BRS Schwerin


Erhaltungssatzung für die Innenstadt der Landeshaugtstadt Schwerin nach 5 172 BauGB Aufgmnd des 5 5 der Kommunalverfassung für das Land Mecklenburg-Vorpommem in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. Januar 1998 (GVOBl. MN S. 29). zuletzt geändert durch das 4. Gesetz zur Änderung der Kommunalverfassung vom 09. August 2000 (GVOBI. M—V S. 360) und 5 172 Baugesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 27. August, 1997 (BGBI. lS. 2141. ber. BGBI. Nr. 5 1998 I S. 137) hat die Stadtvertretung der Landeshauptstadt Schwerin in ihrer Sitzung am 02.07.2001 folgende Satzung beschlossen: 51 Geltungsbereich (1) Der Geltungsbereich dieser Satzung besteht aus folgenden Teilbereichen: A: Altstadt; B: Schelfstadt l Werdervorstadt; C: Feldstadt I Lutherstraße l Jägerweg; D: Paulsstadt l Marienplatz; E: Pfaffenteich. (2) Die genaue Abgrenzung des Geltungsbereiches mit den Teilbereichen A bis E ergibt sich aus dem Lageplan, der als Anlage 1 Bestandteil dieser Satzung ist. In Anlage 2 sind die Teilbereiche und die Erhaltungsgründe näher beschrieben. Satzung und Anlagen liegen im Kataster— und Vermessungsamt der Landeshauptstadt Schwerin. Am Packhof 2-6. 19053 Schwerin, zur Einsicht für jedermann während der Dienststunden aus. 5 2 Erhaltungsgründe. Genehmigungstathestände Die Satzung dient der Erhaltung der städtebaulichen Eigenart der aufgelisteten Gebiete (Teilbereiche) aufgrund ihrer städtebaulichen Gestalt. Der -Rückbau (Abbmch), die -Änderung‚ die -Nutzungsändening sowie die -Errichtung baulicher Anlagen im Geltungsbereich dieser Satzung bedürfen der Genehmigung (5 172 (1) Satz 1 und 2 BauGB). 5 3 Inkrafttreten Diese Satung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Erhaltungssatzung für die Innenstadt und Randbereiche von Schwerin vom 02.08.1991 mit den zu dieser Satzung erlassenen Anderungssatzungen außer Kraft Schwerin. den 13.08.2001 Der Oberbürg rmeister „lag! 2 | na o lbu dass ob („um zur Satzuml Das Satzungsgebiet umfasst fast den gesamten in geschlossener Bauweise errichteten Stadtbereich von Schwerin. dessen Bebauung in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts weitgehend abgeschlossen war. Für eine Stadt von der Große Schwerins ist es ein glücklicher Umstand. dass dieses Stadtgebiet keine großflächigen Eingriffe bzw. Zerstöningen durch Kriegseinwirkungen oder. bis auf eine Ausnahme im Bereich des Großen Moores. durch Sanierungsmaßnahmen erfahren hat. Ein Wesentfiches Merkmal des Satzungsgebietes ist somit. dass sich Stadtbereiche. ganze Straßenzüge oder -abschnitte noch so darstellen. wie sie bis Anfang des letzten Jahrhunderts entstanden sind. Mittelalterlidier Stadtgrundriss. Straßenftihrungen u. -querschritte sind weitestgehend erhalten und Epochen, Zeitgeschmack und d‘e Entwicidung der Stadt sind bis heute klar ablesbar geblieben. Das Stadtbild der Teilbereiche A. B u. C wird.'abgesehen von den hervorragenden sakrai- u. profmen Repräsmtationsbaulen, durch fast überall noch erhaltene Bürgerhäuser geprägt Im Stadtgrundriss wie auch in der Gebäudesubstanz vermittelt die Innenstadt darüber hinaus das Bild einer intakten historischen