingte Störungen der Brutvögel auszuschließen. Betriebsbedingt sind keine Störungen zu erwarten. Betriebs- und anlagebedingt sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten. UMWELT & PLANUNG 2018 19 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Artengruppe: Baum- und Gebüschbrüter Amsel (Turdus merula), Buchfink (Fringilla coelebs), Elster (Pica pica), Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), Ringeltaube (Luscinia megarhynchos), Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) Schutzstatus: FFH-Richtlinie Anhang II und IV europäische Vogelart gem. Art. 1 Vogelschutzrichtlinie Bestandsdarstellung Kurzbeschreibung Biologie/Verbreitung in M-V Die im Untersuchungsgebiet vorkommenden Baum- und Gebüschbrüter sind in M-V weit verbreitet und nicht gefährdet. Es handelt sich um Brutvögel lichter Wälder und des Übergangs zur halboffenen Landschaft. Die Nester werden jährlich neu angelegt. Vorkommen im UG nachgewiesen potenziell möglich Die im UG vorhandenen dichteren Gebüsch- und Baumgruppen dienen den Arten nachweislich als Brutreviere (s. Anlage 1). Prognose und Bewertung der Schädigungs- und Störungsverbote nach § 44 Abs. 1 i. V. mit Abs. 5 BNatSchG Artspezifische Vermeidungsmaßnahmen sowie vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der artenschutzrechtlichen Prüfung zu entwickeln VAFB2 Bauzeitenregelung: Baufeldfreimachung außerhalb der Brutzeit der Arten im Zeitraum vom 01. Oktober bis 28./29. Februar. VAFB3 Erhalt geeigneter vitaler Randstrukturen und Einzelbäume. Mit der Realisierung des geplanten Bauvorhabens gehen Habitate der genannten Arten dauerhaft verloren. Der Erhalt von geeigneten Gebüschgruppen in den Randbereichen und die Neuanpflanzung von Gehölzen und Sträuchern im Plangebiet begünstigt eine Wiederneuansiedlung. Prognose und Bewertung des Tötungsverbotes gem. § 44 Abs. 1, Nr. 1 i. V. m. Abs. 5 BNatSchG Verletzung, Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsformen im Zuge der Entnahmen, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten (baubedingt) Verletzung, Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsformen durch anlagebedingte Beeinträchtigungen Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsphase (baubedingt), ökologische Funktionen der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang nicht gewahrt Tötung von Tieren oder ihrer Entwicklungsphase (baubedingt), ökologische Funktionen der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang gewahrt Durch die Einhaltung einer Bauzeitenregelung (Baufeldfreimachung außerhalb des Zeitraumes vom 01.03. – 30.09) kann eine baubedingte Zerstörung von Nestern und die Tötung von Tieren (v. a. Nestlingen) vermieden werden. Prognose und Bewertung der Störungstatbestände gem. § 44 Abs. 1, Nr. 2 BNatSchG Erhebliches Stören von Tieren während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten Die Störung führt zur Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population Die Störungen führen zu keiner Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population Baubedingte Störungen sind nicht auszuschließen, wirken sich aber nicht auf den Erhaltungszustand der lokalen Population aus. Anlagebedingt sind keine Störungen zu erwarten. Prognose und Bewertung der Schädigungstatbestände gem. § 44 Abs. 1, Nr. 3 i. V. m. Abs. 5 BNatSchG Entnahme, Beschädigung, Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten Beschädigung oder Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten, ökologische Funktion der Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang nicht