BRS Schwerin


Bebauungsplan Nr. 67.11 „Marina am Werderkanal - Nord“ FFH-Verträglichkeitsstudie Auftraggeber: Landgesellschaft Mecklenburg Vorpommern mbH Lindenallee 2a 19067 Leezen Verfasser: Planung & Ökologie Platz der Freiheit 7 19 053 Schwerin Tel.: 0385/ 73 43 85; Fax: 0385 / 73 43 86 e-mail: planung_und_oekologie@t-online.de Bearbeiterin: Rita Heinemann, Dipl.-Ing., Landschaftsarchitektin Susanne Walter, Dipl. Landschaftsökologin erstellt: Schwerin, 01. September 2011 Planung & Ökologie Inhaltsverzeichnis 1 Anlass ............................................................................................................ 4 2 Vorgehensweise ............................................................................................ 5 2.1 Begriffsbestimmung .................................................................................. 6 2.2 Verwendete Quellen ................................................................................. 6 3 Beschreibung des Vorhabens und Wirkfaktoren ........................................ 7 3.1 Vorhabensbeschreibung ........................................................................... 7 3.2 Wirkfaktoren und Wirkräume..................................................................... 8 3.2.1 Baubedingte Wirkfaktoren................................................................ 8 3.2.2 Anlagebedingte Wirkfaktoren ........................................................... 9 3.2.3 Betriebsbedingte Wirkfaktoren ......................................................... 9 4 Übersicht über die Schutzgebiete und deren für die Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteile ........................................................................ 12 4.1 EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ (2235-402) ............................ 12 4.1.1 Übersicht über das Schutzgebiet ................................................... 12 4.1.2 Erhaltungsziele des Schutzgebietes .............................................. 13 4.1.3 Überblick über die Vogelarten des Anhangs I der VSchRL und der Zug- (Rast-) vögel nach Art. 4 Abs. 2 der VSch-RL.................. 15 4.1.4 Sonstige im Standarddatenbogen genannte Arten......................... 21 4.1.5 Managementpläne / Pflege- und Entwicklungspläne ...................... 21 4.1.6 Beziehungen der Schutzgebiete zu anderen Natura 2000Gebieten ........................................................................................ 22 4.1.7 Vorbelastungen.............................................................................. 23 5 Untersuchungsraum / Wirkraum ................................................................ 26 5.1 Begründung für die Abgrenzung des Untersuchungsraums / Wirkraums 26 5.2 Voraussichtlich betroffene Arten ............................................................. 26 6 Ermittlung und Bewertung der vorhabensbedingten Beeinträchtigungen des Schutzgebiets....................................................................................... 31 7 Vorhabensbezogene Maßnahme zur Schadensbegrenzung .................... 34 8 Beurteilung der Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele des Schutzgebietes durch andere zusammenwirkende Pläne und Projekte . 39 9 Zusammenfassung...................................................................................... 42 10 Literatur ....................................................................................................... 43 Planung & Ökologie Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Lage des Geltungsbereichs ..................................................................... 7 Abb. 2: Wirkraum des Vorhabens ...................................................................... 11 Abb. 3: Rastvogelverteilung in 2010 (aus SALIX, 2011)..................................... 19 Abb. 4: Bootsverkehr auf den Schweriner Seen (aus SALIX, 2011) ................... 25 Abb. 5: Einrichten einer Ruhezone - Lageplan ................................................... 35 Abb. 6: Bootsregistrierungen während einer Kartierung im Jahr 2002 (aus SALIX, 2002) ......................................................................................... 35 Abb. 7: Einrichten einer Ruhezone mit Röhrichtinseln........................................ 37 Abb. 8: Schwimmende Röhrichtinseln................................................................ 37 Tabellenverzeichnis Tab. 1: Zusammenfassung der Wirkfaktoren und Bewertung der Intensität ....... 10 Tab. 2: Vögel, die im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG aufgeführt sind ........ 15 Tab. 3: Regelmäßig vorkommende Zugvögel, die nicht im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG aufgeführt sind................................................... 16 Tab. 4: Ermittlung der betroffenen Arten ............................................................ 26 Tab. 5: Aggregation der Kriterien Habitatqualität und Beeinträchtigung ............. 28 Tab. 6: Ermittlung der Erhaltungszustände der betroffenen Arten ...................... 29 Tab. 7: Prüfung zusammenwirkender Pläne und Projekte.................................. 39 Anlagen Anlage 1: Standarddatenbogen für das Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ (DE 2235-402) Anlage 2: Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Schweriner Innensee und Ziegelaußensee" vom 05.04.2005 Anlage 3: Auszug aus der Landesverordnung über die Europäischen Vogelschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern (Vogelschutzgebietslandesverordnung – VSGLVO M-V) vom 12. Juli 2011, S. 119-124. Anlage 4: SALIX–KOOPERATIONSBÜRO FÜR UMWELT- UND LANDSCHAFTSPLANUNG (2011): Brut- und Rastvogelkartierung 2010 Schweriner Innensee und Ziegelaußensee – Endbericht, Stand 06. Mai 2011. 3 Planung & Ökologie 1 Anlass Mit dem Bebauungsplan Nr. 67.11 „Marina am Werderkanal - Nord“ soll eine Fläche am Ortsausgang von Schwerin städtebaulich neu geordnet werden. Ziel ist die Entwicklung eines Standortes mit überwiegender Wohnnutzung und einem direkten Wasserbezug bzw. Zugang zum Wasser. Das Büro Planung & Ökologie wurde beauftragt, eine FFHVerträglichkeitsstudie (FFH-VP) durchzuführen. In dieser wird geprüft, ob das Vorhaben, ggf. im Zusammenwirken mit anderen Plänen und Projekten, eine erhebliche Beeinträchtigung eines Natura 2000-Gebietes verursachen kann. Nach § 33 BNatSchG sind alle Veränderungen oder Störungen, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung eines Natura 2000-Gebietes in seinen für die Erhaltungsziele oder den Schutzzweck maßgeblichen Bestandteilen führen können unzulässig. Nach § 34 BNatSchG sind Projekte vor ihrer Zulassung oder Durchführung auf ihre Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen eines Natura 2000-Gebiets zu überprüfen, wenn sie einzeln oder im Zusammenwirken mit anderen Projekten oder Plänen zu erheblichen Beeinträchtigungen des Gebiets führen können. Als Ausdruck des in der FFH-Richtlinie enthaltenen Vorsorgegrundsatzes ist eine FFH-VP bereits dann erforderlich, wenn nicht mit Gewissheit ausgeschlossen werden kann, dass das betreffende Gebiet erheblich beeinträchtigt wird. Insofern muss eine FFH-VP bereits dann vorgenommen werden, wenn „Zweifel in Bezug auf das Fehlen erheblicher Auswirkungen“ verbleiben; aus wissenschaftlicher Sicht darf kein vernünftiger Zweifel daran bestehen, dass es keine vorhabensbedingten erheblichen Beeinträchtigungen geben wird. Die Darlegungs- und Beweislast hierfür trägt der Vorhabensträger (BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG, 2008). Das europäische Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ (DE 2235-402) erfüllt die fachlichen Auswahlkriterien des Art. 4 Abs.1 und 2 der Richtlinie 79/409/EWG vom 2.4.1979 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten, zuletzt geändert durch Richtlinie 97/49/EG (EU-Vogelschutz-Richtlinie, im folgenden auch: VSch-RL) und wurde als Teil des europaweiten Natura 2000 Schutzgebietssystems ausgewiesen und an die EU gemeldet. Die Durchführung einer FFH-Voruntersuchung erübrigt sich nach Abstimmung mit der UNB Schwerin, weil von vornherein erkennbar ist, dass erhebliche Beeinträchtigungen des hier prüfungsrelevanten Natura 2000Gebietes nicht offensichtlich ausgeschlossen werden können. 4 Planung & Ökologie 2 Vorgehensweise Die FFH-Verträglichkeitsstudie beruht auf folgender Vorgehensweise: 1. Darstellung der Schutzgebiete und der für die Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteile 2. Beschreibung des Vorhabens und Ermittlung seiner Wirkfaktoren 3. Abgrenzung und Beschreibung des Untersuchungsbereichs 4. Beurteilung der vorhabensbedingten Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele des Schutzgebiets 5. Ermittlung von Beeinträchtigungen durch das Vorhaben im Zusammenwirken mit anderen Plänen oder Projekten (Synergieeffekte) 6. Ggf. Beschreibung schadensbegrenzender Maßnahmen 7. Gesamtübersicht über Beeinträchtigungen durch das Vorhaben, Beurteilung der Erheblichkeit der Beeinträchtigungen 8. Beurteilung der Verträglichkeit des Vorhabens mit den Erhaltungszielen. Die Darstellung der Schutzgebiete und der für die Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteile erfolgt anhand des Standard-Datenbogens und der in Kap. 2.2 angegebenen Datenquellen. Die Beschreibung des Vorhabens wird dem Entwurf des B-Plans (Stand Februar 2011) entnommen. Wirkfaktoren sind alle von dem Vorhaben ausgehenden Faktoren, die Veränderungen der Umwelt in dem von dem Vorhaben betroffenen Raum verursachen können, beispielsweise Emissionen, Bodenversiegelungen oder Störungen. Sie werden aus der Beschreibung des Vorhabens abgeleitet. Zur Abgrenzung des Untersuchungsbereichs ist der Wirkbereich der verschiedenen Wirkfaktoren mit der Abgrenzung des/der Schutzgebiete/s und eventuell außerhalb liegender, für das Schutzgebiet relevanter Flächen zu überlagern. Im Überschneidungsbereich (=Wirkraum) ist zu prüfen, ob es zu einer Beeinträchtigung der Erhaltungsziele kommen kann. Aufgrund der detaillierten Darstellung vorhandener Daten und der Wirkfaktoren des Vorhabens werden vorhabensbedingte Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele der Schutzgebiete beurteilt. Zu prüfen ist weiterhin, ob auf die Schutzgebiete andere Plänen oder Projekten einwirken werden, die in die Beurteilung einfließen müssen (Synergieeffekte). In der Beurteilung der Erheblichkeit der Beeinträchtigungen ist darzulegen, ob und in welchem Umfang Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele vorliegen. 5 Planung & Ökologie 2.1 Begriffsbestimmung Gegenstand der FFH-Verträglichkeitsprüfung sind alle Lebensräume gemäß Anhang I und Arten gemäß Anhang II FFH-RL, sofern sie im Standard-Datenbogen als signifikant eingestuft werden, außerdem die Vogelarten gemäß Anhang I VSch-RL. Von den Zugvogelarten, die nicht in Anhang I der VSch-RL aufgeführt sind, sind alle in einem Besonderen Schutzgebiet (BSG) regelmäßig in international bedeutsamen Beständen auftretenden Arten Gegenstand der Prüfung. Arten, die in anderen Anhängen beider Richtlinien aufgeführt sind, oder als besondere Arten der Fauna und Flora eines Gebietes im StandardDatenbogen genannt werden, sind nicht Gegenstand der Prüfung, es sei denn, sie bestimmen als charakteristische Arten der Lebensräume gemäß Anhang I FFH-RL die Erhaltungsziele mit. Der Begriff der Erhaltungsziele ist in § 7 Abs. 1 Nr. 9 BNatSchG definiert. Als Erhaltungsziele eines Schutzgebietes gelten die konkreten Festlegungen zur Erhaltung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der in Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) vorkommenden Lebensräume gemäß Anhang I und Arten gemäß Anhang II FFH-RL bzw. in BSG die in Anhang I genannten Vogelarten sowie Zugvögel nach Art. 4 Abs. 1 VSch-RL und ihre Lebensräume. 2.2 Verwendete Quellen Als Datengrundlagen wurden die Standarddatenbögen und Erhaltungsziele für das Schutzgebiet verwendet. Die Erhaltungsziele sind in der Landschaftsschutzgebietsverordnung aufgeführt. Des weiteren wurden vorliegende Kartierungen der Brut- und Gastvögel aus 2002 (SALIX, 2003) und 2010 (SALIX, 2011) ausgewertet. Auch die Daten aus der aktuellen Vogelschutzgebietsverordnung MV 2011 mit Darstellung der maßgeblichen Bestandteile (Arten und Lebensraumelemente) werden verwendet. Außerdem wurden weitere Literaturdaten verwendet (s. Kap.10). 6 Planung & Ökologie 3 Beschreibung des Vorhabens und Wirkfaktoren 3.1 Vorhabensbeschreibung Ziel der Planung ist die Entwicklung eines Standortes mit überwiegender Wohnnutzung mit direktem Wasserbezug bzw. -zugang. Das Plangebiet hat eine Größe von ca. 1,1 ha. Es befindet sich zwischen dem Ziegelaußensee und der Güstrower Straße (s. Abb. 1) und grenzt direkt an das Vogelschutzgebiet an. Im Plangebiet wird in zentraler Lage ein Wasserbecken geschaffen, welches über einen schmalen Kanal eine Anbindung an den Ziegelaußensee erhält. Die umgebenden Bereiche Abb. 1: Lage des Geltungsbereichs werden als Sonstiges Sondergebiet „Wohnmarina“ festgesetzt. Das Baugebiet dient nach der Vorgabe des Flächennutzungsplans vorwiegend dem Wohnen. Darüber hinaus werden touristische und freizeitbezogene Nutzungen ermöglicht. Gebäude sind im Osten und Norden des Wasserbeckens sowie zwischen Wasserbecken und See vorgesehen. Gastgewerbliche und bootstouristische Nutzung ist anzunehmen. Die vorhandenen baulichen Anlagen sollen abgerissen werden. Unmittelbar am Seeufer und entlang einer Biotopfläche im Nordwesten ist eine öffentliche Grünfläche festgesetzt. Hier soll eine öffentliche Wegebeziehung entstehen, die künftig über die Plangebietsgrenze hinaus entwickelt werden soll. Von der Brücke über den Werderkanal aus soll der Weg entlang des Seeufers in das Waldgebiet Schelfwerder führen und der Naherholung im städtischen Umfeld dienen. Im Süden des Geltungsbereichs ist verkehrsberuhigtem Bereich vorgesehen. eine Verkehrsfläche mit Das oberflächig anfallende Niederschlagswasser soll, wie bisher auch, vor Ort in den Ziegelaußensee eingeleitet werden. Im Wasserbecken sollen Bootsliegeplätze für einen Teil der angrenzenden 7 Planung & Ökologie Wohnungen sowie für zulässige Service- und Dienstleistungseinrichtungen geschaffen werden. Die Liegeplätze sollen dabei nicht i. S. eines öffentlichen oder vereinsgebundenen Sportboothafens dienen, sondern den Nutzungen im Plangebiet direkt zugeordnet werden. Gemäß Angabe der Bauleitplaner ist mit bis zu 33 Booten zu rechnen. Genauere Angaben dazu liegen jedoch noch nicht vor. Welche Bootstypen in Frage kommen, hängt letztendlich von der möglichen und erforderlichen Liegeplatzaufteilung und der tatsächlichen Wassertiefe ab und ist daher zum derzeitigen Zeitpunkt nicht bekannt. Aufgrund der Lage der Marina am Ziegelaußensee ist davon auszugehen, dass der Anteil der Motorboote deutlich höher sein wird als der der Segelboote, da letztere für das Erreichen des Schweriner Innensees den Mast legen müssen. Die Planung geht grundsätzlich von einer öffentlichen Zugänglichkeit des Uferbereiches des Ziegelaußensees aus. 3.2 Wirkfaktoren und Wirkräume Wirkfaktoren sind alle von dem Vorhaben ausgehenden Faktoren, die Veränderungen der Umwelt in dem vom Vorhaben betroffenen Raum verursachen können, beispielsweise Emissionen, Bodenversiegelungen oder Störungen. Sie werden aus der Beschreibung des Vorhabens abgeleitet. Diese Wirkungen, die entsprechend ihren Ursachen auch den verschiedenen Phasen des Vorhabens zugeordnet werden können, sind z.T. dauerhaft, z.T. regelmäßig wiederkehrend und z.T. zeitlich begrenzt. 