Stadt. Diese Wirimng beruht im Wesentlichen auf dem sich in der Summe ergebenden Gesamteindruck. der zu seiner Herausbildung aber der einzelnen Gebäude bzw. Gebäudeensembles bedarf. Aus diesem Grunde erhalten städtebauliche Ensembtewirkungen ein besonderes Gewicht Die in der folgenden Beschreibung genannten Einzelgebaude stellen i. d. R einen bedeutenden Beitrag zur städtebaulichen Akzentbildung dar. Generell ist festzustellen, dass im gesanten Satzungsgebiet sehr nach geneigte Dächer mit grauer Pappdecltung bei weitem überwiegen. Lediglich in den jüngsten Bauabschnitten der Paulsstadt im Bereich der Lortzing- und südlichen Müllerstr.‚ sowie am Obotritenring und im Quartier Jean-Sibelius—Str‚. sind die Gebäude durchweg mit steileren, roten. ziegeigedeckten Satteldachern versehen Darüber hinaus finden sich die meisten Satteldacher dieser Art in der estlichen Werdervorstadt und verstreut in der südichen Sohelfstadt. im übrigen Satzungsgebiet in einzelnen Slraßenzügen oder Häuserzeilen. z. B. in der westlichen Schäferstr. o. Goethestr. und schließlich auf den meisten großen Baukörpem. wie Dom, Frideridanum. Gerichtsgebaude Sparkassengebäude am Marienpiatz u. a. Die Unterteilung in die folgenden 5 Teilbereiche ergibt sich aufgrund unterschiedlicher gestalten‘scher und entstehungsgeschichtlicher Merkmale innerhalb des Satzungsgebietes. aus denen difterenzierte Erhaltungsgrflnde resultieren. Teilbereich 5 (Albtadtt Das Erscheinungsbild des Teilbereidies Altstadt ist geprägt vom mittelalterlichen Stadtgrundriss mit seiner kleinteiiigen. heterogenen Baw und Parzellenstruktur. meist traufstandigen Gebäuden mit Satteldachem und stellt eine städtebauliche Qualität von großer Vielfalt und abwechslungsreichen Erscheinungsformen dar. Trotz unterschiedlicher Gebaude und stilistischer Ausprägungen besteht ein unverwechselbares und identitätsbildendes Stadtbild mit ablesbaren Zertepochen. welches einen unverzichtbaren Beitrag zur innerstädtischen Attraldivitat darstellt. Bis auf das Quartier an der Südseite des Großen Moores tragen alle Straßen zum typischen Charakter der Altstadt bei. Hierzu zählen vor allem der Markt. die Sdimiede. Schloss. Mecklenburg. Bischof-‚ Busch- und Schusterstraße. Säulengebaude. Rathaus. de Gebäudeensembles und der Dom verleihen dem Markt einen einzigartigen und unverwechselbaren Charakter. Weiterhin hervorzuheben sind die drei Engen Straßen. Puschkinstraße. Am Dom, Dornhof. Domstr, Schlachterstr.‚ Ritterstr.. Theaterstr. als auch die Nordseite der Straße Großer Moor. Sie zeichnen sich, dem Zeitgeschmacir der Epoche entsprechend, durch unregelmäßige Baustruktu'en und individuelle Vielfalt aus. Der Schlachtermarld. der zweite Platz im zentralen Bereich der Ntstad. ist eine vergleichsweise junge Erscheinung; bis Ende des 19. Jh. war die Fläd'ie noch dicht bebaut Die Bebauung der Altstadt stammt überwiegend aus dem 18. u. 19. .lh. Im Bereich der unteren Schlossstr. und um den Alten Garten wurde sie im 19. Jh. mit großstruktureilen Repräsentationsbauten ergänzt Trotz vieler Verändemngen finden sich im Altstadtgebiet verteilt noch Fchwerkbauten. Besonderes Augenmerk gilt auch den wenigen noch