gewahrt Ökologische Funktionen der vom Eingriff betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätte wird im räumlichen Zusammenhang gewahrt Durch eine Bauzeitenregelung kann eine baubedingte Zerstörung nachgewiesener Niststandorte vermieden werden. Die Arten legen Ihre Nester jährlich neu an. UMWELT & PLANUNG 2018 20 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Zusammenfassende Feststellung der artenschutzrechtlichen Verbotstatbestände Die Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 i. V. m. mit Abs. 5 BNatSchG treffen zu (Darlegung der Gründe für eine Ausnahme erforderlich) treffen nicht zu (artenschutzrechtliche Prüfung endet hiermit) Mit der Realisierung des geplanten Bauvorhabens gehen Habitate der genannten Arten dauerhaft verloren. Der Erhalt von geeigneten Gebüschgruppen und Einzelbäumen (VAFB3) und die Neuanpflanzung von Gehölzen und Sträuchern im Plangebiet begünstigt eine Wiederneuansiedlung. Baubedingte Beeinträchtigungen können durch eine Bauzeitenregelung (VAFB2) vermieden werden. Ausgleichs- und Vermeidungsmaßnahmen Mit Einhaltung einer Bauzeitenregelung (Baufeldfreimachung außerhalb der Brutzeit) (VAFB2) können baubedingte Beeinträchtigungen der vorkommenden Brutvogelarten nach § 44 Abs. 1 BNatSchG vermieden werden. Im Rahmen des Umweltberichtes sind Gehölzpflanzungen und der Erhalt geeigneter Randstrukturen und Einzelbäume im Plangebiet vorzusehen (VAFB3). Vorkommende Brutvogelarten finden daher nach Baufertigstellung entsprechende Nistmöglichkeiten, da wichtige Randstrukturen dauerhaft als Brutlebensraum erhalten bleiben und neue Gehölzstrukturen geschaffen werden. Die Fällung wertvoller Höhlenbäume im südlichen Waldgebiet ist nicht vorgesehen. Verluste von Niststätten der Höhlenbrüter können dadurch vermieden werden. Das Gebiet bietet nach geplanter Bebauung mit entsprechender Grundstücksbegrünung geeignete Brutmöglichkeiten. UMWELT & PLANUNG 2018 21 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" 5 Maßnahmen Nachfolgend werden die Vermeidungsmaßnahmen (VAFB), die notwendig sind, um verbotstatbeständliche Beeinträchtigungen von geschützten Arten zu vermeiden als auch kompensatorische Maßnahmen (FCSAFB) aufgeführt. 5.1 Maßnahmen zur Vermeidung VAFB1 Abfangen vor Erschließungsbeginn und Zwischenhältern der Zauneidechse durch geeignetes Fachpersonal. Maßnahmen-Nr. VAFB1 Maßnahmeblatt V=Vermeidung, CEF = vorgezogene Maßnahme, FCS=kompensatorische Maßnahme, S=Schutz, A=Ausgleich, E=Ersatz Projekt: B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Landeshauptstadt Schwerin Konflikt/Art der Beeinträchtigung Beschreibung: Gefährdung von vorkommenden Zauneidechsen Umfang: Erschließungsarbeiten in Teilbereichen des Plangebietes Maßnahme Vor Baubeginn ist die Zauneidechse im Bereich erfasster Habitate durch Fachpersonal von der Fläche abzufangen und zwischenzuhältern. Beschreibung der Maßnahme Lage der Maßnahme: Gemarkung Zippendorf, Flur 2, Flurstück 345/2 Landschaftszone: Höhenrücken und Mecklenburgische Seenplatte Ausgangszustand: Siedlungsbrache mit ruderalen Staudenfluren, Kriechrasen, Siedlungsgehölzen und Einzelbäumen. Beschreibung der Maßnahme: Teilrückbau vorhandener Reisighaufen bis 28.02.2018, Auslichten der Sträucher für bessere Fangbarkeit der Zauneidechsen. Anlage von Fangtrassen, Errichten des Reptilienschutzzaunes und Brutvogelvergrämungsstangen. Erfolgreicher Abfang von 121 Zauneidechsen mit zwei Fängern per Hand- und Kescherfang. Die Tiere wurden in die Zwischenhälterung in Klein Görnow bis zur Besatzfähigkeit der Ausgleichsfläche verbracht. Eine