3.2.1 Baubedingte Wirkfaktoren Neben allgemeiner Bautätigkeit sind insbesondere der Abbruch der Gebäude, die Herstellung des Wasserbeckens mit Einbringen von Spundwänden im Vibrationsverfahren und Baggerarbeiten die Errichtung einer Lärmschutzwand sowie der Bau der neuen Gebäude zu betrachten. Diese Tätigkeiten verursachen Lärm, der zu Störungen von Tierarten führen kann. Genaue Angaben zur Geräuschemission bei den Bauarbeiten liegen nicht vor, so dass die Abgrenzung des Wirkraums aufgrund im Büro vorhandener Erfahrungen aus der Beurteilung ähnlicher Vorhaben erfolgt. Es werden daher folgende Wirkräume für Lärm angenommen: - Einbringen von Spundwänden im Vibrationsverfahren: 300 m - Abbrucharbeiten: 250 m - Allgemeiner Baulärm: 200 m Es ist demnach für Lärm ein Wirkraum von bis zu 300 m anzunehmen. Optische Einflüsse durch Bewegungen von Menschen und Maschinen im Baustellenbereich werden ebenfalls mit einer Reichweite bis zu max. 200 m angenommen. Die Wirkung auf Vogelarten hängt hierbei von der je nach Art unterschiedlichen Fluchtdistanz ab. 8 Planung & Ökologie Staub und Schadstoffemissionen während der Bauzeit werden auf das nähere Umfeld beschränkt bleiben. Bei Maßnahmen im Uferbereich kann es zu Verwirbelungen von Sedimenten und Lärm unter und über Wasser kommen. Da die Art der Ufergestaltung noch nicht fest steht kann zu den Wirkungen keine definitive Aussage gemacht werden. Der Flächenverbrauch bleibt auf den Vorhabensort begrenzt. Die Grenze des Geltungsbereichs verläuft entlang der Grenze des Schutzgebiets. Innerhalb des Schutzgebiets werden keine Flächen in Anspruch genommen. 3.2.2 Anlagebedingte Wirkfaktoren Das Vorhaben führt zu einer Umgestaltung von Flächen und Herstellung eines Wasserbeckens mit Anlegestellen für Boote. Die Anlagebedingten Wirkfaktoren sind auf den Vorhabensort beschränkt und in ihrer Intensität daher gering. 3.2.3 Betriebsbedingte Wirkfaktoren Es ist zukünftig aufgrund der vorgesehenen Gebäude mit Wohnnutzung und ggf. auch Gastronomie eine stärkere Nutzung des Uferbereichs anzunehmen als im bisherigen Zustand. Die Reichweite dieser Wirkungen wird mit bis zu max. 200 m angenommen. Aufgrund der angrenzenden Bootshäuser ist der Bereich bereits vorbelastet, das Ausmaß der zusätzlichen Störungen daher als gering einzustufen. Durch die Schaffung von Bootsliegeplätzen ist zudem eine Zunahme der Nutzung der angrenzenden Wasserflächen zu erwarten. Aufgrund der Lage ist v.a. eine Nutzung des Ziegelaußensees und Schweriner Innensees anzunehmen. Eine Nutzung des Schweriner Außensees ist auch anzunehmen, jedoch aufgrund der Entfernung von ca. 6-7 km in deutlich geringerem Maße. Es wird geschätzt, dass ca. 60 % der Boote auch en Schweriner Innensee nutzen, 10% den Schweriner Außensee. Eine Nutzung des Ziegelaußensees wird durch alle Boote (100%) stattfinden. Die Wirkungen im Schweriner Außensee sind (bei einer Zunahme um ca. 3 Boote) geringfügig und daher zu vernachlässigen. Der geprüfte Wirkraum umfasst daher Ziegelaußensee und Schweriner Innensee. Die Anzahl der Liegeplätze wird mit max. 33 Liegeplätzen angenommen, die endgültige Zahl der Plätze ist jedoch derzeit nicht bekannt, da im BPlan lediglich die Abgrenzung des Wasserbeckens festgesetzt wird. Bootsverkehr kann zu Störungen durch Lärm, Störung durch Bewegung der Boote und beim Ankern und Baden insbesondere in Ufernähe, Schädigung der Röhricht- und Uferzone durch Wellenschlag sowie zu Einträgen von Stoffen (Treibstoff, Anstriche) führen. Im gesamten Schweriner Seengebiet gab es nach SALIX (2003), d.h. vor knapp 10 Jahren, insgesamt ca. 1.000 Dauerliegeplätze. Danach führt das 9 Planung & Ökologie Vorhaben demgegenüber zu einer Zunahme der Liegeplätze um ca. 3-4 %. Gegenüber der im Managementplan für das FFH-Gebiet (TGP/KRIEDEMANN, 2010) genannten Anzahl von 5.000 Booten wäre es eine Zunahme um 0,7 %. Da weder die genaue Anzahl und Art der Boote, noch die genutzten Strecken auf den Gewässern bekannt sind ist eine genaue Abgrenzung des Wirkraums und genaue Wirkungsprognose nicht möglich. Die Darstellung für den Wirkraum Bootsverkehr in der Abb. 2 ist daher nur schematisch. Die Fluchtdistanzen der Vögel der Schweriner Seen wurde von SALIX (2003) bezogen auf das bei der Vogelkartierung genutzte Boot im Mittel je nach Art mit ca. 50-200 m ermittelt. Die maximale Fluchtdistanz betrug z.B. für die Schellente bis zu 400 m. In Anlehnung an Fröhlich & Sporbeck (2006) und unter Berücksichtigung der Verbreitung der betroffenen Vogelarten werden die vom Vorhabensort ausgehenden Störungen als gering, die durch den Bootsverkehr ausgehenden aufgrund der durch die Bootsbewegung großen Reichweite als hoch bewertet. Tab. 1: Zusammenfassung der Wirkfaktoren und Bewertung der Intensität Wirkfaktor Intensität Baubedingt: Lärm gering Optische Einflüsse gering Staub und Schadstoffemissionen gering Verwirbelung von Sedimenten gering Flächenverbrauch gering Anlagebedingt: Umgestaltung von Flächen gering Betriebsbedingt: Lärm und optische Einflüsse am Vorhabensort Lärm und optische Einflüsse durch Bootsverkehr 10 gering hoch Planung & Ökologie Schweriner Außensee: Geschätzte Nutzung durch 10% der Boote Ziegelaußensee: Nutzung durch 100% der Boote Wirkraum Bauphase Vorhabensort Wirkraum Bauphase Schweriner Innensee: Geschätzte Nutzung durch 60% der Boote Abb. 2: Wirkraum des Vorhabens 11 Planung & Ökologie 4 Übersicht über die Schutzgebiete und deren für die Erhaltungsziele maßgeblichen Bestandteile 4.1 EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ (2235-402) 4.1.1 Übersicht über das Schutzgebiet Das Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ wurde 2005 als Teil des europaweiten Natura 2000 Schutzgebietssystems ausgewiesen und an die EU gemeldet. Für die rechtliche Sicherung des Gebiets wurden von den zuständigen Behörden der Landkreise Nordwestmecklenburg und Parchim sowie der Landeshauptstadt Schwerin drei neue Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Das Vogelschutzgebiet besitzt eine Größe von 18.570 ha und umfasst neben Schweriner Innensee, Schweriner Außensee, Ziegelaußensee einschließlich strukturreicher Inseln und Buchten sowie ausgedehnter Verlandungszonen weitere kleinere Seen sowie auch angrenzende ausgedehnte Ackerflächen sowie gewässernahe, z. T. laubholzreiche Waldkomplexe. Das Schutzgebiet liegt zu 21% im Gebiet der Landeshauptstadt Schwerin, zu 40% im Kreis Parchim und zu 39% im Kreis Nordwestmecklenburg. Der Schutzzweck des Vogelschutzgebietes „Schweriner Seen“ besteht in der 1. Erhaltung und Verbesserung von Bedingungen, die es folgenden wandernden bzw. umherstreifenden und in besonders bedeutsamen Konzentrationen vorkommenden Vogelarten ermöglichen, das Gebiet in ausreichender Anzahl, Ausdehnung und Dauer zur Vermehrung, Mauser, Überwinterung, Rast und Nahrungsaufnahme zu nutzen: Saatgans, Blässgans, Singschwan, Zwergschwan, Haubentaucher, Kormoran, Reiherente, Blässhuhn. 2. Erhaltung und Verbesserung von Lebensraumbedingungen (insbesondere Brutplätze, Nahrungsflächen, Balzplätze, Ruhe- und Komforträume sowie Schlafplätze) insbesondere folgender Brutvogelarten, a) welche in besonders bedeutsamen Größenordnungen vorkommen oder welche als global gefährdet anzusehen sind: Seeadler, Wachtelkönig, Kolbenente. b) welche darüber hinaus im Sinne einer repräsentativen Kulisse der EU-Vogelschutzgebiete Bedeutung besitzen: Rohrdommel, Schwarzmilan, Eisvogel, Neuntöter, Weißstorch, Wespenbussard, Rotmilan, Rohrweihe, Kranich, Schwarzspecht, Mittelspecht, Sperbergrasmücke, Zwergschnäpper. 12 Planung & Ökologie 4.1.2 Erhaltungsziele des Schutzgebietes Die Erhaltungsziele für das Schutzgebiet im Bereich des Schweriner Innensees und Ziegelaußensees (Gebiet der Stadt Schwerin) sind in der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Schweriner Innensee und Ziegelaußensee" vom 05.04.2005 festgelegt. Für weitere Teile des Vogelschutzgebiets liegen weitere LSGVerordnungen für die Bereiche des Vogelschutzgebiets in den Kreisen Parchim und Nordwestmecklenburg vor, welche in den Erhaltungszielen übereinstimmen. Für das Vogelschutzgebiet gelten folgende Entwicklungsziele: 1. Erhaltung gut durchlichteter Wasserkörper mit ungestörter Sedimentbildung und Ausbildung einer reichhaltigen Mollusken (Muscheln und Schnecken) und Fischfauna sowie gut ausgebildeter Unterwasservegetation  artenreiche und standorttypische Unterwasserbodenfauna als Nahrungsgrundlage insbesondere für die Reiherente,  artenreiche und standorttypische Unterwasservegetation als Nahrungsgrundlage insbesondere für Blässhuhn und Kolbenente  artenreiche und standorttypische Fischfauna als Nahrungsgrundlage insbesondere für Haubentaucher, Rohrdommel, Seeadler, Schwarzmilan, Eisvogel, Kormoran  Erhalt und Entwicklung von Armleuchteralgen als Hauptnahrungsgrundlage für die Kolbenente 2. Erhaltung großer unzerschnittener und störungsarmer Offenlandflächen (Agrarflächen) zur Sicherung ausreichend großer störungsarmer Äsungsflächen, insbesondere für nordische Gänse und Schwäne, 3. Erhaltung möglichst langer störungsarmer Ufer sowie großer unzerschnittener und störungsarmer Land- und Wasserflächen, die insbesondere von den im Schutzzweck genannten Arten zur Brut, zum Nahrungserwerb, zum Ruhen und Schlafen sowie zur Balz genutzt werden, 4. Erhaltung eines störungsarmen Luftraumes als, 5.  Jagdraum und Balz von Greifvögeln,  Wechselräume von Weißstörchen zwischen Horstplatz und Nahrungsflächen bzw. zwischen Nahrungsflächen,  Wechselräume von nordischen Gänsen und Schwänen zwischen Nahrungsflächen und Schlafgewässern Erhaltung und Wiederherstellung von Feuchtgrünland mit spezifischem Pflegemanagement (periodische späte Mahd auf alternierenden Teilflächen) oder mit großen Anteilen von Bracheflächen und Randstreifen als 13 Planung & Ökologie 6. 7.  Brut- und Nahrungshabitate des Wachtelkönigs  Nahrungsflächen von Weißstorch, Rohrweihe, Kranich und rastenden nordischen Gänsen Erhaltung störungsarmer Wälder mit hinsichtlich des Schutzzweckes angemessenen Anteilen von Altholzbeständen als  Brutplätze z.B. von Seeadler, Wespenbussard, Schwarzmilan, Rotmilan und Schwarzspecht,  Buchenaltholzbestände als Habitatvoraussetzung z.B. für den Zwergschnäpper  hohe Eichen-, Eschen- und Erlenanteile (Altholzbestände) als Habitatvoraussetzung z.B. für den Mittelspecht  Alt- und Totholzbestände zur Sicherung der Habitatfunktionen z.B. für Schwarz- und Mittelspecht sowie Zwergschnäpper, Erhaltung von strukturreichen Agrarlandschaften und sonstigen Bereichen mit einem hohen Anteil an naturnahen Lebensräumen (z.B. Wegraine, Sölle, Feuchtflächen, Feldgehölze, Hecken, Gebüsche etc.) als  Nahrungsgebiet z.B. von Rotmilan, Rohrweihe und Wespenbussard,  Brut- und Nahrungsgebiet z.B. von Kranich, Neuntöter, Sperbergrasmücke  Brut- und Nahrungsgebiet z.B. von Neuntöter und Sperbergrasmücke in Form gebüschreicher Zonen (insbesondere Weißdorn, Schlehe, Hundsrose) 8. Erhaltung und Entwicklung von störungsarmen Röhrichten stehender und fließender Gewässer als Brut- und Nahrungsgebiet insbesondere von Kolbenente, Rohrdommel (bei freien Wasserflächen), Rohrweihe und Kranich sowie weiterer im Schutzzweck benannter Arten, 9. Erhaltung und Entwicklung funktionsfähiger und störungsarmer Waldmoore und -sümpfe als Bruthabitat z.B. von Kranichen, 10. Erhaltung natürlicher und naturnaher Uferabbrüche zur Sicherung der Nahrungs- und Brutbedingungen für den Eisvogel durch Erhalt und Förderung der Gewässerdynamik und uferbegleitender Gehölze. 14 Planung & Ökologie 4.1.3 Überblick über die Vogelarten des Anhangs I der VSchRL und der Zug- (Rast-) vögel nach Art. 4 Abs. 2 der VSch-RL In den folgenden Tabellen sind die Vogelarten des Anhangs I der VSchRL und der Zug- und Rastvögel nach Art. 4 Abs. 2 der VSchRL mit Status, Populationsgröße und Erhaltungszustand nach Standarddatenbogen (2008) aufgeführt. Die maßgeblichen Arten nach Anlage 1 der VSGLVO MV für das Vogelschutzgebiet sind fett dargestellt. Tab. 2: Vögel, die im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG aufgeführt sind > 10 Brutpaare 11 - 50 Ind. > 130 Ind. vorhanden ~ 2 Brutpaare ~ 20 Brutpaare ~ 100 Ind. ~ 15 Brutpaare Erhaltungszustand Wiederherstellungsmöglichkeit Habitatelemente (A B C) B B B B B B B B bruetend bruetend bruetend ~ 100 Brutpaare ~ 5 Brutpaare ~ 15 Brutpaare B B B X X X bruetend bruetend bruetend ~ 10 Brutpaare ~ 4 Brutpaare ~ 10 Brutpaare B B B X überwinternd 6 - 10 Ind. B X bruetend = 3 Brutpaare B X X überwinternd bruetend ~ 500 Ind. selten B B X X bruetend bruetend ~ 20 Brutpaare ~ 2 Brutpaare B B X X X X X X X bruetend durchziehend bruetend durchziehend überwinternd bruetend durchziehend = 6 Brutpaare ~ 6 Ind. ~ 2 Brutpaare ~ 60 Ind. > 30 Ind. ~ 6 Brutpaare = 80 Ind. B B B B B B B Artname Anhang I VS-RL Status deutsch wissenschaftlich Eisvogel Eisvogel Flußseeschwalbe Goldregenpfeifer Heidelerche Kranich Kranich Mittelspecht Alcedo atthis Alcedo atthis Sterna hirundo Pluvialis apricaria Lullula arborea Grus grus Grus grus Dendrocopos medius Lanius collurio Botaurus stellaris Circus aeruginosus Milvus milvus Milvus migrans Dryocopus martius Haliaeetus albicilla Haliaeetus albicilla Cygnus cygnus Sylvia nisoria X X X X X X X X bruetend durchziehend durchziehend durchziehend bruetend bruetend durchziehend bruetend X X X Crex crex Luscinia svecica cyanecula Ciconia ciconia Ciconia ciconia Pernis apivorus Larus minutus Mergus albellus Ficedula parva Cygnus columbianus bewickii Neuntöter Rohrdommel Rohrweihe Rotmilan Schwarzmilan Schwarzspecht Seeadler Seeadler Singschwan Sperbergrasmücke Wachtelkönig WeißsternBlaukehlchen Weißstorch Weißstorch Wespenbussard Zwergmöwe Zwergsäger Zwergschnäpper Zwergschwan (Mitteleuropa) 15 Populationsgröße Planung & Ökologie Tab. 3: Regelmäßig vorkommende Zugvögel, die nicht im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG aufgeführt sind Artname Anhang I VS-RL deutsch wissenschaftlich Bläßgans Bläßhuhn Bläßhuhn Bläßhuhn Gänsesäger Gänsesäger Grauammer Graugans Graugans Grauschnäpper Haubentaucher Haubentaucher Haubentaucher Höckerschwan Höckerschwan Kiebitz Kolbenente Kolbenente Kormoran Anser albifrons Fulica atra Fulica atra Fulica atra Mergus merganser Mergus merganser Miliaria calandra Anser anser Anser anser Muscicapa striata Podiceps cristatus Podiceps cristatus Podiceps cristatus Cygnus olor Cygnus olor Vanellus vanellus Netta rufina Netta rufina Phalacrocorax carbo Phalacrocorax carbo Anas penelope Aythya fuligula Aythya fuligula Anser fabalis Anser fabalis Bucephala clangula Bucephala clangula Bucephala clangula Anas strepera Anas platyrhynchos Anas platyrhynchos Aythya ferina Aythya ferina Streptopelia turtur Riparia riparia Coturnix coturnix Scolopax rusticola Kormoran Pfeifente Reiherente Reiherente Saatgans Saatgans Schellente Schellente Schellente Schnatterente Stockente Stockente Tafelente Tafelente Turteltaube Uferschwalbe Wachtel Waldschnepfe 16 Status Populationsgröße Erhaltungszustand Wiederherstellungsmöglichkeit Habitatelemente (A B C) B B B B B C B B B B B B B B B B B B B durchziehend überwinternd bruetend durchziehend überwinternd bruetend bruetend bruetend durchziehend bruetend überwinternd bruetend durchziehend überwinternd durchziehend durchziehend bruetend durchziehend überwinternd > 8000 Ind. > 6500 Ind. > 700 Brutpaare ~ 22500 Ind. > 800 Ind. ~ 5 Brutpaare 11 - 50 Brutpaare > 50 Brutpaare > 1900 Ind. > 100 Brutpaare ~ 1300 Ind. ~ 1700 Brutpaare ~ 3200 Ind. ~ 200 Ind. ~ 700 Ind. haeufig = 15 Brutpaare > 90 Ind. > 300 Ind. durchziehend > 3500 Ind. B durchziehend bruetend durchziehend überwinternd durchziehend überwinternd > 60 Ind. ~ 60 Brutpaare ~ 15000 Ind. = 740 Ind. > 3200 Ind. > 3400 Ind. B B B B B B bruetend > 40 Brutpaare B durchziehend > 150 Ind. B durchziehend überwinternd > 130 Ind. > 2800 Ind. B B durchziehend > 1000 Ind. B bruetend durchziehend bruetend bruetend bruetend bruetend ~ 20 Brutpaare ~ 2400 Ind. > 10 Brutpaare > 50 Brutpaare > 10 Brutpaare 1 - 5 Brutpaare B B B C B B Planung & Ökologie Der im Standarddatenbogen aufgeführte Erhaltungszustand stellt eine erste Einschätzung dar. Nach dem Vorliegen neuer Erkenntnisse ist dieser zu überprüfen. Durch die vorliegenden Kartierungen und Einschätzungen von Habitateignung und –beeinträchtigung (SALIX, 2011; SALIX, 2010) liegen für das Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ aktuelle Daten vor, anhand derer zumindest für einen Teil der Arten eine Aktualisierung des Erhaltungszustands möglich ist. Über den aktuellen Erhaltungszustand liegen noch keine Informationen vor, diese Bewertung wird erst der noch in Bearbeitung befindliche Pflege- und Entwicklungsplan für das Vogelschutzgebiet erarbeiten. SALIX (2011) hat exemplarisch den aktuellen Erhaltungszustand für den Haubentaucher überschlägig bewertet. Für den Haubentaucher als Brutvogel wurde die Qualität der Haubentaucherhabitate im Gebiet danach als gut (Kategorie B) bewertet. Dafür wurde der prozentuale Anteil geeigneter Habitate an den Uferabschnitte ermittelt, an denen sich potenziell vom Gefälle und der Windexposition her für den Haubentaucher geeignete Schilfröhrichte mit mind. 10 m Breite als Bruthabitat entwickeln könnten. Die Beeinträchtigungen der Habitate wurden hingegen als stark (Kategorie C) eingestuft. Dabei wurden nur die Störungen durch Bootsverkehr berücksichtigt. Aufgrund der starken Störungen wird der Erhaltungszustand mit der Kategorie C (durchschnittlich, teilweise beeinträchtigt) bewertet. Die gleiche Bewertung (Erhaltungszustand C) ergibt sich für den Haubentaucher als Rastvogel. Nachfolgend findet sich eine Zusammenfassung der vorliegenden Bestandsdaten (SALIX, 2011; SALIX, 2003) zu den in der VSGLVO MV für das Schutzgebiet genannten Arten für Ziegelaußensee und Schweriner Innensee. Brutvögel Eisvogel Am Ziegelaußensee und Schweriner Innensee wurde 2010 je ein Brutpaar des Eisvogels festgestellt. Gänsesäger An Ziegelaußensee und Schweriner Innensee wurden 2010 zehn Brutpaare nachgewiesen, davon zwei am Ziegelaußensee. Im Vergleich zu 2002 blieb der Bestand annähernd konstant. Haubentaucher An Schweriner Innensee und Ziegelaußensee wurden 2010 insgesamt 733 Brutpaare des Haubentauchers ermittelt. 