BRS Schwerin


Handlungsprogramm Mueßer Holz 2017 – 2020 1 Abkürzungen 10 21 40 49 50 II III BBZ BM bzw. ca. div. etc. FD ggf. grds. GSB HzE i.w.S. ISEK JC JHA KJND KWG LRH MAGS MSO o. g. o. Ä. SGB VIII umAs u. a. vgl. VzÄ WGS z. B. Fachdienst Hauptverwaltung Fachdienst Kämmerei, Finanzsteuerung Fachdienst Bildung und Sport Fachdienst Jugend Fachdienst Soziales (hier:) Dezernat II – Jugend, Soziales und Kultur (hier:) Dezernat III – Wirtschaft, Bauen und Ordnung Bildungs- und Bürgerzentrum Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur MV beziehungsweise circa diverse et cetera Fachdienst gegebenenfalls grundsätzlich Gleichstellungsbeauftragte Hilfen zur Erziehung im weiteren Sinne Integriertes Stadtentwicklungskonzept Schwerin 2025 - 3. Fortschreibung Jobcenter Schwerin Jugendhilfeausschuss Kinder- und Jugendnotdienst Kindeswohlgefährdung Landesrechnungshof Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales MV Migrantenselbstorganisation oben genannt oder Ähnliches Sozialgesetzbuch, Achtes Buch – Kinder- und Jugendhilfe unbegleitete minderjährige Ausländer unter anderem vergleiche Vollzeitäquivalent Wohnungsgesellschaft Schwerin mbH zum Beispiel 2 Inhalt: I. Ausgangssituation im Quartier ............................................................................................ 4 1. Einwohnerentwicklung.................................................................................................... 4 2. Soziale Faktoren ............................................................................................................ 4 3. Migration ........................................................................................................................ 5 4. Infrastruktur, Wohnungsmarkt und Mobilität ................................................................... 6 5. Soziale Beziehungen und Teilhabe ................................................................................ 6 6. Bisherige Handlungsansätze .......................................................................................... 7 II. Auftrag und Verfahren ......................................................................................................... 9 III. Einzelmaßnahmen ............................................................................................................ 11 III.1 Bildungs- und Bürgerzentrum (BBZ) ............................................................................. 11 III.2 Nachbarschaftstreff....................................................................................................... 17 III.3 Kinder- und Jugendtreff ................................................................................................ 19 III.4 Bildungs- und Integrationstreff für Mädchen und junge Frauen ..................................... 25 III.5 Integrationskonzept ...................................................................................................... 28 III.6 Strategiepapier ............................................................................................................. 30 III.7 Schulen und Kitas ......................................................................................................... 31 III.8 Kultur, Freizeit und Sport .............................................................................................. 34 III.9 At[t]araxion ................................................................................................................... 37 III.10 Projektförderung und Sozialräumliche Hilfen ................................................................ 40 III.11 Community organizing .................................................................................................. 40 III.12 Sozialraumanalysen ..................................................................................................... 40 III.13 Weitere Einzelansätze und Anregungen ....................................................................... 42 IV. Anlagen ............................................................................................................................. 48 A1 – Bevölkerung mit Hauptwohnsitz Schwerin und Mueßer Holz ...................................... 48 A2 – Bevölkerungsentwicklung Kinder und Jugendliche ...................................................... 49 A3 – SGB-II-Quoten ............................................................................................................ 50 A4 – Sicherheitsempfinden.................................................................................................. 51 A5 – Allgemeine Daten Mueßer Holz................................................................................... 52 3 I. Ausgangssituation im Quartier 1. Einwohnerentwicklung Der Stadtteil Mueßer Holz liegt im Südosten der Landeshauptstadt Schwerin. Er wurde zwischen 1978 und 1989 als eines der größten Neubaugebiete Schwerins errichtet. Geplant waren Wohnungen für knapp 26.000 Menschen. Geprägt ist der Stadtteil durch 5-geschossige Plattenbauten und vereinzelte 12-geschossige Hochhäuser. Nach der Wende setzte eine Flucht aus dem Stadtteil ein. Der Bevölkerungsrückgang betrug ca. 50 %. Die so entstandenen hohen Leerstände führten zu massiven Rückbaumaßnahmen.1 Aufgrund des damaligen Einwohnerschwundes und der damit verbundenen Rückbauten sind bestimmte Infrastrukturen, wie Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten und Freizeitmöglichkeiten, weggebrochen. Aufgrund des Sanierungsstaus in einer Reihe von Wohn- und Geschäftshäusern und Verwahrlosungstendenzen prägt eine gewisse Tristesse die Atmosphäre in dem Stadtteil. Seit 2014 wächst der Stadtteil jedoch. Mittlerweile leben hier wieder ca. 11.000 Einwohner und Einwohnerinnen, darunter ca. 2.600 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (siehe unten; Anlage 1 und Anlage 2). Abbildung: Bevölkerungsentwicklung Mueßer Holz2 12.000 10.000 Kinder/ Jugendliche Gesamt bis 18 8.000 6.000 Kinder/ Jugendliche Gesamt bis 27 4.000 Einwohner Gesamt 2.000 0 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Besonders auffällig ist der hohe Zuwachs an Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 – 18 Jahren (siehe auch Anlage 2). 2. Soziale Faktoren Das Mueßer Holz kann nicht zuletzt aufgrund der sozioökonomischen Strukturen als sozialer Brennpunkt bezeichnet werden. Die dort lebenden Menschen sind in hohem Maße von Sozialleistungen abhängig. Hier leben mit großem Abstand die meisten SGB-II-Empfänger in der Stadt (siehe Anlage 3). Der Anteil von Bedarfsgemeinschaften liegt bei 30 – 35 %, die Jugendarbeitslosenquote bei 29 %. 1 2 Der Leerstand hat sich allerdings nicht nur aufgrund des Rückbaus in den Stadtumbaugebieten Mueßer Holz und Neu Zippendorf ergeben, sondern vor allem auch durch die Sanierung unbewohnter Gebäude in den innerstädtischen Gebieten wie Paulsstadt, Schelfstadt und Feldstadt. Fachdienst Jugend, Fachdienst Hauptverwaltung 4 Auch diese Zahlen und Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass Schwerin eine der deutschen Städte mit den höchsten Segregationswerten ist.3 Nach einer Studie des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung ist hier der Grad der sozialen Spaltung besonders hoch. In einer Studie über 74 große Städte nimmt Schwerin sogar den Spitzenplatz bei sozialer Ungleichheit ein.4 Besonders auffällig ist die große Kinderarmut. Bereits die gesamtstädtischen Zahlen liegen deutlich über dem Landesdurchschnitt (siehe Anlage 3). Zum Stand 30.06.2017 waren in Schwerin 3.301 Kinder unter 15 Jahre Sozialgeldberechtigt nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II). Prozentual an der Altersgruppe der 0- bis unter 15-Jährigen gemessen sind es 26,57 % in Schwerin. Im Stadtteil Mueßer Holz liegt der prozentuale Anteil bei 59,76 %. In absoluten Zahlen sind hier 1.332 Kinder unter 15 Jahren Sozialgeldberechtigte nach dem SGB II. Auffällig ist auch, dass die absoluten Fallzahlen im Bereich Hilfen zur Erziehung (HzE) in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich angestiegen sind. Abbildung: Entwicklung der verfügten Hilfen 2013 - 20175 Fallzahlen im Bereich HzE - Mueßer Holz 600 400 345 370 378 400 2013 2014 2015 2016 458 200 0 2017 3. Migration Im Sozialraum Mueßer Holz wohnt – gemessen am Gesamtsozialraum Schwerin – die größte Personengruppe mit Migrations-, Flucht- und Asylhintergrund (2.807 Personen; darunter viele Kinder und Jugendliche). Dieser Personenkreis setzt sich aus 57 unterschiedlichen Nationalitäten zusammen.6 Der Ausländeranteil im Mueßer Holz liegt bei ca. 26 %. Das ist der höchste Wert aller Stadtteile in Schwerin (der Durchschnitt Schwerins beträgt aktuell ca. 7,5 %, siehe Anlage 1). Grund dafür ist auch der massive Zuzug von Flüchtlingen. Das wiederum ist auch Ausfluss des Umstandes, dass es in Mecklenburg-Vorpommern keine Wohnsitzregelung gibt: Anerkannte Flüchtlinge können sich ihren Wohnort innerhalb der Landesgrenzen frei wählen. 3 4 5 6 Unter Segregation wird hier die ungleiche Verteilung von Bevölkerungsgruppen über städtische Teilgebiete verstanden. Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung: Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte? Trends und Analysen der Segregation in 74 deutschen Städten. Discussion Paper P 2018–001, Mai 2018, S. 29 ff. Hier sind Hilfen in ambulanter, teilstationärer und stationärer Form zusammengefasst dargestellt. Fachdienst Jugend Fachdienst Hauptverwaltung 5 Das führt letztendlich dazu, dass insbesondere Rostock und Schwerin besonders angesteuert werden. Wobei Schwerin aufgrund des nach wie vor hohen Leerstandes (ca. 7 %) besonders viele Flüchtlinge verzeichnet. Auch deshalb ist die Bevölkerung im Stadtteil seit 2014 so stark gewachsen – siehe oben. 4. Infrastruktur, Wohnungsmarkt und Mobilität Die Mieten im Mueßer Holz liegen im unteren Bereich. Dies hat zur Folge, dass Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, vermehrt im Mueßer Holz wohnen bzw. dorthin ziehen. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, dass sich in anderen Stadtteilen nur wenig Wohnraum befindet, der im KdU-Satz liegt. Das Wohngebiet ist durch eine Stadtrandlage gekennzeichnet. Einerseits ist der Stadtteil mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut von der Schweriner Altstadt aus zu erreichen. Die Straßenbahnen Nr. 1 und 2 verkehren regelmäßig zwischen Marienplatz und Hegelstraße. Im Stadtteil selbst gibt es zudem die Möglichkeit, mit den Buslinien 13 und 16 und der Straßenbahn Nr. 3 verschiedene Orte zu erreichen. Nördlich des Stadtteils liegt die B 321, die in Richtung Norden in die Innenstadt und Richtung Osten ins Umland führt. Andererseits besteht eine recht große „Entfernung zur Schweriner Innenstadt und fehlende südliche Anbindung z. B. Richtung Plate“.7 Überdies fehlen im Stadtteil wichtige Infrastruktureinrichtungen, wie Verwaltungsstellen, Angebote des Jobcenters, Einkaufscenter, Kulturangebote etc. Diese Lage setzt wiederum Mobilität fast voraus, um Inklusion und Teilhabe zu erreichen. Gerade die sozioökonomische Lage vieler Bewohner und Bewohnerinnen kann diese Mobilität nur bedingt umsetzen. Trotz relativ guter Erreichbarkeit erscheint der Stadtteil vom Zentrum in gewisser Beziehung „abgehängt“. 5. Soziale Beziehungen und Teilhabe In der Sozialarbeit tätige Fachkräfte beobachten zunehmende destruktive Spannungen und eine Belastung der individuellen und öffentlichen Kommunikation. Das geht zum einen mit dem sukzessiven Abbau gewerblicher, gastronomischer und Dienstleistungs- bzw. Einzelhandelsmöglichkeiten einher. Zum anderen spielen hier Segregationsprozesse bei der überproportionalen Ansiedlung von sozioökonomisch Belasteten und auch Migranten bzw. Flüchtlingen und Asylbewerbern eine Rolle.8 Das birgt auch besondere Herausforderungen an den Schulen und Kitas im Ortsteil. 7 8 ISEK, 2025, S. 47 So auch das ISEK 2025, das als Risiko eine „sozialräumliche Polarisierung und Segregation von sozial unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Menschen mit Migrationshintergrund“ benennt (S. 48). 