Tötung von Tieren kann dadurch weitestgehend vermieden werden. Die ökologische Baubegleitung zur Zauneidechse übernimmt ein qualifiziertes Fachbüro. Werden dennoch bei laufenden Bauarbeiten besonders geschützte Tiere oder Lebensstätten beeinträchtigt, liegen die Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 Nr. 1, 2 oder 3 BNatSchG vor. Die Arbeiten sind dann in dem Bereich sofort zu unterbrechen. Nach Unterrichtung der Unteren Naturschutzbehörde ist deren Entscheidung abzuwarten. Art der Maßnahme  Vermeidungs-/Minderungs-/Schutzmaßnahme  Ausgleichsmaßnahme  Gestaltungsmaßnahme  Ersatzmaßnahme Zeitpunkt der Durchführung  vor Baubeginn  mit Baubeginn  mit Bauabschluss Beurteilung des Eingriffs  vermieden  vermindert  ausgeglichen  ausgeglichen i. V. m. Maßn.-Nr. FCSAFB1  nicht ausgleichbar  ersetzbar  ersetzbar i. V. m. Maßn.-Nr.  nicht ersetzbar Rechtliche Sicherung der Maßnahme      Flächen der öffentlichen Hand Flächen Dritter Vorübergehende Flächeninanspruchnahme Grunderwerb erforderlich Nutzungsänderung / -beschränkung  Zustimmungserklärung UMWELT & PLANUNG 2018 Jetziger Eigentümer: Künftiger Eigentümer: Künftige Unterhaltung: Projektentwicklung Nord GmbH & Co KG Kuckucksallee 3 19065 Pinnow 22 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" VAFB2 Bauzeitenregelung: Baufeldfreimachung im Zeitraum vom 1. Oktober bis 28./29. Februar. Maßnahmeblatt Maßnahmen-Nr. VAFB2 V=Vermeidung, CEF = vorgezogene Maßnahme, FCS=kompensatorische Maßnahme, S=Schutz, A=Ausgleich, E=Ersatz Projekt: B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Landeshauptstadt Schwerin Konflikt/Art der Beeinträchtigung Beschreibung: Gefährdung von vorkommenden Brutvogelarten durch die Rodung von Gehölzen und bodenbrütenden Brutvögeln durch das Entfernen der Vegetationsdecke. Umfang: Erschließungsarbeiten des Plangebietes Maßnahme Baufeldfreimachung im Zeitraum vom 01. Oktober bis 28./29. Februar. Beschreibung der Maßnahme Lage der Maßnahme: Gemarkung Zippendorf, Flur 2, diverse Flurstücke Landschaftszone: Höhenrücken und Mecklenburgische Seenplatte Ausgangszustand: Siedlungsbrache mit versiegelten Freiflächen, ruderalen Staudenfluren und Kriechrasen, Siedlungsgehölzen und Einzelbäumen. Beschreibung der Maßnahme: Um einen Verlust von Gelegen oder die Tötung von Tieren (v. a. Nestlingen) in der Zeit vom 01. März bis zum 30. September zu verhindern, sind die Rodungsarbeiten als auch der Beginn der Erschließungsarbeiten (Bodenbrüter) außerhalb diesen Zeitraumes durchzuführen. Die Fällung von Höhlenbäumen wird nicht vorgenommen. Eine Tötung von Brutvögeln kann dadurch vermieden werden. Werden bei laufenden Bauarbeiten besonders geschützte Tiere oder Lebensstätten beeinträchtigt, liegen die Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 Nr. 1, 2 oder 3 BNatSchG vor. Die Arbeiten sind dann sofort zu unterbrechen. Nach Unterrichtung der Unteren Naturschutzbehörde ist deren Entscheidung abzuwarten. Art der Maßnahme  Vermeidungs-/Minderungs-/Schutzmaßnahme  Ausgleichsmaßnahme  Gestaltungsmaßnahme  Ersatzmaßnahme Zeitpunkt der Durchführung  vor Baubeginn  mit Baubeginn  mit Bauabschluss Beurteilung des Eingriffs  vermieden  vermindert  ausgeglichen  ausgeglichen i. V. m. Maßn.-Nr.  nicht ausgleichbar  ersetzbar  ersetzbar i. V. m. Maßn.