erhaltenen giebelständigen Gebäuden. Das Stadtbild am Alten Garten wird ausschließlidr von dem Gebäudeensemble mit dem Staatlichen Museum. dem Staatstheater. dem Alten Palais sowie den in der Schlossstraße angrenzenden Regierungsgebäuden l — ill geprägt. Die besondere Bedeutung der Friedrichstraße liegt in den Wohn- und Geschai'tsgebäuden mit repräsentativen Fassaden und aufgelösten E sszonen. die ein unverwechselbares Ensemble mit einem lebhaften Straßenbild ergeben. Der westliche Teil dieses Teilbereiches wird durch die Achse der Mecklenburgstraße mit ihren Seitenstraßen zum Marienplatz und zur Wrsmarschen Straße gebildet Die Bebauung in der Mecklenburgstraße entstand erst nach Beseitigung der offenen Wasserverbindung vom Pfaffenteich zum Bugsee ab 1842 in überwiegend 3— geschossiger Bauweise. Aufgrund ihrer gewachsenen Bedeutung ds wichtigste Geschäftsstraße entstanden zwischen der Jahrhundertwende und Anfang der 30er Jahre anstelle der ersten Gebäude bald größere Geschälts— u. Verwaltungsgebäude, wie das Postgebäude. einige Kauf. und Geschäftshäuser sowie ein Uditspielo haus. Aus diesem Grunde weist de Mecklenburgstraße heute relative große Unterschiede in den Gebäude hohen und Gebäudeflächen auf. Die Gebäudezeile Großer Moor 56 und Werderstr. 125 bis 141 (zw. Großer Moor u. Museum) entstand in der ersten Hälfte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts. Hierbei handelt es sich um stattliche, repräsentative Wohnhäuser. in 2-geschossiger und gesehlossener Bebauung (außer Nr 141). auf hohem Souterraingeschoss. durchgängig mrt Vorgärten und mit großzügigen rückwärtigen Grünflächen ausgestattet Die Einmündung der Straße Großer Moor in die Werderstraße ist beidseitig mit einer rechteckigen Grünfläche (ca. 30x15rn) zur Gestaltung und Hervorhebung der Eingangssituation versehen, Die ersten beiden Gebäude beiderseits der Straße Herausragende Gebäude in der Schelfstadt. auch Großer Moor sind von gleicher Kubatur und ähnlich aufgrund ihrer Große, sind u. a. das ehem Neustadtische Rathaus, die Ersparnisanstalt. die ehem. Münze. das Neustadtische Palais. das Konservatorium gestaltet . Toll h B Schelfshdtl rdorvo dt Der Teilbereich B überbrückt eine Entwicklungszeitspanne von mehreren Jahrhunderten von der galtesten Bebauung, etwa zwischen Altstadt und Scheifmarkt. über de Gründerzeitbebauung in der nordlichen Schallstadt und h der Werdervorstadt bis zur jüngsten Bebauung Anfang des 20. Jh. in der nördlichen Werdervorstadt Ab 1705 erfolgte der planmäßige Ausbau und die Umgestaltung der Neustadt. heute Schallstadt. als eigenständige Stadtaniage. Der barocke Stadtgrundriss knüpft am ehemaligen Nordausgang der Altstadt an. Die alleste Bebauung findet sich innerhalb des Karrees Geuß-. IGrchen- und Münzstraße. Die Quartiere sind sehr klein, die Bebauung ist sehr dicht und der Übergang zur benachbarten Altstadt ist fließend. Mit den nOrdlich daran anschließenden und später entstandenen großen Quartieren. der ursprünglich einund zweigeschossigen Biockrandbebauung mit Fachwerkhäusern und den großflächigen Blockinnenbereichen entspricht das Straßenraster der von J. Reutz vorgegebenen städtebaulichen