6 Überdies machen sich aufgrund der mangelnden psychologischen und sozialen Versorgung Erziehungsdefizite und Entwicklungsrückstände bemerkbar.9 Der Ausbau von Hilfen zur Erziehung hat diesen Trend bisher nicht stoppen können. Familiäre Konflikte und Schutzbedürftigkeit von Kindern und Jugendlichen werden zu einer immer weiter zunehmenden Herausforderung. Das korrespondiert auch mit dem Wegbrechen von Angeboten, wie z. B. im Zusammenhang von „Power for Kids“. Reduziert wurden in den vergangenen Jahren auch Kapazitäten der Stadt bei der Jugend-, Jugendsozial-, Straßensozial- und Sozialarbeit. Im ganzen zuständigen Trägerverbund III sind teilweise nur zwei Straßensozialarbeiter tätig. Teilweise wird auch von einem Anwachsen von Gewalt und Kriminalität als auch von Diskriminierungs- und Rassismustendenzen gegenüber Migranten berichtet.10 Hier stehen entsprechende Erhebungen bzw. Analysen noch aus. Unstrittig dürfte sein, dass durch den für Schwerin hohen Ausländeranteil in Verbindung mit fremdenfeindlichen Tendenzen Konfliktpotential entstanden ist. Erhoben wurde allerdings, dass im Stadtteil mit Abstand das größte Unsicherheitsgefühl herrscht (Ergebnis der Bürgerbefragung 2017, siehe Anlage 4). Auffälligkeiten zeigen sich auch bei der politischen Partizipation: Die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2017 lag in beiden Stadtteilen Mueßer Holz und Neu Zippendorf bei lediglich 41,52 %. Die AfD erreichte hier 23,5 % aller Stimmen und ist somit die stärkste Kraft in den beiden Stadtteilen. Was bisher kaum analytisch betrachtet wurde, sind die Folgeerscheinungen der materiellen Armut: Fehlernährung, Suchterkrankungen, Überschuldung, geringe gesellschaftliche Teilhabe, Spannungen der verschiedenen sozialen Gruppen untereinander etc. Nach der oben genannten Studie Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung hat eine „Ghettobildung“ auf jeden Fall gesellschaftliche Folgen: Wer die Probleme des Nachbarn mit wenig Geld nicht mehr hautnah erlebe, könne ein Stück Lebenswirklichkeit leichter ausblenden. Und wer im "Armen-Ghetto" lebt, mag demnach weniger Aufstiegswillen entwickeln. "Diese Entwicklung kann sich negativ auf die Lebenschancen armer Kinder ausweiten", […] "Aus der Forschung wissen wir, dass die Nachbarschaft den Bildungserfolg beeinflusst."11 6. Bisherige Handlungsansätze Die Stadt hat teilweise auf die Situation im Quartier reagiert. 1999 erfolgte die Aufnahme des Stadtteils Neu-Zippendorf in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt – Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“. 2002 wurde das Programmgebiet um das Mueßer Holz erweitert. In diesem Zuge wurde auch ein Stadtteilmanagement etabliert. Auf frei gewordenen Flächen konnten bewohnerorientierte Angebote eingerichtet werden (z. B. Gorodki-Park). 9 10 11 So auch das ISEK 2025: „In der Großwohnsiedlung Mueßer Holz liegt der Bedarf aufgrund der Sozialstruktur der Bevölkerung insbesondere bei der Schaffung von Einrichtungen zur psychosozialen Betreuung und Beratung.“ (S. 83) Wobei die Kriminalitätsstatistik der Polizei in Bezug auf das Mueßer Holz keine Auffälligkeiten zeigt (Kriminalitätsstatistik Polizeiinspektion Schwerin 2018). https://www.n-tv.de/politik/Soziale-Spaltung-in-Staedten-waechst-rasant-article20447673.html (abgerufen am 25.05.2018) 7 Verstärkt wurden seit den 90er Jahren Anstrengungen zur Verbesserung des Wohnumfeldes, u. a. durch Maßnahmen zur Verringerung des Leerstandes, zur Integration von Migranten/Migrantinnen und Flüchtlingen und zum Vorhalten von kulturellen, sportlichen und Bildungsangeboten. Zu den bisherigen Ansätzen zählt auch die Teilfortschreibung des Einzelhandelskonzeptes für die Stadtteile Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz von 2014. Auch das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Schwerin 2025 - 3. Fortschreibung (2015 – „ISEK“) ist hier zu nennen. Die damit verbundenen Maßnahmen sind jedoch oft städtebaulicher Natur. Im ISEK wird dazu ausgeführt: • • • • • In Neu Zippendorf und im Mueßer Holz werden Modellquartiere geplant oder sind schon realisiert (Projekt Tallinner Straße / Vidiner Straße und Modellvorhaben „Innovationen für alten- und familiengerechte Stadtquartiere“ an der Wuppertaler Straße), ISEK, S. 52. Errichtung eines Einfamilienhausgebietes auf ehemaligem Plattenbaustandort mit ca. 100 WE im Bereich Marie-Curie-, Mendelejew- und Eulerstraße im Stadtteil Mueßer Holz. Die Fläche ist beräumt. Die Bebauung ist in mehreren Bauabschnitten geplant (ISEK, S. 58). Errichtung eines innovativen Einfamilienhausgebietes im Mueßer Holz südlich der Straßenbahnwendeschleife nach Beräumung der Plattenbauten. Geplant ist die Umsetzung modellhafter Lösungen im Bereich der Ver- und Entsorgung sowie der Verkehrsinfrastruktur. Darüber hinaus soll das Gebiet in südlicher Richtung eine Anbindung nach Consrade erhalten (ISEK, S. 64). Errichtung eines Eltern-Kind-Zentrums als Ort der Begegnung mit Kindertagesstätte, Familienbildungsstätte und therapeutischen Angeboten (ISEK, S. 83). Errichtung eines Zentrums mit verschiedenen sozialen Einrichtungen in der Pecser Straße in den Räumen einer ehemaligen Kita (ISEK, S. 84). Unabhängig davon gibt es verschiedene konkrete Einzelansätze, die in den vergangenen zwei Jahren auf den Weg gebracht worden sind: Im Bau befindet sich das Bildungs- und Bürgerzentrum in der Hamburger Allee 126. Ebenfalls geplant ist der Bau einer Kita in der Gagarinstraße. Reagiert wurde auch in Bezug auf Jugend- und Jugendsozialarbeit. So sind die Mittel für Jugend- und Jugendsozialarbeit zum Haushalt 2017 / 2018 aufgestockt worden, auch aufgrund der Situation im Mueßer Holz. Parallel dazu wurden 2016 und 2017 richtungsweisende Projekte auf den Weg gebracht (Projekt Zeit.Raum, Sicherung des Mehrgenerationenhauses des IB Schwerin bis 2020, Teilnahme am Bundesprojekt Brücken bauen in Kitas, Konzipierung eines Jugendintegrationsmobils12 u. a.). Geplant ist ein Forum Kinderarmut (Antrag aus der Stadtvertretung, zurzeit in Vorbereitung). Die Flüchtlingsbetreuung ist in Kooperation mit verschiedenen Trägern ausgeweitet worden (in der Regel auf Projektbasis, größtenteils finanziert durch Landes- und Bundesmittel). 12 Ausgezeichnet vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im Mai 2018 8 II. Auftrag und Verfahren In Anbetracht der multiplen Problemlagen sind die vorgenannten Ansätze offenbar nicht ausreichend. Dementsprechend hat die Stadtvertretung 2017 beschlossen, dass Konzepte für Integrations- und Sozialarbeit in den Ortsteilen Mueßer Holz, Neu Zippendorf, Großer Dreesch und Krebsförden auszuarbeiten sind.13 Hier befindet sich die Stadt in mehrfacher Hinsicht in einem Dilemma: Aufgrund der nachhaltig weggefallenen finanziellen Leistungsfähigkeit sind weitere Maßnahmen ohne Unterstützung durch Bund oder Land kaum zu bezahlen. Werden notwendige Ansätze jedoch nicht in Angriff genommen, wird die ohnehin exorbitante Gewährung von Sozialleistungen noch ausgedehnt werden müssen.14 Hilfreich und wünschenswert wäre daher eine (zumindest anteilige) Sonderbedarfsunterstützung von Bund oder Land für weitere Lösungen. Basis dafür sollte eine Sozialraumanalyse sein, um Bestand und Bedarfe tatsächlich fundiert einschätzen zu können. Dazu soll 2018 mit Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Gleichstellung und Soziales MV auf Basis einer Zielvereinbarung eine Sozialraumanalyse mit dem Schwerpunkt Jugend- und Jugendsozialarbeit durchgeführt werden. Parallel dazu ist eine sozialräumliche Analyse geplant: „Zukunft im Quartier - Eine beteiligende Untersuchung zur sozialen Entwicklung im Mueßer Holz“ (siehe unten). Unabhängig von den Ergebnissen der Analysen zeichnen sich jedoch bereits heute besondere Bedarfe für das Mueßer Holz ab, für die kurzfristig Lösungen gefunden werden sollen. Dazu zählen Vorhaben, die ohnehin bereits geplant sind oder die im Rahmen von Gesprächen vor Ort, aus dem Ortsbeirat, von Trägern und anderen an die Verwaltung herangetragen wurden. Beispiele: - Ausweitung von Familienbeihilfen, Hilfen zur Erziehung, Straßensozialarbeit, Ausbau von Bildungs- und Beratungsangeboten, Einrichtung eines Kinder- und Jugendtreffs, Einrichtung eines Nachbarschaftstreffs, Einstellung einer weiteren Koordinatorin (Quartiersmanagement), Städtebauliche Maßnahmen / Beleuchtungskonzepte u. a., Ausschilderung / Bau von Bolzplätzen / Freizeit- oder Erholungsparks, Ansiedlung eines Kinderschutzzentrums o. ä. Diese Einzelmaßnahmen bzw. Ansätze wurden weitgehend in diesem Handlungskonzept zusammengetragen und weiterentwickelt. Mithin ist eine Basis vorhanden, die nun qualifiziert werden muss. Ziel ist es, dieses Basis-Konzept der Stadtvertretung zur Kenntnis zu geben. Zur Qualifizierung in den kommenden Jahren ist eine intensive Einbindung des Ortsbeirates und weiterer Akteure geplant. Dem Quartiersmanagement kommt hier eine wichtige koordinierende Rolle zu. 13 14 Vgl. Antrag Drs-Nr. 01071 / 2017; geändert beschlossen am 17.07.2017 Vgl. Landesrechnungshof (LRH): Analyse der kommunalen Sozialausgaben in MV (2016); siehe auch Analyse der kommunalen Sozialausgaben in MV und im Ländervergleich – Fortschreibung des finanzwissenschaftlichen Kurzgutachtens 2014 im Auftrag des LRH MV 9 Einzelne Maßnahmen sollen durch Finanzierungspläne untersetzt werden. Das dient auch dazu, Fördermittel, Sonderbedarfszuweisungen des Landes oder sonstige Finanzierungsquellen zu erschließen bzw. in Anspruch nehmen zu können (z. B. aus dem Programm „Soziale Stadt“). Parallel soll an Einzelmaßnahmen und Analysen weitergearbeitet werden. Sofern die Einzelmaßnahmen nicht bereits Bestandteil anderer strategischer Papiere sind (Bedingungsrahmen Jugend- und Jugendsozialarbeit, Integrationskonzept u. a.) oder nicht bereits Beschlusslage sind (Kinderbetreuung am Tafelrand, Kinder- und Jugendtreff o. ä.), sind sie gegebenenfalls in die Gremien einzubringen (abhängig insbesondere von Wertgrenzen). In einem weiteren ggf. auch parallellaufenden Verfahren sollen Handlungskonzepte für weitere besonders belastete Ortsteile in Schwerin entwickelt werden. (Gez.) Andreas Ruhl Anlagen (5) 10 III. Einzelmaßnahmen III.1 Bildungs- und Bürgerzentrum (BBZ) Nicht zuletzt aufgrund der zumindest eingeschränkten Mobilität und der materiellen Not vieler Bewohnerinnen und Bewohner sind für die im Quartier lebenden Menschen wohnortnahe Bildungs- und Kulturangebote besonders wichtig. Auch deshalb erhält das Mueßer Holz ein lebendiges Stadtteilzentrum und einen modernen Bildungs- und Schulkomplex. Die Einrichtungen und Sanierungen innerhalb des Bildungs- und Bürgerzentrums (BBZ) sind stufenweise geplant. Die Übergabe des Gebäudekomplexes an die Stadtteil-Volkshochschule und das Förderzentrum / Sprachheilpädagogisches Zentrum erfolgt im Oktober 2018. Die Nutzung / Vermietung von Büroflächen ist ab 1. Januar 2019 geplant. Nach Inbetriebnahme des BBZ erfolgt die Sanierung des Gebäudeteils Förderzentrum. Die Fertigstellung ist für das Schuljahr 2020/21 geplant. Angebote im Überblick Entsprechend den quartiersspezifischen Bedarfen des Mueßer Holzes sollen unter dem Dach des BBZ künftig die Stadtteil-Volkshochschule, das Stadtteilbüro, Beratungsstellen des Jugendamtes und des Jobcenters Schwerin untergebracht sein. Darüber hinaus sind Anlaufstellen des Internationalen Bundes, der Dreescher Werkstätten, interkultureller Vereine und des Konservatoriums geplant. Auch ein Förderzentrum für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf mit den Förderschwerpunkten Lernen und emotionalsoziale Entwicklung wird hier eingerichtet. Ein Veranstaltungsraum mit ca. 200 Plätzen entsteht im Atrium, eine Kochschule mit Freisitz direkt am Haupteingang. Weitere kleinere Räume können öffentlich genutzt werden. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit fördert aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm 2016-18 „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ die Umgestaltung des Schulkomplexes Hamburger Allee 126 zu einem Bildungs- und Bürgerzentrum. Die Gesamtinvestition soll 4,2 Mio. € betragen. Die Fördersumme beträgt 3,8 Mio. Euro. Mit der Umsetzung des Bauprojektes wurde die LGE - Landesgrunderwerbsgesellschaft beauftragt. Die Planung und Ausführung wurde an das Architekturbüro „Fachwerkler Architekten und Innenarchitekten“ mit Sitz in Schwerin vergeben. Das Bildungs- und Bürgerzentrum versteht sich als ein Leuchtturm der Funktions- und Nutzungsmischung, mit Strahl- und Anziehungskraft für die im Stadtteil lebenden Bevölkerungsgruppen. Dazu zählen Jugendliche, Seniorinnen und Senioren, Migrantinnen und Migranten, Berufstätige oder auch arbeitslose Menschen. Dabei übernimmt die Volkshochschule die besondere Aufgabe der Bündelung und zweckmäßen Ausrichtung der Beratungs- und Informationsdienste und der Koordinierung der kulturellen und Bildungsangebote vor Ort. Ziele: - Schaffung wohnortnaher, bedarfsgerechter Bildungs- und Kulturangebote für die Bewohnerinnen und Bewohner (siehe Beschreibung der Leistungsangebote der Institutionen), Koordinierung inhaltlich / organisatorisch durch die VHS 11 - Verbesserung der räumlich-technischen Lehrbedingungen und der Lernatmosphäre sowie die damit verbundenen Aufwertung des gesellschaftlichen Stellenwerts der Bildungseinrichtungen vor Ort - Verbreiterung des interkulturellen Angebots durch VHS und andere Institutionen (z. B. Ausweitung der Bildungsangebote im Bereich Deutsch als Fremdsprache für Migranten und Flüchtlinge, Kulturprojekte), und damit verbunden die Erhöhung der von Bildungs- und Kultureinrichtungen ausgehenden sozial-integrativen Wirkung - Schaffung eines zentralen Veranstaltungsortes für unterschiedliche Veranstaltungsformate im Atrium (Lesungen, Konzerte, Festveranstaltungen) - Vorhalten zielgruppenorientierter Informations- und Beratungsdienste Letztendlich geht es auch darum, vernetzende und vernetzte Angebote für den Sozialraum auf Basis von Kooperationen zu schaffen. Beispiel für eine mögliche Weiterentwicklung: 12 Konkret geplante Einzelvorhaben a) Volkshochschule „Ehm Welk“ Schwerin Die Sanierung des Gebäudekomplexes Hamburger Allee 124/126 führt zu Verbesserungen der Lehr-Lern-Infrastruktur der Stadtteil-Volkshochschule und lässt Erweiterungen des Programmangebots im Stadtteil zu. Seit langem sichert die VHS in ihrer innerstädtischen Geschäftsstelle die Grundversorgung an allgemeiner, politischer, kultureller und beruflicher Weiterbildung entsprechend dem Weiterbildungsgesetz MV. Die Angebote der Stadtteil-VHS fokussieren bisher lediglich auf Schulabschlusskurse, Integrationsmaßnahmen und Kurse für Seniorinnen und Senioren. Zukünftig sind schwerpunktmäßig neben den Schulabschlusskursen Kursangebote vorzuhalten, die sich an Gruppen mit speziellen Bildungsbedürfnissen, wie Langzeitarbeitslose, junge Mütter, Zugewanderte richten. Um die Angebote noch spezifischer anzupassen und Übergänge von den Deutsch-alsZweitsprache-Kursen zu Angeboten im weiteren Kursprogramm zu ermöglichen, wird die Stadt in der zweiten Jahreshälfte 2018 ihre Stadtteil-VHS im BBZ mit erweitertem und wohnortnahen Programmangebot (wieder-)eröffnen. Die VHS wird das Ziel verfolgen, am Standort sukzessive die spezifischen Bedarfe der im Stadtteil lebenden Bewohnerinnen und Bewohner aus ihrem Fachbereichskanon zu berücksichtigen, aber auch die Attraktivität des Standortes in andere Stadtteile und das Umland vermitteln. b) Jugendamt vor Ort In der jüngeren Vergangenheit ist die Verwaltung wiederholt mit dem Umstand konfrontiert worden, dass das Jugendamt vor Ort kaum noch in Erscheinung tritt. Im Mueßer Holz, wo – wie oben dargestellt – seit Jahren ein deutlicher Zuwachs an Kindern und Jugendlichen zwischen 0 und 18 Jahren festzustellen ist, macht sich das besonders bemerkbar. Dadurch entstehen weitere Barrieren. Auch deshalb soll auf der ersten Stufe ein niederschwelliges Beratungsangebot im BBZ etabliert werden. Dadurch können auch unmittelbarere Kontakte geknüpft werden. Überdies besteht eine Verzahnung mit neuen Ansätzen für Hilfen zur Erziehung. Schließlich besteht so die Möglichkeit, in Kombination mit dem geplanten Kinder- und Jugendtreff auch in der Verwaltung mehr Expertise in Sachen offener Kinder- und Jugendarbeit aufzubauen. Konkret wird zurzeit folgende Nutzung der Räumlichkeiten im BBZ durch das Jugendamt geplant: 1. Dienstag und Donnerstag: Sprechtage vor Ort o Beratung durch Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) o Beratung durch Mitarbeiter des Unterhaltsvorschussbereichs o Mitarbeiter des Bereichs Jugendarbeit/Prävention sind punktuell mit vor Ort 13 2. Montag, Mittwoch und Freitag Nutzung der Räumlichkeiten für Hilfeplangespräche im Stadtteil o Akteure des Sozialraumes können hier schneller an einen Tisch geholt werden Beratung im Sozialraum mit Trägern sowohl des Bereiches HzE als auch Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit 3. Bei Neuausrichtung des Projektes „Jugend Stärken im Quartier“ ab 01.01.2019 auf den Sozialraum „Mueßer Holz/Neu Zippendorf“ können Räume als zusätzliche Anlauf- und Beratungsstellestelle genutzt werden: Nutzung der Räumlichkeiten durch die Koordinierungsstelle des Projektes in der Zusammenarbeit mit den Trägern und Partnern Synergieeffekte bei der Beratung von Jugendlichen beim Übergang „Schule-Beruf“ c) Jobcenter vor Ort (JiZ) Die Verwaltung verfolgt zurzeit mehrere Ansätze, Leistungen gerade in den Ortsteilen zur Verfügung zu stellen, in denen besonders viele hilfebedürftige Menschen wohnen. Dazu zählt auch das „Jobcenter vor Ort“ (JiZ=Jobcenter Informationszentrum). Damit soll es möglich sein, dass Bürgerinnen und Bürger – insbesondere der Stadtteile Neu Zippendorf und Mueßer Holz – sich ohne Termin über aktuelle Angebote auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt informieren können. Dafür werden unterschiedliche Informationsangebote zur Verfügung gestellt. Dazu gehören: • • • Online-Medien, Informationen zu Fördermöglichkeiten des Jobcenters und der Agentur für Arbeit, Broschüren und Flyer zum Mitnehmen. Außerdem gibt es Bewerbungs-PCs, an denen Bewerbungsunterlagen erstellt werden können. Auch Bewerbungsfotos oder Zeugnisse können eingescannt werden. Für diese Beratungsangebote werden dem Jobcenter Schwerin Räume im BBZ zur Verfügung gestellt. Dazu sollen zwei Internetarbeitsplätze bzw. Bewerbungs-PCs mit themenbezogenen Angeboten zum Thema Qualifizierung, Ausbildung, Studium, Arbeit zur Verfügung gestellt werden. Die Bewerbungs-PCs bieten Fachprogramme zum Erstellen professioneller Bewerbungsunterlagen. Sie sind ausgestattet mit Farbdrucker, Scanner und USB–Zugang. Während der Öffnungszeiten wird das JiZ durch zwei Beschäftigte des JC Schwerin betreut. Zurzeit sind folgende Öffnungszeiten geplant: Montag/Dienstag/Donnerstag/Freitag: 08:00 Uhr – 12:30 Uhr, Mittwoch geschlossen, Montag/Dienstag/Donnerstag 14:00 Uhr – 15:30 Uhr. Die Entscheidung über die Einrichtung und die Ausstattung des JiZ fällt in den Zuständigkeitsbereich der Trägerversammlung, § 44c SGB II. 14 Auf der Trägerversammlung am 13.04.2018 wurde dem Gremium das Konzept vorgestellt. Festgelegt wurde, dass mit dem oben dargestellten Informations- und Beratungsangebot gegenüber dem Ist-Stand keine Mehrkosten für Personal entstehen sollen.15 Wobei eine Aufnahme der Arbeit des Jobcenters im BBZ zum 01.01.2019 geplant ist. Weitergehende Angebote – wie beispielsweise in einer Anfrage an die Stadtverwaltung vom Mai 2018 aufgezählt – werden zurzeit geprüft. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich ggf. um Angebote im freiwilligen Bereich handelt, was in Anbetracht der Schweriner Haushaltssituation nur bedingt realisierbar sein dürfte. Darüber hinaus wird auch in Erwägung gezogen, die Ausdehnung von Angeboten von der Resonanz der Anlaufstelle im BBZ abhängig zu machen. d) Weitere Kulturangebote Die im Verbund des Kulturbüros agierenden kulturellen Einrichtungen (Bibliothek, Archiv, Volkskundemuseum Mueß, Konservatorium) werden zur Belebung des BBZ mit ihren Veranstaltungen beitragen. Regelmäßige Unterrichtsangebote zum Erlernen von Instrumenten sichert das Konservatorium für Kinder und Jugendliche des Stadtteils mit der Inbetriebnahme des Gebäudekomplexes inhaltlich zu organisatorisch ab. Abbildung: Symbolansicht 15 Für darüber hinaus gehende Angebote beträgt der kommunale Finanzierungsanteil (kFA) hinsichtlich der Verwaltungskosten (sächliche Kosten einschließlich Personalkosten) 15,2 %. 15 e) Stadtteilbüro Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils wird im BBZ weiterhin das Stadtteilbüro des Fachdienstes für Stadtentwicklung als Anlaufstelle vorgehalten. f) Dreescher Werkstätten Die Sanierung des Gebäudes Hamburger Allee schließt die Schaffung barrierefreier Zugänge nach aktuellen Standards ein und eröffnet so Möglichkeiten für eine erweiterte Bildungs- und Kulturteilhabe im Quartier für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Die Dreescher Werkstätten (DW) erbringen in Schwerin umfangreiche Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung. Mit der Ansiedlung der DW im BBZ ergeben sich Vorteile in puncto Erreichbarkeit für die große Anzahl der im Quartier lebenden Betroffenen durch Wohnortnähe. Folgende konkrete Maßnahmen sind geplant: - Erbringen von Dienstleistungs- und Beratungsdiensten der Lebenshilfe Schwerin Bündelung von derzeit dezentralen Strukturen, mit Verwaltung Werkstatt/Wohnen in einem Servicezentrum Nutzung von Räumlichkeiten der VHS (Saal, Kochschule, Kreativräume) für die Durchführung von Freizeitangeboten für die betroffene Zielgruppe und deren Familien g) Internationaler Bund Schwerin (IB) Mit der Einrichtung einer Erziehungs- und Beratungsstelle wird der Internationale Bund Schwerin Eltern, Personensorgeberechtigten, Kindern und Jugendlichen Hilfe bei der Bewältigung von Problemen bei der Erziehung und Entwicklung junger Menschen und in der Familie an sich leisten. Das basiert auf einer engen Zusammenarbeit mit dem städtischen Jugendamt. h) Kontakt e.V. Der bereits seit Jahren im Stadtteil sehr aktive Russisch-Deutsche Kulturverein hält mit seinen Kulturgruppen Einzug in das BBZ. Er sieht sich über seine kulturellen Aktivitäten als Mittler zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern unterschiedlicher Nationalitäten. 16 III.2 Nachbarschaftstreff Bereits das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Schwerin 2025 (2015 – „ISEK“) weist aus, dass im Mueßer Holz eine „Begegnungsstätte“ fehlt.16 Angesiedelt werden soll diese in dem Objekt Hegelstraße 18 – 24, welches von der WGS zum Verkauf ausgeschrieben wurde. Die in einem Bieterwettbewerb erfolgreichen Investoren haben sich bereit erklärt, im Objekt soziale Projekte zu integrieren. Die Stadt hat zugesagt, eine solche Nutzung zu konzipieren. Der von der Verwaltung und der VSP gGmbH entwickelte konzeptionelle Ansatz zielt darauf, vielfältige Kommunikations- und Integrationsprozesse und besondere Zielgruppen der Integration in den Blick zu nehmen (wie z. B. Flüchtlinge, Frauen, junge und ältere Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Alleinerziehende und Familien mit und ohne Armutsrisiko, Arbeitslose Männer und Frauen, Menschen mit Gewalterfahrungen oder Suchtgefährdung, Nachbarschaften). Integration wird hier ausdrücklich nicht als einseitige Anpassungsleistung verstanden, sondern als mehrseitige Öffnung für bisher unbekannte Perspektiven. Das könnten zunächst Erfahrungen eines eher toleranteren Miteinanders werden. Aus solchen Toleranzbereichen sollten auch Annäherungen, gegenseitige Unterstützungen und gemeinsame Interessen erwachsen. In der Startphase (vorläufig für ein Jahr konzipiert) soll in dem Objekt ein Beratungsprojekt für junge Erwachsene und ein Treffpunkt mit einer Küche und einer Werkstatt entstehen. Träger ist die VSP gGmbH in Kooperation mit der Landeshauptstadt Schwerin. Auf einer Fläche von etwa 150 m2 sollen gute nachbarschaftliche Beziehungen aufgebaut, individuelle Alltagsprobleme angesprochen und verringert und Bewohner des Stadtteils aktiviert werden, eigenständig Verantwortung wahrzunehmen. Angelehnt an das Beispiel der Nachbarschaftstreffs in München wird ein „lernendes Konzept“ vorgeschlagen: Der Nachbarschaftstreff soll mit folgenden ersten Zielen arbeiten: - Kommunikationsmöglichkeiten schaffen, dringende Missstände benennen, Selbstverantwortung stärken. Konkret ist folgende Ausrichtung geplant: - Zwei bis drei Fachkräfte stehen wochentags von ca. 10:00 – 18:00 Uhr (in Ausnahmefällen abends oder am Wochenende) als Ansprechpartner und Betreuer zur Verfügung. Dabei sind ausgebildete Fachkräfte mit sozialpädagogischem Hintergrund vorgesehen. Die Räume werden mithin fast durchgehend beaufsichtigt sein. Die Lautstärke wird übliche Zimmerlautstärke nicht überschreiten. Die Methoden und Arbeitsweisen zur Erreichung der Ziele können sehr unterschiedlich sein. Ob das individuelle Beratung, Gruppenangebote, offene Veranstaltungen, gemeinsames Kochen oder Werken oder auch gezielte Öffentlichkeitsarbeit ist, kann im Prozess erwogen und reflektiert werden. Erste sichtbare Präsenz des Nachbarschaftstreffens zur Umsetzung der Ziele können folgende Beratungs- und Aktivierungsangebote sein: 16 ISEK, S. 55 17 - Jugend stärken: Beratung und Begleitung zur beruflichen Integration mit Einverständnis der Koordinierungsstelle, Intergenerative Werkstatt „Insel der Chancen“ - Tagesstruktur und berufliche Vorbereitung für junge Erwachsene und Eltern- bzw. Großelterngeneration, Schuss vor den Bug - Respekt! – Sucht- und Kriminalitäts-Prävention mit Gruppen verschiedener Herkunft, Kiezküche in Kooperation mit Mieterinitiative INTOWN. Gegebenenfalls entsteht so auch ein positiver Effekt für Mieter, z. B. indem Kleinstreparaturen oder Wohngebietsfeste genutzt werden können. • Finanzierung Vorläufig sind folgende Kosten veranschlagt worden: a) Laufende Kosten (Anfangsjahr) Position Personalkosten (3 Stellen à 50.000 € brutto) * Verwaltungsumlage (VSP gGmbH) Miete, Mietnebenkosten (150 qm x 6 € x 12) x 1,2 Telefon / Internet Öffentlichkeitsarbeit Betriebsmittel (Lebensmittel, Ersatzteile etc.) Summe * Kosten p. a. (in €) 150.000 1.200 12.950 500 1.000 5.000 170.650 Sofern das Projekt erfolgreich ist, soll die Personalkapazität mittelfristig reduziert werden. Erfolg wäre dann zu konstatieren, wenn tatsächlich „Lerneffekte“ eintreten und eine Aktivierung der Bewohner gelingt. Dahinter steht rein finanziell auch die Überlegung, dass nach Auslaufen einer Projektförderung der städtische Haushalt unmittelbar belastet werden würde. b) Einmaliger Aufwand Position Ausstattung Musikanlage Ausstattung PC-Technik Ausstattung Telefon / Internet pädagogisches Material (Literatur, Spiele etc.) Erstausstattung Küche (Technik, Geschirr, etc.) Erstausstattung Werkstatt Erstausstattung Möbel, Stühle Summe Kosten (in €) 250 1.400 250 2.000 3.000 2.000 1.000 9.900 c) Finanzierung Die Finanzierung des Gesamtprojektes soll zumindest in der Startphase über Fördermittel erfolgen. Dafür wurde ein Antrag bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk gestellt. 