-Nr.  nicht ersetzbar Rechtliche Sicherung der Maßnahme      Flächen der öffentlichen Hand Flächen Dritter Vorübergehende Flächeninanspruchnahme Grunderwerb erforderlich Nutzungsänderung / -beschränkung  Zustimmungserklärung UMWELT & PLANUNG 2018 Jetziger Eigentümer: Künftiger Eigentümer: Künftige Unterhaltung: Projektentwicklung Nord GmbH & Co KG Kuckucksallee 3 19065 Pinnow 23 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" VAFB3 Erhalt geeigneter vitaler Randstrukturen und Einzelbäume. Maßnahmeblatt Maßnahmen-Nr. VAFB3 V=Vermeidung, CEF = vorgezogene Maßnahme, FCS=kompensatorische Maßnahme, S=Schutz, A=Ausgleich, E=Ersatz Projekt: B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Landeshauptstadt Schwerin Konflikt/Art der Beeinträchtigung Beschreibung: Mögliche Beeinträchtigung von vorkommenden Brutvögeln durch die Beseitigung von Habitatstrukturen. Umfang: Rodungsarbeiten Maßnahme Erhalt geeigneter vitaler Randstrukturen und Einzelbäume. Beschreibung der Maßnahme Lage der Maßnahme: Geltungsbereich B-Plan 99.17, Gemarkung Zippendorf, Flur 2, diverse Flurstücke Landschaftszone: Höhenrücken und Mecklenburgische Seenplatte Ausgangszustand: Siedlungsbrache mit versiegelten Freiflächen, ruderalen Staudenfluren und Kriechrasen, Siedlungsgehölzen und Einzelbäumen. Beschreibung der Maßnahme: Um den Verlust von Lebensräumen der vorkommenden Brutvögel zu vermindern, sind in Randbereichen des Geltungsbereiches für Brutvögel geeignete und vitale Gehölze und Staudenfluren zu erhalten und dauerhaft zu pflegen. Insbesondere Siedlungsgebüsche im Westen entlang der Geländekante als auch vitale Einzelbäume innerhalb des UG sind zu belassen und dauerhaft zu pflegen (s. Umweltbericht zum B-Plan Nr. 99.17 - Büro Planung & Ökologie). Art der Maßnahme  Vermeidungs-/Minderungs-/Schutzmaßnahme  Ausgleichsmaßnahme  Gestaltungsmaßnahme  Ersatzmaßnahme Zeitpunkt der Durchführung  vor Baubeginn  mit Baubeginn  mit Bauabschluss Beurteilung des Eingriffs  vermieden  vermindert  ausgeglichen  ausgeglichen i. V. m. Maßn.-Nr.  nicht ausgleichbar  ersetzbar  ersetzbar i. V. m. Maßn.-Nr.  nicht ersetzbar Rechtliche Sicherung der Maßnahme      Flächen der öffentlichen Hand Flächen Dritter Vorübergehende Flächeninanspruchnahme Grunderwerb erforderlich Nutzungsänderung / -beschränkung  Zustimmungserklärung UMWELT & PLANUNG 2018 Jetziger Eigentümer: Künftiger Eigentümer: Künftige Unterhaltung: Projektentwicklung Nord GmbH & Co KG Kuckucksallee 3 19065 Pinnow 24 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" 5.2 Komensatorische Maßnahme FCSAFB1 Umsiedeln der Zauneidechse auf eine Ausgleichsfläche in der Gemarkung Settin Maßnahmeblatt Maßnahmen-Nr. FCSAFB1 V=Vermeidung, CEF = vorgezogene Maßnahme, FCS=kompensatorische Maßnahme, S=Schutz, A=Ausgleich, E=Ersatz Projekt: B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Landeshauptstadt Schwerin Konflikt/Art der Beeinträchtigung Beschreibung: Dauerhafte Zerstörung eines Zauneidechsenhabitats Umfang: Erschließungsarbeiten in Teilbereichen des Plangebietes Maßnahme Herstellung eines Zauneidechsenhabitates und Umsiedeln der gehälterten Zauneidechsen Beschreibung der Maßnahme Lage der Maßnahme: Gemarkung Settin, Flur 1, Flurstück 108/1 Landschaftszone: Vorland der Mecklenburgischen Seenplatte Ausgangszustand: teilweise verbuschte Fläche mit u. A. Neophyten wie Traubenkirsche und Japanischem Knöterich Gesamtgröße: 9.383 m² Beschreibung der Maßnahme: Die ökologische Baubegleitung zur Zauneidechse übernimmt ein qualifiziertes Fachbüro. Die Ausgleichsfläche liegt in einer Entfernung von etwa 11 km zum Eingriffsort. Es wird eine Fläche von etwa 5.000 m² als Ausgleich für den Verlust des Zauneidechsenhabitates und die Unterbringung von 121 Individuen benötigt. Hierzu erfolgt auf der Fläche eine Entnahme von Gehölzen. Insbesondere Traubenkirsche, Japanischer Knöterich und