BRS Schwerin


Fachliche Standards der Schulsozialarbeit in der Landeshauptstadt Schwerin Selbstverständnis der Schulsozialarbeit in Schwerin Schulsozialarbeit ist ein sozialpädagogisches Angebot der Jugendhilfe. Sie soll dazu beitragen, dass durch gezielte sozialpädagogische Hilfen Berufsreife und Kompetenzstärkung derjenigen Schüler und Schülerinnen einer Berufsschule ermöglicht wird, deren Ausbildungserfolg durch besondere Probleme gefährdet oder beeinträchtigt ist. Sie unterstützt den Erziehungs- und Bildungsauftrag von Schule mit den ihr eigenen Methoden. Sie stärkt die sozialen und emotionalen Kompetenzen von Schülern und Schülerinnen und fördert die nichtformelle und informelle Bildung. Sie ist sowohl schulbezogene Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII) als auch schulbezogene Jugendsozialarbeit (§ 13 SGB VIII). Sie hat sozialräumlichen Charakter, lotet Ressourcen aus und integriert diese in die Bildungsarbeit an der Berufsschule. Die Schulsozialarbeit fördert die Übergänge in die Berufs- und Erwachsenenwelt. Sie selbst ist dabei betriebsbezogen und am Einzelnen in seinem persönlichen Belangen orientiert. Sie eröffnet Zugänge zu allen Leistungsbereichen der Jugendhilfe und hat eine Mittlerfunktion zwischen Schule, Betrieben, Bildungsträgern, Agentur für Arbeit, Jugendhilfe und Eltern. Schulsozialarbeit ist gerichtet auf die Stärkung der Lern und Ausbildungsmöglichkeiten in der Berufsschule, der Familie und im schulischen Umfeld sowie bei den Ausbildungsträgern Im Rahmen der Schulsozialarbeit erhalten die Berufsschülerinnen und Berufsschüler Unterstützung bei der Mitwirkung am Schulalltag und unterstützt die Selbstaktivierung um an sozialen und gesellschaftlichen Prozessen teilhaben zu können. Die Leistungen umfassen u.a.:         die Vermittlung von Basis und Schlüsselqualifikationen zur Lebensgestaltung und Berufsvorbereitung wie z.B. Fähigkeit zur Teamarbeit, Entwicklung der Mobilität, Fähigkeit zum Umgang mit den Medien, Fähigkeit zur Konfliktbewältigung u.v.m. die Entwicklung von Projektarbeit ( Berufsorientierung, Konfliktbewältigung, lebenslanges Lernen, erlebnispädagogische Angebote u.a.m.) in Kooperation mit anderen Akteuren Unterstützung bei der Initiierung und Gestaltung ideeller und tatsächlicher Räume zur Selbstaktivierung und Partizipation Entwicklung realer Teilhabemöglichkeiten der Berufsschülerinnen und Berufsschüler an der Mitgestaltung des schulischen Alltags durch lebenswelt- und arbeitsweltbezogene Projekte Angebote der nichtformellen, d.h. aller Formen organisierter Bildung, die Angebotscharakter haben und freiwillig sind (z.B. Soziales Kompetenztraining) sowie der informellen Bildung, d.h. der ungeplanten und nicht strukturierten Bildungsprozesse, z.B. Initiierung von Neigungsgruppen wie in den Bereichen Kunst, Musik, Mediengestaltung die Entwicklung kooperativer Zusammenarbeit mit Lehrern und Lehrerinnen, Eltern bzw. Personensorgeberechtigten und Herkunftsfamilien, Schüler und Schülerinnen und Betriebe und Ausbildungsträger Unterstützung der Arbeit der Schülergremien die Unterstützung der Öffnung der Schulen für das soziale Umfeld und der Einbeziehung soziokultureller Aktivitäten des Sozialraums in den Schulalltag Beratungs- und Förderangebote bei individuellen