BRS Schwerin


60 2016-04-08/B-Plan Nr. 55.10 Bearbeiter/in: Herr Andreas Thiele E-Mail: athiele@schwerin.de III 01 Herrn Czerwonka Stadtvertretun am 18.04.2016 hier: DS 00694/2016 - B-Plan Nr. 56.10 „Neues Wohnen am Lankower See“ auf Grundlage des städtebaulichen Entwurfes entwickeln Beschlussvorschlag: Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt den B-Plan Nr. 55.10 "Neues Wohnen am Lankower See" auf Grundlage des Siegerentwurfes des städtebaulichen Wettbewerbs zu entwickeln. Weiterhin sollen Baumfällgenehmigungen erst nach dem Beschluss des B-Planes bescheidet werden. Aufgrund des vorstehenden Beschlussvorschlags nimmt die VenNaltung hierzu Stellung: 1. Rechtliche Bewertung (u.a. Prüfung der Zulässigkeit; ggf. Abweichung von bisherigen Beschlüssen der Stadtvertretung) Der Antrag ist rechtlich zulässig. 2. Prüfung der finanziellen Auswirkungen Der Antrag hat keine finanziellen Auswirkungen o zum bestehenden Haushaltssicherungskonzept o Kostendarstellung für das laufende Haushaltsjahr (Mehraufwendungen, Mindererträge o.ä.) o Kostendarstellung für die Folgejahre 3. Empfehlung zu weiteren Verfahren Der Bebauungsplanentwurf Nr. 55.01 “Neues Wohnen am Lankower See“ wird auf Grundlae des 1. Preisträerentwurfes entwickelt. Die städtebaulichen Prämissen des Preisträerenhvurfes bestehen in - der Gestaltung eines modernen Wohngebietes in Ziegel- und Klinkersichtigkeit, der Sicherung einer klaren Architektur- und Formensprache zur Fassaden- und Dachgestaltung sowie kublscher Bauformen, der Entwicklung von Wohnbauflächen für die Errichtung von 2 -3 geschossien individuellen Familieneigenheimen, der Errichtung mehrgeschoesiger Apartmentgebäude und verdichteter Wohnformen für Mietund Eigentumswohnungen. Weitere Ziele sind: I die Neuordnung und Einbindung von Freiraumstrukturen. - die Schaffung eines Fuß— und Radwegesystems als Verbindung zwischen den umliegenden Siedlungs- und Grünstrukturen, die Sicherung eines öffentlichen Zugangs zum Naherholungsgebiet “Lankower See". Die Umsetzung dieser Prämissen erfolgt mit den entsprechenden planungsrechtlichen sowie bauordnungsrechtlichen Festsetzungen im Bebauungsplanentwurf. Die Planzeichnung, die textlichen Festsetzungen sowie die Begründung liegen als Entwurf vor und sollen in diesem Monat mit den städtischen Fachämtern abgestimmt werden. Die Offenlage des Entwurfes und der erforderlichen Planunterlagen ist für Juli/August 2016 vorgesehen. Ein Gestaltunshandbuch wird die Gestaltunsgrundsätze erläuternd aufgreifen und den Bauherren als Hilfestellung bei den Themen der Gestaltung dienen. Ein Baubeirat wird vor Einreichung des Bauantrages die Bauvorhaben auf Einhaltung der Planungsund Gestaltungsrundsätze prüfen. Der Käufer und Investor hat sich in einer zum Kaufvertrag vorliegenden städtebaulichen Zielvereinbarung zur Umsetzung und Entwicklung der vorgenannten städtebaulichen Leitideen und Gestaltungsgrundsätze verpflichtet. So wird er u.a. die Käufer der Grundstücke im Kaufvertrag zur Anerkenntnis, Einhaltun und Umsetzung der Festsetzungen des Bebauungsplanentwurfes und des Gestaltungshandbuches verpflichten. Außerdem beteiligt er sich an den Kosten eines Beirates. Das Erschließungssystem des Preisträgerentwurfes orientierte sich auf 4 Baufelder. von denen insbesondere die Binnenerschließung der verdichteten Quartiere kritisch zu beurteilen war. Hierfür bot der Entwurf