76 % davon entfielen auf den Schweriner Innensee und 24 % auf den Ziegelaußensee. Die Schilfröhrichte waren im gesamten Untersuchungsgebiet besiedelt, während Uferabschnitte ohne Schilfröhrichte erwartungsgemäß nicht oder nur sehr spärlich besiedelt waren. Der Haubentaucher nutzt zum Brüten auch Schilfröhrichte von wenigen Quadratmetern zwischen den Bootshauskolonien am Ziegelaußensee und brütet mitunter auch 17 Planung & Ökologie auf kleinsten Inseln fast ohne Deckung. Für den Aufbau großer stabiler Populationen benötigt die Art jedoch vitale und störungsarme Schilfröhrichte, in denen hohe Brutdichten erreicht werden können. Für gesamte Schweriner Seengebiet (mit Schweriner Außensee) war von 2002 zu 2010 eine Bestandsabnahme von 17,2 % zu verzeichnen. SALIX (2003) ermittelte einen Rückgang des Brutbestands um 40,3 % gegenüber von Daten der 70er Jahre. Damals brütete ca. 90 % des Brutbestands innerhalb von Kolonien. Als Schlüsselfaktoren für den Rückgang des Bestands werden in SALIX (2003) ein enormer Schwund ausgedehnter Schilfröhrichte und der wachsende Freizeitdruck auf die Gewässer angenommen. In noch geeigneten vitalen Schilfröhrichten, wie beispielsweise in einigen Buchten des Ziegelsees oder an den Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder ist nach SALIX (2003) die Anlage von Brutkolonien praktisch unmöglich, da diese Bereiche durch eine hohe Zahl von ankernden und/oder vorbeifahrenden Booten stark gestört sind. Der auf den Schweriner Seen festgestellte Bruterfolg des Haubentauchers war 2001/2002 mit 20,5 % gering, was durch die in großer Zahl ankernden Boote vor den Schilfröhrichten bedingt worden sein kann. Kolbenente Für die Kolbenente bestand 2010 am Schweriner Innensee und Ziegelaußensee an 18 Stellen Brutverdacht, wobei davon 17 Brutreviere auf den Schweriner Innensee entfielen. Besiedelt wurden neben relativ ungestörten Bereichen, wie dem Südostufer des Schelfwerders oder der nördlichsten Bucht des Schweriner Innensees auch stark gestörte Bereiche wie der Kaninchenwerder, Ziegelwerder, das Umfeld der Schlossinsel und die Schwanenhalbinsel. Am Innensee befand sich ein Brutplatz am Nordwestufer des Schelfwerders, während 2002 ein Brutplatz am südlichen Seeufer nachgewiesen wurde. Im Vergleich zu 2002 hat der Brutbestand an Schweriner Innensee und Ziegelaußensee um mehr als das Vierfache zugenommen. Reiherente Für die Reiherente wurden 2010 am Schweriner Innensee und Ziegelaußensee 28 Brutreviere festgestellt, die mit Ausnahme des gesamten Ostufers des Schweriner Innensees über das gesamte Untersuchungsgebiet verteilt waren. Im Vergleich zu ist der Brutbestand nahezu konstant geblieben. Nach SALIX (2003) fand eine deutliche Bestandszunahme seit den 80er-Jahren statt. Rohrdommel Die Rohrdommel wurde 2002 am Ziegelwerder mit einem Brutpaar festgestellt, 2010 wurde an Schweriner Innensee und Ziegelaußensee dagegen kein Brutpaar festgestellt. Die Rohrdommel benötigt große, störungsfreie Schilfflächen. Rohrweihe Von der Rohrweihe kam im Bereich Schweriner Innensee und Ziegelaußensee nur ein Brutpaar vor, dessen Brutplatz sich in einem über 50 m breiten Schilfröhrichtgürtel am Westufer des Schelfwerders am Ziegelaußensee befand. Im Jahr 2002 wurde ebenfalls nur ein Brutpaar registriert, welches auf der Ostseite des Schelfwerders brütete. 18 Planung & Ökologie Tafelente Die Tafelente hat in ihrem Bestand deutlich abgenommen. Sie kam am Schweriner Innensee mit 5 Brutpaaren vor, am Ziegelaußensee konnte im Gegensatz zu 2002 kein Brutpaar nachgewiesen werden. Rastvögel Der Ziegelaußensee besitzt im Vergleich zum Schweriner Innensee hinsichtlich der Rastvögel nur eine untergeordnete Bedeutung. Nur 3,2 % der Gesamtzahl der Rastvögel von Schweriner Innensee und Ziegelaußensee wurde auf dem Ziegelaußensee registriert. Da der Ziegelaußensee ca. 9 % des Untersuchungsgebiets einnimmt, ergibt sich eine deutlich unterdurchschnittliche Nutzung von Rastvögeln. Überdurchschnittlich kamen hier Graureiher (29 %) und Stockente (32 %) vor. Im folgenden werden die vorhandenen Daten zu den in der VSGLVO MV für das Schutzgebiet genannten Arten für Ziegelaußensee und Schweriner Innensee genannt. Abb. 3: Rastvogelverteilung in 2010 (aus SALIX, 2011) Blässgans und Saatgans An Schweriner Innensee und Ziegelaußensee wurden die Arten 2010 nicht nachgewiesen. Da keine Schlafplatzzählungen durchgeführt wurden, sind die festgestellten Zahlen für den Rastbestand des Gebiets nicht repräsentativ. Offenbar stellt der Schweriner See jedoch kein regelmäßig genutztes Rastgewässer dar. Blässhuhn Das Blässhuhn ist die individuenreichste Rastvogelart auf den Schweriner Seen. Während das Maximum 2002 im August festgestellt wurde, wurde es 2010 mit 6.769 Ind. erst im September erreicht. Der Ziegelaußensee hat für die Rast des Blässhuhns nur eine untergeordnete Bedeutung, dort wurden 2010 max. 66 Ind. festgestellt. Die räumliche Verteilung unterliegt zeitlichen Änderungen, so dass zu vermuten ist, dass insbesondere zwischen Schweriner Innen- und Außensee ein mehr oder weniger regelmäßiger Wechsel der Bereiche stattfindet. Der in den Sommermonaten durch Boote sehr stark frequentierte Verbindungsbereich zwischen Innen- und Außensee wurde erst im Herbst nach Rückgang des Bootsverkehrs stärker mit genutzt. Haubentaucher Der Schweriner See weist nach dem Schaalsee den zweitgrößten Rastbestand des Haubentauchers in Mecklenburg-Vorpommern auf. 19 Planung & Ökologie Das Maximum an rastenden Haubentauchern tritt nach den Kartierungen von 2001/2002 und 2010 in den Monaten August und September auf. Es wurden 2010 maximal 1.504 Individuen an Schweriner Innensee und Ziegelaußensee registriert. Der Ziegelaußensee spielt nur eine untergeordnete Rolle, dort wurden max. 87 Ind. registriert. Kormoran Die Schweriner Seen gehören für den Kormoran zu den bedeutendsten Rastplätzen des Binnenlandes in Mecklenburg-Vorpommern. 2010 wurden max. 332 Ind. an Schweriner Innensee und Ziegelaußensee nachgewiesen. Am Ziegelaußensee allein waren es max. 34 Ind. Der Kormoran ist bei seiner Nahrungsaufnahme nicht durch die Gewässertiefe eingeschränkt und nutzt im Bereich der Schweriner Seen daher Bereiche unterschiedlichster Tiefen. Seine Verbreitung ist daher über alle Seen verstreut. Im Bereich des Schweriner Innensees wurden 10 Bereiche verstärkt genutzt. Der Kormoran nutzt auch die Nordwestbucht des Ziegelaußensees verstärkt zum Rasten. Reiherente Die Reiherenten traten nur in wenigen Bereichen konzentriert auf. Im Schweriner Innensee waren dies im Jahr 2010 die Zippendorfer Bucht und die Nordbucht des Sees. Der Ziegelaußensee spielt für rastende Reiherenten nur eine untergeordnete Rolle. In der Kartierperiode 2001/02 rasteten bereits im Juni über 500 und im Juli über 1.000 Reiherenten auf dem Schweriner Innen- und Außensee, während 2010 erst im Monat August die ersten rastenden Trupps mit einem Gesamtbestand von 70 Ind. auftraten und erst im Oktober mit 5.000 Ind. der Höhepunkt innerhalb der Kartierzeit erreicht wurde. In 2001/02 rasteten im Oktober bereits über 10.000 Ind. auf den Schweriner Seen. An Schweriner Innensee und Ziegelaußensee wurden 2010 max. 1.158 Ind. nachgewiesen. Der Ziegelaußensee hat nur eine geringe Bedeutung, dort wurden max. 8 Ind. festgestellt. Der Rastbestand der Reiherente nahm im Vergleich zur Kartierung 2001/02 sehr deutlich ab. Der bis November 2010 ermittelte Bestand für die Schweriner Seen erreichte nur noch 47 % des im 2001/02 im gleichen Zeitraum ermittelten Rastbestandes. Als Ursache dafür vermuten SALIX (2011) den Rückgang geeigneter Nahrung. Hauptnahrungstier kann in den Schweriner Seen die Muschel Dreissena polymorpha sein. Nachdem Muschelbänke der Art durch Reiherenten leergefressen wurden, kann es mehrere Jahre dauern, bis die Muschelpopulationen wieder eine ausreichende Größe für die Ernährung eines größeren Rastbestands der Reiherente besitzt. Dadurch kann sich hier auch ein periodisches Schwanken der Bestandszahlen und Hauptaufenthaltsgebiete ergeben. Schellente Das Maximum des festgestellten Tagesrastbestands der Schellente an Ziegelaußensee und Schweriner Innensee lag in 2010 bei 1.235 Individuen. Der Ziegelaußensee besitzt als Rastgebiet für die Art mit max. 10 Ind. nur eine geringe Bedeutung. Singschwan Der Singschwan wurde 2010 nur an zwei Kontrolltagen mit max. 7 Ind. in den Flachwasserbereichen der Nordbucht des Schweriner Innensees festgestellt. In der Kartierperiode 2001/2002 wurde er dort überhaupt nicht als Rastvogel regist20 Planung & Ökologie riert. Da keine Schlafplatzzählungen durchgeführt wurden, sind die festgestellten Zahlen für den Rastbestand des Gebiets nicht repräsentativ. Aus früheren Daten sind Vorkommen von mehr als 100 Tieren nicht selten, ausnahmsweise wurden sogar über 300 Tiere gezählt. Zwergschwan Der Zwergschwan wurde sowohl bei der Kartierung 2001/02 als auch bei der aktuellen Kartierung auf Schweriner Innensee und Ziegelaußensee nicht als Rastvogel festgestellt. Da keine Schlafplatzzählungen durchgeführt wurden, sind die festgestellten Zahlen für den Rastbestand des Gebiets nicht repräsentativ. 4.1.4 Sonstige im Standarddatenbogen genannte Arten Weitere Arten als die in Tab. 2 und Tab. 3 genannten werden im Standarddatenbogen nicht genannt. 4.1.5 Managementpläne / Pflege- und Entwicklungspläne Ein Managementplan oder Pflege- und Entwicklungsplan liegt noch nicht vor. Die Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplan ist vorgesehen, die Fertigstellung wird für Ende 2012 erwartet. Sonstige Pläne mit Hinweisen zu Maßnahmen im Schutzgebiet: Der Landschaftsplan Schwerin (ARGE Landschaftsplan Schwerin 2006) nennt u.a. folgende Ziele für die Schweriner Seen: - Sicherung von Uferbereichen mit besonderer Funktion für den Arten- und Biotopschutz sowie den Gewässerschutz „Die Ufer der Schweriner Seen sind im Hinblick auf ihre Bedeutung für Arten und Biotope, das Landschaftsbild und für die landschaftsbezogene Erholung zu schützen. Hierzu zählen zum einen die amphibischen Wechselbereiche aber auch die land- und wasserseitigen Zonen entlang der Ufer. Aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege sind entlang der Ufer besondere Anforderungen an die Nutzungen zu stellen, um die Funktions- und Leistungsfähigkeit der Ufer im Natur- und Landschaftshaushalt zu gewährleisten.“ - Einrichtung von Gewässer- und Uferschutzzonen an Seen und Kleingewässern „An Uferabschnitten der Seen, die eine besondere Funktion für den Artenund Biotopschutz sowie den Gewässerschutz aufweisen, sollten über das bloße Freihalten von Bebauung hinaus Maßnahmen zum Erhalt, zur Sicherung und Entwicklung der Lebensraumfunktionen sowie der Funktionsfähigkeit der Gewässer umgesetzt werden. Insbesondere wegen der Bedeutung für die Vogelwelt sollten in Abstimmung mit Wassersportlern und anderen Nutzern ausgewählte Teilbereiche am Ziegelsee und Schweriner See zumindest zeitweise (Brut, Mauser) nicht mit Booten befahren oder dort geankert werden.“ 21 Planung & Ökologie - Sperrung der Wasserskistrecke, Prüfung eines Ersatzstandortes „Die Wasserskistrecke auf dem Ziegelaußensee führt zu erheblichen Beeinträchtigungen der Ufer und der Ufervegetation. Auch das Landschaftserleben wird durch den Motorenlärm der Boote beeinträchtigt. Es wird daher die Sperrung der Wasserskistrecke vorgeschlagen. Im Rahmen des für den Bereich des EU- Vogelschutzgebietes bzw. des LSG zu erarbeitenden Managementplans sollte geprüft werden, ob möglicherweise doch eine Fläche auf diesen Seen für eine solche Nutzung ohne Beeinträchtigung der Schutzziele der Schutzgebiete geeignet ist.“ - Technisch ausgebaute Ufer (Bootshausanlagen, Steganlagen, Häfen) „In Teilbereichen der durch Faschinen, Spundwände, Steganlagen oder Bootshäusern technisch ausgebauten Uferabschnitte sollten Möglichkeiten einer naturnahen Ausbildung und Gestaltung ausgenutzt werden, um Steilkanten zu vermeiden sowie Wuchsmöglichkeiten für Röhrichte, einen ufertypischen Gehölzsaum oder Spontanvegetation, z. B. Uferstaudensäumen, Staudensäumen zu sichern oder zu entwickeln.“ Vogelkartierungen: Sowohl in SALIX (2011) als auch in SALIX (2003) wird die Einrichtung von Schutzzonen gefordert, da das vorhandene Maß an Störungen durch Bootsverkehr bereits als nicht mehr verträglich eingestuft wird. 4.1.6 Beziehungen der Schutzgebiete zu anderen Natura 2000-Gebieten Innerhalb des BSG „Schweriner Seen“ liegt das FFH-Gebiet „Schweriner Außensee und angrenzende Wälder und Moore“ (2234-304) mit einer Größe von 4.418 ha. Das Gebiet ist für die folgenden Lebenraumtypen und Arten von Bedeutung: Lebensraumtypen: 3140 Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen 3150 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions 3160 Dystrophe Seen und Teiche 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion 6410 Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonigschluffigen Böden (Molinion caeruleae) 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore 7230 Kalkreiche Niedermoore 9130 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) 22 Planung & Ökologie 9180* Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-Acerion 91E0* Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Arten: Bauchige Windelschnecke, Schmale Windelschnecke, Große Moosjungfer, Rotbauchunke, Teichfledermaus, Fischotter Das FFH-Gebiet kann vom Ziegelaußensee mit Booten erreicht werden. Von Segelbooten aus dem Ziegelaußensee wird dies selten genutzt, da Brücken zu unterqueren sind. Aufgrund der Entfernung zum Vorhabensort und der insgesamt geringeren Nutzung des Schweriner Außensees ist mit erheblichen Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele des Schutzgebiets nicht zu rechnen. 