Brombeergebüsche sind zu entnehmen. Punktuell werden Gebüschgruppen heimischer, standortgerechten Laubgehölze belassen. Die so entstehenden Offenlandbereiche sind auf Dauer von Gehölzen freizuhalten. Der anfallende Gehölzschnitt kann neben der Anlage von Lesesteinhaufen zur Strukturanreicherung genutzt werden. Die Fläche hat nach Fertigstellung und Besatz einen Bestandsschutz über einen Zeitraum von 25 Jahren. Die Kosten für die Herstellung und Sicherung der Zauneidechsenfläche übernimmt der Investor/Eingriffsverursacher. Art der Maßnahme  Vermeidungs-/Minderungs-/Schutzmaßnahme  kompensatorische Maßnahme  Gestaltungsmaßnahme  Ersatzmaßnahme Zeitpunkt der Durchführung  vor Baubeginn  mit Baubeginn  mit Bauabschluss Beurteilung des Eingriffs  vermieden  vermindert  ausgeglichen  ausgeglichen i. V. m. Maßn.-Nr. VAFB1  nicht ausgleichbar  ersetzbar  ersetzbar i. V. m. Maßn.-Nr.  nicht ersetzbar Rechtliche Sicherung der Maßnahme      Flächen der öffentlichen Hand Flächen Dritter Vorübergehende Flächeninanspruchnahme Grunderwerb erforderlich Nutzungsänderung / -beschränkung  Zustimmungserklärung UMWELT & PLANUNG 2018 Jetziger Eigentümer: Künftiger Eigentümer: Künftige Unterhaltung: Falkenberg GmbH Zum Ausbau 13 19065 Pinnow 25 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" 6 Zusammenfassung Mit der Aufstellung des B-Planes Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" der Landeshauptstadt Schwerin sind Eingriffe in Biotope und Habitatfunktionen verbunden. Bei dem Plangebiet handelt es sich um eine im Flächennutzungsplan (FNP) der Landeshauptstadt Schwerin ausgewiesene Wohnbaufläche. Der Vorhabenträger plant neben der Entsiegelung vorhandener Zuwegungen und Parkplätze, die Beseitigung von Gehölz- und Biotopstrukturen. Vorgesehen ist die Entwicklung von Wohnbauflächen. Das Plangebiet ist mit etwa 2,75 ha Größe durch versiegelte Freiflächen mit Einzelbäumen und Baumreihen, Ruderalfluren, aufwachsende Weiden, Kiefern und Ginster als auch Sanddorngebüsche gekennzeichnet. Im Norden wird der Geltungsbereich von der Hamburger Allee, im Osten durch die Cottbuser Straße begrenzt. Mit der geplanten Erschließung des Plangebietes entstehen gemäß § 1a BauGB (Baugesetzbuch) in Verbindung mit Regelungen des BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft, anzusprechen ist insbesondere neben dem Schutzgut „Landschaft/Ortsbild“ der Biotop- und Artenschutz. Im Rahmen des vorliegenden Artenschutzrechtlichen Fachbeitrages wurde für die nach Anhang IV der FFH-Richtlinie streng geschützten Arten und für alle europäischen Vogelarten die Betroffenheit von den Verbotstatbeständen des § 44 Abs. 1 BNatSchG geprüft. Datengrundlage zur Erstellung der artenschutzrechtlichen Prüfung sind eigene Kartierungen der Reptilien und Brutvögel. Der Untersuchungsumfang wurde im Vorfeld mit dem Fachdienst Umwelt abgestimmt. Im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juli erfolgten gemäß Eingriffsregelung M-V, Anlage 6 a Kartierungen der vorab genannten Artengruppen. Für alle übrigen planungsrelevanten Arten des Anhang IV der FFH-Richtlinie erfolgte eine Potenzialabschätzung. Im Ergebnis der Erfassungen und der Potenzialeinschätzung ist für die vorkommenden Brutvogelarten eine Bauzeitenbeschränkung zu realisieren, das heißt, dass die Rodungsarbeiten als auch der Beginn der Erschließungsarbeiten (Bodenbrüter) außerhalb der Zeit vom 01. März bis zum 30. September durchzuführen sind (VAFB2). Um eine baubedingte Tötung von Zauneidechsen zu vermeiden, wurden im Ergebnis der Abfangmaßnahme im Frühjahr 2018 insgesamt 121 Zauneidechsen