18 III.3 Kinder- und Jugendtreff 1. Ausgangslage Im Mueßer Holz ist – wie oben dargestellt – seit Jahren ein deutlicher Zuwachs an Kindern und Jugendlichen festzustellen (siehe auch Anlage 2). Die Kapazitäten für Jugend- und Jugendsozialarbeit wurden allerdings kaum angepasst. Das gilt auch für Treffpunkte. Das korrespondiert mit dem Wegbrechen von Angeboten, wie z. B. im Zusammenhang von „Power for Kids“. Zurzeit gibt es folgende Anlaufstellen im weiteren Umfeld: Abbildung: Treffpunkte und Anlaufstellen für Jugend- und Jugendsozialarbeit Offene Treffs Jugendsozialarbeit Träger Angebot Adresse Förderung AWO Soziale Dienste gGmbH Sozial-Diakonische Arbeit Evangelische Jugend Bauspielplatz Schwerin e.V. Deutscher Kinderschutzbund - Kreisverband Schwerin e.V. DAA Schwerin und VSP gGmbH Treffpunkt Deja vu Parchimer Straße 2 Ziolkowskistraße 17a Marie-CurieStraße 5d Perleberger Straße 22 Kommune Ziolkowskistraße 42 Kommune Jugendtreff Wüstenschiff Bauspielplatz Offener Kindertreff JuSt – JugendStärken; niederschwellige Beratung, CaseManagement Kommune Kommune Kommune Land ESF Damit wird deutlich, dass in einem großen Teil des Mueßer Holz keine Anlaufstellen bestehen. Auch vor diesem Hintergrund wurde im Dezember 2017 ein Antrag auf Einrichtung eines Kinderund Jugendtreffs im Mueßer Holz eingebracht (Drs. 01274/2017). Dieser Antrag wurde im April 2018 von der Stadtvertretung beschlossen. Die Verwaltung unterstützt das inhaltliche Anliegen, auch wenn die damit verbundenen Kosten problematisch erscheinen: Ein professionell geführter Treff bedarf einer Ausstattung mit qualifiziertem Personal. Dafür können 2,5 VzÄ zugrunde gelegt werden. Andererseits haben die Vorgänge in Zusammenhang mit „Power for Kids“ gezeigt, wie notwendig professionelle präventive Ansätze sind. Zu klären ist auch die Frage der Unterbringung. Die Integration in bestehende Wohnblöcke dürfte kaum möglich sein: Verschiedene Anfragen bei Vermietern haben ergeben, dass ein Kinder- und Jugendtreff als Belastung durch andere Mieter betrachtet werden dürfte. Wohnungsgesellschaften haben mithin kaum Interesse an einer solchen Variante. Daher bestehen zurzeit zwei Varianten in Bezug auf die Raumfrage: - Container-Lösungen oder Integration in das Bildungs- und Bürgerzentrum. Die Integration eines Kinder- und Jugendtreffs in das BBZ in der Hamburger Allee böte erhebliche wirtschaftliche und logistische Vorteile: 19 - - Möglichkeit der Einbindung in vorhandene Beratungs- und Betreuungs- und Kulturangebote, Fachaufsicht durch das Jugendamt möglich (in Verbindung mit dem Ansatz „Jugendamt vor Ort“ – hier ist z. B. ein Beratungsangebot im BBZ geplant. Das korrespondiert mit der Idee, die Betreibung selbst wahrzunehmen, siehe unten.). Die Einbindung in das BBZ ist erheblich kostengünstiger als eine Container-Lösung oder ein Neubau. Ein gravierender Nachteil wäre aber die ggf. mangelnde Akzeptanz von Kindern und Jugendlichen gegenüber einem „etablierten“ bzw. „behördlichen“ Standort. Darüber hinaus wäre ein großer Teil des Mueßer Holz nach wie vor nicht „abgedeckt“:17 = Standort BBZ Vor diesem Hintergrund wird eine Container-Lösung favorisiert, zumal hier der Standort relativ frei wählbar ist. Vorteile: - 17 neuer Anlaufpunkt im südlichen Teil des Mueßer Holz möglich, Gestaltung durch Kinder- und Jugendliche möglich, Keine Akzeptanz-Probleme. In der unten dargestellten Bewertungsmatrix werden diese Punkte daher besonders gewichtet. 20 Geprüft wird auch das Betreibermodell: Nicht zuletzt im Zusammenhang mit „Power for Kids“ ist die Verwaltung wiederholt mit dem Umstand konfrontiert worden, dass das Jugendamt vor Ort kaum noch in Erscheinung tritt. Dadurch entstehen weitere Barrieren. Durch eine eigene Betreibung könnten unmittelbarere Kontakte geknüpft werden. Schließlich besteht so die Möglichkeit, auch in der Verwaltung mehr Expertise in Sachen offener Kinder- und Jugendarbeit aufzubauen. Favorisiert wird zumindest in der Anfangszeit eine Betreibung durch das Jugendamt (in Kooperation mit einem anerkannten Träger der freien Jugendhilfe). 2. Kosten Zur Einrichtung eines professionellen Kinder- und Jugendtreffs bedarf es einer fundierten Kostenschätzung in Bezug auf mögliche Varianten. Zumal für entsprechende Aufwendungen und Auszahlungen keine Haushaltsansätze geplant sind. Ziel muss also auch sein, eine fundierte Basis für mögliche Fördermittelanträge zu erstellen. Die nachfolgend genannten Beträge sind Schätzungen und müssen konkretisiert werden. Variante 1. Container-Lösung d) Laufende Kosten Position Personalkosten (2,5 Stellen à 50.000 € brutto) Schulungen, Supervision Verwaltungsumlage (sofern trägergestützt) Nebenkosten (100 qm x 6 € x 12) Telefon / Internet Öffentlichkeitsarbeit Betriebsmittel (Lebensmittel, etc.) Summe Kosten p. a. (in €) 125.000 1.500 1.200 7.200 500 1.000 1.000 137.400 e) Einmaliger Aufwand • Erschließung / Gründung eines Containerbaus18 Position Sicherheits- und Baustelleneinrichtung Erdarbeiten Betonarbeiten Wasser Beleuchtung Straßen, Wege, Plätze Nebenkosten Betrag in € 6.435,00 10.271,25 14.005,00 1.750,00 2.500,00 4.500,00 8.350,00 Summe LV Zzgl. 19 % MwSt. 47.811,25 9.084,14 Gesamtsumme brutto 56.895,39 18 Schätzungen des ZGM (4/2018) 21 • Container-Anlage, 3er-Anlage (inkl. Sanitär und Büro) Position Gruppenräume (2 x 25.000 €) Büro Sanitärcontainer Lieferung incl. Abladen. Betrag in € 50.000 8.300 7.000 2.500 Gesamtsumme brutto 67.800 Lieferzeit ca. 12 Wochen.19 Der Kauf von Gebraucht-Containern ist stark von aktuellen Marktpreisen abhängig. • Erst-Ausstattung Position Ausstattung Musikanlage Ausstattung PC-Technik Ausstattung Telefon / Internet pädagogisches Material (Literatur, Spiele etc.) Erstausstattung (Küche, Möbel, Stühle, Technik, Geschirr, etc.) Gesamtsumme brutto Betrag in € 250 1.400 250 2.000 4.000 7.900  Gesamtinvestition Position Erschließung / Gründung Container-Anlage Erst-Ausstattung Gesamtsumme brutto Betrag in € 56.895,39 67.800,00 7.900 132.595,39 Variante 2. Integration in das Bürger- und Begegnungszentrum (BBZ) a) Laufende Kosten Position Personalkosten (2,5 Stellen à 50.000 € brutto) Schulungen, Supervision Nebenkosten (100 qm x 6 € x 12) Telefon / Internet Öffentlichkeitsarbeit Betriebsmittel (Lebensmittel, etc.) Summe 19 Kosten p. a. (in €) 125.000 1.500 500 500 1.000 1.000 129.500 Beispiel: https://www.ebay.de/itm/Buerocontainer-Container-Anlage-3er-Anlage-BaucontainerWohncontainer-/112029178751 22 b) Einmaliger Aufwand Position Kosten (in €) 10.000 250 1.400 250 2.000 4.000 Zusatzaufwendungen für separaten Eingang Ausstattung Musikanlage Ausstattung PC-Technik Ausstattung Telefon / Internet pädagogisches Material (Literatur, Spiele etc.) Erstausstattung (Küche, Möbel, Stühle, Technik, Geschirr, etc.) Summe 17.900 3. Bewertungsmatrix Variante Gewichtung Kriterien Mehr-ContainerLösung Integration in BBZ Standortfreiheit x4 Punkte 10 Gesamtwert 40 Punkte 0 Gesamtwert 0 Kosten x2 2,5 5 10 20 Akzeptanz x2 10 20 5 10 Bauaufwand x1 0 0 5 5 Gestaltungsmöglichkeit x1 10 10 5 5 Verknüpfung mit anderen Angeboten Jugendamt vor Ort x1 0 0 10 10 x1 0 0 10 10 Vergabefreiheit x 0,5 0 0 2,5 5 Genehmigungsfreiheit (Zeit/Aufwand) x 0,5 0 0 2,5 5 Summe 75 70 4. Fazit und weiteres Verfahren Trotz der Mehraufwendungen bzw. -auszahlungen wird seitens der Verwaltung eine ContainerBauweise empfohlen. Ein weiterer Kinder- und Jugendtreff ist in jedem Fall mit erheblichen Aufwendungen bzw. investiven Auszahlungen verbunden. Dafür bestehen zurzeit keine Haushaltsansätze. Eine Aufnahme in den Haushaltsplanentwurf 2019 / 2020 ist erst Ende 2018 möglich. Dann muss eine Genehmigung durch die Kommunalaufsicht abgewartet werden. Eine Freigabe entsprechender Mittel wäre also frühestens im März / April 2019 möglich. Die Ausschreibung von Leistungen und ein Interessensbekundungsverfahren zur Betreibung und die Personalakquise könnten erst dann erfolgen. Inklusive Bau wäre eine Eröffnung nicht vor Herbst 2019 möglich. Parallel muss ein pädagogisches Konzept ggf. in Verbindung mit einem Kinderschutzkonzept erstellt werden. 23 Eine Alternative ist, in 2018 überplanmäßige Aufwendungen / Auszahlungen zu beschließen. In Anbetracht der zu erwartenden Kosten wäre ein Stadtvertretungsbeschluss und eine vorherige Ausschussbefassung erforderlich. Einzubinden wären dabei auch der Kinder- und Jugendrat und der Ortsbeirat. Gegenüber einer Realisierung im Rahmen des regulären Haushaltsplanverfahrens könnte eine Zeitspanne von 6 – 7 Monaten eingespart werden. Zur Reduzierung der Haushaltsbelastung sind überdies mögliche Förderungen zu prüfen und ggf. einzuwerben. Hierzu wurden erste Anfragen gestellt. Denkbar wäre 2019 ggf. auch der Einsatz von Städtebaufördermitteln. 24 III.4 Bildungs- und Integrationstreff für Mädchen und junge Frauen a) Ausgangslage / Bedarfssituation Mit Blick auf Mädchen und junge Frauen / Mütter besonders aus den Stadtteilen Mueßer Holz, Neu Zippendorf und Lankow werden Benachteiligungen bei der gleichberechtigten Teilhabe in den Bereichen Bildung, Kultur, Soziales, Freizeit und Sport festgestellt. Viele der Betroffenen wachsen in Familien auf, die Transferleistungen beziehen, bzw. die aufgrund fehlender oder geringer Bildungs- und Berufsabschlüsse selbst Empfängerinnen entsprechender Sozialleistungen sind. In besonderer Weise sind davon Mädchen und junge Frauen / Mütter betroffen, die als Migrantinnen (vielfach mit Fluchthintergrund) hier leben. Auch deshalb hat die Stadt Mittel für aufsuchende Sozialarbeit verstärkt und Projekte, wie das Jugendintegrationsmobil (JIM) der Sozialdiakonischen Arbeit – Evangelische Jugend, forciert. Mädchen und junge Frauen / Mütter nehmen die Angebote des JIM jedoch nicht, bzw. nur sehr eingeschränkt wahr. Selbst wenn eine Kollegin mit im Team wirkt, werden die Mädchen und junge Frauen / Mütter kaum oder nur eingeschränkt erreicht. Im Rahmen der Straßensozialarbeit sind mit Blick auf die Zielgruppe ähnliche Ergebnisse feststellbar. Von den vereinzelt erreichten Mädchen und jungen Frauen / Müttern wird regelmäßig ein gesondertes, auf ihre Bedarfe und Interessen hin ausgerichtetes Angebot nachgefragt. Besonderer Bedarf scheint in Bezug auf Möglichkeiten zu bestehen, sich außerhalb von Familien / Communities mit Gleichaltrigen zu treffen, Freizeit miteinander zu verbringen und zum Beispiel Sport zu treiben.20 Die Situation führt nach Beobachtungen von Sozialarbeitern auch zur Vereinzelung, bzw. sogar Isolation der Betroffenen in den Familien sowie zu einer starken Gebundenheit an die familiären / kulturellen Traditionen. Das hat unter anderem zur Folge, dass: - vielfältige Hemmnisse für eine gelingende Integration dieser Zielgruppe bestehen, diese Mädchen und jungen Frauen / Mütter nur eingeschränkt ein Zugang zu den verschiedenen Hilfesystemen (z. B. SGB VIII) haben und sie kaum in Peergroups ihre persönlichen Fragen an Rolle und Integration besprechen und beraten können. b) Zielgruppe Die Zielgruppe des sozialräumlichen Projekts sind primär zugewanderte Mädchen und junge Frauen / Mütter im Alter zwischen 14 und 27 Jahren. Gerade diese Zielgruppe verfügt häufig über keine ausreichenden Teilhabemöglichkeiten. Sie weist somit einen erhöhten Orientierungs-, Beratungs- und Hilfebedarf auf. Sekundäre Zielgruppe des Angebots sind im Gemeinwesen vor allem auch einheimische Mädchen und junge Frauen / Mütter, deren Potenzial, die gleichaltrigen Zuwanderer in ihre Peers21 aufzunehmen, erschlossen und genutzt werden kann. 20 21 Insofern geht es in diesem Handlungskonzept um einen Treff. Parallel dazu werden zurzeit Konzepte der aufsuchenden Sozialarbeit geprüft, wie das Projekt JIMmine (vgl. Integrationskonzept der Landeshauptstadt Schwerin). Peers / Peer-Group: soziale Gruppe von gleichaltrigen jungen Menschen, in der das Individuum soziale Orientierung sucht und die ihm als Bezugsgruppe dient. 