4.1.7 Vorbelastungen Betrachtungsrelevante Vorbelastungen innerhalb der Prüfung der FFHVerträglichkeit sind die Vorbelastungen der - schützenswerten Brutvogelarten, - der schützenswerten Rast- und Gastvogelarten. Die Vorbelastungen können eingeteilt werden in die Kategorien - Vorbelastungen durch Wassersport, - Vorbelastungen durch Störungen im Siedlungsbereich, - Vorbelastungen durch Fischerei, Angelsport und Jagd. Vorbelastungen durch Wassersport Vorbelastungen durch Wassersport bestehen insbesondere am Ziegelaußensee und am Schweriner Innensee. SALIX (2011) nennen den Bootsverkehr als hauptsächliche Störquelle für Wasservögel und haben, um die räumliche Verteilung zu ermitteln, während der Vogelkartierung auch vorhandene Boote notiert. Besonders häufig aufgesucht wurden demnach nahezu vollständig der Ziegelaußensee sowie im Schweriner Innensee die Inseln Kaninchen- und Ziegelwerder und Seebereiche westlich und südwestlich von Kaninchenwerder, Seebereiche südöstlich vom Ziegelwerder, der Ausfahrtbereich aus den Bootshauskolonien im Beutel, der Ausfahrtbereich aus den Bootshauskolonien der Werdervorstadt und der Einfahrtbereich in den Stangengraben (Transitstrecke zum Heidensee und 23 Planung & Ökologie Ziegelaußensee) (s. Abb. 4). Auf dem Schweriner Außensee hingegen gibt es noch größere störungsarme Bereiche. Deutliche Unterschiede der Bootsdichten bestehen zwischen Wochentagen und Wochenende, wobei die Bootsdichte am Wochenende je nach Wetter das 59fache beträgt. Die Störungen treten dabei vor allem um Mai/Juni bis Ende September auf und liegen so im Hauptbrutzeitraum der Wasservögel. Es kann davon ausgegangen werden, dass es in den besonders stark gestörten Bereichen zu erheblichen Brutverlusten bei den verschiedenen Wasservogelarten kommt. Betroffen sind neben den Brutvögeln der Uferzonen auch die Wasservögel wie Haubentaucher und Blässhuhn, die bereits in den Sommermonaten hohe Rastbestände aufbauen und auch zur Mauser auf den Seen vorkommen, die tlws. mit der Zeit der Wassersportnutzung zusammenfällt. An einem Samstag im August 2010 haben SALIX (2011) in Schweriner Innensee und Ziegelaußensee insgesamt 469 Boote gezählt, Wochentags wurden bis zu 105 Boote gezählt. Eine Unterteilung der Bootszahlen für Ziegelaußensee und Schweriner Innensee ist nicht angegeben. Nach Angabe des Managementplans für das FFH-Gebiet (TGP / KRIEDEMANN, 2010) sind für das Gebiet der Schweriner Seen 5.000 Boote im Freizeitbereich registriert, davon ca. 1.000 Segelboote. Auf dem Schweriner Außensee sind nach TGP / KRIEDEMANN (2010) vor allem Ruder- und Tretboote, offene Motorboote und offene Segeljollen zu finden. Nach SALIX (2003), d.h. vor knapp 10 Jahren, gab es im Schweriner Seengebiet insgesamt ca. 1.000 Dauerliegeplätze, worin jedoch u.a. private Bootshäuser nicht enthalten sind. Es wird daher im Folgenden von einem Bestand von ca. 5.000 Booten im Gebiet der Schweriner Seen ausgegangen. Angaben zu Liegeplätzen der einzelnen Seen liegen nicht vor, so dass hierzu keine Angaben getroffen werden können. Den Großteil der Boote machen gemäß Landschaftsplan (ARGE LANDSCHAFTSPLAN SCHWERIN, 2006) Motorboote aus. Eine weitere Vorbelastung für Brut- und Rastvögel stellen die Wasserskianlagen dar, die sich im Schweriner Außensee und im Ziegelaußensee befinden. Die Strecke im südöstlichen Teil des Schweriner Außensees liegt unmittelbar vor einem Uferabschnitt, der zu den wertvollsten Wasservogelbrutrevieren des gesamten Untersuchungsgebiets zählt (SALIX, 2011). Die Störungen führen dazu, dass sich die Vögel in den Röhrichtgürtel zurückziehen müssen und z.B. der Haubentaucher dann über Stunden keine Nahrung aufnehmen kann. Auf dem Ziegelaußensee ist die Wasserskistrecke aufgrund der geringen Größe des Sees besonders problematisch. Zudem ist diese in dem Bereich, welcher für brütende Wasservögel die höchste Bedeutung innerhalb des Ziegelaußensees besitzt und zu den wertvollsten Wasservogelbrutgebieten des gesamten Seengebiets zählt (SALIX, 2011). Nach SALIX (2011) haben die derzeit vorhandenen Bootszahlen eine noch verträgliche Schwelle längst überschritten. 24 Planung & Ökologie Abb. 4: Bootsverkehr auf den Schweriner Seen (aus SALIX, 2011) Vorbelastungen durch Störungen im Siedlungsbereich Neben den seeseitigen Störungen können sich auch landseitige Störungen, z.B. durch Spaziergänger, Badende, Angler, herumstöbernde Hunde etc. negativ auf das Brutgeschehen auswirken. So sind z.B. Graugänse von der Nutzung an die Gewässer angrenzender Grünlandflächen z.B. als Liegewiesen betroffen, da die Tiere diese während der Jungenaufzucht als Nahrungsflächen benötigen. Vorbelastungen durch Fischerei, Angelsport und Jagd Die Jagd auf Wasservögel wurde wiederholt festgestellt, darunter auch Zielarten des Schutzgebiets (SALIX, 2011). Insgesamt ist jedoch anzunehmen, dass die Störungen durch Jagd nur gering sind. Zu Fischerei und Angelsport liegen keine näheren Angaben vor. In den betroffenen Bereich sind Störungen von Vogelarten anzunehmen. 25 Planung & Ökologie 5 Untersuchungsraum / Wirkraum 5.1 Begründung für die Abgrenzung des Untersuchungsraums / Wirkraums Die Wirkräume des Vorhabens wurden in Kap. 3.2 ermittelt. Danach ist der Wirkraum durch Bootsverkehr nicht eindeutig abgrenzbar. In den Untersuchungsraum werden daher neben dem Ziegelaußensee auch Schweriner Innen- und Außensee und die Gewässerverbindungen zwischen den Seen einbezogen. Von der direkten Uferzone abgesehen werden keine Landbereiche berücksichtigt, da für diese keine Betroffenheiten gegeben sind. 5.2 Voraussichtlich betroffene Arten Im folgenden wird geprüft, welche der für das Schutzgebiet maßgeblichen Arten nach Anlage 1 der VSGLVO MV vom Vorhaben betroffen sind. Betroffene Arten sind diejenigen Arten, die in den Uferbereichen von Ziegelaußensee und Schweriner Innensee brüten oder auf diesen Seen rasten. Betroffenheiten von Arten der Wälder und des Offen- und Halboffenlandes sind aufgrund der Lage außerhalb des Wirkraums oder fehlender Empfindlichkeit gegenüber den Wirkfaktoren nicht gegeben. Von den baubedingten Wirkungen ist mit einer Betroffenheit von Stockente, Blässhuhn und Haubentaucher als Brutvögel zu rechnen. Blässhuhn und Haubentaucher stellen Zielarten für das Schutzgebiet dar. Anlagebedingt sind keine Betroffenheiten von Vogelarten im Schutzgebiet gegeben. Der Uferbereich am Nordwestrand des Geltungsbereichs bleibt unverändert. Betriebsbedingt können im Bereich von Ziegelaußensee, Schweriner Innen- und Außensee Wasservogelarten als Brut- und Rastvögel durch den Bootsverkehr betroffen sein. Tab. 4: Ermittlung der betroffenen Arten Populations- Kartierung 2010 größe nach Ziegelaußensee/ Betroffenheit StandardSchweriner Indatenbogen nensee Artname deutsch wissenschaftlich Status Arten des Anhangs I der VSchRL Eisvogel Alcedo atthis bruetend Heidelerche Lullula bruetend arborea Kranich Grus grus bruetend Mittelspecht Dendrocopos bruetend medius Neuntöter Lanius collurio bruetend Rohrdommel Botaurus stellaris bruetend 26 > 10 Brutpaare ~ 2 Brutpaare 2 Brutpaare - betroffen Nicht betroffen ~ 20 Brutpaare ~ 15 Brutpaare - Nicht betroffen Nicht betroffen ~ 100 Brutpaare ~ 5 Brutpaare - Nicht betroffen - Nicht betroffen Planung & Ökologie Populations- Kartierung 2010 größe nach Ziegelaußensee/ Betroffenheit StandardSchweriner Indatenbogen nensee ~ 15 Brutpaare 1 Brutpaar betroffen Artname deutsch wissenschaftlich Status Rohrweihe Circus aerugibruetend nosus Rotmilan Milvus milvus bruetend ~ 10 Brutpaare Nicht betroffen Schwarzmilan Milvus bruetend ~ 4 Brutpaare Nicht betroffen migrans SchwarzDryocopus bruetend ~ 10 Brutpaare Nicht betroffen specht martius Seeadler Haliaeetus bruetend = 3 Brutpaare Nicht betroffen albicilla Singschwan Cygnus überwinternd ~ 500 Ind. max. 7 Ind. betroffen cygnus SperberSylvia nisoria bruetend selten Nicht betroffen grasmücke Wachtelkönig Crex crex bruetend ~ 20 Brutpaare Nicht betroffen WeißsternLuscinia svebruetend ~ 2 Brutpaare Nicht betroffen Blaukehlchen cica cyanecula Weißstorch Ciconia bruetend = 6 Brutpaare Nicht betroffen ciconia WespenPernis apivobruetend ~ 2 Brutpaare Nicht betroffen bussard rus ZwergFicedula parva bruetend ~ 6 Brutpaare Nicht betroffen schnäpper Zwergschwan Cygnus codurchziehend = 80 Ind. Nicht betroffen (Mitteleuropa) lumbianus bewickii Regelmäßig vorkommende Zugvögel, die nicht im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG aufgeführt sind Bläßgans Bläßhuhn Bläßhuhn Gänsesäger Haubentaucher Haubentaucher Haubentaucher Kolbenente Kormoran Kormoran Reiherente Anser albifrons Fulica atra Fulica atra Mergus merganser Podiceps cristatus Podiceps cristatus Podiceps cristatus Netta rufina durchziehend > 8000 Ind. überwinternd durchziehend > 6500 Ind. ~ 22500 Ind. bruetend ~ 5 Brutpaare 10 Brutpaare betroffen bruetend 733 Brutpaare betroffen überwinternd ~ 1700 Brutpaare ~ 1300 Ind. durchziehend ~ 3200 Ind. bruetend = 15 Brutpaare Phalacrocorax überwinternd > 300 Ind. carbo Phalacrocorax durchziehend > 3500 Ind. carbo Aythya fuligula bruetend ~ 60 Brutpaare 27 - Nicht betroffen max. 6.725 Ind. Nicht betroffen betroffen (Ziegelaußensee: 66) max. 1.504 Ind. Nicht betroffen (Ziegelaußensee: 87) betroffen 18 Brutpaare betroffen (Ziegelaußensee: 1) max. 332 Ind. Nicht betroffen (Ziegelaußensee: 34) betroffen 28 Brutpaare (Ziegelaußensee: 4) betroffen Planung & Ökologie Populations- Kartierung 2010 größe nach Ziegelaußensee/ Status Betroffenheit wissenStandardSchweriner Inschaftlich datenbogen nensee Aythya fuligula durchziehend ~ 15000 Ind. max. 1.158 Ind. betroffen (Ziegelaußensee: 8) Anser fabalis überwinternd = 740 Ind. Nicht betroffen Anser fabalis durchziehend > 3200 Ind. betroffen Bucephala überwinternd > 3400 Ind. Max. 1.225 Ind. Nicht betroffen clangula (Ziegelaußensee: 10) Bucephala durchziehend > 150 Ind. betroffen clangula Aythya ferina bruetend ~ 20 Brutpaare betroffen 5 Brutpaare ( Ziegelaußensee: 0) Artname deutsch Reiherente Saatgans Saatgans Schellente Schellente Tafelente Nach der „Anleitung zur Abgrenzung und Bewertung der Habitate von Vogelarten in den Europäischen Vogelschutzgebieten Mecklenburg-Vorpommerns“ in der Anlage des Fachleitfadens Managementplanung wird der Erhaltungszustand als Erhaltungsgrad der für die betreffende Art wichtigen Habitatelemente und Wiederherstellungsmöglichkeit definiert. Dieses Kriterium umfasst zwei Unterkriterien: 1. Erhaltungsgrad der für die betreffende Art wichtigen Habitatelemente und 2. Wiederherstellungsmöglichkeiten. Der Erhaltungsgrad der Habitatelemente ergibt sich gemäß folgender Tabelle der Anlage 13 des Fachleitfadens Managementplanung (Tab. 5) aus den Unterkriterien „Habitatqualität“ und „Freiheit von Beeinträchtigungen“. Tab. 5: Aggregation der Kriterien Habitatqualität und Beeinträchtigung Habitatqualität A A A B B B C C C Beeinträchtigung A B C A B C A B C Ergebnis A B B B B C C C C Habitatqualität: A = hervorragend, B = gut, C = durchschnittlich bzw. teilweise beeinträchtigt Beeinträchtigung: A = gut, B = mittel, C = stark Ergebnis: A = hervorragend, B = gut, C = durchschnittlich Im Folgenden findet eine Abschätzung des aktuellen Erhaltungszustands der betroffenen Arten anhand der vorliegenden Bewertungen der Habitatqualität und der Beeinträchtigungen (SALIX, 2010) in Verbindung mit den Bewertungsschemata für die Arten (SALIX, 2010 sowie Anlage 13 zum Fachleitfaden Managementplanung) statt. Diese Daten liegen nicht für alle Arten vor, so dass für einige Arten derzeit keine Einstufung des Erhaltungszustands möglich ist (s. Tab. 6). Die Bewertung der Beeinträchtigung berücksichtigt zumeist nur die Störungen durch Wassersport. Bei der Bewertung des Erhaltungszustandes auf Gebietsebene setzt sich „C“ durch, sofern die mit C bewerteten Flächen einen Flächenanteil von mehr als 25 % umfassen. Wenn die Bewertungen „A“ und „B“ zusammen mehr als 75 % 28 Planung & Ökologie der Habitatflächen einnehmen richtet sich die Einstufung nach der Bewertung mit den höchsten Flächenanteilen. Das Unterkriterium „Wiederherstellungsmöglichkeiten“ braucht nur dann berücksichtigt zu werden, wenn sich die Elemente in einem „durchschnittlichen oder teilweise beeinträchtigten“ Zustand befinden. Bei der Einstufung sollte folgendes System verwendet werden: I: einfache Wiederherstellung II: Wiederherstellung bei durchschnittlichem Aufwand möglich III: schwierige bzw. unmögliche Wiederherstellung. Die Aggregation der Unterkriterien innerhalb der Oberkriterienerfolgt grundsätzlich über eine „UND“-Verknüpfung, d. h. die jeweils schlechteste Bewertung schlägt durch. Tab. 6: Ermittlung der Erhaltungszustände der betroffenen Arten Einstufung der Habitatquali- Beeinträchtig- Resultierender Status tät nach SA- ung nach Habi- ErhaltungswissenLIX (2010) tatbögen SALIX zustand schaftlich (2010) Fulica atra durchziehend k.A. 0% A ? 34% B 57% C Alcedo atthis bruetend k.A. C ? Mergus merbruetend k.A. k.A. ? ganser nach Habitatbögen Anh. Leitfaden FFHManagementpl.wg. „regelm. Bootsverkehr ohne räuml. Beschränkung“ als C einzustufen Podiceps bruetend Übernahme der Bewertung aus SALIX (2011): C cristatus Podiceps durchziehend Übernahme der Bewertung aus SALIX (2011): C cristatus Netta rufina bruetend C 4% A C 39% B 57% C Phalacroco- durchziehend k.A. 0% A ? rax carbo 16% B 80% C Aythya fubruetend C 7% A C ligula 38% B 55% C Artname deutsch Bläßhuhn Eisvogel Gänsesäger Haubentaucher Haubentaucher Kolbenente Kormoran Reiherente 29 Planung & Ökologie Einstufung der Habitatquali- Beeinträchtig- Resultierender Status tät nach SA- ung nach Habi- ErhaltungswissenLIX (2010) tatbögen SALIX zustand schaftlich (2010) Aythya fuligu- durchziehend C 3% A C la 16% B 76% C Circus bruetend 40% A 37% A C aeruginosus 13% B 15% B 38% C 47% C Anser fabalis durchziehend k.A. C ? Bucephala durchziehend k.A. k.A. ? clangula Cygnus überwinternd k.A. C ? cygnus Aythya ferina bruetend k.A. k.A. ? Artname deutsch Reiherente Rohrweihe Saatgans Schellente Singschwan Tafelente Es ergibt sich demnach für das Gebiet abweichend von der Einstufung des Standarddatenbogens ein Erhaltungszustand C (durchschnittlich) für Haubentaucher als Brut- und Rastvogel, Kolbenente als Brutvogel, Reiherente als Brut- und Rastvogel und Rohrweihe als Brutvogel. Für die übrigen Arten ist derzeit keine Einstufung möglich. Neben dem Erhalt der für die Arten wesentlichen Lebensraumstrukturen sind daher im Folgenden auch die Wiederherstellungsmöglichkeiten zu berücksichtigen. 