durch geeignetes Fachpersonal abgefangen und in die Zwischenhälterung verbracht (VAFB1). Nach Besatzfähigkeit der Ausgleichsfläche in der Gemarkung Settin werden die Tiere umgesiedelt (FCSAFB1). Der Erhalt vitaler geeigneter Randstrukturen (Siedlungsgebüsche, Ruderalfluren) und Einzelbäume trägt zu einer Wiederbesiedlung durch Brutvögel bei (VAFB3). Beeinträchtigungen durch den Verlust von Niststätten können durch die vorgesehene Maßnahme maßgeblich gemindert werden. UMWELT & PLANUNG 2018 26 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Mit den unter Kap. 5 genannten Artenschutzmaßnahmen kann einem Wertverlust des UG durch die Beseitigung von Habitat- und Biotopstrukturen effektiv entgegen gewirkt werden. Darüber hinaus sind ähnliche, flächenhafte, Sukzessionsstadien im räumlichen Zusammenhang vorhanden, die als Ausweichhabitate in Kombination mit den angestrebten Maßnahmen Beeinträchtigungen auf Populationsebene mindern. Nachhaltige Beeinträchtigungen europäischer Vogelarten und Arten des Anhangs IV der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie sind daher nach Realisierung der Vermeidungs- und CEFMaßnahmen nicht zu erwarten. UMWELT & PLANUNG 2018 27 AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Anlage 1 Karte Brutvögel und Zauneidechse UMWELT & PLANUNG 2018 28 249/1 3 (1) 273 24 275/4275/5 275/7 276 275/1 33 263 246 Legende 267 249/2 1 31 22 275/9 275/6 29 274/1 27 16 Geltungsbereich B-Plan Nr.275/8 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" (ca. 2,75 ha) 274/2 25 Revierkartierung Brutvögel (Mai - Juli 2017) 268 Schule llin ne 14/18 17 282 6 269/2 15 357 278/1 Kohlmeise (Parus major) S Star (Sturnus vulgaris) 277 Sylvia communis) (1) 284 E Elster (Pica pica) B Buchfink (Fringilla coelebs) F Fitis (Phylloscopus trochilus)286 6 287 9 All e 269/1 e 2 Mg Sylvia atricapilla) (1) Be r 14/17 288 6 R 11 mb urg er K 285 7 Ha E Ringeltaube (Columba palumbus) Z Bm Blaumeise (Cyanistes caeruleus) Mg [3 ] 279 R 291 rubecula) Rotkehlchen (Erithacus 289 7 266 8 345/2 Rt Dg 278/2 13 A Amsel (Turdus merula) lat z 200 4 rS tra ße A 5 Ta 5 10 21 er P 310 4 Fangzaun entlang der Hamburger Allee Fangtrassen innerhalb der eingezäunten Fläche lin 23 Fangzaun im Geltungsbereich Z Troglodytes troglodytes) 290 292 Zi 280 346 293 Kartierung Zauneidechse (Mai - August 2017) tr. 281/2 to ck er S Dg Zilpzalp (Phylloscopus collybita) 282 Ro s Habitat Zauneidechse 4 283 F 2 4 3 10 298 12 - Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag - 14 351/1 297 2 348 18 350 29 S 9 27 22 1 11 (1) Fachplaner: 25 A Projektentwicklung Nord GmbH & Co KG Kuckucksallee 314 3 19065 Pinnow 13 14/19 Brutvögel und299Zauneidechse 301 20 1 357 311 16 31 7 K 15 2 23 Umwelt & Planung 4 21 351/4 8 15 13 Lizenz: Umwelt & Planung © GeoBasis-DE/M-V 2018 100 m Maßstab 9 Planung & Ökologie Platz der Freiheit 7 19053 Schwerin Name: Name: B. Schoppmeyer B. Lebahn B.28Lebahn B. Schoppmeyer 3 1: 1.000 1 Ha urg 32 358 Anzahl der Karten: 1 Karte: mb 30 3 11 5 60 Auftraggeber: 24 Datum: 26 05/2017-03/2018 03/2018 03/2018 10 20 Bearbeitung Zeichnung Prüfung Flur 2 12 10 Dipl.-Ing. (FH) Brit Schoppmeyer Wokrenter Weg 3 a 18239 Heiligenhagen 1 17 Brit Schoppmeyer 6 19 352 0 1 307 300 3 B 351/3 Co Z (Landeshauptstadt Schwerin) 1 296 ttb 345/1 281/1 5 Zi rS tra 1 6 8 us e 349 Bm B-Plan Nr. 99.17 294 306 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" (1) 2 ße K 295 Rt 34 er A lle e (1) AFB zum B-Plan Nr. 99.17 "Neu Zippendorf Cottbuser Straße" Anlage 2 Ausnahmegenehmigung nach § 44 Abs. 1 BNatSchG UMWELT & PLANUNG 2018 29