Konzeption. Das einheitliche barocke Stadtgefüge hat sich in großen Teilen bis heute erhalten und macht den besonderen städtebaulichen Reiz dieses Stadtteiles aus. Ebenso großenteils erhdten haben sich die großzügigen privaten Grünflächen in den Innenbereichen der Quartiere. vor allem zwischen Schelfstr. und Werderstr. Von hoher Bedeutung sind in der Schaltstadt die nach wie vor vorhandenen Fachwerkgebaude und ganze ensernbles. die Konzeption und Bauweise vor allem auch der frühen Siedlungsphase dieses Stadtteiles widerspiegeln. Zum Ende des 19. Jh. wurden die vorhandenen Lücken mit Bat-geschossigen gründerzeitlichen Gebäuden gefüllt und auch vorhandene Heuser durch neue ersetzt. Diese Unstruldurierung kam jedoch nur langsam voran und nicht in allen Straßenzügen der Schallstadt zum Abschluss. Aus desem Grund besteht heute vielfach ein heterogenes Gemisch von ursprünglicher Fadrwerkbebauung. Gründerzeitbebauung. Jugendstilgebauden. kleinmaßstäblichen Metshausern mit ausgepragten Schmuckfassaden und mit auffälligen Höhenversprüngen in den Straßenzügen. im Norden der Schallstadt und in der Werdervorstadf wirkt die grunderzeitiiche Bebauung geschlossener, da davor weniger oder gar keine Bebauung bestand. Von besonderem städtebaulichen Wert sind de Platze. wie Scheitmarkt, Kirchenplatz, Schwainemarkt und Ziegenmarkt. die nördliche Schellstr. Puschkinsbr. Apothekerstr.. iGrchenstr. und M0nzstr.. Davon zeichnen sich der Schetfmartd und die Scheltstr. durch die charakteristische Anlage von Vorgarten aus. Ganze Straßenraume sind durch größere anspruchsvolle Mietshausbebauung geprägt. z. B. in der Kirdien- Amts-. Landreitero und nördliche und südliche Berg—straße, partiell auch am Sdielfrnarkt Sonderfälle von städtebaulicher Bedeutung sind die nach einem Gesamtkonzept gestalteten Wohnhaus zeilen der 10er, 20er und 30er Jahre an der Jahnstraße und östlichen Schliernannstraße. die Nikolaikirche. de Scheltschule und das Schleswin HolsteincHaus. Die Bebauung in der Werdervorstadt ist dagegen überwiegend gründerzeittich mit sehr wenigen Beispielen auch aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert. Sie weist. im Gegensatz zur Scheifstadt. eine auflaliig hornogenere Baustruktu auf. Ab der 2. Hälfte des 19. Jh. entstand mehrgeschossiga' gründerzeitlicher Mietwohnungsbau; in den Jahren 1910 - 1930 wurde die Werdervorstadt im Norden mit Wohnbauten ergenzt. So findet sich beispielsweise in der Barcestr. und der Walter-Ralhenau—Str. mehrgechossiger Weh. nungsbau. verputzt. mit Schmudrfassede. z. T. auch mit Sichtmauerwerk. Die letztgenannten Quartiere verfügen weiterhin über große, gärtnerisch genutzte Hofbereiche. Zu den herausragenden und akzentbildenden Gebäuden in der Werdervorstadt Zählen Gebäude des Krankenhauses in der Werderstr. dessen Anfange auf die erste Haifte des 19. Jahrhmderts zurückgehen. Weiterhin zahlen dazu das ehem. Waisenhaus und das ehem. Armenhaus. Die umgebenden Grünflächen stellen einen wichtigen Beitrag zur Auflockerung des Stadtteiles dar. Nördlich der Walter-RathenawStraße entstand als erstes Wohnbauvorhaben nach dem 2. Weltkrieg in Schwerin die Erweiterung der Siedlung Am