30 Planung & Ökologie 6 Ermittlung und Bewertung der vorhabensbedingten Beeinträchtigungen des Schutzgebiets Zur Ermittlung der vorhabensspezifischen Betroffenheit der Natura-2000Gebiete ist der Wirkbereich des Vorhabens mit den Abgrenzungen der Schutzgebiete zu überlagern. Kommt es zu Überschneidungen, ist zu überprüfen, ob es zu einer Beeinträchtigung der Erhaltungsziele kommen kann. Da das Plangebiet direkt an das Vogelschutzgebiet angrenzt und der Wirkraum des Vorhabens mit bis zu 300 m angenommen wird, können Beeinträchtigungen des Schutzgebiets nicht ausgeschlossen werden, so dass eine genauere Prüfung der Verträglichkeit mit den einzelnen Erhaltungsziele für das Schutzgebiet erforderlich ist. Im folgenden wird daher geprüft, ob das Vorhaben zu einer Beeinträchtigung der Erhaltungsziele führen kann. Erhaltungsziel 1 Auswirkungen Erhaltung gut durchlichteter Wasserkörper mit ungestörter Sedimentbildung und Ausbildung einer reichhaltigen Mollusken (Muscheln und Schnecken) und Fischfauna sowie gut ausgebildeter Unterwasservegetation - artenreiche und standorttypische Unterwasserbo- unerhebliche mechadenfauna als Nahrungsgrundlage insbesondere nische Störungen für die Reiherente, durch Bootsverkehr in Flachwasserbereichen möglich - artenreiche und standorttypische unerhebliche StörunUnterwasservegetation als Nahrungsgrundlage gen durch Bootsverinsbesondere für Blässhuhn und Kolbenente kehr - artenreiche und standorttypische Fischfauna als unerhebliche StörunNahrungsgrundlage insbesondere für Haubentau- gen durch Bootsvercher, Rohrdommel, Seeadler, Schwarzmilan, Eis- kehr vogel, Kormoran - Erhalt und Entwicklung von Armleuchteralgen als keine Auswirkungen Hauptnahrungsgrundlage für die Kolbenente 2 Erhaltung großer unzerschnittener und störungsar- keine Auswirkungen mer Offenlandflächen (Agrarflächen) zur Sicherung ausreichend großer störungsarmer Äsungsflächen, insbesondere für nordische Gänse und Schwäne, 3 Erhaltung möglichst langer störungsarmer Ufer so- Störungen durch wie großer unzerschnittener und störungsarmer Bootsverkehr Land- und Wasserflächen, die insbesondere von den im Schutzzweck genannten Arten zur Brut, zum 31 Planung & Ökologie Erhaltungsziel Auswirkungen Nahrungserwerb, zum Ruhen und Schlafen sowie zur Balz genutzt werden, 4 5 Erhaltung eines störungsarmen Luftraumes als - Jagdraum und Balz von Greifvögeln, - Wechselräume von Weißstörchen zwischen Horstplatz und Nahrungsflächen bzw. zwischen Nahrungsflächen, - Wechselräume von nordischen Gänsen und Schwänen zwischen Nahrungsflächen und Schlafgewässern Erhaltung und Wiederherstellung von Feuchtgrünland mit spezifischem Pflegemanagement (periodische späte Mahd auf alternierenden Teilflächen) oder mit großen Anteilen von Bracheflächen und Randstreifen als - 6 7 Eine Störung des Luftraums findet nicht statt. Keine Auswirkungen. Solche Flächen werden nicht beeinträchtigt. Erhebliche Störungen der Arten durch Zunahme der Brut- und Nahrungshabitate des Wachtelkönigs Bootsnutzung sind Nahrungsflächen von Weißstorch, Rohrweihe, nicht anzunehmen. Kranich und rastenden nordischen Gänsen Erhaltung störungsarmer Wälder mit hinsichtlich des Keine Auswirkungen. Schutzzweckes angemessenen Anteilen von AltWälder werden nicht holzbeständen als beeinträchtigt. Erheb- Brutplätze z.B. von Seeadler, Wespenbussard, liche Störungen der Arten durch Zunahme Schwarzmilan, Rotmilan und Schwarzspecht, der Bootsnutzung sind - Buchenaltholzbestände als Habitatvoraussetzung nicht anzunehmen. z.B. für den Zwergschnäpper - hohe Eichen-, Eschen- und Erlenanteile (Altholzbestände) als Habitatvoraussetzung z.B. für den Mittelspecht - Alt- und Totholzbestände zur Sicherung der Habitatfunktionen z.B. für Schwarz- und Mittelspecht sowie Zwergschnäpper, Erhaltung von strukturreichen Agrarlandschaften und sonstigen Bereichen mit einem hohen Anteil an naturnahen Lebensräumen (z.B. Wegraine,Sölle, Feuchtflächen, Feldgehölze, Hecken, Gebüsche etc.) als - Nahrungsgebiet z.B. von Rotmilan, Rohrweihe und Wespenbussard, - Brut- und Nahrungsgebiet z.B. von Kranich, Neuntöter, Sperbergrasmücke 32 Keine Auswirkungen. Die genannten Flächen und Funktionen werden nicht beeinträchtigt. Planung & Ökologie Erhaltungsziel - Auswirkungen Brut- und Nahrungsgebiet z.B. von Neuntöter und Sperbergrasmücke in Form gebüschreicher Zonen (insbesondere Weißdorn, Schlehe, Hundsrose) 8 Erhaltung und Entwicklung von störungsarmen Röh- Verstärkte Störungen richten stehender und fließender Gewässer als Brut- durch Bootsverkehr und Nahrungsgebiet insbesondere von Kolbenente, Rohrdommel (bei freien Wasserflächen), Rohrweihe und Kranich sowie weiterer im Schutzzweck benannter Arten, 9 Erhaltung und Entwicklung funktionsfähiger und Keine Auswirkungen. störungsarmer Waldmoore und -sümpfe als Brutha- Waldmoore und bitat z.B. von Kranichen, sümpfe und deren Entwicklung werden nicht beeinträchtigt. 10 Erhaltung natürlicher und naturnaher Uferabbrüche Keine Auswirkungen zur Sicherung der Nahrungs- und Brutbedingungen für den Eisvogel durch Erhalt und Förderung der Gewässerdynamik und uferbegleitender Gehölze. Bewertung der Beeinträchtigung der Erhaltungsziele: Nach SALIX (2011) hat das Ausmaß der Störungen durch Bootsverkehr bereits heute das verträgliche Maß überschritten. Die exemplarisch ermittelte Erhaltungszustände sind mit der Kategorie C bewertet worden, d.h. der Erhaltungszustand ist „durchschnittlich“. Aufgrund dieser Ausgangssituation stellt jede Zunahme der Störungen insbesondere für Brutvögel der Röhrichte, aber auch für Rastvögel wie Blässhuhn und Haubentaucher, die bereits im August in größerer Anzahl vorkommen, eine Beeinträchtigung dar. Es werden schadensbegrenzende Maßnahmen erforderlich. Prüfung der Auswirkungen auf die Wiederherstellungsmöglichkeiten: Die Wiederherstellungsmöglichkeiten werden erhalten. Die Entwicklung von Röhrichtbereichen wird nicht verschlechtert, da die dafür geeigneten Bereiche nicht überplant werden. Die Reduzierung von Störungen durch Wassersport könnte insbesondere durch eine Befahrensregelung erreicht werden, die bestimmte Bereiche vom Befahren durch Boote ausnimmt. Auch dies ist weiterhin möglich. 33 Planung & Ökologie 7 Vorhabensbezogene Maßnahme zur Schadensbegrenzung Zweck von Maßnahmen zur Schadensbegrenzung ist es, die negativen Auswirkungen eines Vorhabens auf die Erhaltungsziele eines Schutzgebietes zu verhindern oder zu begrenzen. Der Leitfaden zur FFH-Verträglichkeitsprüfung an Bundeswasserstraßen (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, 2008) sagt hierzu Folgendes: „Maßnahmen zur Schadensbegrenzung sind vor dem Hintergrund der negativen Auswirkungen zu prüfen, die ein Projekt / Plan (einzeln oder in Zusammenwirkung mit anderen Projekten / Plänen) mit sich bringen könnte. Für erhebliche Beeinträchtigungen sind Maßnahmen zur Schadensbegrenzung verpflichtend. In diesem Fall lässt sich die Verträglichkeit des Vorhabens mit den Erhaltungszielen nur durch geeignete Maßnahmen zur Schadensbegrenzung sicherstellen.“ Als Maßnahme zur Schadensbegrenzung wird aufgrund der zu erwartenden Zunahme der Störungen durch Bootsverkehr durch die Schaffung zusätzlicher Liegeplätze im Bereich des B-Plans Nr. 67.11 „Marina am Werderkanal - Nord“ die Schaffung störungsarmer Bereiche im Gebiet der Schweriner Seen als erforderlich angesehen. Nach SALIX (2011) hat das Ausmaß der Störungen durch Bootsverkehr bereits heute das verträgliche Maß überschritten. Der exemplarisch für den Haubentaucher ermittelte Erhaltungszustand ist mit der Kategorie C bewertet worden, d.h. der Erhaltungszustand ist „durchschnittlich, teilweise beeinträchtigt“. Aufgrund dieser Ausgangssituation wird jede Zunahme der Störungen als kritisch bewertet und daher ein Ausgleich der Störungen durch Rücknahme von Störungen als erforderlich angesehen. Anzustreben wäre ein Schutzkonzept, welches das gesamte Schweriner Seengebiet betrachtet. Die Entwicklung eines Schutzkonzepts erscheint insbesondere aufgrund der auch in Zukunft zu erwartenden Planungen von Liegeplätzen und Bootsanlegern an den Schweriner Seen (s. Kap. 8) erforderlich. Da derzeit noch kein Schutzkonzept vorliegt und der Pflege- und Entwicklungsplan für das Vogelschutzgebiet noch nicht so weit bearbeitet ist wird im Folgenden ein Vorschlag für die Umsetzung zum hier geprüften B-Plan unterbreitet. Gegenüber dem geschätzten Bestand von ca. 5.000 Booten (Angabe des FFHManagementplans) an den Schweriner Seen bewirken die zusätzlichen 33 Liegeplätze eine Zunahme um ca. 0,7 %. Bei vorliegen eines Schutzkonzepts mit Ausweisung von Schutzzonen wäre somit eine zusätzliche Ausweisung von Schutzbereichen im Umfang von 0,7 % der Schutzzonen denkbar. SALIX (2011) schlagen vor, pro zusätzlichen Liegeplatz 3 m Ruhezone entlang der Ufer (einschließlich eines seeseitigen Puffers von mind. 50 m) für Brutvögel 34 Planung & Ökologie und 2.500 m² Ruhezone in Seebereichen für Rastvögel zu schaffen. Eine klare Berechnung erforderlicher Flächen ist nicht möglich, da eine genaue Wirkungsprognose nicht möglich ist. Im hier betrachteten Fall der Schaffung von Liegeplätzen am Ziegelaußensee ist vor allem mit einer Nutzung des Ziegelaußensees zu rechnen. Es ist daher hier vor allem von einer Betroffenheit von Brutvögel auszugehen. Aber auch Rastvögel wie der Kormoran, der sich in der Nordwestbucht des Ziegelaußensees aufhält, können betroffen sein. Als Maßnahme zur Schadensbegrenzung wird daher folgendes vorgeschlagen: Maßnahmenvorschlag: Einrichtung einer Ruhezone Als Standort der Maßnahme wird eine langgestreckte Bucht im Nordosten des Ziegelaußensees (Große Bucht am Wickendorfer Moor) vorgesehen (s. Abb. 5). Hier kann durch die Abgrenzung relativ geringer Wasserflächen eine lange Uferlinie geschützt werden und so eine sehr effektive Störungsreduzierung für Brutvogelarten der Seeufer erfolgen. Die Länge der Bucht beträgt ca. 450 m, die Breite ca. 120 m. Die Wasserfläche entspricht ca. 5 ha. Die Bucht wird offenbar stark von Booten frequentiert (s. Abb. 6). Abb. 5: Einrichten einer Ruhezone - Lageplan Abb. 6: Bootsregistrierungen während einer Kartierung im Jahr 2002 (aus SALIX, 2002) Alle von SALIX (2002) registrierten Boote zwischen Juni und August 2002, mit 50 mRadius dargestellt Nach den Vorschlägen für Maßnahmen von SALIX (2011) würden für 33 Liegeplätze 99 m Uferlänge und 8,25 ha Wasserfläche für Rastvögel erforderlich. Da davon auszugehen ist, dass die Boote der Marina am Werderkanal am häufigsten den Ziegelaußensee befahren werden, werden vor allem Brutvögel, weniger 35 Planung & Ökologie Wasservögeln betroffen sein. Da der Ziegelaußensee an einigen Stellen schmal ist und daher bei Befahren gleichzeitig eine Störung beider Uferbereiche möglich ist, ist die Störung von Brutvögeln hier entgegen z.B. einer Nutzung am Schweriner Außensee als höher zu bewerten. Die Bucht ist zwischen Anfang April und Ende September oder ganzjährig für den Bootsverkehr zu sperren. Die Sperrung der Bucht wird vor allem für Brutvögeln eine deutliche Aufwertung bedeuten. Für Rastvögel wird eine geringere Aufwertung stattfinden, da diese größere Wasserflächen bevorzugen. Die Bucht mit einer geringeren Wasserfläche, aber höheren Uferlänge wird daher als geeignet bewertet, eine Verschlechterung des Erhaltungszustands durch das Vorhaben zu vermeiden. Da in den Uferbereichen nur schmale Röhrichtzonen vorhanden sind werden schwimmende Röhrichtinseln vorgesehen, so dass die Habitatsituation für Brutvögel der Röhrichte wie Haubentaucher und Blässhuhn aufgewertet wird. Für Fische bieten die Bereiche unter den Inseln Schutz- und Nahrungsraum. Schwimmende Röhrichtinseln bestehen aus mit Röhricht bewachsenen schwimmfähigen Elementen, Trägermaterial ist ein Geogitter (s. Abb. 8). Die schwimmenden Röhrichtinseln werden am vorgesehenen Platz verankert. So ist es auch in tieferen Bereichen möglich, Röhrichtbereiche zu schaffen. Die Röhrichtinseln können schwimmend über das Wasser an Ort und Stelle verbracht werden, so dass eine Zuwegung durch angrenzenden Wald nicht erforderlich wird. Es wird vorgesehen, auf bis zu ca. 10 % der Uferlänge die derzeit überwiegend sehr schmalen Röhrichtstreifen zu verbreitern oder aber in langen Uferabschnitten ohne Röhricht neue Röhrichtbereiche zu entwickeln. So können die Habitatbedingungen so aufgewertet werden, dass ausreichend Röhrichtbereiche für eine hohe Besiedlungsdichte gegeben sind. Es wird die Schaffung von bis zu 300 m² Röhrichtinsel geplant. Es wird geplant, diesen gemäß der Darstellung in Abb. 7 vorzusehen. Es werden hier insbesondere die flacheren Bereiche der Bucht genutzt, in denen aufgrund der Wassertiefen eine natürliche Ausweitung des Röhrichts möglich ist. Trotz Lage in der Bucht werden die Lichtverhältnisse (insbesondere aufgrund der Öffnung der Bucht nach Südwesten) als ausreichend bewertet. Die flachen Zonen im Mündungsbereich weisen bereits Röhrichtzonen auf. In der Detailplanung wird geprüft, ob Wellenschutzmaßnahmen für die Sicherung der Röhrichtentwicklung erforderlich sind. Die genaue Ausdehnung und Lage der Röhrichtbereiche kann in der Detailplanung abhängig von vorhandenen Röhrichtzonen und Wassertiefen noch angepasst werden. Die Umsetzung der Maßnahme ist vor der Inbetriebnahme der neuen Liegeplätze durchzuführen. Es ist regelmäßig zu prüfen, dass die Röhrichtinseln noch an ihrer Position liegen. Als Monitoring wird nach 3 Jahren die Durchführung einer Vogelkartierung in der Bucht vorgeschlagen. Zudem ist die Wirksamkeit der Absperrung gegen Bootsverkehr zu überprüfen. Da es sich bei den Schweriner Seen um eine Bundeswasserstraße handelt wird für die Umsetzung der Maßnahme die Genehmigung des Wasser- und Schifffahrtsamts erforderlich. 36 Planung & Ökologie An kleinen Uferabschnitten wurden bereits kleine Uferbereiche mit Genehmigung des Wasser- und Schifffahrtsamts abgegrenzt. Für diese Maßnahmen war eine Befahrensregel nicht erforderlich, da eine Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs auf der Bundeswasserstraße nicht gegeben ist. Abb. 7: Einrichten einer Ruhezone mit Röhrichtinseln Linke Abb.: Lila Schraffur = Anlage von Röhrichtinseln (die genaue Lage ist vor Ort festzulegen) Rechte Abb. : Tiefenzonierung in 1m-Abständen Abb. 8: Schwimmende Röhrichtinseln (Quelle: www.oekon-vegetationstechnik.de) Maßnahmen zur Schadensbegrenzung während der Bauzeit Um Beeinträchtigungen von Brutvögel im Umfeld des Geltungsbereichs zu minimieren sind besonders lärmintensive Arbeiten wie das Einbringen von Spundwänden, sofern erforderlich, außerhalb der Brutzeit durchzuführen. Solche Arbeiten sind daher zwischen Anfang September und Ende März durchzuführen. Sofern bewachsene Uferbereiche von Maßnahmen betroffen sind, in denen Vögel brüten können, sind Maßnahmen in diesen Bereichen zum Schutz der Tiere ebenfalls zu den genannten Zeiten durchzuführen. 37 Planung & Ökologie Bewertung der verbleibenden Beeinträchtigungen Durch die oben genannte Einrichtung von Ruhezonen, in denen eine Zunahme der Brutvögel und Erhöhung des Bruterfolgs erfolgen wird, können die zusätzlichen Beeinträchtigungen durch den durch die B-Planung ermöglichten zusätzlichen Bootsverkehr ausgeglichen werden. Auch für Rastvögel bieten die Ruhezonen Schutz. Wasserpflanzen und Fische profitieren dort ebenfalls von der Reduzierung der Störungen. Unter Berücksichtigung dieser Maßnahme ist davon auszugehen, dass sich der Erhaltungszustand der Arten durch das Vorhaben nicht verschlechtert. Es sind somit keine erheblichen Auswirkungen auf die Erhaltungsziele zu erwarten. Die Wiederherstellungsmöglichkeiten der für die vorkommenden Arten bedeutenden Lebensraumstrukturen und zur Reduzierung der Störungen werden durch das Vorhaben nicht behindert. Hinweise zum Konkretisierungsgrad Zum erforderlichen Konkretisierungsgrad der schadensbegrenzenden Maßnahmen sagt der Leitfaden zur FFH-Verträglichkeitsprüfung an Bundeswasserstraßen (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, 2008) folgendes: „Ebenso wie die allgemeinen Vorhabensspezifikationen müssen auch die Maßnahmen zur Schadensbegrenzung einen Konkretisierungsgrad aufweisen, der eine belastbare Aussage zu ihrer Wirksamkeit ermöglicht. Die vorgesehenen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung müssen angemessen konkret und schutzgebietsspezifisch sein. Ihre Durchführbarkeit aus technischer Sicht muss gesichert und aus rechtlicher und finanzieller Sicht möglich sein. Umsetzungszeiträume und –fristen sind anzugeben.“ Die vorgeschlagene Maßnahme erfüllt die fachlichen Ansprüche. Die Detailplanung und rechtliche Umsetzbarkeit (Zustimmung des Wasser- und Schifffahrtsamts) ist im weiteren Verfahren zu klären. 