25 c) Ziele Mit dem Angebot wird gemäß § 1 SGB VIII die individuelle und soziale Entwicklung der jungen Menschen gefördert. So soll ihnen als eigenverantwortliche Persönlichkeiten und gemeinschaftsfähige Menschen das Hineinwachsen in unsere Gesellschaft gut, bzw. besser gelingen. Mit Blick auf die primäre Zielgruppe, stellt die Unterstützung der zugewanderten Mädchen und jungen Frauen / Mütter in ihrem Integrationsprozess einen weiteren Hauptaspekt des Angebotes dar. Daraus ergeben sich folgende weitere Zielstellungen: • • • • • Das Selbsthilfepotenzial der Teilnehmerinnen ist gestärkt und sie sind befähigt, die sie betreffenden Angelegenheiten eigenständig zu regeln. In Bezug auf Erziehungsfragen verfügt die Zielgruppe über Kenntnisse zu normativen Erziehungsfragen einschließlich Kindeswohlgefährdung. Die Teilnehmerinnen wissen um die diversen Angebote der Hilfe und Beratung in den Bereichen Bildung, Beruf, Soziales, Gesundheit, Kultur, Freizeit sowie Sport und nehmen diese nach Bedarf in Anspruch. Die Zielgruppe erlangt im Rahmen des Angebotes Wissen, Orientierung sowie Verständnis in Bezug auf unsere Gesellschaft und ist gut/besser in das Gemeinwesen sowie die einheimischen Peergroups integriert. Die Teilnehmerinnen setzen sich kritisch-reflektiv mit den verschiedenen durch Kultur und Herkunft bestimmten Geschlechterrollen und Rollenerwartungen auseinander. d) Leistungen Geplant ist ein offenes freizeitpädagogisches Freizeit- und Beratungsangebot. Es soll an zwei Tagen in der Woche für je zwei bis drei Stunden stattfinden. Dabei wird ein „Treff“ im Stadtteil Mueßer Holz und eines in der Schweriner Paulsstadt verortet. Beim sich Treffen und miteinander Tun im geschützten Raum nur für Mädchen und junge Frauen / Mütter stehen unter anderem Aktivitäten in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Kultur und Sport sowie diverse politisch-gesellschaftliche Bildungsangebote im Vordergrund. Auch die Förderung sprachlicher Kompetenzen, eine Betreuung von Kindern sowie das gemeinsame Essen und Trinken sollte bei Bedarf im Rahmen des Angebotes möglich sein. Dafür sind folgende Leistungen im Kontext des Angebotes bereit zu halten: • • • • Regelmäßige Sprech- bzw. Beratungszeiten vor, während und nach dem Angebot, Vertiefende Einzelfall- sowie soziale Gruppenarbeit, Weiterführende Beratung und Vermittlung in entsprechende Hilfesysteme, Ergänzende Angebote zur Unterstützung der Integration, wie Exkursionen oder Seminare. Um dieses Angebot zu veröffentlichen und den Zugang zu ermöglichen, soll es ein „Startup“ mit allen relevanten Netzwerkpartnern der Stadt geben. In diesem sollen alle Multiplikatorinnen informiert und befähigt werden, für die Teilnahme zu werben und die Aspekte Freiwilligkeit und persönlicher Mehrwert zu erklären. Träger ist die Sozialdiakonische Arbeit – Evangelische Jugend. 26 e) Methoden Grundsätzlich gilt, dass die verschiedenen Aktivitäten und Methoden im Angebot kultur- sowie religionssensibel ein- und umgesetzt werden. Durch die möglichst kontinuierliche Präsenz mindestens einer Mitarbeiterin bei den Angeboten, können im Rahmen dieses sozialräumlichen Angebotes die verschiedenen Methoden und Arbeitsansätze zielgerichtet, systemisch und in ihren Wirkungen nachhaltig eingesetzt werden. Dabei wird im Wesentlichen mit Methoden der Einzelfallarbeit (Erstgespräch, Beratungsgespräch, Intervention), der sozialen Gruppenarbeit und der Arbeit mit sozialen Netzwerken gearbeitet. f) Personelle und räumliche Ausstattung Für die Umsetzung wird ein Stundenvolumen für eine pädagogische Fachkraft mit 10 Wochenstunden angestrebt. Diese Fachkraft muss eine Frau sein und über entsprechende interkulturelle / interreligiöse sowie genderreflektierende Kompetenzen verfügen. Die hauptverantwortliche Mitarbeiterin wird projekt- und anlassbezogen u. a. von den Fachteams des Trägers unterstützt. Darüber hinaus wird mit weiblichen Fachkräften von Kooperations- und Netzwerkpartnern zusammengearbeitet. Im Mueßer Holz kann zunächst auf die räumlichen Ressourcen des Wüstenschiffs sowie die in der direkten Nachbarschaft befindlichen Turnhalle zurückgegriffen werden. Allerdings ist es aus fachlicher Sicht sinnvoll, dieses Angebot mittel- und langfristig in zentraler gelegene Räume des Stadtteils zu verlagern, mit weiteren Vernetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten, wie in das Bildungs- und Bürgerzentrum in der Hamburger Allee. g) Kosten • Laufende Kosten Position Personalkosten (10 Stunden / wöchentlich) Schulungen, Supervision Verwaltungsumlage Nebenkosten (100 qm x 6 € x 12) Telefon / Internet Öffentlichkeitsarbeit Betriebsmittel (Lebensmittel, etc.) Summe • Kosten p. a. (in €) 12.000 500 600 7.200 500 1.000 500 22.300 Einmaliger Aufwand Position Ausstattung Musikanlage Ausstattung PC-Technik Ausstattung Telefon / Internet pädagogisches Material (Literatur, Spiele etc.) Erstausstattung (Küche, Möbel, Stühle, Technik, Geschirr, etc.) Summe Kosten (in €) 250 1.400 250 2.000 4.000 7.900 27 III.5 Integrationskonzept Seit Herbst 2015 verzeichnet Schwerin eine große Anzahl an Menschen, die sich mit dem Hintergrund von Flucht oder Asyl hier niederlassen. Die damit verbundenen Integrationsherausforderungen nehmen zu, da nach wie vor insbesondere anerkannte Flüchtlinge nach Schwerin ziehen. Hinzu kommen Menschen mit Migrationshintergrund, die teilweise schon deutlich länger in Schwerin eine Heimat gefunden haben. Ein großer Teil der Neu-Schweriner ist im Mueßer Holz wohnhaft (siehe auch Anlage 1). Integration wird hier als ein auf Dauer angelegter wechselseitiger Prozess verstanden. Sie soll den in Schwerin lebenden Zuwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund eine umfassende und gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglichen sowie eine Aufnahme in das soziale und kulturelle Spektrum unserer Stadt. Drei wesentliche Integrationsfelder sind Sprache, Bildung / Ausbildung und Arbeit: Geeignete und langfristig angelegte Sprachförderung ist ebenso wichtig, wie vielfältige Hinführung zu Bildung und Ausbildung. Aber auch Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Zugewanderte, die sinnstiftend und kompetenzerweiternd sind, können erheblich zu individuellen Integrationseffekten und zur sozialen Befriedung im Stadtteil beitragen. Insbesondere junge Menschen mit ihren hochgradigen Lernkompetenzen brauchen hier große Aufmerksamkeit. Mit der Gewichtung dieser drei Integrationsfelder soll sichergestellt werden, dass die Beachtung grundlegender menschlicher Bedürfnisse nach Verständigung, Verstehen und sinnvollem Tun auch unabhängig vom Aufenthaltsstatus wirken. Ziel muss sein, alle Menschen ausländischer Herkunft, die dauerhaft und rechtmäßig in unserer Stadt leben, in diesem Sinne zu integrieren. Dies betrifft sowohl die Ermöglichung einer umfassenden Teilhabe als auch die Gewährung von Rechten genauso wie die Beachtung von Pflichten. In diesem Sinn werden die neu zu bedenkenden Angebote und Maßnahmen sehr wohl Aushandlungen zwischen der aufnehmenden Gesellschaft und den Zugewanderten in Gang setzen, die jeweils neues Zusammenleben ermöglichen. Das 2011 erstellte Integrationskonzept der Landeshauptstadt Schwerin vermag den aktuellen Anforderungen nicht mehr zu genügen. Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung ein neues Basis-Integrationskonzept entwickelt. Damit sind wesentliche Rahmenbedingungen und Handlungsfelder skizziert. Die erste Fortschreibung dieses Basis- Konzeptes soll 2018 im Rahmen eines Beteiligungsprozesses erfolgen. Dabei gilt es, in einem ersten Schritt die vorhandenen Leitbilder, Planungen bzw. Entwicklungskonzepte heranzuziehen (Integrierte Stadtentwicklungskonzepte, Schulentwicklungsplan, Kita-Bedarfsplan, Leitbild Kultur etc.). Auch in der Jugendhilfeplanung, die in 2018 intensiv forciert wird, spielt Integration eine zentrale Rolle. Letztendlich ist ein Integrationskonzept auch eine Klammer bzw. eine Verknüpfung vorhandener Planungen. Nach Möglichkeit sollen spezifische Maßnahmen für besonders belastete Ortsteile herausgearbeitet werden. Konkrete Beispiele für mögliche Angebote / Maßnahmen im Mueßer Holz: • • • • Sprachförderung als Querschnittsthema Ausbau der Beratungsdienstleistung durch die Migrationsberatungen der freien Träger, Maßnahmen zur besseren Verteilung von Neu-Schwerinern auf das Stadtgebiet, Einsatz von Jobintegrationslotsen vor Ort, 28 • • • • • • • • • • Beschäftigungsprojekte und Arbeitsvermittlung, Jugendberufshilfe vor Ort (z.B. Jugend stärken), Spezifische Beratungsangebote des Jugendamtes, Ausbau der Familienberatung, Ausbau mobiler Beratungsdienste, Räumliche Verlagerung von Projekten (Beispiel: Schuss vor den Bug), Ansiedlung einer trägergestützten Einrichtung für Kinder- und Jugendarbeit bzw. Hilfen zur Erziehung, Ausbau der Sprachvermittlungs- und Grundbildungsangebote der VHS, Wohnortnahes Kulturangebot im BBZ, Interkulturelle Sportprojekte (mit dem BC Traktor u. a.). 29 III.6 Strategiepapier Der Jugendhilfeausschuss hat beschlossen, dass ein Strategiepapier 2019 – 2020 zu entwerfen ist. Konkret geht es um eine Strategie für die Kinder- und Jugend- und Jugendsozialarbeit im Sinne der §§ 11 – 14 SGB VIII als Teil der Jugendhilfeplanung. Dazu wurde vom Ausschuss eine so genannte AG nach § 78 SGB VIII eingerichtet. Ziel ist es, das neue Strategiepapier bis zur Sommerpause im Entwurf fertig zu stellen. Damit wäre gewährleistet, dass die Ergebnisse in die Haushaltsplanberatungen für 2019 / 2020 ff. einfließen können. Grundsätzlich soll das Strategiepapier Bestand und Bedarfe für den gesamten Sozialraum Schwerin beleuchten. Dabei ist von den beteiligten Fachkräften noch einmal deutlich gemacht worden, dass der Orts- oder Stadtteil der räumliche Mittelpunkt der Kinder und Jugendlichen ist und somit Ausgangspunkt für die Angebote und Maßnahmen sein muss. Ziel ist die weitere Vernetzung und Koordinierung der offenen Kinder- und Jugendarbeit im jeweiligen Stadtteil, um so die Bedarfe, Interessen und Problemlagen im jeweiligen Nahraum zu erkennen und aufzufangen. Die Kooperation und Vernetzung findet auch an den Schnittstellen zu Kindertagesstätten, Horten, Schulen und dem Sozialpädagogischen Dienst der Verwaltung statt. Die offene Kinder- und Jugendarbeit muss somit fest in der sozialen Infrastruktur des jeweiligen Stadtteils verankert sein. Die aktive Beteiligung an Entwicklung und Geschehen im Stadtteil ist Bestandteil der Arbeit. Durch die Arbeit im Stadtteil besteht die Möglichkeit, auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen entscheidenden Einfluss zu nehmen. Die Nähe zu den Familien und zu den spezifischen Problemlagen ermöglicht eine intensive Begleitung der Kinder und Jugendlichen. Benachteiligte Kinder und Jugendliche oder junge Menschen mit Migrationshintergrund erfahren hier im sozialen Miteinander Förderung und Zuwendung. Diese Ausrichtung soll als Rahmenbedingung für das Strategiepapier dienen. Für das Mueßer Holz ist das besonders relevant, da hier sehr viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene leben (siehe Anlage 2). Ohne dem Strategiepapier vorgreifen zu wollen, zeichnen sich bereits heute besondere Bedarfe ab. Das betrifft beispielsweise die bereits genannten Einrichtungen eines Kinder- und Jugendtreffs oder eines Nachbarschaftstreffs (siehe oben). Dazu werden seitens der Verwaltung für das Mueßer Holz zumindest folgende Handlungsoptionen gesehen: - Aufstockung der Sozialarbeiterstellen in den beiden Kinder- und Jugendtreffs, Aufstockung des Angebotes im MGH des IB, fachlicher Standard der Straßensozialarbeit z. B. mit gemischt-geschlechtlich besetzten Zweierteams: 2 VzÄ, Evaluierung und ggf. Aufstockung der Schulsozialarbeit, Pädagogische Betreuung am Tafelrand (siehe unten) Weitere Beispiele sollen sukzessive in Angriff genommen werden. Dazu zählen beispielsweise: - die Ausweitung von Familienbeihilfen, die Effektivierung von Hilfen zur Erziehung, der Ausbau von Bildungs- und Beratungsangeboten. Die Ergebnisse sollen nach Beschluss des Strategiepapieres durch die Stadtvertretung in diesem Handlungskonzept einfließen. 