Schwälken— berg. Abgesehen von Putzfassaden wurden dabei in Anlehnung an de bestehende 30er-JahreBebauung alle wesentlichen Stiieiernente übernommen: einheitliche Fassadengliederungen. rotgedeckte Satteldacher. einheitliche Freiraungeslaltug und einige Straßenseiten mit Vorgarten. Tellmroich c iFoldatadtI mehl um) Bei der Feldstadt. der ehemaligen südlichen Vorstadt Schwerins. handeit es sich im ein im Wesentlichen gründerzeitliches Wohngebiet. das überwiegend in der 2. Hälfte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts entstand Der unregelmäßige Stadtgrundriss spiegelt die anfänglich ungeplante Entwicklung der Feldstadt wider und weist Quartiere von unterschiedlicher Geometrie und Größe auf. Pragend für die Feldstadt sind neben der straßenbegleitenden Bebauung eine untergeordnete Bebauung mit Hof- und Seitengebäuden. Aus der frühen Siedlungsphase bis etwa Mitte des 19. Jahrhunderts befindet sich noch in der Brunnenstr. (Nordseite). Großen Wasserstr. (Westseite) und in der Bieicherstraße (Ostabsdinitt) eine 1-2-geschossige Bebauung. häufig mit Zwerchhaus (Vorstadtbebauung). Das Stadtbild wird hauptsächlich durch eine 3 - 4geschossige Mretshausbebauung in geschlossenen Biockrandem mit leicht, z. T. auch aufwendig. geglie derten Putzfassaden und flach geneigten Dächern. Hierunter fallen die Hermann-. Garten-‚ Große Wasser- (Ostseite). Feld-‚ See. Wall-. Goethestraße, KarlLiebknecht-Platz (Südseite) und Totendamm. An mehreren Stellen. z B. in der Wali-‚ Schafen, südlich. en Garten und Goethestraße, bildet die 4-geschossige Bebauung mit aufwendiger Studrfassade Ensembles mit prägender städtebaulicher Bedeutung. Aus der Zeit nach der Jahrhundertwende gibt es in der See. Bleicher-. Kl'eine Wasser—. Wall- und Goethestraße sehr qualitatvoile Repräsentations- und Reform- 1870 - 1890 (Witlenburger Vorstadt); die Bebauung um w.‚pmungstiauten. Eine weitere städtebaulich den Demmlerplatz stammt aus der Zeit 1910-1915. Teile im Bereich des mittleren Obotritenringes wurden bedeutende Siedlungsbebauung liegt zwischen Goethe- und Stiftstraße und am Töpferberg (20er130er Jahre). beiderseits der Schäterstraße und am KariLiebknecht-Platz (50er Jahre). Die südliche Mecklenburgslraße weist an ihrer Westseite von der Geschwister-ScholI-Straße bis zur Hausnr. 93 eine sehr schone gronderzeitliche und Jugendstilbebauung auf. An der Graf—Scheck-Allee und in der Heinrich—Mann— Str. lindet sich eine repräsentative Villenbebauung als Einzel- oder Doppelhäuser oder in einer Dreierreihe. in 2»geschossiger Bauweise mit Vorgarten. Sie stellt. wie auch die villenartlge 2.3-geschossige geschlossene Bebauung am Platz der Jugend und Doppelhausbebauung mit Vorgärten an der Demmlerstraße und am Ostorfer Ufer Beispiele für vorstädtisdies. Nigerliches Wohnen aus der Zeit zwischen 1880 und 1905 der. Das Gleiche gilt für die Häuser Lutherstr. I Jäger. weg. Die Bebauung ist typischerweise 2—geschossig. mit Einlel- u. Doppelhäusem und mit Vorgarten Bei den Berliner Torhiiusem handelt es sidi um eine von ursprünglich sechs Torariagen. die nach Planen von Demmler 1840 als Teil des Accisewalles (Zoll— grenze der Stadt) fertiggestellt