keine planerischen Lösungen. Des Weiteren bestanden Defizite in den dargestellten Straßenbreiten. In Teilen gab es einseitige GrundstückserschIießungen. Eine nördlich durch 2 Baufelder verlaufende zentrale Schmutz— und Regenwasserleitung wurde nicht berücksichtigt. Aus wirtschaftlichen Erwägungen, Gründen der Vermarktun sowie den Ergebnissen aus der frühzeitigen öffentlichen Bürgerbeteiligung vom 20.03.2012 zum Preisträgerentwurf wurden die in diesem enthaltenen schmalen und tiefen Baurundstücke für die individuellen Eigenheime sowie das Erschließungssystem vom Investor überarbeitet. Um Insbesondere die angrenzenden Wohngebietsstraßen nicht zu belasten, wird das neue Wohngebiet ausschließlich über den heutigen Kreuzungspunkt Gadebuscher Straße/ Rahlstedter Straße erschlossen. Die damit sackgassenartige Erschließung für die rd. 300 Wohneinheiten erfordert dann jedoch eine Notzufahrt für die Feuerwehr im Bereich der Ahornstraße am westlichen Plangebietsrand. Diese Überfahrt wird in einer Mindestbreite von 3 m befestigt. als Fuß- und Radweg festgesetzt und abgepollert. Zur Eschenstraße besteht ebenfalls eine Fuß- und Radwegverbindung. Die Kreuzung Gadebuscher Straße wird ausgebaut und mit einer Lichtsignalanlage ausgestattet. Die Kosten hierfür trägt der Investor. Der Preisträgerentwurf beinhaltet kein umfassendes Grünraumkonzept. Er beschreibt eine Zielsetzung zum Umgang mit wertvollem Großgrün, welches möglichst erhalten und integriert werden soll. In der Plngrafik zeigt der Preisträgerentwurf eine Vielzahl von Bäumen. Bestandsstrukturen vermischen sich mit Neupflanzungen. Eine tiefere Auseinandersetzung mit den Bestandsstrukturen hinsichtlich der tatsächlich gegebenen Möglichkeiten zum Erhalt bei adäquater Umsetzung des Entwurfes erfolgte nicht und war auch nicht Aufgabenstellung. -3- Auch für den vorliegenden Bebauungsplanentvvurf gilt die Prämisse zu größtmöglichen Erhalt von Bäumen. Mit Beginn des Jahres 2015 wurde ein Baumkataster erstellt. Es erfolgte eine Bewertung und erstmalige Einmessung sämtlicher geschützter Bäume und der übrigen Vegetation. Mit der Erarbeitung und Konkretisierung des Bebauungsplanentwurfes ab Mitte 2015 konnten die zu erhaltenden und zu fällenden Bäume erfasst werden. Zum Jahresende erfolgte der Antrag auf Fällgenehmigung auf Grundlage des zum Zeitpunkt vorliegenden Bebauungsplanentwurfes. Eine Fällgenehmiung wurde bisher nicht erteilt. Der Investor hat diesen Antrag auch zurückgezogen. Über die Fällgenehmigung sollte nach der Offenlage des Bebauungsplanentwurfes entschieden werden. um Verzögerungen im Erschließungsbeginn zu vermeiden. Zu diesem Zeitpunkt liegt bereits ein Erschließungsvertrag mit allen erforderlichen Regelungen, auch zum Ausgleich von gefällten Bäumen vor. Ein Satzungsbeschluss wird voraussichtlich erst im Spätherbst erfolgen. Anders als im Preisträgerentwurf werden nun statt 260 Wohneinheiten insgesamt rd. 140 Wohneinheiten entstehen. Die Zahl der Eigenheimgrundstücke ist mit 63 etwa gleich gegenüber dem Preisträgerentwurf. Die zu hohe städtebauliche Dichte im Bereich des Geschosswohnungsbaus wird reduziert, so dass in diesem Segment rd. 75 Wohneinheiten entstehen werden. Hinsichtlich der Nutzunsstrukturen sind hier auch kleinere gewerbliche oder sozialen und gesundheitlichen Zwecken dienende Einrichtungen möglich. Es wird empfohlen den Antrag abzulehnen. Bernd Nottebaum