38 Planung & Ökologie 8 Beurteilung der Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele des Schutzgebietes durch andere zusammenwirkende Pläne und Projekte Zur Ermittlung der zu berücksichtigenden anderen Pläne und Projekte fand eine Nachfrage bei den unteren Naturschutzbehörden der Stadt Schwerin und der Landkreise Parchim und Nordwestmecklenburg statt. Die Landkreise Parchim und Nordwestmecklenburg verwiesen dabei auf die im Managementplan für das FFH-Gebiet „Schweriner Außensee und angrenzende Wälder und Moore“ (DE 2234-304) genannten Projekte / Pläne. Die Stadt Schwerin hat eine Liste der relevanten Vorhaben übergeben. Die Pläne und Projekte werden in Tab. 7 aufgeführt und mögliche kumulierende Beeinträchtigungen werden geprüft. Tab. 7: Prüfung zusammenwirkender Pläne und Projekte Projekt Planung, die zu kumulativen Wirkungen führen kann und mit dem hier betrachteten Vorhaben zusammenwirkende Beeinträchtigungen Genehmigte Projekte: Steganlage Leezen ca. 40 Liegeplätze geplant (im Jahr 2006 genehmigt, aber noch nicht gebaut)  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr Wasserwanderrastplatz Paulsdamm (bereits umgesetzt) Wasserwanderrastplatz  Zunahme der punktueller Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr Sportboothafen Leezen (be- Nach FFH-Managementplan 140 Anlegeplätze reits umgesetzt) geplant, später nur ca. 25 Liegeplätze gebaut  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr Geplante Projekte (nach Angaben der Stadt Schwerin und des FFHManagementplans) 2 B-Pläne „Waisengärten“ Keine kumulativen Wirkungen zu erwarten B-Plan „Bornhövedstraße“ ca. 200 Liegeplätze geplant  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr Anlage einer Steganlage am ca. 120 Liegeplätze geplant Ziegelinnensee  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr 39 Planung & Ökologie Projekt Planung, die zu kumulativen Wirkungen führen kann und mit dem hier betrachteten Vorhaben zusammenwirkende Beeinträchtigungen Schlossbucht-Anleger (beschlossen, Umsetzung für 2011 geplant) ca. 10 Liegeplätze geplant, im Gegenzug Verzicht auf 6 bereits genehmigte Liegeplätze Hafenausbau Insel Kaninchenwerder Hafenausbau:  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr möglich Trassenverlegung der B 104 Lage im Seebereich  Kumulative Wirkungen (FFH-VP ist in Bearbeitung) möglich (noch keine genaueren Angaben vorliegend) Ausbau der Bahntrasse zwischen Carlshöhe und Bad Kleinen Keine kumulativen Wirkungen zu erwarten Neubau eines Durchlasses an der Bahnstrecke LübeckStrasburg bei Streckenkilometer 64,686 Keine kumulativen Wirkungen zu erwarten Fahrgastschiffsanleger Schloss Wiligrad Fahrgastschiffsanleger und Liegeplätze für Sportboote  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr Fahrgastschiffsanleger Badesanstalt Seehof Fahrgastschiffsanleger  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr Gemeinschaftsbootanleger Wickendorf 16 Liegeplätze geplant  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr Denkmalpflegerische RahKeine kumulativen Wirkungen zu erwarten menzielstellung Schlosspark Wiligrad / Denkmalpflegerische Zielstellung Schlosspark Wiligrad Maßnahmen aus dem Tourismuskonzept Schweriner Außensee Anlegestellen für Schiffsausflugsverkehr geplant Maßnahmen aus dem Regionalen Wassertourismuskonzept u.a. zusätzliche Liegeplätze  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr 40 Planung & Ökologie Projekt Planung, die zu kumulativen Wirkungen führen kann und mit dem hier betrachteten Vorhaben zusammenwirkende Beeinträchtigungen Gastbootsliegeplätze Bad Kleinen Zusätzliche Liegeplätze Jetski auf der ausgewiesenen Wasserskistrecke auf dem Außensee Jetski  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr Gastanlegesteg an der Mari- Zusätzliche Liegeplätze na „Bierbug“  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr DLRG-Steg an der Marina „Ziegenwiese“ Evtl. zusätzliche Liegeplätze / Bootsverkehr  Zunahme der Störungen im Schutzgebiet durch Bootsverkehr Allein die in der Stadt Schwerin geplanten Vorhaben sehen die Schaffung von 370 zusätzlichen Liegeplätzen vor. Mit dem hier betrachteten Vorhaben zusammen sind es gut 400 Liegeplätze. Gegenüber der als Bestand angenommenen 5.000 Boote führt dies zu einer Zunahme um 8 %. Genehmigt sind von den angegebenen Planungen bisher nach den vorliegenden Daten nur die 40 Liegeplätze der Steganlage Leezen. Der genaue Stand der Planungen der anderen Projekte / Pläne ist nicht bekannt. Im Zusammenwirken mit den genannten Plänen und Projekten sind erhebliche Beeinträchtigungen gegeben. Eine konzertierte Schadensbegrenzung wäre wünschenswert, ist derzeit jedoch nicht kurzfristig umsetzbar. Durch die bereits aufgeführten Maßnahmen zur Schadensbegrenzung wird der Anteil der Beeinträchtigungen des Vorhabens „B-Plan 67.11“ ausgeglichen und erhebliche werden Beeinträchtigungen vermieden. Schadensbegrenzende Maßnahmen für die weiteren Projekte und Pläne sind derzeit nicht bekannt. Diese müssen bei den Zulassungsverfahren der einzelnen Pläne / Projekte betrachtet werden. Möglicherweise werden bei größeren Neubauprojekten von Steganlagen schadensbegrenzende Maßnahmen nicht mehr ausreichen, um erhebliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Es ist bei solchen Projekten nach Aussage der Unteren Naturschutzbehörde mit aufwendigen Ausnahmeprüfungen und Ausgleichsmaßnahmen auf Basis einer Befahrensregelung des Bundesverkehrsministeriums zu rechnen. Dies gilt insbesondere bei der Einrichtung von größeren Rastvogelschutzzonen im Innensee. 41 Planung & Ökologie 9 Zusammenfassung Die Stadt Schwerin beabsichtigt mit der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 67.11 „Marina am Werderkanal - Nord“ die städtebauliche Neuordnung einer Fläche am Ortsausgang von Schwerin. Ziel ist die Entwicklung eines Standortes mit überwiegender Wohnnutzung und einem direkten Wasserbezug bzw. Zugang zum Wasser. Bestandteil der Planung ist die Anlage eines Hafenbeckens mit bis zu 33 Bootsliegeplätzen. Da der Geltungsbereich direkt an das europäische Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ (DE 2235-402) angrenzt ist eine FFH-Verträglichkeitsprüfung erforderlich. Mögliche Auswirkungen auf das Schutzgebiet sind insbesondere während der Bauzeit auftretende Störungen durch Baulärm sowie betriebsbedingt Störungen im Bereich der Seen durch zusätzlichen Bootsverkehr. Zur Minderung der Beeinträchtigungen während der Bauphase wird vorgesehen, die Umsetzung besonders lärmintensiver Arbeiten und von Maßnahmen in bewachsenen Uferbereichen außerhalb der Brutzeit der vorkommenden Vogelarten durchzuführen. Diese Maßnahmen sind danach zwischen September und März vorzunehmen. Die Auswirkungen des Bootsverkehrs können nicht genau ermittelt werden, da weder Fahrstrecken noch Nutzungshäufigkeit der Boote prognostiziert werden können. Da aufgrund der Vorbelastungen im Schutzgebiet bereits starke Beeinträchtigungen von Brut- und Rastvögeln gegeben sind, die nach Angabe der vorliegenden Berichte zu Vogelkartierungen bereits ein verträgliches Maß überschritten haben und noch kein Schutzkonzept für das Schutzgebiet vorliegt, sind Beeinträchtigungen durch das Vorhaben anzunehmen. Eine Betrachtung weiterer Pläne / Projekte zeigt zudem, dass weitere Liegeplätze im Bereich der Schweriner Seen geplant werden. Zur Vermeidung der Beeinträchtigungen durch den Bootsverkehr wird daher die Umsetzung schadensbegrenzender Maßnahmen erforderlich. Dafür wird die Einrichtung von Ruhezonen in Seeuferbereichen als geeignet bewertet. Vorgeschlagen wird die Realisierung im Bereich der Großen Bucht am Wickendorfer Moor, die für den Bootsverkehr gesperrt werden soll und in der durch die Anlage von Röhrichtinseln die Röhrichtentwicklung gefördert werden soll. Die genannten Maßnahmen sind geeignet, erhebliche Beeinträchtigungen der Erhaltungsziele zu vermeiden und die Verträglichkeit mit den Erhaltungszielen der Schutzgebiete herzustellen. 42 Planung & Ökologie 10 Literatur ARBEITSGEMEINSCHAFT KIFL, PLANUNGSGEMEINSCHAFT UMWELT, STADT UND VERKEHR COCHET CONSULT, TRÜPER GONDESEN PARTNER (2004): Gutachten zum Leitfaden für Bundesfernstraßen zum Ablauf der Verträglichkeits- und Ausnahmerpüfung nach §§ 34, 35 BNatSchG, Endfassung 20. August 2004. im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. ARGE LANDSCHAFTSPLAN SCHWERIN (2006): Landschaftsplan der Landeshauptstadt Schwerin, Kurzfassung. Im Auftrag des Amtes für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz der Landeshauptstadt Schwerin. BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG (2008): Leitfaden zur FFH-Verträglichkeitsprüfung an Bundeswasserstraßen. BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU- UND W OHNUNGSWESEN (HRSG.) 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LANA (Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung), 2004: Anforderungen an die Prüfung der Erheblichkeit von Beeinträchtigungen der Natura 2000-Gebiete gemäß § 34 BNatSchG im Rahmen einer FFH-Verträglichkeitsprüfung (FFH-VP); Arbeitspapier der LANA, unveröffentlicht. LANDESHAUPTSTADT SCHWERIN (2009): Flyer „Natura 2000 – EUVogelschutzgebiet Schweriner Seen – Teil 1: Schweriner Innensee – Ziegelaußensee“ 43 Planung & Ökologie LANDESHAUPTSTADT SCHWERIN (2005): Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Schweriner Innensee und Ziegelaußensee" vom 05.04.2005. MINISTERIUM FÜR LANDWIRTSCHAFT, UMWELT UND VERBRAUCHERSCHUTZ MECKLENBURG-VORPOMMERN (MLUV MV) (2011): Landesverordnung über die Europäischen Vogelschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern (Vogelschutzgebietslandesverordnung – VSGLVO M-V) vom 12. Juli 2011. MINISTERIUM FÜR LANDWIRTSCHAFT, UMWELT UND VERBRAUCHERSCHUTZ MECKLENBURG-VORPOMMERN (MLUV MV) (2010): Fachleitfaden Managementplanung in Mecklenburg-Vorpommern, Teil II: Ablauf der Managementplanung - Leistungsbeschreibung für Vergabeverfahren, Stand 26.04.2010, Version 2.1. REGIONALER PLANUNGSVERBAND W ESTMECKLENBURG (2005): Regionales Wassertourismuskonzept Schweriner Seengebiet. SALIX-KOOPERATIONSBÜRO FÜR UMWELT- UND LANDSCHAFTSPLANUNG (2003): Endbericht zur Brut- und Rastvogelkartierung Schweriner See 2001 / 2002: Textteil. Im Auftrag der Landeshauptstadt Schwerin. SALIX–KOOPERATIONSBÜRO FÜR UMWELT- UND LANDSCHAFTSPLANUNG (2011): Brut- und Rastvogelkartierung 2010 Schweriner Innensee und Ziegelaußensee – Endbericht, Stand 06. Mai 2011. SALIX–KOOPERATIONSBÜRO FÜR UMWELT- UND LANDSCHAF (2010): Habitatbewertungsbögen für die Zielarten des SPA Schweriner Seen (DE 2235402). Unveröff. Im Auftrag des StALU Schwerin. SSYMANK, A. ET AL. (1998): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. BfN-Handbuch zur Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutz-Richtlinie - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Bd. 53 - Bonn-Bad Godesberg : Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.). Standarddatenbogen für das BSG „Schweriner Seen“ (DE 2235-402), Stand 2008. TGP / KRIEDEMANN (2010): Managementplan für das FFH-Gebiet DE 2234-304 Schweriner Außensee und angrenzende Wälder und Moore. Im Auftrag des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg. 44 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/4 STANDARD-DATENBOGEN für besondere Schutzgebiete (BSG). Gebiete, die als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung in Frage kommen (GGB) und besondere Erhaltungsgebiete (BEG) 1. GEBIETSKENNZEICHNUNG 1.1 Typ J 1.2. Kennziffer D E 2 1.3. Ausfülldatum 2 3 5 4 0 2 2 0 0 7 1.4. Fortschreibung 1 0 1.5. Beziehung zu anderen NATURA 2000-Gebieten NATURA 2000-Kennziffer NATURA 2000-Kennziffer D E 2 3 3 4 3 0 2 D E 2 2 3 4 3 0 4 D E 2 3 3 4 3 0 7 1.6. Informant R.-R. Strache (StAUN Schwerin) LUNG M-V Goldberger Str. 12, 18273 Güstrow 1.7. Gebietsname Schweriner Seen 1.8. Daten der Gebietsbenennung und -ausweisung Vorgeschlagen als Gebiet, das als GGB in Frage kommt Als GGB bestätigt Ausweisung als BEG (später auszufüllen) Ausweisung als BSG - Seite 1 von 20 - Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/5 2. LAGE DES GEBIETES 2.1. Lage des Gebietsmittelpunkts Länge E 1 Breite 1 3 1 1 0 5 3 4 2 1 7 W / G (Greenwich) 2.2. Fläche (ha) 1 8 2.3. Erstreckung (km) 5 5 9 2.4. Höhe über NN (m): Min. 0 Max. Mittel 2.5. Verwaltungsgebiet NUTS-Kennziffer Name des Verwaltungsgebiets Anteil (%) D E 8 0 4 Schwerin, Landeshaupstadt 2 1 D E 8 0 E Nordwestmecklenburg 3 9 D E 8 0 G Parchim 4 0 Meeresgebiet außerhalb eines NUTS-Verwaltungsgebiets 0 2.6. Biogeographische Region X alpin atlantisch boreal kontinental - Seite 2 von 20 - makaronesisch mediterran Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/6 3. ÖKOLOGISCHE ANGABEN 3.1. Im Gebiet vorhandene Lebensräume und ihre Beurteilung Anhang I - Lebensräume Kennziffer Anteil (%) Repräsentativität Relative Fläche Erhaltungszustand Gesamtbeurteilung Seite bitte vervielfältigen, falls nötig. - Seite 3 von 20 - Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/7 3.2. Arten, auf die sich Artikel 4 der Richtlinie 79/409/EWG bezieht und die im Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt sind, und Gebietsbeurteilung für sie 3.2.a. Vögel, die im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG aufgeführt sind Population Nichtziehend Kennziffer Name A 2 2 9 Alcedo atthis A 2 2 9 Alcedo atthis Ziehend Brütend Überwinternd Gebietsbeurteilung Auf dem Durchzug Population p > 10 i 11-50 Erhaltung Isolierung C B C C B C A 0 2 1 Botaurus stellaris p~5 C B C A 0 3 1 Ciconia ciconia p=6 C B C i~6 Gesamt B C B C A 0 3 1 Ciconia ciconia C B A 0 8 1 Circus aeruginosus p ~ 15 C B C B A 1 2 2 Crex crex p ~ 20 C B C B A 0 3 7 Cygnus columbianus bewickii A 0 3 8 Cygnus cygnus A 2 3 8 Dendrocopos medius p ~ 15 C B A 2 3 6 Dryocopus martius p ~ 10 C B A 3 2 0 Ficedula parva p~6 C B A 1 2 7 Grus grus p ~ 20 C B C A 1 2 7 Grus grus C B C A 0 7 5 Haliaeetus albicilla A 0 7 5 Haliaeetus albicilla A 3 3 8 Lanius collurio A 1 7 7 Larus minutus A 2 4 6 i = 80 i ~ 500 C C B i ~ 100 p=3 i 6-10 p ~ 100 i ~ 60 B C B C B A B C C C B C B C C B C B C B C B C B C C C B C C Lullula arborea p~2 C B C C Luscinia svecica cyanecula p~2 C B C C A 0 6 8 Mergus albellus C B C C A 0 7 3 Milvus migrans p~4 C B C C A 0 7 4 Milvus milvus p ~ 10 C B C C A 0 7 2 Pernis apivorus p~2 C B C C A 1 4 0 Pluvialis apricaria C B C C A 1 9 3 Sterna hirundo A 3 0 7 Sylvia nisoria i > 30 iP i > 130 pR - Seite 4 von 20 - C B C C B C B C Seite bitte vervielfältigen, falls nötig. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/8 3.2.b Regelmäßig vorkommende Zugvögel, die nicht im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG aufgeführt sind Population Nichtziehend Kennziffer Name A 0 5 0 Anas penelope A 0 5 3 Anas platyrhynchos Ziehend Brütend Überwinternd Gebietsbeurteilung Auf dem Durchzug Population i > 60 i > 2800 Erhaltung Isolierung Gesamt C B C C C B C C A 0 5 3 Anas platyrhynchos i > 1000 C B C C A 0 5 1 Anas strepera i > 130 C B C C A 0 4 1 Anser albifrons i > 8000 B B C B A 0 4 3 Anser anser i > 1900 B B C B A 0 4 3 Anser anser B C A 0 3 9 Anser fabalis A 0 3 9 Anser fabalis A 0 5 9 Aythya ferina A 0 5 9 Aythya ferina A 0 6 1 Aythya fuligula A 0 6 1 Aythya fuligula A 0 6 7 Bucephala clangula A 0 6 7 Bucephala clangula A 0 6 7 Bucephala clangula A 1 1 3 Coturnix coturnix A 0 3 6 Cygnus olor A 0 3 6 Cygnus olor A 1 2 5 Fulica atra p > 50 C i = 740 B i > 3200 i ~ 2400 i ~ 15000 C B C B B C B C B C B C C B C B C B p ~ 60 i > 3400 B C B p ~ 20 B p > 40 i > 150 p > 10 i ~ 200 i ~ 700 i ~ 22500 C B C B A B A A C B B C C B C C C B B C C B C B B C B B A 1 2 5 Fulica atra 1 2 5 Fulica atra i > 6500 A 0 7 0 Mergus merganser i > 800 B A 0 7 0 Mergus merganser p~5 C A 3 8 3 Miliaria calandra p 11-50 C A 3 1 9 Muscicapa striata p > 100 A 0 5 8 Netta rufina p = 15 A 0 5 8 Netta rufina B C B i > 90 C C A - Seite 5 von 20 - B A C B p > 700 C C A B C B B B B B B C B C C C A A C A B Seite bitte vervielfältigen, falls nötig. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/8 3.2.b Regelmäßig vorkommende Zugvögel, die nicht im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG aufgeführt sind Population Nichtziehend Kennziffer Name A 0 1 7 Phalacrocorax carbo A 0 1 7 Phalacrocorax carbo Ziehend Brütend Überwinternd Gebietsbeurteilung Auf dem Durchzug i > 3500 Population B i > 300 C p ~ 1700 Erhaltung B C B C A 0 0 5 Podiceps cristatus A 0 0 5 Podiceps cristatus A 0 0 5 Podiceps cristatus A 2 4 9 Riparia riparia p > 50 C A 1 5 5 Scolopax rusticola p 1-5 C B A 2 1 0 Streptopelia turtur p > 10 C B A 1 4 2 Vanellus vanellus C B i ~ 3200 i ~ 1300 - Seite 6 von 20 - Gesamt A B B B C A B B C A C A B iC Isolierung B C C C C B C C C Seite bitte vervielfältigen, falls nötig. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/9 3.2.c Säugetiere, die im Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt sind Population Nichtziehend Kennziffer Name Ziehend Fortpflanzung Überwinternd - Seite 7 von 20 - Gebietsbeurteilung Auf dem Durchzug Population Erhaltung Isolierung Gesamt Seite bitte vervielfältigen, falls nötig. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/10 3.2.d Amphibien und Reptilien, die im Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt sind Population Nichtziehend Kennziffer Name Ziehend Fortpflanzung Überwinternd - Seite 8 von 20 - Gebietsbeurteilung Auf dem Durchzug Population Erhaltung Isolierung Gesamt Seite bitte vervielfältigen, falls nötig. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/11 3.2.e Fische, die im Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt sind Population Nichtziehend Kennziffer Name Ziehend Fortpflanzung Überwinternd - Seite 9 von 20 - Gebietsbeurteilung Auf dem Durchzug Population Erhaltung Isolierung Gesamt Seite bitte vervielfältigen, falls nötig. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/12 3.2.f Wirbellose, die im Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt sind Population Nichtziehend Kennziffer Name Ziehend Fortpflanzung Überwinternd - Seite 10 von 20 - Gebietsbeurteilung Auf dem Durchzug Population Erhaltung Isolierung Gesamt Seite bitte vervielfältigen, falls nötig. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/13 3.2.g. Pflanzen, die im Anhang || der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt sind Kennziffer Name Population Gebietsbeurteilung Population Erhaltung Isolierung Gesamt Seite bitte vervielfältigen, falls nötig. - Seite 11 von 20 - Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/14 3.3. Andere bedeutende Arten der Fauna und Flora Gruppe V S A R F W P Wissenschaftlicher Name Population Begründung (V = Vögel, S = Säugetiere, A = Amphibien, R = Reptilien, F = Fische, W = Wirbellose, P = Pflanzen) Seite bitte vervielfältigen, falls nötig. - Seite 12 von 20 - Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/15 4. GEBIETSBESCHREIBUNG 4.1. Allgemeine Gebietsmerkmale Lebensraumklassen Anteil (%) Meeresgebiete und -arme Gezeiten, Ästuarien, vegetationsfreie Schlick- und Sandflächen, Lagunen (einschl. Salinenbecken) Salzsümpfe, -wiesen und -steppen Küstendünen, Sandstrände, Machair 0 Strandgestein, Felsküsten, Inselchen Binnengewässer (stehend und fließend) 38 Moore, Sümpfe, Uferbewuchs 1 Heide, Gestrüpp, Macchia, Garrigue, Phrygana 1 Trockenrasen, Steppen 0 Feuchtes und mesophiles Grünland 1 Alpine und subalpine Rasen Extensiver Getreideanbau (einschl. Wechselanbau mit regelmäßiger Brache) Reisfelder Melioriertes Grünland Anderes Ackerland 40 Laubwald 6 Nadelwald 3 Immergrüner Laubwald Mischwald Kunstforsten (z. B. Pappelbestände oder exotische Gehölze) Nicht-Waldgebiete mit hölzernen Pflanzen (Obst- und Ölbaumhaine, Weinberge, Dehesas) Binnenlandfelsen, Geröll- und Schutthalden, Sandflächen, permanent mit Schnee und Eis bedeckten Flächen Sonstiges (einschl. Städte, Dörfer, Straßen, Deponien, Gruben, Industriegebiete) 1 INSGESAMT 100 % Andere Gebietsmerkmale: Große Binnenseen mit strukturreichen Inseln und Ufern und stillen Buchten. Die Seen sind von ausgedehnten Ackerflächen umgeben, die relativ unzerschnittene und störungsarme Räume darstellen. 4.2. Güte und Bedeutung Seengebiet von internationaler Bedeutung für brütende und rastende Wasservögel. Neben den Seen wurden die angrenzenden Landflächen als Nahrungsflächen für herbivore Wasservögel einbezogen. Weitere Bedeutung für mehrere Arten des Anhang I. Ackerbaulich geprägte Region mit (schon durch die frühere Gutswirtschaft begründet) großen Wirtschaftseinheiten. Seen sind Naherholungsgebiet der Stadt Schwerin Bedeutende glaziale Seebildungen innerhalb der flachwelligen bis kuppigen Grundmoränenplatten, die teilweise in Kontakt zu Endmoränenbildungen und treten. - Seite 13 von 20 - Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/16 4.3. Verletzlichkeit ungelenkte (insbesondere wassergebundene) Freizeitnutzungen, Jagd/Vergrämung (jeweils soweit erheblich wirkend) 4.4. Gebietsausweisung (Bemerkungen zu den nachstehenden quantitativen Angaben) 4.5. Besitzverhältnisse Privat: 0 % Kommunen:0 % Land: 0 % Bund: 0 % sonst.: 0 % 4.6. Dokumentation Literaturliste siehe Anlage 4.7. Geschichte (von der Komission auszufüllen) Datum Geändertes Feld Beschreibung - Seite 14 von 20 - Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/17 5. SCHUTZSTATUS DES GEBIETS UND ZUSAMMENHANG MIT CORINE-BIOTOPEN 5.1. Schutzstatus auf nationaler und regionaler Ebene Kennziffer Anteil (%) D E 0 7 1 D E 0 5 6 D E 0 2 3 0 Kennziffer Anteil (%) Kennziffer Anteil (%) 0 5.2. Zusammenhang des beschriebenen Gebietes mit anderen Gebieten Auf nationaler/regionaler Ebene ausgewiesen: Überdeckung Typenkennziffer Gebietsname Art Anteil (%) D E 0 7 Schweriner Seenlandschaft (Stadt Schwerin) / 0 D E 0 7 Schweriner Seenlandschaft - Landkreis Parchim * 3 9 D E 0 7 Schweriner Innensee und Ziegelaußensee * 2 1 D E 0 7 Schweriner Außensee * 3 9 D E 0 5 Sternberger Seenland * 6 D E 0 2 Kaninchenwerder und Großer Stein im Großen Schweriner See + 1 D E 0 2 Ziegelwerder + 1 Überdeckung Auf internationaler Ebene ausgewiesen: Typ Gebietsname Ramsar-Übereinkommen Art Anteil (%) 1 2 3 4 Biogenetisches Reservat 1 2 3 Gebiet mit Europadiplom Biosphärenreservat Barcelona-Übereinkommen World Heritage Site Sonstiger Typ ----------- 5.3. Zusammenhang des beschriebenen Gebiets mit CORINE-Biotop-Gebieten Überdeckung CORINE-Gebietskennziffer Art Anteil (%) - Seite 15 von 20 - Überdeckung CORINE-Gebietskennziffer Art Anteil (%) Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/17 5. SCHUTZSTATUS DES GEBIETS UND ZUSAMMENHANG MIT CORINE-BIOTOPEN 5.1. Schutzstatus auf nationaler und regionaler Ebene Kennziffer Anteil (%) Kennziffer Anteil (%) Kennziffer Anteil (%) 5.2. Zusammenhang des beschriebenen Gebietes mit anderen Gebieten Auf nationaler/regionaler Ebene ausgewiesen: Überdeckung Typenkennziffer Gebietsname Art Anteil (%) D E 0 2 Döpe + 1 D E 0 2 Ramper Moor + 1 D E 0 2 Görslower Ufer * 1 Überdeckung Auf internationaler Ebene ausgewiesen: Typ Gebietsname Ramsar-Übereinkommen Art Anteil (%) 1 2 3 4 Biogenetisches Reservat 1 2 3 Gebiet mit Europadiplom Biosphärenreservat Barcelona-Übereinkommen World Heritage Site Sonstiger Typ ----------- 5.3. Zusammenhang des beschriebenen Gebiets mit CORINE-Biotop-Gebieten Überdeckung CORINE-Gebietskennziffer Art Anteil (%) - Seite 16 von 20 - Überdeckung CORINE-Gebietskennziffer Art Anteil (%) Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/18 6. EINFLÜSSE UND NUTZUNGEN IM GEBIET UND IN DESSEN UMGEBUNG 6.1. Einflüsse und Nutzungen sowie davon betroffene Fläche Einflüsse und Nutzungen im Gebiet Kennziffer Intensität 0 2 6 6 2 1 8 5 3 Einfluß Kennziffer 6 - A 6 - A 1 - B 2 5 % des Gebiets 1 A B 1 Intensität % des Gebiets Einfluß - 1 Einflüsse und Nutzungen außerhalb des Gebiets Kennziffer Intensität Einfluß Kennziffer Intensität Einfluß 6.2. Management des Gebiets Zuständige Behörde / Organisation StAUN Schwerin, Mecklenburg-Vorp., - Abteilung Naturschutz - [19061 Schwerin] Gebietsmanagement und maßgebliche Pläne Erhalt eines komplexen Gebietes als Lebensraum für verschiedene Wasservogelarten und weitere Arten des Anhang I. VO über das LSG 'Schweriner Außensee' vom 26.5.2005 (Lkr. NWM), VO über das LSG 'Schweriner Seenlandschaft' vom 6.4.2005 (Lkr. PCH), VO über das LSG 'Schweriner Innensee und Ziegelaußensee' vom 5.4.2005 (Stadt Schwerin) - Seite 17 von 20 - Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/19 7. KARTE DES GEBIETS Topographische Karte Blattnummer Maßstab Projektion 2135 25000 Gauss-Krüger (DE) 2234 25000 Gauss-Krüger (DE) 2235 25000 Gauss-Krüger (DE) 2236 25000 Gauss-Krüger (DE) 2334 25000 Gauss-Krüger (DE) 2335 25000 Gauss-Krüger (DE) Angaben zur Verfügbarkeit der Gebietsgrenzen in rechnergestützter Form (Maßstab 1:10000) Karte der unter Abschnitt 5 aufgeführten Gebietsausweisungen (auf Kartengrundlage, die dieselben Merkmale wie die topographische Karte hat) Luftbild(er) beigefügt: JA Nummer Gebiet NEIN Ausschnitt/Thema Copyright Datum Copyright Datum 8. DIAPOSITIVE Nummer Ort Gegenstand - Seite 18 von 20 - Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften DE2235402 Nr. L 107/19 7. KARTE DES GEBIETS Topographische Karte Blattnummer Maßstab 2434 Projektion 25000 Gauss-Krüger (DE) Angaben zur Verfügbarkeit der Gebietsgrenzen in rechnergestützter Form (Maßstab 1:10000) Karte der unter Abschnitt 5 aufgeführten Gebietsausweisungen (auf Kartengrundlage, die dieselben Merkmale wie die topographische Karte hat) Luftbild(er) beigefügt: JA Nummer Gebiet NEIN Ausschnitt/Thema Copyright Datum Copyright Datum 8. DIAPOSITIVE Nummer Ort Gegenstand - Seite 19 von 20 - DE2235402 Anlage Weitere Literaturangaben * Behl, S. (2003); Kartierung der Rastvögel im Rahmen des Landschaftspflegerischen Begleitplanes für die Autobahn A 241 im Abschnitt Cambs bis Jesendorf. Uveröff. Gutachten im Auftrag von ibs Schwerin. * Förderverein f. Wasserökologie u. Feuchtgebietsschutz e.V. (2003); Gänsezähldaten für Mecklenburg-Vorpommern 1997-2003 (Datenbank) * Förderverein f. Wasserökologie u. Feuchtgebietsschutz e.V. 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Gutachten im Auftrag der Heinz Haja GmbH. * Scheller, W., Schieweck, G. & H. Zimmermann (2004); UVS Ortsumgehung Schwerin im Zuge der B 104 - Brutvogelkartierung 2004.; Unveröff. Gutachten im Auftrag der Heinz Haja GmbH * Strache, R.-R. (2004); Hinweise zum StDB 2235-401 (schriftl. Mitt.) * Zimmermann, H. (2004); Häufigkeit und Verteilung von Brut- und Rastvögeln/Überwinterern im SPA-Vorschlagsgebiet Schweriner Seen (mdl. Mitt.) * ibs Schwerin; FFH-Verträglichkeitsuntersuchung 'Weiterbau der BAB 241, II. und III. BA'. Kartierung der Rastvögel, Durchzügler und Überwinterer im Herbst/Winter 2003/2004. - Seite 20 von 20 - Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Schweriner Innensee und Ziegelaußensee" vom 05.04.2005 Aufgrund des § 23 Abs.1 des Landesnaturschutzgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 22.Oktober 2002 (GVOBl. M-V 2003 S.1), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 24. Juni 2004 (GVOBl. M-V S.302) verordnet der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin: §1 Festsetzung (1) Die im § 2 Absatz 3 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Schwerin werden als Landschaftsschutzgebiet festgesetzt. (2) Das Landschaftsschutzgebiet erhält die Bezeichnung "Schweriner Innensee und Ziegelaußensee". (3) Durch die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes „Schweriner Innensee und Ziegelaußensee“ wird innerhalb des Geltungsbereiches der Landschaftsschutzgebietsverordnung ein Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes „Schweriner Seen“ gemäß Art. 4 Abs. 1 S. 4 der Vogelschutz-Richtlinie (Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten [Abl. EG Nr. L 103 S.1], in der jeweils zuletzt gültigen Fassung und § 28 Abs. 2 des Landesnaturschutzgesetzes M-V zum Schutzgebiet erklärt; damit wird das Vogelschutzgebiet, das sich auf weitere Gebietsanteile in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Parchim erstreckt, gemäß Art. 3 Abs. 1 UA. 2, Art. 7 der FFH-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen [ABl. EG Nr. L 206 S. 7], in der jeweils zuletzt gültigen Fassung, Bestandteil des Europäischen ökologischen Netzes „Natura 2000“. §2 Geltungsbereich (1) Das Landschaftsschutzgebiet umfasst eine Fläche von etwa 4 430 Hektar und erstreckt sich über den Schweriner Innensee, den Ziegelaußensee, den Medeweger See, den Schelfwerder, das Wickendorfer Moor, die Lewitz als auch über Teile der nördlich des Zentrums der Stadt liegenden landwirtschaftlichen Flächen. (2) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in der als Anlage 1 zu dieser Verordnung veröffentlichten Übersichtskarte im Maßstab 1:100 000 durch eine schwarze, einseitig gegengestrichelte Linie dargestellt. Die Striche weisen in das Landschaftsschutzgebiet. (3) Die maßgeblichen Grenzen zum Landschaftsschutzgebiet sind auf Grundlage der amtlichen topografischen Karte (Anlage 2) im Maßstab 1:10 000 durch eine schwarze, einseitig gegengestrichelte Linie dargestellt. Die Striche weisen in das Landschaftsschutzgebiet. Die von der Linie überdeckten Flächen sind keine Bestandteile des Landschaftsschutzgebietes. Soweit Ufer der Bundeswasserstraße die Grenze bilden, gilt das Ufer als Linie, die sich bei Mittelwasser über Normalnull einstellt. Soweit Uferwege, wie am Franzosenweg, im Ortsteil Muess und im Bereich Lewenberg und Sachsenberg, vorhanden sind, bilden diese die Grenze des Landschaftsschutzgebietes. Am Störkanal bildet die Gewässermitte die Grenze; die maßgebliche Fläche des Europäischen Vogelschutzgebietes „Schweriner Seen“, dessen städtischer Anteil eine Fläche von ca. 3950 Hektar umfasst, ist mit einer orange-roten, von unten links nach oben rechts schräg schraffierten Textur gekennzeichnet. (4) Die Übersichtskarte und die amtliche topografische Karte sind Bestandteile der Verordnung. Die Verordnung wird bei der Landeshauptstadt Schwerin, Der Oberbürgermeister, Am Packhof Amt für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz – 61.4 – UNB SN Landeshauptstadt Schwerin 1 15.03.05 2-6, 19053 Schwerin, archivmäßig verwahrt. Eine Ausfertigung der Verordnung kann während der Dienststunden eingesehen werden. (5) Im räumlichen Überschneidungsgebiet mit Naturschutzgebieten gehen die Verbote und Genehmigungspflichten dieser Verordnung den für die Naturschutzgebiete erlassenen Behandlungsrichtlinien vor, soweit diese nicht strengere Schutzvorschriften enthalten. §3 Schutzzweck (1) Das Landschaftsschutzgebiet wird im gesamten Geltungsbereich festgesetzt: 1. 2. 3. 4. (2) zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes; prägende Landschaftsbestandteile sind insbesondere die naturnahen Verlandungszonen, Röhrichte, Waldflächen und Feldgehölze sowie die Niederungsbereiche. Die vielfältigen vorhandenen Strukturen bilden die Grundlage für die Erhaltung der Lebensräume einer großen Anzahl vom Aussterben bedrohter Pflanzen- und Tierarten. Voraussetzung für ihren langfristigen Erhalt ist vor allem eine umweltschonende, nachhaltig wassersportliche, landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung, eine naturverträgliche Kleingartennutzung und eine Siedlungs- und Verkehrsflächennutzung unter Berücksichtigung ökologischer Erfordernisse, die der nachhaltigen Sicherung der typischen Lebensgemeinschaften Rechnung trägt; wegen der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes; charakteristisch und besonders schützenswert sind die naturnahen Ufer- und Verlandungsbereiche der Seen, sowie der Niederungsbereich der Lewitz; wegen der besonderen Bedeutung für die Erholung; eine landschaftsbezogene Erholung soll unter größtmöglicher Rücksichtnahme auf Natur und Landschaft gewährleistet werden; zur Erhaltung und Entwicklung guter Lebensraumbedingungen typischer Vogelarten, wie Graugans, Schellente, Teich-, Schilf- und Drosselrohrsänger, Haubentaucher, Kranich, Rohrdommel, Schnatterente, Löffelente und Eisvogel. Der Schutzzweck des Europäischen Vogelschutzgebietes „Schweriner Seen“ erstreckt sich auf die im Landschaftsschutzgebiet vorkommenden, unter Artikel 4 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang I der EU-Vogelschutz-Richtlinie fallenden Vogelarten sowie auf die nicht in Anhang I aufgeführten regelmäßig vorkommenden Zugvogelarten gemäß Artikel 4 Abs. 2. Der Schutzzweck besteht in der 1. Erhaltung und Verbesserung von Bedingungen, die es folgenden wandernden bzw. umherstreifenden und in besonders bedeutsamen Konzentrationen vorkommenden Vogelarten ermöglichen, das Gebiet in ausreichender Anzahl, Ausdehnung und Dauer zur Vermehrung, Mauser, Überwinterung, Rast und Nahrungsaufnahme zu nutzen: Saatgans, Blässgans, Singschwan, Zwergschwan, Haubentaucher, Kormoran, Reiherente, Blässhuhn. 