wurden. Aufgund ihrer soiitären Stellung ist de Engangssituation deutlich wahrnehmbar Die Feldth verfügt über wenige battünsllensche o. städtebaulich wertvolle einzelne Baukomen wird aber doch durch eine Anzahl von besonderen Gebäude geprägt. die die ldentitat des Stadtteiles bestimmen, Zu diesen zählt das Augustenstift, das bereits 1694-97 als Sctimzenhaus errichtet wurde und seit dern Umbau 1855 schalen Zwecken dient. Weitere bedeutende Gebäude sind u. a. das Anne- Hospital. die Schule am KartLiebknecthlatz. die Jägerkaserne an der Kleinen Wasserstraße. des ehern. Lazarett. die noch vorhandenen Gebäude des ehem. Schlachthofes und das ehern. Reichsbankgebaude Der einzige planmäßig gebaute Platz der Feidstadt ist der Platz der Jugend aus der 2. Hälfte des 19. Jh.. der als rechteckige Erweiterung am sOdIichen Ende der Goethestraße entstand. Die Gebäude um den Platz heben sich deutlich im Charakter von der übrigen Feldstadt ab u entsprechen mehr der Bebauung am Ostorfer Ufer und in der Lutherstraße. Der im Kernbereich der Feidstadt gelegene KarlLiebknecht-Platz entstand erst in der 2. Hall'te des vergangenen Jahrhunderts durch die Rücknahme der ursprünglichen Bauflucht von der Gartenstraße auf die Große Wasserstraße. Charakteristisch für de Feld- stadt sind vielmehr die zahlreichen kleineren AuMeiu tungsbereiche an den Einmündungen von Straßen. wie Gartenstr I Hermannstr.. Große Wasserstr. I Hermannstn Schefersh. IGoethestr.‚ Schateretr. I Feldstraße und Wallstr. l Totendamm. Stadtraumlich wertvolle Bereiche in der Fetdstadt stellen das ehern. Lazarett mit der umgebenden Grünanlage. der Totendamm mit dem Hehenversprung zur Goethestraße. der Platz der Jugend. das Ostotfer Ufer und die Demmlerstraße mit den Vorgärten dar. erst um 1920 bebaut. Die Bebauung der südwestlichen Paulsstadt (Lortzing—IMOlierstraße) des nerdlichen u. südlichen Obotritenringes kamen erst Ende der 30erJahre zum Abschluss. Kennzeichnend sind geplante. geradinige Straßenverläufe mit meist regelmäßig zugeschnittenen Quartieren. mit mehreren großzügigen Platzanlagen mit Achsenbeziehungen (Grunthalplatz. Paulskirche. Platz der Freiheit. Demmlerplatz) und. bis auf wenige Ausnahmen. geschlossenen Blockrandbebauungen. Die Quartiere unmittelbar an der Westseite der Bahnlinie (Fritz.Reuter-, Johannes. Friedens. Lübeckern Franz—Mehring—‚ Severinstraße u. Zum Bahnhof). o. zwischen Bahnlinie und Plattenteich. dso mehr "In estiichen Teil der Paulsstadt. waren usprtinglieh sehr stark gewerblich geprägt und zeichnen sich durch einen höheren Grad an Überbauung in den Homereichen aus. Die verbliebenen Grüntlachen sind daher von besonderem Wert. Die Quartiere der Pauisstadt werden zum Obotrltenring hin großzügiger im Zuschnitt, weisen i. d. R. keine gewerblichen Nutzungen in den lnnenbereichen mehr auf und sind weitgehend oder ausschließlich begrflnt. In der südlichen Paulssladt überwiegen 3-4geschossige gründerzeitliche Wohnbauten. während im Gebiet zwischen Demmlerplatz und Platz der Freiheit meist 2-geschossige Zeilenbauten mit Vorgärten dominieren. Straßenbildprägende Vorgarten finden sich auch in der Voßstr.. Sandstr. und entlang der gesamten