30 III.7 Schulen und Kitas Wichtige Infrastruktureinrichtungen eines Ortsteiles sind auch Schulen und Kindertageseinrichtungen. Dazu zählen in Schwerin: - 23 Schulen in öffentlicher Trägerschaft sowie neun in freier Trägerschaft 46 Kindertageseinrichtungen mit 6.654 Betreuungsplätzen.22 Im Ortsteil Mueßer Holz befinden sich folgende Kindertageseinrichtungen: Träger Kita gGmbH Angebot der Träger KITA Waldgeister Adresse Ziolkowskistr. 35 Diakoniewerk Neues Ufer gGmbH AWO Soziale Dienste gGmbHWestmecklenburg Kita gGmbH KITA Lütte Meckelbörger Keplerstr. 21 KITA Igelkinder Justus-von-Liebig-Str. 27 KITA Future Kids Eulerstraße 1 Volksolidarität KV Schwerin / Nordwestmecklenburg e.V. Maxi-Schulgesellschaft gGmbH Kita Mosaik Pilaer Str. 12 Hort am Pädagogium Schwerin Marie-Curie-Straße 25 22 Quelle: 13. Kindertagesstättenbedarfsplanung der Landeshauptstadt Schwerin (2016) 31 In Anbetracht der seit Jahren steigenden Kinderzahlen und der vielen Zuzüge von Menschen mit dem Hintergrund Flucht und Asyl reichen diese Kapazitäten allerdings nicht mehr aus. Auch deshalb sieht die 13. Kindertagesstättenbedarfsplanung der Landeshauptstadt Schwerin (2016) vor, dass in diesem Ortsteil eine weitere Kindertageseinrichtung zu bauen ist. Konkret geplant ist eine Kita in der Gagarin-Straße. Die ehemalige Kita Spatzennest stand eine Zeit lang leer. Aufgrund der steigenden Kinderzahlen im Stadtteil Mueßer Holz ist entschieden worden, den Kita-Standort wieder zu beleben. Der ehemalige DDR-Bau ist zwischenzeitlich abgerissen. Das Grundstück ist für eine Neubebauung hergerichtet. Mit der Kita sollen 126 Plätze für Krippe und Kita geschaffen werden: • • • 36 Krippe 15 Mischgruppe (2/3jährige) 75 Kindergarten Die Kita wird die besondere Struktur des Stadtteils widerspiegeln. Es wird daher davon ausgegangen, dass bis zu 50 % der Kinder einen anderen als den deutschen Sprachhintergrund mitbringen werden. Daher bedarf die Kita eines besonderen, darauf zugeschnittenen Konzepts. Das betrifft nicht nur die räumlichen, sondern auch personelle Ausstattung der Kita. Soweit pädagogisches Personal, das arabisch spricht, gewonnen werden könnte, wäre dies hilfreich. Wenn die Baumaßnahme nach Plan läuft, könnte die Kita im Sommer 2019 an den Start gehen. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei Schulen. Zurzeit bestehen folgende Schulen im erweiterten Sozialraum: 23 Schulform Name der Schule Adresse Anzahl der Schüler 2017/201823 125 (56 aus Mueßer Holz und Neu Zippendorf) Schulsozialarbeit Förderschule Albert-SchweitzerSchule zur individuellen Lebensbewältigung mit Klinikschule Lise-MeitnerStraße 1-2 Förderschule Schule am Fernsehturm – Sonderpädagogisches Förderzentrum mit Außenstelle Hamburger Allee 126 232 (106 aus Mueßer Holz und Neu Zippendorf) x Grundschule Grundschule „Am Mueßer Berg“ Eulerstr. 2 327 (306 aus Mueßer Holz und Neu Zippendorf) x Allgemeinbildende Schule in freier Trägerschaft Pädagogium Marie-Curie-Str. 25 Regionale Schule mit Grundschule Astrid-Lindgren-Schule Tallinner Straße 4-6 242 (59 aus Mueßer Holz und Neu Zippendorf) 763 (546 aus Mueßer Holz und Neu Zippendorf) x x Stichtag:12.10.2017, Stand: 18.11.2017 32 Weitere Bildungseinrichtungen: Träger DAA Schwerin Bildungseinrichtung Berufs- und Bildungswerk am Fernsehturm e.V. (Berufsschule) Kurzbeschreibung Umschulung kaufmännische Berufe, Berufliche Weiterbildung für Flüchtlinge und Migranten, Gesundheit und Pflege, Umschulung IT-Berufe, Arbeits- und Praktikumsvermittlung Adresse Hamburger Allee 140c Hamburger Allee 122b Spezifische Herausforderung bei Schulen und Kitas ist die Feststellung der Bedarfe und ggf. der Ausbau der Kapazitäten von Schulsozialarbeit. Das ist auch insofern relevant, als dass die Schulen im Mueßer Holz eine große Anzahl von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund betreuen.24 Geplant ist, die Schulsozialarbeit auszuweiten. Dafür sollen ggf. nicht verbrauchte BuT-Mittel eingesetzt werden (wobei das spezifische Problem besteht, dass diese Mittel nur bis 2020 zur Verfügung stehen). Darüber hinaus sollen einige der Schulen saniert werden. 24 Ein besonderes Beispiel dafür ist die Grundschule „Am Mueßer Berg“, in der jedes dritte Kind einen Hintergrund Flucht, Asyl bzw. Migration hat. 33 III.8 Kultur, Freizeit und Sport Die Lebendigkeit und Integrationsfähigkeit eines Ortsteiles hängt auch von Angeboten im Bereich Kultur, Freizeit und Sport ab. Auch deshalb hat die Stadtvertretung Ende 2017 eine Integrierte Sportentwicklungsplanung beschlossen. Die bezieht auch Sportstätten ein. Zurzeit sind folgende Sporthallen im Mueßer Holz nutzbar: Name Sporthalle Adresse Sporthalle Hamburger Allee (E.-Kästner-Halle) Hamburger Allee 240 Hegelstraße Hegelstr. 10 Albert-Schweitzer-Schule Lise-Meitner-Str. 3 Schule Am Fernsehturm Hamburger Allee 126 Hamburger Allee 122 Hamburger Allee 122 Ziolkowskistraße Ziolkowskistraße 16a Grundschule Am Mueßer Berg Eulerstraße 2 Perleberger Straße Perleberger Str. 18 Dieses Angebot wird seitens der Stadt momentan für ausreichend gehalten. Neben dem Sporthallenangebot sind Spiel- und Freizeitplätze von Bedeutung. Auch in diesem Zusammenhang bestehende diverse Angebote: 34 Spiel- und Freizeitplätze: Name Spiel-/ Freizeitstätte Bolz- und Volleyballplatz Hamburger Allee Spielplatz Kantstraße Skateanlage und Bolzplatz GeorgSimon-Ohm-Straße Streetball-Platz Ziolkowskistraße Volleyballplatz Ziolkowskistraße Spielplatz Grünzug Keplerstraße Streetball-Anlage Hamburger Allee Spielplatz Ziolkowskistraße Ggf. Spielplatz Pankower Straße Kurzbeschreibung Adresse / Lage Volleyballnetz, Schutzhütte, Fußballtore mit Ballfangzaun und Sitzstämme Hamburger Allee/ Otto-v.Guericke-Straße Tischtennisplatten, Hüpfplatten, Sechseckschaukel, Drehscheibe, Hangrutsche, und Rutschenturm Coping Ramps, Spine Ramp, Fußballtore mit Ballfangzaun, Sitztribüne zwischen Kantstraße und Waldrand 2 Streetball-Anlagen mit Ballfangzaun, überdachte Sitzmöglichkeit direkt an der Ziolkowskistraße, neben einem Parkplatz Ball über die Schnur am Waldrand direkt an der Ziolkowskistraße im Grünzug der Keplerstraße Spielgerätekombination mit Röhrenrutsche, Spielwiese und zehn künstliche Kletterfelsen Streetball-Körbe mit Ballfangzaun Bolzplatz-Tore, Doppelseilbahn, überhohe Schaukel, Mastkreuzpendel, Spielpyramide, Modellierung für BMX Spielkombination mit Rutsche, Stehwippe, Karussell "Clown", Karussell "Spica", Kletterelement mit Netz "Krone", Märchenbrunnen mit Wasserspiel an der Straßenbahnwendeschleife Georg-Simon-Ohm-Straße hinter der Förderschule am Fernsehturm abgesenkte Wiesenfläche zwischen Bürgel- und Ziolkowskistraße Grünzug Berliner Platz - Plater Straße Inwieweit weitere Einrichtung vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung nötig sind, soll im Rahmen der Umsetzung des Sportentwicklungskonzeptes geprüft werden. 35 Gesondert geprüft werden sollen mittelfristig die Bedarfe in Bezug auf Kultur- und Freizeitangebote. - Kooperationen Musikschulen / Projektförderungen Konservatoriums-Angebote im BBZ Theaterprojekte (hier besteht wird zurzeit ein Projekt zusammen mit dem Staatstheater konfiguriert) Im Rahmen der Diskussion über die Integrierte Sportentwicklungsplanung wurde die Anregung gegeben, die Ausschilderung von entsprechenden Anlagen zu prüfen. Darüber hinaus soll der Bau von Bolzplätzen / Freizeit- oder Erholungsparks untersucht werden. 36 III.9 At[t]araxion Konzept zur Vermittlung von kulturellen Bildungsangeboten unter Einbeziehung digitaler Medien für Kinder und Jugendliche im Schweriner Stadtteil Mueßer Holz 25 1. Inhaltlicher Ansatz At[t]araxion ist ein interdisziplinäres Konzept am Standort Mueßer Holz, das Kindern und Jugendlichen aus so genannten „sozial schwachen“ Stadtteilen/Regionen uneingeschränkten Zugang zu Bildungsangeboten aus den Bereichen Musik, Bildender und Darstellender Kunst in direkter Kombination mit zeitgemäßer Medienarbeit ermöglicht. Als gelebte Botschaft für die Aufwertung eines Stadtteils mit immensem Potenzial: den Kindern und Jugendlichen vor Ort. Potenzial, das unter Anleitung des pädagogischen Teams der Musik- und Kunstschule ATARAXIA gehoben werden kann und soll. Das Konzept umfasst einerseits Einzelprojekte. So soll mit Hilfe digitaler Soundbearbeitungssoftware der Anfang des Soundtracks zu einem parallel gedrehten Film entstehen. Regie, Dramaturgie, Schauspiel, Schnitt, Komposition: Kinder und Jugendliche aus dem Schweriner Stadtteil Mueßer Holz. Andererseits soll ganzjährige Angebote gemacht werden. Gruppen- und Einzelcoachings vermitteln das notwertige musikalisch-künstlerische Handwerkszeug. Schulen und Kitas vor Ort fungieren als zentrale Kooperationspartner. Weitere Partner kommen aus dem Bereich der Jugendsozialarbeit. Wesentliche zweite Komponente ist die Vermittlung von Medienkompetenz. Digitale Medien durchdringen den Alltag; die pädagogische Auseinandersetzung mit Medien ist essenziel. Digitale Medien wecken den Spieltrieb und ermöglichen schnelle Erfolgserlebnisse; die von Coaches begleitete Auseinandersetzung mit Medien fördert das Erlernen von Medienkompetenz. Der direkte Einsatz digitaler Technologien ist ebenso Teil des Projekts wie etwa ein selbst verfasster Blog. Die jungen Menschen werden so zu einem wichtigen Mittler zwischen den Kunstprojekten und Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Der nächste Schritt: Begegnung durch Kooperation. Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Stadtteilen lernen sich durch gemeinsamen künstlerisch-kreativen Austausch kennen. Die Zusammenarbeit, etwa mit bestehenden Ensembles der Schweriner (Musik-)Schulen, fördert den Dialog auf Augenhöhe, ermöglicht Aufführungen in allen Stadtteilen Schwerins und sprengt soziale Grenzen. Die mediale Komponente ermöglicht darüber hinaus das unkomplizierte Hinzuziehen von Partnerschulen aus dem In- und Ausland, mit denen im Lauf des Projekts auch direkter, persönlicher Austausch stattfinden kann. 2. Vision Der Schweriner Stadtteil Mueßer Holz glänzt durch ein interdisziplinäres Pilotprojekt, das barrierefreie kulturelle Bildung und Medienkompetenz auf einzigartige Weise verbindet. Das positive Image des Mueßer Holz strahlt in ganz Schwerin und über die Landesgrenzen hinaus. 25 Konzept und Ansprechpartner: Jörg Ulrich Krah, pädagogisch-künstlerischer Leiter von Ataraxia; joergulrichkrah@ataraxia-schwerin.com 37 → Zielgruppe, Aktionsradius und Reichweite Kinder und Jugendliche, zunächst aus dem Mueßer Holz und in ganz Schwerin. Altersgruppen je nach Kursangebot: - Kita für MFE, Singschule, Kunstkurse - Grundschule Instrumentalklassen, Rhythmusschule, Singschule, Marching Band, Kunstkurse, Tanz und Schauspiel - Ab der 5. Klasse: Einbezug digitaler Medien; Film- und Sounddesignklassen Durch mediale Begleitung und digitale Vermarktung seitens der Teilnehmenden und öffentlichkeitswirksame Kommunikationskampagnen soll das Pilotprojekt bundesweite Aufmerksamkeit bekommen, die auch andere Bildungsinstitutionen bundesweit (v.a. auch Metropolregion Hamburg) zum Mitmachen und Weiterentwickeln inspiriert. 3. Angebote a) Ganzjährige Angebote • Musik o Marching Band o Percussionsorchester o Bandcoaching o Chöre • Elektronik o Film-Projekt o Sound-Design o Hörspiel • Bildende und Darstellende Kunst o Tanzatelier o Kunstatelier o Schauspiel b) • • • • • • Projektweise Angebote (Ferien-Workshops oder über bestimmten Zeitraum) Kompositionsprojekt Kunstkurse Tanz und Schauspiel Trickfilm Kinderfest im Mueßer Holz (z. B. in Kooperation mit den Tagen Alter Musik) Wohnungskonzerte 4. Träger Träger des Gesamtangebotes ist die Musik- und Kunstschule ATARAXIA. Die Schule steht seit mehr als 25 Jahren für Erfahrung, Zuverlässigkeit und Erfolg und hat in dieser Zeit Qualität und Kompetenz in der kulturellen Bildung nachgewiesen. Sie verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und setzt auf Nachhaltigkeit und Innovation. ATARAXIA steht für eine zeitgenössische Ausrichtung: inhaltlich in den Musik- und Kunstprojekten ebenso wie durch Einbezug digitaler Kreation. 38 5. Ressourcen / Kostenschätzungen a) Erstausstattung Position Ausstattung Instrumente Technisches Equipment (PCs, Software, Audio/Video) Kosten (in €) 25.000 10.000 b) Laufende Kosten Position Personal und Projektmanagement Kosten (in €) 125.000 Offen sind die Räumlichkeiten vor Ort. Als Einstieg wären beispielsweise Räume in Schulen und Kitas denkbar. Auf Dauer wird ein eigener Standort angestrebt. Das wäre auch in Modulbauweise denkbar. Hier ist mit einmaligen Kosten von 100.000 – 150.000 € zu rechnen (siehe zum Vergleich die Kostenschätzungen für den Kinder- und Jugendtreff oben). Für die Erstinvestitionen und die Startphase sollen Fördermittel eingeworben werden. 