Problemen im Elternhaus, in der Schule und im sozialen und beruflichen Umfeld Die Leistungen umfassen u.a.:  Beratung bei Problemen in der schulischen Lernarbeit bzw. in der arbeitsweltlichen und beruflichen Praxis;  aufsuchende Umfeld- und Elternarbeit:  Konfliktbearbeitung und Leisten von Einzelfallhilfe insofern, als dass den SchülerInnen passgenaue, zielgerichtete Hilfen unter Einbeziehung bestehender Unterstützungssysteme angeboten bzw., sie in diese vermittelt werden;  Unterstützung einzelner SchülerInnen bei Behördengängen, zu Ausbildungsbetrieben und –trägern  Angebote zur Gewalt- und Suchtprävention. Personelle Voraussetzungen: Schulsozialarbeit bedarf des Einsatzes von Fachkräften. Sie sollen vorrangig staatlich anerkannte Sozialpädagogen/innen oder Diplompädagogen/innen oder Magister im Hauptfach Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik sein bzw. über vergleichbare Abschlüsse verfügen. Die Fach- und Dienstaufsicht obliegt dem freien Träger der Jugendhilfe. Schulsozialarbeiter/innen kennen die rechtlichen Grundlagen der Sozialen Arbeit und des Systems Schule, sowohl bezüglich der inneren Struktur, der Verwaltung als auch der Einbettung in das Bildungssystem und der rechtlichen Grundlagen. (SGB VIII, Schulgesetz) Schulsozialarbeiter/innen arbeiten auf der Grundlage verschiedener Handlungsansätze (sozialräumlich, ganzheitlich, Partizipation, Gender, interkulturelles Lernen) Sie haben eine Wegweiserfunktion zu den Leistungen der Jugendhilfe, wenden gruppenpädagogische Methoden in unterschiedlichen Settings (Klassenverbänden, Lerngruppen, Arbeitsgemeinschaften, Freizeitgruppen) an und erbringen einen Anteil zur Gemeinwesenarbeit durch ihren Beitrag zur Öffnung der Schule in den Sozialraum. Schulsozialarbeiter/innen wirken beratend und informierend im System Schule. Strukturelle Voraussetzungen        Kooperationsvertrag zwischen der Schule, dem Schulträger, dem öffentlichem und dem freien Träger der Jugendhilfe Konzeption des freien Trägers / ein mit der Schule abgestimmter jährlicher Arbeitsplan des freien Trägers Verankerung der Schulsozialarbeit als Angebot im Konzept der Schule und Berücksichtigung der Schulsozialarbeit im Schuljahresarbeitsplan Regelmäßige Evaluierungsgespräche der Geschäftsführung des freien Trägers und der Schulleitung Sächliche Unterstützung der Schulsozialarbeit durch die Schule, z.B. durch die Bereitstellung eigener Arbeits- und Beratungsräume, Möglichkeit zur Nutzung der Räumlichkeiten der Schule, zur Verfügung stellen von Arbeitsmaterialien u.ä. Offener, leichter räumlicher Zugang für Schüler, Eltern, Lehrer Ausreichende Ausstattung mit Arbeitsmitteln (eigenes Telefon, PC, Onlineanschluss) Qualitätsentwicklung    Einbindung der SSA in das Team des Trägers Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen Supervision bei Bedarf 2   Berichterstattung zu Ergebnissen der Arbeit innerhalb des Trägers und gegenüber dem öffentlichen Träger der Jugendhilfe Mitwirkung im Arbeitskreis Schulsozialarbeit der Landeshauptstadt Schwerin unter Leitung des öffentlichen Trägers der Jugendhilfe Schwerin, September 2007 Anlage: „Empfehlungen des Landes zur Ausgestaltung der Zusammenarbeit im Bereich der Schulsozialarbeit zwischen Jugendhilfe und Schule in Mecklenburg-Vorpommern“ 3