Westseite des Obotritenringes. Die Gebäude der Pauisstadt besitzen bis ca. 1900 gründerzeitliches Dekor und Obenuiegend llachgeneigte Satteldächer. um die Jahrhundertwende entstanden einige Straßenzüge mit Jugenstildekor. später Gebäude mit Anklängen an die traditionelle Architektur (Heimatstil) bzw. die Neue Sachlichkeit Beispielhafte Bebauung der 30er Jahre stellen die Straßenzüge in der Müllen, Sand. Lortzingstraße und am Obotritenring dar. Ziegelsichtige und verputzte Fassaden wechseln sich ab. Bereiche von hohem städtebaulichen Wert bilden die Straßenzüge mit ihren Vorgärten. l. B. Beethovenstr. Jungfernstieg. Mozartstr. Steinstr.‚ Sandstr.. Voßstr.. Platz der Freiheit (Südwestseite). außerdem der Dernmlerplatz mit dem Justizgebäude. der reprasentativen Wohnbebauung und der Grünanlage. die genossenschattlidie Wohnaniage Obotritenring-Jean— Sibeiius-Str. und die Straßengestattung der VonThnnen-Str. (Allee). Weitere herausragende Einzelbauten sind u. a. das Gebäude der ehem. Reichsbahndirektion. die Speicherbauten an der Bahnbrücke Franz-MehringStr. l Severinstr.. sowie die Fritz-Reuter—‚ Friedens— und WeinerbSchule. Östlich der Bahnlinie sind städtebaulich von hohem lnteresse der Grunthalplatz mit dem Bahnhof und die Paulskirche mit der Blickachse zum Platienteich. Einige weitere Gebäude, die städtebauflche Akzente bilden. sind u. a. die Stadtbibliothek und das Gebäude des Lyzeums (Friderioianum) am Totendunm mit der rückwärtigen Grünfläche (ehem. Doml'riedhof) und dem Hdhenversprung zur Goethestraße. Teilbereich D (Paulsatadt I Madenggtzl Die Paulsstadt entstand auf Grundlage des Dernmler‘ sehen Generatpianes im Zuge der ersten Stadtenueiterung von 1840/65 sowie einer 2 Phase ab Plätze Von Zentraler Bedeutung ist der Marienplatz als Drehund Angelpunkt für das Zentrum von Schwenn als auch für den gesamten Schweriner Nahverkehr. Der Platz mit unregelmäßigen: Zuschnitt entst and im sdmitlpunkl der von Norde:‚ Westen u. Süde n nach Schwerin führenden Straße:‚ war Keimzelle der ab dem 16. Jh. entstehenden Vorstadt und Ausg angspunkt für die spatere städtische Expansion nach Westen. Der etwas tricl:terfdnnige Grund riss des Platzes hatte sich bis Anfang des 18. Jh. Herau sgebildet und ist bereits in einem Plan von 1735 belegt. Von stadebaulicher Bedeutung ist die Ensemblewirlrung der umgebenden Gebaude für den Platheeid: als auch eine Reihe von Einzelgeba uden. die den Platz fassen o. von diesen einsehbar sind. Die übrige: bereits erwähnten Platze der Paulsstadt. Demmlerplalz. Platz der Freiheit und Gmnlhalplatz mit ihren recht Grmdrissen som'e der Platz der Paulskirche. sind planmäßig entstanden und stehe n alle mit Straßenachsen miteinander in Beziehung. Die beider: lauteten verfügen über Achs- und Blcitb e- Den repräsentativen Abschluss bzw. Zugang der lnnenstadt bildet die Bebauung des Südufers (Amistraße), wobei eine gmze Reihe von Gebäuden besonders hervorstehen: de ehem. Kommandantu', das Haus der Kultur (ehem. Hotel Stern) und das Demmlerhaus. Von ganz besonderer städtebaulicher Bedeutung ist die Ensemblewirltung der Bebauung entlang des Süd- und Westufers des Pfalledeiches. Die Bebauung