6. Perspektive Eine App programmieren lassen, mit der Kinder und Jugendliche eigenständig üben und ihren Fortschritt dokumentieren können. Hier können die Kräfte von ATARAXIA auf mehr als 20 Jahre Erfahrung mit dem Einsatz computergestützten Unterrichts verweisen. 39 III.10 Projektförderung und Sozialräumliche Hilfen Viele der sozialen Angebote im Mueßer Holz laufen auf Projektbasis.26 Das beinhaltet sowohl allgemeine sozialräumliche Angebote (Beispiel: Projekt Zeit.Raum des IB Schwerin) als auch spezifische Ansätze zur Integration. Beispiele: • • • • "Brücke durch Integration" (Deutsch-Russisches Kulturzentrum), "Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit mit Geflüchteten und Migranten“ (Evangelische Luth. Petrusgemeinde), Spielend Gärtnern - Bildung und Kultur (Die Platte lebt e.V.), Kinderberatung am Tafelrand (Evangelische Jugend). Grundsätzlich soll die Projektförderung zwar ausgebaut werden. Problem ist allerdings, dass Projektförderung definitionsgemäß nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung steht. Das erschwert unter anderem die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte. Ziel der Stadt muss es daher sein, die laufenden Projekte zu evaluieren und ggf. eine institutionelle Förderung im Haushalt zu verankern. III.11 Community organizing In 2018/2019 soll ein Ansatz des Community organizing (CO) realisiert werden: der Wandel eines öffentlichen Klimas- und damit auch individueller Zuordnungen von destruktiven, ausschließendem Selbstverständnis und Verhalten hin zu konstruktivem, ausgleichendem, integrierendem Selbstverständnis und Verhaltensanteilen. Ziel von CO ist es, durch das demokratische Organisieren von Bürgern, sie handlungsfähig zu machen, um auf diese Weise soziale Missstände im Stadtteil zu beseitigen. Dabei steht das Aufgreifen und öffentliche Austragen von Konflikten im Vordergrund. Ziel des Organizing ist ebenso der Aufbau von Beziehungen zwischen Menschen, die bislang keinen Kontakt zueinander haben, zum Beispiel zwischen Stadtteilbewohnern mit verschiedenem Glauben. Durch diese professionell betriebene Beziehungsarbeit sollen in Folge lebendige und machtvolle Organisationen und Koalitionen auf "breiter Basis" entstehen.“ 27 Träger ist die VSP gGmbH. III.12 Sozialraumanalysen 1. Einbindung von Planungsbüros Um einen nachhaltigen Prozess in Gang zu setzen, bedarf es einer fundierten Analyse. Dazu wäre die Einbindung externen Sachverstandes denkbar. Konkret in Zusammenhang mit dem Programm Soziale Stadt wurden hier bereits Planungsbüros kontaktiert, um ein mögliches Auftragsvolumen einschätzen zu können. Dabei bedarf es zuerst einer Evaluation der bisher verfolgten Ziele und Maßnahmen. Darauf aufbauend wäre die Neujustierung von Strategien und Maßnahmen auszurichten. 26 27 Finanziert durch 100-€-Pauschale, Integrationsfonds, Bürgerstiftung u. a. Vgl. www.stadtteilarbeit.de 40 Mögliche Leitfragen: - Wo und in welchen Handlungsfeldern gibt es besondere Entwicklungsdefizite? Welche Prioritäten sollen für die zukünftige Stadtteilarbeit gesetzt werden? Welche Aufgaben können private Akteure übernehmen (Wohnungseigentümer, Gewerbetreibende oder lokale Vereine)? Methodisch sollte ein Mix aus quantitativen und qualitativen Evaluierungstechniken angewendet werden. Beispiele: - Problem- und Potenzialanalyse Auswertung statistischer Daten Experteninterviews Stadtteilkonferenzen Fakten und Zwischenergebnisse könnten in der lokalen Presse und im Turmblick veröffentlicht werden. Der Erhebungszeitraum wäre mit zirka acht Monaten zu veranschlagen. Bei einer Konzentration auf das Mueßer Holz wäre mit Kosten von ca. 40.000 € zu rechnen. 2. Sozialraumanalyse durch lokale Träger Zur Erhebung und Sicherung belastbarer Perspektiven der Bewohner und Bewohnerinnen des Stadtteils wird von der VSP gGmbH und Lokale Agenda 21 eine alternative sozialräumliche Analyse geplant: „Zukunft im Quartier - Eine beteiligende Untersuchung zur sozialen Entwicklung im Mueßer Holz“. Es geht darum, von Beginn an die „richtigen“ Angebote im Stadtteil aus Sicht der Bewohner und Bewohnerinnen zu implementieren, um so deren Nutzung sicher zu stellen. Letztendlich soll so erhoben werden, welche Instrumente und Angebote im Stadtteil entwickelt werden müssen. Aus der Breite der Bedürfnisse und Lebenssituationen werden vier Korridore verdichtet: - Informelle Kinder- und Jugendbildung, Lebenslanges Lernen, soziale Eingliederung, Integration in Beschäftigung. Mittels Befragung eines repräsentativen Querschnitts von 750 Bewohner und Bewohnerinnen des Stadtteiles Mueßer Holz sollen zum einen Bedürfnisse und Perspektiven verschiedener Gruppen sichtbarer und sozialwissenschaftlich bewertbarer werden. Zum anderen soll mit der Befragung auch das Netzwerk der im Sozialraum oder in erreichbarer Nähe tätigen Akteure im öffentlichen Raum sichtbarer werden. Die Ergebnisse der Analyse sollen in die Modifizierung des Projektes einfließen, in dem möglicherweise ganz andere Angebote und Instrumente benannt oder gefordert werden als bisher in den Blick genommen. Ergebnis sollte eine Sozialraumanalyse sein, um Bestand und Bedarfe tatsächlich fundiert einschätzen zu können. Dazu soll 2018 vom Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales MV die Förderung eines Kleinprojektes übernommen werden. 41 III.13 Weitere Einzelansätze und Anregungen Neben den oben genannten Vorhaben sind in den vergangenen Monaten viele Anregungen aus Gesprächen vor Ort an die Verwaltung herangetragen worden. Darüber hinaus bestehen weitere Überlegungen in den Fachdiensten. Schließlich gibt es bereits diverse Beschlüsse aus städtischen Gremien, die direkt oder indirekt Einfluss auf die weitere Entwicklung haben sollen. a) Wohnumfeldverbesserung und „Soziale Stadt“ Mit dem Haushaltsplan 2017 / 2018 wurden Mittel für die Wohnumfeldverbesserung im Mueßer Holz veranschlagt (Haushaltsplan, S. 34, jeweils in €): 2017 554.000 2018 754.000 2019 806.000 2020 440.000 Im Rahmen des Programms Soziale Stadt sind für das Mueßer Holz und Neu Zippendorf folgende Beträge veranschlagt: 2017 186.000 2018 234.000 2019 177.000 2020 23.000 b) Forum Kinderarmut Kinderarmut ist ein bundesweites Phänomen. In Schwerin ist sie allerdings besonders ausgeprägt. Gemessen an der SGB II-Hilfequote der leistungsberechtigten Kinder unter 18 Jahren in Bedarfsgemeinschaften liegt Schwerin mit 25,2 % nicht nur deutlich über dem Landesdurchschnitt. Die Landeshauptstadt weist auch die höchste Quote unter den Landkreisen und kreisfreien Städten auf.28 Im Mueßer Holz leben zwei von drei Kindern und Jugendlichen in Familien, die mit weniger als 60 % des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens auskommen oder staatliche Grundsicherung beziehen müssen. 29 Ein Aufwachsen in Armut geht nach Überzeugung des Deutschen Kinderschutzbundes „oft mit Erfahrungen von Ausgrenzung, Stigmatisierung und emotionaler Belastung einher, die von Kindern tief empfunden wird.“30 Letztendlich hat Kinderarmut auch Folgen für Teilhabe- und Bildungschancen, Gesundheit als auch Berufsperspektiven. Aus einer Kindheit in Armut kann eine lebenslange Benachteiligung werden.31 Viele der häufiger genannten Lösungsvorschläge beziehen sich auf landes- oder bundesgesetzliche Regelungen, wie die Erhöhung der SGB-II-Regelbedarfssätze für Kinder und Jugendliche, die Aufstockung der Mittel für das Bildungs- und Teilhabepaket, etc. Experten sehen aber auch kommunale Institutionen in der Pflicht. Das betrifft zum Beispiel die Bereitstellung einer an den Bedarfen der Kinder und Familien ausgerichteten Infrastruktur (Familienbildung, Erziehungs-, Gesundheits- wie auch Schuldenberatung). 28 29 30 31 Bundesagentur für Arbeit: Kinder in Bedarfsgemeinschaften (Monatszahlen) Deutschland, West/Ost, Länder und Kreise Juni 2017, S. 12 Quelle: Fachbereich für Hauptverwaltung / Statistik (Oktober 2017) http://www.dksb.de/Content/shownews.aspx?news=364; abgerufen am 30.10.2017 Armutskonferenz; Stadt Nürnberg, https://www.nuernberg.de/internet/sozialamt/armutskonferent.html; abgerufen am 28.10.2017 42 Vor diesem Hintergrund hat die Stadtvertretung beschlossen, dass ein Forum Kinderarmut einzurichten ist (Drs. 01240/2017). Wobei das Forum mit dem Auftrag ins Leben gerufen wird, auch Schwerin-spezifische Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Einbezogen werden auch das Landesnetzwerk Kinderarmut.32 Das Forum soll im III. Quartal 2018 mit der Arbeit beginnen, auf Basis des dann vorliegenden Sozialberichtes. c) Frühe Hilfen In dem vorgenannten Forum soll auch das Thema Frühe Hilfen erörtert werden. Darin wird von Experten zumindest ein Ansatz zum Umgang mit Kinderarmut gesehen (vergleiche auch Veröffentlichungen des Nationalen Zentrums für Frühe Hilfen).33 d) Kinderberatung am Tafelrand Ebenfalls mit Armut hängt die Arbeit der Tafeln zusammen. Hier ist ebenfalls das Mueßer Holz besonders zu berücksichtigen. Für die so genannte Kindertafel wurde eine pädagogische Betreuung organisiert (Träger. Diakonie/Evangelische Jugend). Für 2017 wurde dafür eine städtische Förderung von ca. 5.000 € bewilligt. Mittlerweile hat auch die Stadtvertretung eine entsprechende Betreuung für 2019 / 2020 beschlossen (Drs. 01319/2018; Beschluss vom 23.04.2018). Die Kinderberatung am Tafelrand soll evaluiert und ggf. modifiziert fortgeführt werden. e) Anpassung der KdU-Richtlinie Schwerin verzeichnet zwar nach wie vor einen hohen Wohnungsleerstand (ca. 7 %). Was allerdings fehlt, sind kleine Wohnungen. Das erschwert es Grundsicherungsbeziehern bzw. Einpersonenhaushalten, angemessene Objekte zu finden, um damit Kostensenkungsaufforderungen des Jobcenters umzusetzen. Auch vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung die Richtlinie der Landeshauptstadt Schwerin zur Bestimmung der Bedarfe nach § 22 SGB II (Bedarfe für Unterkunft und Heizung) / §§ 35 SGB XII (Unterkunft und Heizung) und 36 SGB XII (Sonstige Hilfen zur Sicherung der Unterkunft) überarbeitet und rückwirkend zum ab 01.01.2018 in Kraft gesetzt. Diese Fassung soll nun in einer Arbeitsgruppe, an der auch der Mieterbund und Vertreter der Fraktionen teilnehmen, weiter qualifiziert werden. Das korrespondiert mit der oben genannten Studie zur sozialen Segregation. f) Soziale Wohnraumversorgung Die städtische Wohnungsgesellschaft hat in Abstimmung mit der Sozialverwaltung ein Konzept zur sozialen Wohnraumversorgung erarbeitet.34 Ein ähnliches Modell besteht bereits in Rostock. Dazu hat eine erste Abstimmung mit der Verwaltungsleitung stattgefunden. Zurzeit laufen Aktivitäten zur Fördermittelakquise. 32 33 34 http://www.raus-bist-du.de/; abgerufen am 28.10.2017 https://www.fruehehilfen.de/; abgerufen am 30.10.2017. Träger ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, gefördert vom Bundesbildungsministerium. Erste Abstimmung am 27.09.2017 43 Besonderes Augenmerk soll dabei auf die räumliche Verortung gelegt werden. Nach der oben genannten Studie des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung hat sich gezeigt, dass viele Sozialwohnungen die räumliche Ungleichheit in einer Stadt sogar noch verstärkten. Denn Sozialwohnungen seien heute vor allem in Stadtteilen zu finden, in denen ohnehin schon die Armen wohnen. In begehrteren Lagen wie Altbau-Vierteln seien sie hingegen oft aus der sozialen Bindung herausgefallen. Als langfristigen Ausweg für die Kommunen empfehlen die Autoren der Studie, Neubauten in besseren Wohnlagen immer mit strikten Auflagen für einen Anteil von Sozialwohnungen zu versehen.35 g) Wohnraumberatung Optimiert werden soll die Wohnraumberatung. Dazu fand Ende November 2017 eine Abstimmung der Verwaltung mit den größeren Wohnungsunternehmen in der Stadt statt. Geplant ist eine Fortführung der Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft. h) Demografie Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sind in Schwerin mit Bundesförderung zwei Mehrgenerationenhäuser entstanden. Zum einen in Krebsförden (Träger: Caritas) zum anderen im Mueßer Holz (Träger IB Schwerin). Für beide Häuser sind im Oktober 2017 die CoFinanzierungserklärungen ausgestellt worden (jeweils 10.000 € pro Jahr). Die Förderung erfolgt über vier Jahre (mit hoher Wahrscheinlichkeit wird das Bundesprogramm auch darüber hinaus verlängert). Die MGHs sollen nun weiterentwickelt werden. Dabei kommt der Kommune gemäß Fördermittelrichtlinie eine besondere Rolle zu. Ein zweiter Baustein ist die Entwicklung eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes. Auch hier liegt ein entsprechender Vertretungsbeschluss zugrunde (Drs. 00761/2016). Die Verwaltung hat auf Bitte des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung MV bisher auf die Erstellung eines eigenen Konzeptes verzichtet. Mittlerweile hat das zuständige Ministerium einen ersten Entwurf vorgelegt, der als Modell für alle Landkreise und kreisfreien Städte dienen soll (Mai 2018). Auf dieser Basis soll nun zusammen mit dem Seniorenbeirat ein entsprechendes Konzept für Schwerin entwickelt werden. Dabei sollen auch spezifische Bedarfe im Mueßer Holz untersucht werden. i) Partizipation Ein Großteil der vorgenannten Handlungsfelder und Maßnahmen ist per se auf die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern bzw. Vereinen, Verbänden oder Institutionen ausgerichtet (Beispiel: Jugendkonferenzen etc.). Auch die geplanten Umsetzungsschritte sehen eine umfassende Beteiligung vor (Beispiel: Sozialraumanalyse). Parallel dazu könnten Stadtteilkonferenzen gezielt einberufen werden, um dieses Konzept oder zumindest Teile einer breiteren Diskussion zu öffnen. In verschiedenen Gremien wurde im Zusammenhang mit den in diesem Konzept genannten Ansätzen der Wunsch geäußert, eine zentrale Homepage einzurichten. 