2. Erhaltung und Verbesserung von Lebensraumbedingungen (insbesondere Brutplätze, Nahrungsflächen, Balzplätze, Ruhe- und Komforträume sowie Schlafplätze) insbesondere folgender Brutvogelarten, a) welche in besonders bedeutsamen Größenordnungen vorkommen oder welche als global gefährdet anzusehen sind: Seeadler, Wachtelkönig, Kolbenente. b) welche darüber hinaus im Sinne einer repräsentativen Kulisse der EUVogelschutzgebiete Bedeutung besitzen: Amt für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz – 61.4 – UNB SN Landeshauptstadt Schwerin 2 15.03.05 Rohrdommel, Schwarzmilan, Eisvogel, Neuntöter, Weißstorch, Wespenbussard, Rotmilan, Rohrweihe, Kranich, Schwarzspecht, Mittelspecht, Sperbergrasmücke, Zwergschnäpper. (3) Erhaltungsziele im Sinne von Art 4 der Vogelschutz-Richtlinie sind: 1. Erhaltung gut durchlichteter Wasserkörper mit ungestörter Sedimentbildung und Ausbildung einer reichhaltigen Mollusken- (Muscheln und Schnecken) und Fischfauna sowie gut ausgebildeter Unterwasservegetation artenreiche und standorttypische Unterwasserbodenfauna als Nahrungsgrundlage insbesondere für die Reiherente, artenreiche und standorttypische Unterwasservegetation als Nahrungsgrundlage insbesondere für Blässhuhn und Kolbenente artenreiche und standorttypische Fischfauna als Nahrungsgrundlage insbesondere für Haubentaucher, Rohrdommel, Seeadler, Schwarzmilan, Eisvogel, Kormoran Erhalt und Entwicklung von Armleuchteralgen als Hauptnahrungsgrundlage für die Kolbenente Erhaltung großer unzerschnittener und störungsarmer Offenlandflächen (Agrarflächen) zur Sicherung ausreichend großer störungsarmer Äsungsflächen, insbesondere für nordische Gänse und Schwäne, Erhaltung möglichst langer störungsarmer Ufer sowie großer unzerschnittener und störungsarmer Land- und Wasserflächen, die insbesondere von den im Schutzzweck genannten Arten zur Brut, zum Nahrungserwerb, zum Ruhen und Schlafen sowie zur Balz genutzt werden, Erhaltung eines störungsarmen Luftraumes als, Jagdraum und Balz von Greifvögeln, Wechselräume von Weißstörchen zwischen Horstplatz und Nahrungsflächen bzw. zwischen Nahrungsflächen, Wechselräume von nordischen Gänsen und Schwänen zwischen Nahrungsflächen und Schlafgewässern Erhaltung und Wiederherstellung von Feuchtgrünland mit spezifischem Pflegemanagement (periodische späte Mahd auf alternierenden Teilflächen) oder mit großen Anteilen von Bracheflächen und Randstreifen als Brut- und Nahrungshabitate des Wachtelkönigs Nahrungsflächen von Weißstorch, Rohrweihe, Kranich und rastenden nordischen Gänsen Erhaltung störungsarmer Wälder mit hinsichtlich des Schutzzweckes angemessenen Anteilen von Altholzbeständen als Brutplätze z.B. von Seeadler, Wespenbussard, Schwarzmilan, Rotmilan und Schwarzspecht, Buchenaltholzbestände als Habitatvoraussetzung z.B. für den Zwergschnäpper hohe Eichen- , Eschen- und Erlenanteile (Altholzbestände) als Habitatvoraussetzung z.B. für den Mittelspecht Alt- und Totholzbestände zur Sicherung der Habitatfunktionen z.B. für Schwarzund Mittelspecht sowie Zwergschnäpper, Erhaltung von strukturreichen Agrarlandschaften und sonstigen Bereichen mit einem hohen Anteil an naturnahen Lebensräumen (z.B. Wegraine, Sölle, Feuchtflächen, Feldgehölze, Hecken, Gebüsche etc.) als Nahrungsgebiet z.B. von Rotmilan, Rohrweihe und Wespenbussard, Brut- und Nahrungsgebiet z.B. von Kranich, Neuntöter, Sperbergrasmücke Brut- und Nahrungsgebiet z.B. von Neuntöter und Sperbergrasmücke in Form gebüschreicher Zonen (insbesondere Weißdorn, Schlehe, Hundsrose) Erhaltung und Entwicklung von störungsarmen Röhrichten stehender und fließender Gewässer als Brut- und Nahrungsgebiet insbesondere von Kolbenente, Rohrdommel (bei freien Wasserflächen), Rohrweihe und Kranich sowie weiterer im Schutzzweck benannter Arten, 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. Amt für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz – 61.4 – UNB SN Landeshauptstadt Schwerin 3 15.03.05 9. 10. Erhaltung und Entwicklung funktionsfähiger und störungsarmer Waldmoore und -sümpfe als Bruthabitat z.B. von Kranichen, Erhaltung natürlicher und naturnaher Uferabbrüche zur Sicherung der Nahrungs- und Brutbedingungen für den Eisvogel durch Erhalt und Förderung der Gewässerdynamik und uferbegleitender Gehölze. §4 Managementplan Gemäß § 28 (4) des Landesnaturschutzgesetzes wird zur Umsetzung der in § 3 genannten Zielsetzungen und Maßnahmen ein Managementplan, insbesondere für das Europäische Vogelschutzgebiet, gemeinsam mit den Landkreisen aufgestellt und fortgeschrieben. §5 Verbote (1) Im Geltungsbereich dieser Verordnung sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern, den Naturhaushalt schädigen oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen. In dem in § 2 Abs. 3 näher bezeichneten Europäischen Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ sind zudem alle Vorhaben, Maßnahmen, Veränderungen oder Störungen verboten, die zu erheblichen Beeinträchtigungen des Gebietes in seinen für die Erhaltungsziele oder den Schutzzweck maßgeblichen Bestandteilen führen können. (2) Insbesondere ist es verboten: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. stehende Gewässer oder deren Ufer zu ändern, zu beseitigen oder Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserstand oder Wasserabfluss verändern, oder Stoffe einzubringen, einzuleiten, zu entnehmen oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit des Gewässers zu beeinträchtigen; die Verrohrung oder der Ausbau von Fließgewässern, insbesondere wenn dadurch Grundwasserabsenkungen eintreten, die Moore, Brüche, Sümpfe, Sölle oder sonstige Feuchtgebiete nachhaltig beeinträchtigen; Feuerstellen mit offenem Feuer außerhalb von zugelassenen Plätzen anzulegen oder zu unterhalten; außerhalb des Geltungsbereiches von Bundeswasserstraßen auf nicht gesondert ausgewiesenen Wasserflächen Wasserski oder Jetski zu laufen oder zu fahren oder eine technisch vergleichbare Wassersportart zu betreiben; außerhalb der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze mit Kraftfahrzeugen aller Art zu fahren, zu parken oder diese abzustellen, soweit dies nicht der land-, forst- oder fischereiwirtschaftlichen Nutzung oder ordnungsgemäßen Bewirtschaftung von Grundstücken dient; die Zerstörung, oder erhebliche oder nachhaltige Beeinträchtigung von Feldhecken; hierzu gehört insbesondere das seitliche Schlegeln oder das Heranpflügen an die Mantelzone von weniger als 2 Metern oder die Beseitigung von Krautsäumen; die Entnahme von Horst- oder Höhlenbäumen; Kirrungen oder Wildäcker in Mooren, Sümpfen, Söllen, Röhrichtbeständen und Rieden, seggen- und binsenreichen Nasswiesen, Bruch- und Sumpfwäldern, natunahen Bachabschnitten, Quellbereichen, stehenden Kleingewässern, Trocken und Magerrasen anzulegen; jagdliche Maßnahmen aufgrund tierseuchenrechtlicher Regelungen bleiben unberührt; Feucht - oder Dauergrünland umzubrechen oder in andere Nutzungsformen umzuwandeln; Röhrichte oder Bruchwälder zu beseitigen, sowie in Röhrichte einzudringen oder in diesen in sonstiger Weise Störungen zu verursachen; Amt für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz – 61.4 – UNB SN Landeshauptstadt Schwerin 4 15.03.05 11. 12. 13. 14. 15. 16. in den sensiblen Phasen der Brutzeit vom 1. März bis zum 31. Mai Sölle, Bruchwälder, Waldmoore oder -sümpfe sowie vom 15. Mai bis zum 31. Juli Feuchtwiesen zu betreten oder in diesen in sonstiger Weise Störungen zu verursachen; Handlungen, die mit optischen oder akustischen Störungen verbunden sind und das Gebiet oder den Schutzzweck nachhaltig und erheblich beeinträchtigen; hiervon ausgenommen bleibt im Zeitraum vom 15. Mai bis zum 15.September der in den Karten mit einer gelben Schraffur gekennzeichnete Bereich am Zippendorfer Strand; Hunde außerhalb der Park- und Stellflächen oder der Hofräume frei laufen zu lassen, soweit dies nicht zur Jagdausübung oder im Rahmen der ordnungsgemäßen Landwirtschaft erforderlich ist; Windkraftanlagen zu errichten; die Aufzucht von Fischen in Netzgehegen bei gleichzeitiger Zufütterung; den Medeweger See mit Booten oder anderen Wasserfahrzeugen zu befahren; ausgenommen sind Ruderboote von Angelberechtigten, die an genehmigten Stegen liegen. §6 Genehmigungspflichtige Handlungen (1) Folgende Handlungen sind genehmigungspflichtig: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. die Errichtung, Änderung oder Nutzungsänderung baulicher Anlagen, auch wenn sie keiner Baugenehmigung nach Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern bedürfen; die Errichtung und das Verändern horizontaler und vertikaler Anlagen, wie ober- oder unterirdischer Leitungen oder Masten; die Errichtung und wesentliche Änderung von Straßen und Wegen; die Veränderung der hydrologischen Verhältnisse an Fließgewässern, Grundräumungen, Grundwasserabsenkungen oder Entwässerungen; hierzu gehört insbesondere die Anlage von Flächenentwässerungen im Wald oder deren Unterhaltung; Kahlhiebe über 2 ha; Gehölzpflanzungen außerhalb des Waldes sowie Erstaufforstungen einschließlich der Anlage von Weihnachtsbaum-, Schmuckreisig- oder sonstigen Sonderkulturen; die vollständige oder teilweise Beseitigung oder Beschädigung von Feldhecken, Feldoder Ufergehölzen sowie von Bäumen außerhalb des Waldes ab einem Stammumfang von 80 cm, gemessen in einem Meter Höhe über dem Erdboden, sowie Maßnahmen, die geeignet sind, das Wachstum nachhaltig und erheblich zu stören; die Durchführung von Veranstaltungen außerhalb öffentlicher Verkehrsflächen, die mit ruhestörendem, belästigendem Lärm verbunden sind oder auf andere Weise die Ruhe der Natur oder den Naturgenuss durch schädliche Umwelteinwirkungen in Form von erheblichen Geräuschimmissionen stören können; die Rohrwerbung; die Errichtung jagdlicher Einrichtungen.sowie die Anlage von Fütterungseinrichtungen in Notzeiten in den in nach § 5 Abs. 2 Nr. 8 benannten sensiblen Landschaftselementen. (2) Die Genehmigung ist unbeschadet anderer Rechtsvorschriften von der unteren Naturschutzbehörde zu erteilen, wenn die beabsichtigte Maßnahme nicht die in § 5 Abs. 1 genannten Wirkungen zur Folge hat oder diese Wirkungen durch Nebenbestimmungen abgewendet oder auf einen vertretbaren Zeitraum begrenzt werden können und sonstige Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege nicht entgegenstehen. (3) § 18 Abs. 1 bis 4 des Landesnaturschutzgesetzes gilt entsprechend. Amt für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz – 61.4 – UNB SN Landeshauptstadt Schwerin 5 15.03.05 §7 Zulässige Handlungen Unberührt von den Verboten 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. nach § 5 Abs. 2 bleibt die ordnungsgemäße land- und forstwirtschaftliche Bodennutzung, sofern § 5 Abs. 2 Nr. 2, 6, 7 und 9 nicht berührt werden, mit der Maßgabe Höhlenbäume und stehendes Totholz zu belassen und über den Bestand hinausgehende Entwässerungen zu unterlassen; die ordnungsgemäße, naturschutzgerechte Pflege an Bäumen und Sträuchern in der Feldhecke oder das „Aufden-Stock-Setzen“ von Feldheckenabschnitten von weniger als 50 Metern Länge, aber höchstens einem Fünftel der gesamten Feldheckenlänge jeweils in der Zeit vom 1.Oktober bis zum 1.März. Das „Auf-den-Stock-Setzen“darf höchstens alle 15 Jahre erfolgen; ausgenommen sind Hecken, die älter als 35 Jahre sind; nach § 5 Abs. 2 bleibt die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd, sofern § 5 Abs. 2 Nr. 8 nicht berührt wird; nach § 5 Abs. 2 bleibt die ordnungsgemäße fischereiliche Nutzung und Bewirtschaftung der Gewässer, sofern § 5 Abs. 2 Nr. 15 nicht berührt wird; nach § 5 Abs. 2 bleibt die ordnungsgemäße Unterhaltung der Gewässer durch den Unterhaltungspflichtigen; hierunter fällt auch das Betreiben des Polders Lewitz/Consrader Weg; nach § 5 Abs. 1 bleiben die beim Inkrafttreten dieser Verordnung rechtmäßig ausgeübten Nutzungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang; nach § 5 Abs.1 bleiben Schutz-, Pflege-, Sicherungsmaßnahmen, die durch die untere Naturschutzbehörde angeordnet oder genehmigt sind oder von ihr selbst durchgeführt werden; nach § 5 Abs.1 bleibt das Befahren mit Kraftfahrzeugen jeder Art durch Beauftragte der Behörden zur Erfüllung dienstlicher Aufgaben; nach § 5 Abs. 1 bleiben die Bestimmungen des § 5 Bundeswasserstraßengesetz in seiner zuletzt gültigen Fassung und die Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben des Bundes zur Unterhaltung der Bundeswasserstraßen und zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit auf den Bundeswasserstraßen einschließlich der darauf gegründeten Arbeiten Dritter und der erforderlichen Forschungs- und Vermessungsarbeiten; nach § 5 Abs. 1 bleiben Pflege-, Sicherungs- oder Unterhaltungsmaßnahmen der jeweiligen Träger oder deren Beauftragten an bestehenden öffentlichen Straßen, Wegen, Ver- und Entsorgungsanlagen oder Leitungstrassen; nach § 5 Abs. 1 bleiben Maßnahmen zur Verkehrsicherung von Bäumen und unaufschiebbare Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. Amt für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz – 61.4 – UNB SN Landeshauptstadt Schwerin 6 15.03.05 §8 Ausnahmen und Befreiungen (1) Von den Verboten nach § 5 kann der Oberbürgermeister als Untere Naturschutzbehörde auf Antrag Ausnahmen gewähren, wenn nachteilige Wirkungen, insbesondere eine Beeinträchtigung des Schutzzweckes nach § 2, nicht zu erwarten oder durch Auflagen, Bedingungen oder Befristungen zu vermeiden sind. (2) Von den Verboten nach § 5 kann der Oberbürgermeister als Untere Naturschutzbehörde auf Antrag Befreiungen gewähren, wenn 1. die Durchführung der Vorschrift im Einzelfall a) b) zu einer nicht beabsichtigten Härte führen würde und die Abweichung mit den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu vereinbaren ist oder zu einer Verschlechterung des Zustandes von Natur und Landschaft führen würde oder 2. überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit die Befreiung erfordern. (3) Die Befreiung ersetzt nicht die nach sonstigen Vorschriften erforderlichen Genehmigungen; § 18 Abs. 1 bis 4 des Landesnaturschgesetzes gilt entsprechend. §9 Ordnungswidrigkeiten (1) Ordnungswidrig gemäß § 69 Abs. 2 Nr. 1 des Landesnaturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig einem Verbot nach § 5 Abs. 2 zuwider handelt, soweit die Handlung nicht nach § 7 zulässig ist oder nicht eine Befreiung nach § 8 erteilt worden ist, oder wer ohne Genehmigung eine Handlung gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 11 vornimmt. (2) Für das Ordnungswidrigkeitsverfahren ist der Oberbürgermeister als Untere Naturschutzbehörde zuständig. Die Ordnungswidrigkeit kann gemäß § 70 Abs. 1 Nr. 1 des Landesnaturschutzgesetzes mit einer Geldbuße bis zu 100 000 Euro geahndet werden. § 10 Folgenbeseitigung (1) Werden im Landschaftsschutzgebiet Maßnahmen durchgeführt, die im Widerspruch zu den Vorschriften dieser Verordnung stehen, kann die Untere Naturschutzbehörde die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes verlangen. (2) Sollte die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes nicht möglich sein, so hat der Verursacher der Maßnahme auf Anordnung der Unteren Naturschutzbehörde durch geeignete Ersatzmaßnahmen die beeinträchtigten Funktionen oder Werte des Naturhaushaltes wiederherzustellen oder möglichst ähnlich oder gleichwertig zu ersetzen. Amt für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz – 61.4 – UNB SN Landeshauptstadt Schwerin 7 15.03.05 § 11 In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten (1) Diese Verordnung tritt am Tage nach der Bekanntmachung im Schweriner Stadtanzeiger in Kraft. (2) Gleichzeitig treten im Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft: der Beschluß Nr. 1 Rat des Bezirkes Schwerin vom 15. Januar 1958 über die Erklärung eines Landschaftsteiles zum Landschaftsschutzgebiet mit der Bezeichnung "Großer Schweriner See, Pinnower See, Neumühler See u.s.w." im Kreis Schwerin, die "Verordnung vom 28.Oktober 1937 zum Schutze von Landschaftsteilen um den Großen Schweriner See und um die Seen in seiner Umgebung Ziegel-, Medeweger-, Lankower-, Neumühler-, Ostorfer-, Fauler-, Pinnower See und die Döpe" (Regierungsblatt Nr.50, S.262) sowie die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Lewitz“ in der Landeshauptstadt Schwerin vom 02.02.1996. Schwerin, den 05.04.2005 Landeshauptstadt Schwerin Der Oberbürgermeister Untere Naturschutzbehörde Anlagen: 1. 2. Norbert Claussen Übersichtskarte Topografische Karte im Maßstab 1 : 10 000 mit den maßgeblichen Grenzen („Abgrenzungskarte“) Amt für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz – 61.4 – UNB SN Landeshauptstadt Schwerin 8 15.03.05