in: den PfafleIteich weist eine ganze Reihe von Bauwerke: auf. de sich aufgrund ihrer Große oder Erscheinung zwisdien oder auch mter der beschriebenen Bebauung deutlich hervorheben. Diese sind das ehem. Stadtbad, das ehem. Eolrtrlzität swark, das Standesamt, das ehem. Frideridanlm. das Gebäude der Küchenstiftmg. das Arsenal und das bereits fertiggestellte Großherzogliche Amt des Baurneislers. ziehungen zum Plattenteidl. Während die drei großen rechteckigen Platze durch prägende Bebauung gefass t und sonst unbebaut sind. wird der Platz der Paulskirche zur Hälfte vom freistehenden Kirchenbau eingenommen Die Form dieser Flache als Platz ist aufgrund der verschiedenen Gestaltungselemeite nur im Grundriss ablesbar. Alle diese Platze weise n großenteils noch ihre ursprüngliche Umbauung auf. Lediglich am Platz der Freiheit md am Gmnthalpla u entstanden teilweise Neubauten. Diese beiden Platze spielen auch eine wichtige Rolle im Nahverkehr skonzept der Stadt als zentrale Straße:bahn- und Bushaltestellen. Obwohl es sich um geplante Platz e handelt. erfolgte beispielsweise an Platz der Freihe it keine durchgehend einheitliche Randgestaltung. Die gestalteische Ausformulierung der zur: Platz gewandte: GebAude stammt aus verschiede nen Zeiträumen. Darun pragen varschiedenartige Bebauungsforrnen und Gebäudevolumen die Fassadenlrornen. derer: zeitliche Herkunft ables bar geblieben ist Tellberelci: g (Malen! Besondere Bedeutung für das Stadtbild von Sd:we rin kommt der Bebauung um den Plattenteich zu. Es handelt sich hierbei um de einzige Wasserfläche. der sicl: die Stadt in seiner Ganze bewusst zuwen det. Die Befestigung des Teiches sowie die erste Staderwei— lerung außerhalb der Altstadt an der Westseite ab 1840 erfolgte nach Planer: von G. A Demmler. Begonnen wurde mit dem Arsenal. Die Befes tigung und Bebauung der Ostseite begann erst ab den 1860er Jahren. Bis auf die Treppe am Südufer. ist der Teich einge grünt; West. und Ostufe sind mit Baumreihen (Linden) versehen. Die gesamte Bebauung um den Pfall enteich ist zum Wasser orientiert. Die Westseite (Paulsstadt) ist relativ homogen und wurde nach Planen von Denmler in einer geschlossenen, aufwendig gestalteten, reprä sentativen und palaisartigen Bauweise ausgeführt. fast dur mit 3 Geschossen. einheitlicher: Geschosshdher: und F assadengliedemngen. verputzt und vielfach auf tiefer: Grundstücken. lm Gegensatz dazu zeichnet sich die Ostseite (Schelfstadt) durch 2- und 3-geschoss ige Gebäude in unterschiedlichen Baustilen (Hist orismus) auf deutlich knapperen Grundstücken aus. Sie ento ‘ stand als stadlisdie Wohnbebauung. mit herau sgezogenern Kellergeschoss und durchgehend gestalteter: Vorgarten Die Begründung zur Erhaltungssatzung für die Innenstadt von Schwerin wude von der Stadtvertret ung der Landeshauptstadt Schwerin am 02.072001 gebilligt. u „N4n.VI, 0 2/ 1343.-.„q3\ . 7: l _... — Grenze des Geltungsbereiches G Teilbereich A: Altstadt x *_ Teilbereich B: SchallstadVWerdervorsladl 'v‘v' ® Teilbereich C: FeldsladllLulherstraße/Jägerweg Teilbereich D: PaulsstadVMarienplatz Teilbereich E: Plaflenteich Erhaltungssatzung 'Siedlungsgebiele aus den SOer Jahran'