35 Siehe https://www.n-tv.de/politik/Soziale-Spaltung-in-Staedten-waechst-rasant-article20447673.html (abgerufen am 25.05.2018) 44 Zu prüfen ist, inwieweit die bereits vorhandene Plattform www.Dreesch-schwerin.de dafür genutzt werden kann. Gegebenenfalls ist allerdings auch zu prüfen, inwieweit die vorhandenen Personalkapazitäten ausreichen.36 Darüber hinaus sollte Aktivitäten gestartet werden, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Dazu sollte eventuell externer Sachverstand eingeholt werden (mandarin-medien, Planet o. a.) j) Lokaler Teilhabeplan (Umsetzung der UN-BRK) 2006 wurde das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ (UN-BRK) von den Vereinten Nationen beschlossen. Dazu hat die Schweriner Stadtvertretung am 21.02.2011, beschlossen einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention zu erarbeiten. Ziel ist, langfristige und teure Maßnahmen zu identifizieren und kurzfristig finanzierbare Maßnahmen möglichst zeitnah umzusetzen. Defizite und entsprechende Lösungsvorschläge sollten möglichst konkret aufgezeigt werden. Der Plan soll stetig fortgeschrieben werden (vgl. Drs.-Nr. 00678/2010). Vor diesem Hintergrund wurde 2016 von der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeirat ein Projekt gestartet. Ziel war die Erstellung eines strategisch ausgerichteten Handlungsprogramms für die Landeshauptstadt. Dazu wurden auch externe Akteure eingebunden, die ihre spezifische Expertise einfließen lassen sollten (Fachpartner, Institutionen, Vereine und Verbände etc.). Zusammenfassend wurden in einem Lokalen Teilhabeplan mehr als 230 Maßnahmen und Handlungsoptionen aufgelistet, die entweder fortgeführt oder die als neue Maßnahmen in Angriff genommen werden sollen. Mit den Beteiligten wurde eine Auswahl von Maßnahmen getroffen, die zügig umgesetzt werden sollen. Die Fortschreibung soll in den kommenden Monaten und Jahren mit weiteren Akteuren erfolgen. Dabei sollen spezifische Bedarfe im Mueßer Holz besonders berücksichtigt werden. k) Vergleichende Fallstudie (BBSM) Im Rahmen der Umsetzung der Leitinitiative Zukunftsstadt des BMBF hat die Brandenburgische Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH (B.B.S.M.) eine Projektskizze eingereicht. Unter dem Titel „Vom Stadtumbauschwerpunkt zum Einwandererquartier? Neue Perspektiven für periphere Großwohnsiedlungen“ sollten Potenziale und Hemmnisse für eine nachhaltige Stadtentwicklung untersucht werden, die sich aus der Zuwanderung von Geflüchteten in randstädtische, von Stadtumbau geprägte Großwohnsiedlungen ergeben. Im Mittelpunkt stehen dabei - eine Abschätzung von Bleibeperspektiven, die Analyse von neuen Ansprüchen an Infrastruktur, Wohnen und Freiflächengestaltung sowie die Integration von Flüchtlingen in die Stadtgesellschaft. Ziel war es, im Rahmen von drei komparativ angelegten Fallstudien die Stadtteile Mueßer Holz, Neuschmellwitz in Cottbus und Südpark in Halle (Saale) empirisch zu untersuchen und konkrete Handlungsansätze für die Kommunen zu entwickeln. 36 Die vorgenannte Plattform wird durch Herrn Huss (FD 60) gepflegt. Bei einer deutlichen Ausweitung des Informations- und Kommunikationsangebotes würde sehr schnell eine Überlastung eintreten. 45 Projektpartner sind neben den drei Kommunen das Berliner Institut für empirische Integrationsund Migrationsforschung / HU Berlin, das Dresdener Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), die B.B.S.M. und als Verbundkoordinator das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner. Bis zum 11. Juni 2018 soll nun ein Vollantrag gestellt werden. Die Stadtverwaltung hat bereits übermittelt, dass Schwerin sich weiter beteiligen wird.37 l) Sozialberatung Der Fachdienst Soziales hat eine umfassende Bestandsaufnahme zu den vorhandenen und vom Fachdienst geförderten Beratungsangeboten erstellt. Dabei wurden die jeweiligen Beratungsangebote in Hinblick auf deren räumliche Verortung, Zielgruppe, Rechtskreis, personellen Ausstattung, Gesamtkosten, inhaltlichen Ausrichtung, fachlichen Standards sowie Netzwerk- und Kooperationspartner näher beschrieben. Es wurden ausschließlich Beratungsdienste näher analysiert, die gefördert wurden und sich weiterhin in einem Förderverhältnis mit dem Fachdienst befinden. Dazu gehören: - Allgemeine soziale Beratung; - Beratung und Begegnung für Senioren; - Beratung und Begegnung für Menschen mit Behinderung; - Sozialrechtsberatung; - Beratung für Schwangere, sexuelle Aufklärung, sexuelle Gewalt; - Schuldner- und Insolvenzberatung; - Migrationsberatung sowie - Sucht- und Drogenberatung. Die aus der Bestandserhebung gewonnenen Informationen wurden im Rahmen des Berichts systematisch ausgewertet, aufbereitet und zusammengefasst. Der Sachbericht schließt mit einer Reihe von verschiedenen Handlungsempfehlungen zum weiteren Vorgehen ab. Die Einzeldarstellungen sollen als erste wesentliche Grundlage für weitere Fachgespräche mit den zuständigen Trägern dienen. Der Bericht bildet den ersten Schritt in einer Reihe von weiteren Planungsschritten ab. Er soll als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung der Beratungsdienste dienen. Zielstellung ist die Vorhaltung eines qualitativ und quantitativ ausreichenden Angebots an Beratungsdiensten in der Landeshauptstadt. Dies erfolgt im Rahmen der im Haushalt bereitgestellten Mittel. Für die Weiterentwicklung der Beratungsdienste ist es erforderlich, auf Grundlage dieser ersten Bestandsdaten und unter Berücksichtigung weiter zu ermittelnder Bedarfe, im Dialog mit Leistungserbringern Art und Umfang von Beratungsangeboten weiter zu quantifizieren. Hierzu sollen ab dem Sommer 2018 mit den Trägern der Beratungsangebote Gespräche geführt werden. In der Folge weiterer Treffen soll zeitnah gemeinsam mit den Trägern der Beratungsdienste über die Struktur der vorgehaltenen Beratungsangebote in der Landeshauptstadt insgesamt eine Verständigung erfolgen. Auch die Beschreibung qualitativer Anforderungen sowie Inhalte von Beratung sollen mit den Trägern verbindlich verabredet werden. Es soll erreicht werden, dass mit dem Doppelhaushalt 2019/2020 die ersten zweijährigen Fördervereinbarungen abgeschlossen werden. Den dafür notwendigen Prozess koordiniert der Fachdienst Soziales. 37 Verantwortlich: Dezernat III 46 m) Ansiedlung einer Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke Die Evangelische Suchtkrankenhilfe Mecklenburg-Vorpommern gGmbH (ESM) mit Sitz in Schwerin plant den Neubau einer Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke in Schwerin. Standort soll das südliche Mueßer Holz sein.38 Damit verbunden ist die Schaffung von 24 Arbeitsplätzen. Die Deutsche Rentenversicherung befürwortet das Neubauvorhaben in Schwerin, da die derzeitige Einrichtung in Tessin wegen Gebäudemängel geschlossen werden muss. Der Träger beabsichtigt, entsprechende Beratungsleistungen im Sozialraum anzubieten. n) Weitere Einzelansätze und Anregungen In diversen Gremien und Abstimmungsrunden wurden weitere Anregungen gegeben. Diese sollen sukzessive qualifiziert werden. Beispiele: - 38 Einstellung einer weiteren Koordinatorin (Quartiersmanagement), Städtebauliche Maßnahmen / Beleuchtungskonzepte u. a., Ansiedlung eines Kinderschutzzentrums / Ansiedlung eines SOS-Kinderdorfes o. ä. (in Prüfung) Sanitäranlagen an Bolzplätzen (Anregung der Petrus-Gemeinde) Zentraler Grillplatz (Anregung der Petrus-Gemeinde) Anpassung der Maßnahmen zur städtebaulichen Entwicklung Optimierung der Angebote des Einzelhandels Schulungen für Ehrenamtler (zu den Themen Schutzkonzepte u. a.) Prüfung der räumlichen Verlagerung von Beratungsstellen (Migrationsberatung u. a.). Belegen in der Hamburger Allee 240. Auf den Beschluss des Hauptausschusses vom 27.6.2017 zur Vorlage 1077/2017 zum Verkauf des Grundstückes wird verwiesen. 47 IV. Anlagen A1 – Bevölkerung mit Hauptwohnsitz Schwerin und Mueßer Holz 39 MUEßER HOLZ SCHWERIN GESAMT 2014 2015 2016 2017 2014 2015 2016 2017 Gesamteinwohner mit Hauptwohnsitz (alle Staatsangehörigkeiten) 9.766 10.262 10.534 10.976 93.685 95.454 96.125 96.570 Ausländer (gesamt) mit Hauptwohnsitz 1.154 1.597 2.071 2.807 4.094 5.432 6.351 7.198 Anteil Ausländer in % an Gesamt 11,8 15,6 19,7 25,6 4,4 5,7 6,6 7,5 Stichtage 31.12.2014/2015/2016 und 2017 Die mit Abstand größte ausländische Bevölkerungsgruppe in Schwerin ist syrischer Herkunft, gefolgt von Menschen ukrainischer und russischer Herkunft. 39 Quelle: Hauptverwaltung der Landeshauptstadt (2018) 48 A2 – Bevölkerungsentwicklung Kinder und Jugendliche40 Alter 3 bis unter 6 Jahre 312 6 bis unter 10 Jahre 413 10 bis unter 14 Jahre 336 14 bis unter 18 Jahre 320 Gesamt bis 18 Jahr 2012 0 bis unter 3 Jahre 330 21 bis unter 27 Jahre 912 Gesamt 18 bis 27 GesamtBevölkerung 1.711 18 bis unter 21 Jahre 301 1.213 9.671 2013 312 350 431 359 318 1.770 283 869 1.152 9.635 2014 351 352 460 376 354 1.893 275 819 1.094 9.766 2015 376 416 501 424 370 2.087 345 791 1.136 10.262 2016 445 449 523 469 415 2.301 369 791 1.160 10.534 2017 493 486 596 543 454 2.572 427 805 1.232 10.976 Entwicklung der jungen Menschen 1.000 0 bis unter 3 Jahre 800 3 bis unter 6 Jahre 600 6 bis unter 10 Jahre 10 bis unter 14 Jahre 400 14 bis unter 18 Jahre 200 18 bis unter 21 Jahre 0 21 bis unter 27 Jahre 2012 40 2013 2014 2015 2016 2017 Quelle: Fachdienst Jugend / Fachdienst Hauptverwaltung (01/2018) 49 A3 – SGB-II-Quoten SGB II-Leistungen in Schwerin nach Stadtteilen im März 201741 Stadtteile SGB-II-Leistungen insgesamt in EUR 101 102 103 104 105 106 107 108 201 202 203 204 205 301 302 303 304 305 306 307 401 402 403 404 Altstadt Feldstadt Paulsstadt Schelfstadt Werdervorstadt Lewenberg Medewege Wickendorf Weststadt Lankow Neumühle Friedrichsthal Warnitz Ostorf Gr. Dreesch Gartenstadt Krebsförden Görries Wüstmark Göhrener Tannen Zippendorf Neu Zippendorf Mueßer Holz Mueß keine Zuordnung möglich Insgesamt 122 390,68 198 413,48 454 369,77 123 526,58 154 761,95 102 474,64 3 561,07 7 253,28 409 576,01 869 977,01 9 699,74 13 469,80 8 643,33 27 098,57 768 466,40 23 551,36 181 276,71 10 169,76 5 948,43 3 127,92 5 694,11 654 180,84 2 120 703,83 6 798,06 76 026,69 6 361 160,02 SGB II-Hilfequote der leistungsberechtigten Kinder unter 18 Jahren (Stand: Juni 2017)42 Deutschland Mecklenburg-Vorpommern Rostock, Hansestadt Schwerin, Landeshauptstadt Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Vorpommern-Rügen Nordwestmecklenburg Vorpommern-Greifswald Ludwigslust-Parchim 14,6 18,5 24,3 25,2 * 20,6 13,6 18,9 13,8 20,4 14,2 * Mueßer Holz: ca. 66 % 41 42 Quelle: Hauptverwaltung Landeshauptstadt (2017) Quelle: Bundesagentur für Arbeit (2017) 50 A4 – Sicherheitsempfinden43 Sicherheit in den Stadtteilen 2017 gering 5 4,5 4 3,5 3 2,5 2 1,5 hoch 1 Zufriedenheit mit der Sicherheit im Stadtteil (Frage 1.14) Entwicklung des Stadtteils in Punkto Sicherheit in den letzten 12 Monaten (Frage 1.14) 43 Quelle: Landeshauptstadt - Bürgerbefragung 2017 51 A5 – Allgemeine Daten Mueßer Holz 52 53 Impressum: Landeshauptstadt Schwerin Der Oberbürgermeister Am Packhof 2 - 6 19053 Schwerin Telefon: 0385 545-0 Telefax: 0385 545-1009 E-Mail: info@schwerin.de Internet: www.schwerin.de Kontakt: Landeshauptstadt Schwerin Dezernat für Jugend, Soziales und Kultur Andreas Ruhl Am Packhof 2 - 6 19053 Schwerin E-Mail: aruhl@schwerin.de Stand: 06.06.2018 54